Bitcoin: Zentralbanken, Finanzinstitute, Regierungen braucht’s alle nicht mehr

2013, was für ein Jahr für den Bitcoin. Im Januar 2013 bezahlte man noch knapp 15 Franken für einen Bitcoin. Mittlerweile bewegt sich der Kurs nach mehreren Aufs und Abs zwischen 800 und 900 Franken. Bitcoin ist aber viel mehr als ein vermeintliches Spekulationsobjekt. Ja, ich behaupte sogar, Bitcoin wird die Welt mehr revolutionieren als die Erfindung des Internets. Dabei sind Dezentralität, Verschlüsselung und Transparenz (sic!) das Erfolgsgeheimnis dieser virtuellen Währung. Zentralbanken, Finanzinstitute und (…)

2013, was für ein Jahr für den Bitcoin. Im Januar 2013 bezahlte man noch knapp 15 Franken für einen Bitcoin. Mittlerweile bewegt sich der Kurs nach mehreren Aufs und Abs zwischen 800 und 900 Franken.

Bitcoin ist aber viel mehr als ein vermeintliches Spekulationsobjekt. Ja, ich behaupte sogar, Bitcoin wird die Welt mehr revolutionieren als die Erfindung des Internets. Dabei sind Dezentralität, Verschlüsselung und Transparenz (sic!) das Erfolgsgeheimnis dieser virtuellen Währung. Zentralbanken, Finanzinstitute und Regierungen wird man dann in heutiger Form nicht mehr brauchen.

Jeden Tag entstehen rund um Bitcoin zahlreiche innovative Unternehmen. Der Zahlungsabwickler Bitpay beispielsweise wurde erst 2013 gegründet. Mittlerweile transferiert Bitpay monatlich Bitcoins im Gesamtvolumen von mehr als 7 Millionen Dollar. Bitpay ermöglicht es den Unternehmen, Bitcoin-Zahlungen direkt in Fiatwährung abzuwickeln. Dabei entfällt für die Unternehmen das Risiko der Bitcoin-Kursschwankungen.

Ein weiteres Startup, welches immer wieder für Schlagzeilen sorgt, ist das US-Unternehmen Coinbase. Es ist ein Dienst, mit welchem via einer direkten Anbindung an ein US-Bankkonto Bitcoins gehandelt und verwaltet werden können. Coinbase erhielt kürzlich 25 Millionen Dollar Investmentkapital.

Bitcoin ist mehr als nur virtuelles Geld. Bitcoin ist eine genial ausgeklügelte Technologie. Um diese kryptologische Währung verstehen zu können, muss man sich intensiv damit auseinandersetzen.

Im Kern ist Bitcoin pure Kryptografie: Ein Bitcoinguthaben besteht im Prinzip aus einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel; also aus lediglich zwei Zeichenketten. Der öffentliche Schlüssel (Key) ist gleichzeitig die Adresse (diese kann man grob mit einem „Bankkonto“ vergleichen), mit welcher man Bitcoins empfangen und versenden kann. Den privaten Key behält man dabei für sich, geheim, in seinem Portemonnaie, dem sogenannten Bitcoin-Wallet.

Um Bitcoins speichern beziehungsweise aufbewahren zu können, benötigt man ein Wallet. Jeder kann sofort anonym und gratis ein solches Wallet erstellen.

Dazu hat man zwei Möglichkeiten, entweder online bei einem entsprechenden Anbieter oder bei sich lokal auf seinem PC, Notebook oder Smartphone. Die Online-Lösung erfordert allerdings ein enstprechendes Vertrauen in den Anbieter – zu viele Bitcoins sollte man daher dort nicht aufbewahren.

Dafür hat man aber den ganz grossen Vorteil, dass man jederzeit sehr einfach darauf zugreifen kann, und zwar weltweit – natürlich nur, wenn man einen funktionierenden Internetanschluss hat.

Etwas sicherer ist es, die Bitcoins in einem lokalen Bitcoin-Client, also auf seinem PC, Notebook oder Smartphone, aufzubewahren. Dabei ist man aber selber verantwortlich für die Sicherheit.

Zum Schutz, beispielsweise vor Trojanerangriffen, sollte man seine lokalen Wallets unbedingt verschlüsseln und zusätzlich in einem Backup sichern. Alternativ kann der private Key auch auf Papier geschrieben und in einem Bankschliessfach, unter der Matratze, in der Sockenschublade sicher aufbewahrt werden.

Alle Bitcoin-Kontostände und -Transaktionen werden in einer öffentlich einsehbaren Datenbank oder einem Buchungssystem, Blockchain genannt, gespeichert. Diese Datenbank ist beispielsweise unter Blockchain.info (http://www.blockchain.info) abrufbar. Auf diesem Blockkchain basiert das gesamte Bitcoinnetzwerk. Alle Bitcoin-Clients synchronisieren sich untereinander mittels dieser Blockchain.

Bei einer Bitcoin-Transaktion wird ein Bitcoin-Betrag zwischen zwei Wallets verschoben. Der Transaktionsprozess wird in die Blockchain eingetragen, signiert und im Netzwerk mit allen Nutzern geteilt.

Die Signatur verhindert dabei die Manipulation einer Transaktion, und eine mehrmalige Verteilung der Transaktion unter den Nutzern besiegelt beziehungsweise bestätigt diesen Vorgang. Nach sechs Bestätigungen gilt eine Transaktion als sicher, sodass der Empfänger definitiv über den Betrag verfügen kann.

In der Regel dauert dies nicht länger als eine Stunde. Dabei ist zu beachten, dass Zahlungen mit Bitcoin nicht rückgängig gemacht werden können. Einmal falsch überwiesenes Geld kann also nicht durch eine zentrale Instanz zurücküberwiesen werden. Zudem fallen bei einer Transaktion noch geringe Transaktionskosten an, die an die „Erzeuger“ der Bitcoin ausbezahlt werden.

Die Bitcoin-Software, welche übrigens Open Source ist, hat eine feste Obergrenze von 21 Millionen Bitcoins eingebaut. Bis jetzt sind jedoch nur etwas mehr als die Hälfte in Umlauf, denn Bitcoins müssen in einem „Abbau-“ oder „Miningprozess“ elektronisch geschürft werden. Um Bitcoins „freizuschaufeln“, müssen Computer (sinnfreie) mathematische Aufgaben lösen. Der Miningprozess wird aber auch dazu benutzt, Transaktionen zu verifizieren.

An diesen Bitcoin-Schürfungen kann sich jeder beteiligen, welcher über die entsprechende Computer-Hardware verfügt. Etwa alle 10 Minuten wird eine vordefinierte Menge Bitcoins an einen mitwirkenden Teilnehmer, auch Miner genannt, ausgeschüttet. Alle anderen gehen dann leer aus. Bedingt durch den Bitcoin-Algorithmus lohnt sich das Mining mittlerweile finanziell nur noch mit spezieller Hardware und in Ländern, in denen der Strompreis niedrig ist.

Auf der Weltkarte Coinmap.org sind an die 2’000 Unternehmen eingetragen, die Bitcoins akzeptieren. In der Schweiz akzeptieren unter anderen eine Molkerei in Lustenau, eine russische Sprachschule und ein Lieferservice Bitcoins. Es werden aber täglich mehr.

Wie auch bei normalen Währungen gibt es gewisse Risiken bei Bitcoin. Ein Teil sind sicher technischer Natur. Zum Beispiel können unverschlüsselte Wallets sehr leicht gestohlen werden, oder lokal gespeicherte Bitcoins (zum Beispiel auf Smartphones) kann man für immer verlieren, sollte das Gerät kaputtgehen und man keine Sicherheitskopie seines Wallets angelegt hat. Zu diesen technischen Risiken kommen die immer noch starken Kurschwankungen zwischen Bitcoin und den Fiatwährungen.

Mittlerweile gibt es über hundert verschiedene dem Bitcoin ähnliche Digitalwährungen, auch Crypto-Currencies genannt. Die bekanntesten neben Bitcoin sind wohl Litecoin, Peercoin und Namecoin. Durch dieses neuartige Aufkommen virtueller dezentraler Krypto-Währungen bietet sich der Menschheit erstmals eine ernsthafte Alternative zu den jahrhundertalten Währungssystemen.

Der Schweizer Finanzplatz steckt seit einigen Jahren in einer ernsten Krise, und genau auf diesem Gebiet fehlt es eklatant an Mut und Innovationen. Daher kann Bitcoin eine grosse Chance für die Schweiz sein; eine Chance, die monetäre Zukunft mitzugestalten.

Literaturnachweis:

Bitcoin auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Bitcoin

Bitcoin.org: http://bitcoin.org/de/

Bitcoin Whitepaper: http://bitcoin.org/bitcoin.pdf

Postulat von Jean Christophe Schwab:
http://www.parlament.ch/D/Suche/Seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20133687

Kommentare

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  1. Lieber „Bibbercoin“

    Danke fürs Kommentieren. Die Energie könnte sinnvoller eingesetzt werden, das ist meine Meinung. Bei Cryptocurrencies wie Primecoin wurde dies ansatzweise versucht. Auf die wirklich Innovative Kryptologische Währung den Bitcoin ablösen wird, warte ich noch.

    Es stimmt allerdings, dass ich in meinen Ausführungen gewisse Details „etwas vereinfacht“ wiedergegeben habe. Allerdings finde ich meine Ausführungen nach wie vor gelungen und es ist sicherlich ein guter Einstieg.

  2. Sehr schlecht recherchiert. Um Bitcoins zu minen muss man keine „sinnfreien“ Aufgaben lösen. Dem Autor wars wohl eher zu schwer das ganze verständlich rüberzubringen. Durch das mining werden neue Hashs (Entschuldigung einfache Zeichenfolgen) generiert, die einerseits sehr einfach überprüfbar sind wenn man die lösung hat (bei Transaktionen) aber der weg dorthin immense rechnerleistung braucht. So entstehen neue Bitcoins.

    • Hallo Herr Dreyer

      Das Interesse am Bitcoin ist immens. Vielen Dank für die Information, ich habe eure Seminare umgehend auf Bitcoinnews verlinkt.