Raoul Weil kann in USA UBS-Kollegen verraten

Verhafteter Ex-Chef weiss alles – Kooperation wahrscheinlich – Anklage erwähnt „Co-Conspirators“.

Mit Raoul Weil ist den USA ein Grosser ins Netz gegangen. Weil wurde 2008 angeklagt, danach gings rasend schnell. Wenige Monate später war das 75 Jahre alte Bankgeheimnis gefallen.

Der Fall von Weil zeigt zweierlei. Erstens reicht der Arm der US-Justiz weit. Keiner der Angeklagten im US-Steuerkrieg ist vor einer Verhaftung sicher, ausser er bleibt in little Switzerland.

Zweitens und wichtiger ist die Frage, was Raoul Weil nun tun wird und wie das seine Ex-Kollegen an der Spitze der UBS belasten könnte.

Wer in den USA vor Gericht landet, dem bleibt in der Regel nur eine Chance: Er muss mit seinen Häschern kooperieren.

Das machte „Whistleblower“ Bradley Birkenfeld so, das war die Strategie von Martin Liechti, über den noch zu sprechen sein wird, das tut derzeit auch Edgar Paltzer, ein Anwalt der Starkanzlei NKF.

Raoul Weil, der gestern in Bologna in einem Luxushotel verhaftet worden war und den USA ausgehändigt werden soll, drohen in Übersee bis zu 5 Jahren Gefängnis.

Laut Anklage der US-Justiz vom November 2008 hatte Weil jahrelang zusammen mit seinen „co-conspirators, unlawfully, willfully and knowingly“ gemeinsame Sache gemacht und zusammen beschlossen, die USA und ihre Steuerbehörden aufs Kreuz zu legen.

Vorgeworfen wird Raoul Weil Mithilfe zu Steuerhinterziehung im grossen Stil. Die Rede ist von US-Vermögen von bis zu 20 Milliarden Dollar von rund 20’000 amerikanischen Kunden.

Raoul Weil war einer der führenden Köpfe der „Konspiration“, also „Verschwörung“. So nennt die US-Justiz das damalige Vorgehen der UBS. Weil betonte bisher immer seine Unschuld.

Als oberster Chef des Offshore-Bankings trug Weil die direkte Führungsverantwortung für die grosse Schwarzgeld-Strategie der UBS. Die Bank schaute bewusst weg, was Steuern betraf.

In der Anklage gegen Weil ist alles drin. Die Rede ist von „nominee entities, encrypted laptops, numbered accounts, and other counter surveillance techniques“, um die „Identitäten und Offshore-Vermögen der US-Kunden vor den US-Behörden zu verstecken“.

Bittere Ironie ist der Hinweis auf „Geheimdienst-Techniken“. Während die USA mit ihrer NSA die ganze Welt ausspionieren, stolperte die UBS über chiffrierte Computer und Vaduzer Stiftungen.

Dass Amerika sich als Weltpolizist gebärdet, hilft Raoul Weil nicht weiter.

Ihm und seinen Ex-Kollegen in der UBS-Leitung werfen die Amerikaner vor, dass sie das US-Offshore-Geschäft unter sich als „toxischen Abfall“ bezeichnet hätten. Sie seien sich bewusst gewesen, dass das Business „nicht auf eine Art betrieben wurde, das US-Gesetzen und dem QI-Abkommen“ entsprochen hätte.

QI meint Qualified Intermediary. Die UBS und 7’000 andere Banken weltweit hatten dieses ab 2001 einzuhalten. Es verbot US-Wertpapiere für nicht deklarierte Amerika-Kunden.

Aufgrund weiterer US-Vorschriften gingen die Einschränkungen viel weiter. Es war den Banken bereits verboten, US-Kunden ohne Offenlegung per Telefon, Mail oder physisch zu beraten.

Die UBS hatte dies unter Raoul Weil und den Ex-Spitzenkollegen der Grossbank nicht unterbunden; dies obwohl es im Vorfeld von QI interne Warner gegeben hatte.

Ein Ex-Privatbanking-Chef der Bank schildert, wie seine damalige „Risikobeurteilung“ für den Markt Lateinamerika ausgesehen habe, anlässlich welcher das Thema „breiter kommentiert“ worden sei.

Der Insider listet die Anwesenden eines Meetings auf, darunter neben Raoul Weil auch der lange Jahre oberste Chef des UBS Private Bankings, Georges Gagnebin, sowie weitere operative Topshots des Offshore-Bereichs der grössten Schweizer Bank.

Laut der Quelle, die ihre Vorwürfe in einem umfangreichen Dossier vor einiger Zeit den zuständigen Schweizer Behörden zugestellt hatte, habe es damals seitens der obersten Verantwortlichen nur ablehnende Kommentare bezüglich der Aufgabe des Steuer-Offshore-Geschäfts gegeben.

„Das oberste Ziel ist Neugeld, wir müssen mit allen Mitteln akquirieren“, habe Georges Gagnebin gesagt, heisst es in den Unterlagen des Insiders.

„Wir haben so viele Bundespolitiker aller Parteien als Kunden, da ist kein Druck aus Deutschland zu erwarten, wir könnten fast ein Kabinett bilden“, soll Raoul Weil mit Bezug auf den wichtigsten europäischen Offshore-Markt, Deutschland, ausgeführt haben.

Ab 2000 beschleunigte die UBS unter ihren Spitzenleuten die Zweibeinstrategie in den USA. Die Bank betrieb einerseits unter der übernommen Paine Webber ein Onshore-Geschäft, andererseits machte sie im grossen Stil weiter mit dem Offshore-Geschäft aus der Schweiz heraus.

Die obersten Juristen waren im Bild. Im Zentrum stand dort Peter Kurer. Kurer war lange Partner bei der renommierten Wirtschaftskanzlei Homburger und kannte von daher die Internas der Swissair.

Im Frühling 2001 wechselte Kurer zur UBS, wo er oberster Rechtschef mit Platz in der Konzernleitung wurde. Als der Swissair ein halbes Jahr später der Schnauf ausging, arbeitete Kurer als Vertreter der Kreditgeberin UBS mit bei den Kapitulationsbedingungen für die Airline.

Im Mai 2006 schrieb Kurer in seiner Funktion als UBS-Rechtschef dem Amerikaner Bradley Birkenenfeld, dass dessen Bedenken bezüglich US-Offshore ernst genommen würden.

Birkenfeld hatte zuvor die UBS nach 5 Jahren Offshore-Tätigkeit in Genf verlassen und einen letzten Bonus vor einem Arbeitsgericht erstritten. In einem Schreiben an die Konzernleitung stellte er die Steuerumgehungs-Praxis der Bank an den Pranger.

Trotz der Zusicherung Kurers änderte die UBS ihr Gebaren in den USA nicht gross. Die Berater reisten weiterhin nach Übersee und setzten nach wie vor Geheimcomputer ein.

Kurer wurde in der Anklageschrift gegen Raoul Weil mehr oder weniger versteckt genannt.

„These Executives occupied positions at the highest levels of management within (UBS), including positions on the committees that oversaw legal, compliance, tax, risk, and regulatory issues related to the United States cross-border business“, heisst es dort.

Wie gefährlich ein Topshot für seine Ex-Kollegen wird, wenn er einmal mit den USA kooperiert, zeigt der Fall von Martin Liechti.

Liechti war als Generaldirektor direkt Raoul Weil unterstellt und zuständig für die Offshore-Märkte USA und Lateinamerika. Er wurde im Frühling 2008 in einem startbereiten Flugzeug in Miami verhaftet.

Liechti kooperierte mit den Amerikanern. In der Folge musste die UBS sich aus dem US-Business verabschieden.

Ein halbes Jahr später folgte die Anklage gegen Raoul Weil. 3 Monate danach gab die Schweiz 250 US-Kundennamen heraus.

Es war der Schweizer Mauerfall.

Kommentare

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  1. Ich finde es noch immer unfassbar, dass arbeitende Schweizer Bürger, die jahrelang etwas gemacht haben, was ALLE Banken gemacht haben und was in ALLEN Banken als NORMAL galt nun ins GEfängnis gehen sollen. Dann sollten wirklich alle Banker der letzten Jahre dorthin wandern, denn alle haben das gleiche gemacht. Es ist lächerlich das Einzelpersonen in die Schuhe zu schieben. Vom Assistent bis zum VR – alle wussten wie es läuft. Diese Fingerzeigerei auf die oberste Chefetage finde ich absurd und peinlich! Der letzte Praktikant wusste Bescheid! Lächerlich! Und unfassbar das Verhalten der USA kontinuierlich mit zweierlei Mass zu messen, bei sich selbst so und bei anderen eben anders! Unglaublich! und wie immer…keiner steht auf und sagt was, alle verkriechen sich und jeder denkt: zum Glück bins ich nicht, ich hab ja auch davon gewusst…

    • Nur weil ALLE BANKER (Ihre Aussage) taten, was in den USA strafbar ist, heisst das noch lange nicht, dass man ungestraft davonkommt.
      Wenn Sie jemand zum Rasen auf der Strasse anstiftet, müssen Sie als Fahrer dafür rechtlich gradesten. Schliesslich haben Sie ein eigenes Gehirn zum Nachdenken. Wie tief muss ein solcher IQ sein?
      Im Übrigen haben alle Beteiligten die Boni aus den „Supergewinnen“ noch so gerne eingesteckt. Hochmut kommt vor dem Fall und Gier macht blind.

  2. Könnte das so verstanden werden, dass die USA in diesem Fall (und dem weiterer paar Dutzend verdächtigter Banker, Wirtschaftsanwälte und Treuhänder) bloss die Verletzung von US-Recht auf US-Territorium nicht hinnehmen möchten?

    Könnte im weiteren endlich begriffen werden, dass die „CH-Spezialität“ der ein wenig bauernschlauen Unterscheidung von Steuerhinterziehung und Steuerbetrug wenn schon nur beim Schweizer Onshore-Banking gilt, nicht aber beim Schweizer Offshore-Banking? Und dass ein Bankgeheimnis im Offshore-Banking nur den Wert einer glänzenden Goldschlaufe um ein Paket in braunem, verfleckten Packpapier haben kann?

    Was für ein Spiel wird da eigentlich gespielt, wenn das EFD in jahrelangem Ringen Abkommen (zB QI-Abkommen) mit den USA aushandelt und die CH-Banken dann wissentlich und willentlich diese Abmachungen unterlaufen?

  3. Die SNB hat Reserven von 170bn US Treasuries. In den Bankdepots gibts wohl nochmals einige Milliarden. Wir sind der grösste Gläubiger der USA in Europa. Diese Schuldtitel könnte man auf den Markt werfen, das gàbe ein nettes Beben in den so wichtigen Finanzmärkten und höhere Schuldzinsen für die Amis.

    Dass die Schweiz dieses Druckmittel nicht ausspielt ist mir schleierhaft. Die Regierung ist entweder ideenlos, ängstlich naiv oder sie hegt eine Hidden Agenda.

    • Wenn man (unser Bundesrat) zu nahe an einem Bild steht, erschliesst sich ihm halt das ganze Bild nicht… Strategisch sind wir in der Schweiz auf oberster politischer Ebene äusserst leichtgewichtig aufgestellt. Von einer linken Mehrheit kann auch kein langfristiges Denken erwartet werden… Wie anders ist zu erklären, dass es in Bern noch immer Leute gibt, die unsere gesunde Schweiz in die marode EU drängen wollen?

    • @hans muster: das würde allerdings voraussetzen, dass man (unser BR) dabei auch die augen offen hat – und da habe ich allergrösste zweifel.
      irgendwoher kommen die tränensäcke unserer exponenten (hier: exponentin) schliesslich.

      bin gespannt, wie die städte die sich langsam auftuenden löcher in der kasse füllen möchten, angesichts der disproportional wachsenden anzahl alv-bezüger mit maximalbezug!

  4. Communiqué vom Jassclub Los Lobos

    Nun gut. Die Zeit scheint gekommen, sodass ich mich nun im Namen des Jassclub Los Lobos mal beim CH-Volk und den verbleibenden Banken und EVV entschuldigen darf.
    Wir hatten damals, im 2009, einfach kurz den Überblick verloren aufgrund des hohen Druckes und vorallem der ernsthaften Bedenken, die soeben mit Staatswerten gestützte UBS könnte durch die US-Cowboys zerschlagen werden und die Garantien der CH-Bürger könnten in echtem Geld verloren gehen. C’était la panique. Leider hatten wir die wichtigste Lebensweisheit von Mami in dieser turbulenten Zeit einfach vergesssen: „Das Leben ist nie alternativlos, sagte sie doch immer. Ist uns aber kürzlich wieder in den Sinn gekommen, ehrlich“. Schade. Sorry nochmals und alles Gute, gell!

    Euer Jassclub Los Lobos

    H.R. Merz (nur Vorsitz und gelegentlich dabei)
    EWS (nur Protokoll)
    E. Haltiner (nur zufällig dabei)
    U. Zulauf (beordert, kann nichts dafür)
    S. Marchionne (nur zufällig dabei)
    M. Diethelm (nur Infrastruktur)
    John F. Savarese (nur Consulting)
    Prof. Waldburger (nur Strategieberatung)

  5. Lirber Herr „Pro Schweiz“ von der ? SVP ? Was Sie schreiben stimmt teilweise schon. Natürlich hat die Schweiz vom Banken Boom profitiert. Und dass die Amis Verbrecher sind, stimmt auch. Aber die UBS & die CS haben in den USA auch gesündigt !!!! Den Amis Hypotheken in Schwindel erregenden Höhen snzuhaengen ! Einer der grossen Versager ist Martin Liechti Ex UBS Officer Chief Nord und Sudanetika !!! Heute arbeitet er als Unternehmensberater & Coach in der Ostschweiz ! Das ist doch der Hammer !!!!!

  6. Otto. An den Kommentar mit dem Titel „Gute Nacht Geschichte“. Ist eigentlich Ihr Bewusstsein uber Recht & Unrecht schon so weit abgerutscht ? Ihre Beurteilung uber einen sehr wertvollen Kommentar ist Himmel traurig !!! Gehören Sie etwa auch zu diesen UBS Bankstern ??

  7. Otto. Mit der neuesten Festnahme in Bologna wurde einer der Top Three der UBS Banker endlich gefasst !!! Die Liste ist lang aber mit jedem gefasdten dieser Bank wird sie kuetzer und das stark . Ansehen der Schwriz wieder besser.

  8. Der schlimme ist und bleibt Marcel Ospel und ihm ist eigentlich gar nicht viel passiert ! Das ist eine mega Schweinerei ! Die UBS Ist seit Jahren fast immer ganz vorne mit dabei, wenn es um Machenschaften usw. geht ! Diese Bank wird nie mehr zu ihrer alten Stärke sls grösste Vermigens-Verealtungsbank der Welt zuruckfinden. Das Vertrauen der reichen Private – Banking – Anleger ist grossenteils ein für allemal verspielt. Da hilft die UBS Werbung auf ihren Grossmonitoren der Schaufenster – Filialen wenig. „UBS beste Bank der Schwriz“ Waere sie wohl gerne !

  9. Es wäre extrem schön, wenn die ehemalige Boni-Manager endlich für ihre Machenschaften zur Rechenschaft gezogen werden.

    Ich wette aber, dass diese feinen Herren irgendwie aus der Schlinge ziehen!

    @UBS: Habt ihr eine Idee, wie ihr die bestehenden MA verärgern könnt und eure ehrenwerten Senior-Mgr retten könntet?

    • Es gibt seit langem zwei bewährte Grundsätze:

      1. Man legt sich nicht mit den Amerikanern an, da sie ihr Recht konsequent durchsetzen. 2. Als Manager hat man immer jemanden zwischen sich und dem Risiko.

      Nur die dummen Manager haben das nicht berücksichtigt.

  10. .

    Europäischer Bankenplatz auf der Anklagebank
    ============================================

    Nach dem Zweiten Weltkrieg, als Europa den Krieg verloren hatte, beabsichtigte die USA das Schweizer Bankgeheimnis auszuhebeln. Nur ein „technischer Zufall“ verhinderte dies.

    Nach Jahrzehnten des – US – Zuwartens und Lauerns, des Fallen stellens und Auskundschaftens sind die Angloamerikaner ganz nah am Ziel.

    Europas Bankenlandschaft , (incl. Appendix Schweiz) wird blütenweiß.

    Die EU-Konkurrenz ums nicht Persil-weiße Geld ist ausgeschaltet.

    Bleibt die Frage: Wie will man mit Weißgeld leicht Geld verdienen?

    • @Trudi: Beissend, ätzend, aber realistisch. Im Gegensatz zu den Krähen, die sind solidarisch. Und @Hari Boh macht Manager froh! Jaja, die OK-Boni, käufliche Loyalität.

  11. die CH-Banken sind und bleiben naiv. Als das mit Christoph Meili passierte, hätten die CH-Banken reagieren müssen. Alle Beteiligungen unter Chapter 11 stellen und den amerikanischen Markt verlassen. Aber nein, man kauft alle maroden Broker Häuser für x-Millionen (wenn nicht Milliarden), zahlt den geldgierigen Amis riesen Boni, kauft den Amis noch Schrottpapiere ab. Nach riesen Verlusten werden auch noch kräftige Bussen bezahlt. Und das alles unter dem Deckmantel von „Global Player“. Wann erwachen die Banken endlich und lassen den amerikanischen Markt links liegen. Fazit der ganzen Geschichte: Ausser Spesen nichts gewesen.

    • Das ist ein hervorragender Kommentar. Leider liegt die Antwort auf der Hand. Warmduschende Schweizer „Topmanager“ werden von den Angelsachsen mit Ok-Boni (natürlich kleiner als die eigenen, doch immer noch oho) gefügig gemacht. Zum Teil braucht es leider nicht einmal das: Viele CH-MD kriechen den Angelsachsen auch so … Traurig, traurig.

    • @Naiv: Danke 🙂 dies ist so etwas von wahr!! Wieso können wir CH uns so auf der Rübe rum tölpeln lassen!!! Zumal die Schweiz mit der UBS und der CS 2 sehr relevante Banken für das System der AMIS hatte. Ich verstehe nicht wieso wir Schweizer hier nicht agierten… Immer dieses reagieren. Die Schweiz ist klein, ja, jedoch ist die Marktmacht das entscheidende, was hier in diesem Dossier permanent untergeht.

      Deshalb… HABT MEHR STOLZ, SEIT ZÄHER IN DER VERHANDLUNG UND SPIELT VOR ALLEM GLEICH, WIE DIE GEGNER!!!

      AMERIKA IST UND BLEIBT EIN DRITTWELTLAND.

  12. Ich will nur nochmals kurz daran erinnern, dass alleine die UBS sich von den Amerikanern mit faulen Hypothekarpapieren im Wert von 40 !! MRD CHF hat über den Tisch ziehen lassen. Von diesem Riesenschaden haben die ach so ehrenwerten USA bisher keinen einigen USD an die UBS zurückbezahlt. Im Gegenteil die UBS musste noch 100 Mio CHF Busse bezahlen, dass sie diese miesen Papiere in den USA gekauft hatte ! Wie lange kann man eigentlich eine Firma mit grosser Substanz melken bis sie pleite ist ?

    • Genau!!!
      Die „GROSSEN“ USA können sich alles erlauben und auf den Schweizern wird rumgehackt.
      Aber eben, die AMIS brauchen Geld, egal wie man es bekommt, dann melkt man halt mal die Schweizer, die haben ja eh genug Kühe.
      Liebe AMIS, Kühe kann man melken aber die geben Milch und kein Geld.
      Räumt euren Saftladen in den USA mal selber auf, ohne stetige Hilfe von Anderen.

    • Nicht zutreffend argumentiert! Es ist ja so, dass die UBS AG zu keinem Zeitpunkt, nie und nimmer gezwungen wurde, a) sich im US Immobilien Markt derart zu positionieren und b), durch 2 hauseigene Teams, also zweispurig innerhalb der Bank die selbe „Strategie“ zu fahren- notabene in den USA. Die Möchtegern Bänkler hatten ja nicht einmal über 14 Monate bemerkt, dass sie sich die Teile gegenseitig abluchsten und den „Wert“ für solchen Müll dadurch exorbitant eigenhändig hochtrieben- wo doch Drittbanken schon längst den sicheren Hafen aufsuchten und sich abwandten davon! Dass muss man sich mal erst geben….!
      Jeder, der die USA schon bereist hat, dem wurde relativ schnell klar, dass diese meistens nicht unterkellerten Häuser maximal nur einen Bruchteil dessen Wert waren, zu dem sie finanziert wurden. Aber eben, Gier schaltet Verstand aus!

  13. Ist es nicht etwas verwunderlich, dass nur (ex-)UBSler verfolgt und verklagt werden, hingegen CSler, definitiv ohne weissere Weste, nichts zu befürchten haben, deren oberster Boss und mit bestimmt ähnlicher Vergangenheit punkto Wissen der Geschäftstätigkeit uneingeschränkt reisen darf und sogar den Wohnsitz in den USA hat? Einfach erstaunlich.

    • Die Antwort ist einfach. Wenn die US-Behörden ein Exempel statuieren wollen, wählen sie einen Fall aus, der möglichst extrem ist. Wenn man in den USA vor Ort aktiv ist, gilt US-Recht. Wenn man seine Kunden bei der Steuerhinterziehung aktiv unterstützt, ist das auch nach CH-Recht strafbar. Wenn dieses Geschäft sehr systematisch betrieben wird, ist auch offensichtlich, dass dies nicht ein paar Kundenbetreuer ohne Wissen der verantwortlichen Manager betrieben haben. Mit etwas Fleiss können die US Behörden locker die notwendigen Beweise sammeln und der Staatsanwalt gewinnt vor Gericht mit einer Wahrscheinlichkeit von 100%. Dann hat man ein Exempel statuiert.

  14. Wieso immer auf die Schweizer Banken und den Finanzplatz Schweiz drauflosklopfen?
    Ohne die Schweizer Banken würden wir hier in der Schweiz kaum so gut leben, wie wir es tun.
    Seid Euch alle das Mal bewusst!!!

    Ausserdem klopft die USA nur so rum, weil Ihnen langsam die Kohle ausgeht und sie auf jede erdenkliche Art und Weise zu Geld kommen müssen. Vor Jahren (vor der Finanzkrise) hat das kein Schwein in den USA interessiert und ihre AMI-Banken haben gehörig im grossen Topf umgerührt. Aber jetzt, immer schön auf die kleine Schweiz und deren Finanzinstitute klopfen, wie wenn wir hier die einzigen schwarzen Schafe wären und Ihr Leser unterstützt dieses Verhalten auch noch! Schämt Euch! Haltet endlich Mal zu Euereins und vergesst nicht, dass wir nur durch die Banken einen solchen Standard geniessen, resp. genossen haben, bis die Pleitegeier USA kamen.

    • @Pro Schweiz: Rechtsverständnis kann ich Ihrem Kommentar leider nicht entnehmen. In diesem Fall sind nicht die Amis die bösen Schurken, sondern Schweizer Banker, die wissentlich und willentlich geltendes amerikanisches Recht verletzt haben.

    • @Xaver Hentschel
      Dann ist Ihnen wohl entgangen, dass es den Amerikanern Gut und Recht war und selber ganz gehörig mitgemischt haben in dieser ganzen Schei…, bis, ja bis sie nichts mehr rausholen konnten und merkten, dass die ganze Misere (die sie selber angezettelt hatten) eine Riesenpleite war und den ganzen Schrott dann UNSEREN Banken verkauft haben (die leider so Dumm waren das zu kaufen) Also, wer hat hier welches Recht verletzt? Wer hat die Finanzkrise heraufbeschworen? Und wer will jetzt seine Hände in Unschuld waschen? Vielleicht lesen sie auch noch den Artikel oben von *Ueli Meier*.

  15. Es erfüllt einen mit einer gewissen Genugtuung, dass die eingesackten Boni dieser Herren nun wohl aus lauter Angst, ausgeliefert zu werden, in der Schweiz ausgegeben werden, sodass die Schweizer Wirtschaft letztlich doch nochwas davon hat. Die exklusiven Ferien in den feudalsten Tempeln dieser Welt können sich diese feinen Herren nun wohl endgültig abschminken. Die Schweiz ist ja auch ein sehr schönes Land, um Ferien zu machen und an der Bahnhofstrasse in Zürich kann man ja weiterhin edel shoppen gehn, ne….

  16. Wann kommen endlich die höchsten verantwortlichen Personen dran? Es wäre sehr bedenklich, wenn Ospel und Co. ungeschoren davon kommen. Entweder wussten sie alles von diesen Praktiken und dann gehören sie bestraft. Oder sie wussten nichts und dann müssen sie die Verantwortung für ihr Nichtswissen tragen. Mit dem Chefposten kommt auch die Verantwortung.

    • @fredi feuz: der Kurer als oberster UBS Anwalt
      musste doch das Risiko bekannt gewesen sein.
      Ich hoffe, dass der auch noch dran kommt…..

    • In der Causa Swissair hat Ospels scharfer Hund dem Corti ja mächtig die Zähne gezeigt. Bekommt Kurer jetzt bald selber die Zähne der IRS zu spüren ?

  17. Raoul Weil wird ganz sicher wärend seiner Langen U-Haft viele, viele Namen preisgeben, von dem muss ausgegangen werden denke ich. Das bedeutet dann aber auch, die Fahndungsliste wird nochmals noch länger. Wo das wohl enden mag?

  18. Es war ja ganz klar, dass die US Inc. längst nicht locker lässt. Und es muss jedem Bänkler auch klar sein, dass er zu jeder Zeit und an jedem Ort ausserhalb der Schweiz dem Zugriff des unsäglich langen Armes der US Inc. ausgeliefert ist. Das Schmierenkabinett UBS AG ist noch lange nicht ausgestanden. Wir werden fast täglich mit irgendwelchen Machenschaften der UBS konfrontiert. So gesehen, ist es nur logisch das die Bänkler von hinten aufgerollt abkassiert werden und wie auch dieser neueste Fall Zeigt, aus heiterem Himmel Verfolgungsbehörden auf der Matte stehen und so einen nach dem anderen Bänkler kurzerhand abkassieren! Fertig lustig, im Luxus und Co. ab zurück hinter Gitter- und da dauerts. Wir müssen schon davon ausgehen, auch wenn wir uns dagegen verschliessen sollten, dass noch einige Namen auf der berühmt berüchtigten Liste der US Inc. stehen, die die noch ergreifen wollen. Ob es 20 oder 100 solch Bänkler sind, ist primär egal- wer weiss das schon. Tatsache hingegen ist, nach diesem neuerlichen Zugriff dürften einige UBS Bänkler aber auch nicht UBS Bänkler, die in Betrügereien verwickelt sind oder waren, trotz ihres Vermögens- was sie notabene durch eben notierte Machenschaften erlangten, nicht mehr wirklich gut schlafen…. Mit diesem Hintergrund, im Grunde genommen eine Genugtuung für diejenigen Menschen, die ihre Habe ehrlich mit Fleiss und Entbehrungen erstanden haben und hatten. Nur die wirklich ganz dummen Bänkler glauben, dass es ihnen nicht so ergehen kann. Raoul Weil war eben so einer! Respektiere deinen Feind aber, unterschätze ihn nie. In der Tat, die UBS hätte 2008 liquidiert und den verantwortlichen Bänkler den Prozess gemacht werden sollen. Der daraus entstandene volkwirtschaftliche Schaden wäre kleiner als derjenige, die die Banken bis heute angerichtet haben- und Land ist da längst noch nicht in Sicht. Den Bänklern die das lesen, gebe ich noch etwas anderes zu bedenken: das System US Inc. ist so aufgebaut, dass dieses noch Jahre nachdem gutgläubige meinen, es sei nun ausgestanden, Leute die einmal auf solchen Listen namentlich standen, verhaften. Glaubt ja nicht, ihr könnt locker noch irgendwo in die „Ferien“ gehen oder sonst was unternehmen im Ausland denn, die US Inc. gibt überhaupt nicht nach und dass, das ist EUER Problem in Zukunft….

    • Was wollten Sie uns sagen? Eines haben Sie geschafft: Langer Text gelungen…

    • Eine Reise ans Kulturfestival in Ougadougou ist noch möglich, nur mit Direktflug. Vielleicht winkt aber auch eine Belohnung von 100 Mio. wie Freund Birkenfeld. Das ist eben auch USInc. Mir tun all die verratenen Ameisli leid, die in ihrer Reisetätigkeit eingeschränkt werden, sich nicht einmal mehr zum Einkauf ins Deutsche trauen. Das Thema internationale Rechtshilfe wurde in der Diskussion bisher völlig ausgeblendet. Die Strategien zur strafbaren Beihilfe zur Steuerhinterziehung wurden durch die Oberchefs entwickelt und bonuswirksam umgesetzt. Die haben ja jede Woche Listen über die Offshore-Akquisitionen erhalten. Die Ameisli wurden verraten, weil die Oberen ihre Haut retten wollen. Gut, wenn das nicht gelingt.

  19. Jetzt wird endgültig klar, weshalb die Luxushotellerie in den Schweizer Tourismushochburgen in der letzten Zeit derartige Zuwächse erzielen konnte.

    Wahrlich ein willkommener Nebeneffekt!

  20. Liebe Leser und Leserinnen,
    Einmal mehr eine sehr schöne Story, süffig serviert, gespickt mit sensationellen Pseudofakten, kein Zweifel. Aber leider nur mit Halbwahrheiten und Halbwissen zustande gekommen.

    Meiner Schätzung nach dürften 30-40% der hier gemachten Anschuldigungen schlicht unwahr oder mindestens sehr an den langen Haaren herbeigezogen sein (Rapunzel?).

    Als Gegendarstellung und zwecks ausgleichender Gerechtigkeit, empfehle ich gerne den 2009 in der NZZ erschienen Artikel von Prof. Behnisch im 2009:
    http://www.nzz.ch/finanzen_alt/nachrichten/ich-habe-keinen-steuerbetrug-gefunden-1.2066801

    Zudem erlaube ich mir zu erwähnen, dass die seit Jahren andauernde Anti-Solidarisierungswelle des Finanzplatz von links, der Schweiz in keinster Weise zuträglich ist. Fast eine Schande, aber nur fast. Die Quittung wird kommen. Garantiert.

    Besten Dank

    • Sie bezweifeln also dass die UBS

      – das QI-Abkommen unterzeichnete
      – in den USA Kunden aktiv umwarb, teils vor Ort (also auf amerikanischem Boden)
      – das alles unter Mitwissen der obersten VV-Spitze?

      Die Eckpfeiler dieses Artikels sind bewiesen, ansonsten bitte um mehr Links.

      Der verlinkte NZZ-Artikel oben verweist nur auf Schweizer Rechtslage, in diesem Falle hätte die UBS aber niemals das QI-Abkommen unterzeichnen dürfen oder eben auf heikle Geschäfte verzichten.

  21. “Wir haben so viele Bundespolitiker aller Parteien als Kunden, da ist kein Druck aus Deutschland zu erwarten, wir könnten fast ein Kabinett bilden”, soll Raoul Weil…

    Falls er das so gesagt hat (was ich gerne glaube) zeugt das von Kaltblütigkeit.

    Dazu scheint Herr Weil eine allzu grosse Selbstsicherheit an den Tag zu legen da er die Landesgrenze überschritt. Es wusste doch, dass er seit Jahren ausgeschrieben war? Uncle Sam spasst nicht in solchen Fragen.

    Einige hochrangige Banker dürften sich nun wieder zweimal überlegen ob sie den goldenen Käfig Schweiz verlassen wollen.

    • ja so ist das……aber raoul wird mit sicherheit nicht in die usa ausgeliefert…wetten? da gibt es im moment noch zuviele ander optionen…und dass weiss ich nur zu gut.