CS-Meister setzt UBS-Jungs an die Schalthebel

Mit Entsorgungs-Operation „Alpha“ befördert Big Boss seine Buddies, köpft gestandene Schlachtrösser.

Werner Raschle sass nicht aufs Maul. Der Leiter Zentralschweiz der Credit Suisse Schweiz kritisierte laut Insidern Divisions-Chef Hans-Ulrich Meister und dessen engsten Mitstreiter, Rolf Bögli.

Nun ist Raschle Geschichte – ebenso wie Arthur Vayloyan. Vayloyan gehörte zum CS-Inventar. Zuletzt leitete er das Private Banking in der Schweiz. Ende Jahr hiess es: Ciao Turi.

Alois Bättig, ein anderes CS-Schlachtross, musste zwar nicht gehen, doch sein Reich wurde beschnitten.

Bättig ist nur noch fürs Private Banking in Osteuropa, Middle East und Afrika zuständig. Die „fetten“, schwierigen Westeuropa-Märkte hat ein Nebenbuhler gekriegt.

Als indirektes Meister-Opfer gilt unter CS-Beobachtern Rolf Krummenacher. Der Ex-Immobilienchef war nicht direkt Meister unterstellt, sondern der Zentrale.

Symbolisch passt Krummenachers Abgang vor einiger Zeit trotzdem ins grosse Bild, dass viele Alt-Gediente verschwinden. Die Gewinner kommen von anderswo.

Vor allem von der UBS. Manager von der Erzrivalin haben neuralgische Positionen im Private Banking der Credit Suisse an sich gerissen.

Besonders verstärkt sich das mit „Alpha“, Hans-Ulrich Meisters Operation zur Streichung von 300 Managerjobs und der Einsparung von jährlich 50 Millionen Franken.

Während Leute wie Raschle, aber vor allem auch viele subalterne Direktoren und Vizedirektoren, den Job verlieren, brauchen sich Meister-Weggefährten aus der alten UBS-Zeit vor „Alpha“ nicht zu fürchten.

Rolf Bögli, der fast zeitgleich mit Meister von der Konkurrentin von der Bahnhofstrasse zur CS gestossen war, kriegt unter der laufenden Restrukturierungsübung den neu geschaffenen Bereich „Premium“ mit den CS-Ultrareichen.

Es ist dies bereits Böglis 3. Job in noch nicht einmal 4 Jahren bei der CS.

Ab Frühling 2009 war Bögli Chef Private Banking Schweiz, Mitte 2011 wurde er Chief Operating Officer (COO) der ganzen Division Private Banking.

Nirgends war Bögli länger als anderthalb Jahren. Damit ist seine Leistung nicht richtig messbar.

Von 0 auf 100 beschleunigt Paul Arni. Arni war bei der UBS ein Middle Manager im oberen Bereich, er führte eine der Schweizer Regionen, als Hans-Ulrich Meister noch Chef Schweiz bei der UBS war.

Meister ging im Herbst 2007 bei der UBS von Bord, bei der CS begann er ein Jahr später.

Arni folgte rasch. Zuerst übernahm er bei der CS eine vergleichbare Position wie jene, die er bei der UBS hatte. Statt Bern leitete er nun Zürich.

Jetzt setzt Arni zum grossen Sprung an. Er tritt in die Fussstapfen von Rolf Bögli und übernimmt von diesem die Stelle des COO des ganzen Private Bankings unter Meister.

Dieses umfasst ab 2013 die Schweiz, Europa, Middle East und Asien. USA und Produkte sind neu Meisters „Konkurrent“ Robert Shafir unterstellt.

COO des Private Bankings ist eine grosse Schuhnummer. Damit sitzt Aufsteiger Arni an einer Schlüsselstelle. Arnis Loyalität zu Meister, dem er seinen fulminanten Karrieresprung zu verdanken hat, dürfte unerschütterlich sein.

Ein dritter Meister-Jünger macht einen wichtigen Sprung nach oben. Es handelt sich um Christophe Racine.

Wie Bögli und Arni folgte auch Racine seinem grossen Chef fast sofort von der UBS zur CS.

Zuerst wurde Racine ein Regionenleiter innerhalb des Schweiz-Bereichs der CS. Nun wird er Chief Operating Officer von Rolf Bögli in dessen Superreichen-Segment.

Ein CS-Sprecher verweist auf langjährige CS-Topmanager, die unter Meister weiterhin an wichtiger Stelle tätig seien.

Romeo Lacher würde Chef der neu geschaffenen Westeuropa-Region. Lacher habe zuvor Operations geleitet.

Auch würden wichtige Leute in Meisters Führungsteam von anderen Banken stammen, beispielsweise Barend Fruithof, Chef des Schweizer Firmenkundengeschäfts. Der kam von der Raiffeisen.

Kommentare

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  1. Nennt dieses Forum Paradeplatz Gossip! “Inside“ ist da gar nichts – recherchiert doch mal ein bisschen:
    1. ‚…eine der Schweizer Regionen, als Hans-Ulrich Meister noch Chef Schweiz bei der UBS war..‘ – Stimmt nicht! Paul Arni wurde erst Regionenleiter bei UBS, als Meister schon weg war… – 2. schaut Euch mal die Direct Reports von Meister an: weit mehr als die Hälfte sind nicht ex-UBS Leute. Btw: bei UBS hat es auch einige ex-CS Leute (so ist das nun mal!) Bsp: Koerner, Gaehwiler,, Wiesendanger…

    Wo Inceäs recht hat!: Raschle ist kein Verlust. Er ist, nebenbei bemerkt, auch ein ex-UBS-ler. Also ist der Titel dieses Artikels komplett falsch. Lukas Hässig: Hausaufgaben machen!

    • Es gibt politische Gründe, auch Bisherige auf den Stühlen zu belassen. Fakt ist aber, dass Meister nur seinen Buddies vertraut. Es geht aber eigentlich gar nicht um ex UBS oder nicht, sondern ob es das beste Mgmt Team ist (womit ich unterscheide zu den „besten Managern“). Bei CS weiss es oben jeder besser, aber sie kommen nicht zu gemeinsamen Schlüssen geschweige denn Strategien. Was aber nötig wäre, sonst geht PB langsam den Bach runter. Das sieht das ExB scheinbar langsam auch so.

  2. Meister, Bögli und Racine haben keine Ahnung von Private Banking. Wissen zwar, dass es Probleme gibt und das Umfeld drastisch anders ist und reden stetig darüber. Leider haben sie aber keine Ahnung, wie man sie löst und die CS aus dem Tränental führt. Das Top Mgmt von Private Banking ist eine Egotruppe, voller Eitelkeiten und machtorientiert. Dazu gehört natürlich auch Brunner, Bättig und neu natürlich Arni. Aber Raschle muss man nicht nachweinen. Vayloyan hingegen ist ein riesiger Verlust, weil er doch einige Dinge auf die Wege gebracht hat, mit den richtigen Leuten. Nicht mehr viele sind davon da.

  3. Oh, da gibt es noch viele ähnliche aktuelle Geschichten bei der CS, welche interne Filzrochaden zu Leiden der Kundschaft und Mitarbeiter zeigen. Beispiel: der neue Marktgebietsleiter Russland / Osteuropa und sein COO. Ein Bättig-Zögling, ohne höhere Ausbildung oder Leistungsausweis, wurde nachdem es in Frankreich und Spanien für Schwarzgeld-Kunden und dem entsprechend verantwortlichen CS-Management zu heiss wurde geschickt wegrochiert und in einen Markt gesetzt, von dem er und sein mitgezogener COO weder Kompetenz noch Kontakte haben. Es ist symptomatisch für die CS, dass Manager sich mit allen Mitteln in hochbezahlten Management-Positionen halten. Aufgrund fehlender Fachkompetenz sowie auf Kosten Verfolgung persönlicher Ziele fehlender Kundenorientierung zu Leiden von Mitarbeitern und Kunden. Dies zieht sich bis zum Team-Leiter systematisch durch. Vom erfahrenen, gut ausgebildeten, langfristig im Sinne der Kunden handelnden Private Banker kein Spur.

  4. Skandale, Intrigen, Filz, Missmanagement, Klagen, Abzockerei…schöne alte und neue Bankenwelt. Kein Ende absehbar. Vom Bankkunden spricht schon lange kein Topmanager mehr, der ist ihm auch ziemlich fremd (geworden), wie dieser von vorne aussieht? No idea. Wichtiger und interessanter sind Machtspiele und Mitarbeiter-Abschlachterei. Das Macht-Spass. Und ohne Spass macht Macht keinen Spass.

    • Mag vielleicht sein, dass das Top Management weit von den Kunden entfernt ist aber die Mitarbeiter in den unteren Rängen machen eine sehr gute Arbeit für die Kunden und stellen diese in den Mittelpunkt. Zudem hat bereits seit langen ein Umdenken stattgefunden! Es ist immer einfach alles schlecht zu reden und nur das negative zu sehen aber die guten Sachen werden einfach ignoriert!!!

  5. Natürlich wäre CL noch profitabel. – Und natürlich hätte CL von der Flurbereinigung im Privatbankensektor profitieren können. Und man hat Meister/Kurzmeyer noch im Ohr wieviel durch die Integration der CL eingespart wird,
    und dass es 550 Arbeitsplätze kostet – die jedoch nicht ausschliesslich CL-Leute betreffen. – Die Fakten sind andere, werden jedoch weggeredet. Eine gescheitere und weitblickendere CS-Führung hätte allerdings wohl 2007 Clariden verkauft und die Bank Leu bewahrt und konservativer positioniert. Item, noch nie hat ein hoher Banker für irgendwelche Fehlentscheide wirklich geradestehen müssen. – Und Stefan Wältis Worten hier ist nur noch hinzuzufügen dass die Grossbanken deshalb eine solche preisliche Abzockerei betreiben weil sie ihre in jeder Beziehung (Boni, Organisation) hohen Kosten finanzieren müssen. Nachhaltig geht anders.

  6. Meister hat bis jetzt nur Wert zerstört. Darunter eine hochprofitable Firma mit 250-jähriger Geschichte. Bravo!

    • Damals war alles hochprofitabel – sogar die Grossbanken. Ob es CL heute noch wäre? Eher nicht.

    • CL wäre heute noch profitabel denn die Bank hätte vom Untergang der Wegelin und den strat Veränderungen bei Sarasin und JB profitiert und Marktanteile gewonnen. Nur wollte das Meister für seine CS nicht. Lieber die Marktanteile selber einsacken…

  7. Und wieder einmal mehr beweisen die sauberen Herren ohne jeglichen Leistungsausweis, dass sie sich gegenseitig auf Kosten der arbeitenden Angestellten die hochbezahlten Managerposten zuschieben. Weiter so, bin mal gespannt, wie lange das die Mitarbeiter noch mitmachen.

  8. Schwierige Zeiten erfordern starke Führungspersönlichkeiten mit klaren Visionen und dem Mut, diese umzusetzen. Die CS setzt lieber auf Personen, die auf altbewährte Strategien vertrauen, ungeachtet der Tatsache, dass das Bankgeschäft sich verändert und die fetten Jahre der Vergangenheit angehören. Eine schlechte Wahl für die CS und den Bankenplatz Schweiz!

  9. Kaum auszudenken, was die Grossbanken verdienen würden (oder zu welchen Preisen sie produzieren könnten) falls die Topkader mal wieder ein seriöses, nachhaltiges und zielgerichtetes Banking betreiben würden. Mit den heutigen sog. Topshots ist dies leider nicht mehr möglich. Da wird umstrukturiert, umstrukturiert und nochmals …, dann werden unzählige Projekte ohne saubere Kontrolle und Konsequenzen (ist ja immer alles positiv) lanciert. Dann kommt die ‚Arbeit‘ (resp. Ressourcenverschleiss) bezüglich Boni- und Machtzuwachs mit permanenter Schönfärberei. Falls noch was verdient wird geht das meiste über den Teich.
    Es braucht ein neues Denken, das geht nur mit frischen Leuten, welche endlich von den Gross-Aktionären (zB Pensionskassenvertretern!) an die Kandharre genommen werden.
    Denn unsere Streichelkontrolleinheit (Finma) bewirkt auch nichts und beeindruckt niemanden.
    Mir tun die tieferen Chargen leid, welche ihr Bestes geben jedoch nicht gegen die Top-Flops ankommen.

  10. CS ging schon Abwärts mit Dougan… Mit Meister und seiner Klicke beschleunigt man noch mehr nach runter! Kein Charisma, keine Vision, kein Ausmass…

    • BKB Private Banking Zürich: Dort gibt es nach dem Abgang der letzten Manager des alten Ringger-Teams viele Kunden, welche überzeugt werden müssen, bei der Basler Skandalbank zu bleiben.

      Und der neue Chef, René Bürgisser, macht einen vernünftigen Eindruck.

    • Sehr geehrter Herr Feuz

      Gerne empfehle ich ihnen eine kleine Privatbank in Zürich. Sie können mich unter der Telefonnummer 044/206 10 02 erreichen.
      Mit freundlichen Grüssen
      Thomas Herren

    • Ich empfehle die Bank der Queen. Coutts & Co. Transparenz und Fairness garantiert!

    • Ich empfehle Banca Arner, der Panzerschrank von Silvio Berlusconi. Unspektakulär und verschwiegen.

    • LUKB Private Banking in Zürich oder auch Luzern, professionell, keine Allüren, transparent.

    • @wasserturm
      LUKB Private Banking Zürich? Eine weitere „Erfolgsgeschichte“ der KB’s in der Finanz-Hauptstadt! Die von der UBS für viele Millionen abgekaufte Adler Privatbank hat die LUKB zerschlagen und sämtliche Kunden in die Wüste geschickt.

      Sogar van Abbe & Klainguti, welche als ehemalige Adlerbank-Minderheitsaktionäre beim LUKB-Kauf ebenfalls kräftig mitkassierten, haben sich als EVV wieder gefunden.

    • Ich denke, man darf in diesem Zusammenhang gerne und problemlos die älteste (und auch einzige reine) Privatbank in Zürich empfehlen. Seit 1750 bestehend, haften die Partner immer noch unlimitiert und solidarisch und sind alle in ihrer Bank tätig. Wahre Unternehmer, die Risiko vermeiden und Service leben.

  11. Schon wieder der Meister, möchte meisterlich sein, ist es aber bei weitem nicht. Dass das niemand im VR merkt. Hallo Herr Rohner.
    Arthur Vayloyan war wirklich ein Spitzenmann. Meister konnte ihm nie das Wasser reichen. Ein Schwacher bleibt. Ein Topmann muss gehen. Unglaublich.

  12. Paul Arni ist top einfach schade dass man ihm in der neuen Marktverantwortung Zuerich mit A. Helfenstein einen juengeren vorgezogen hat!

  13. Dass HUM auf jemanden wie Ch.Racine setzt ist unglaublich. Als Manager & Regionenleiter Nordwestschweiz 0 von 10 Punkten erreicht…

  14. …und keiner dieser Herren hat (bisher) selbst wirklich etwas aufgebaut oder nachhaltig etwas Positives hinterlassen! – Dann kommt’s ja gut!

    • Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen aber manch einer musste die Bank wegen ihm verlassen! Manager comes and goes, Banks hang in forever…