US-Fraktion der CS will Ami als Brady-Nachfolger

Helvetier und Angelsachsen im VR zerstritten – diffuses Suchmandat – Ami-Frau im Asset Management profitiert.

In Bad Ragaz würden Urs Rohner und seine CS-Verwaltungsräte heute die Weichen zur neuen Bank stellen, schreibt die Handelszeitung. Mit dabei soll auch CEO Brady Dougan sein.

Es gebe „keinen Grund, Brady Dougan jetzt abzulösen“, zitiert die Zeitung einen Insider. Sie verweist auf 47 Prozent der CS-Aktien bei US-Investoren. Diese seien zufrieden mit ihrem CEO.

Hinter dem scheinbaren Friede-Freude-Eierkuchen-Treffen im Golf- und Spa-Tempel an der A3 steckt ein handfester Zwist zwischen den grossen Zentrifugalkräften der Bank.

Die Amerikaner-Fraktion im Verwaltungsrat fordert einen nächsten Ami auf dem Stuhl des CEOs; Team Schweiz hingegen will einen Schweizer – oder wenigstens einen deutschsprachigen Europäer.

Es geht um Macht, Ideologie und das eigene Überleben ganz oben in der „Nahrungskette“. Die Amis fürchten um ihre Stellung in der CS – faktisch haben sie die Bank dank „ihrem“ CEO gekapert.

Die „Swissies“ pochen auf eine Wende Richtung alte SKA. Als Kreditanstalt stand bei der CS das Schweizer Geschäft und die Vermögensverwaltung im Zentrum, nicht das Investment Banking.

Der Konflikt hat sich laut einem Insider zum Stellungskrieg verschärft. Keines der beiden Lager sei bereit, in der CEO-Frage klein beizugeben, meint die Quelle.

Mit Folgen. Laut dem Gesprächspartner, der sich auf innerste Kreise der Bank beruft, haben Präsident Rohner und seine Leute im VR ein Suchmandat für einen neuen Konzernchef vergeben.

Während das Profil, also was der neue Bigboss für den Job mitbringen müsse, unbestritten sei, bleibe die Herkunft offen.

Sie aber ist der entscheidende Punkt. Alle sind sich im Klaren, dass auch der nächste CS-CEO das Investment Banking beherrschen muss.

Hingegen folgt aus dem Pass des zukünftigen Chefs weit Wichtigeres.

Die Kultur der Bank. Das Bekenntnis, für welche Werte sie stehen möchte. Ihre DNA.

So banal ist das. Ein Schweizer oder Europäer mit Deutsch als Muttersprache und einem Schweizer Fulltime-Wohnsitz stünde für Credit SUISSE; ein pendelnder Angelsache für CS Group.

Gefordert ist Präsident Rohner. Wie sich immer mehr zeigt, ist der ein Zauderer.

Das Suchmandat für den Headhunter bleibt so lange nutzlos, wie die Frage der Herkunft des neuen Konzernchefs ungelöst ist.

Das Gipfeltreffen in Bad Ragaz, das laut der Handelszeitung Initiativen mit dynamisch klingenden Begriffen wie „Digital Private Banking“ lanciert, ist ohne Lösung der Kopffrage reine Showtime.

Oder sogar Zeitvergeudung. Rohner müsste Nägel mit Köpfen machen. Statt dessen verflüchtigt er sich im virtuellen Raum.

Anders die Amerikaner im Konzern. Sie wissen, worum es geht. Mit der Ablösung von Brady Dougan steht nichts weniger als die Macht im internen Powergame auf dem Spiel.

Typisch Powerleute, nutzen die Angelsachsen jede Lücke, um sich sofort auszubreiten. Jüngstes Beispiel ist eine Managing Directorin namens Kathleen Traynor DeRose.

Seit 4 Jahren ist die Frau bei der Schweizer Grossbank. Nun spielt sie eine immer wichtigere Rolle im Anlageprozess der CS.

Mit einem kleinen Team von nur drei Leuten rapportiert sie direkt dem obersten Investment-Chef, Michael Strobaek.

Trotz ihrer Mini-Führungsspanne hat die aufstrebende DeRose zwei Büros: eines in Zürich und eines in New York.

Die hohe hierarchische Stellung, ihr schlankes Team, das Jetten zwischen den beiden Epizentren der Bank – all das schafft eine Aura von Exklusivität und Expertise.

In Meetings tritt Miss DeRose offenbar gekonnt auf. Sie hinterlässt einen professionellen Eindruck bei vielen Teilnehmenden, heisst es.

Anders tönt es von langjährigen CS-Kennern.

Einmal mehr mache sich jemand ohne Verständnis von Märkten und Kunden breit, ermöglicht allein durch seine guten internen Beziehungen und das persönliche Machtnetz, meint ein Gesprächspartner.

Frau DeRose, so die Quelle, habe wenig Ahnung, was die Kunden der CS wirklich wollten. Weil sie aber dank ihrer hohen Stellung viel Power besitze, würde sie so oder so als Siegerin dastehen.

Erfolg lasse sich immer auf die eigene Mühle lenken.

Der Grund für den steilen Aufstieg von DeRose ist das Absägen des langjährigen Bigshots im CS Asset Management, Andreas Russenberger.

Kaum war Russenberger im Frühling entsorgt, hatten DeRose und weitere Angelsachsen Oberwasser im zentralen Bereich, wo die CS ihre Produkte für die Kunden generiert.

Die neuen Machthaber, zu denen DeRose trotz ihrer Unterstellung beim Chief Investment Officer offenbar zählt, zögerten keine Sekunde, um mit Russenbergers Hinterlassenschaft aufzuräumen.

Sie stampften zahlreiche Produkte ein. Um aber nicht das Image von Abwrackern zu riskieren, zimmerten sie rasch neue Vorzeigevehikel fürs Asset Management der CS.

Da kam Frau DeRose ins Spiel. Als „Head Business Strategy and Solutions“ ist sie für neue Produkte zuständig. Mit dem nötigen Druck dürfte sie es schaffen, dass schon bald Kundengelder in Milliardenhöhe in ihre neuen Vehikel fliessen.

DeRose’s Aufstieg gibt im Asset Management zu reden. Ihre Supporter empfinden die Kritik typisch für „Verlierer-Typen“ aus dem Schweizer Lager.

Falsch, meinen die Angeschossenen. Das Beispiel von Kathleen DeRose zeige einmal mehr, was in der CS schief laufe.

Nicht Erfahrung und Leistungsausweis würden belohnt, sondern glänzendes Reden und Auftreten.

Keine Schweizer Spezialität.

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32 Kommentare zu “US-Fraktion der CS will Ami als Brady-Nachfolger

  1. die CS wird wohl der Spielwiese der Amis bleiben, die sie für sich entdeckt haben, als sie auf der Suche nach paar Dummen waren, deren Bank sie kapern konnten. Bis jetzt lohnt sich dies nur für die oberen 1000, der Rest sind arme Schlucker, die im Hamsterrad um ihr Leben betrogen werden.
    Super Arbeitsklima, viel Gestaltungsräume, kaum Chancen aus diesem miesen, nichtsnutzigen und sinnentleerten Leben herauszukommen. Einzig und allein dazu auf Welt, den MDRs und der GL noch mehr Geld ins Maul zu scheffeln.
    Am Ende steht dann die Entsorgung, weil wie Mario so schön formuliert hat „sie nicht mehr diesen Weg mit uns gehen wollen“

  2. Oohhhhh näiiiiii dä Ursli üebt scho mal für siini nächscht karriere als schauspieler. wiä mä määrli verzellt hät er ja jetzt bi de cs schon glernt. was er jetzt no söt chöne isch än professionellä idruck vor der kamera zmache – dänn cha nüüt me schief gah.
    Ursli goes hollywood – er isch scho mal guet ufgstellt um döt anä z’cho. wämmer emal luegä.

  3. Amerikanische Investoren bei der CS suchen vor allem ein gutes Business Model das sich von dem der Amerikanischen Banken abhebt. Ob da ein Amerikaner oder ein Schweizer am Ruder ist, ist egal, Hauptsache es besteht eine klare Strategie, die KUNDEN, bestehende wie neue, professionnel, innovativ und nachhaltig zu betreuen und ihnen eine typisch Schweizerische (multi-sprachlich, multi-rechtlich, multi-disziplinär / also komplett anders als z.B. die Engländer oder Amerikaner) zukunftsweisende Dienstleistung zu erbringen. Ob Herr Dougal das kann, oder eben sein VR, das ist die Gretchenfrage.

  4. Ich denke das trotz diverser Nachteile die CS immer noch ein attraktiver Arbeitgeber ist und die Entlöhnung immer noch sehr gut ist. (Die CS-Mitarbeiter nennen es Schweigegeld).
    Es kommt natürlich auch darauf an in welcher Abteilung man arbeitet, Services- und Operations-Abteilungen haben ein schlechtes Ansehen, dies ist aber bei anderen Banken (z.B. Julius Bär, UBS) nicht anders. Zu dieser Erkenntnis kommt man auch wenn man die Kommentare auf http://www.kununu.com liest.

  5. geht mir auch so. Bei der CS kann man sein ganzes Leben damit verbringen, zuzuwarten ob es besser wird. Aber es wird nicht besser.

  6. Angelsachsen? Helvetier? Gehts noch? Wir haben 2014, Expertise und Globalisierung bestimmen das Geschäft und nicht welche Sprache jemand spricht.

  7. Glänzendes Reden und Auftreten also „Keine Schweizer Spezialität.“ Hüstel. Ich durfte zu meiner Zeit als aktiver CS’ler Eidgenossen kennenlernen deren einzigste Begabung ein glänzender Auftritt war. Blender gibt es auf allen Seiten. Und wer schweizerisch blenden lernen will kann ja mal eine Exlusivlehrgang in der Zunft zur Meisen buchen. Dort findet man die Schweizer Spezialisten.

    • He, he, sehr treffend! Und falls bei der Meisen ausgebucht, wäre wohl die Saffere die nächste empfehlenswerte Adresse.

  8. Die ganze Welt kennt den Hit von Sarah Brighton und Andrea Bocceli – it’s time to say goodbye – nur die Herren Dougan und Rohner nicht………aber ändern wird sich trotzdem nicht viel

  9. Einzig allein ein externer Kandidat hat eventuell die Chance, in diesem Augiasstall auszumisten. Er müsste allerdings die ganz grosse Mistgabel mitbringen und den Gestank, der seit Jahren durch die Räume am Paradeplatz wabert, eine ganze zeitlang aushalten. So schnell bekommt man den nämlich nicht aus dem Teppich…

    • Den Stall auszumisten ist nur eine der 12 Aufgaben, die Herkules hatte, sprich ein externer Kandidat hätte. Ich denke da auch noch an den nemeischen Löwen, die Hydra, den kretischen Stier, die menschenfressenden Rosse usw. am Schluss darf er dann zur Belohnung die Äpfel der Hesperiden pflücken (vielleicht hilft ihm Atlas dabei)…

  10. Mrs. DeRose beobachte ich schon seit einiger Zeit. Keiner weiss genau was Ihre Aufgaben im Asset Management sind. Sie agiert jedoch als graue Eminenz von Shafir& Co. da diese keinerlei Interesse am CSAM in der Schweiz haben und auch nicht wissen was abgeht im Laden. Keiner wagt es Ihr in die Quere zu kommen..das wäre der sichere Tod. Das ist alles was wir von dieser sehr kühl auftretenden Person wissen. Gegrüsst werden von Ihr nur MD’s etc. Andere werden herablassend angeschaut.
    Sie wird wohl als strategische Kontrollfunktion der Herren Blackwell und Shafir/Dougan eingesetzt, welche keinerlei Ahnung/Interesse (ausser Monetären Resultaten) am Asset Management in der Schweiz haben.

  11. Das ist das Resultat von schlaffen CH Managern inkl. VR, die seinerzeit die CS an die Amis faktisch verkauft hatten. Durch Einstellung von Dougan haben sie, vorerst wahrscheinlich ungewollt, später aus Unfähigkeit und „lieb sein wollen“, Dougan gewähren lassen, die Amis bei der CS zur Macht zu verhelfen. Nun sind die stark und die ehemals CH Bank wird demächst eine US beherrschte Bank. Dank der US Stärke im VR hat sich Dougan auch bis anhin halten können.Die Amis halten zusammen, was man leider von den CH nicht behaupten konnte. Mir wird übel über so viel Schweizerische Unfähigkeit.

  12. Es gehts um Würstchen.

    Die amerikanischen Investment Banker lassen sich natürlich nur ungern von den Fleischtöpfen vertreiben. CS ist ein selbstbedienungsladen, da wird bald nicht mehr zu holen sein. Rohner ein Schönling, der eigentlich nicht langfristig denken kann bzw. möchte.
    Noch so eine Pleite wie Dougan und die CS ist am Ende.

  13. Ich weiss nicht, warum hier nur auf Brady herumgehackt wird. Rohner als Präsident hat ja mindestens genau so versagt. Deshalb hat er es dann auch doppelt schwer, die Amerikanischen Aktionäre von einem Schweizer zu überzeugen, sollte es denn einen fähigen Kandidaten geben.

    • Ich sehe das ähnlich wie Scary Harry: Wenn schwache Schweizer gerne mal den Ami befördern und die CH-Kolleg/innen benachteiligen, kommt’s wie bei der UBS ähm CS raus 🙁

  14. Der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht! Man hat einfach das Gefühl, dass alles was bisher noch funktionierte, kaputt gemacht wird, wobei aber streng drauf geachtet wird, dass den Amis ihre überrissenen Boni gesichert sind.

  15. Erpresser auf den höchsten Stuhl.
    Oh Schweiz, oh CS wo sind Deine Tugenden?
    Guet Nacht und pfuused wiiter es chunnt scho guet…….?????!!!!!

  16. Nur ein wetterfester und charakterstarker Präsident wird den richtigen CEO für die CS portieren können. Man darf gespannt sein, wie Rohner das alles auf die Rolle bringt.

    • Wie will Rohner das denn schaffen? Er ist ein Schönwetter-Kapitän, der selbst in einem Jahrhundertsturm immer noch glaubt die Sonne sei noch am scheinen. Aber sein Konto ist ja schon gefüllt, daher sind ihm die Mitarbeiter und Aktionäre egal. Vor Brady müsste man UR ersetzen, besser heute als morgen.

  17. …vielleicht ‚mal wieder richtig arbeiten, als bloss grossspurig auf Manager-Mime machen. Vielleicht wieder ‚mal die richtigen Leute auswählen und nicht nur die Selbstdarsteller, „Politiker“ und Intriganten.

  18. Weichen zur neuen Bank stellen ? In regelmaessigen Abstaenden nimmt die CS diese Versuche vor, leider erfolglos. Wenigstens profitiert das Resort Ragaz und die Nachtclubs in Chur, ist doch auch schon etwas

  19. Noch ein Ami und die Bank ist endgültig weg vom Fenster. Seit Brady und seine Amifreunde das Kommando übernommen haben, läuft so ziemlich alles schief. Mitarbeiterzufriedenheit im Keller, gegeneinander arbeiten statt miteinander, Mehr Seilschaften als in den Schweizer Alpen und vor allem ein Kader welches den Bezug zur Basis selbst mit einem Teleskop nicht mehr sehen können.

    • das kann man laut sagen, Mitarbeiter Zufriedenheit haben SEHR gelitten unter Bradys Regentschaft.

      DAS IST DIE ZUKUNFT DER ARBEITSWELT, DENEN DIE AN DER MACHT SIND UND ZUGRIFF AUF DIE GELDTÖPFE HABEN, SIND ANDERE MENSCHEN VOLL EGAL.

      Geld ist nicht so wichtig, es gibt auch andere Dinge im Leben, die erstrebenswert sind.

  20. Kann ich verstehen – damit die Bonistroeme weiter in die Taschen der Geldgierigen fliessen

    Die CS ist aber kaputt, da fliesst bald nichts mehr.