Banken-Software-König wurden 2 Ferraris geklaut

Avaloq-Chef Fernandez bestohlen – auch Mercedes weg – Bande am Werk – Zürich Versicherung blockte.

Francisco Fernandez ist ein Super-Entrepreneur. Seine Avaloq Bankensoftware hat die Konkurrenz abgehängt. Heute ist Avaloq der Industriestandard.

Fernandez‘ Erfolg führt zu Ruhm und Reichtum. Das hat abgebrühte Verbrecherprofis auf den Plan gerufen.

Letzten Herbst wurde Fernandez in seinem Privatwesen in Wollerau im Kanton Schwyz heimtückisch überfallen.

In den frühen Morgenstunden stahlen Unbekannte zwei teure Ferraris und einen hochstehenden Mercedes aus dessen Garage.

Fernandez und seine Familie merkten nichts vom Einbruch. Sie schliefen. Erst am späteren Morgen entdeckten sie das kriminelle Werk – und erstatteten sofort Anzeige.

„Letzten Herbst nahm die Polizei den Einbruchdiebstahl bei Herrn Fernandez auf“, bestätigt Fabian Kühner, Leitender Staatsanwalt des Kantons Schwyz.

„Ihm wurden zwei Ferraris und ein Mercedes aus seiner Garage bei ihm zuhause gestohlen.“

Die Autos sind bis heute nicht gefunden worden.

„Wir haben sofort die Spuren aufgenommen und ein Ermittlungsverfahren eröffnet“, sagt der Staatsanwalt.

Fernandez selbst bestätigt den Vorfall zwar, will sich aber öffentlich nicht dazu äussern. Es gehe um „Privates“, teilt er per E-Mail mit. Er möchte dies „privat lassen“.

Zuvor waren die Autos nicht ganz privat.

Gegenüber der SonntagsZeitung war Fernandez im Herbst 2011 bereit, sich auf eine Frage nach seinen zwei Ferraris einzulassen.

„Ich bin Autofan, das stimmt“, meinte der Avaloq-Chef damals im Interview. „Die Perfektion in der Ingenieurskunst fasziniert mich ganz generell.“

Fernandez meldete den Diebstahl-Schaden, der sich auf eine Million belaufen könnte, umgehend seiner Versicherung an.

Es handelt sich um die „Zürich“, eine der grössten Autoversicherungsfirmen der Welt, für die Auto-Diebstähle zum Daily business gehört.

Statt den Schaden des bekannten Unternehmers rasch zu begleichen, soll sich die „Zürich“ lange quergelegt haben, berichten Freunde von Francisco Fernandez.

Das Verhalten des Zürcher Finanzkonzerns habe den Software-König in Rage gebracht, meint einer.

„Fernandez regte sich auf, weil er nach eigenen Worten der „Zürich“ jedes Jahr mehrere Zehntausend Franken Prämien zahlen würde.“

Statt ihn als wichtigen Kunden zuvorkommend zu behandeln, sei er hingehalten worden, sagt der Gesprächspartner mit Bezug auf Aussagen von Fernandez.

Fernandez nahm in einem Telefongespräch anfänglich Stellung zur Arbeit der „Zürich“, bat dann aber, keine Aussagen von ihm zu verwenden.

Ein Sprecher der „Zürich“ wollte keine Stellung nehmen. Man könne sich doch nicht öffentlich zu möglichen Kundenbeziehungen äussern.

Die „Zürich“ hat sich offenbar auf den Standpunkt gestellt, dass sie zuerst den Schlussrapport der Schwyzer Polizei benötige, bevor sie Schadenersatz leisten würde.

Inzwischen hat die „Zürich“ laut einer Quelle eine Zahlung geleistet. Diese liege allerdings unter dem Betrag, den sich Fernandez erhofft habe.

Der Diebstahl beim Avaloq-Chef geht über den Einzelfall hinaus.

Im Kanton Schwyz, wo viele vermögende Unternehmer und Manager aus der Zürcher Finanzindustrie sowie Hedgefund-Manager aus Freienbach (SZ) ihren Wohnsitz haben, treibt eine Auto-Bande ihr Unwesen.

„Seit rund zwei Jahren sind im Kanton Schwyz mehrere Dutzend Luxusautos gestohlen worden, und zwar sowohl aus Garagen von Händlern und Mechanikern als auch zuhause bei Privatpersonen“, sagt der Schwyzer Staatsanwalt Fabian Kühner.

„Wir gehen von einer gut organisierten Bande mit hoher Professionalität und krimineller Energie aus.“

Die Kriminellen lassen sich weder von Überwachungskameras noch von sonstigen Sicherheitsvorkehrungen abschrecken.

Das war auch bei Fernandez der Fall. Trotz Schutzmassnahmen wurde er Opfer eines Einbruchs.

Um wen es sich bei der Diebes-Bande handelt, ist trotz umfangreichen Polizei-Ermittlungen offen.

Auch das deutet auf hohe Professionalität der Verbrecher hin. Bisherige Aufrufe in den Medien blieben nutzlos.

Kommentare

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  1. How is this an interesting story? Why are you glorifying criminal activity and making it appear that an entrepreneur who can afford a Ferrari is somehow at fault? Reminder: Success is good. Crime is bad.

  2. Was mich mehr interessieren würde wäre ein Bericht über Avaloq selbst.
    Es wird hier als quasi Standard für Banken angepriesen. Aber wie gut ist es wirklich?
    Ich höre immer nur Wehklagen wegen überbordenden Projektkosten. Und die Benutzer scheinen auch nicht glücklich.

    • Good point, Roli! Die Projektkosten sind horrend. Wenn ich nur schon an die Einführung bei der alten Clariden Bank denke! Man sprach damals von einem dreistelligen Betrag…

      Aus Benutzersicht ist Avaloq häufig ein Ärgernis. Wehe, man schliesst das falsche Window! Dann verabschiedet sich gleich die ganze Applikation ohne Vorwarnung. So ähnlich wie die Ferraris des Chefs…

  3. Na ja … Auch aus meiner Sicht ist das ein eher langweiliger Artikel auf IP.

    Dem Vernehmen nach soll übrigens der gute Herr Fernandez beim Verkauf seiner Software extrem gewieft sein, was später auch schon zu Enttäuschungen auf Käuferseite geführt haben soll. Und so könnte man sich ja auch fragen, ob die beiden Ferraris sowie der Mercedes nicht von Verbrechern sondern von enttäuschten Kunden gestohlen wurden – aus Rache …

    😉

  4. gut wenn der neu zugezogene nachbar zeigt was er sich so leisten kann, dann können die anderen drum herum etwas sorgloser nächtigen. früher wusste die geldelite ihren reichtum geschickt zu kaschieren und lebte unbehelligt umso besser. heutige sternchen und exhibitionisten sollen nicht jammern, wenn sie auch unerwünschte blicke auf sich ziehen.

  5. Der Finanz-Clique folgt die „richtige“ Bande … Macht aber nichts: Entweder bezahlt der Steuerzahler oder der Prämienzahler!Schöne Schweiz!

    • Für irgendetwas hat man eine Versicherung. Solche Neid-Kommentare sind schon traurig!

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    • @ IRS Hannover:
      Bitte nicht zu arg aus dem Fenster lehnen. Die Jungs von BA M. Lauber haben dieses Jahr zum ersten mal den obligatorischen Fischer-Lehrgang absolviert.
      Da würd ich nun an Ihrer Stelle etwas leiser treten.

      Grüsse an Walter-Borjans

  7. Sehr schöner Artikel! Vielen Dank. Nur, ganz so abstrus scheint es mir nicht, dass die Versicherung, egal ob Zurich oder sonst wer, die Zahlungen erst dann prozessiert, wenn ein definitiver Polizeibericht vorliegt… Bin kein Fachmann, aber glaube das ist Standard.

    Sonst wäre ich der erste, der behauptete, mir sei ein rosa Fahrrad gestohlen worden – Wert: 60 Mia.!!

    Zahltag.

  8. Da wird Boris Francis Collardi bestimmt schlaflose Nächte haben. Denn was liebt er mehr als seine Ferraries? Die Bank Julius Bär jedenfalls kann ihm gestohlen werden, die ist eh bald nichts mehr wert, wenn er so weiter macht.

  9. CS, rette uns! Wir brauchen mal wieder Deine Hilfe: es ist schon Donnerstag und diese Woche wurde noch nichts über Dich geschrieben. Entsprechend langweilig sind die Artikel => Autoklau? Wen interessiert das denn? Es gibt doch sicherlich etwas Amüsantes über den CS-Chaotenhaufen im Uetlihof/Paradeplatz zu berichten so à la Pflanzenverkauf oder George C. Whipple The Third oder so? Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei Dir der Stoff so schnell ausgeht…

    • Ich gebe Ihnen recht die berichte über die CS sind hier der absolute „Knüller“. Aber mal so was zu lesen ist ja auch interessant.
      Und Avaloq hat sicher auch noch Potenzial.

    • Und jetzt ist schon Freitag. Und immer noch kein Bericht über die CS… Normalerweise bringt sie mich immer so richtig herzlich zum Lachen. Schade. 🙁

  10. Anstatt LH zu kritisieren, würde ich an dieser Stelle viel eher in mich gehen und einmal über das katastrophale Schengen Abkommen mit der EU nachdenken. Keine Grenzkontrollen und eine lasche CH Justiz führten zu diesen Verhältnissen. Es ist doch wirklich unglaublich, dass bereits Autos aus privaten verschlossenen Tiefgaragen am Laufband entwendet werden. Vor Schengen wäre dem Opfer noch Versicherungsbetrug vorgeworfen worden für diesen Fall. Heute ist das Alltag in Schwyz und der gesamten Schweiz. Kommen sie mal nach Genf da ist dies noch ein äusserst harmloser Vorfall. Vielleicht sollte man diese Verhältnisse einmal kritisch hinterfragen?!

  11. Die Schweiz ist beim Schengenabkommen der EU dabei und Schengen heisst KEINE Grenzkontrollen mehr. Das ist somit eine Einladung an alle Verbrecher in Europa, sich in der Schweiz zu bedienen und dann ohne Probleme über die Grenze wieder zu verschwinden. Uebrigens ist die Schweiz inzwischen das Land Nummer 1 bei den Einbrüchen. Leider gibt es nur eine Partei in der Schweiz, die sich konsequent gegen die offenen Grenzen stellte und immer noch stellt. Jetzt trifft es halt auch die ganz Reichen, trotz ihren Alarmanlagen und Sicherheitsmassnahmen. Die Schweiz hat sich unter einer Mehrheit von mitte-links Parteien wie SP, Grünen, BDP und CVP halt auch zum negativen verändert. Meistens trifft es bei Einbrüchen und Diebstählen ja die Mittelschicht, die darunter immer mehr leidet ! Wer wieder mehr Sicherheit will, sollte auch die einzige Partei wählen, die Schengen ablehnt ! It’s up to you !

  12. Bitte weiter gähnen! Was sind das für Geschichten? LH gehen Ihnen die echten Themen aus? Eigentlich schade, denn es hätte genügend Stoff für echte Storys.

  13. Wenigstens werden bzw. wurden die Ferraris von einem echten Unternehmer gefahren und nicht von einem angestellten Risikolos-Boni-Banker-Bluffer-Futzi.

    • @insider: Danke, komme gut zurecht. Muss nur jeweils über die Banker schmunzeln, die Ferrari und andere Super-„Flitzer“ fahren bzw. damit stolz „herumgockeln“ und alleine wohl keinen „Kiosk“ führen – geschweige denn aufbauen – könnten.

    • @pablo: spricht da aber nicht der neid aus Ihnen, oder? wieso soll man denn unternehmer werden, wenn man das selbe (&mehr) auch mit speichellecken und arschkriechen, aber ganz ohne unternehmerisches risiko haben kann?
      schade für Sie, wenn Sie noch nicht mal das konnten.

    • @Chrigel: Segmentieren Sie einmal meinen Namen von Rechts nach Links, und dann geht Ihnen ein Lichtlein auf, von wegen „Nichtkönnens“… 🙂 – Sind Sie Banker?

  14. Hoffentlich werden die Diebe nie erwischt! So kosten sie uns weniger, als wenn wir sie dann a la „Carlos“ mit 29’000 CHF/Monat durchfüttern müssen! Was sind da schon paar Ferraris 🙂

  15. C’mon Lukas Hässig, who cares? Es trifft ja keinen Armen. Oder ist der Beitrag als Aufforderung für eine kleine Kollekte zu verstehen?