Wie ernst steht es um Saxo?

Nach Franken-Freigabe blieben Stop-Loss-Aufträge liegen – Kurse rückwirkend „angepasst“ – Kunden schulden Millionen – Klagen sie?

Der neue Saxo-Bank-Chef Antonio Ferrante erlebte einen Crash-Start. Kaum im Zürcher Büro, brach über dem bei der CS auf dem Abstellgleis gelandeten die Welt zusammen.

Mit dem Ende der Franken-Anbindung an den Euro gerieten die Wetten Tausender von Saxo-Kunden von einer Sekunde auf die andere aus dem Lot.

Sie waren überzeugt, dass die SNB den Franken nie losschlagen würde. Als dies doch geschah, griffen ihre für den Notfall gedachten Stop-Losses nicht mehr.

Das Handelssystem der Saxo Bank brach so wie das vieler weiterer Tradinghäuser ausgerechnet in jenem Moment zusammen, als es am dringendsten gebraucht wurde.

Es gab schlicht keinen Handel mehr.

„In der Zeit nach der Ankündigung war extrem wenig Liquidität im Markt vorhanden und die Preise fielen von der Untergrenze bei 1,20 auf erst 0,95 bis 1,00 und dann weiter auf 0,85 bis 0,90“, schrieb der Schweizer Ableger der Saxo Bank Stunden nach dem historischen Entscheid der SNB von letztem Donnerstag ihren Kunden.

Nun greift die Saxo Bank zu einem Mittel, das an Willkür erinnert. Sie passt die Kurse, zu denen sie Kundendeals abgerechnet hatte, rückwirkend an.

„Basierend auf der verfügbaren Liquidität“, schrieb die Saxo-Bank in ihrem Kunden-Mail, das bei vielen in den frühen Morgenstunden des Freitags einging, „passen wir die Niveaus für alle Orderausführungen“ an.

Die neuen Preise der Saxo-Bank für ihre Trading-Kundschaft liegen zwischen 0,88 und 0,96 Rappen pro Euro.

Die Anpassung schlägt auf alle Währungsdeals durch.

„Für alle CHF-Paare ausser EUR-CHF wird das Niveau basierend auf dem oben genannten EUR-CHF Kurs und der jeweiligen Cross-rate zum Euro zu dem Zeitpunkt angepasst“, hielt die Saxo Bank fest.

Für viele Saxo- Devisentrader bedeutete der Donnerstag das Ende. Sie verloren auf einen Schlag ihren gesamten Einsatz. Im Internet gabs wütende Proteste.

Aber nicht nur das. Weil sie von der Saxo Bank Fremdkapital für ihre Deals erhielten, schulden sie dem dänischen Finanzkonzern nun Geld.

Das kann ins Tuch gehen. Je nachdem, wie gross der Hebeleinsatz war, sprich die Aufnahme von Krediten für die Eigenspekulation, fallen die Kunden nun tiefer ins Minus.

Für die Saxo Bank könnte die Lage ernst werden. Sie liess gestern Fragen offen nach ihren Verlusten durch Kunden, die innert Sekunden zu Schuldnern wurden.

Auch sagte ein Sprecher der Saxo-Zentrale in Kopenhagen nichts zu den Gerüchten, wonach seine Bank durch den Franken-Schock in finanzielle Schwierigkeiten geraten könnte.

Er verwies lediglich auf eine Stellungnahme der Bank vom Freitag. Diese sollte vermutlich Panik verhindern.

„We have seen an increased number of new clients this morning transferring their accounts from other brokers to Saxo after the Swiss situation has affected other players“, teilten die Dänen mit.

Mit eigenen Wetten, dem sogenannten Proprietary trading, sei man nicht gross betroffen, meinte die Bank weiter.

„Saxo Bank has in general insignificant proprietary exposures to moves in the market – hereunder to Swiss currency crosses, and although a number of clients have lost money in yesterday’s moves, others have profited.“

Die Antworten und Stellungnahmen der Saxo sagen nichts aus zum Kernproblem, selbst wenn die Bank am Freitag nachschob, dass sie ihre „regulatory capital requirements“ erfüllen würde.

Das Kernproblem nach dem Franken-Sturm sind Kunden, die durch ausgebliebene Stop-Loss-Aufträge nicht nur ihr eigenes Geld verloren, sondern jetzt tief in der Kreide bei der Saxo stehen.

Die Saxo wurde von einem Tradinghaus mit günstiger Computerplattform für risikofreudige Klein-Investoren zum Kleinkredithaus – wobei die Ausstände möglicherweise nicht Peanuts sind.

Im Kleingedruckten ihrer Kunden-Verträge dürfte die Saxo Bank zwar den Schaden aus gescheiterten Stopp-Loss-Aufträgen wegbedingen.

Das ändert wenig am Gesamtrisiko. Der dänische Finanzkonzern mit engen Schweizer Links sitzt auf potenziell riesigen Guthaben gegenüber Kunden, von denen viele zahlungsunfähig sein dürften.

In England, den USA, Neuseeland und Hongkong sind letzte Woche mehrere typische Retail-Devisenhäuser mit ähnlichem Geschäftsmodell wie die Saxo untergegangen, wie der Tages-Anzeiger zusammenfasst.

In der Schweiz meldete die Swissquote 25 Millionen Verluste. Heute früh versuchte die Julius Bär, die Lage zu beruhigen. Man habe seit Donnerstag „insgesamt keine Verluste“ erlitten.

Die Aktie von Bär ist seit der Franken-Entbindung um fast einen Viertel zusammen gekracht.

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

52 Kommentare zu “Wie ernst steht es um Saxo?

  1. Wir haben einen hohen Verlust durch Manipulationen
    der Saxo-Bank erlitten.
    Wir wurden ausgestoppt am 15.01.2015 11 Uhr 06 zu
    schlechtesten Kursen (Panikverkäufe der Saxobank).
    Die kontaktierte FINMA interessiert sich offenbar
    nicht fuer den Fall.
    Was koennen Sie raten?
    Anwaelte? Sammelklage?
    Freundliche Gruesse
    Costanze SA., Lugano

    • Anwaelte.
      Auf Wallstreet online unter dem Forum
      Verschuldet durch CFDs duch Eur/chf
      lauft eine Diskussion.
      Die betrifft auch viel Saxo Leute.
      Da kann man Kontakte bekommen.
      LG
      Hoffe Du liest das noch, aber ab und zu schaut noch jemand in diesen Artikel hier auf inside paradeplatz

  2. Um die Saxo-Bank steht es sehr ernst. Aber nicht wegen oben Ausgeführtem.

    Sondern wegen chaotischen Strukturen bzw. fehlenden Strukturen.

    Man ruft als Interessent / Neukunde an und wird gleich geduzt (wir sind ja alles private Freunde, oder? Auch, wenn man sich vorher im Leben noch nie gesprochen hat).

    Man läßt Kunden anreisen und kann dann noch nicht einmal Geld entgegennehmen und kommt mit Mindestkontogrößten, von denen am Telefon nicht in einem Wort die Rede war.

    Sprich, ich sagte am Telefon, ich würde gerne mit nur 3.000 Franken Devisen kaufen. Klar, ich solle doch vorbeikommen, dann sei die Legtimation am einfachsten und schnellsten. Und dann reist man dahin, Legitimation klappt, man will das Geld einzahlen und erfährt, daß nur Überweisung geht und daß erst ab 10.000 Fr. Kontoeröffnung möglich sei.

    Eine Bank, die so unprofessionell handelt, die hat noch ganz ganz andere Probleme, die weit über das oben geschilderte hinausgehen!

  3. Die Kommunikation von Swissquote ist leider sehr schwach. Bis anhin gab es noch kein öffentliches Statement zu den Vorfällen. Bekannte von mir haben unterdessen eine Aufforderung zur Begleichung des negativen Eigenkapitals erhalten…

  4. Hier die Liste der CFD Broker die fair sind :

    http://forexmagnates.com/covered-brokers-forgive-negative-balance-following-chf-crisis/#comments

    Im Forum wallstreet-online im entsprechenden Forum hat es einen Chart von 60cent, der deutlich zeigt, dass es jede Menge Volumen gab und der Markt absolut nicht ausgetrocknet war in den ersten 8 Sekunden, nach dem Reissen der 1.20 und zwar von 10:30:48 bis 10:30:54

    6 Sekunden sind im FX Handel eine Ewigkeit. Oanda einer der fairen CFD Broker wirbt mit Ausführungszeiten von 0.077 Sekunden !
    Swissquote, Saxo und IG versuchen den grössten Betrug der Geschichte, eine Sauerei.

    • Lieber Mathias,
      Hast Du die Adresse des Charts, den Du beschreibst. Wo finde ich den Chart?

  5. Nachträglich korrigierte Kurse von tatsächlich ausgeführten Transaktionen stinken ungemein nach Willkür, ob dem Email von Saxo habe ich mich sehr gewundert.
    Was Stop-Loss die nicht greifen und Margin-Trades betrifft ist nicht Sache der Bank, jeder muss das Risiko für sich selber kennen und dafür geradestehen. Zumal Stop-Loss nicht als wirkliche ‚Absicherung‘ verstanden werden dürfen und gerade bei ungenügender Liquidität sehr gefährlich sind.

  6. An alle, die verloren haben: Sorry, mein Mitleid hält sich in sehr argen Grenzen. Weshalb wurde der Kurs fixiert? Richtig, um eine weitere Aufwertung des CHF zu verhindern. Ich habe ja vom FX-Handel nicht so grosse Ahnung, aber wer in dieser Situation auf einen abwertenden CHF wettete, der hatte schon verloren. Denn
    – die EZB will noch weiter abwerten, die Probleme der Euro-Zone sind ja nach wie vor nicht gelöst
    – Es war von Anfang an klar, dass die Massnahme befristet war, und niemand konnte vorhersagen , wann sie aufgehoben würde.
    Nur so rein logisch überlegt hätte ich die CHF-Paare beim Trading aussen vor gelassen während des Kursfixings. Daher verstehe ich’s auch nicht ganz, wenn man jetzt versucht, allein den Brokern den schwarzen Peter zuzuschieben. Erst recht nicht, wenn ein Broker (wie das offenbar Saxo getan hat wie weiter unten gelesen) die Spreads auf den CHF-Paaren schon vor einiger Zeit „massiv“ erhöht hat. Das müsste eigentlich ein Warnsignal sein, welches zum Ausstieg bewegen sollte.

  7. Mich beschleicht der nicht nur leise Verdacht, dass hier immer nur gefordert wird, Verluste zu ersetzen. Wer schreit hier einmal bei ungerechtfertigten Gewinnen auf?

  8. So, und nun, da sich der Staub ein bisschen gelegt hat, sehen wir auch, dass für den lieben Hr. Ferrante überhaupt keine Welt zusammen gebrochen ist:
    http://www.saxoworld.com/news/press-releases/saxo-bank-fulfils-its-regulatory-capital-requirements

    Im Gegenteil, es sieht fast so aus, als würde die Saxo von diesem Fallout nauch noch profitieren:
    http://www.saxoworld.com/news/press-releases/saxo-bank-attracting-new-clients-after-swiss-currency-surprise

  9. Na klar doch, und die Saxo-Bank sammelt nun bei den Gewinnern vom Donnerstag auch die Gewinne ein und stellt die Zähler wieder auf „Null“, nicht wahr? – Träumt weiter, Ihr Verlierer! Trading geht nicht nur in eine Richtung, und Märkte sind manchmal eben nicht genügend liquide. Ihr müsst also selbst aus den Schulden ‚rauskommen!

  10. OnlineBroker benötigen Providers die Kurse stellen. Das ganze ist eine grosse Kettenverbindung über X Tradingtools. Bei einer solchen Panik zieht einer seinen Stecker und schon gehts los. Ein Leveragen über 1zu10 ist absoluter Wahnsinn und gehört verboten. Gut so. Gesundes ausmisten von Möchtegernprofihändler und Spielsüchtigen.

  11. Hat Saxo nicht eine Versicherung welche für solche Ausfälle zuständig ist?

    Einlagensicherung
    Financial Services Compensation Scheme (FSCS) 50.000 GBP pro Kunde

  12. ich bin MIG Bank (Swissquote) Kunde und seit Donnerstag gemäss dem letzten Kontoauszug mit einem 6 stelligen Betrag im Minus
    heute hat mich die Swissquote angerufen und mitgeteilt, dass ich ohne wenn+aber den offenen Betrag zu bezahlen habe

    das keine der Sicherheitsbarrieren funktioniert haben, sei nicht die Swissquote schuld, sondern der Markt

    ich weis da nicht weiter; gibt es Ratschläge?

    • Zahlen, ohne wenn und aber. Hätten Sie Gewinne gemacht (wie es übrigens andere am gleichen Tag taten), würden sie diese ja auch behalten. Schönen Abend noch.

    • @Rolf
      … naja, schliesse mich Catto Carlo an… gibt eigentlich keinen wirklichen Grund warum Sie nicht zahlen sollten… ausser dass Swissquote Sie nicht auf die Risiken von Ihrem tun hingewiesen haette… aber das haben Sie sicher 7x in den Vertraegen unterschrieben. FX ist ein Gambel schon in normalen Maerkten, in einem Stress Event ist es Las Vegas und leider sogar noch leveraged.

      Tip an alle „normalsterblichen“ – lasst die Finger von FX trading, wie in Las Vegas gewinnt im Normalfall nur die Bank

    • gibt es noch andere Meinungen?
      im Ernst, das keine der Sicherheitsbarrieren was bringt, war wohl nicht nur mir unklar – ist das wirklich nur das Problem der Kunden??

    • @Rolf, Ja, ich habe eine andere „Meinung“. Sie könnten eine Mamutaufgabe versuchen: Beweisen Sie, dass Swissquote ihre Systeme boswillig runterfuhren, sodass sie mit ihrem Netting kein Geld verlieren. Weiter könnten Sie mit (hohen) finanziellen Mitteln auf rechtlichen Weg versuchen, ihren Verlust zu verkleinern, da die Broker bereits Wochen im Voraus ihre Margen erhöht haben um mehr Sicherheit zu haben um drohende Verluste einzukalkulieren: Haben Broker nicht ein gewisse Schutzpflicht von Retailkunden (Privaten) à la Konsumkreditgesetz? (bewusst eine einfälltige und dümmliche Frage)

      Abschliessend können Sie noch den Broker wechseln, da Sie mit jedem ausgeführten Auftrag einen kleinen Betrag an deren Gedeihen leisten.

      Wie auch immer: Viel Erfolg bei ihren Bemühungen.

  13. Ich hatte gleich nach dem Absturz einen Order zum Kauf von Euro bei 0.91 eingegeben. Während etwa eine halben Stunde hätte der Kauf ausgeführt werden können. Ich warte noch heute auf eine Bestätigung.
    Es ist schon erstaunlich, dass andere nicht verkaufen konnten.
    Wir werden noch stürmischere Zeiten erleben, was ist dann….. . Gibt es dann noch Broker welche handeln?

  14. Völlig daneben, in diesem Zusammenhang Ferrante in die Pfanne zu hauen. Das Problem ist ein anderes. Gut und richtig ist, dass wieder einmal ein Gewitter die schamlosen Zocker aus dem Markt wäscht. Dieses Spekulieren mit viel Fremdkapital oder Hebelprodukten ohne Rücksicht auf Worst Case Szenarien verdient nicht mehr als den Bankrott. Ich bin seit 30 Jahren im Geschäft und diese Bereinigungswellen gab es immer wieder. Hätte die SNB übrigens eine Forward Guidance gegeben, hätten die Zocker noch Kohle damit gemacht (und die SNB ihre Bilanz noch mehr aufblasen müssen).

  15. Fakt ist, es wurden Stop-Orders ausgeführt welche nachträglich zu massiv schlechteren Kursen berechnet wurden. Das ist Diebstahl am Kunden. Ein Trade muss immer eine Gegenposition haben damit er zustande kommt. Ohne Gegenposition ist es technisch gar nicht möglich einen Order auszuführen. Das heisst, dass Saxo wahrscheinlich die Gegenposition hatte, einen massiven Verlust erlitten hat, und den nun nachträglich an die Kunden weiter reicht. Das kann doch nicht sein. Egal wie hoch die Risiken sind. Man kann doch nicht ernsthafte Geschäfte machen und nachträglich Preise ändern? Wo sind wir den hier? In einer Bananenrepublik?

    • Lieber Thomas,
      ich weis nicht wie Dein Fall ist. Wie können Geschädigte in Kontakt treten? gibt es Blogs, wo man sich austauschen kann und persönlich in Kontakt treten kann?

    • Die Gegenposition zu halten ist ja Saxo nicht verboten und wenn sie leider leider grad nicht zu dem Kurs konnte, hat der Kunde im Zeitalter des Hochfrequenz-Tradings neben dem Vertrauen auch sein Vermögen verloren…
      Die SNB (gemäss Insidergeflüster) ist ebenfalls durch das Hochfrequenz-Trading in die Knie gezwungen worden, darf es aber offiziell sicher nicht zugeben, ansonst die schwache SNB-Mannschaft weiter ausgenommen wird.

  16. Weiss jemand per Zufall, welche Anwaltskanzlei(en) bei diesem Fall behilflich sein kann. Ich denke man müsste hier die Interessen bündeln. Es kann nicht sein, dass die Bank, die Kurse manipuliert. Ich hatte am Donnerstag Abend noch einen positiven Saldo auf dem Konto, dieser wurde dann über Nacht massiv korrigiert….

  17. Wer sich im Devisenhandel auskennt, der weiss, dass in so einem Augenblick wie der SNB Intervention keine Preise, keine Liquidität und auch kein Gegenparteien zur Verfügung stehen. Da der FX Markt ungeregelt ist und nicht angehalten werden kann, besteht ein sehr grosses Risiko, dass der Kurs innert Bruchteilen einer Sekunde ins Bodenlose stürzt. Das war schon vor 20 Jahren so und ist heute nicht anders. Gemäss Stoploss Usanz muss nach dem erreichen des Stop Loss Punktes auf dem nächsten Geldkurs verkauft werden. Und der Kurs war nun mal da unten. Ob überhaupt Gegenparteien zur Verfügung standen ist fraglich, denn die ganze Welt musste ihre Stop Loss Aufträge ausführen. Man muss sich als FX Händler von Anfang an bewusst sein, dass dieser Markt brandgefährlich ist. Er ist weder berechenbar noch kontrollierbar. Ich habe schon viele gesehen die hier ihre gesamte Existenz verloren haben. Die Saxo Bank hat meiner Meinung nach keinen Fehler gemacht.

    • @Herr Brader: na klar hat die Saxo und die Swissquote einen Fehler gemacht, einen riesen Fehler: Saxo und Swissquote machen Retail Brokerage, da können 18 Jährige Schulmädchen und jeder Nichtprofi traden- da gelten erhöhte Sorgfaltspflichten und es geht garnicht, dass man die Kunden mit 1% hinterlegter Margin traden lässt und dann die Konten ins Soll stellt bei so einer situation. Das ist die eine Sauerei, ganz ehrlich: die Läden Saxo und Swissquote gehören dichtgemacht..die können ja den Kunden von mir aus die hinterlegte Margin wegnehmen aber nicht die Konten ins Soll stellen! Vorbild USA etc. Da entschuldigen sich die Broker! bei ihren Kunden für diese Situation und nehmen selbstverständlich den Loss auf ihre Kappe. Das ist Service!
      Demnächst kaufen hier alle Schweizer ihre Autos direkt in Stuttgart, essen und Kleidung in Konstanz mit SBB Sonderzügen und Broker in USA etc. aber keinesfalls bei Swissquote und Saxo!

    • @Stiel: Fänden sie es auch unfair, wenn der CHF gegenüber dem EUR gefallen wäre und aus 5´000 CHF plötzlich 1 Million geworden wäre? Würden sie dann auch fordern, dass die Investoren zugunsten von Saxo/Swissquote auf den Gewinn verzichten?
      Erwachsene Menschen. Erwachsene Wetten. Und nun sollen die Wetter auch die Verluste wie erwachsene Männer/Frauen tragen.

    • @ Freddy … Tja die alte Neiddebatte. Die bösen Kunden die spekulieren. Hier geht es nicht um einen Verlust des Einsatzes sondern um ein Soll auf den Konten. Dh so eine Art aufgezwungener Kredit. Das der komplette Einsatz weg sein das muss jedem klar sein. Geworben wurde auch damit.

      ‚Allgemein beläuft sich das Risiko ausschließlich auf ihr hinterlegtes Kapital‘

  18. Für Swissquote, Saxo bank etc. gibt es nun zwei Möglichkeiten:
    1. Man treibt das Geld / die Negativ Saldi mit Zahlungsbefehlen und Inkasso bei den Kunden ein.
    2. Man entschuldigt sich formell bei allen Kunden mit Negativ Saldi und stellt die Konten wieder auf Null, schreibt die Verluste per sofort ab.
    Bei Szenario 1 sind dir Broker tot: jeder Kunde den Swissquote und Saxo anmahnen wird die Broker in seinem ganzen Netzwerk totreden, reputativer Super Gau, Negativ Presse etc..
    .. es bleibt faktisch nur die Möglichkeit der Entschuldigung bei den Kunden. Auch ein Vergleich (Kunde zahlt 50%) wäre ein super Gau für die Broker..
    Theoretisch können Kunden 500’000 bis 1 Mio Chf im Minus stehen bei 3 -5 mio eur chf long Positionen.. wollen die Broker dann Zahlungsbefehle in dieser Höhe an ihre Kundem senden? Abgedruckt in der NZZ etc., dann Könmen sie ihren Laden dichtmachen..

    • Warum sollten die sich bitte „entschuldigen“ und auf Forderungen verzichten?
      Die Investoren haben gespielt. Und verloren. Und stellen nun fest, dass sie sich die Niederlage nicht leisten können. Und wie kleine Kinder hoffen die Verlierer nun, dass sie für ihre Fehler nicht gerade stehen müssen.
      Die Lösung wird sein, dass die Investoren ihre anderen Vermögenswerte (Wertschriften, Immobilien, Autos etc.) abgeben müssen. Und wenn noch ein Residual bleibt, dann gibt es daraus eine unbesicherte Forderung, die in den nächsten Jahren abbezahlt wird. In Einzelfällen, wo sonst mit einem Privatkonkurs zu rechnen ist, wird die Forderung noch etwas reduziert werden oder nur mit einem geringen Zins versehen werden.
      Und übrigens: Kein Mensch interessiert sich dafür, was schlechte Verlierer in ihrem „Netzwerk“ sagen. Die können gerne eine Selbsthilfegruppe gründen und dort gemeinsam jammern und schimpfen.

    • Urs Steinmann hat Recht und Freddy keine Ahnung vom FX – Spot Trading. Hier ein Auszug der Swissquote – Website:
      „Die Handelsplattformen von Swissquote sind so angelegt, dass offene Positionen automatisch geschlossen werden, wenn die Glattstellungsgrenze erreicht wird.“
      Das bedeutet, sollten andere Konten zum Ausgleich der „deficit balances“ herangezogen werden, so ist das schlicht und einfach Betrug.

      Die bekannten FX-Broker FXCM, OANDA, auch die insolvente Alpari haben in Ihren AGB alle den Passus, dass die Kunden nur mit Ihren offenen Positionen haften und niemals eine Nachschusspflicht haben.

      Und natürlich bedeutet das von Urs Steinmann beschriebene Szenario 1 das AUS des Brokers, denn kein Mensch würde mehr dort einzahlen und traden.

  19. Also liebe Leute, ich bin Saxokunde und habe regelmässig Positionen dort. Vor ein paar Monaten hat Saxo die Marge bei allen Schweizerfranken-Währungsfranken MASSIV hochgefahren. Sprich der Kunde konnte viel weniger Volumen für seine hinterlegte Margin generieren. Wer schon länger dabei ist weiss: Wenn die Saxonbank so eine Aktion absolviert, dann ist Gefahr im Verzug und man ist lieber ein wenig vorsichtiger. Wer meint schlauer zu sein, der zahlt, wenn er falsch liegt. So ist es an der Börse. Muss ja keiner mitmachen. Dieser Artikel ist einfach nur diskreditierend und hat keine Substanz…

    • Ich bin ebenfalls Kunde und bin froh, dass ich keine Positionen offen hatte. Habe jedoch bekannte, die betroffen sind. Heben 50 – 50′ Margin hinterlegt, 2.5 Millionen Volumen gehandelt –> jetzt Bankrott!

    • Bin seit mehr als zehn Jahren auf dem Gebiet tätig, auch mit Eigenmitteln. Saxo – wie alle – bietet eine riesige Anzahl von Devisenpaaren an; jeder halbwegs erfahrene „Kleininvestor“ wusste seit Monaten; CHF -Paare sind zu meiden ! Zur Wahrheit gehört auch, dass in einigen anderen Paaren auch grosse Schwankungen zu verzeichnen waren. Eine Art Regulierung des OTC Marktes- FX scheint mir derzeit nicht durchführbar. Die Situation ist juristisch von grundlegender Bedeutung, man müsse eben die Rechtskäftigen Urteile abwarten.

  20. Swissquote hat bewusst ihre Systeme runtergefahren, da wohl ihre Netting-Strategie nur Verluste für sie bedeutet hätte. Bei der Raiffeisen konnten die Mitarbeiter schön handeln – der Kunde aber nicht!

    Interactive Broker ist wohl die Zukunft.

    Einfach verwerflich!

    • Bei der ZKB war das EBanking (EUR-Kauf und Aktienhandel) auch für längere Zeit unterbrochen. Um die eigenen Bücher in Ordnung zu bringen? Schlechte Erfahrungen, schlechte Gedanken….

    • Bei Raiffeisen konnten Kunden jederzeit Devisen sowie Noten in EUR beziehen. Es gab keinen Unterbruch!

      Es scheint sie müssten Ihren Namen ändern…

    • @RBler: Das ist ein Ammenmärchen: Teamkollegen haben sich erkundigt und erhielten einen alten Kurs (1.20 CHF) oder gar keinen Kurs. Weiter ist die Raiffeisen in zahlreiche Geschäftsstellen gegliedert und weiss einer, was wann wo wieso passiert!

      Wenn sie als RBler nach St. Gallen anriefen, konnten sie genüsslich EUR kaufen!

  21. Ja, mit Hebel von 100 kann da einiges an Schulden zusammen kommen, welche die Bank nun eintreiben muss. In den AGB’s ist praktisch bei allen Brokern dies natürlich festgehalten. Spannender wird es sicherlich bei Brokern, welche garantierte Stop-Loss Orders mit CFD’s angeboten haben, IG etc..da wird der Broker selber nachschiessen müssen, falls er nicht traden sprich sich absichern konnte..

  22. Verstehe ich nicht ganz: alle Banken gehen im Augenblick bei den Kunden mit dem Klingelbeutel umher und sammeln noch Kohle ein, die ihnen vermeintlich zu steht. Aber daher bricht doch für den CEO keine Welt zusammen.

    • Würde ich auch so sehen. Die Reaktionen von Swissquote, Saxo und Interactive Brokers zeigen, wie weit sie in der Near Real Time Liquiditätsüberwachung sind. So manche Privatbank (Grossbank?) wird noch Wochen oder Monate brauchen, um den Schaden abzuschätzen. Und ja, wenn es einen Gewinner gibt, dann die Anwälte.
      Und noch eine Lesson Learnt: zwei Turmoils innerhalb 4 Jahren am Handelsplatz Zürich sind genug, London, New York und Singapore sind konkurrenzlos geworden.