„Die Banken würden zu Feinden des Volks“

Kommt der Minuszins für alle, gibts den Sturm auf die Geldhäuser, sagt Hans Geiger. Das Problem: Die SNB liege falsch, der Franken sei nicht überbewertet, sonst gäbe es keinen Exportüberschuss. Seit 1970 sinke der Dollar zum Franken, trotzdem blühe das Land, die USA darbten.

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  1. Die Finanzmärkte sind in unserer globalisierten Wirtschaft miteinander hochgradig vernetzt.

    Solange daher das FED und die EZB die Zinsen weiter senken, wird die SNB aus volkswirtschaftlichen Gründen die Zinsen nicht im Alleingang erhöhen. Sie würde dadurch die gesamte Exportwirtschaft zerstören. Diese trägt immerhin zu 50% zum CH-BIP bei.

  2. Die SVP will der SNB vorschreiben, den Franken frei nach oben zu lassen. Dann kostet 1 EURO noch 70 Rappen und 1US-Dollar etwa auch soviel.

    Die SVP stellt sich des weiteren gegen jegliche Form wirtschaftlicher Integration.

    Wenn die Schweizer Politik weiterhin diese wirtschaftliche Integrations-Unsicherheit vermittelt und die staatstragende Partei SVP weiterhin gegen Nestlé, Novartis, Roche, ABB, SWATCH etc. aktiv Politik macht, kommt der Tag, wo die Konsequenzen endgültig gezogen werden: Endgültiger Wegzug aller Kernbereiche ins Ausland.

    Und dannzumal muss sich vor allem die SVP mit ihrer engstirnigen Politik den Vorwurf gefallen lassen als Totengräberin der Schweizer Industrie agiert zu haben. Dann werden mehrere 10000 Arbeitsplätze in anderen Ländern angeboten, inkl. Forschung und Entwicklung und Logistik. Hier verbleibt dann noch ein magerer Holding-Rumpf.

    Die SVP Wirtschaftspolitik macht aus der Schweiz eine desindustrialisierte Volkswirtschaft. Wohin diese hinterwäldlerische Politik führt, realisiert das Parteiwahlvolk leider erst, wenn der eigene Arbeitsplatz verloren geht.

    Heil dir, Helvetia!

  3. “Die Banken würden zu Feinden des Volks“

    Sie vergessen:

    Schon seit es sie gibt, sind sie die Feinde der Bevölkerung.

    Schulden- und Zinsversklaver können keine Freunde sein!

  4. Endlich geht die Diskussion um den starken Franken in die richtige Richtung, leider noch zu wenig pointiert. Denn: die Leistungsbilanzüberschüsse sind die primäre Ursache der Frankenstärke.

    Der erste Kommentar von @Büezer trifft ins Schwarze: einer der Hauptgründe für die Leistungsbilanzüberschüsse sind die seit Jahrzehnten stagnierenden Löhne, die aus volkswirtschaftlicher Sicht heute deutlich zu tief sind.

    Wie der starke Franken wohl auch mit der PFZ zusammen hängt? Überlegen Sie mal!

    • Scharf kombiniert! Bald nachdem die PFZ ihre volle Wirkung entfaltet hatte, entstand auch die Situation mit dem starken Franken.

  5. Welches wäre denn z.B. der CHF/EURO Kurs jetzt ohne Intervention und ohne Minuszins? Wie sähe die wirtschaftliche Landschaft hier aus bei einem Kurs CHF/EURO von 0.70?

    Gerne wird zur Untermauerung der Forderung nach freiem Wechselkurs der Dollarverfall seit 1971 herbeigezogen.

    Die Wirtschaft hatte immerhin seit dem Smithonian Agreement von 1971 48 Jahre Zeit, sich auf den steten Dollarniedergang einzustellen.
    Der Dollar ging in diesem Zeitraum von CHF 4.37 auf CHF 0,99 zurück; d.h. pro Jahr im Durchschnitt um 7 Rappen.
    Wie das Ergebnis zeigt, hat die Exportwirtschaft diesen Rückgang mittels Strukturwandel verkraften können. Bis heute. Gibt es Schwellenwerte und wo liegen diese?

    In diesem Zeitraum sind Kern-Produktionszweige ins billigere Ausland verlegt worden, und in der Schweiz sind vor allem die Logistik, Forschung und Entwicklung und die Holding/Verwaltung/Admin. verblieben. Alles mehrheitlich hoch qualifizierte Arbeitsplätze, die entsprechende Ausbildung voraussetzen. Soll dieser Prozess weitergehen?

    Dagegen sind die Arbeitsplätze für normal ausgebildete und solche mit hohem handwerklichem Anteil weitgehend ins Ausland verlagert worden.

    Über diesen berufssozialen Wandel sollte auch nachgedacht werden, wenn die Forderung erhoben wird, den Wechselkurs ungezügelt laufen zu lassen.

    Strukturwandel braucht viel Zeit.

    Die Exportindustrie sah sich hier in den letzten 48 Jahren einem dauernden Anpassungszwang ausgesetzt, den sie mit Bravour gemeistert hat – bis heute. Der Tourismus ist diesbezüglich etwas hinterhergehinkt, hat jedoch unter dem Druck auch Massnahmen ergriffen. Ruft jedoch zusehends nach staatlicher Unterstützung.

    Wer daher die freie Wechselkursbildung des CHF so vehement befürwortet, muss die wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen für den PRODUKTIONSSTANDORT Schweiz auch ertragen.
    Natürlich können wir günstiger im Ausland einkaufen (vom Auslandzuschlag mal abgesehen).

    Da aber der Grossteil des wertschöpfenden Mehrwerts in der Innovations- und Planungsleistung im Inland liegt mit entsprechend hohen Löhnen, kompensiert der günstigere Materialeinkauf im Ausland den Exportrückgang nicht.

    Denn die Elastizität der ausländischen Nachfrage nach qualitativ hochstehenden Schweizer Produkten ist nicht Null. Wo liegen die Schwellenwerte mit Umkippeffekt?

    Womit wir bei einer volkswirtschaftlich brisanten Güterabwägung stehen:

    Sollen der Produktionsstandort Schweiz und Teile des hiesigen Massentourismus (inflow) geopfert werden zugunsten der übrigen Wirtschaft? Welches sind die Einbussen?

    Gibt die Handelsbilanz und Ertragsbilanz ein zuverlässiges Bild, um auf dieser Basis solch grundlegende und einschneidende Massnahmen abzuleiten? Sind Elastizitäten zu vernachlässigen?

    Diese Diskussion wird m.E. noch nicht offen genug geführt, bzw. verdrängt oder mit plakativen Vergleichen ad acta gelegt, frei nach der Devise, der Markt werde es dann schon richten.

    • @F.H.

      Sie stellen die richtigen Fragen und ich sehe nicht wirklich eine einzige Person in der Schweiz, die das Vertrauen geniessen würde, hierauf eine Antwort zu geben.

      Sehr problematisch ist aus meiner Sicht die Zusammensetzung der Vermögenswerte mit Aktien von Unternehmen, deren Wert aus ein paar Zeilen Software besteht (Uber z.B.) aber gleichzeitig riesige Verluste (minus 3.7 Mia USD) machen.

      So eine Firma kann man in 2-3 Tagen an einem Hackathon programmieren. Gleiches gilt für Facebook und weitere Aktien.

      Sowohl die nicht werthaltigen Aktien als auch der Kauf von Obligationen in EUR und USD schaffen eine ungute Abhängigkeit der Schweiz von anderen Staaten.

      Es muss auch davon ausgegangen werden, dass gerade diese Abhängigkeit eben gewollt war.

      Zur Aktienanlage erlaube ich mir zumindest eine dedizierte Meinung.

      Wenn schon Aktienanlagen im Ausland, sollte man Industrieunternehmen in Europa kaufen, mit fähigen Mitarbeiten, Patenten, Immobilien usw. welche etwas produzieren, was auch im Krisenfall benötigt wird.

  6. Die CH Wirtschaft hat in den letzten Jahrzehnten die CHF- Aufwertung erstaunlich gut verkraftet. Wenn ich zurück denke: 1970 GBP CHf 12.50, heute ca. 1.25. 1000 Lira CHF 7.50 vor Wechsel in den Euro 85 Rappen u.s.w.

    • SARGNAGEL

      Wenn wir zurückdenken wollen:

      1971 Goldpreis : 1Unze = USD 35.-
      2019 Goldpreis : 1Unze = USD 1’500.-

      Wer damals zur Altersvorsorge $100’000.- in Gold investierte hat heute ein Vermögen von $ 4’285’714.- !!!
      Könnte also jetzt noch dreissig jahrelang $ 142’857.- pro Jahr verbraten, und ein schönes Leben geniessen.
      Was haben Sie davon wenn Sie unter Zwangsverordnung in eine Schweizer Pensionskasse $ 100’000.- einbezahlt haben?
      Wahrscheinlich sehr wenig.
      Wer jetzt noch in Pensionskassen einbezahlt, muss sich die Frage stellen ob ihm überhaupt noch was Vernünftiges zurückbezahlt wird, oder ob der Kaufkraftverlust alles auffrisst.
      Wir würden uns strikte weigern, denen noch etwas abzuliefern!!!

  7. Ich glaube wir müssen da umdenken.

    Unsere Nationalbank nimmt den Exportsektor lediglich als Ausrede un den Franken tief zu halten.

    Die Wahrheit ist vielleicht die, das unser SNB Direktorium links tickt und den Euroraum stützen will.

    Doe wollen den Euro retten und die EU bewahren.

  8. Gibt man den Wechselkurs frei, ist dieser voll der internationalen Spekulation ausgesetzt. Soros hat schon mit England Milliarden verdient, indem er gegen das Pfund spekulierte. Das könnte ihm auch gegen unsere Nationalbank gelingen.

  9. Der Franken sollte frei floaten können gegen die andern Währungen. Eigentlich hätte man ihn nie anbinden sollen mit einem Mindestkurs. Die Nationalbank kann aber jetzt nicht mehr zurück. Gibt sie den Kurs frei, fällt der Dollar und der Euro zwischen 10 und 20 Prozent. Das heisst, die Nationalbank macht auf ihren gekauften Dollars und Euros (über 800 Milliarden) einen Verlust von über 100 Milliarden. Jordan würde das Gesicht verlieren.

  10. Der Alt-Professor hat nicht Recht. Es wurden Tausende Arbeitsplätze bei den Banken ins Ausland verlagert.

    (Über das Ergebnis kann man diskutieren. Aber es geschah.)

    Wenn der Euro bei z.B. 1/10 Franken mal liegt wird die Schweiz zur grünen Wiese. Nur Reiche und ihre Diener werden hier noch leben können.

    Die andere Geschichte ist, dass dann längstens in der EU eine Parallelwährung eingeführt sein wird.

  11. Die Negativzinsen dürfen von der SNB ganz sicher nicht erhöht werden und ab 2020 muss der Leitzins der SNB langsam wieder erhöht werden. Je nach dem können die Negativzinsen für ausländische Anleger beibehalten werden, wenn das möglich ist.

    Warum hat die SNB Angst vor einer Zinserhöhung? Herr Geiger wird wieder einmal nicht konkret und will keine klare Antwort geben. Obwohl die SNB immer bekräftigt, dass sie nicht Konkurs gehen kann und auch ein negatives Eigenkapital kein Problem ist, wollen sie den Beweis in der Realität nicht erbringen, dass grosse Verluste und ein mögliches negatives Eigenkapital für die SNB kein Problem ist.

    Denn eines ist sicher. Wenn der CHF um 10-20% aufwertet, was bei einem Abschaffen der Negativzinsen möglich ist, sehen Bilanz und Ertragsrechnung der SNB nicht mehr so gut aus. Dann werden zumindest kritische Fragen gestellt und die jährliche Gewinnausschüttung an Bund und Kantone ist in Frage gestellt. Ich vermute, dass es der SNB viel mehr um diese Probleme geht und nicht um die Exportindustrie und den Tourismus.

  12. Die Frage blieb unbeantwortet: weil er nicht anders kann! Die SNB sitzt auf einem 800 Milliarden hohen Devisen Berg. Hebt sie die Kursmanipulation auf (Negativzins und Stützungskäufe) fährt sie dreistellige Milliardenverluste ein. Also zuerst den Berg abbauen? Geht nicht, würde erstens den Euro und USD noch mehr schwächen, zweitens die ausländischen Börsen nach unten treiben und drittens Prügel der EU und USA zur Folge haben. Also wird sich die Situation nicht ändern da die SNB weder Konkurs gehen möchte noch will sie als Auslöser des grossen, kommenden Finanzcrash dastehen.

  13. Das positive dabei ist, das die Währung Schweizerfranken weiter aufgewertet wird und wenn man die Heimwährung als Noten nach Hause nimmt zahlt man weder Zinsen noch Gebühren.

    • Die Nötli zu Hause? Sind sie sicher?
      Und wenn bei uns der Bankensturm losginge, freuen sie im Ostblock sicher alle Diebesbanden, denn wir haben ja mit Schengen Dublin neben sonstigen Strömungen auch noch Tür und Tor offen für diese Leute sich dann übers Kellerfenster an unseren Nötli zu bedienen.

  14. Unten der Hinweis zum Artikel die Vollgeldler sind „gaga“.
    „Gaga“ sind die Leute die diese FIAT-Kreditblase weiter am Leben erhalten.

    Die Banken sind die Feinde des Volkes in einem System wie wir es haben. Aber die Banker inkl. Herr Geiger haben jahrzehntelang sehr gut an diesem System verdient.
    Allen voran mit der Lüge über die nicht existierende Inflation um die Löhne tief zu halten. Höhere Löhne würden schnell den Exportüberschuss dämpfen und den Franken wieder abwerten ohne gleich den Euro einführen zu müssen.

    Anscheinend sind dessen Vertreter zu allen Schandtaten bereit es noch ein paar Jährchen am leben zu halten um sich ja nicht mit Alternativen befassen zu müssen.