ZKB will Fünfer, Weggli und Bäckerstochter

Staatsbank spielt Grossbank, will 2 Milliarden zum Dumpingpreis, holt Derivatecracks, expandiert querbeet.

„Die Zürcher Kantonalbank rüstet sich für die Zukunft“, lautet der Slogan für die Kapitaloffensive der Staatsbank. Mit viel Charme und PR will sie dem Zürcher Steuerzahler 2 Milliarden ausreissen.

Die Chancen auf Erfolg stehen gut. Nur FDP-Finanzdirektorin Ursula Gut ist prominent dagegen. SVP und SP, die den ZKB-Bankrat als Alters-Stöckli für Partei-Bonzen sehen, dürften zustimmen.

Die privaten Banken haben das Nachsehen. Während sie für neues Kapital tief in die Tasche greifen müssen, kriegt die staatliche Kantonalbank frisches Geld praktisch nachgeschmissen.

Die CS muss für ihre Wandelanleihen über 7 Prozent Zins bezahlen. Auch die Kapitalerhöhung vom Sommer zum Aktienpreis von 16,29 Franken geht als eine der teuersten Geldbeschaffungsaktionen in die Geschichte ein.

Die UBS kann nach mehrfachen Kapitalrunden keinen weiteren Bittgang wagen, ihr bleibt nur der Weg über Gewinnzurückbehaltung, was auf den Kurs drückt.

Die ZKB hingegen will dem Kanton – also den Steuerzahlern – gerade mal 20 Millionen für ihre Staatsgarantie hinlegen.

Für 2 Milliarden frisches Geld 20 Millionen Entschädigung, das entspricht einem Jahreszins von 1 Prozent.

Besonders krass erscheint die Mini-Abgeltung im Vergleich zu den Total-Kapitalkosten der beiden Grossbanken. Diese liegen über 10 Prozent.

Die ZKB fordert nicht nur neue Milliarden zum Dumpingpreis, sondern sie will sich auch praktisch allen politischen Fesseln entledigen.

Verkapptes Ziel ist es, die ZKB zu einer Grossbank zu machen, die dank Billig-Staatsgarantie Risiken eingehen kann, welche sich für die UBS und die CS nicht mehr rechnen.

Die ungleichen Spiesse werden in Wolle verpackt.

Zuerst tut die ZKB so, als ob sie sich dem Wettbewerb stellen würde. „Um künftig den Kanton und allfällige weitere Kapitalgeber gleichzustellen sowie Wettbewerbsrecht zu erfüllen, ist eine Abgeltung der Staatsgarantie erforderlich“, hält sie in ihrem gestrigen Vorstoss zur Erhöhung des Kapitals um 2 Milliarden fest.

Das tönt nach Fairness und Konkurrenzkampf auf Augenhöhe. Der Betrag von 20 Millionen für die Staatsgarantie wirkt zwar klein, aber man zwingt sich schliesslich auch enge Grenzen auf.

So heisst es als Nächstes: „An der Staatsgarantie als solcher soll nicht gerüttelt werden. Sie ist mit dem gesetzlich verankerten Leistungsauftrag untrennbar verknüpft.“

Leistungsauftrag klingt immer gut, da fürs Wohl aller. Der Auftrag verpflichte die Bank „zur volkswirtschaftlichen und sozialen Entwicklung im Kanton“ beizutragen und so „ein Gegengewicht zu rein gewinnorientierten Privatbanken“ zu bilden.

Die ZKB – dein Freund und Helfer im Banking.

Dann gehts zur Sache.

Der Wirtschaftsraum Zürich sei zu klein geworden. „Das Wachstum allein auf den Kanton Zürich zu beschränken birgt jedoch ein geografisches Klumpenrisiko.“ Neu soll die ZKB auch „ausserhalb der Kantonsgrenzen präsent“ sein dürfen.

Die Beruhigung an die Adresse aller Inlandkonkurrenten folgt auf dem Fuss. „Derzeit hegt die Zürcher Kantonalbank allerdings keinerlei Pläne, ausserhalb des Kantons Zürich Zweigniederlassungen zu eröffnen.“

Das erinnert an Staatsmonopolisten. Ob Swisscom, Post, SBB, Suva, früher Swissair – Forderungen nach mehr Macht und Freiheit werden stets mit Beruhigungspillen oder dem Verweis auf die eigene wichtige Rolle für Land und Leute verabreicht.

Im Fall der ZKB findet der Expansionsdrang eines staatlich geschützten Wettbewerbers zu einer Zeit statt, in der die meisten übrigen Banken unter regulatorischen Fesseln und wegbrechendem Business leiden.

Die ZKB-Hauptwidersacher UBS und CS müssen ihren Eigenhandel zähmen. Davon profitiert die ZKB direkt.

Sie wirbt seit einiger Zeit Teams von beiden Grossbanken ab – im Warrant-Geschäft, in anderen Handelsbereichen. Damit positioniert sich die Staatsbank als Auffangbecken für Trader, die bei den Grossen unter die Räder geraten.

Sie tut dies trotz ihrer wechselvollen Geschichte mit Derivaten.

Ab Mitte der 2000er Jahre wirbelte ein ZKB-Team mit Derivaten und half ausländischen Firmen-Jägern bei der feindlichen Übernahme von mehreren Traditions-Industrieunternehmen, darunter die Winterthurer Sulzer.

Die Geschichte endete im Eklat mit der Trennung von ZKB-CEO Hans Vögeli. Der verzog sich in die Wüste von Arizona, der Chef des einstigen Derivateteams ist heute Gastronom.

Die neuen starken ZKB-Männer schwörten dem Geschäft mit explosiven Finanzinstrumenten ab und gelobten, wieder ihre angestammte Rolle einer biederen, seriösen und aufs Kerngebiet beschränkten Staatsbank zu spielen.

Schon bald kamen neue Gelüste auf, diesmal nicht im Handel, sondern im Private Banking. 2008 wurde ein neuer Chef geholt, und der gab Vollgas mit riskanten Abenteuern.

Zuerst lockte die ZKB unversteuerte US-Kunden mit exorbitant hohen „Finder’s fees“ zu sich, die zuvor von der UBS am Paradeplatz als toxischer „Müll“ deponiert worden waren.

Dann kaufte die ZKB eine Salzburger Skandalbank namens Piag, die kurz nach dem Erwerb zur teuren Aufräumaktion wurde.

Ob die inzwischen in ZKB Österreich umfirmierte Privatbank jemals einen Gewinnbeitrag leisten kann, steht in den Sternen.

Die Zürcher Privatbank Vontobel, die sich ebenfalls nach Österreich verirrt hatte, zog kürzlich den Stecker und muss mit viel Geld die Zelte im balkanisierten Osten abbrechen.

Kommentare

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  1. Die UBS wurde wegen Libor Manipulation verurteilt. Sie „erspielte“ sich Vorteile, welche sich in Bruchteilen eines Basispunktes bewegten. Trotzdem münzte sich dies dank der enormen Grösse der Handelsbücher in sehr stattliche Gewinne um.

    Dank der Staatsgarantie hat die ZKB auf dem Kapitalmarkt Zinsvorteile von teilweise mehreren (Dutzend) Basispunkten. Nun, je grösser die Handelsbücher umso mehr lässt sich dies in Bares ummünzen. Die ZKB ist dank Staatsgarantie ein Arbitrageur. Da gibts kein Wenn und Aber zu diskutieren. Dank der Staatsgarantie hebelt sie die Pricing-Effizienz von Finanzinstrumenten der Kapitalmärkte aus und nutzt sie zu ihren Gunsten.

    Politik und Bürger finden das natürlich toll und wie immer wenns gut läuft, verschliesst man die Augen vor den wahren Tatsachen, respektive will mehr davon. Politisch gesehen von links bis rechts.

  2. Als ZKB-Kunde, der den grössten Teil seines Vermögen bei dieser Bank hat, hab ich mich über die bevorstehende Transatkion informieren wolle und bin dabei auf diese Seite gestossen. Was ich hier gelesen habe, find ich bzgl. Rechere-Qualität schon sehr erstaunlich. Weshalb von einer Valiant die Rede ist, welche ja von der BEKB (nicht ZKB) gekauft werden wollte ist mir nicht klar. Auch der Ausflug der ZKB nach Österreiche mit demjenigen von Vontobel zu vergleichen ist jenseits jeglicher Realität. Die gekaufte Bank in Österreich ist bzgl. Bilanzsumme kleiner als eine Mittelgrosse Filiale des Staatsinstitutes – es war also mE ein mutiger Schritt, welcher allerdings bzgl. der Risiken ein absolut verträgliche Mass hatte. Nicht zu vergleichen mit dem Expsoure, welches Vontobel oder ganz geschweige die Grossen Banken gefahren sind.

    Die ZKB hat in den letzten 10 Jahren über 2 Mia. Eigenkapital angehäuft, die gleiche Summe an den Kanton Zürich bezahlt, in Form von Gewinnanteilen. Dies konstant und ohne grossen Unterhaltungswert. Ich mag Unterhaltungswert bei meinem Vermögensverwalter übrigens gar nicht. Als Steuerzahler freut mich dies sehr, verglichen mit den privatwirtschaftlichen geführten ist dies um Welten besser. Rechnet man die Profitabilität pro Mitarbeiter, so schneidet die ZKB seit jeher besser ab als, die „Grossen Konkurrenten“. Seit dem bestehen hat die ZKB gem. meinen Recherchen noch NIE auf den Kanton zurückgreifen müssen, wann der letze Verlust stattgefunden hat, hab ich nicht eruieren können.

    Dass nun das Eigenkapital in einem Zustand der Stärke erhöht wird, beruhigt mich erstens als Kunde und zweitens als Steuerzahler. Ist doch viel smarter, als dann anzuklopfen wenn etwas ansteht (siehe CS – dann wirds nämlich auch teurer). Mich erstaunt, dass der CEO der ZKB nur eine Entschädigung von ca. 1.5 Mio. hat – bei diesem Leistungsausweis hätten wohl die meisten der unveschämten Konkurrenten tiefer zugelangt.

    Das einzige, was ich aktuell beobachte ist die US-Geschichte. Sollte hier eine Lösung gefunden werden, so schlafe ich noch besser.

    Somit: well done ZKB – bleibt so wie ihr seid und geht unbeirrt euern Weg.

    • Und dass eine Steuerzahler garantierte Kantonalbank mit 446 Milliarden Derivatenkontrakten ’spielt‘, lässt Sie wohl auch besser schlafen?

      Heil dir ZKB, unbeirrt weiter so, die Kunden schlafen ja gut.

    • Sie wünschen der ZKB, so zu bleiben wie sie ist: das wird sie, nach dem Wunsch von Geschäftsleitung und Bankrat, aber sowieso nicht bleiben. Im Gegenteil, die ZKB-Führung hängt gar nicht so an Dingen wie Leistungsauftrag und Kundennähe. Vielmehr soll die ZKB eine „normale“ Bank werden, eher in der Richtung CS oder UBS, nur mit dem Image der Kundennähe und ohne Zockerruf.
      Was die Piag, die erworbenene Bank in Österreich, betrifft, so fragt man sich, nach welchen Kriterien diese Bank ausgewählt wurde. Die Bank hat, soviel ich weiss, einen beträchtlichen Teil der Kunden verabschieden müssen, da diese nicht mit den Geldwäschegesetzen zu vereinbaren waren. Imagemässig war der Kauf eine Katastrophe; was die Wirtschaftlichkeit betrifft, gehen die Meinungen auseinander.

  3. Darf man das hier, sich immer wieder wiederholen? Aus reiner Sorge ums finanzielle Überleben unserer geschätzten Zürcher Miteidgenossen? (und SNB, und Schweiz)

    Es sei denn ich hab was verpasst: Trotz höchstkarätigem Bankrat, inklusive die sonst medial sehr lautstarke Finanz – und Wirtschafts Koryphäe Hans Kaufmann, kein Piep betreffend katastrophenträchtiger ZKB Nebenbilanz.

    “…Der Kanton Zürich haftet nach dem Kantonalbankgesetz für alle Verbindlichkeiten der Zürcher Kantonalbank, wenn deren eigene Mittel nicht ausreichen…”

    Folgende Zahlen sollten die Zürcher- & Innen aufhorchen lassen, ihre Kantonsregierung fragen ‘was ist wenn?’:

    2011 Jahres Rapport Nebenbilanz: Derivate 376 Milliarden total; positiv 9, negativ 13 Milliarden Wiederbeschaffungswert für die ‘richtige’ Bilanz.

    Steueraufkommen Kanton Zürich: so um die 6 Milliarden.

    AIG, Lehman, UBS, JP Morgan usw. haben es vorgemacht wie schnell enorme Derivaten Verluste entstehen können und ‘notional’ und ‘netting’ überhaupt nichts bedeutet wenn das Vertrauen weg, der Geldfluss eingefroren und die Kollegen Gegenparteien an der Wall Street, in der City, am Paradeplatz Margen und Rückzahlung einfordern – pronto.

    Wie man weiss half da nur noch das Fed, die SNB, BoE, ECB mit Billionen … Und die ZKB?

    Ein relativ kleiner Bewertungsausrutscher genügt und das ZKB Kapital ist futsch, die ZH Steuerzahler verantwortlich – und für Jahrzehnte im Armenhaus?

    • @max: Finde ich verdienstvoll von Ihnen, dass Sie – auch uns Zürcher Steuerzahler – wiederholt auf dieses Risiko hinweisen. Scheint sonst niemand gross zu interessieren. Warum?

      Eine Frage: Die ausserbilanzlichen Hedging-Instrumente sind in Ihren Angaben nicht berücksichtigt. Sehen sie hier kein Risiko? Das Gesamtvolumen der Derivate würde damit sogar 446 Mrd betragen, der positive Wiederbeschaffungswert vor Netting knapp 11 Mrd, der negative über 16 Mrd.

      (siehe Anhang zum ZKB Geschäftsbericht 2011, Punkt 4.3.1)

    • @Sandra Niggli
      Merci. Auch schleierhaft warum ‚man‘ die Nebenbilanzen nicht anschaut. Keine Zeit für Details? Das Volk nicht erschrecken? C. Blocher war mal auf dem richtigen Weg als er die Abspaltung der +80 Billionen (80’000 Milliarden) Derivaten Nebenbilanz Casinos, sprich ‚Investmentbank‘, der UBS, CS forderte.

      Gute Frage. Sie haben recht. Ich wollte diesen immensen Klumpen nur nicht noch weiter dramatisieren. Ich nehme einmal an, vielleicht fälschlicherweise, dass die Absicherungsgeschäfte ’sicherer‘ sind als die Fair Value bewerteten Derivate fürs Handelsgeschäft (Bericht 2011, Seite 105, Kommentar ‚Derivative Finanzinstrumente‘).

      Fair Value oder ‚mark-to-market‘ und wo s keinen gibt ‚mark-to-model‘ (oder darf man auch sagen ‚mark-to-fantasy‘?) Bewertungen sollte jedem ZKB Bankrat regelmässig schlaflose Nächte bereiten. Besonders nostro, prop trading von Derivaten hat imho nichts zu suchen in einer garantierten Kantonalbank.

      Sie auch hier http://lexicon.ft.com/Term?term=fair-value-accounting „…fair values can be distorted by market inefficiencies, investor irrationality or liquidity problems and that estimated values derived from models may lack reliability…“. Und betreffend Vertrauen in Banken allgemein, nicht nur US http://www.theatlantic.com/magazine/archive/2013/01/whats-inside-americas-banks/309196/ „…we asked Ed Trott, a former Financial Accounting Standards Board member, whether he trusted bank accounting, he said, simply, “Absolutely not.”“

    • @max: Danke für Ihre Ausführungen und die erhellenden zusätzlichen Quellenangaben.

  4. Der Auftrag der ZKB ist der Beitrag zur volkswirtschaftlichen und sozialen Entwicklung im Kanton und nicht Wachstum auf der halben Welt um jeden Preis!

    • Wieso sind fast alle so negativ eingestellt?
      In Zeiten, wo alle Finanzinstitute schrumpfen, wäre sehr Willkommen eine durchgedachte Expansion Strategie. Diese wäre auch für eine Kantonalbank sehr wichtig für mindestens drei Gründe:
      1) Die Klumpenrisiken in Kanton Zürich könnte auch für ZKB riskant und teuer werden, wenn die Immobilienpreise einmal korrigieren werden;
      2)Diversifikation ist weiterhin den besten Schütz gegen allfällige Korrekturen;
      3)Neue Geschäfte erweitern die Kompetenzen der ZKB, eröffnen neue Möglichkeiten und vielleicht ist es ein Treiber für neue Anstellungen. In Zeiten von höherer Arbeitslosigkeit im Finanzsektor ist diese Massnahme mehr als eine volkswirtschaftliche und soziale Verantwortung!
      Die Frage um die Eigenkapitalfinazierung ist ein bisschen komplexere, aber man könnte einer Halbprivatisierung denken. Somit würde die Attraktivität der ZKB steigen. Viele Privatinvestoren würden gerne diese Aktien kaufen.

  5. Braucht die ZKB die Milliarden tatsächlich zur Übernahme der Valiant??? Ich bin der Meinung, dass eine Kantonalbank nur in ihrem Kanton mit eigenen Filialen arbeiten darf und sonst umbenannt werden muss/soll. Eine Staatsgarantie hätte in diesem Fall auch keinen Platz, da es sich dann ja nicht mehr um eine „Kantonalbank im eigentlichen Sinne“ handelt:

    Auslöser des Interesses – so vermute ich zumindest – ist eine heute erschienene Unternehmensstudie aus dem Hause MainFirst Bank. Darin stuft der Verfasser die Papiere der Valiant Holding mit einem neu 100 (85) Franken lautenden Kursziel von «Neutral» auf «Outperform» hoch. Der Experte begründet seine positivere Einschätzung mit der jüngsten Forderung der Zürcher Kantonalbank nach einer Revision der kantonalen Gesetzgebung. Durch eine solche Revision sei es dem Bankinstitut möglich, neues Eigenkapital von bis zu 2,6 Milliarden Franken aufzunehmen. Gleichzeitig erleichtere sie das die Kantonsgrenze überschreitende Geschäft.

    Eigenen Angaben zufolge rechnet der Experte über die kommenden Wochen und Monate zwar nicht mit einer vollständigen Übernahme der Valiant Holding durch die Zürcher Kantonalbank. Mit den jüngsten Vorstössen sei eine Konzentrationswelle im Schweizer Retail Banking jedoch wahrscheinlicher geworden und die Berner Regionalbankengruppe ein offensichtliches Übernahmeziel.

    Seit der Bekanntgabe einer vertieften Vertriebszusammenarbeit in den Bereichen Handel, Anlageinstrumente, Research und Investitionsgüterleasing ist die Zürcher Kantonalbank mit 3,01 Prozent an der Valiant Holding beteiligt. Gut möglich, dass die Grossaktionärin diese strategische Beteiligung weiter ausbaut.

  6. Zum Thema Österreich: Vor dem historischen Hintergrund kann es kaum diskriminierend sein, auf die Nähe zum Balkan hinzuweisen. Auch die heutigen österreichischen Banken expandieren kräftig in weite Teile des früheren Vielvölkerstaats. Dass insgesamt etwas andere Standards gelten, ist jedenfalls kein Geheimnis, muss aber auch nicht zwingend negativ erscheinen.

  7. 2 Mia. Kapital für einen Jahreszins von 1% ??? Wenn der Autor für einmal genau recherchiert hätte, statt seine vorgefasste Meinung und sein Halbwissen zu verbreiten, wäre ihm vielleicht nicht entgangen, dass die genannten 20 Mio. nicht der Zins für das zusätzliche Kapital sind, sondern eine Entschädigung für die Staatsgarantie durch den Kanton. Abgegolten wird das Kapital durch die Gewinnausschüttung. 2011 waren das total 377 Mio., wie ich dem Geschäftsbericht entnehme – bei bisher knapp 2 Mia. Dotationskapital wäre das dann eine Rendite von 19% auf dem eingesetzten Kapital für Kanton und Gemeinden. Rechnet man neu mit 4,5 Mia. bei gleichbleibender Ausschüttung sind es immer noch über 8%…

    • @(un)Genauer Leser: Du meinst wirklich, dass die ZKB so blöd ist und für neues Geld 19% bezahlen möchte, wenn Sie es über eine nachrangige Anleihe über beispielsweise 10 Jahre für 2.50% erhält? Bitte nochmals überlegen…

    • Da Sie die Rechnung ja schon selbst gemacht haben, dürften Sie sich selbst die Frage stellen, wieso der Kanton das Dotationskapital verdoppeln sollte, wenn der Gewinn nicht linear ansteigt.
      Doppelter Einsatz, aber nicht doppelter Gewinn. Finde ich nicht überzeugend.

  8. Was ist schlimmer als ein Abzocker?
    Ein zockender Politiker.
    Im Ernst: Dieser „Deal“ ist eine absolute Schweinerei – Nicht nur aus Sicht der privaten Konkurrenz, sondern auch für den Steuerzahler. Ausser dem Management und dem Bankrat, die ihre bisher sehr durchzogene Bilanz mittels Staatsmittel kaschieren können und gleichzeitig noch mehr Vergütung wünschen, ist in dieser Causa niemandem gedient. Warum nicht Personen aus der Bevölkerung mit richtigem Fachausweis in den Bankrat wählen? Ich sehe nicht ein was Parteipolitik und Politmarketing mit der Strategieplanung einer Bank zu tun hat, da ändert auch die Staatsgarantie wenig dran!

  9. Solange die ZKB im Ausland aktiv oder im Derivatgeschäft tätig ist, sind die jüngsten Begehrlichkeiten des Managements eine Frechheit und zeigen die marode Denke auf der Führungsebene. Es wird höchste Zeit, dass sich die ZKB wieder auf ihre Kernaufgaben besinnt und ihre Aktivitäten (und damit das Risikopotenzial) massiv einschränkt. Unabhängig davon muss die die Staatsgarantie fallen. Das Management hat verschiedentlich bewiesen, dass es der damit verbundenen Verantwortung gegenüber den Steuerzahlern in keinster Weise gewachsen ist. Es bleibt zu hoffen, dass die Politik nicht einknickt.

  10. Sie wirbt seit einiger Zeit Teams von beiden Grossbanken ab – im Warrant-Geschäft, in anderen Handelsbereichen. Damit positioniert sich die Staatsbank als Auffangbecken für Trader, die bei den Grossen unter die Räder geraten.

    Was zu beweisen wäre…

  11. Die ZKB ist zu klein um gross zu sein und zu gross um klein zu sein. Überdies ist jeder Zürcher und jede Zürcherin ein wenig ZKB’ler, wenns um spannende Fragen geht. Politiker geben ihres dazu. Nun auch noch USA’ler, die etwas ZKB’ler spielen. Wahrlich keine leichte Aufgabe, ein Unternehmen so zu navigieren. Kommt noch dazu, dass die GL mit 9 Menschen äusserst happig besetzt ist, zu guter Letzt ein mehrköpfiges VR/Bankratsgremium mit unterschiedlichsten (politischen) Meinungen und welches teilweise relativ talentfrei besetzt ist. Eine Flucht nach vorne scheint da verständlich. Aber dann bitte mit Sahne, sprich Vollprivatisierung und mit vernünftiger Neubestellung der Leitung und der Organe, entfilzt, entpolitisiert und entwurmt. Eine ZKB Aktie würde dann wohl viele Käufer finden, auch die schärfsten Kritiker würden sich wohl ihr Wertschriften-Depot anreichern mit „der nahen Aktie“. Und damit käme auch flugs viel neues Eigenkapital für vernünftige Expansionen in die im Kern sehr gute Bank hinein.

  12. Die SVP will das unterstützen??? Die Partei, die immer nach weniger Staat schreit? Für mich ist klar, die ZKB muss sich nun vollständig dem Wettbewerb stellen ohne Staatsgarantie. Dieser alte Zopf muss endlich verschwinden. Als Steuerzahler bin ich nicht bereit weiterhin die Risiken zu tragen.
    Frage an alle Politiker: Wo ist für den Kanton und die Steuerzahler der Vorteil der staatsgarantierten ZKB???

    • Es ist sowieso erstaunlich, dass meist ausnahmslos alle Parteien hinter der Staatsgarantie stehen. Besonders bei SP, SVP und teilweise auch FDP stimmt es irgendwie nicht mit der „normalen“ Gesinnung überein!

      Dass der Bürger die Tragweite nicht erkennt ist klar, werden doch immer die positiven Seiten in den Vordergrund gestellt. Dass jedoch bis jetzt kein Rappen für die Staatsgarantie bezahlt wurde, wird ignoriert. Die Ausschüttung an den Eigentümer hat nichts damit zu tun. Das kann nur am „Politik-Filz“ liegen, dass über die Abschaffung nie ernst diskutiert wird.

      Freie Marktwirtschaft für ALLE!!!

  13. Die ZKB hat sich schon in den vergangenen Jahren aus dem „Kantons-Korsett“ gelöst und ist sowohl im Firmenkundengeschäft wie auch im Private Banking in die Stammlande der anderen Kantonalbanken vorgestossen. Wenn Sie nun auch noch im Hypogeschäft (via homegate) und sogar mit der Möglichkeit, in den anderen Kantonen Niederlassungen zu gründen, weiter in den CH-Markt vorstösst, kann sie das Z aus dem Logo streichen und direkt durch ein CH ablösen.

    Werden dann die Klumpenrisiken kleiner, wenn die ZKB in der ganzen Schweiz Hypotheken vergibt? Wahrscheinlich wird sie dies nicht prioritär im einem hinteren Tal irgendwo in Graubünden, Luzern oder so tun, sondern in den grossen Zentren und Hotspots, welche heute z.T. schon heiss gelaufen sind. Platzt die Immobilienblase irgendwann, wird sie dort noch einen zusätzlichen Schuh rausziehen.

    Zudem wäre es dann nur logisch, wenn die ZKB im Verbund der CH-Kantonalbanken sich plötzlich alleine auf weiter Flur wieder findet und aus diversen Gemeinschaftsunternehmen der KBs rausfliegen würde. Was wohl der Zürcher Steuerzahler von diesen Ambitionen à la Grossbanken hält.

    Es kommt mir wie die Strategie der UBS vor, welche vor einigen Jahren auf Teufel komm raus eine grosse Nummer im Investmentbanking werden wollte. Das Ergebnis kennen wir ja. Die ZKB macht das gleiche, nur einfach auf die Verhältnisse in der Schweiz umgemünzt. Am Schluss werden die Steuerzahler die Dummen sein und das Management hat in der Zwischenzeit abkassiert.

  14. Expansion ist grundsätzlich immer gut, aber diese Management mit so viel Geld zu geben wäre wenn man streunende Kinder Streichhölzer geben und gleich auch noch sagen, wo die Benzinkanister sind. Wenn dieser Männer-Koch-Klub bessere Erfolgsausweis hätte, dann wäre ich weniger besorgt. ZKB sitzt schon auf einen(zu) grossen Derivaten-Bestand und falls es in Zürich noch zu eine Immobilienblase kommt, dann wird für ZKB sehr schnell prekär. Ich bin auch nicht sicher ob das Risiko-Management wirklich besser ist als UBS.

    Und wenn ZKB die 200-300 Million-Busse aus Amerika noch separat beantragt, dann verliere ich endgültig jegliche Respekt für ZKBs „Alters-Stöckli für Partei-Bonzen“ da sie ihre Aufsichtspflicht massiv vernachlässigt haben.

  15. Lieber Zürcher und Zürcherinnen, lieber Bankrat, liebe Zürcher Politik.

    Soll das wirklich wahr sein? Lassen Sie sich dermassen übers Ohr hauen?

    Dass die Staatsgarantie abgegolten werden soll, ist unabhängig von einer Kapitalaufstockung, unabdingbar. Das Eine hat nichts mit dem Anderen zu tun!
    –> Wir Zürcher tragen das Risiko und möchten dafür eine Abgeltung!
    (Die Dividende ist keine Ausschüttung für die Staatsgarantie, diese erhalten wir auch, wenn wir uns an anderen Firmen beteiligen, wie jeder andere Aktionär oder Teilhaber)

    Warum soll sich die ZKB fast kostenlos über den Kanton finanzieren? Warum soll Sie keine Anleihen oder andere Finanzierungsformen nutzen, wie es alle anderen Banken machen?

    Ich bin nicht bereit mit meinem Geld der ZKB noch mehr Potenzial zur Aufblähung der Risiken zu geben!

    Ich hoffe der gesunde Menschenverstand hält auch in der Zürcher Politik Einzug.

  16. @betriebswirt: was Ihr votum mit dem thema/der zkb zu tun hat, ist mir schleierhaft. wäre es aufgrund Ihres überaus politisch korrekten statements nicht eher angebracht, sich als „politico“ und weniger als „betriebswirt“ zu bezeichnen?

    @level5: ich denke, angesichts des BVK-debakels ist es sehr verwegen, mit bezug auf A von zuständen zu reden, die hier nicht möglich wären. ich denke eher, dass sogar in bosnien ein politiker mit der verantwortlichkeit einer u. gut politisch erledigt wäre. nicht jedoch im kt.ZH.

    • Stichwort Lesekompetenz: Am Ende des Artikels schreibt Herr Hässig „Die Zürcher Privatbank Vontobel, die sich ebenfalls nach Österreich verirrt hatte, zog kürzlich den Stecker und muss mit viel Geld die Zelte im balkanisierten Osten abbrechen.“ Damit bezeichnet er Österreich als balkanisierten Osten. Somit hat es sehr wohl mit dem Thema des Artikels zu tun zu diesem Anwurf gegen ein Nachbarland Stellung zu nehmen.

      Wer im Glashaus sitzt sollte sich zweimal überlegen mit Steinen zu werfen und zuerst vor der eigenen Tür kehren.

    • @betriebswirt: und weshalb, bitteschön, sitze ich im glashaus?
      Ihr votum mag mit dem zugegebenermassen verfehlten vergleich von herrn hässig zu A zu tun haben, bezieht sich aber nicht im geringsten auf die ZKB und deren ansprüche. was dann doch das hauptthema des artikels ist, sofern Sie über die lesekompetenz verfügen, die Sie andern absprechen.
      und wenn Sie mich noch aufklären, wo ich mit steinen schmeisse (siehe: frage in der überschrift, fragezeichen nach dem satz), wäre ich Ihnen dankbar.

      was mir noch unter den nägeln brennt: wie stehen Sie denn zur EU-verurteilung von A nach wahl der FPÖ ins parlament vor einigen jahren? Ihrer gutmenschen-qualifizierung eines demokratischen entscheids in der CH (minarett-initiative) entnehme ich, dass Sie solches verwerflich finden, doch gerade da befinden wir uns mit A doch im gleichen boot!

    • Wer hat gesagt, dass Sie im Glashaus sitzen? Sind Sie so Ich-bezogen, dass Sie sich dauernd persönlich angesprochen fühlen? Damit war naheliegenderweise Herrn Hässig’s unpassende Wortwahl und unsachliche Kritik an einem Nachbarland gemeint.

      Ich bin vollkommen einverstanden, dass man ausländerfeindliche Parteien wie die FPÖ nicht in eine Regierung aufnimmt und die Aufnahme solcher Parteien in eine Regierung als unverantwortlich kritisiert. Ich bin jedes Mal erstaunt mit wie viel ausländerfeinlichen Aussagen und Aufforderungen Ausländer zu diskriminieren SVP-Mitglieder hier durchkommen. Bedauerlicherweise ist die Antirassismusstrafnorm hierzulande sehr zahm und wird nicht umfassend und knallhart durchgesetzt.

    • @betriebswirt: Ihr deutsch lässt nach, aber verlassen wir die nebenkriegsschauplätze.
      haben Sie für Ihre plumpen, polemischen anwürfe („…mit wie viel ausländerfeinlichen Aussagen und Aufforderungen Ausländer zu diskriminieren SVP-Mitglieder hier durchkommen“) auch belege oder fühlen Sie sich nur aufgrund Ihrer moralischen (nebenbei äusserst fragwürdigen) selbstüberhöhung dazu berechtigt, genau das zu tun, was Sie andern vorwerfen? Seien Sie froh, wird dieser unsägliche antirassismus-paragraph nur unzureichend angewandt, ansonsten Sie sich ev. schneller vor dem kadi wiederfänden als Ihnen wohl lieb wäre.

    • @bteriebswirt: doch zurück zu den nebensächlichkeiten?
      zur sache: wer tagi und az-medien als beleg zitiert, qualifiziert sich zur genüge. dafür besten dank! q.e.d.

    • @frage: Wer Artikel nach der ideologischen Tendenz des Herausgebers einer Zeitung anstatt nach deren Inhalt (wurde dieser von Quellen bestätigt, gab es nachweisbare Konsequenzen des Verhaltens, etc.) beurteilt, qualifiziert sich als ideologisch geprägter Mensch.

      Wenn die Weltwoche vertrauenswürddige Quellen offen legt und die Behauptungen in einem Artikel der Weltwoche für die Leser überprüfbar sind, spielt es für mich keine Rolle, dass die Weltwoche ideologisch rechtsaussen ist. Ich qualifiziere Artikel nicht je nach der ideologischen Ausrichtung der Zeitung generell als unglaubwürdig ab, sondern beurteile den Artikel nach seinem Inhalt. Jedem seine ideologischen Scheuklappen.

  17. Der Auftrag verpflichte die Bank “zur volkswirtschaftlichen und sozialen Entwicklung im Kanton“ beizutragen. Was sucht die Bank denn ausserhalb ihres auftragsmässig klar umrissenen Bereiches? Die ZKB soll sich an diesen Leistungsauftrag halten!! Ich habe keine Lust, die Machtgelüste dieser Bank zu finanzieren, v.a. auch weil die letzten Jahre gezeigt haben, wieviel Geld die ZKB schon versenkt hat (IT, US-Kunden, Sulzer-Optionen, Expansion nach Oesterreich). Und die einzige Möglichkeit, dies nicht tun zu müssen wäre der Wegzug aus dem Kanton. Die Bank und allen voran der Bankrat dünken mich immer fragwürdiger und erinnern immer mehr an Zustände wie auf den Grossbanken.

  18. Allen ist bekannt, dass die UBS nichts aus der Krise gelernt hat. Jetzt sind die gleichen geldgierigen, illoyalen Köpfe bei der ZKB und wollen sich dort bereichern.

    Fängt jetzt nicht das Spiel UBS erneut unter einem anderen Namen an?

    • Illoyale Köpfe?! Das UBS-Aktien-Derivate-Team in Zürich hat nie auch nur einen Franken verloren und hat in all den Jahren loyal zur Bank gehalten.
      Was in London und den USA passiert ist hat nichts mit dem Zürich-Team zu tun.
      Dieser Kommentar mit „Wahrheit“ zu überschreiben ist absoluter Schwachsinn und eine Frechheit gegenüber den Leuten die da arbeiten!!! Schreiben Sie nicht von Dingen die Sie weder verstehen noch wissen!!!

    • @JW: Ein Team das abgeworden wird soll loyal sein? Es rennt doch erst recht dem Franken hinterher!: Boni. Boni! B-O-N-I!!!!

      Weiter darf ich andere Ansichten vertreten und bezweifle meinerseit ihr Statement, dass diese Team einen permanenten Mehrwert liefert(e).

      Das Abwerben der ZKB deutet auf den Aufbau des IBankings hin um der GL höhere Vergütungen zu ermöglichen!!!!! (5 Ausrufezeichen)

  19. Österreich als balkanisierten Osten bezeichnen? Derartige chauvinistische auslandsfeindliche Kommentare sind gänzlich unangebracht. Abgesehen davon liegt der Balkan geographisch weit südlich der österreichischen Grenze. Die Schweiz sollte sich, was den Schutz der Grundrechte in der Verfassung (Stickwort Diskriminierung von Muslimen durch die Minarettinitiative, Diskriminierung von Ausländern durch die Ausschaffungsinitiative) und Rechtsstaatlichkeit oder den Schutz von Privatanlegern in der Regulierung der Finanzmärkte anbelangt, Österreich als Vorbild nehmen.

    Die Schweiz legt nicht einmal Spenden an Parteien, Politiker und für Abstimmungskomitees bzw. Abstimmungswerbung offen, sodass man nicht weiss wer womöglich mit seinem Geld versucht welchen Politiker so zu beeinflussen, dass er für seine Interessen stimmt.

    • Na ja, jedem seine subjektiven Empfindlichkeiten und Ansichten.

      Korruptionsindex von Transparency International:

      2012
      Die Schweiz konnte sich um zwei Ränge verbessern und landete auf Platz sechs. Deutschland verbesserte sich ebenfalls um einen Platz und ist neu auf Platz 13 zu finden. Österreich ist vom Rang 16 abgerutscht auf 25.

      (via Wiki)

  20. Wie wahr wie wahr, ennet der Brücke in Diepoldsau beginnt tatsächlich der Balkan. Da sind Dinge möglich, die in der Schweiz unvorstellbar wären.