So soll die „Goldmünzwährung“ in unsere Verfassung kommen

Die anspruchsvolle und kritische Leserschaft und die einfache Möglichkeit zur elektronischen Diskussion machen diese Seite prädestiniert für die Vernehmlassung des Entwurfs für den neuen, zusätzlich zu schaffenden Verfassungsartikel „Goldmünzwährung“. Worum geht es? Die Schweiz hat dank unserem politischen System der direkten Demokratie die weltweit einmalige Chance, die Produktion von staatlich normierten und privat produzierten Goldmünzen zu legalisieren. Solche einfache, praktisch verwendbare „neue Goldvrenelis“ werden  es den Menschen erleichtern, ihr Vermögen besser abzusichern. Angesichts der ungelösten Währungs- und Schuldenprobleme ist dies „eine Idee, deren Zeit gekommen ist“, wie es Victor Hugo formulieren würde.

Drei Fragen stellen sich erfahrungsgemäss rasch:

1. Warum Gold?

2. Was bringt das der Schweiz?

3. Kann man das nicht schon heute machen?

An dieser Stelle soll auf diese Fragen nur kurz eingegangen werden, denn es geht primär um die Vernehmlassung, das heisst darum, ob die am Ende dieses Textes vorgeschlagenen Formulierungen für den Verfassungsartikel und für die  Begründung korrekt und politisch effizient sind.

Warum Gold?

Eine erste, kurze Antwort lautet: Goldgeld ist der Vorläufer und der Ursprung des Papiergeldes. Wenn das Papiergeldsystem kollabieren sollte (was wir weder wünschen noch erwarten), würde Gold wieder als Wertmassstab, wenn nicht sogar als Tauschmittel Verwendung finden. Kein anderes Gut hat diese Geldqualität, kein anderes Gut kann und wird Gold in dieser Funktion ersetzen. Gold ist die ideale Ergänzung und Absicherung gegen die Unsicherheiten im Papiergeldsystem. „Eine Franken-Gold-Kombination brächte mehr Sicherheit“, lautete darum der ausführliche NZZ-Artikel von Professor Bernholz zur Goldmünzwährung.

Die Geldfunktion von Gold ist übrigens ein internationaler Trend, und die Schweiz ist einmalig positioniert, ihn proaktiv zu nutzen. Der amerikanische Gliedstaat Utah beispielsweise hat Goldmünzen als Zahlungsmittel legalisiert, und zehn weitere Staaten diskutieren ebensolche Schritte. Der Bundesbankpräsident Jens Weidmann sprach letztes Jahr öffentlich über die Geldfunktion von Gold und seine Funktion als Zahlungsmittel und Wertaufbewahrung. Im  Januar dieses Jahres argumentierte die Organisation OMFIF, eine weltweite Denkfabrik für Zentralbanken und Staatsfonds, in einem aufsehenerregenden Bericht für die Remonetarisierung von Gold.

Diese Ausführungen werden erfahrungsgemäss jenen Ökonomen und Finanzspezialisten nicht genügen, welche sich in den letzten Jahrzehnten geistig ausschliesslich in der Welt des Papiergeldsystems bewegt haben. Die Geldfunktion von Gold erfordert für sie „out of the box thinking“, doch ihre ökonomische Denkbox ist  ein undurchdringliches Dickicht von Ökonometrie und Anti-Gold-Dogmen. Es ist geplant, ihnen in nächster Zeit einen separaten „Standpunkt“ zu widmen, zwecks Entrümpelung dieser Denkboxen.

Die Fragen 2 und 3 werden auf der Website ausführlich beantwortet. Insbesondere die Broschüren in der linken Spalte zeigen die Vorteile für vier Zielgruppen: Für Stimmbürger geht es um sicheres sparen, für die Politik um eine Demokratisierung des Goldes, für die Schweizer Wirtschaft um eine Goldgeldstrategie, um Prestige und Geschäftsmöglichkeiten und für Visionäre schliesslich um die Teilnahme an einem historischen Projekt für die Schweiz.

Für die Beurteilung des folgenden Textes halten Sie bitte folgende Punkte vor Augen:

– Das Ziel der Verfassungsergänzung ist es, die Produktion von Goldmünzen in der Schweiz zu legalisieren und sie vor allen Steuern und Handelsbeschränkungen zu schützen (damit sie bei Bedarf als praktisch verwendbares Warengeld genutzt werden können). Der Wortlaut soll so kurz, klar und eindeutig wie möglich sein.

– Sowohl der Verfassungsartikel als auch die Begründung sollen politisch so effizient wie möglich formuliert sein. Es sollen einerseits die wichtigsten Vorteile des Projekts zur Geltung kommen und möglichst alle Aussagen vermieden werden, die angegriffen werden könnten.

Ich hoffe, Ihnen gefällt, was Sie lesen. Fühlen Sie sich frei, Ihre Unterstützung durch eine Spende zum Ausdruck bringen. Die Geschwindigkeit der Realisierung der Goldmünzwährung ist nun vor allem abhängig von den finanziellen Mitteln.

Vielen Dank für Ihr Interesse, das Feedback und anderweitige Unterstützung.

Art. 99bis (neu)

Goldmünzwährung

1 Der Bund regelt zur Diversifikation der Vermögen Privater die Herausgabe eines Satzes von Münzen mit einem festen Gewichtsanteil an Gold in einer Stückelung von mindestens 0,1 g Goldanteil.

2 Die Prägung und die Inverkehrbringung werden von privaten Einrichtungen übernommen und sind steuer- und abgabefrei. Die Münzen haben das Gewicht an Gold, die Schweizer Herkunft sowie den Hersteller anzugeben.

3 Das Gesetz regelt die Voraussetzungen für einen einfachen, raschen und steuer- sowie abgabefreien Erwerb und Handel der Münzen.

Begründung:

Der Zugang zum Gold ist für weite Teile der Bevölkerung aus verschiedenen Gründen nicht attraktiv; nur 13 Prozent der  Bevölkerung besitzt Gold.

Dem will die Initiative entgegenwirken. Die neue Goldmünzenwährung soll den gestiegenen Absicherungsbedürfnissen der breiten Bevölkerung Rechnung tragen. Mit kleinen Stückelungen ab 0,1 g Goldanteil etwa (entspricht rund dem Wert eines „Fünflibers“), der Möglichkeit eines einfachen und raschen Erwerbs und der Befreiung von Steuern und Abgaben sollen alle Bevölkerungsschichten günstigen und jederzeitigen Zugang zum Gold erhalten und so für sich entscheiden, wie sie ihre Ersparnisse sichern wollen.

Die Goldmünzen geben die Möglichkeit für neue Entwicklungen, so als Teil der Altersvorsorge oder als attraktive Alternative zur Absicherung des Vermögens über den Schweizer Franken, Geschenk oder Souvenir.

Die öffentliche Hand wird mit der Prägung und Inverkehrbringung nicht belastet. Dies wird von Privaten übernommen. Das Gesetz sorgt sodann dafür, dass der einfache und rasche Erwerb der Goldmünzen möglich ist; dies durch den Verzicht auf bürokratische Erschwernisse.

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9 Kommentare zu “So soll die „Goldmünzwährung“ in unsere Verfassung kommen

  1. Sehr geehrter Herr Jacob
    Zwecks Aktivierung der starren Denk-Box (um Ihre Worte zu gebrauchen) einige Zahlen zur CH: Ende Mai betrug M3 CHF 899.3 Mrd.; der Noten- und Münzumlauf CHF 62.5 Mrd. (wovon Münzumlauf 2.9 Mrd.). Im status quo ist der Bargeldumlauf ca. 6.9% von M3 und der Münzumlauf 0.32% von M3. Dies ist die Ausgangslage. Mir ist Ihre Zielsetzung nicht klar: Wenn Sie der Meinung sind – ausgehend von diesen Grössenordnungen – mit Ihrem Vorschlag das „Währungsmonopol“ der Notenbank zu knacken, dann ist Ihr Gedankenkonstrukt nicht eine kreative Denkbox, sondern bestenfalls eine black box.
    Was ist Ziel Ihrer „historischen“ Initiative? Der Zahlungsverkehr in der heutigen globalisierten Wirtschaft wird zu 90% über Giralgeld elektronisch abgewickelt; inklusive der riesigen Volumina des täglichen internationalen Devisenhandels. Dies rund um den Globus und rund um die Uhr! Und als Anlagevehikel ist Gold in den Depots eh schon vorhanden. Streben Sie eine rein nationale Legalisierung der Goldmünzen an? Oder möchten Sie mehr Cargo-Flüge nach Südafrika, um das edle Metall als Rohling in die CH zu transportieren und hier Münzen mit Sammlerwert zu prägen? Was versprechen Sie sich davon und warum ist hierzu eine Verfassungs-Ergänzung nötig? Diese Fragen sollten Sie sich nochmals überlegen und beantworten bevor Sie Unterschriften sammeln!

    http://www.snb.ch/ext/stats/statmon/pdf/defr/A2_Noten_u_Muenzumlauf.pdf
    http://www.snb.ch/ext/stats/statmon/pdf/defr/A2_Noten_u_Muenzumlauf.pdf

    Freundliche Grüsse
    Osservatore

    • Sehr geehrter Osservatore,

      Von Ihren beiden Stellungnahmen macht insbesondere die Erste Lust, auf persönlicher Ebene zu diskutieren und wirft die Frage auf, was sich wohl hinter dem Pseudonym versteckt: ein Philosoph, ein Praktiker, ein Ökonom? Ihr zweiter Beitrag gibt diesbezüglich keine zusätzliche Klarheit, denn die Fakten über Geldmengen etc. sind weitgehend bekannt und die Fragen sind ziemlich naheliegend, doch wie dem auch sei.

      Einleitend ein Zitat für philosophische Betrachtungen von Tony Deden: „Die Bedeutung von Gold liegt nicht in seinem Preis, sondern in seinem Besitz. Das ist essenziell wichtig für diejenigen, welche einen Profit machen wollen durch den Kauf von Zertifikaten, ETF’s und Ähnlichem. Die Beteiligung an Preisschwankungen ist nicht dasselbe wie der Besitz eines Gutes.“

      Ich wage zu behaupten, auch Ihre Fragen lassen sich grob subsummieren unter „Was bringt das der Schweiz?“ und “Kann man das nicht schon heute machen?“ Zuerst möchte ich sie im grösseren Zusammenhang beantworten und danach auf Details hinweisen.

      Zum grösseren Zusammenhang: Es gibt viele besonnene Stimmen, welche im heutigen Geldsystem ernste und teils ungelöste Probleme sehen. In solch unruhigen Zeiten ist die Besinnung auf geschichtliche Erfahrungen naheliegend und oft nützlich. Goldmünzen sind der Vorläufer der Banknoten und des Papiergeldes. Heute ist die Produktion von praktisch verwendbaren, einfach verständlichen Goldmünzen illegal. (Die letzten Goldvrenelis wurden 1949 produziert, neue ausländische Münzen werden in Unzen gemessen, ihr Kauf braucht für Laien Fachberatung und kosten hunderte Franken pro Stück.)

      Die Goldmünzwährung legalisiert ganz einfach die Herstellung von einfach verständlichen und praktisch brauchbaren Goldmünzen und schützt den steuerfreien und unbehinderten Gebrauch auf höchster rechtlicher Ebene, in der Verfassung. Die Goldmünzwährung ist kein Angriff auf das heutige Währungssystem. Sie bietet stattdessen neue, zusätzliche Möglichkeiten im Gebrauch von Goldmünzen, wofür auch immer. Sie ist idealerweise eine Bereicherung für das Geldsystem und erlaubt eine Besinnung auf seine Ursprünge. Ich kann mir vorstellen, dass eine real existierende Goldmünzwährung einen konstruktiven Beitrag für das Bewusstsein über Geldfragen leistet und dadurch zur Lösung der Probleme im heutigen Währungssystem beitragen wird.

      Für weitere Details und zur Vermeidung langer Zitate möchte ich auf die konkreten Stellen auf der Website hinweisen. Der Link „Visionäre“ im einleitenden Artikel oben öffnet eine Broschüre, in der Sie unter dem Titel „Der freie Goldhandel in Gefahr“ die Notwendigkeit eines verfassungsmässigen Schutzes des heute relativ freien Goldhandels finden. Der Inhalt in einem Satz: Die Geschichte lehrt, dass der Goldhandel immer dann und dort behindert, besteuert oder verboten wird, wenn er am dringendsten gebraucht würde (Stichworte Assignats 1792, Hyperinflation 1923, Goldbesitzverbot in den USA zwischen 1933 und 1976 etc.). Mit dem Link „Schweizer Wirtschaft“ und unter dem Titel „Kann das nicht schon heute gemacht werden?“ finden Sie die Unterschiede zum heutigen Goldhandel, er wird einfacher, praktischer und sicherer.

      An dieser Stelle äussern sich die Skeptiker mit dem Ausspruch „Das ist nichts kategorisch Anderes als der Goldhandel heute und ich persönlich glaube, das bringt nichts“. Das respektiere ich, denn der persönliche Glaube ist unanfechtbar. Allerdings gehört er, meiner Meinung nach, in die Kirche und nicht in politische Diskussionen.

      Ein letzter Gedanke noch, speziell für solche Skeptiker: Technisch ist die Goldmünzwährung eine einfachere, praktischere und sicherere Handelsform für Gold. Sie wird den Goldhandel nicht kategorisch verändern, sondern qualitativ. Was genau passieren wird, wenn der Goldhandel einfacher, praktischer und sicherer wird, werden die Marktteilnehmer freiwillig entscheiden. Jegliche Prognosen sind pure Spekulation. Skeptiker können sich aber ebenso gut täuschen wie Optimisten, und insbesondere einige Ökonomen unter den Skeptikern haben in den letzten zehn Jahren teils spektakuläre Fehlprognosen geliefert.

  2. Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

    Ich danke für Ihre Bemühungen, leider schiessen sie am Ziel vorbei.

    Sie ersetzten in Ihren Ausführungen das gesamte heute bestehende Papiergeldsystem durch Goldmünzen und illustrieren, wie schwierig sich  der Zahlungsverkehr dann gestalten würde. Der Denkfehler: Es geht bei der Goldmünzwährung nicht um eine Reformation des bestehenden Geldsystems, sondern um die Vereinfachung und rechtliche Absicherung des bereits heute bestehenden und florierenden Goldhandels. Wir werden dadurch weder Flugbenzin mit Säcken von Goldmünzen bezahlen noch Federn mit Wachs an den Körper kleben und wir werden auch nicht Jahrhunderte zurückgeworfen.

    Mit freundlichen Grüssen
    Thomas Jacob
    Präsident Verein Goldfranken

    • Sehr geehrter Herr Jacob

      In Ihrem ursprünglichen Text schrieben Sie: “Angesichts der ungelösten Währungs- und Schuldenprobleme ist dies “eine Idee, deren Zeit gekommen ist …“

      In Ihrer jetzigen Antwort schreiben Sie:
      „Es geht bei der Goldmünzwährung nicht um eine Reformation des bestehenden Geldsystems, sondern um die Vereinfachung und rechtliche Absicherung des bereits heute bestehenden und florierenden Goldhandels.

      Reden Sie jetzt eigentlich von der Lösung der „Währungs- und Schuldenproblemen“ oder reden Sie von einer Vereinfachung des „Goldhandels“?

      Wenn Sie die „Währungs- und Schuldenprobleme“ lösen wollen, so geht Ihr Lösungsansatz m.E. in die falsche Richtung. Das habe ich in meinen Ausführungen bereits versucht, zu erklären.

      Wenn Sie den Goldhandel vereinfachen wollen, so denke ich, ist Ihr Vorschlag überflüssig. Sie können doch schon jetzt kleinste Goldbarren kaufen. Dazu braucht es bestimmt keine Erweiterung der Bundesverfassung.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

  3. Sehr geehrter Herr Jacob

    Bitte lassen Sie mich zu Ihrer Vernehmlassung wie folgt Stellung nehmen:

    1. Sie schlagen vor, eine „Goldmünzwährung“ in der Verfassung zu verankern, quasi als Vorsorge gegen einen allfälligen Kollaps des Papiergeldsystems. Heute bestehen rund 90 Prozent der Geldmenge nicht aus „Papiergeld“, sondern aus sogenanntem „Buchgeld“. Als Sie ihren Lohn als Captain bei Swissair erhielten, so wurde Ihnen dieser auf Ihrem Lohnkonto gutgeschrieben in Form von Buchgeld. Stellen Sie sich vor, sie müssten Ihren Lohn an einem Schalter in Goldmünzen (ev. Legierungen) abholen. Unvorstellbar! Oder denken Sie an den Film „Grounding“: Was sagte da der Captain, als er Bargeld mitnehmen musste, um das Kerosin im Ausland am Flughaben bar bezahlen zu können? Ich wiederhole diesen Ausdruck hier lieber nicht! Was hätte er wohl gesagt, wenn er einen Sack Gold hätte mitnehmen müssen? Was würden Sie als Captain der Swiss sagen, wenn Sie immer Gold im Flugzeug herumtransportieren müssten, um das Kerosin am ausländischen Flughaben bezahlen zu können? Ihre Idee der Goldmünzwährung würde uns um Jahrhunderte zurückwerfen. Sie ist etwa vergleichbar mit der Idee, wenn ich Ihnen raten würde, zu fliegen, indem Sie sich Federn mit Wachs an den Körper kleben und dann vom Felsen zu springen.

    2. Als Sie Ihren Lohn auf das Bankkonto überwiesen erhielten, welches war Ihr Risiko? Sie hatten ein Bankenrisiko. Denn geht die Bank, wo Sie Ihren Lohn auf dem Konto haben, Konkurs, so ist auch Ihr Geld weg. Bei Buchgeld, d.h. zu 90 Prozent der Geldmenge, ist also die Bonität der Aktiven der betreffenden Bank für die Sicherheit Ihres Geldes entscheidend. Ihre Idee einer Goldmünzwährung würde diesbezüglich also gar nichts ändern. Ohne Buchgeld könnte eine moderne Volkswirtschaft gar nicht existieren.

    3. In den 70er Jahren waren unsere Münzen aus Silber. Als der Silberpreis stieg, verschwanden plötzlich alle Münzen aus dem Verkehr. Warum? Die Leute schmelzten das Silber ein und erzielten mit dem Verkauf des Silbers einen höheren Preis als der Wert der Silbermünze. Bei einer Goldmünze würde dasselbe geschehen, wenn der Goldpreis entsprechend steigt.

    4. Entscheidend ist, dass Papiergeld mit einem Wert hinterlegt ist, der eine hohe Sicherheit gewährleistet. Gold hat bestimmt eine hohe Sicherheit. Aber auch hier gibt es grosse Wertschwankungen. Langfristig dürfte das Gold in etwa entlang der Produktionskosten bzw. den Förderkosten für Gold tendieren. Der Nachteil von Gold ist, dass es langfristig keine Rendite erzielt.

    5. Solange die Geldmenge mit solidem Vermögen gegengebucht ist, besteht keine Gefahr eines Zusammenbruchs des Geldsystems. Äusserst kritisch wird es hingegen, wenn unsere Nationalbank hingeht und hunderte Milliarden Euros kauft und in Staatsobligationen von verschuldeten Staaten investiert. Geld – Notenbankgeld – besteht ja aus dem Notenumlauf (Banknoten) und den Giroguthaben der Geschäftsbanken bei der Nationalbank (Buchgeld). Beides sind Schulden der SNB bei der Wirtschaft. Wenn nun die SNB in riskante Vermögenwerte investiert, so dass diese unter Wert ihrer Schulden fallen, so ist es klar, dass dann der Wert des Geldes fällt. Bei Banknoten bedeutet das Inflation. Bei Buchgeld (Girokonten) fällt der Wert dieser Guthaben der Banken bei der SNB. D.h. die Gläubiger der SNB müssen ihre Kredite an die SNB entsprechend abschreiben und können Konkurs gehen. Das ist vergleichbar mit einem Hypothekarkredit, der teilweise abgeschrieben werden muss, wenn der Wert des Hauses unter den Wert der Hypothek fällt.

    Beispiel: Per 26. Juni 2013 erhielt die PostFinance die Bankenlizenz. Per diesem Stichtag schnellten die Giroguthaben der Banken bei der SNB um 19.4 Milliarden in die Höhe. Grund: Die Anlagen der PostFinance bei der SNB wurden bisher unter „Übrige Verbindlichkeiten“ verbucht. Aufgrund der Bankenlizenz wurden diese in der Bilanz auf die „Giroguthaben der Banken“ umgebucht. Wir sehen: Wenn Herr und Frau Schweizer Ihr Geld bei der PostFinance anlegen, so meinen sie, es sei sicher angelegt. Was sie nicht wissen ist: Die PostFinance ihrerseits legt das Geld von Herr und Frau Schweizer bei der Nationalbank an. Diese wiederum investiert in Euro. Fällt nun der Euro, und das Eigenkapital der SNB wird negativ, so erleiden die PostFinance und damit auch ihre Kunden einen grossen Schaden.

    Geld wird also nicht von der SNB „geschöpft“ oder „erschaffen“. Nein – Geld wird von Herr und Frau Schweizer „geschöpft“ bzw. „erschaffen“, indem sie hart arbeiten. Sie legen es dann bei der PostFinance an, diese bei der SNB und diese wiederum in Staatsanleihen von ausländischen Staaten.

    Herr Jacob:

    Wenn wir also etwas unternehmen wollen, dass das Schweizer Geldsystem nicht kollabiert, so ist Ihr vorgeschlagener Weg m. E. nicht der richtige. Er würde uns im Gegenteil um Jahrhunderte zurückwerfen. Viel entscheidender ist, dass die Nationalbank dazu gebracht wird, ihre masslosen Investitionen bzw. Spekulationen in Euro aufzugeben zugunsten von soliden inländischen Investitionen.

    Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen gedient zu haben.

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

  4. Die Beiträge auf dieser Website zur Zentralbank- und Geldpolitik sind ein erschreckendes Beispiel für ökonomische Inkompetenz.

    Die Autoren scheinen die Bullion Kontroverse (Ricardo-Mill), die Gründe für die Abschaffung der Goldwährung, nicht zu kennen. Wie unrealistisch die Goldträumereien sind zeigt, der aktuelle Goldkurs, diese wären mit Inflation und Deflation in der CH-Wirtschaft verbunden, und zudem könnte eine Zentralbank keine Interventionen zur Stabilisierung der Wirtschaft durchführen.

    Also ab in den Papierkorb mit solchen Ideen, Texten.

    • @VonBerg,

      Sie verwechseln mit ihrer harschen Kritik zwei Initiativen:

      1. Goldinitiative der SVP (eingereicht)

      2. Goldmünz-Initiative (kommt noch)

      Hier geht es um 2., nicht um 1. !

      Ich muss fragen. Haben Sie den Text überhaupt gelesen?

  5. Eine kreative Idee… nur ist die Möglichkeit, Vermögen in Goldvrenelis oder Barren zu halten oder diese als Zahlungsmittel einzusetzen schon heute möglich. Wer also den Zusammenbruch des Papiergeldsystems erwartet, dem sei angeraten, sich mit Goldbarren etc. einzudecken und diese an einem sicheren Ort physisch zu lagern. Einen Verfassungsartikel braucht es hierzu nicht auch noch.
    Wenn sie davon ausgehen, dass der Stoffwert des Geldes einen Wert haben solle, dann sind wir beim Tauschsystem angelangt. Beim „Papiergeld“ ist nicht der Stoffwert des Geldes massgebend, sondern das was ich damit kaufen kann. Papiergeld ist daher eine Anweisung auf Güter oder etwas allgemeiner ausgedrückt auf das Sozialprodukt; nicht mehr und nicht weniger. Wesentlich ist daher nicht der Stoffwert des Geldes per se, sondern dessen Kaufkraft und Möglichkeit Güter zu erwerben. Papier-Geld ist Wertmassstab, da es – mit dem Preissystem von Angebot und Nachfrage verknüpft – dem Erwerb von Waren und Dienstleistungen dient. Wenn Sie dies mit Goldmünzen bewerkstelligen wollen, so können sie dies heute schon: Sie müssen einfach zuerst ihre Goldmünzen oder Goldbarren, deren Wert ebenso durch Angebot und Nachfrage an einer Börse bestimmt wird, in Papiergeld wechseln und dann ein Gut erwerben. Wenn sie dies direkt tun wollen, müssen Sie – wie z.B. beim WIR-Geld – eine Gegenpartei finden, die gegen Gold direkt Ware abgibt. Solche Tauschbörsen können sie heute leicht privat über das Internet einrichten. Und als Anlagevehikel können Sie Ihre Goldbarren schon heute z.B. in einem Mietsafe einer Bank physisch lagern. Wenn sie dann dereinst z.B. ein Haus damit kaufen, dann müssen Ihre Goldmünzen oder Barreneben physisch zur Lagerungsstelle der Gegenpartei transportieren; ob dies in einer hoch arbeitsteiligen Wirtschaft im grossen Stil Sinn macht überlasse ich Ihrer Phantasie. Zur Bewerkstelligung des Zahlungsverkehrs im grenzüberschreitenden Handel wohl wenig geeignet.

    • Ich unterstütze grundsätzlich eine Abwendung vom staatlichen Papiergeld – Nationalbanken sind alles andere als eigenständig und gefährden die freie Marktwirtschaft durch Interventionen, die ungefragt im Namen aller Bürger geschehen. Nur denke ich, dass diese Problematik langfristig nur mittels totaler AUFHEBUNG DES STAATLICHEN WÄHRUNGSMONOPOLS zu lösen ist. Man muss aber schon bedenken, dass die Politik der Nationalbanken heuer in erster Linie der Finanzindustrie nützt und Banken mit (zu) billigem Geld versorgt werden, während die Realwirtschaft (v.A. KMU) praktisch austrocknet. Somit ist die Lobby gegen eine Entmündigung der Nationalbanken natürlich sehr stark – auch bei IP! 😉