Pierin Vincenz wird zum Risiko fürs ganze Land

Seine Raiffeisen darf nicht untergehen – CEO gibt unbeirrt Vollgas – braucht Kapital, doch Gewinn ist schwach.

Wer hätte das gedacht: Aus der einstigen Bauern- und Sparbank Raiffeisen ist ein Too-Big-To-Fail-Finanzmoloch geworden. Das haben Nationalbank und Raiffeisen heute bekanntgegeben.

Wie im Global-Banking heisst es nun auch beim Schweizer Genossenschafts-Moloch mit dem feuerroten Logo: Untergang verboten.

Das „Verdienst“ geht aufs Konto von Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz. Der Bündner hat aus der verschlafenen Genossenschaft die dritte Kraft im Land gezimmert.

Ungebremst von einem Abnicker-Verwaltungsrat und einer ihm zudienenden Geschäftsleitung türmte Vincenz Risiko auf Risiko: Hyperwachstum im Hypogeschäft, eigenes Private Banking, Derivatebude, Assetmanagement mit Beat Wittmann, Technologie-Fabrik mit Avaloq. Und und und.

Die neue Systemrelevanz der Raiffeisen ist Ausdruck dieses einzigartigen Schubs aus Sankt-Gallen, wo die Zentrale steht. Diese wird formell von den 300 Raiffeisenbanken im Land kontrolliert.

Was zuvor ein muffiger Verbund von Klein-Bänklis in jedem Krachen der Eidgenossenschaft war, der sich um die Finanznöte von Witwen und Waisen kümmerte, hat heute nationale Strahlkraft.

Raiffeisen sponsert die Fussball-Superliga, die Schweizer Skinationalmannschaft, der Konzern präsentiert Konzerte, die Gruppe ist präsent und wird wahrgenommen.

Die atemberaubende Veränderung mit dem unbändigen Wachstum in der kleinen Alpenrepublik trägt einen Namen: Pierin Vincenz.

Der einstige Investmentbanker der Bankgesellschaft, dessen Vater einst Präsident der Raiffeisen war, treibt die Bauern-Bank seit Jahren zu immer neuen Höhenflügen.

Vincenz ist der umtriebigste, mutigste, verrückteste Banker des Landes. Dass er als Kind von einer Bühnenkarriere träumte, passt ins Bild.

Vincenz ist der Swiss Rocker unter den Banken-CEOs.

Jetzt ist er sogar noch mehr. Nämlich ein Grossrisiko. Und zwar eines für das ganze Land.

Die Raiffeisen sei als Finanzgruppe „systemrelevant“, schreibt die SNB heute in einem Kurz-Communiqué. Was das bedeutet, lässt sie offen und verweist an die Finanzmarktaufsicht (Finma).

Vincenz und seine Raiffeisen sprechen von Erfolg. „Die Systemrelevanz unterstreicht die starke Stellung von Raiffeisen im Schweizer Bankenmarkt“, frohlocken sie.

Die Folgen erwähnen sie danach. Der neue Status beinhalte „besondere Anforderungen, deren Umsetzung in einem nächsten Schritt gemeinsam mit der FINMA angegangen“ würde.

Hier steckt der Hase im Pfeffer. Wie die UBS, die CS und seit kurzem die ZKB braucht nun auch die Raiffeisen mehr eigenes Geld für ihr riskantes Business.

Das Zusatzkapital soll in einer Krise die nötige Zeit für eine geordnete Abwicklung schaffen. Ein unkontrollierter Crash könnte sonst das ganze Land in die Tiefe reissen.

Wieviel Kapital die Raiffeisen und Vincenz brauchen, bleibt vorerst ein Geheimnis. In der heutigen Mitteilung wird einmal mehr das Bild von einer solide finanzierten Finanzgruppe gezeichnet.

Der verschärfte Kapitalpuffer für Hypotheken durch die Aufsicht könne man problemlos erfüllen, schreibt die Bank. Die „Eigenmittel-Überdeckung“ der Raiffeisen erlaube die Erfüllung der Finma-Ziele.

Nur: Der Hypo-Puffer ist bereits Schnee von gestern.

Für die Zukunft muss die Raiffeisen ganz anderes Kapital ausweisen: eines, das sie schützt vor jedem Untergangs-Szenario.

Von wo soll das Geld kommen? Wie will Vincenz seinen Husarenritt mit überproportionalem Wachstum nun fortsetzen?

Wenn eine Bank mehr Geld braucht, um ihr Geschäft solider abzustützen, dann kann sie zu den Eigentümern gehen, „lustige“ Obligationen im Kapitalmarkt emittieren oder Gewinne zurückbehalten.

Sonst muss sie ihr Business zurückfahren.

Für Vincenz sind alle drei Kapital-Beschaffungen schwierig.

Dass ihm seine Genossenschafter, darunter mehrheitlich kleine Leute, frisches Geld für seinen Kaufrausch anvertrauen, ist unwahrscheinlich.

Der Weg mit den speziellen Obligationen steht zwar offen, ist aber nur beschränkt gehbar. Die Aufsicht setzt Grenzen, und die Raiffeisen hat schon solche Bonds in den Büchern.

Es bleibt die Gewinnkraft. Diese hat Vincenz in seiner eigenen Hand.

Je mehr der Bigboss mit seiner Raiffeisen-Gruppe Jahr für Jahr erwirtschaftet, desto mehr bleibt übrig als Vorsorge für schlechte Zeiten.

Mit geäufneten Reserven hätte Vincenz eine stärkere Kapitalbasis und könnte selbst unter dem neuen Label als „systemrelevante“ Finanzgruppe weiter vorwärts marschieren.

Ausgerechnet beim selbst erarbeiteten Gewinn hapert es nun aber.

Der heute vorgelegte Halbjahresabschluss zählt zwar einen Erfolg nach dem anderen auf. Doch was bei all dem Wachstum und den vielen Initiativen unter dem Strich übrig bleibt, ist erstaunlich wenig.

363 Millionen beträgt der Gewinn für die Zeit von Januar bis Juni. Würde man diese Zahl aufs ganze 2014 hochrechnen, dann käme man auf rund 700 Millionen Jahresgewinn.

Ins Verhältnis gesetzt zur Grösse der Bank ist das … nichts.

183 Milliarden umfasst inzwischen die Bilanz der Raiffeisen, und sie steigt und steigt, ohne dass ein Ende in Sicht wäre.

700 Millionen Gewinn von 183 Milliarden Aktiven sind knapp 0,4 Prozent.

Würde also der ganze Gewinn für die Stärkung des Eigenkapitals verwendet, dann stiege die sogenannte Leverate Ratio nur minim an.

Gemeint ist das Verhältnis von eigenem Geld zur gesamten Grösse der Bank. Dieses bekommt mehr und mehr Gewicht, weil die Behörden zunehmend absolute statt relative Grössen berücksichtigen.

Der Gewinn wurde im ersten Halbjahr gar noch aufgepeppt. Der Posten mit dem ausserordentlichen Erfolg stieg um 43 Prozent.

Als ob Vincenz wüsste, dass vor dem Hintergrund des neuen Too Big To Fail Fragen zur Gewinnkraft aufkommen, verspricht er bereits den nächsten Sonderertrag.

Ein „namhafter Gewinn von 44 Millionen Franken aus dem Verkauf der Beteiligung an der Vontobel Holding AG“ winke fürs 2. Semester.

Auf der anderen Seite steigen die Kosten. Das Ende der Vontobel-Kooperation bedingt einen eigenen Fabrik-Neubau mit Avaloq.

Das Abenteuer dürfte einen stolzen dreistelligen Betrag verschlingen.

Es ist dieses Vollgas-Modell von Pierin Vincenz bei gleichzeitiger Systemrelevanz, das die Lage zum Risiko macht.

Wer ruft Halt?

In Sankt-Gallen sicher niemand.

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32 Kommentare zu “Pierin Vincenz wird zum Risiko fürs ganze Land

  1. Pierin Vincenz ist ein gutes Beispiel für Leute, die nicht wissen, wann die Zeit gekommen ist, endlich ab zu treten. Das gilt auch für Sepp Blatter, Christoph Blocher und Reto Gurtner (Sportbahnen Flims-Laax). Alle diese Leute haben viel erreicht, aber nicht gecheckt, wann time to go ist.

  2. Gibt es „too big to fail“ überhaupt? Oder könnte es auch „too influental to fail“ sein? Was ist so schlimm daran, wenn eine grosse Bank pleitegeht?

  3. Es schein als ob gewisse Leute zurzeit keine Arbeit haben, Praktiker, ich hoffe Sie finden bald wieder eine sinnvolle Stelle!

    • @Pat, Oh ja, es ist die interessanteste Stelle meines Lebens die ich derzeit innehabe. Es ist Beruf und „Berufung“ zugleich, die Branche von himmelschreiend verscheuklappten Ignoranten, die sich einbilden, im Gestern zu verharren sei die einzige Möglichkeit für unser Land zu überleben, zu befreien, – und in gewissen Fällen – zu säubern!

      Die Erfolgsquote ist vielversprechend, da im Gegensatz zu Ihnen, es Menschen in unserem Land gibt, die die Probleme erkannt haben und anstelle von Passivität und Feigheit den Mut zu Veränderung in sich mobilisiert haben und entsprechend handeln.
      Beste Grüsse
      Der Praktiker

  4. Hier eine andere Sicht auf das Thema „Systemrelevanz“ (Quelle NZZ, Werner Enz):
    Von der Wall Street ins Verzascatal
    Es ist unbestritten, dass die Subprime-Krise, die in den Vereinigten Staaten 2008 im Konkurs der Investmentbank Lehman Brothers gipfelte, rund um den Globus einen heftigen Regulierungsschub auslöste. Zuerst wurden internationale Grossbanken wegen ihrer Gefahr für das globale Finanzsystem für systemrelevant erklärt. In einem zweiten Schritt wurde die Systemrelevanz auf die nationale Ebene transportiert, was nach unliebsamen Erfahrungen der Schweiz mit der UBS verständlich und nötig war.

    Das noch nicht voll umgesetzte «Too big to fail»-Regime ist auch als Mittel der Disziplinierung wichtig, denn es geht nicht an, dass Grossbanken auf Kosten des Steuerzahlers dank einer impliziten Staatsgarantie Risiken eingehen, die in extremis die Schweizer Volkswirtschaft bedrohen. Nun sind nach der Zürcher Kantonalbank auch die genossenschaftlichen Raiffeisenbanken als Finanzgruppe von der Schweizerischen Nationalbank für systemrelevant erklärt worden. Das mag mit Blick auf ihren Stellenwert als Sparhafen und Hypothekengläubiger wenig überraschen. Die Gralshüter der Finanzmarktstabilität interessieren sich vermutlich prioritär dafür, wer Verluste trüge und bestehende Geschäfte weiterführte, wenn die gegenseitige Beistandspflicht innerhalb des Raiffeisen-Verbunds nicht genug tragfähig wäre.

    Doch ist die These nicht abwegig, dass vor zwanzig oder auch zehn Jahren es kaum jemandem in den Sinn gekommen wäre, 305 in ihrer Grösse, genauer: Kleinheit, einfach zu verstehende Raiffeisenbanken als systemrelevant zu taxieren. Wenn die Finma als Vollstrecker jetzt Forderungen für einen Notfallplan und allfällige Kapitalpuffer entwickelt, sollte an erster Stelle klar definiert werden, welche vitalen Elemente des inländischen Finanzmarkts denn gefährdet sein könnten. Der Zahlungsverkehr kann es nicht sein, denn Banken gibt es zuhauf in der Schweiz – und Postfinance hat in diesen Belangen noch einen gesetzlichen Leistungsauftrag.

    Der Hypothekenmarkt und ein allfällig grosses Ausfallrisiko wegen eines landesweiten Einbruchs der Immobilienpreise stehen klar im Vordergrund. Der Marktanteil der Raiffeisen ist mit 17 Prozent bei Kreditausständen von 147 Milliarden Franken nicht überwältigend. Man wird dem Umstand Rechnung tragen müssen, dass Raiffeisenbanken auf lokaler Ebene ziemlich autonom agieren, also keinen Konzernverbund darstellen. Es ist somit höchste Zeit, den Allerweltsbegriff Systemrelevanz genau zu fassen.

    http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/von-der-wall-street-ins-verzascatal-1.18362744

    • @RBIer,

      der Artikel ist intellektuell unredlich. Gerade das Gegenteil ist eingetroffen. Einfach gestrickte Erklärungen setzen sich parteiübergreifend auch in den Meinung machenden Medien fest. Der mainstream der Wirtschaftswissenschaften gewährt diesem Erklärungsmuster noch argumentative Unterstützung hinzu.

      Es gibt nach wie vor, – und wir schreiben das Jahr 2014!, keine Kontrolle von Kreditverbriefungen, Credit Default Swaps und ähnlichen Finanzprodukten. Das geschieht nicht aus Nachlässigkeit, es ist politisch gewollt, weil die Finanzlobby diese fest in den Griff hat.

      Mit etlichen Gesetzen in den letzten 20 Jahren wurde die Risikobegrenzung bei der Kreditvergabe für das Geldgewerbe de facto aufgegeben. Kredite und strukturierte Finanzprodukte müssen seither nicht mehr mit Eigenkapital unterlegt sein, sie werden in Zweckgesellschaften ausgelagert und nicht mehr in den Bilanzen der Banken ausgewiesen. Zusätzlich wurden die Zweckgesellschaften von der Gewerbesteuer befreit.! Das trifft in nahezu allen Industriestaaten zu.

      Zusammenfassend kann also festgestellt werden, dass weder die Niedrigzinspolitik, noch die Eigenheimförderung die Finanzkrise hervorgerufen haben. Die fehlende Kontrolle der Finanzwirtschaft ist politisch gewollt. Das alles hat mit Regulierungsversagen und Staats- oder Marktversagen nichts zu tun. Es ist Politikversagen.

      Mit den Rettungspaketen der Regierungen wurden/werden die Wettscheine nun mit Steuergeldern aufgekauft. Damit werden die Glücksspieler belohnt, nicht aber an ihrer Tätigkeit gehindert. Einige Banken schütten die zu ihrer Rettung aufgewandten Staatsgelder in Milliardenhöhe komplett als Boni an ihre Investmentmanager aus oder nutzen die Staatsgelder zur Zahlung von Dividenden. Wer sind die Gläubiger dahinter die von diesen Rettungen durch Steuergelder ihre Vermögen erhalten konnten? Ich habe vor Monaten in diesem Blog auf die Gefahren die von einem Herrn Vincenz ausgehen könnten. Man muss dringend diese Geldkonzerne zersplittern und das EK der Slitterunternehmen massiv erhöhen, um dann bei bedarf diese abzuschalten. Mehrwert schafft ausschliesslich die Realwirtschaft!
      Grüsse
      Der Praktiker

  5. Typisch Boulevardjournalismus. Schlecht recherchiert, unsachgemäss interpretiert, mässig formuliert aber immer unterhaltsam.

  6. Raiffeisen forever!!!

    Die beste Bank in der Schweiz!!! (und ich meine wirklich die besten Bank, nicht so wie die UBS, die sich beste Bank der Schweiz nennt aufgrund eines komischen Vergleichs)

    – Kein US Problem
    – Kein Devisenskandal
    – Kein Libor Skandal
    – Nicht in Finanzkrise involviert
    – etc.

    Kenne keine andere Bank, die so gut geschäftet wie Raiffeisen, ansonsten wäre sie ja auch in einem Skandal involviert.

    Danke dass es dich gibt liebe Raiffeisenbank!

    • Glaube kaum dass dies in 5 Jahren noch so ist… Dafür war die Raiffeisen-„Gruppe“ zu offensiv am Hypothekarmarkt… und nun will sie auch noch in anderen Bereichen offensiv werden (Strukis, IB, etc…)

    • @Parodie.
      Die Raiffeisengruppe ist so „gut“ positioniert, da sie praktisch nicht global auftreten kann / konnte. (Reglement)

      US Problem: ….verboten
      Liborskandal…..Fixingbank?
      Devisen ………. Marktanteile?
      Finanzkrise…….Hypotheken / Spargelder …

  7. „…, dann stiege die sogenannte Leverate Ratio nur minim an.

    Gemeint ist das Verhältnis von eigenem Geld zur gesamten Grösse der Bank. Dieses bekommt mehr und mehr Gewicht, weil die Behörden zunehmend verstärkt absolute statt relative Grössen berücksichtigen.“

    Der Artikelschreiber scheint nicht ganz verstanden zu haben was absolut und relativ bedeuted. Zwar wird Leverage Ratio korrekt als Verhältnis interpretiert, jedoch was dieses Verhältnis (relativ) mit einer absoluten Grösse zu tun hat, wie dies im Text suggeriert wird, ist mir schleierhaft.

  8. Die Tragik bei Raiffeisen ist, dass auf der einen Setie eine fantastische Grundidee mit guten Raiffeisenbanken besteht. Und auf der anderen Seite ein grössegetriebener „CEO“, der seinen Posten wohl von Papa zugeschanzt erhalten hat und sich v.a. im „Empire Building“ gefällt und daher jeden Laden überteuert zusammenkauft (Notenstein, Leonteq etc.) – mit dem Geld, das Generationen vorsichtiger Bankleiter erarbeitet haben.

    • Dies war und ist nicht nur die Tragik bei Raiffeisen, sondern auch bei UBS, CS, ZKB… wo die individuellen Leistungen der Mitarbeiter an der Front (die jeden Tag das Beste geben) im krassen Gegensatz zum langfristig zerstörerischen Wirken der oberen/obersten Chefs stehen.

  9. Lukas Hässig ist und bleibt ein Raiffeisen-„Hasser“, welcher dauernd über seinen Blog auf die Raiffeisenbanken drauf los poltert und schlecht recherchierte Artikel auf IP postet.
    Es mag nicht alles gut sein, was im Moment bei Raiffeisen abläuft.
    Fakt ist aber auch, dass Ertrag und Gewinne bei Raiffeisen stabil sind.
    Man darf nicht vergessen, dass die Raiffeisen eine Genossenschaft ist und keine AG, welche jedes Jahr auf Teufel komm raus den Shareholders noch mehr und noch mehr in den Rachen werfen muss.
    Schlussendlich sind es noch immer über 300 selbstständige Raiffeisenbanken und der Raiffeisenverband, welche die Geschäfte der Gruppe abwickeln.
    Wenn man mit den verschiedenen Leuten bei Raiffeisen spricht, tönt es vom einen kritisch und vom anderen, man muss etwas tun, da die Margen im Kerngeschäft der Raiffeisen immer kleiner werden.

  10. Das grössere Risiko als die Hypo Blase ist die Konzentration allein auf vinp bei einer nicht existenten GL und die veralteten IT Systemen bei der Unfähigkeit grosse Projekte zu managen.

    • Hinweis zur „veralteten“ IT: Raiffeisen und Avaloq gründen ein neues Unternehmen zur Implementierung und zum Betrieb der Retailbanking-Plattform von Raiffeisen. 2017 wird Raiffeisen ihr bisheriges Frontsystem ablösen und die Wertschriftenabwicklung auf eine neue Avaloq-basierende Bankensoftware migrieren.

      Zentralbank- und weitere Zentrale Dienste laufen seit Jahren auf Avaloq.

    • @PR-Zampano: 2017? Sie meinten wohl eher 2027. Völliger Grössenwahn, avaloq auf die Bedürfnisse von 300 Kleinstbanken zurechtbiegen zu wollen. Aber für vinp wohl eine Frage des Prestiges. Mit einer bereits funktionierenden, aber eher biederen Standardsoftware für Regionalbanken will man sich wohl nicht zufrieden geben. Wäre um Faktoren günstiger…

    • @Zampano: genau, mit den Versagern welche die vorherigen Projekte bereits in den Sand gesetzt haben

  11. So lange der CEO und der Boss des Rechtsdienst unter dem gleichen Dach hausen, bessert sich auch bei der Corporate Governance nichts. Da sollte die FINMA endlich mal hinschauen.

  12. Eines muss man sehen, nicht Pierin Vincenz ist „Schuld“ am Hypothekarwachstum der Raiffeisenbanken, sondern die einzelnen Genossenschaften selbst!

    Pierin Vincenz ist höchstens „Schuld“ an der Diversifikationsstrategie, welche meiner Meinung nach bitter nötig ist. Systemrelevanz hat ausserdem nichts mit Risiko für die Kunden zu tun, sondern eher mit der Wichtigkeit eines Instituts.

  13. Sehr einseitiger und wenig fundierter differenzierter Bericht.

    Fakt ist, dass die Rentabilität von Notenstein sackschwach ist. Die Rentabilität der einzelnen Banken aber sehr gut ist und das CIR bei rund 58 % liegt.

  14. Die FINMA wird später die besonderen Anforderungen an die Eigenmittel, die Liquidität und die Risikoverteilung festlegen, welche Raiffeisen als systemrelevante Bank erfüllen muss, und die Öffentlichkeit über die Grundzüge des Inhalts und die Einhaltung dieser Verfügung orientieren (vgl. Artikel 10 Absatz 1 Bankengesetz, in Kraft seit 1. März 2012). Man darf gespannt sein.

  15. P.V. und seine Raiffeisengruppe sind nun doch systemrelevant. Wen wundert es, wenn man die Bilanzentwicklung in den letzten Jahren anschaut. P.V. gab Vollgas bei den Hypotheken. Natürlich rechnet zurzeit niemand mit einem rasanten Anstieg der langfristigen Zinsen. Auch die SNB hat signalisiert, den EUR-CHF Kurs länger als erwartet bei 1.20 zu verteidigen. Dennoch frage ich mich, ob die Raiffeisengruppe einen scharfen Anstieg der Zinsen überleben würde. Aber das spielt jetzt ja gar keine Rolle mehr, weil systemrelevante Banken im Notfall vom Staat, respektive vom Steuerzahler gerettet werden müssen. Insofern kann P.V. weitermachen gemäss Tagesbefehl und die Raiffeisengruppe weiter wachsen lassen. Frei nach Marcel Ospel’s Motto vor dem Fall der UBS „you either join the party or leave the party“ Den Rest der Geschichte kennen wir.

  16. Das war ja absehbar. Die Luft wird immer dünner für den Bündner. Die Raiffeisen-Gruppe entwicklet sich unter PV definitiv in die falsche Richtung. Time for change.

  17. Was bedeutet eigentlich Systemrelevanz? Bei Herr Hässig hört sich das an, als ob die Bank grosse Risiken fährt. Dafür bedeutet dies doch nur, dass die Bank wichtig für die Volkswirtschaft ist! Jeder der etwas anderes behauptet, hat keine Ahnung 🙂

    Hier die Definition vom EFD:
    Der Begriff („zu gross, um zu scheitern“) hat sich in der jüngsten globalen Finanz- und Wirtschaftskrise durchgesetzt. Er beschreibt den Umstand, dass ein Staat ein kriselndes Unternehmen nicht untergehen lassen kann. Die von diesem Unternehmen erbrachten Leistungen sind für die Volkswirtschaft unverzichtbar und können nicht durch andere Marktteilnehmer in kurzer Zeit übernommen werden. Der Staat ist gezwungen, rettend einzugreifen, wenn ein solches Unternehmen in Schieflage gerät. Damit verfügt es über eine implizite Staatsgarantie.

    Konklusion:
    Raiffeisen ist sogar noch sicherer für seine Genossenschafter, da diese nun durch eine implizierte Staatsgarantie profitiert wie CS, UBS und Co.
    –> so sicher wie unsere Kantonalbanken mit Staatsgarantie

    • Wenn schon Belehrung dann bitte die ganze Geschixhte erzählen…

      1. Banken mit Staatsgarantie gehen höhere Risiken ein (historisch bewiesen)

      2. Staatsgarantien sind nichts anderes als verdeckte Subventionen::

      Wenn auf den Kapitalmärkten die Gläubiger der Banken von einem Sicherheitsnetz durch den Staat ausgehen, verlangen sie einen tieferen Zinssatz für ihre Ausleihungen, als wenn sie das Risiko dafür alleine tragen müssten. Diese Verbilligung der Kosten für ihre Ausleihungen durch die implizite Staatsgarantie kommt einer Subvention an die Banken gleich, weil die Steuerzahler das Risiko übernehmen. Wäre das «Too big to fail»-Problem gelöst, hätten systemrelevante Banken keinen Zinsvorteil mehr, die Subvention wäre null.

    • @Tom: Da haben Sie recht, das ist bei Banken mit Staatsgarantie so – sprich Kantonalbanken!!

      Bei einer impliziten Staatsgarantie vergünstigt sich jedoch die Refinanzierung nicht, somit ist dieser Effekt für die betroffenen Banken nicht zutreffend.

  18. „Wer ruft Halt?

    In Sankt-Gallen sicher niemand.“

    Die Schlafmützen bei der FINMA, die Währungshüter bei der SNB…

    Ändern wird sich nichts, ABER nach dem Knall wissen wir alle alles besser.

  19. Für mich sehr erstaunlich dass die Raiffeinsen erst im Jahr 2014 als „Systemrelevant“ gilt. Wachstum um jeden Preis hiess es in der Vergangenheit… so wurden Hypotheken abgeschlossen zu Konditionen bei denen kein Onlineanbieter mithalten will, und dabei noch Tragbarkein und Belehnung ignoriert. Sollten die Zinsen schneller ansteigen als erwartet hat die Raiffeisen (und die CH) definitiv ein Problem… nämlich dass sich viele Kunden „ihr Eigentum“ nicht mehr leisten können… spätestens zu diesen Zeitpunkt platzt die nächste Immobilienblase! Da sind die beiden Grossbanken viel konservativer unterwegs… vielleicht weil sie in den 90er dazugelernt haben (?)

    • Komische Sicht der Dinge. Die Raiffeisen hat genau die gleichen Regulatorien wie die Grossbanken einzuhalten. Sollten die Zinsen jemals wieder steigen (was aber in den nächsten Jahren kaum der Fall sein wird), hätte nicht nur Raiffeisen, resp. deren Kunden ein Problem, vielmehr trifft es alle Banken. Raiffeisen beachtet sehr wohl Belehnung und Tragbarkeit, wer dies hier einfach so platziert, hat sich entweder nicht informiert, oder haut einfach mal um sich. Zum Verständnis aller nicht RBler: Die einzelnen Genossenschaften legen fest, wie stark sie wachsen wollen. vinp hat dazu eingentlich herzlich wenig zu sagen.

  20. Medienmitteilung:
    Das Wachstum der Raiffeisen Gruppe blieb auch im ersten Halbjahr 2014 konstant. Mit einem Betriebsertrag von knapp 1,4 Milliarden Franken wurde das Vorjahresergebnis um 1,3 Prozent übertroffen. Der Bruttogewinn von 533 Millionen und der Gruppengewinn von 363 Millionen Franken entsprechen dem sehr guten Vorjahresergebnis.

    http://www.raiffeisen.ch/web/medien