„Das ist ein Angriff mitten ins Herz des Bankgeschäfts“

Wenn ab 2018 eine neue EU-Direktive gilt, können Apple, Google & Co. Zahlungen von Kunde zu Kunde auslösen, sagt Hans Geiger. Die Banken würden degradiert zu Buchhaltungsstellen, ihre fetten Erträge im Zahlungsverkehr brächen ein. Eine Revolution – und keiner spricht davon.

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9 Kommentare zu “„Das ist ein Angriff mitten ins Herz des Bankgeschäfts“

  1. Das ist auch das Ende jeder Diskretion im Bezug ihrer Finanztransaktionen. Die globale Hacker.Community freut sich schon jetzt, inklusive der staatlich gesponserten Hacker ( Sicherheitsbüros inkl NSA, BND und anderer)

    • warum sollten die technologisch und finanziell maroden Banken mehr Schutz gegen Hacker bieten als die milliardenschweren Hightech-Firmen?!

  2. Seit wann machen Banken „fette Erträge im Zahlungsverkehr“?? Seit der Finanzkrise wegen Gebührenerhöhung auf den verschmähten Konti ?

    Jedenfalls haben die Banken vor der Finanzkrise immer behauptet, sie verdienten mit Zahlungsverkehr nichts und müssten quer-subventionieren. Und jammerten wie die Bauern.

    Und jetzt plötzlich fette Gewinne (gemäss Herr Geiger). Was stimmt nun?

    Die Ausland-Schweizer-Kunden werden froh sein über die zunehmende Konkurrenz und den Aufbruch des Zahlungsverkehrs-Kartells.

  3. Apple, Google, Amazon und Co.

    – zahlen null Steuern
    – haben Einblick in die Geschäftsführung aller Unternehmen
    – parken Gewinne in Steueroasen
    – finanzieren sich mit Null-Prozent Anleihen
    – besitzen jegliche politische Unterstützung.

    Und jetzt dürfen Sie Bankgeschäfte betreiben.
    Sollte das Jahre so weiter gehen, haben wir am Ende zehn Großkonzerne, die die Welt regieren.

    Wollen wir das ?

    • Meine Theorie ist; die EU mit Deutschland und Frankreich ist schon lange auf dem Weg zu den wenigen, multinationalen, noch riesigeren Unternehmungen die alles beherrschen oder platt machen werden. TTIP als Vorbote, Unternehmungen werden dem Staat übergeordnet und der Staat schlussendlich vernichtet.

      Würden die multinationalen Banken und Versicherungen untergehen, hätte die Menschheit und die Menschlichkeit einen wichtigen Sieg errungen. Von daher, nichts gegen Apple und Co. Sie sind in jedem Fall besser.

      Ein starker Staat der Rahmenbedingungen vorgibt, die Vereinigten Staaten von Europa nach Konrad Adenauer; die Schweiz und Grossbritannien bleiben auf diesem Weg. In der heutigen westeuropäischen Welt vielleicht chancenlos. Auch wenn es das mit Abstand Beste wäre.

    • Nein aber wir wollen auch keine 3-4 Grossbanken, die die Welt beherrsch(t)en, von daher ist die Entwicklung nur wünschenswert, Konkurrenz ist immer gut.

  4. Die Geldschöpfung ist meines Wissens nur dem Bankensystem gestattet.

    Das Buchgeld ist Buchhaltung.
    Die Banken müssen die IBAN Nr. nicht freigeben. Man schliesst mit den neuen Anbietern einen Vertrag ab und lässt sein Guthaben überweisen! Dies würde aber das Geld nicht sicherer machen, weil das Buchgeld immer noch im Bankensystem einverleibt ist.

    Eine Reform des Bankensystems wäre es, wenn die neuen Anbieter eine Art Bankenstatus, ohne Geldschöpfung, erhalten würden. Diese würde die Sicherheit des Geldverwalters verändern, nicht aber die Währungssicherheit!

    Ein weiteres sinnloses Spiel, anstatt das Bankensystem im Sinne des Geldsystems zu reformieren!

    Keine AG und Beteiligung am Geldspielwarenmarkt, sowie Beteiligung oder Kreditgewährung (Geldschöpfung) an Mitwirkende! Diese Reform erwarte ich von der Politik und nicht Veränderung von Spielarten!

  5. :-). Wenn man sich die Gebühren von Fintechs anschaut oder gar hofft, dass Apple dies günstig tun wird, wird wohl eher enttäuscht werden. Denn die ersteren können nicht überleben und letzteren werden fett mitverdienen (man vergesse nicht, dass Apple 30% ! an den App-Verkäufen verdient, „weil“ die Entwickler Apples Infrastruktur benützen dürfen. Von diesen Margen träumen alle anderen Industrien.

    Hier wird also von den Banken zu vertrauenswürdigen Monopolisten gewechselt?

    Auch nicht erwähnt wird der Effekt von Apple Pay Card! Hier wird der Zahlungsverkehr gar nicht mehr über die Bank, nicht mal als Buchhaltungsstelle, abgewickelt.

  6. Wer heute von fetten Erträgen im Zahlungsverkehr leben muß, hat eh den Anschluß an die Neuzeit verpaßt.

    In der Schweiz hatten Banken traditionell stets höhere Kosten und Gebühren, was man zumindest bei ausländischen Kunden als eine Form der Abgeltung für den Schutz und ggf. Steuerersparnisse durch das schweizer Bankkundengeheimnis begreifen kann.

    In Deutschland war ab den 60er Jahren beim „Kampf um die Lohntüte“ trotz wesentlich höherer Sach- und Personalkosten teilweise schon eine kostenlose Kontoführung möglich:

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42920148.html

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14326385.html

    Mein Buchhaltungslehrer hat uns geschildert, wie er in den 50er Jahren auf Kontenkarten händisch die Zinszahlen ausgerechnet hat, um diese abzuschließen. Daß dies die Kunden in Form von Zinsen und Gebühren bezahlen mußten, leuchtet ein.

    Heute jedoch nicht mehr.

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    „Banking is necessary, Banks are not“

    Bill Gates
    * 28. Oktober 1955 –