DZ Privatbank: Liebe Züricher, hier Eure neuen Jobs in Luxemburg

Schweiz-Tochter unter deutschem Diktat – Projekt „Optiko“ schiebt Leute hin und her – 200 Zürcher betroffen.

Auch in Deutschland ist die dritte Kraft im Banking eine Genossenschaft namens Raiffeisen. Die „Volksbanken Raiffeisenbanken“ vereinigen 1’000 Banken, haben eine Bilanzsumme von 1 Billion Euro und 30 Millionen Kunden.

Ein Riese. Aber ein sozialer. „Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht immer der Mensch“, betont die Gruppe ihre Werte.

Wirklich? In der Schweiz wird zu Weihnachten 2014 ein anderes Lied gesungen. Da wird der Ableger der deutschen Sozialisten-Bank gerade durchgeschüttelt.

Es geht um ein Projekt namens „Optiko“. Dieses soll die DZ Privatbank, eine Tochter einer Tochter des grossen deutschen Raiffeisen-Volksbanken-Verbunds, fitter und erfolgreicher machen.

Was das heisst, zeichnet sich ab. Jeder gegen jeden und alle gegen die Zürcher.

„Optiko“ lässt keinen Stein auf dem anderen. Jede Aufgabe, jeder Job wird auf den Prüfstand gelegt und dann entschieden, ob es ihn noch braucht, wie er auszusehen hat und – vor allem – wo er hingehört.

„Mit „Optiko“ zentralisieren wir“, meint eine Sprecherin der Zentrale der DZ Privatbank in Luxemburg.

Dort ist der Grossteil der rund 1’000 Leute der DZ Privatbank beschäftigt, die sich im grossen Raiffeisen-Verbund ums Private Banking und die Fonds kümmert. Sie hat eine Bilanz von 14 Milliarden Euro und machte letztes Jahr 45 Millionen Gewinn.

Der Ableger in Zürich ist naturgemäss das Kompetenzzentrum für die Vermögensverwaltung. Hier hat die DZ Privatbank unter Führung einer Frau, der Managerin Marion Pester, knapp 200 Mitarbeiter auf der Payroll.

„Die Schweiz bleibt ein wichtiger Standort“, betont die DZ-Sprecherin von der Zentrale in Luxemburg. Man wolle nicht abbauen, sondern weiter wachsen, mit Fokus auf den Kernmarkt Deutschland.

Konkrete Zahlen zu „Optiko“ gibt es offiziell keine. Welche Stellen werden verschoben, wohin müssen die Leute, wer macht das Rennen?

Man habe in den letzten Tagen die Mitarbeiter informiert und werde in den kommenden Wochen die Detailpläne ausarbeiten, sagte die DZ-Kommunikationsfrau gestern Abend am Telefon lediglich.

Was das heisst, ist absehbar. Keiner der Mitarbeiter kann derzeit mit Bestimmtheit sagen, wo er in einem Jahr sitzen und arbeiten wird.

„Der Job wird dort sein, wo die Aufgabe zentralisiert wird“, lautet die lakonische Antwort der DZ-Frau.

Auf gut Deutsch: Jeder der 200 Angestellten der DZ Privatbank in Zürich muss damit rechnen, dass er neu in Luxemburg Arbeit findet.

Oder in Deutschland, wo die DZ Privatbank einige Ableger hat. Oder im Asien-Finanzzentrum in Singapur, das die Privatbank ebenfalls auf ihre Landkarte gesetzt hat.

C’est la vie, könnte man sagen. Lieber Luxemburg als gar keinen Job, oder nicht?

Die Banker der Zürcher DZ Privatbank sehen das anders. Sie wollen Antworten auf Fragen wie: Sollen wir nun selbst kündigen? Gibt es einen Sozialplan? Lohnkürzungen?

Fragen, auf die sie keine Antworten erhalten. Das Management liegt ganz in deutschen Händen, die Schweizer Mitarbeiter unterliegen deren Diktat.

Ein Insider rechnet am Standort Zürich mit einem Abbau von bis zu 50 Jobs in den kommenden Monaten. Das wäre mehr als ein Viertel aller Stellen bei der DZ Privatbank Schweiz.

Tatsächlich deutet vieles darauf hin, dass Zürich die grosse Verliererin von Operation „Optiko“ sein wird. Das lässt das Gespräch mit der DZ-Privatbank-Sprecherin erahnen.

Erhält die Limmatstadt nach der Abgabe von Aufgaben an andere Orte im Gegenzug ein paar neue Funktionen zugesprochen?, lautete eine Frage gestern.

Die Antwort aus Luxemburg: „Nein, neue Funktionen für Zürich sind keine geplant.“ Aber es gehe schon auch etwas in die Limmatstadt, meinte die Bankfrau.

Was denn? Für Konkretes sei es zu früh.

Kommentare

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  1. jetzt trifft es auch mal die anderen. CS Mitarbeiter leben schon seit Jahren unter dem Damokles Schwert, dass ihre Jobs nach Breslau (Polen) oder Pune (Indien) verlagert werden. Willkommen in der schönen neuen Welt. Ihr Euch aber mit der Sicherheit trösten, dass auf diese Weise die Boni der Chefs garantiert sind, und das ist doch auch was, oder?

  2. Ich hab da mal gearbeitet. Das Arbeitsverhältnis wurde sehr unschön aufgelöst, auf gut Deutsch, ich wurde gefeuert, aus unverständlichen Gründen.
    Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass dies nicht mehr mein Arbeitgeber ist, falsch und scheinheilig scheint das Management ggü vielen Mitarbeitern zu sein. Mich würde nicht wundern, wenn die DZ Zürich ganz schliessen wird. Sind wir doch ehrlich, was bringt es noch einem Deutschen, sein Konto in der Schweiz zu führen? Die Bank ist unverschämt teuer, der Aufhänger Schwarzgeld zählt nicht mehr und mich interessiert, ob die Performance der Anlageprodukte wirklich so gut ist. Das Portfolio-Management war schon zu meiner Zeit ein riesiger Wasserkopf mit einer eher unterdurchschnittlichen Performance und dieses Management wurde weiter aufgebläht.
    Dies soll objektiv sein. Ich hab keine Ressentiments ggü DZ. Aber eine Daseinsberechtigung hat diese Bank meines Erachtens in Zürich keine mehr.

  3. Ich bin weniger von dieser Nachticht überrascht als über diese unnötigen und stupiden Kommentare. Falsche Platform für Egotrips!!
    Sollten diese von der DZ Manschaft kommen, kann man Luxembourg nur zum Entscheid gratulieren.
    Auf langer Sicht dürfte es sicher Sinn machen- nur bitte schnell, sozialverträglich und schmerzlos. Dass die kleineren Institute Ihre Grenzen längst überschritten haben, ist keine Neuigkeit. Das Schicksall dürfte andere früher oder später ebenso sicher erreichen. Steuerneutrale Geschäfte sind halt schon längst kein Geschäftsmodel mehr.

  4. @besserwisser: wurden sie bei beiden unternehmen vor die tür gestellt oder woher kommt ihr hass? dz + cic sind eben keine banken für schlafmützen!!

    • Hallo Nochbesserwisser. Ich kenn den Laden. Bei den richtigen Leuten eingeschleimt kommt man weiter, sonst ist man abgeschrieben. Das hat nichts mit Hass zu tun. Ich gebe zu, ich war abgeschrieben. Was solls. Nach meiner DZ-Zeit ging es mir bei einem Schweizer Arbeitgeber tausend mal besser. Jetzt bin ich frühpensioniert und ich würde niemals auch nur einen Rappen dieser Bank in die Verwaltung geben.

    • Hallo
      Frühpensionierter
      Da stellt sich die Frage nach dem WARUM der Frühpensionierung.
      Wie alt (jung) sind Sie denn?
      War die Abfindung gross genug für eine Frühpensionierung
      oder
      Haben Sie so richtig glücklich geerbt?
      Geht es Ihnen gut dabei

  5. Ich sehe hier gewisse gleiche Gepflogenheiten sowohl bei DZ Privatbank (Schweiz AG) als auch CIC Basel (Suisse SA), wo sehr wahrscheinlich einerseits Frau Dr. M. P. und anderseits Herr Ch. B. an der Gestaltung mitbeteiligt waren, damit bei dieser langweiligen Diskussion endlich auch einmal konkrete Namen (wenigstens in den Initialen) genannt werden. Ansonsten s. Moneyhouse !

  6. Gleiches Bild vor Jahren bei der Basler CIAL/CIC, oder besser gesagt „Banque de Luxembourg in Basel“, als der grosse Exodus losging. Wer keinen Rücken und kein Gesicht hat, dem bleiben immerhin noch die Füsse, um die Mitarbeitenden damit zu treten, n’est-ce pas, mes amis?

  7. sali hoho
    ja sapperlott…

    Wenn Du nicht weisst was eine Alphabetisierungskampagne ist, dann helfe ich Dir natürlich gerne auf die Sprünge um Dein Allgemeinwissen zu pimpen. Wäre ja ein kleines Eigentor, wenn man sowas nicht weiss…

    http://www.bundesregierung.de/ContentArchiv/DE/Archiv17/Artikel/2012/09/2012-09-19-Alphabetisierung-2.html

    Sonst gäbe es noch Google, wenn Du gewisse Sachen nicht weisst und einfach etwas behauptest (nach dem „und“ braucht es übrigens kein Komma, da es kein vollständiger Satz ist).

    Google heisst auf Deutsch bekanntlich Brille.
    Könntest Du auch brauchen, da Du in meinem vorherigen Text kein einziges Komma entdeckt hast…

    zweifaches Eigentor mein kleiner Schelm

    • Sorry Schweinchen, jetzt steht’s 4:0 zu deinen Ungunsten
      –> wenigstens hast du das schwierige Fremdwort ‚Alpha…..du weisst schon‘ dieses Mal richtig geschrieben. Den seitens hoho erwähnten Schreibfehler ignorierst du aber standhaft und setzt dich somit in weiterer Unwissenheit ziemlich verfehlt in schulmeisterliche Szene, sprich in die Nesseln…, notabene unter erneuter Negierung herkömmlicher Kommaregeln bereits im ersten Satz.

      5:0 zu deinen Ungunsten
      –> bezüglich fehlender Kommas solltest du nochmals etwas genauer hinschauen (mit Google!) und dir überlegen, wie wir in der deutschen Sprache eingeschobene Sätze/Satzteile als solche erkennbar und die Sätze selbst somit erst richtig lesbar machen.

      Mildernde Umstände kannst du geltend machen, da dir Meier mit seinem Geschwurbel ebenso auf den S… geht 😉

    • „Google“ heisst mitnichten Brille. „Goggle“ oder „Goggles“ heisst Brille. Mit einfachen Fremdsprachen scheinst Du auch noch auf Kriegsfuss zu stehen, liebes Sparschweinchen.

  8. Bedenkt man die sprachliche Formulierungen auf niedrigsten Niveau, so kann man alleine daran erkennen, dass wohl auch der Inhalt fraglich ist. Sachlichkeit ist eine Frage der beruflichen Professionalität sowie der Bildung. Abgesehen davon, dass Ihre Zeitung ganz offensichtlich nicht die Richtigkeit der veröffentlichten Inhalte prüft, sollte sie sich doch wenigstens einen Lektor leisten.

    • Ihre Belehrung startet mit zwei – möglicherweise mangelnder Professionalität zuzuschreibenden – Fehlern bereits im ersten Satz denkbar schlecht:
      ‚Bedenkt man die sprachlicheN Formulierungen auf niedrigsteM Niveau…‘
      oder
      ‚Bedenkt man die sprachliche Formulierung__ auf niedrigsteM Niveau…‘
      –> merke: Deklination/Akkusativ/Dativ
      3. Satz, Verneinung ’nicht‘ gehört zum Verb, nicht zum Objekt
      –> merke: Anordnung Satzkonstituenten
      Im Weiteren handelt es sich bei Inside Paradeplatz mitnichten um eine Zeitung…, hätte man/frau merken können, auch ohne Lektor…;)
      Zu schlechter Letzt: nicht nur anhand dieser fehlerhaften Formulierungen entbehrt Ihre inhaltsleere Schreibe jeglicher Relevanz – und: meiden Sie Glashäuser… – ist das eine Frage der Bildung?

    • @Engel, Sie selbst trumpfen mit zwei Fehler im ersten Satz auf. Sachliche und vorallem professionelle Überbildung, oder?

  9. Was ist denn daran so schlimm? In Lux ist das Einkommen ähnlich hoch wie in der Schweiz ebenso niedrig bei den Steuern und die Lebenshaltungskosten in Trier und Umgebung, wo der normale Luxenburger Banker wohnt, betragen im Schnitt die Hälfte von dem, was in Zürich zu bezahlen ist. Und die Lebensqualität in dieser Ecke zählt sicherlich mit zum Besten was es in Europa gibt. Das Einzige was fehlt, ist der See und die Berge. Dafür ist man halt in 2 Stunden an der Nordsee

    • Um diese hohe Lebensqualität in Anspruch zu nehmen, fallen allerdings min. 2h Arbeitsweg pro Tag an und die kann man bei schönem Wetter auch nicht mit dem Boot zurücklegen 🙂

    • Es wäre schade, wenn ein so langjähriger Player letztlich vollständig verschwinden würde. Insofern sollten neue Aufgaben für die traditionsreiche Auslandsbank erlaubt und geschaffen werden. Das sollte auch Kooperationen einschliessen.
      Heisst das nicht Luxemburger?

  10. Dachte es heisst „Zürcher“?! 🙂

    Tja, die goldenen Jahre in CH sind vorbei und die träge gewordenen Bänksters bekommen jetzt die Resultate für jahrelange Stagnation.

  11. Der Bundesrat muss nun, unter Führung vom SVP, die Massenwanderiniziatife umsetz. Das gibt den Unternehmungen Planungssicherheit und stärkt den Wirtschaftzplatz.

    • Bleibt zu hoffen, dass so auch die Sprachkompetenz der einheimischen Bevölkerung wieder gestärkt wird…;)

    • @ Meier
      Die SVP musss nun eine Alphabetiserungskampagne starten, damit Du Deine täglichen Hirnfürze die Du postest mal ohne Schreibfehler hinkriegst. Auch an der Interpunktion könnte man arbeiten…

    • Den Kommentar zum „Wirtschaftzplatz“ konnte ich mir erfolgreich verklemmen, aber die Steilvorlage von Frau Sorg muss verwandelt werden. Also:
      Nein, Frau Sorg. Das besorgt die SVP regelmässig selber.

    • Dazu braucht es wohl dank gütiger Mithilfe der SVP keine besonderen Anstrengungen…

    • @Sparschwein: Dreifaches Eigentor! 1. Du fällst auf Meier rein. 2. Was ist denn eine Alphabetiserungskampagne? 3. Wer jedes Komma ignoriert, sollte wahrlich nicht an der Interpunktion von Dritten rumnörgeln.