Hinter Davos-Hotelpleite steht ein CS-Immo-Filz

Banker-Schlachtross Heinz Hofmann war Präsident der CS Funds AG; die ermöglichte Sohn Olivers „Stilli“ Park.

Die Vergangenheit holt die Credit Suisse gleich an mehreren Stellen ein. Nun rückt ein Pleite-Prestigeprojekt im Bündner Skiort Davos ins öffentliche Interesse.

Es geht um das vor wenigen Monaten eröffnete InterContinental-Luxushotel auf dem Areal der Stilli Park AG. Die Zeitung „Südostschweiz“ berichtete kürzlich von Insolvenz vom „Goldenen Ei“, wie das Objekt genannt wird.

Darauf haute This Jenny, krankheitshalber zurückgetretener Glarner Ständerat und Selfmade-Baumillionär, im „Sonntagsblick“ auf den Putz.

Jenny, der selbst 500’000 Franken mit dem Projekt verliert, weil er einem Freund ausgeholfen haben will, meinte: „Die (Real Estate Fund Hospitality der CS) war ein reiner Durchlauferhitzer der CS.“

Damit kommt eine Familie mit Basler Wurzeln und Zürcher Netzwerk ins Spiel, deren Oberhaupt bis vor wenigen Monaten zu den Strippenziehern innerhalb der Grossbank zählte.

Die Rede ist von Heinz Hofmann, ein Urgestein von Swiss Banking. Hofmann kennt von CS-Ehrenpräsident Rainer Gut über Ex-CEO Oswald Grübel und Ex-Hoffnungsträger Walter Berchtold alle Grössen der bewegten letzten Jahrzehnte der Bank.

Stets agierte Hofmann aus dem Hintergrund. Sein letztes grosses Mandat, das er erst 2013 abgegeben hatte, war das Präsidium der Credit Suisse Funds AG.

Dabei handelt es sich um ein Imperium. Die CS Funds AG ist die Managerin grosser Vehikel, in die Hunderte von Millionen oder gar einige Milliarden an Kundenvermögen fliessen.

Ein solches Vehikel ist der von Alt-Ständerat Jenny erwähnte CS Real Estate Fund Hospitality, jener Fonds also, der beim Pleitehotel in Davos die Finanzierung übernommen hatte und der nun vom bekannten SVP-Politiker unverblümt kritisiert wird.

Hier nun stösst eine weitere Figur aus dem Hinterzimmer-Kabinett der CS in den Vordergrund. Es handelt sich um Oliver Hofmann, seines Zeichens Sohnemann des grossen Heinz Hofmann.

Oliver Hofmann war während Jahren bei der CS-Erzrivalin UBS tätig. Dort schuf er sich eine einflussreiche Position im Bereich von Immobilien-Entwicklungen.

Die offizielle Bezeichnung von Filius Hofmann bei der UBS war Chef der Abteilung Real Estate Advisory. Eines der Vorzeigeprojekte nach Jahren bei der UBS sollte das Hotel auf dem Gelände werden, wo einst die Basler Höhenklinik Kuren angeboten hatte.

Oliver Hofmann ging mit seinem grossen Plan eines neuen Luxushotels in Davos aber nicht zu seiner Arbeitgeberin UBS, als es um das Geld als entscheidendem Faktor für die Realisierung ging. Vielmehr klopfte er beim Real Estate Fund Hospitality von Konkurrentin CS an.

Damit schloss sich der Familienkreis. Sohn Oliver Hofmann brachte das Projekt, Vater Heinz Hofmann die Millionen – 155 ganz genau.

Das ging so: Heinz Hofmann war damals wie erwähnt Präsident der CS Funds AG. Diese Gesellschaft erledigt die Arbeit für unzählige Fonds aus dem Reich der Credit Suisse, darunter auch für den Real Estate Fund Hospitality, der sich auf Schweizer „Hospitality-Immobilien“ spezialisiert hat.

Das Verhältnis zwischen der von Vater Heinz Hofmann präsidierten CS Funds AG und der von Sohn Oliver Hofmann für die Finanzierung angegangenen CS Real Estate Fund Hospitality wurde in einem Fondsvertrag festgehalten.

Dort heisst es: „Für die Fondsleitung zeichnet die Credit Suisse Funds AG verantwortlich.“ Somit war der direkte Bezug zwischen dem Interesse von Oliver Hofmann als Projektentwickler (im Range eines hohen UBS-Managers) und Heinz Hofmann als oberstem Repräsentanten für die Finanzierung gegeben.

Die Verflechtung wurde publik, als Oliver Hofmann zu einer CS-Tochtergesellschaft wechselte, nachdem der ganze Deal rund um den Luxusbau in Davos erfolgreich über die Bühne gegangen war.

Filius Oliver hatte sich da für den Job des Geschäftsleiters der Wincasa AG gemeldet, einer grossen Immobilienverwalterin, die dazumal noch zur CS-Gruppe gehörte und heute Teil der kotierten Immobilienfirma SPS ist.

Präsident der Wincasa war in jener Zeit niemand anders als Olivers Vater Heinz Hofmann. „Family-Business in der Credit Suisse„, hiess es damals in diesen Spalten.

Die Betroffenen wehrten sich. „Mein Vater trat als VR-Präsident von Wincasa ab dem Zeitpunkt meiner Teilnahme-Nominierung im Auswahlprozess sofort in den Ausstand“, meinte Sohn Oliver für den Artikel vom Oktober 2012. „Somit war er von Beginn weg nicht involviert.“

Hofmann Senior wies seinerseits jegliches Filzverhalten weit von sich.

„Bei der Wincasa AG, wo ich auf Antritt meines Sohnes im März 2013 mein Präsidialamt niederlegen werde, bin ich bei Fragen im Zusammenhang mit Interessenskonflikten konsequent in Ausstand getreten“, sagte er damals.

Auch zum Hoteldeal fand Sohn Oliver erklärende Worte. „Die benötigten Kaufentscheide fällten Anlage- wie Corporate-Governance-Ausschüsse der CSAM (Credit Suisse Asset Management), in denen mein Vater entweder keine Rolle spielte oder lediglich eine von vielen Stimmen hatte“, meinte er vor anderthalb Jahren.

Damals war die Welt in Davos noch in Ordnung. Nun herrscht Aufregung über eine Pleite, in der eine CS-embedded Familie eine Hauptrolle spielte.

Erstaunlich aus Sicht der CS als Ex-Arbeitgeberin der beiden Hofmänner ist, dass diese nebenbei in einer Familienfirma eigene Immobiliendeals verfolgen konnten.

Das tun sie in der Siegmund & Hofmann AG mit Sitz in Basel, wo Vater Heinz Hofmann Präsident ist und Sohn Oliver Hofmann Mitglied des Verwaltungsrats. Dritter Mann im Spiel ist ein Walter Hofmann, 72.

Die beiden CS-Hofmänner sind schon lange in ihrem Privatunternehmen dabei. Vater Heinz seit 2005, Sohn Oliver seit 2011.

Die Credit Suisse schaute dem Treiben unbeteiligt zu.

 

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

19 Kommentare zu “Hinter Davos-Hotelpleite steht ein CS-Immo-Filz

  1. Wir kleinen können nur eines tun: Grossbanken und deren Fonds meiden – es gibt genügend Alternativen. Es versteht sich ja von selbst, dass CS-Mitarbeiter die eigenen Fonds „platzieren“ muss um damit „Gebühren“ zu generieren…. Deshalb: Finger von solchen „Angeboten“ lassen!!!

  2. Hotels rentieren fuer den Erstkaeufer fast nie. Und hohe Investitionen sind ein Risiko wenn die Auslastung des Hotels nicht bekannt oder vorhersehbar ist. Vieles haengt auch in der Hotelerie an Personen und deren Engagement. Ich glaube nicht dass eine Grossbank da viel Expertise einbringen kann, wie man ein Hotel betreibt. Die Schnarchzapfen von der CS koennen da nur Geld, fremdes oder eigenes,vernichten.

  3. man rechne: Fr. 250 Millionen mit nur 212 Zimmern = Kosten je Zimmer Fr. 1,180 Millionen; zu 5% verzinst gibt ca. Fr. 59’000 nur an Zinskosten, dazu mind 1 Angestellte pro Zimmer (Mindestlohn mit Sozialabgaben Fr. 50’000) p.a. = 109’000 (ohne Unterhalt, etc).
    selbst bei einer illusorischen 100% Belegung ergibt dies Fr. 300 an Kosten pro Tag/Zimmer; bei einer realistischen Belegung von 50% also ueber Fr. 600 an Kosten/Zimmer/Tag !
    Kurzum, WER so etwas finanzierte ist entweder inkompetent und/oder korrupt! rentieren wird so etwas NIEMALS

  4. Nun hat die Credit Suisse aber ganz fix eine neue Betreibergesellschaft aus dem Hut gezaubert, um – vorläufig – die mit einer Betriebseinstellung, längerfristigem Leerstand und entsprechendem Presseecho einhergehende „Entwertung“ der Liegenschaft zu vermeiden. Insofern kann This Jenny auch wieder etwas ruhiger schlafen, falls er sich um die Wertigkeit seiner Beteiligung Sorgen gemacht haben sollte. Jetzt noch geschwind das Hotel auslasten, indem alle Credit-Suisse-Mitarbeiter dort ihren Jahresurlaub verbringen „dürfen“, um dann mit den guten Zahlen über die kapitalisierte Pacht das Ganze geschwind zu einem guten Preis einem Fond / Investor aus GUS / Morgenland aufs Auge zu drücken…

    • Wer heute Topobjekte vergammeln läßt, weil er meint, keine Gäste zu finden, derweil die Notenbanken Geld verschenken und so Kapitalisierungsfaktoren möglich sind wie noch nie, zeigt doch nur, daß er nicht ganz bei Trost ist. Zur Not muß man den Gästen das Geld, das sie in die Kasse legen, eben selbst in die Hand drücken. So wie der Straßenverkäufer, der Freunde als „Interessenten“ um sich schart, um weitere anzulocken. Ein Verkauf des bestens ausgelasteten Hausees zu einem hohen Preis spielt alle Unkosten wieder ein…

    • Nutzt die Blasen, bevor sie platzen. In 10 bis 15 Jahren ist alles wieder so veraltet, daß man es ohne grundlegende Renovierung nicht mehr verkaufen kann.

    • Ihren Kommentar in Ehren, aber lassen Sie This Jenny aus dem Spiel. Jenny hat Krebs und wird sich um vieles andere mehr Sorgen machen, als dass sich seine Liegenschaften entwerten.

  5. Hotelerie ist kein leichtes Geschaeft. Es reussierern nur die, die sich dauerhaft Muehe geben. Also nix fuer die CS. Solche Fonds sind ueberfluessig.

  6. Alle Immobilienprofis raten hinter vorgehaltener Hand dringend davon ab in Immobilienfonds von Banken zu investieren. Grund viel zu teuer für die Fondskäufer und eigentliche Abzockerinstrumente für die Banken. Aber eben das ewige bla bla von Diversifikation usw als Marketinginstrument.

  7. und abgesehen von dieser neuen Misere passt dieses Hotel wie die berühmte Faust aufs Auge in dieser Alpenlandschaft.
    Wie kann bloss Davos so ein Klotz bewilligen?

  8. Ist bereits vergessen, daß sich Hotelneubauten in der Regel erst nach der zweiten Pleite anfangen zu rechnen? Das Geld wäre in Wohn- und Geschäftshäusern in den größeren Städten sicher besser angelegt gewesen. Jetzt versuchen sie auch, daraus im „Einzelhandel“ Apartements bzw. Ferienwohnungen zu machen.

  9. Weiss jemand, ob auch Alex Hofmann (lanjähriger Intimus von Neo-Raiffeisen-Star Beat Wittmann) vorliegend verwandt/verbandelt ist?

  10. Das nenne ich „Immobilien-Blase“! Da sind alle Beteiligten schuldig zu sprechen, auch die Gemeinde Davos, welcher der Grössewahn eh über den Kopf gewachsen ist. Davos sollte sich einfach bescheidener geben. Sobald dann mal das WEF abzieht (was schon lange fällig ist), wird es so oder so eine Flurbereinigung geben und darum sollte man in Davos nicht mehr investieren. Dieses Hotel Projekt ist wirklich das „Tüpfchen auf den i“!

  11. Durchlauferhitzer für was für Gelder??? Schwarzgelder? Hinterzogene Steuergelder, die nicht auf Konti sichtbar sein sollten?
    Genauere Angaben wären aufschlussreich. Die Banken machen doch bei allen Dreckgeschäften mit. Die Variationen des Geldversteckens sind vielfältig.

  12. Wenn man bedenkt, wieviele Pensionskassen wieder in diese Fonds investiert haben, wird es einem schon am Montag morgen wieder schlecht wegen der CS Strategists.

  13. was haben die Amerikaner (DoJ) sich von der Credit Suisse gerade schriftlich bestätigen lassen? CS: Ein kriminelles Unternehmen.

    Das Davoser ‚Goldene Ei‘ ist nur ein weiterer Schandfleck im Dickicht der Verfilzung und Begünstigung zur Geldvernichtung.

    Die Fondanteils-Besitzer täten gut daran, schnellstens Schadenersatz-Ansprüche geltend zu machen, bevor weitere Immobilien-Pleiten
    der Bank zum Vorschein kommen, wo Grössenwahn als Antrieb der Geschäftsgrundlage basieren.

    • Was sag ich schon lange. Bevor die beiden Herren Dougan/Rohner den Platz räumen, wird nicht viel passieren. Die fehlende Führungsstruktur zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche dieses Unternehmens. Es sollte dringend mit neuer Leitung ein Neuanfang gemacht werden. Besser heute – wie erst morgen!