25 Mio. Golden Hello für UBS-Star Andrea Orcel

Extrem-Transfer des Chefs der Investmentbank – gekaufter Präsident Axel Weber macht weiter mit Unsitte.

Thomas Minder will Antritts- und Abgangsboni verbieten. Der UBS ist das egal. Sie kauft munter weiter „Spitzenspieler“ zu astronomischen Summen ein.

Extremes Beispiel ist der neue UBS-Investmentbank-Chef Andrea Orcel. Für ihn zahlte die UBS letztes Jahr die Schweizer Rekordsumme von 24,9 Millionen Franken.

Orcel wurde im März 2012 verpflichtet. Er war zuvor bei Merrill Lynch, die seit 2008 der grossen Bank of America gehört. Damals schrieb Orcel Schlagzeilen mit einem Superbonus über 34 Millionen Dollar für die Zerschlagung der holländischen ABN Amro.

Der Italo-Angelsachse gilt als enger Vertrauter von UBS-CEO Sergio Ermotti. Die beiden waren zusammen bei Merrill Lynch.

Damit Freund Orcel sein Team verstärkte, verpflichtete sich Ticino-Mann Ermotti zu einem unglaublich anmutenden Versprechen: eine Cash-Garantie über 6,4 Millionen und die Zuteilung von UBS-Aktien im Wert von 18,5 Millionen.

Die Summen werden „Amigo“ Orcel gestaffelt über die nächsten drei Jahre ausbezahlt und können je nach Gesamtresultat der Bank noch schwanken.

Den gigantischen Betrag, der Orcel geschenkt wurde, bevor der Investmentbanker an seinem neuen Arbeitsort einen Finger gekrümmt hatte, erklärt die UBS in gewundenen Sätzen.

„Im Einklang mit der Marktpraxis erhielt (Orcel) Zuteilungen als Ersatz für aufgeschobene Vergütungen und Nebenleistungen seines früheren Arbeitgebers, die infolge seines Eintritts bei UBS verfielen“, schreibt sie im heute publizierten Jahresbericht.

Die Betonung liegt auf „Marktpraxis“. Die Schadloshaltung von Top-Bankern, die von einem Finanzmulti zum nächsten wechseln, gehöre zu den Gepflogenheiten der Branche, will die Bank sagen.

Die UBS sei „grundsätzlich (…) bestrebt, solche Ersatzzuteilungen zu den Bedingungen der vom früheren Arbeitgeber gebotenen Zuteilungen zu gewähren, die bei einem Wechsel zu UBS verfallen“.

Niemals einen Verlust akzeptieren müssen, lautet demnach die Losung der UBS für ihre eingekauften Superstars. Diese werden damit bei „Klub“-Wechseln vergoldet wie die Messis und Ronaldos der Fussballwelt.

Was für Normalsterbliche undenkbar ist, ist für die Spitzenleute von Global Banking eine Selbstverständlichkeit.

Die „Praxis“ pervertiert die Absicht der Behörden, dass Big-Banker mit aufgeschobenen Boni die eingegangenen Risiken im eigenen Portemonnaie spüren sollen. Noch bevor allfälliger Schaden klar wird, sichert der nächste Arbeitgeber den am alten Ort ungewissen Bonus.

Orcels irrwitziges „Package“ möglich gemacht hat ein Deutscher: Axel Weber, seit einem Jahr Präsident der UBS.

Zum Zeitpunkt der Verpflichtung von Orcel war Weber zwar noch nicht gewählt, aber als Nachfolger des bescheidenen Kaspar Villigers gesetzt.

Orcels Transfer wäre ohne Webers Segen kaum möglich gewesen.

Dass Weber Hand bot zu Orcels Anheuerung zu Champions-League-Preisen, ist auf den ersten Blick überraschend.

In Deutschland ist die Unsitte mit Antrittsprämien und riesigen Boni weniger verbreitet als bei den Schweizer Multis. Diese sind längst von angelsächsischen Spitzenleuten beherrscht und haben die dortige Boni-Kultur übernommen.

Zudem war Weber lange Präsident der deutschen Bundesbank. Ihr eilt der Ruf als besonders disziplinierte und korrekte Zentralbank voraus.

Trotzdem passt ins Bild, dass der 25-Millionen-Handshake der UBS für Super-Orcel unter dem Einfluss von Axel Weber möglich wurde.

Weber liess sich nämlich im 2011 ebenfalls von der UBS kaufen. Seine damalige Zusage fürs Präsidium bei den Schweizern liess sich der eloquente Notenbanker mit 4,2 Millionen Franken vergolden.

Für sein erstes Arbeitsjahr kriegte Weber dann nochmals die stolze Summe von 3,6 Millionen. Ein Teil davon ist aufgeschoben.

Wenn auch Weber 4 Millionen Transfergeld wollte, dann erstaunt nicht, dass für operative Spitzenspieler wie Orcel ein Vielfaches hingeblättert wird.

Die UBS gerät nun auf neue Boni-Abwege.

Weber-Vorgänger Villiger war im Vergleich zum Deutschen ein Bettelmönch. In seinem letzten Ganzjahr strich der einstige Bundesrat 1,5 Millionen ein, in früheren Jahren waren es noch weniger.

Auch Ex-CEO Oswald Grübel gab sich mit vergleichsweise geringen Summen zufrieden. Grübel verzichtete auf einen Bonus und kriegte stattdessen ein – gut dotiertes – Fixgehalt von 3 Millionen.

Allerdings liess sich Grübel bei seinem Wechsel im 2009 ausstehende Boni aus seiner Credit-Suisse-Zeit von der UBS entschädigen. Er erhielt 4 Millionen Aktienoptionen, die noch 1 Jahr laufen. Derzeitiger Wert: rund 60 Millionen.

Mit ihrem phantastischen „Orcel-Hello“ liefert die UBS den Bonus-Kritikern scharfe Munition.

Zum Unverständnis über die Tatsache, dass die Bank bei 2,5 Milliarden Jahresverlust 2,5 Milliarden Bonus ausschüttet, kommen nun die emotionalen Antrittsprämien als neues Thema hinzu.

Bisher waren dort die UBS-Konkurrenten Credit Suisse und Swiss Re die grössten Sünder.

Die CS zahlte ihrem verpflichteten Asien-Star Kai Nargolwala 21 Millionen, davon 13 Millionen in sofort verfügbarem Cash. Nargolwala kam von der Standard Chartered Bank zur CS. Er ist als neuer CS-Verwaltungsrat vorgesehen.

Für Schweizer Verhältnisse ungewohnt waren die knapp 15 Millionen, die David Blumer von der Swiss Re für 2008 erhalten hatte.

Blumer war zuvor bei der CS in Ungnade gefallen, trotzdem übernahm die Swiss Re das offene Bonus-Paket des jungen Schweizers. Letzten Herbst ging Blumer überraschend von Bord.

Kommentare

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  1. A) Jeder, der noch UBS Kunde ist unterstützt sieses System und ist selber schuld
    B) Die UBS hat einfach ihren Hauptsitz in der Schweiz ist aber kulturell längst keine Schweizer Bank mehr
    C) Die Menschen in der Schweiz haben längst nicht nur des Geldes wegen ja zur Abzockerinitiative gestimmt. Gerade so wichtig dürfte sein, dass die Leute die Schnauze voll haben von Managern unter denen sie zunehmend zu leiden haben als Arbeitnehmer. Hire and Fire, fehlende Loyalität, miese Behandlung, starker Verkaufsdruck, Kunden abzocken etc. etc.
    D) Beim nächsten mal sollten wir die UBS nicht mehr retten

  2. Es reicht!

    Schickt dieses UBS- und CS Top-Management zum Teufel. Diese Amis und Engländer sollen alles mit One-Way Tickets unser Land verlassen.

    UBS und CS sollen wieder Schweizer Unternehmen werden, worauf wir dann Stolz sein können.

  3. UBS-Klima unter dem Gefrier-Punkt!
    ————————————–

    Wenn immer man mit MitarbeiterInnen bei der UBS zu tun hat, verspürt man einen ungeheuren
    Klima-Schock. Die Menschen sind verunsichert,
    kennen weder Entscheidungs-Fähigkeit noch Hilfsbereitschaft, nur die stehte Angst im Rücken den Job zu verlieren.

    Die Menschen verachtende Politik in der Bank grassiert von Jahr zu Jahr stärker und hat bereits unzählige Opfer gefordert. In der Tat reisst die unermessliche Gier des Top-Kaders die Institution UBS in den Abgrund. Da helfen weder Sprüche noch dumme Werbe-Plädoyers
    darüber hinweg! Einfach nur krank ist diese Bank.

    • …und Sergio Ermotti verneint hartnäckig dass es in der Bank Probleme/Unzufriedenheit mit der Kultur gibt. *Sprachlos*

  4. Try to see these bank managers (and the people with aspiration becoming such) as people with serious challenges. Try to see all these reckless individuals as people with a serious mental illnes:

    “The real hopeless victims of mental illness are to be found among those who appear to be most normal. „Many of them are normal because they are so well adjusted to our mode of existence, because their human voice has been silenced so early in their lives, that they do not even struggle or suffer or develop symptoms as the neurotic does.“ They are normal not in what may be called the absolute sense of the word; they are normal only in relation to a profoundly abnormal society. Their perfect adjustment to that abnormal society is a measure of their mental sickness. These millions of abnormally normal people, living without fuss in a society to which, if they were fully human beings, they ought not to be adjusted.”
    ― Aldous Huxley

    • „People in standard finance are rational and computer-like. People in behavioral finance are normal, sometimes “normal-smart” and sometimes „normal-stupid.”
      Meir Statman, PhD, Santa Clara University

      “The reasonable man adapts himself to the world; the unreasonable one persists in trying to adapt the World to himself. Therefore all progress depends on the unreasonable man”
      George Bernard Shaw

      …or what is normality, exactly?

  5. Mir reichts! Seit Jahren jagt ein Skandal den nächsten und was hat die Bank daraus gelernt?!? Nichts! Dem Management geht es nur um die persönliche Bereicherung. Der Ruf des Unternehmens ist ihnen egal solange viel Geld in ihre Taschen fliesst.

    Mir reicht’s. Ich löse meine Bankbeziehung mit der UBS auf. Die haben mich als Kundin nicht verdient.

  6. Warum eigentlich ging David Blumer so überraschend von Bord? Könnten Sie dem nicht mal journalistisch nachgehen?

    Dies hat leider nie ein Journalist erforscht, wär das nicht mal ne Story wert?

    • Ich vermute mal, weil das auch einer von diesen unsäglichen Schönwetterkapitänen war, der in erster Linie wegen Papis „Alte-Welt-Filz“-Connections (hochrangiger Militär, Serviceclubs, etc.) überhaupt dorthin kam, wo er überraschend auftauchte.

    • Nee, der Hintergrund ist, soweit ich weiss, ziemlich banal. Es gab weder Verfehlungen noch etwas Negatives, also für LH völlig uninteressant.

    • Ich glaub nicht an einen banalen Zusammenhang… go for it lh und recherchier….. zeitgleich zu diesem Abgang gabs in einzelnen Medien eine Randnotiz über eine etwas bizarre Geschichte….. Ob das wirklich der Grund war weiss ich nicht, es war auf jeden Fall von der Chronologie her mehr wie zufällig…. drum sollte lh das doch mal recherchieren…..

    • Diese Geschichte kenne ich auch. Die Chronologie passt zwar knapp (Rücktritt 1 Monat vor der Verurteilung bzw. Pressemeldung), allerdings wohnt B. in Wollerau und nicht auf der Goldküste.
      Vielleicht Zufall, aber ausschliessen kann ich dies nicht.

      Beide Geschichte sind halt nur Gerüchte, aber wo Rauch ist… 🙂

    • Schnüggeli…. mit Dir würd ich mich auch lieber bei einem Drink unterhalten wie hier im Forum…. 🙂

  7. Der Appenzöller denkt und empfiehlt:
    UBS-MA sucht einen neuen Job – mit Antrittsgeld.
    Investoren wechselt das Pferd – sucht ein Unternehmen, das bei 2,5 Mia Verlust nicht ebenso viel Boni auszahlt.
    Es grüsst – Der Appenzöller

  8. Sergio will drive UBS in desaster. Shareholders should do something as long as it is not too late. And Axel is not able to change anything, he is also highly paid and part of it.

  9. Die ist bezüglich politischen Fehltritt in’s Fettnäpfchen kaum mehr zu ueberbieten! Mensch, haben die sämtliches Gespür wegen ihrer Geldgier verloren?

  10. „Wir wissen nicht mehr, als dass die endgültige Entscheidung über Gut und Böse nicht durch individuelle Weisheit fallen wird, sondern durch Untergang von Gruppen, die die »falschen« Ansichten hatten.“
    Hayek hats gewusst, und die ganze Frustfraktion sollte es auch langsam verstehen: Wenn ein Wandel kommt, dann kommt der nicht von Minder und noch weniger von erbosten Leserkommentaren, sondern aus dem Inneren der Unternehmen und des Aktionariats.

    • Genau, auch bei der französischen Revolution waren das Aktionariat an fordester Front 🙂

      Auch der Staat kann nachhaltig fördernde Richtlinien erlassen, die den Finanzsektor (wi[e]der) auf den richtigen Weg bringt…

    • Sozialismus funktioniert aber leider nicht – das haben einige kühne Vorreiter im 20. Jahrhundert bereits versucht – Und sind (egal wo) grandios gescheitert. Angesichts der Tatsache, dass diese Wahrheit noch gar nicht so lange her ist bitte ich Sie, Herr Wahrheit, die staatlich-interventionistischen Vorhaben noch einmal zu überdenken. Die scheinbar einfachste Lösung ist nur äusserst selten die beste.

  11. Lachhaft !

    Manager die ohne jemals einen nachhaltigen Wert geschaffen haben, so Lohn erhalten wie ein Unternehmer der ein Leben lang eine innovative Firma aufbaut.

    Da muss es doch irgendwo auch eine Störung der eigenen Selbstwahrnehmung geben,

    n’est-ce pas?

  12. Fact ist, dass er beim Antritt diese Summer erhält und nicht „mehr“ beim Abtritt! Wie wir wissen, hat in der Vergangenheit „keiner“ lange überlebt. Nicht schlecht ausgehandelt!

  13. wo ist das problem? wird die ablösesumme nicht gezahlt findet kein wechsel statt, das ist doch logisch und braucht kein rechengenie. obs der neue mitarbeiter dann wirklich wert ist, ist sache des managements und wird sich zeigen doch klar ist dass ablösegeld bezahlt werden muss, sonst bleiben einfach alle wo sie sind….

    • Wo das Problem ist? Ich glaube Sie haben noch keine lange Erfahrung im Bankgeschäft. Ansonsten wüssten Sie, was diese hochbezahlten Manager alles geleistet haben. Nämlich null Wertschöpfung! Oder Sie sind naiv und verschliessen die Augen vor den bekannten Tatsachen. Das Äffchen spielen: Ich hör nichts, ich seh nichts und ich will nichts sagen. Letzteres wäre vielleicht besser.

    • Warum musste dann der Staat (sprich der Steuerzahler) die UBS retten wenn uns das alles nichts angeht?

      Und warum zahlen die Grossbanken (auch in der Schweiz) tiefere Zinsen aufgrund der nach wie vor impliziten Staatsgarantie? Alleine das ist eine verdeckte Subvention.

      Und warum trägt diese Bank noch das Wort Schweiz im Namen? Weder CS noch UBS werden in ein paar Jahren noch viel mit der Schweiz zu tun haben, man schaue nur die Kader an.

  14. Die Glaubwürdigkeit der UBS schmilzt dahin – eine abgehobene Truppe mit null Bodenhaftung. Ich verstehe, dass alle Kunden zur Zürcher Kantonalbank wechseln.

  15. Champions League – Vergleich ist gut, lh!
    Es könnte finanz-sportlich werden auf den Teppichetagen. Vielleicht sollte gar ein Einstellung- und Abwerbeprinzip auf Basis von Transfers lanciert werden. Transferfenster immer 3 Monate offen nach den Halbjahreszahlen oder der GV.
    Und ganz CL – Stil mit Ablösesumme, Transfer(Hand)geld, Grundgehalt und vielen Prämien ist man auch gleich die verschmähten Begriffe wie Abzocker, Boni oder Golden „what ever“, endgültig los. Just do it.

  16. Wie lange wird das noch toleriert? Es sind die Kunden, die sich wehren könnten, aber anscheinend sind diese zu Faul. Hätte die UBS keine Kunden mehr täte sie ja nichts mehr verdienen. Also was soll das dämliche Gehaspel von ‚Market Practice‘ und so. Diese Deppen-Manager (man kann es nur noch so sagen) gehören entsorgt. Die bringen keine Value für die Firmen und schon gar nicht für die Kunden. Ich hab manchmal das Gefühl, die Bank sei der Kunde und nicht wir. Komisch. Anscheinend sind die Banker-Management Values komplett die falschen. Nicht nur auf Bonus, Antritts und Abgangsentschädigung bezogen.
    Übrigens, in diesen grossen Finanzunternehmen stecken mehr Angelsachsen als uns lieb ist, und wir sehen ja, wie sie die Weltwirtschaft an den Abgrund treiben, warum tolerieren wir das noch lange? Tresor kaufen, Geld zu Hause behalten – und auch noch Steuern sparen vielleicht. Die Banken haben dann keine Basis mehr und verlieren ihre Macht. Ja, wenn man sich den Banken schon mit Krediten unterworfen hat, tja, da geht es dann eben nicht. Aber mit einem Kredit bei einer solchen Bank ist man ja auch selber Schuld, das gehört auch bestraft, sorry, ist aber so. Wer über den Verhältnissen lebt (bestes Beispiel Amerika) der muss am Ende seine Zeche auch selber bezahlen. Mit diesen Worten – einen wunderschönen Tag zum nachdenken.

    • „Die bringen keine Value für die Firmen…“ hmm…also Merill hat an einem Deal allein der von Orcel advised wurde eine Fee von 500m Dollar verdient. Jetzt weiss ich natürlich nicht wie Sie „keine Value“ definieren aber für mich, der ich bescheiden bin, sind 500m doch ganz ordentlich. Und wenn derjenige der solche Deals packt 20-, 30 oder was weiss ich Millionen verdient ist das für mich ok.

  17. Das Ganze erinnert mich an up-front „Schweige- und Anpassungsgelder“. Das Argument, man finde keine guten Leute ohne diese „Antrittsanreize“ hat nichts mit Markt zu tun. Wer mit Leidenschaft in einer ihm „kompatiblen“ Unternehmensstruktur seinen Job ausfüllt, wird ausser den pekuniären Werten noch andere Werte ebenso gewichten und sich – auch im Konkurrenzvergleich – mit weniger zufrieden geben. Zudem ist es ein Spiegel seiner zu erwartenden „Sozialkompetenz“.
    Die „High-Pusher“ solcher Summen sind u.a. die Headhunter, die davon auch noch abkassieren und diese Entschädigungen auf ein Mass hochtreiben, das jenseits einer volkswirtschaftlichen Wertschöpfung liegt; dies mit dem Argument, es sei eben der Markt und sonst bekomme man keine guten Leute. Das sind reine Schutzbehauptungen des internationalen Kartells der Headhunter. Andernorts spricht man in diesem Zusammenhang von „Schweigegeldern“.

  18. Inside Paradeplatz mutiert immer mehr zu OUTSIDE-Paradeplatz. Anfänglich erschloss dieser Blog eine interessante Medien-Lücke auf dem Schweizer Bankenmarkt. Mittlerweile beweisen die Autoren täglich ihre Unkenntnisse der Funktionsweise der Banking-Industrie und posaunen die üblichen JUSO-Argumente in die Welt.

    • Die Funktionsweisen sind den Damen und Herren von Inside Paradplatz sicherlich geläufig, deshalb werden sie ja auch kritisiert – völlig zu Recht übrigens. Dagen kann man schwerlich etwas einzuwenden haben es sei denn, man gehört selber zu den Profiteuren.

    • Juso-Argumente? Haben nicht 68 Prozent der Schweizer Stimmbürger gegen solche Abzockerei-Praktiken gestimmt? Sollen derart märchenhafte Gehalts-Packages Leistungslöhne sein? Wo ist die Leistung bei der UBS bei zwei Milliarden Verlust?

    • Da haben Sie recht, Heute haben viele Unkenntnisse. Von daher ist der zwölffache Lohn sicher genug. Unterstützt daher die Initiative 1/12.

    • Von welchen Unkenntnissen sprechen Sie? Schreiben Sie nicht um den heissen Brei! Der Welcome Bonus ist nicht gerechfertigt und eine Schande für die Bank-Industie. Pfui

  19. Warum gibt noch niemand ein Abzockermagazin heraus à la reichste Schweizer in der BILANZ?
    „Öffentliches zur Schau stellen der 100 – 200 schlimmsten Abzocker inkl. deren Chefs, ChefChefs und deren Unternehmen“. Vielleicht Herr Minder als Initiativabschlussmasterarbeit.

  20. Business as usual! Und es geht munter weiter. Wer gedacht hätte, dass es in der neuen Bankenwelt mit Antrittsbonus vorbei ist, sieht sich wieder einmal getäuscht. Und es zeigt sich auch, dass die Buddies nur von einer Bank zur anderen Wechseln, wenn Sie keinen finanziellen Verlust erleiden. Zudem gelingt es ihnen bei dieser Gelegenheit wahrscheinlich, gesperrte Boni und Optionen beim neuen Arbeitgeber direkt in Cash zu wandeln, ohne weitere Risiken einzugehen. Es geht also nicht darum, bei der neuen Bank etwas zu erwirken, sondern sich nur schadlos zu halten. Wenn jedoch ein Mitarbeiter (mittleres Kader) von einer Bank zur anderen wechselt und noch aufgeschobene Boni/Optionen hat, so kann er sich diese natürlich abschminken. Er wird sich daher genau überlegen, ob er einen Wechsel macht mit allen Vor- und Nachteilen. Die oberen müssen dies nicht und lassen sich vergolden. Orwells Farm der Tiere lässt grüssen!

  21. Das römische Reich ging schlussendlich an seiner Grösse und seiner Dekadenz zugrunde, Instituten à la UBS wird es genau so ergehen. Geschichte wiederholt sich eben, im Grossen wie im Kleinen. Das letzte Hemd hat keine Taschen, warum ist diese simple Tatsache allen bekannt nur den Managern nicht?