UBS drängt über 60-Jährige aufs Arbeitsamt

Alte machen mickrige 2 Prozent der Belegschaft aus – Kündigung statt Frühpension – wer kann, der geht.

Bei der Grossbank UBS haben die älteren Mitarbeiter nicht mehr viel verloren. Der Anteil der 60-Jährigen und darüber ist auf 2 Prozent der Belegschaft gesunken – das sind noch etwa 1’000 Leute.

In der Altersspanne zwischen den 50- und 60-Jährigen gehts rapide bergab. Der Anteil der über 50-Jährigen lag im Jahr 2013 bei 22 Prozent.

Es herrscht somit ein eigentlicher Sinkflug, kaum hat ein UBS-Banker die Schwelle von 50 überschritten. Ab dann zählt ein Angestellter bei der Grossbank zum alten Eisen und muss mit dem frühzeitigen Ausscheiden rechnen.

Bis vor kurzem verabschiedeten sich viele der älteren UBS-Leute von sich aus. Sie nutzten die vorteilhaften Bedingungen des alten Sozialplans.

Darauf verweist auch die UBS. Der Grund für den tiefen Anteil der älteren Mitarbeiter sei auf die frühere Regelung zurückzuführen.

Diese sah eine Frühpensionierung ab 58 Jahren bei voller PK-Leistung vor, finanziert von der Bank.

Per Anfang Jahr sind die Konditionen spürbar schlechter geworden. Wer jetzt mit 58 in Rente gehen will, der muss mit einer massiv gekürzten Rente der UBS-Pensionskasse vorliebnehmen.

Der rekordtiefe Bestand an alten Mitarbeitern mit oft Jahrzehnten UBS auf dem Buckel gibt bei der internen Personalvertretung zu reden.

„Mitarbeiter über 60 gibt es bei der UBS immer weniger, das ist uns ein grosser Dorn im Auge“, sagt Präsident Dieter Biegger. „Zuletzt geht der Bank Erfahrung verloren.“

Neben der Verschlechterung der Frühpensionierung hat die UBS per 2014 auch das ordentliche Pensionsalter angehoben. Dieses liegt neu bei 64 statt wie bisher bei 62 Jahren.

Wer konnte, der nutzte die bisher grosszügigeren Bedingungen und kehrte der UBS vorzeitig den Rücken.

Damit war beiden Seiten gedient. Die UBS hatte Ende 2012 eine scharfe Redimensionierung mit einem Abbau von 10’000 Stellen angekündigt.

Offenbar ging ein schöner Teil der folgenden Job-Reduktion aufs Konto freiwilliger Frühabgänge von UBS-Senioren.

Nun scheint dieses Potenzial ausgeschöpft. Statt dass die älteren Semester sich weiterhin freiwillig zu guten Bedingungen verabschieden können, werden sie derzeit oft unfreiwillig auf die Strasse gestellt.

Das behauptet ein Insider. UBS-Chefs würden mit älteren Mitarbeitern häufig kurzen Prozess machen, meint die Quelle.

Zwar gebe es bei der UBS ein Programm namens „58 Plus“, das ein Soft-Landing Richtung Pensionierung vorsieht.

Die Realität sehe aber anders aus. Wer sich für „58 Plus“ anmelde, lande auf einer Art schwarzen Liste mit der Gefahr, bald entlassen zu werden.

Das gehe ruck-zuck, meint der Auskunftsgeber. Die älteren UBS-Angestellten würden in einen Sitzungsraum bestellt, wo ihnen in Anwesenheit eines Personalverantwortlichen die Kündigung eröffnet würde.

Dann würden die Leute gedrängt, einen „befristeten Arbeitsvertrag“ zu unterzeichnen. Man solle vor Ablauf unbedingt selbst die Frühpensionierung beantragen, würde den Leuten dabei eingetrichtert.

Wer sich weigere, freiwillig von unbefristetem auf ein befristetes Arbeitsverhältnis zu wechseln, würde darauf hingewiesen, dass es dann gar keine Unterstützung durch die UBS geben könnte.

Schliesslich komme es vor, dass Chefs ihre älteren Mitarbeiter mit der Bemerkung einschüchtern würden, sie könnten sich ja beim RAV – dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum – melden.

Bei der UBS will man nichts von forcierten Kündigungen der 58-Jährigen und darüber wissen. Im Gegenteil: Mit dem Auslaufen des alten Programms sei der Tiefpunkt beim Anteil der älteren Semester vermutlich überschritten.

Die Bank verweist auf einen Vorzug des neuen Sozialplans. Wer als älterer Kollege bankintern keinen Job mehr finde, der erhalte eine Abfindung von „maximal 400’000 Franken“.

Wer das Geld darauf bei vorzeitiger Pensionierung vollständig in die PK einzahle, kriege eine schöne Rente. Diese sei „bei Mitarbeitern, die ein tieferes Einkommen hatten, annähernd gleich hoch wie nach dem alten Sozialplan“.

Das klinge gut, meint ein zweiter Insider. Nur: Die älteren Mitarbeiter seien auf Gedeih und Verderben vom Goodwill ihres Vorgesetzten abhängig.

„Allein die Bank entscheidet, ob sie eine Frühpensionierung zu den neuen, verschlechterten Konditionen anbieten will oder ob sie dem Mitarbeiter einfach kündigt oder ihn zur Kündigung drängt.“

Kommentare

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  1. Das UBS-Programm namens „58 Plus“ führt nach der Anmeldung und der nachfolgenden Genehmigung durch die UBS im Normalfall nur zum Verlust der Stelle. Dies noch bevor die Programm für den Mitarbeiter in Kraft tritt.
    So hat man sich durch das Programm während der Kündigungsfrist nur den Lohn gekürzt.
    Habe das selbst erlebt. Die Stellenauflösung wurde mittels Telefonanruf in einen Sitzungsraum mitgeteilt. Danach hat man in Begleitung eines Security-Mitarbeiters noch 10 Minuten Zeit, seine persönlichen Dinge einzupacken, wobei man mit niemandem sprechen darf. Und schon ist man draussen (Freistellung). Ein ultraschnelles Ende nach fast 20 Jahren Arbeit in der UBS.

  2. Was heisst hier über 60 jährige. Jeder Swissie über 45 ist unerwünscht. Die Paladine wollen EU Lakaien, wir dürfen sie jeweils noch ausbilden, da viele Unis in der EU nur ein schlechter Witz ist. Aber Banking ist nun mal nicht Rocket Science. Deshalb liebe Ecopop Gegner tragt jetzt bitte die Konsequenzen.

  3. Es ist immer das selbe; „Wie soll ein Bankangestelter ohne Geld einen Kunden mit Geld beraten“! Somit gehe ich davon aus, dass ein eher junger Bankberater zur ersten Gruppe gehört und ein älterer Bankberater zur zweiten Gruppe! Ich höre oft, dass reiche Leute sich nicht gerne durch eher mittellose junge Banker beraten lassen wollen, da die eh nicht auf dem selben Parkett wie der Kunden tanzen! Eigentlich zeigt die Strategie, die „Alten“ raus zu schmeissen die Schwäche der Bank resp. der Bankberatung was auch ein Grund ist festzustellen, dass die wirklich „grossen“ Kunden sich nicht bei den Grossbanken befinden.

    • Im Prinzip ist der Analyseansatz richtig. Nur den Großbanken ist es meistens egal ob sich ein Kunde wohlfühlt mit einem Berater. Ältere Berater tendieren das Richtige für den Kunden zu tun. Während jüngere das Wohl der Bank bzw. ihr eigenes im Focus haben. Mit anderen Worten die jungen Berater verkaufen den Kunden Produkte, die hohe Gewinnmargen für die Bank versprechen (Strukturierte Produkte etc.). Nur so generieren die Banken höhere Gewinne.
      Auf der anderen Seite haben ältere Berater den Kunden im Focus und ist der Fortbestand der Bank besser gewährleistet. Leider denken die Banken und die Bänker nur noch von einem Jahr zum anderen, weil nur so die Bonushöhe konstant angehoben werden kann. Die Banken und vor allem die Bänker haben von der Finanzkrise nichts gelernt. Bitte lesen Sie den entsprechenden Artikel in diesem Medium! Es ist leider die traurige Wahrheit, dass die Geldgier noch immer das Handeln der Banken bestimmt.

  4. Habe vor 12 Jahren zu meinem Geburtstag auch die Kuendigung erhalten. Wenn man nach vielen Jahren immer noch bei der UBS ist, verpasste im Leben den Absprung.

  5. Als ich vor einigen Jahren den Personalchef einer grossen CH Bank fragte wie hoch denn der Anteil der 60+ sei, bemerkte er, dass sei eigentlich eine interessante Frage. Ja, wenn er so nachdenke, dann frage er sich das auch…
    Gibt es Statistiken wie hoch denn der Anteil der 60+ ist? Ich behaupte: verschwindend klein. Dem steht diametral das Wunschdenken abgehobener Politiker entgegen, die das Pensionsalter auf 67 oder höher (im Modell) heraufsetzen wollen. Meine lieben gewählten Volksführer: dann braucht es auch noch Arbeitgeber, die mitmachen! Und dann müsst ihr die Rahmenbedingungen so setzen, dass mit zunehmendem Alter für die Arbeitgeber nicht zusätzlich negative Anreize entstehen…
    Eines muss man den USA trotz allem zugestehen: dass in CH-Stellenanzeigen und seitens Headhunter Höchstaltersgrenzen als Bedingung stehen ist in den USA fraglos eine erfolgreich klagbare Altersdiskriminierung!

    • Es geht nicht um die Heraufsetzung des Rentenalters, es geht um Rentenkürzungen.

    • G Rückabauer

      wenn Sie den Artikel gelesen hätten, sähen Sie, dass es im Kern um die Frage der 60+ im Arbeitsmarkt geht. Mit Kürzungen hat dies nichts zu tun! Eine Kürzung bei Rücktritt vor dem Pensionsalter ist versicherungstechnisch logisch. Die Zeit der Geschenke ist vorbei! Es steht Ihnen aber frei, Kapital einzuschiessen.

  6. Wenn Grosskonzerne und „gekaufte“ Politiker über die Menschen entscheiden, darf man nichts anderes erwarten.
    Der Zerfall der moralischen Werte ist wohl kaum mehr aufzuhalten.
    Wünsche allen viel Glück!

    • @PrivateBanker

      Das ist kompletter Unfug was Du sagst.
      DIe Politik moechte ausvvsrstaendlichen Gruenden das Rentenaler heraufsetzten, weil ja die Menschen immer laenger leben. Das ist eine Tatsache. Gleichzeitig moechten die Firmem Miarbeiter ab 60 loswerden, das passt nicht zusammen. Ich schaetze mal, nur 1% der Berufstaetigen kann sich das wirklich leisten, mit 58 komfortabel in Rente zu gehen. Ich konnte dies schon mit 52 und widme mich seither sinnvolleren Dingen als dem Gelderwerb. Aber ich bin mir im Gegensatz zu Dir bewusst, dass ich mich in einer sehr sehr priviligierten Situation befinde und schaue nicht mit einer Mischung aus Verachtung und Herablassung auf den Grossteil der Bevoelkerung.

      Ich denke, die gesellschaftlichen Regeln muessen so ausgestaltet werden, dass alle damit zurecht kommen. Das ist der Grundgedanke der sozialen Verantwortung.

      Ich finde das muss mal so gesagt werden.

  7. Das ist nicht neu. Nur neu bei Grossbanken. Es gab schon immer kleinere Unternehmen, die Mitarbeitenden mit 50 bis 52 systematisch gekündigt haben. Löhne werden tiefer und Krankentage nehmen ab. Die Erfahrung der Alten ist zu teuer, und neue Erkenntnisse von Jungen ebenso wichtig.

  8. Zum grossen Glück wurde die MEI Initiative der SVP angenommen. Jetzt können die Arbeitgeber nicht mehr schalten und walten wie sie wollen. Jetzt müsse sie sich gezwungenermassen wieder etwas mehr mit der CH und den CHern auseinandersetzen. Leider musste das CH-Volk die überheblichen Manager dazu zwingen. Aber lieber Zwang als diese Respektlosigkeit weiter so hinnehmen wie bisher. Wie ich früher schon geschrieben hatte, ist meines Erachtens die Wirtschaft für das ja zur MEI verantwortlich. Kein Respekt mehr für die Mitarbeiter und Staatsbürger dieses Landes. Es lebe die direkte Demokratie.

    • Sehr guter Kommentar.
      Das arrogante und schweizfeindliche Verhalten einer Grossbank wie die UBS ist wesentlich mitverantwortlich für die Annahme der MEI in der Schweiz.

    • Und CS steht dem in Nichts nach. US Mgmt Style und IB Methoden (auch von Schweizern praktiziert!) zersetzen die Moral.

  9. an alle ü50: organisiert euch, strebt eine ’sammelklage‘ wie in den usa an…. streitpunkt; altersdiskriminierung! geht bis ans bundesgericht, wenn nötig bis nach strasburg! das wird in den medien weltweit ausgeschlachtet werden…

    warum das: die politik hat euch eh schon vergessen..,

    • Genau dies ist der richtige Ansatz! Altersdiskirminierung ein Streitpunkt fürs Bundesgericht. Die Politik ist gefordert. Die demographische Entwicklung macht es notwenig aus Ueberlebensgründen der AHV hier jetzt Gegensteuer zu fordern. Die Politiker labern nur. Die Grossbanken habe mit ihren Geschäftsgebahren dem Lande in den letzten Jahren grossen Schade zugefügt. Jetzt sich aus der Verantwortung ziehen geht nicht.
      Es ist fünf nach Zwölf.

  10. was muss eigentlich noch passieren bei der ubs bis die schweizer politik eingreift?

    die ubs wurde von schweizer steuerzahler vor dem konkurs gerettet – die ubs hat somit eine minimale verantwortung fuer die schweizer volkswirtschaft!

  11. Egal, ob die Grossbank 2 oder 3 Buchstaben hat: Ältere und meist sehr verdiente RM (oft sind es frühere Regionen-/Rayonleiter u.dgl.) werden von unerfahrenen, aber kadavergehorsamen jüngeren Chefs permanent gepiesackt, von diversen (völlig überflüssigen) Sales-/Segments-/Products-/usw.-Managers bis zum Abwinken beübt, bis diese entweder resignieren (und letztlich ihrer Gesundheit und ihren Kunden nichts Gutes tun) oder freiwillig kündigen. Falls man nicht alles falsch gemacht hat (kein Ferrari, kein Böschboot, kein Flat in NY, keine Scheidung…): Mit über 50 Jahren hat man wohl etwas auf der Seite, die Kinder sind bald aus dem Haus und die Hypothek ist teilweise abbezahlt. Das bietet sensationelle Chancen, etwas Neues zu beginnen! To boldly go, where no banker has gone before!

    • Ein bisschen Recht hat Kadermann Hoch 3 schon…

      Das sind ja alles UBS Angestellte und nicht von der Migros –> hier sollte das sowieso nicht vorkommen, dass jemand hungern muss.

      Ich verweise nochmals auf die Arbeitslosenstatistik: https://www.amstat.ch/v2/index.jsp

      24% ist Älter als 50 –> somit noch lange nicht in der Überzahl!

    • Ja, aber…

      wer mit 60 noch rumhängt hat definitiv etwas falsch gemacht oder ist ein SadoMaso Freak.

      Compliance ist das schlimmste momentan dabei sind die oben erwänten Stabsfritzli eher noch Nebensache und meistens sowieso handzahm.

      Uebrigens soll das Boris-Bashing auf dieser Seite mal aufhören.

    • @Kadermann Tief 3:
      So, so, Compliance ist also das Schlimmste.
      Sie sind entweder in den 90er Jahren stehengeblieben oder Sie haben zweifelhafte Kunden – oder beides. Professionelle RMs sind jedenfalls schon aus purem Eigeninteresse „compliant“.

    • Das was heute gemacht wird ist nicht Compliance-Arbeit sondern Über-Compliance!!! Das nutzt weder der Bank noch dem Kunden –> den Den Compliance-Leuten, die sich kräftig die Hände reiben und alle Prozesse verkomplizieren.

    • Die Abzocker in den Chefetagen der Finanzindustrie können sich einen Ausstieg mit 60 schon leisten. Für die meisten anderen ist dies ohne entsprechende Eigenmittel aber nicht möglich.

    • @Kadermann Hoch 3. Schön, dass sich auch A ….löcher in diesem Forum melden können.

  12. Was ist aus diesem Land geworden? Während Unternehmen früher freiweillig soziale Verantwortung übernommen haben nutzen sie heute das liberale System komplett aus. Und warum? Weil sie sich aus einer Armee von 550 Mio. willigen, fitten und billigen Arbeitskräfte aus der EU bedienen kann.

    Entsorgt wird via Allgemeinheit und auf Kosten des Steuerzahlers. So verliert dieses liberale System an Rückhalt und das Volk wird Arbeitsgesetzte wie in der EU durchsetzen und so der gesamten Standortattraktivität schaden.

    Ein Skandal, dass es immer noch knapp 50% der CH gibt die denken eine Personenfreizügigkeit bringe ihnen Vorteile. Wie blöd muss man sein zu glauben gegen 550 Mio Arbeitnehmer eine bessere Position auf dem Arbeitsmarkt zu haben als gegen 5 Mio. Der Schweizer ein unverbesserlicher Masochist.

    • Besser, zutreffender und eindrücklicher kann man die Situation der Arbeitnehmer nicht mehr schildern. Bravo. Soziale Verantwortung ist ein Fremdwort wenn nicht sogar ein Schimpfwort geworden in den Teppichetagen der internationalen Firmen. Jeder ist sich selbst der Nächste. Die ganz gewöhnlichen Arbeitnehmer werden wie im Mittelalter zu „Leibeigenen“ oder „Sklaven“ der internationalen Firmen und müssen zu einem Hungerlohn schuften und krampfen.
      Wie heisst’s denn: Nur die allergrössten Kälber holen ihre Metzger selber.

    • Noch schlimmer. Unternehmen, die heute noch soziale Verantwortung übernehmen verlieren jede öffentliche Auftragsvergabe und sind nicht mehr konkurrenzfähig.

  13. Was soll denn das Gejammere? Es geht doch nur um die Kohle und sonst nichts.
    Oder muss man anderstherum fragen, wieviel Betroffene jammern denn darüber, wenn Sie keine finanzielle Einbusse hätten? Wahrscheinlich von 1000 gibts dann noch einen Einzigen. Und wer das Gegenteil behauptet kann ja selbstverständlich Freiwilligenarbeit tätigen. Bin dann aber sicher, dass das Verhältnis dann umgekehrt 1 zu 1000 ist.

  14. Vor 3 jahren gab es die erste Entlassungswelle bei der UBS Bank.
    IT Anforderungen wurden fortan in Asien und Indien erledigt. Mittlerweile sucht die UBS, über IT Beratungsfirmen, Mitarbeiter für die IT.
    Bedingung:
    Ehemaliger UBS Mitarbeiter
    und Gehaltsverzicht bis zu 20 %.

    • @Walter – Vor 3 Jahren? Wo waren denn Sie die letzen 7 1/2 Jahre. Wohl 4 1/2 davon verpennt wie?
      Ich gehörte zur 1. Entlassungswelle (sogar wohl zu den 1.Personen überhaupt) und die begann genau am 15. November 2007 – seither sind 7 1/2 Jahre vergangen.
      Asien und Indien und Australien war schon immer ein Auslagerungsort.

  15. Bin selber ein 50+ Opfer und ich weiss, wovon ich rede. Selbst nach über 35 Dienstjahren wird man bei der UBS entsorgt, als hätte man nie existiert. Angekommen beim RAV heisst es dann ganz salopp es gebe keine offenen Stellen im Banking für 50+ Leute. 50+ Angestellte sind einfach zu teuer, schon der PK Beiträge wegen, die die Bank leisten muss. Es ist beschämend, wie die UBS sich verhält und in Anbetracht dessen, dass die UBS ohne Staatshilfe untergegangen wäre, verhält sich die Konzernleitung heute so, als wäre nie was Schlimmes passiert. Schlimmer noch, es werden vor allem Schweizer Arbeitnehmer entsorgt, weil ausländische Arbeitskräfte weniger kosten. Und was macht die Politik? Sie schaut dem einfach zu. Traurig, aber wahr….

  16. Die Einstellung zu den älteren Mitarbeitern hat spätestens seit der Grübel-Ära definitiv gedreht. Was früher nicht statthaft war (ältere MA kurz VOR HR Programmen zur ‚weichen Landung‘ zu feuern) ist jetzt durchgesetzt.
    Das HR wurde konsequenterweise in den Heizungskeller verbannt und darf dort noch Systempflege betreiben. Die Systemprozesse müssen denn auch so konzipiert sein, dass sie auch ein Kapuzineraffe abspulen kann, der nur mit Erdnüsschen bezahlt werden muss.

    Interessanterweise ist statistisch der Vermögens-Peak bei den Kunden im Bereich 56. bis 65. Lebensjahr erreicht. Diesen ‚besten‘ Kunden sitzt dann ein blutjunger UBSler mit Plastiksohlen und Polyesteranzug gegenüber (mehr kann er sich nicht leisten). Der Client Advisor kennt und beherrscht für wenig Lohn alle relevanten Verkaufsprozesse, hat aber leider die Credibility eines Mobilezone Handyverkäufers.

  17. Stimmt! Wenn man mit 60+ für den Friedhof schon reif ist, kann man mit 50+ schon mit dem Graben anfangen. Schlimm ist, dass weder Behörden noch Politik Massnahmen ergreifen.

    Einerseits haben wir Polit-Lobbyisten die nur Ihre Kosten und Erträge berücksichtigen. Andereseits muss man sich auf dem Arbeitmarkt werfen, um nur „überqualifiziert oder passt nicht zum Profil“ lesen zu dürfen. Eine tägliche Demütigung!

    Langsam Zeit etwas zu bewirken. Dialog suchen anstatt „Synchronjammern“. Firmen sensibilisieren & umstimmen, Arbeitnehmer wieder motivieren oder ist die Arbeitwelt für 40+ ein Auslaufmodell? Willkommen im VIP-CH-Hospiz!

  18. Der grösste Fehler damals bei der UBS-Rettung durch die Schweiz war, dass man keine Auflagen machte, bezüglich Stellenabbau in der Schweiz. Solche unmenschlichen „Games“ des Managements müssten für die UBS Tabu sein, nachdem jeder einzelne Steuerzahler für die Verfehlungen des Top-Managements gerade gestanden ist! Es ist einfach nur beschämend, wie die UBS wirtschaftet!

  19. Bitte, bitte etwas mildere Wortwahl: Hätte jemand etwas anderes von der UBS erwartet?

    Die 7 Nicke-Kinder in Bern verstehen (geistige Leistung, nicht Blabla) diesen Zusammenhang ehe nicht. Somit wird es noch lange so weitergehen, da die Boni-Bonzer und Topabzocker nur bis zu einem gewissen Betrag in ALV einzahlen.

    • @ Wahrheit: Das Gegenteil ist der Fall! Der maximal versicherte Verdienst ist CHF 126’000. Wer mehr verdient, dem wird als Arbeitnehmer darüber hinaus ein Solidaritätsbeitrag von 0.5 % abgezogen, und zwar seit 1.1.2014 ohne obere Einkommensgrenze. Der maximal versicherte Verdienst ändert sich dadurch nicht.

  20. Jeder der ein wenig von Volkswirtschaft zu verstehen glaubt, weiss, dass die heute 40-jährigen erst mit 70 in Pension gehen können.

    Daraus folgt, dass das ganze Salär- und Pensions-System grundsätzlich überdacht werden muss. Das heutige Absaugen durch die oberen Etagen (sog. Boni System) ist reiner Diebstahl, denn es fehlt damit die Substanz für die übrigen, die bis zur Pension arbeiten sollten (brauchen das für das Leben).

    Das heutige System führt zu immer grösseren Einkommens/Vermögens-Unterschieden. Das ist Gift für den Zusammenhalt des Volkes. Und dieser Zusammenhalt ist dringend notwendig, denn es werden auch wieder schlechtere Zeiten kommen. Der Aufbau und der Erhalt von stabilen Familien ist eine Voraussetzung für langfristigen Erfolg eines Landes!

    Dass CS, UBS etc. ihre Kosten mit dem Rauswurf der Alten reduzieren wollen ist buchhalterisch verständlich. Aber die Politik muss Gegensteuer geben, indem das Rauswerfen teurer gemacht wird als das Arbeiten der Alten bis zur Pensionierung.

    • Viva la revolution!!!!!

      Ich bin zurück und wir machen Revolution gegen die Banken. Aber erst wenn ich meine Cohiba zu ende geraucht habe. Und nur unter der Bedingung das mein Brioni nicht schmutzig und meine Rolex nicht zerkratzt wird.

  21. UBS und CS haben wenigstens noch paar „Alte“..schaut mal die neuen Banken an, Moneypark, VZ Bank, Leonteq etc..da sind die Chefs häufig 45, glaubt ihr die werden je Mitarbeiter > 30/35 Jahre einstellen, never! Lieber paar billige Junge, aus …, ihr wisst schon..

  22. Und dann wundern sich alle und rätseln aus welchen Gründen in aller Welt die Masseneinwanderungsinitiative angenommen wurde… Dank unseren sehr liberalen Arbeitsgesetzen ist es heute gang und gäbe, dass ältere Mitarbeiter durch junge, willige und günstige Mitarbeiter aus den EU-Staaten ersetzt werden. Damit maximiert das Unternehmen den Gewinn und die Boni und überlässt dem Staat die Sozialkosten und sät in der Gesellschaft Zwietracht. Auf ein glückliche Zukunft…

  23. was die Schweiz DRINGENDST braucht, ist ein Verfassungsartikel der Altersdiskriminierung verbietet (warum dazu keine Gesetzes-Initiative????) wuerde todsicher angenommen vom Volk! ein regelrechter Skandal, wie unser Humankapital verschleudert wird und man im eigenen Land auf das KRASSESTE diskriminiert wird!!!!

    • Warum nicht Förderungsmassnahmen wie für die Frauen. Würde auch diesen entgegenkommen, denn die werden auch einmal alt.

  24. Dises Handwerk beherrscht die UBS. Darin sind sie wirkliche echte Profis. Gewinne ab in den Bonustopf, und Verluste raus zum Staat. Das haben die ja schon geübt mit der SNB und jetzt verfeinern sie es mit dem RAV. Wirklich eine feine Bank, die arbeitet echt hart an ihrem Ruf.

    • @Trudi – ja, und die CS hat’s vorgemacht.
      Keine von den beiden Banken macht in den letzten Jahren überhaupt Etwas richtig.
      Aber als EX-UBSler kann ich behaupten, dass die CS der grössere Sa**laden ist.
      Aber ich freue mich auf den Tag, wo die Entscheidungsträger auch 50+/60 erreicht haben und hoffe, dass sie genau gleich wie die „normalen“ Mitarbeiter gehörig eins bekommen.
      Es ist einfach nur eine Schande, die dort oben haben noch nicht kapiert, dass der kleine Mitarbeiter der ist, der dem dort oben den Arsch rettet. Ohne Mitarbeiter wären die hohen Herren am Ar*** da sie nicht mal wüssten, wie die Systeme bedienen müssten.

  25. Die CS scheint es der UBS wohl vorgemacht zu haben. Same story, different company. Da wird mit Druck sehr viel know-how abgebaut; mit unvorteilhaften Konditionen für die Mitarbeiter. Hier wird von der Finanzindustrie eindeutig die soziale Verantwortung nicht wahrgenommen. Es stellt sich mir die Frage, wie die Politiker das Rentenalter erhöhen wollen, wenn die älteren Arbeitskräfte von den Arbeitgebern gar nicht mehr gewünscht sind.

    • Die Cs hat ja vor einiger Zeit schon angekündigt dass sie sich radikal verjüngen möchte. Dieses Programm wird gross-spurigst angekündigt und als Errungenschaft verkauft ausgerechnet von den Leuten, die sich über Jahre hinweg über ein Salär von mehreren Megafranken freuen konnten und natürlich kein Problem damit haben, sich mit 53 aus dem aktiven Berufleben zurückzuziehen. Dies ist aber MITNICHTEN für normale Familienväter der Fall, die der Gesellschaft durch gesellschaftliches Engagement und Kinder aufziehen wesentlich mehr gebracht haben, als diese Materialisten, die immer nur auf den Bauch geschaut haben und glauben, dass sich dort der Nabel der Welt befindet.

      Es ist eine Schande was bei der CS passiert.

  26. Ja jetzt aber, das ist doch überall so, wo stellen gestrichen werden!

    Beim anstehenden Börsenneuling SFS genau dieselbe Geschichte vor wenigen Jahren, Mitarbeiter welche mit 60 Jahren, nach über 30 Jahren Firmentreue auf die Strasse gestellt wurden – so ist das in der heutigen Zeit.

    • Das Klima bei uns ist schon länger zermürbt und seit die Mehrheitsaktionäre den Börsengang planen sind alle nervös, allen voran Herr Spoerry!

  27. Schämen sollten sich alle die ausländischen Big-Bosses der Bank! Es geht nicht an, dass nur noch Angelsachsen und Deutsche das sagen haben und gleichzeitig werden die langjährigen Schweizer Mitarbeiter auf die Straße gestellt. Dass nun auch noch ältere Mitarbeiter den Arbeitsämtern bzw, dem Staat übergeben werden, ist mehr als nur bedenklich. Überall wird diskutiert das Rentenalter zu erhöhen und die UBS weiß nichts besseres als die „alten“ auszumustern. Es ist wirklich schade, dass die UBS vor 5 Jahren gerettet wurde! Es wäre besser gewesen die Bank gäbe es nicht mehr!
    Es ist an der Zeit, dass die Politik eingreift! So geht das nun wirklich nicht weiter! Wenn nun mit der Abstimmung vom 9. Februar zuerst wieder ältere Schweizer eingestellt werden müssen, hat dieses Resultat wenigstens etwas erreicht!

    Zum Schluss kann ich nur hoffen, dass auch die alten Manager Axel Weber und Ermotti bald beim Arbeitsamt anklopfen! Da kann ich nur sagen – die spinnen die UBSler.

    • Diese Regelung gilt jedoch nicht für MD’s. Diese sind in der Regel gut geschützt. Ansonsten gebe ich Ihnen vollkommen Recht. Es kann nicht sein, dass bei der UBS in gewissen Abteilungen nur noch Deutsche oder Briten arbeiten und die Schweizer aufs RAV geschickt werden. Aus diesem Grund unterstütze ich das Resultat der MEI.

    • Bin nicht sicher ob es den älteren Mitarbeitern helfen würde, wenn es die UBS nicht mehr gäbe….

  28. Wir sollten endlich anerkennen dass viele Mitarbeiter den Peak vllt. irgendwo um die 50 haben und akzeptieren dass der Lohn ab dann auch wieder sinken darf bis hin zur Pensionierung. Zu meinen es könne bis 65 nur aufwärts ist naiv.

    • Es ist schön, dass auch Pragmatiker irgendwann 50 werden und dann am eigenen Leib spüren werden, dass man sie nicht mehr braucht!
      Naiv ist, zu Glauben, dass das Arbeitsleben mit 50 vorbei ist!

    • @iAndy
      Genau darum geht es: Ältere MA‘ haben viel wertvolle Erfahrung. Sie werden sehr wohl gebraucht. Nur sorgt das jetzige System (PK, Wunsch nach immer höherem Lohn, etc.) dafür, dass genau diese MA’s am meisten kosten und entsprechend weniger attraktiv sind. Das können wir ändern, unter anderem mit einem Lohn der ab dem Leistungshoch auch wieder leicht sinken darf. Welchen Vorschlag haben Sie für die Integration älterer Mitarbeiter(innen)?

    • @Pragmatiker – das sehe ich gundsätzlich auch so: der Lohn darf sinken, damit bin ich einverstanden. Sinken dürfte dann aber auch die Leistungsbereitschaft, sinken dürfte dann auch die Arbeitszeit etc. Die UBS hätte es in der Hand alte und erfahrene Mitarbeiter unter anderen Arbeitszeotmodellen und ev. auch anderen Salären weiter zu beschäftigen. Stattdessen werden junge, unerfahrene dafür felexible Mitarbeiter angestellt. Was aus meiner Sicht noch tragischer ist, es werden massenweise Grenzgänger eingeschäläust! Ich bin echt nicht überrascht, dass die Schweiz einer solch schwachsinnigen Initiative zustimmt! Es ist wohl absolut klar, dass weder die Wirtschaft noch die Politik die Zeichen der Zeit und die Nöten der Menschen nicht erkannt haben! Ich sagst nochmals, shame on UBS, shame on Wietschaft and shame on politics – alle verkennen die Bedürfnisse der einfachen Menschen. Bin mal gespannt wie es bei den nächsten Abstimmungen weitergehen soll: Ecopop, bedingungsloses Grundeinkommen etc. Etc. Unser establishment verliert nicht nur den Draht zur Basis sondern auch Abstimmung um Abstimmung!

    • @Pragmatiker Es geht in diesem Artikel nicht uum leicht fallende Löhne nach 60, sondern um Entlassungen.