Fragwürdige Rolle des Bär-Präsidenten im Fall Sika

Daniel Sauter hintertreibt Verkauf an Franzosen – verjagt Sika-Familie als Bär-Kunden – Bank ist Epizentrum der Familien-Tragödie.

Die meuternden Verwaltungsräte der Sika-Gruppe beim Verkauf nach Frankreich werden von einem einflussreichen Strippenzieher gesteuert. Sein Name: Daniel Sauter, Präsident von Julius Bär.

Das ist brisant. Denn der einflussreiche Sauter trägt rund um die Tragödie der Baustofffirma mehrere Hüte. Dabei könnte er seine eigenen Interessen über jene seiner Bär-Bank stellen.

Auf dem Spiel stehen 2,75 Milliarden Franken Frisch-Vermögen einer der reichsten Familien des Landes, den Burkards. Das viele Geld sollte eigentlich bei Daniel Sauters Julius Bär landen.

Das sei zunehmend unwahrscheinlich, behauptet eine Quelle, die mit den Vorgängen vertraut ist. Die bisherigen Sika-Eigentümer, die langjährige Kunden der Bär-Bank seien, würden wohl das Weite suchen.

Der Grund sei das Verhalten des Bär-Präsidenten. Die 5 Burkard-Geschwister, die ihre Sika vor 2 Wochen ohne Wissen des Managements an die französische Saint-Gobain-Gruppe verkauften, fühlen sich von Sauter hintergangen.

Ein Bär-Sprecher wollte keine Stellung nehmen und verwies in Sachen Sika an die Industriegruppe. Sauters Sekretärin liess keine direkten Anfragen an den Bär-Präsidenten zu.

Daniel Sauter, der es vom Bank-Trader über die grosse Glencore-Rohstoffhändlerin zum reichen Mann und Kapitän der grössten Schweizer Privatbank gebracht hat, spielt ein fragwürdiges Spiel.

Er gehört seit bald 15 Jahren zum Verwaltungsrat der Sika und ist damit einer der intimsten Kennern der Firma.

Als die Familie Burkard die Sika-Verwaltungsräte und -Manager mit dem Verkauf auf dem linken Bein erwischte, begann Sauter zu wirbeln.

Statt aber selbst hinzustehen und die Transaktion im eigenen Namen zu geisseln, schob er den Präsidenten der Sika sowie das Leichtgewicht Monika Ribar vor. Die Ex-Panalpina-Chefin sass bis 2010 im Verwaltungsrat der Julius Bär.

Ribar, die als Unabhängige in den Sika-VR kam, sowie Sika-Präsident Paul Hälg hauten öffentlich auf den Putz. Der Verkauf an die Franzosen sei schlecht für das Unternehmen, verkündeten sie laut.

Sauter hielt sich geschickt im Hintergrund. Doch die Familie Burkard wusste um dessen Einfluss.

Das zeigt deren Gegenoffensive. Mittels ausserordentlicher Generalversammlung bei der Industriegruppe wollen die Burkards nicht nur Hälg und Ribar abwählen, sondern auch Sauter.

Dieser könnte einen zweiten Mann bei der Sika steuern. Auch dessen Rolle ist höchst undurchsichtig.

Die Rede ist von Willi Leimer.

Was Leimer bei Sika genau treibt, ist umstritten. Als Präsident der Familien-Holding und Mitglied im Verwaltungsrat der Sika müsste Leimer für die Burkards kämpfen.

Doch Leimer gehört ebenfalls zum engen Sika-Filz, bei dem die Zürcher Julius Bär respektive deren Protagonisten das Epizentrum bilden.

Leimer ist Mitgründer der Zürcher Vermögensverwaltung WM Partners. Diese landete vor Jahresfrist bei der Julius Bär, die ihre eigene Vermögensverwalterin Infidar mit der WM Partners fusionierte.

Das Ruder übernahmen die Neuen. Leimer leitet zusammen mit seinen WM Partners die aufgepeppte Bär-Tochter, die durch den Deal zu den grössten Vermögensverwaltern auf dem Finanzplatz wurde.

Damit ist Leimer nicht mehr unabhängiger Unternehmer, sondern ein Angestellter der Julius Bär Privatbank. In letzter Konsequenz ist Bär-Präsident Daniel Sauter sein oberster Chef.

Im Sika-Krimi stehen sich die zwei Top-Shots der Julius Bär offiziell gegenüber.

Hier Daniel Sauter, der Strippenzieher, den die Familie von Bord jagen will; da Willi Leimer, der die Familien-Holding präsidiert.

Doch sind Sauter und Leimer wirklich Gegenspieler? Oder treiben beide ein abgekartetes Spiel?

Sowohl Sauter als auch Leimer sind mit allen Wassern gewaschen. Leimer betreibt nebenbei eine eigene Vermögensverwaltung, die ISPartners Investment Solutions. Diese könnte seine Arbeitgeberin, die Julius Bär, konkurrenzieren.

Bei Sauter sind die Interessenkonflikte möglicherweise noch grösser. Sein Engagement bei der Alpine Select, das offiziell vor 2 Jahren endete, ist über Aktien-Beteiligungen weiterhin aktuell.

Sauter hat bei der Julius Bär zudem als Erstes das eigene Salär in die Höhe getrieben. Er gab sich 1 Million für ein Teilzeitpensum. Das brachte die Aktionäre auf die Barrikaden.

Schon einmal nutzte Daniel Sauter seinen Einfluss in einem traditionsreichen Schweizer Industriekonzern für eigentümliche Spitzkehren.

Als der russische Oligarch Viktor Vekselberg die Winterthurer Sulzer angriff, leistete der langjährige Sulzer-Verwaltungsrat Sauter anfänglich Widerstand. Dann herrschte plötzlich Frieden zwischen Sauter und Vekselberg.

Wird Daniel Sauter auch im Sika-Stück eine fulminante Drehung vollziehen?

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Kommentare

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  1. Die erwähnte fulminante Drehung ist nur noch ein schöner, aber hoffnungsloser Weihnachtswunsch. Der Mist ist schon geführt.
    Der M&A-Anwalt der Holding der möglicherweise etwas unbeholfenen „Gründerfamilie“ hat bei diesem Kontrollwechsel einen schwachen Job gemacht. Die Voraussetzungen für einen fairen Deal unter Berücksichtigung der Interessen ALLER Sika-Aktionäre und Mitarbeiter wären hervorragend gewesen! Er wird sich zwar als Mc Schrotty der M&A-Szene feiern lassen können, trägt aber die Mitverantwortung, dass die Verkäufer nun als Eierdiebe in die jüngere Wirtschaftsgeschichte der Schweiz eingehen werden. Und Saint-Gobain kann sich wahrlich und ungläubig „ins Fäustchen lachen“.
    So bleibt der Sika-Konzernleitung nur der Versuch, durch Widerstand und Beharrlichkeit das Schlimmste noch zu vermeiden. Und es ist zu hoffen, dass die Vertreter der 16‘000 Mitarbeiter nicht auf die noch folgenden Schalmeienklänge der neuen Kontrolleure reinfallen werden….

  2. Das Problem sind eben die Sau-Häfeli/Sau-Deckeli Seilschaften, oder welchen Hut soll ich jetzt tragen?
    p.s. die Geschichte mit den Stimmrechtsaktien ist eine Sauerei

  3. Ein Sika-Aktionär

    Ein Trauerspiel um eines der besten Schweizer Unternehmen! VR und GL zeigen auf, dass Krisen- und Kommunikationsmanagement keine core-Kompetenzen sind. Zudem haben die Vorgänger in VR und GL (Grübler, Bärtschi) den Konzern auf Kurs gebracht!

  4. Einmal mehr eine undurchsichtige Rolle wie auch schon bei Sulzer und anderen Transaktionen bei denen Sauter von bevorstehenden Deals wusste. Doch wie immer passiert solchen „Herren“ nichts. Natürlich hilfreich wenn einflussreiche Personen innerhalb der Bank dich in den VR hieven. Sauter agiert je nachdem woher der Wind (sprich Kohle) bläst.

    • Nie selber wirklich etwas auf die Beine stellen und selbst ins Risiko gehen, aber immer und überall noch etwas mitmischeln und abzocken. Ganz toll!

  5. Denke ‚mal, dass es um einen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe geht, den Sauter und Leimer von der Bär wohl als Fee erhalten würden, sollten die Burkards nach Auszahlung der Milliarden bei Bär bleiben. Bär zahlt ja bekanntlich gute „Finder’s Fees“.