Nationalbank vor neuem Rekordverlust

12 Milliarden rot wegen Gold-Crash – SNB als ungesicherter Mega-Hedgefund – voll im Krisen-Euro drin.

Die Schweizerische Nationalbank steht vor einem der höchsten Quartalsverluste ihrer Geschichte. Grund ist der Einbruch des Goldpreises seit Ende März.

Damals lag der Preis pro Unze bei rund 1’600 Dollar. Gestern wurden noch 1’224 Dollar für das gelbe Metall geboten.

Auf die gut 1’000 Tonnen Gold der Notenbank hat der Preiszerfall massive Auswirkungen.

Lag der Wert fürs Gold per Ende des ersten Quartals gemäss Berichterstattung der SNB noch bei 50,7 Milliarden Franken, so ist dieser seither in den Keller gesunken.

Beim aktuellen Goldpreis dürfte der Goldbestand der Nationalbank noch einen Gegenwert von rund 39 Milliarden reflektieren.

Per Saldo resultiert ein Verlust von geschätzten 12 Milliarden.

Das Minus kann durch die übrigen Assets der Notenbank nicht wettgemacht werden.

Der Euro und der Dollar, die beiden wichtigsten Währungen für die SNB, haben sich gegenüber dem Ende des ersten Quartals nicht gross bewegt.

Bei den Devisenbeständen dürfte es dementsprechend nur zu wenig Veränderungen im auslaufenden Quartal gekommen sein.

Bei den für die Notenbank immer wichtigeren Aktien kann die SNB diesmal ebenfalls nicht punkten.

Nach der jüngsten Korrektur an vielen Börsen bewegen sich die Indizes der wichtigsten Plätze mehr oder weniger auf dem Niveau von Ende März.

Der SMI ist um rund 3 Prozent gesunken, der Dow Jones hat gut 1 Prozent zugelegt, der Dax ist knapp 2 Prozent höher, die skandinavischen Plätze verzeichnen ein Minus um 4 Prozent.

In China kamen die Dividendenpapiere im Juni unter Verkaufsdruck.

Insgesamt muss man bei den Aktien gleich wie bei den Fremdwährungen von einer mehr oder weniger flachen Entwicklung für die Zeit von April bis Juni ausgehen, was die Bewertung angeht.

Die grosse Frage wird sein, wie sich die Lage in der für die SNB mit Abstand wichtigsten Assetklasse, den Obligationen, entwickelt hat.

Die Angst vor einem Anziehen der Zügel durch die US-Notenbank hat zuletzt zu rasch ansteigenden Zinsen geführt.

Höhere Zinsen bedeuten tiefere Bewertungen der Obligationen im Depot.

Für die SNB könnte das bedeuten, dass sie auch bei den Festverzinslichen per Stichtag an diesem Wochenende einen Bewertungsverlust erleiden könnte.

Ein Gesamtverlust von 10 Milliarden oder mehr für die ganze SNB würde zeigen, woran die Notenbank krankt.

Sie ist zu einem gigantischen Hedgefund geworden, der voll den Kräften der Weltmärkte ausgeliefert ist.

Wie ein Tanker, dessen Ruder im Sturm gebrochen ist, dreht es die SNB mal in diese Richtung, dann in die andere.

Im ersten Quartal meinte es das Schicksal noch gut mit unserer Zentralbank.

Dank günstiger Entwicklung vor allem beim Dollar, der gegenüber dem Franken zugelegt hatte, erzielte die Notenbank über 5 Milliarden Devisengewinne.

Hinzu kamen boomende Börsen, die fast den gleichen Betrag als Plus in die Buchhaltung spülten.

Neben diesen Milliarden-Kursgewinnen verschwanden die tatsächlich erzielten Erträge in Form von Zinsen und Dividenden als unbedeutende Positionen.

Auch der Gewinn von einer guten halben Milliarde auf die alten „Schrottpapiere“ der UBS fiel angesichts der Veränderungen bei den Oblis und Aktien kaum ins Gewicht.

Ab April drehte der Wind. Quasi über Nacht fiel das Gold ins Bodenlose.

Der steuerlose SNB-Tanker geriet in Schieflage.

Die Krise geschah ausgerechnet bei jenem Asset, auf das sich die Notenbank in den letzten Jahren fast immer als sicheren Gewinngaranten verlassen konnte.

Zusammen mit den volatilen Börsen- und Zinsmärkten drohen nun Verluste, die den scheinbar tollen Gewinn aus dem ersten Quartal von über 11 Milliarden ausradieren könnten.

Erinnerungen ans Jahr 2010 werden wach. Damals hatte die SNB ihr Pulver zur Unzeit verschossen und gemeint, sie könnte den Euro mit massiven Zukäufen über der Marke von 1,40 Franken halten.

Als der Euro zur Überraschung der SNB-Chefs rasch fiel, riss die Gemeinschaftswährung ein erstes grosses Loch in die Bilanz der Zentralbank. Fürs ganze 2010 musste sie schliesslich einen Verlust von 19 Milliarden ausweisen.

Davon hat sich die Bank der Banken und mit ihr das ganze Land nie mehr erholt.

Zwar verbuchte die SNB zwischendurch ansehnliche Gewinne. Doch die Welt war für immer eine andere.

Das zeigt sich bei der Gewinnverteilung.

Konnten die Kantone und die Eidgenossenschaft früher jährliche Milliardeneinnahmen budgetieren, ist dieser Geldstrom zu einem Rinnsal verkümmert.

Seit 2011 gibts gerade noch 1 Milliarde für Bund und Kantone zusammen; und auch das nur dann, wenn die SNB genug auf der hohen Kante hat.

Die Risiken der weitreichenden SNB-Interventionen werden damit einer breiten Öffentlichkeit zum ersten Mal seit dem grossen Euro-Absturz vor 3 Jahren bewusst.

Die Bank führt gigantische Asset-Positionen in ihren Büchern, die je nach Marktlage zu sehr grossen Gewinnen oder auch zu sehr grossen Verlusten führen können.

Für die Schweiz als Land und ihre Bürger als Steuerzahler hat „Hedgefund“ SNB direkte Konsequenzen, die eine wachsende Zahl von Leuten allmählich erkennen könnte.

Sobald die Verluste die SNB-Reserven aufgezerrt haben, gibt es keinen Franken mehr für die öffentliche Hand.

Als erstes könnten strukturschwache Kantone die missliche Lage zu spüren bekommen. Ihre Rechnung würde negativ.

Als Ausweg gäbe es nur Steuererhöhungen. Diese träfen vor allem den Mittelstand.

Alternativ müssten die reichen Kantone durch einen höheren Finanzausgleich Hilfe leisten. Ob das deren Steuerzahler goutieren würden, ist fraglich.

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43 Kommentare zu “Nationalbank vor neuem Rekordverlust

  1. Ich kann mich an an das gegenteilige Bashing erinnern: Die SNB hätte Gold zu einem Tiefstpreis (vor ein paar Jahren) verkauft. Damals war der Goldpreis stark am steigen. Ich bin ein Finanzlaie, der jedoch ein Gedächtnis hat!

  2. So ist es halt, wenn man als Schweiz den Euro retten will. Das kostet Milliarden und gelingt doch nicht. Ein Fass ohne Boden. Den Euro wird es nur noch solange geben, bis er zusammen bricht. Nur eine Frage der Zeit. Die älteren User in Deutschland haben schon 2-3 Währungen miterlebt. Die jüngeren werden auch den Euro-Nachfolger noch erleben.

  3. @ M. Binder

    Sehr geehrter Herr Binder

    Besten Dank für Ihre Unterstützung. Es ist ermutigend dass es offenbar doch noch Schweizer gibt mit einem gesunden ökonomischen Sinn und mit dem Mut, auf Fehler aufmerksam zu machen.

    Ich gebe Ihnen Recht: Die masslosen Devisenkäufe unserer Nationalbank stellen die grösste Gefahr für die Schweiz in neuerer Zeit dar. Und die Schweizer wollen oder können es nicht sehen. Was die SNB mitteilt wird verdreht und verbogen. Kritiker werden kaltgestellt.

    Nochmals herzlichen Dank!

    Marc Meyer

  4. @ R.Burger

    Herr Burger,

    Nochmals. SNB-Chef Jordan bezeichnet Banknoten als Eigenkapital der SNB anstatt als Fremdkapital. Mit dem Drucken von Banknoten könne das Eigenkapital der SNB aufgestockt werden. Hat er das gesagt oder nicht? Ich habe Ihnen ja das Zitat bereits wörtlich aufgeschrieben in meinem letzten Kommentar.

    Lesen Sie S.13 seines Vortrags vor der Volkswirtschaftlich Statistischen Gesellschaft Basel („Braucht die Nationalbank Eigenkapital?“). Stehen Sie zu dem, was Jordan dort schreibt und verdrehen Sie seine Aussage nicht! Und verdrehen Sie auch meine Aussagen nicht!

    Ich wiederhole das Zitat von Jordan: „Denn mit „Geld drucken“ kann Eigenkapital, wie gesagt, nicht nachhaltig aufgestockt werden.“ Das hat er gesagt. Also betrachtet er Banknoten als Eigenkapital der SNB. Damit könne das Eigenkapital der SNB aufgestockt werden (wenn auch nicht nachhaltig, wie er anfügt) – das behauptet Jordan, nicht ich!

    Verstehen Sie deutsch oder verstehen Sie es nicht?

    Sein ganzer Vortrag basiert auf diesem katastrophalen Irrtum.

    Durch Drucken von Banknoten kann die SNB ihre Liquidität nicht erhöhen, wie Jordan behauptet. Liquidität ist immer ein Aktivum.

    Liquidität ist der Ausdruck dafür, wie schnell mit einem Vermögenswert eine Schuld beglichen werden kann. Also stellt Liquidität Vermögen dar – nicht eine Schuld.

    Der Notenumlauf ist aber ein Passivum der SNB, eine Schuld der SNB. Banknoten stellen somit Liquidität aus Sicht des Banknoten-Inhabers dar, nicht aber aus Sicht der Notenbank.

    Ein Vergleich: Wenn Sie auf einem Bankkonto einen Teil ihres Vermögens möglichst „liquid“ „parkieren“, so stellt dies Liquidität aus Ihrer Sicht dar, nicht aber aus Sicht der Bank. Für die Bank ist das eine Verbindlichkeit. Genauso stellt eine Banknote keine Liquidität aus Sicht der Notenbank dar.

    Oder was würden Sie dazu sagen, wenn die Bank, wo Sie ein Konto besitzen, mit dem Vermögen bzw. mit der Liquidität, die Ihnen gehört, eigene Schulden bezahlen würde? Sie hätten wohl kaum Freude!

    Ein Wertpapier ist immer ausschliesslich Liquidität aus Sicht des Gläubigers, niemals aber aus Sicht des Schuldners.

    Ich habe diese Zusammenhänge in meinem Artikel „Viel beschworene Unabhängigkeit der Nationalbank ist eine Farce“ auf Inside Paradeplatz ausführlich aufgezeigt.

    Es bleibt dabei: SNB-Chef Jordan kann die SNB-Bilanz nicht korrekt lesen. Er interpretiert Banknoten als Eigenkapital der SNB anstatt als Fremdkapital. Zudem interpretiert der den Notenumlauf der SNB als Vermögen bzw. als Liquidität der SNB anstatt als Schuld der SNB.

    Ein Direktorium, welches Eigenkapital und Fremdkapital der SNB miteinander verwechselt bzw. welches Aktiven und Passiven miteinander verwechselt ist m.E. nicht tragbar.

    Die SNB riskiert unsere gesamte Volkswirtschaft, weil sie diese Zusammenhänge nicht versteht. Deshalb rate ich diesem Direktorium, möglichst bald geschlossen zurückzutreten – bevor der Schaden irreparabel geworden ist.

  5. Wo soll da das Problem sein ? Dass der Goldpreis volatil ist war schon immer so. Die NB muss sich nicht kümmern. In Krisenzeiten muss die Nationalbank die Bilanz verlängern. In guten Zeiten verkürzt sie die Bilanz. Völlig normal deshalb dass momentan die Bilanz verlängert ist im Vergleich z.B. zu vor 10 Jahren.
    Was gefährlich ist sind die typischen Geschäftsbanken die mit lächerlichem Eigenkapital unnötig die Bilanz verlängert haben um Gewinn zu machen.
    Bei den Geschäftsbanken liegt das Problem nicht bei der NB. Welch katastrophale Zustände Geschäftsbanken verursachen können wissen wir von Zypern und anderswo. Da gäbe es xzehntausende Beispiele.
    Die Genfer Kantonalbank die vom Kanton Genf gerettet wurde bescherte dem Kanton Schulden von 2,4 Milliarden die heute noch bestehen. Der Steuerzahler zahlt immer noch für diese Schulden.
    Folgender typische Fall einer Geschäftsbank die evtl wie die Genfer KB endet siehe http://www.bernerzeitung.ch/wirtschaft/GoldpreisSturz-trifft-ZKB-besonders-hart/story/17403988
    Aber der Hr Marc Meyer wird nie verstehen dass Geschäftsbanken das Problem sind und nicht die NB.

    • @
      Kremsner

      Herr Kremsner

      Bitte studieren Sie die Bilanz der Nationalbank. Die Giroguthaben der Geschäftsbanken bei der SNB haben in den letzten Jahren auf fast 300 Milliarden Franken zugenommen. Das sind Kredite der Geschäftsbanken an die SNB – nicht umgekehrt.

      Die SNB hat also ihre Unmengen von Euros und Dollars mit Bankkrediten finanziert.

      Steigt nun der Franken bzw. fallen Euro und Dollar, so fällt das Vermögen der SNB. Bei negativem Eigenkapital der SNB sind die Bankkredite an die SNB nicht mehr gedeckt.

      Die SNB will in diesem Fall ihre Bilanz nicht deponieren, obwohl sie das basierend auf Verfassung und Nationalbank-Gesetz tun müsste. Zudem würde negatives Eigenkapital der Verfassung widersprechen, wonach die SNB Reserven, sprich Eigenkapital, bilden müsste.

      Wenn also die SNB ihre Bilanz bei negativem Eigenkapital nicht deponiert, so dass das „Loch“ in der Bilanz der SNB immer grösser werden kann, so werden die Banken ihre Kredite an die SNB entsprechend abschreiben müssen. Das negative Eigenkapital der SNB überträgt sich dann eins zu eins auf die kreditgebenden Banken.

      Vergleich: Wenn der Wert eines Hauses unter die Höhe des Hypothekarkredites fällt, so ist dieser von der kreditgebenden Bank entsprechend abzuschreiben.

      Bei diesen hohen Milliardenbeträgen und angesichts der Tatsache, dass die SNB weiter „unbeschränkt“ Milliarden Franken Schulden aufnehmen will, um „unbeschränkt“ Euros zu kaufen, ist damit zu rechnen, dass viele Banken in unserem Lande Konkurs gehen.

      Die Eigenkapitalquote der SNB ist bereits jetzt tiefer als sie es selber von den Banken verlangt. Wir werden in den nächsten Tagen, wenn die SNB ihre Quartalszahlen publiziert, sehen, wie hoch die Eigenkapitalquote der SNB noch ist.

      Das grösste Risiko in unserer Volkswirtschaft sind nicht die Banken, sondern die Nationalbank. Sie wird – sofern sie nicht doch noch vernünftig wird und ihre masslosen Devisenbestände verkauft – unsere Geschäftsbanken und damit unsere Volkswirtschaft in den Abgrund reissen.

  6. @R.Burger

    Herr Burger

    In den 70er Jahren hatten wir die beiden Oelpreisschocks. Resultat: Stagflation. Inflation und Arbeitslosigkeit stiegen miteinander. Die Entwicklung der letzten Jahre in der Schweiz ist jener in den 70er Jahren diametral entgegengesetzt. Heute haben wir in der Schweiz Vollbeschäftigung bei leicht fallenden Preisen.

    Tatsache bleibt: Unser Exportsektor boomt seit Jahren. Die Exporteure jammern auf hohem Niveau. Die SNB-Interventionen waren unnötig und bringen uns in grosse Gefahr.

    Nein. SNB-Chef Thomas Jordan kann die Bilanz der SNB offensichtlich nicht korrekt lesen. Bitte verdrehen Sie meine Argumentation nicht.

    Jordan bezeichnet Banknoten als Eigenkapital der SNB, nicht ich. Ich lege grossen Wert auf die Tatsache, dass Banknoten Fremdkapital, Obligationsscheine der SNB darstellen (Titel meiner Dissertation: „Geld – eine Obligation der Notenbank“).

    An seinem Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft sagte Jordan wörtlich: „Denn mit „Geld drucken“ kann Eigenkapital, wie gesagt, nicht nachhaltig aufgestockt werden“. Daraus folgt, dass Eigenkapital, gemäss Jordan mit „Geld drucken“ aufgestockt werden könne.

    Eigenkapital kann aber nur mit Eigenkapital – nicht mit Fremdkapital – aufgestockt werden (siehe: „Braucht die Schweizerische Nationalbank Eigenkapital?“, Thomas Jordan, S. 13)

    Konklusion: Jordan verwechselt Eigenkapital und Fremdkapital der SNB miteinander.

    Dass Jordan die Aktiven und Passiven der SNB miteinander verwechselt belegt auch seine mehrfach geäusserte Aussage, die SNB könne „Liquidität“ selber schaffen und damit jeder Zahlungsverpflichtung jederzeit nachkommen.

    Bei „Liquidität“ handelt es sich per definitionem immer um ein Aktivum. Mit Geld drucken schafft die SNB demzufolge keine Liquidität aus Sicht der Notenbank, sondern lediglich zusätzlich Schulden. Sie schafft nicht Eigenkapital, sondern Fremdkapital.

    Man muss den Tatsachen in die Augen schauen. Es ist wohl peinlich, dass unsere SNB Aktiven und Passiven der SNB bzw. Eigenkapital und Fremdkapital miteinander verwechselt. Aber irgendwann muss die SNB in den sauren Apfel beissen und ihren Irrtum einsehen.

    • Die Rezession in der Schweiz war schwerer in der CH durch die Kombination von Oel und Wechselkursen und 1978 sakte der Dollar isoliert ab, dazu gibt es Ergebnisse aus der Forschung. erdrehen Sie die Worte von Hr. Jordan nicht, im Gegensatz zu Ihnen versteht er die SNB Bilanz (Noten stehen da bei Fremdkapital). Lesen doch die Bilanz der SNB.
      Die SNB kann jederzeit Liquidität in CHF schaffen, was sie zur Zeit der Subprime Krise tat (die Unternehmen weisen Liquidität auf der Aktivseite aus, Noten sind Schulden der SNB (darum früher den Goldstanard, zur Sicherung der wertlosen, Noten).

  7. hier sollten mehr unternehmer, kmu-inhaber und büetzer mitdiskutieren. der finanzsektor trägt nur noch ein bruchteil zum bip bei, gefährdet aber die ganze wirtschaft. ohne anbindung des franken wäre unser exportwirtschaft und damit das rückgrat der wirtschaft eingebrochen. die snb hat zum glück mehr weitsicht als ökonomen, private-banker und andere überbezahlte ceteris paribus theoretiker.

    • @Olivier Brunner

      Es stimmt keineswegs, dass der Exportsektor eingebrochen wäre, hätte die SNB nicht interveniert Der Dollar ist in den vergangenen Jahrzehnten zeitweise noch mehr und noch stärker eingebrochen als der Euro und trotzdem exportieren wir doppelt so viel in die USA wie wir von dort importieren.

      Im Jahre 2010, als die SNB mit ihren gewaltigen Interventionen begann, war der Exportsektor bereits kräftig am wachsen. Der Aussenhandelbilanzüberschuss hat seither von 18 auf 24 Milliarden zugenommen!

      Bezeichnend ist, dass im Jahre 2009, dem eigentlichen Krisenjahr, die Importe stärker zurückgingen als die Exporte. Das beweist, dass der starke Franken nicht die Ursache für den Rückgang beim BIP verantwortlich gewesen sein kann.

      Die Aktien der Swatch Group beispielsweise, die u.a. von der Währungsentwicklung stark abhängig ist, haben sich seit den ersten massiven Eurokäufen der SNB im Jahre 2009 rund verfünffacht (!)

      Unsere Exportindustrie jammert auf einem sehr hohen Niveau!

      Die Risiken, welche die SNB mit ihren masslosen Devisenkäufen eingegangen ist, sind enorm und übersteigen einen allfälligen Nutzen bei weitem.

      Die SNB hätte der Exportindustrie mit direkter Hilfe viel mehr helfen können als mit dem Giesskannenprinzip der Interventionen.

      Was werden Sie sagen, wenn die Banken Konkurs gehen, weil sie der SNB Kredite gewährt haben. Die SNB hat ihre Euros ja mit Bankkrediten finanziert. Wenn der Euro einbricht sind diese Kredite nicht mehr gedeckt und müssen von den kreditgebenden Banken entsprechend abgeschrieben werden? Analog einem Hypothekarkredit, wenn der Wert des Hauses unter den Wert des Kredites sinkt.

      Bitte versuchen Sie, Ihre Überlegungen eine Stufe höher auf die volkswirtschaftliche, gesamtwirtschaftliche Ebene zu bringen.

    • Herr Meyer – der Einbruch des Dollar war in den 70 Jahren hatte sehr wohl eine Rezession zur Folge und Hr. Jordan kann die Notenbankbilanz lesen, dort wird der Notenumlauf unter Passiven ausgewiesen und nicht wie Sie behaupten zum Eigenkapital gezählt.

    • Hr. Brunner

      Hr. DR. Meyer hat ganz recht und es ist eine Schande, wie mit Kritik umgegangen wird.
      Die SNB ist die mit Abstand grösste Gefahr für das schweizer Volk und keiner will es erkennen, keiner kann es erkennen, weil vieles verdreht und verschleiert wird.

      Es ist ein Hohn für das schweizer Volk, wenn ein solches unfähiges von den Bilderbergern gesteuerte Direktorium Millionen verdient. Die ganze Schweiz steht in Gefahr, wie noch nie!

      Es ist der grösste Witz aller Zeiten, dass die Anbindung des CHF and EUR nötig war für die Exportindustrie. Reine Augenwischerei! Wir kriegen dafür teure Importe, dessen negativer Effekt grösser ist, wie der Support der Exporte mit der Anbindung. Schauen Sie mal in die Vergangenheit, z.B. Deutschland, mit ähnlichem Set-up. Da gab es eine Studie, dass es Deutschland mit Abstand am Besten ging wenn die DM stark war. Eben drum weil die Importe günstig waren. Und da beide Länder kaum Rohstoffe besitzen ist der Import genau gleich signifikant.
      Oder schauen sie mal wie Japan Selbstmord begeht durch die Abschwächung ihrer Währung.

      Wann versteht ihr Politiker, KMUler, Oekonomen und sonst andere Hochstudierte, dass die Anbindung an den EUR ein riesige Gefahr ist mit zusätzlich negativem Effekt auf unsere Wirtschaft?!

  8. @Chraledan

    Sehr geehrter Chraledan

    Sie sind der mit Abstand beleidigenste Kommentator in diesem Blog.

    Warum stehen Sie eigentlich nicht zu Ihrem Namen? Warum schreiben Sie Ihre Beleidigungen unter einem falschen Namen? Solches Verhalten ist es, das ich als feige taxiere.

    Alle Fürsprecher unserer Nationalbank, die meistens beleidigend sind, schreiben anonym. Das zeigt, dass die Nationalbank und ihre Fürsprecher ein Problem haben – nicht ich.

    Sie unterstellen mir „blinde Hassgefühle“ gegenüber der Nationalbank. Letztes Mal schrieben Sie, es sei richtig, dass ich meine Stelle als Strateg ist bei der UBS verloren hätte.

    Sie machen es sich einfach. Genauso einfach wie die Nationalbank. Sie spielen auf die Person. Sie möchten mich als Person diskreditieren und so der wissenschaftlichen Argumentation ausweichen.

    Weder Sie noch die Nationalbank haben sich mit dem auseinandergesetzt, was sich sage und schreibe. Sie prahlen, Sie hätten es zu Wohlstand gebracht ohne Studium. Die Herren Direktoren der Nationalbank verdienen jeder eine Million pro Jahr.

    Dieser Reichtum gibt Ihnen allen aber nicht das Recht, sich dermassen arrogant zu verhalten, wenn jemand in allem Anstand auf gravierende Irrtümer in der Volkswirtschaftslehre aufmerksam macht.

    Volkswirtschaftslehre ist eine Wissenschaft, die enorm wichtig ist für das friedliche Zusammenleben der Völker. Ich habe mich deshalb sehr intensiv mit dieser Wissenschaft auseinandergesetzt.

    Geldtheorie ist nur ein Aspekt der Volkswirtschaftslehre. Aber auch dieser Aspekt ist voller gravierender Fehler. Jeder redet einfach dem andern nach, was dieser erzählt, ohne sich selber einmal intensiv mit der Theorie auseinanderzusetzen.

    So bezeichnet beispielsweise unser SNB-Chef Prof. Dr. Thomas Jordan Banknoten als Eigenkapital der SNB anstatt als Fremdkapital.

    Oder der Bundesrat behauptet, die SNB könne nie illiquide werden, da sie selber Liquidität schaffen könne. Sie könne einfach Banknoten drucken. Der Bundesrat übersieht dabei, dass Banknoten nicht zum liquiden Vermögen der SNB gezählt werden können. Deshalb werden sie nicht beim liquiden Vermögen links oben, sondern rechts bei den Schulden verbucht.

    Oder an der Tagessschau wird beispielsweise behauptet, die SNB erhöhe ihre Kredite an die Geschäftsbanken um 200 Milliarden. Dabei gewähren umgekehrt die Banken der SNB Kredite in dreistelliger Milliardenhöhe.

    (Giroguthaben der Geschäftsbanken an die SNB sind Kredite der Banken an die SNB – nicht umgekehrt).

    Oder Thomas Jordan behauptet, das Eigenkapital der SNB dürfe negative werden, obwohl dies der Bundesverfassung widerspricht. Und die Nationalbank erkennt nicht, dass bei negativem Eigenkapital der SNB die Banken ihre Kredite an die SNB entsprechend abschreiben müssen und Konkurs gehen könnten usw.

    Der Katalog von Fehlern unserer Nationalbank könnte beliebig ausgedehnt werden.

    Ich denke, es ist wichtig auf solche Fehler aufmerksam zu machen. Unsere Nationalbank führt uns in ein finanzielles Desaster. Im Nachhinein sagen dann alle, das hätte man voraussehen können.

    In der Schweiz haben wir Gott sei Dank das Recht, unsere Meinung frei zu äussern. Zu diesem Recht haben wir Sorge zu tragen.

    Leider muss man aber damit rechnen, dass man seine Arbeitsstelle verliert, wenn man es wagt, unsere Nationalbank zu kritisieren. Das ist mir passiert. Das ist ein Machtmissbrauch unserer Nationalbank.

    Und dann hat unsere Nationalbank leider auch solche anonymen Fürsprecher wie Sie, welche dieses Vorgehen der SNB gutheissen. Unsere Nationalbank ist zu einer Zumutung geworden.

    Noch kurz zu Ihrer Frage: Die Zinsen in Europa sind gefallen, weil sehr viel Kapital aus der südlichen Eurozone zu uns floss (siehe Bericht Standard & Poor‘s).

    Nun wünsche ich Ihnen noch einen schönen Tag und freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  9. @J.A.vonBerg

    Bei einem Vermögen von 504 Milliarden Franken investiert die SNB noch ganze 3.7 Milliarden in der Schweiz. Das entspricht einem Anteil von 0.7 Prozent. Und damit will sie die Zinsen in Franken steuern? Das ist ja lächerlich.

    Die SNB gibt wohl einen Leitzins bekannt aber sie leiht keinen einzigen Franken zu diesem Leitzins an Banken in der Schweiz aus.Der Leitzins ist reine Augenwischerei!

    Konklusion: Die SNB kann die Franken-Zinsen gar nicht steuern, da sie keine Investitionen in Scheizerfranken besitzt.

    • Vielleicht so, der Hirtenhund lenkt die Schafherde nur durch seine Bewegung, seine Präsenz, grosses Gebell ist oft nicht von Nöten. Das z.B. Hr. Greenspan vorgelebt.

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer
      Sie wollen ja immer, dass man seine Thesen wissenschaftlich untermauert. Nun nicht jeder im Lande hat studiert (zum Glück für uns alle, vielleicht nicht für Sie). Manchmal tut’s ja auch nur gesunder Menschenverstand und das ohne blinde Hassgefühle. Sie schreiben, der Leitzins ist reine Augenwischerei. Dann erklären Sie mir doch mal, wieso die 1. Zinsen in den letzten 3 Jahren auch in der Schweiz so tief waren und 2. v.a. historisch (zum Zeitpunkt, als sich ihr Hass auf unsere Notenbank entwickelte) immer tiefer waren als im benachbarten Ausland.
      Ich bin kein Freund der EU und auch nicht der fernen USA, aber wir sitzen alle im selben Boot; haben Sie denn wirklich das Gefühl, wenn eins dieser beiden Gebilde „kollabiert“, wären wir mit Ihrer unterirdischen Metro von St. Gallen nach Genf gerettet? Nehmen Sie sich das Beispiel Nestle von heute, da wird im benachbarten Europa in die Jugend investiert, um soziale Unruhen zu vermeiden, sehr weitsichtig von Herrn Brabeck und nicht engstirnig! Entschuldigung, meine Thesen sind nicht wissenschaftlich untermauert, denn ich habe nur Primarschulabschluss, trotzdem habe es zu Wohlstand gebracht in einem der schönsten und weltoffensten Länder dieser Welt.

  10. Zu den Fakten, es gibt keine „Schieflage“ und auch ist das „Ruder im Sturm nicht gebrochen“:

    (1) Wie verheerend die Goldinitiative der SVP „Experten“ wäre, zeigt die aktuelle Goldpreisentwicklung, 20% in Gold würde nämlich bedeuten, dass die Länge der SNB-Bilanz und damit auch die Geldpolitik vom Goldpreis abhängig würden. Dieses Experiment ist beim Goldstandard gescheitert.
    (2) Die SNB befindet sich in einer kritischen Gratwanderungen, denn ihre Anlageportfolio-Umschichtungen bzw. Absicherungsgeschäfte blieben den Märkten nicht unverborgen, damit würde die SNB durch ihre Porfoliostrategie/selektion die Finanzmärkte zumindest teilweise beeinflussen, damit die marktwirtschaftliche Kapitalallokation, neben Zinsen und Wechselkursen beeinflussen.
    (3) Die SNB fährt eine Wechselkurs/Zinspolitik, dies bedeutet automatisch, dass die SNB ihre Bilanz aufgrund von Überangebot/Übernachfrage verlängern/verkürzen muss. Will sie die Geldmenge, d.h. Notengeldmenge steuern, müsste sie zwingend Zinsen/Wechselkurse den Märkten überlassen. Ob eine solche Politik heute, bei der relativ hohen Nervosität der Märkte und damit verbundenen Gefahr der Instabilität der Wirtschaftsentwicklung angezeigt, kann wohl niemand allen ernstes beführworten. Die Politik der ruhigen Hand, wird sich auszahlen, denn nichts ist schlimmer als eine hektische nicht prognostizierbare SNB.
    (4) Konsequenz der Politik ist ein volatiler Gewinn der SNB, der Gewinn wird im Mittel mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit positiv sein.

    • @J.A.VonBerg. Ihr Beitrag ist schlecht strukturiert und schwer verständlich. Zum Schluss prognostizieren Sie, dass die SNB „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ „im Mittel“ einen Gewinn erwirtschaften wird. Sie behaupten einfach etwas, ohne das zu begründen.

      Unsere Nationalbank hat den Grossteil ihres Vermögens seit Freigabe der Wechselkurse im Ausland angelegt. Sie besass Dollars, als dieser noch 4.30 Franken wert war. Auf diesen Positionen hat sie also über 80 Prozent verloren. In 40 Jahren dürfte die SNB auf ihren Devisenbeständen einen dreistelligen Milliardenbetrag verloren haben.

      Ihre Behauptung, „im Mittel“ resultiere ein Gewinn ist absurd.

      Und jetzt spekuliert die SNB bereits mit einem Hebel von rund zehnmal auf einen fallenden Franken. Mit Bankkrediten – mit unseren Schulden – spekuliert sie! Hören Sie doch auf mit ihrem „Schöngerede“!

      Die Investitionen unserer SNB mit Staatsschulden sind grobfahrlässig!

      Dann behaupten Sie auch, die SNB würde „Zinspolitik“ betreiben. Wie denn will unsere Nationalbank Zinspolitik im Schweizerfranken betreiben, wenn sie gar keine Franken-Investitionen besitzt?

    • Herr Meier:

      (a) Gehen Sie mal in die Geschäftsberichte der Zentralbanken, z.B. in der Schweiz ab 1907, dann können sie meine „Behauptung“ nachrechnen und, dann werden Sie feststellen, das sich diese Hypothese nicht verwerfen lässt.
      (b) Sehen Sie bitte, die Diskussion anfangs der 1990 an in der Schweiz, als die SNB das Geldmengenziel aufgab und eine Zinssatzpolitik verfolgte.
      (c) Zinssatzpolitik kann die Nationalbank durch ihre Konditionen gegenüber den Banken durchführen, siehe hiezu die Liborzinssatz Ziele der SNB.
      (d)Klar?

    • @J.A.vonBerg

      Ihre Begründung mit dem „Leithund“ ist sehr einfach gestrickt. „Man erkennt sie an ihren Taten.“ So heisst es.

      Es nützt nichts, wenn die Nationalbank einen Leitzins bekanntgibt selber aber keinen einzigen Franken Kredit an die inländischen Banken zu diesem Zinssatz ausleiht.

  11. Die Frage ist eigentlich, sind die Banker oder die Politiker die grösseren Schurken.
    Die SNB sollte keine Ausschüttungen vornehmen, dann wäre sie wirklich unabhängig und die Bewertungen könnten wieder maximal zu Einstandspreisen erfolgen, mit Abschreibungen, wenn der Marktwert tiefer ist oder das Risiko zu hoch ist (alles gemäss OR, an das sich die Banken schon lange nicht mehr halten). Das Übel sind aber die Politiker, die den Banken „illusionäre“ Bewertungen erlauben und die SNB auch dazu zwingen, damit sie sich bedienen können (sog. Ausschüttungen). Es ist eine Schande, dass die SNB nach Fritz Leutwiler verluderte und von den Politikern als Sparschwwein, das man nach Bedarf schlachten kann, misbraucht wird. Sind wir froh, dass noch etwas Gold übrig geblieben ist, sonst haben wir am Ende des Tages gar nichts mehr (die Bewertung ist irrelevant)! Der Fehler war, dass überhaupt Gold verkauft wurde, und dass das Gold in der Bilanz aufgewertet wurde. Banker sind gefährlich (siehe Anglo Irish Bank), aber Politiker sind nicht besser und zusammen ergeben sie eine teuflische Mischung (siehe SNB und die sog. Rettung der Banken).

    • Genau das ist das Problem!
      Es darf keine Ausschüttungen der SNB mehr geben. Damit kann sie sich auf ihre Aufgabe konzentrieren und allen Gewinn zur Kapitalbildung verwenden.
      Das wäre dann der eigentliche Staatsschatz!
      Je mehr Gold darin liegt, desto besser.
      Frankreich und Italien haben das nicht vergessen, obschon wir über die lachen.
      Wir sollten uns an der Nase nehmen und den Politikern endlich den Riegel schieben.

  12. Das Fiasko war abzusehen. Habe die Politik der SNB nie verstanden. Eine derartige Unfähigkeit der SNB ist unverständlich. Säntliche Vorsichtskriterien wurden seit. langem aufgegeben. Angefangen hat es als die SNB dem politischen Druck nachgegeben hat und den CHF an den Euro gebunden hat.
    Das Ende mit Schrecken wird noch kommen. Auch für die neisten Pensionskassen

  13. Wenn die Nationalbank einen Gewinn erzielt, so wird das in der Presse üblicherweise prominent und triumphierend verkündet. Verluste werden jedoch als „Buchverluste“ abgetan und bagatellisiert. Die Nationalbank sei nicht dazu da, Gewinne zu erwirtschaften, wird kolportiert.

    Wir können froh sein, dass es noch ein Medium in der Schweiz gibt, welches unsere Nationalbank kritisch beurteilt. Deshalb Dank an Herrn Hässig!

    Buchgeld ist genauso Geld wie Bargeld. Wenn der Leser einen Kredit aufnimmt und damit Aktien kauft, die dann fallen, so ist das auch „nur“ ein „Buchverlust“. Trotzdem ist das ein realer Verlust.

    Gemäss Obligationenrecht sind die Aktiven korrekt, d.h. dem Marktpreis entsprechend, zu bewerten (OR 960). Das gilt auch für die Nationalbank. Zu argumentieren, dies sei „nur“ ein Buchverlust ist grobfahrlässig und widerspricht dem OR.

    Warum? Weil man bei dieser Argumentation vom Einstandpreis ausgeht anstatt vom realen Marktwert.

    Gefährlich bei der Bagatellisierung mit dem „Buchverlust“ ist zudem, dass suggeriert wird, der Preis steige dann schon wieder.

    Einige Kommentatoren in diesem Blog behaupten auch, die Nationalbank habe mit ihren immensen Devisenkäufen die Arbeitslosigkeit in der Schweiz verringert und einen „sehr guten Job gemacht“.

    Bitte bedenken Sie, dass unsere Nationalbank hunderte von Milliarden Franken Bankkredite in der Schweiz aufgenommen hat (Giroguthaben der Geschäftsbanken bei der SNB). Dieses Kapital hat sie ins Ausland abgeführt und dort investiert. Unsere Nationalbank bekämpft damit die Arbeitslosigkeit im Ausland auf Kosten der Schweiz.

    Unsere Nationalbank hat überhaupt nichts getan gegen die Arbeitslosigkeit in der Schweiz. In der Schweiz investiert unsere SNB praktisch keinen Franken mehr, womit sie die Arbeitslosigkeit hierzulande bekämpfen würde.

    Gemäss Nationalbankgesetz müsste die SNB in aktive Repos in der Schweiz investieren. Aber alle diese Investitionen hat sie verkauft und damit Euros gekauft. Unsere SNB verstösst damit gegen das Nationalbankgesetz.

    Im Bericht von Herrn Hässig wird die SNB als mega Hedgefund dargestellt. Das ist schmeichelhaft. Ein Hedgefund operiert i.d.R. mit Eigenkapital. Unsere Nationalbank hat sich jedoch masslos verschuldet und damit masslos Euros und Dollars gekauft.

    Gibt es einen Hedgefund, der mit einer Eigenkapitalquote von rund 10 Prozent wirtschaftet, wie das unsere Nationalbank tut?

    Bis jetzt hatte die SNB Glück. Im vergangenen Jahr herrschte eine ausgedehnte „Schönwetterperiode“ über den Finanzmärkten. Es ist aber damit zu rechnen, dass früher oder später wieder einmal ein Sturm toben wird.

    Mit ihrer tiefen Eigenkapitalquote wird die SNB diesem dann schutzlos ausgeliefert sein.

  14. Die SNB hat einen sehr guten Job gemacht. Seht nur mal das Ausland, Währung, Arbeitslosigkeit, Verschuldung. Da stehen wir super dar. Und ohne Risiko geht’s halt auch bei der SNB nicht.

  15. die gold positionen haben ihre berechtigung. die damit verbundenen wertschwankungen sind eigentlich nicht das problem, sondern eher die bewertungspolitik und die damit einhergehenden begehrlichkeiten von bund und kantonen. denn per se kann ja auf den gold beständen kaum ein positiver cash flow erwirtschaftet werden, alles was aufgrund erhöhter bewertung ausgeschüttet wird geht also letztlich zulasten des gold bestandes.

    ganz anders sieht es jedoch bei den immensen währungspositionen aus. da sollten wir alle hoffen, dass der euro bald wieder boden gut macht, sonst hängen wir mit!

  16. Die SNB ist keine Anlagebank und auch keine Händlerbank, die Performance für Dritte erzeugen muss. Ihr Leistungsauftrag ist ein volkswirtschaftlicher und umfasst im Wesentlichen die Kontrolle und Umsetzung der Währungsstabilität nach innen und nach aussen. Ihr ausgewiesener „Gewinn“ oder „Verlust“ ist ein reines Buchergebnis. Es ist auch nicht ihr Auftrag, mit Gold zu spekulieren. Die Ausschüttung des „Gewinns“ ist zudem eine politische Angelegenheit.
    Im Übrigen sei an die Adresse der Goldanhänger gesagt, dass der „Verlust“ ein Mehrfaches wäre, wenn die SNB Teile ihrer Goldeserven im Sinne der Diversifizierung nicht verkauft hätte. Dann wäre das Geheul genau aus jenen Kreisen noch grösser, die wollen, dass die SNB wieder zur reinen Golddeckung zurückehrt.

    • @Beobachter: dank für die klaren Worte. So ist es. Sehe ich genau so.
      Es braucht grosse Tomaten auf den Augen um das –n-i-c-h-t– so zu sehen. Es ist die Realität.
      Im übrigen ist der Goldpreis immer volatil. Dass der Preis mal so mal so ist muss man sich nicht wundern. Die Gründe warum das so ist spar ich mir zu erwähnen.

    • @Beobachter: Wie können Sie nur schreiben: „Ihr ausgewiesener “Gewinn” oder “Verlust” ist ein reines Buchergebnis.“

      Die Nationalbank ist ein staatliches Unternehmen wie jedes andere auch. Vergleichbar mit SBB, Post oder irgendeinem Spital. Während die SBB Menschen befördert, die Post Pakete transportiert und Spitäler Menschen heilen, ist es die Aufgabe der Nationalbank, die Schweiz mit einem Zahlungsmittel zu versorgen – dem Schweizerfranken.

      Genauso wie SBB, Post oder die Spitäler in erster Linie nicht einen Gewinn zu erwirtschaften haben, genauso ist es nicht die Aufgabe der SNB, in erster Linie einen Gewinn zu erarbeiten. Da gebe ich Ihnen Recht.

      Wenn hingegen SBB, Post oder die Spitäler einen Verlust erwirtschaften, so gilt es zu prüfen, ob dieser nicht verhindert werden könnte. Es sind Wege zu finden, dass die staatlichen Betriebe keine Steuergelder verschleudern.

      Genauso ist es mit der Nationalbank: Wenn diese Milliarden verliert, so ist zu prüfen, ob diese Verluste nicht verhindert werden können und ob nicht ev. sogar ein Gewinn erwirtschaftet werden könnte.

      Sie schreiben, der Auftrag an die SNB sei ein volkswirtschaftlicher. Einverstanden.

      Aber wie kann unsere Nationalbank einen volkswirtschaftlichen Auftrag erfüllen, wenn sie keinen Franken mehr in der Schweiz investiert und im Gegenteil ihr sämtliches Vermögen im Ausland anlegt. Zudem mit einem enormen Währungsrisiko?

      Und wie bitte will die SNB die Zinsen in der Schweiz steuern, wenn sie hierzulande gar nichts mehr investiert?

      Zudem: Wenn das Eigenkapital der SNB negativ wird, werden die Banken, welche der SNB Kredite gewährt haben, mit denen diese Euros kaufte, ihre Kredite an die SNB entsprechend abschreiben. Das wird zu Konkursen bei den Geschäftsbanken führen.

      Die SNB spielt mit dem Geldwert. Sie setzt sowohl den Wert von Banknoten als auch jener der Giroguthaben aufs Spiel. Sie handelt ihrem Auftrag, Währungsstabilität zu erhalten, grobfahrlässig zuwider.

    • Die SNB ist ein Staatsbetrieb wie jeder andere auch; SBB, Post, Spitäler usw. Die Staatsbetriebe müssen nicht Gewinn erwirtschaften aber sie sollen auch nicht Steuergelder verschleudern.

      Auch dürfen sich Staatsbetriebe nicht „unbeschränkt“ verschulden. Unsere SNB tut aber beides: Sie verschuldet sich „unbegrenzt“ (will unbegrenzt Euros auf Kredit kaufen“) und sie verschleudert Steuergelder.

      Zudem investiert sie alles über Schulden aufgenommene Kapital im Ausland. Sie bekämpft damit die Arbeitslosigkeit im Ausland auf Kosten der Schweiz. Das kann es wohl nicht sein!

      Wie will die SNB die „Währungsstabilität im Inland kontrollieren und umsetzten“ (wie Sie schreiben), wenn sie gar keine Investitionen mehr in der Schweiz besitzt?

      Wird das Eigenkapital der SNB negativ, so müssen die Banken ihre Kredite an die SNB entsprechend abschreiben. Das kann zu Konkursen von Schweizer Banken führen. Mit der „Stabilität“ in unserem Lande ist es dann vorbei.

      Dank unserer Nationalbank.

      Unsere Nationalbank reisst die Schweiz noch in den finanziellen Abgrund und politische Abhängigkeit!

  17. Während Jahrzehnten war das Gold zum
    Wert von rund Fr. 4800.- bewertet und
    das gab keinerlei Volatilität in der Bewertung. Auch keine gierigen Ausschüttungs-
    ansprüche der Kantone belasteten die SNB Politik.
    Konklusion:
    Zurück zu den alten Tugenden!

  18. Keine Angst liebe Landsleute: Bei der SNB arbeiten vorwiegend Dr. und über-Studierte Köpfe mit unbegründetem Selbstvertrauen. Daher können all diese Aktivitäten gar nicht schief gehen. Es ist ausgeschlossen!

    • @Hr. Brunner und Andere:
      Es ist eine Lüge, ein Trugschluss, dass die Anbindung des CHF and den EUR gut für unsere Wirtschaft wäre. Es befeuert die Exportfirmen und verdammt die Importfirmen. ABER der negative Effekt von verteuerten Importen überwiegt den positiven Effekt der so subventionierten Exporten. Das hat u.a. auch aus einer Studie in DE ergeben, die bestätigt hat, dass es DE am besten ging, wenn die DM stark war. Dies eben, weil die Importe massiv verbilligt werden dadurch.

      Andererseits muss ich Hr. Dr. Meyer recht geben in allen Belangen. Die SNB ist mit Abstand die grösste Gefahr für das schweizer Volk. Wie kann man nur faktisch der EUR-Zone beitreten, indem man den CHF and den EUR bindet. Es wird nicht mehr lange dauern, bis der EUR ins bodenlose fällt oder ganz abgeschafft wird oder eine EUR-Währungsreform ihn fast wertlos macht. Wie kann die SNB sich an solch eine Titanik anheften. Sie will nicht einsehen, dass das uns dann genau dorthin nach unten zieht und wir genauso drauf gehen.
      Es ist eine Schande, was die Herren Millionenverdiener der SNB hier tun. Leider will fast keiner dies stoppen, und leider verstehen die meisten eh nicht wieso und warum die SNB uns ausnimmt und eine riesige Gefahr ist für die schweizer Wirtschaft und v.a. für das Volk, welches eigentlich der Souverän über unsere Währung und die SNB sein sollte.

      Leider wird die Lüge über die Anbindung an den EUR als positive Aktion ständig von den Medien und Politikern und den SNB-Marionetten wiederholt, was dazu führt, dass das allgemeine Volk es glaubt.

      Guet Nacht meine Herren, wenn das so weiter geht und nicht bald Einsicht kommt. Lange Zeit ist nicht mehr!

  19. Sagen sie damit, dass die SNB ihr Gold zum Marktpreis bewertet? Dachte immer, dieses schlummert zu einem super tiefen Bewertungspreis (paar Dollar pro Unze) in der Bilanz.
    Ich wäre in der Tat schockiert, wenn die SNB ihren Goldrestbestand von 1000 Tonnen zu 1600 pro Unze bewertet hätte…
    Scheint so, als würde die Schweiz schlussendlich an irgendeiner Bank scheitern, fragt sich nur noch an welcher.

  20. „Davon hat sich die Zentralbank und mit ihr das ganze Land nie mehr erholt!!!“
    Die SNB hat einen sehr guten Job gemacht, oder was meinen Sie, was uns eine Arbeitslosenquote wie in andern Ländern kosten würde? Die Buchgewinne/verluste können über Jahre gemanged oder abgeschrieben werden (siehe UBS), Arbeitsplätze kommen Jahrzehnte nicht mehr zurück (siehe USA).

  21. Es ist und war schon immer ein Fehler die Unabhängigkeit der Nationalbank durch die Ausschüttungen zu unterwandern.

    Die Politik wird die SNB zwingen den Schweizerfranken noch mehr zu schwächen, so dass wieder ein optisch ansprechnder Leistungsausweis ausgewiesen werden kann.

    Da die Bilanzierungswährung der SNB Schweizerfranken ist, führt jede Schwächung dieser Währung zu Höherbewertung der anderen Assets (Gold, Euro, USD, Aktien.) Die SNB schreibt dann einen Gewinn gemessen in der geschwächten Währung. Würde der Schweizerfranken wertlos, so würden der Gewinn der SNB unendlich, natürlich gemessen an der wertlosen Währung.

    • was ist hier los?

      ich habe noch nie hier geschrieben, weder auf dieser site noch in diesm blog.

      ich schreibe einen ellenlangen kommentar und da kommt ich hätte doppelten kommentar gemacht….

  22. Lieber Herr Hässig, gehen Sie denn allen Ernstes davon aus, dass die SNB über Jahrzehnte hinweg jedes Quartal einen Gewinn ausweisen MUSS? Ist ihr volkswirtschaftlicher Auftrag denn primär, die Kantone mit Geld aus Gewinnen zu versehen?
    Sie erwähnen einmal mehr nicht, dass auf der anderen Seite die Geldpolitik der SNB vielen CH-Unternehmen geholfen hat und immer noch hilft. Es ist einfach, die SNB zu bashen, wenn man selber keine valablen Alternativen präsentiert.

    • Ja, die Unternehmen machen Gewinne auf Kosten der Allgemeinheit. Verbilligung des Geldes auf Kosten der Sparer und Rentner. Oder: Verschiebung der Vermögen von der Mittelschicht nach oben zu den Grossverdienern. Währungsabsicherung durch den Staat auf Kosten der Steuerzahler. Die Firmen können sich auch selber gegen Frankenstärke absichern, diese Instrumente heissen Derivate… Da braucht es keinen Steuerzahler dafür.

    • Lieber Banker.
      Meine Familie hat ein Risiko von CHF 250’000 im Hedge Fund SNB. Ich habe niemals einen solchen Auftrag gegeben. Wenn diese Wetten jedoch nicht aufgehen, werden die Verluste von uns (und das Schlimmste: von unseren Kindern) bezahlt werden müssen und verantwortlich dafür wird – wieder einmal – natürlich keiner sein.