Hochriskante SNB-Aktie, irreführender Geschäftsbericht

Null Franken. Das war der innere Wert der SNB-Aktie am 15. Januar 2015. Warum? An diesem Datum fiel der Euro in Relation zum Franken auf ein Tagestiefst von knapp über 80 Rappen. Im Klartext heisst das, dass das Eigenkapital unserer Schweizerischen Nationalbank (SNB) im zweistelligen Milliardenbereich negativ war. Das heisst auch, dass die SNB-Aktie, welche Eigenkapital der SNB verkörpert, vorübergehend keinen inneren Wert mehr hatte. (…)

Null Franken. Das war der innere Wert der SNB-Aktie am 15. Januar 2015. Warum? An diesem Datum fiel der Euro in Relation zum Franken auf ein Tagestiefst von knapp über 80 Rappen. Im Klartext heisst das, dass das Eigenkapital unserer Schweizerischen Nationalbank (SNB) im zweistelligen Milliardenbereich negativ war. Das heisst auch, dass die SNB-Aktie, welche Eigenkapital der SNB verkörpert, vorübergehend keinen inneren Wert mehr hatte.

Der Bankrat der SNB hätte aktiv werden müssen. Oder meint dieser immer noch, die SNB könne „Geld drucken“ und so das Eigenkapital der SNB respektive den Kurs der SNB-Aktie stützen? Das uralte und weit verbreitete Ammenmärchen von der „unbeschränkten Geldschöpfung aus dem Nichts“ scheint sämtliche Kontrollinstanzen der SNB ausser Kraft zu setzen.

Da sich der Kurs des Euro im Verlaufe des Tages wieder auf knapp über 1 Franken erholte, blieb der Schaden für die SNB-Aktionäre gering. Der Euro-Kurs kann aber wie gerade jetzt schnell wieder einbrechen und das Eigenkapital der SNB wegfressen. Die SNB-Aktie ist damit zu einer hochriskanten Währungsspekulation verkommen.

In den letzten Wochen verhielt sich der Kurs der SNB-Aktie sehr volatil. Dabei waren grössere Ausschläge nach oben zu beobachten. Was waren die Gründe? Spekulationen, wonach ein ausländischer Investor ein grosses SNB-Aktienpaket erworben habe, erwiesen sich als falsch.

Die Dividende der SNB-Aktie erreicht lediglich 6 Prozent des Nominalwertes von 250 Franken. Das sind maximal 15 Franken pro Aktie. Bei einem Kurs von 1’200 Franken entspricht das einer Rendite von 1.3 Prozent.

Allein der üppige Apéro riche im Anschluss an die Generalversammlung im Casino in Bern diesen Freitag ist um ein Vielfaches mehr wert als die Dividende in Franken. Kommt noch die 1.-Klasse-Tageskarte der SBB dazu, welche die Dividende nochmals kräftig aufpeppt.

Mag sein, dass sich einige Investoren deshalb entschlossen, noch kurzfristig eine SNB-Aktie zu kaufen, um ebenfalls dabei zu sein. Dabei reichen schon relativ kleine Kaufaufträge von wenigen Dutzend Aktien, um im illiquiden Markt der SNB-Aktien den Kurs kräftig anzuheben.

Ob sich diese Investoren aber im Klaren darüber sind, wie hochriskant ihr SNB-Investment ist? Wohl kaum.

SNB-Chef Thomas Jordan ist noch nie auf die Frage eingegangen, was mit dem Wert der SNB-Aktie geschieht, sofern das Eigenkapital der Notenbank negativ werden sollte. Er und die SNB behaupten ja nach wie vor, sie können sämtlichen Zahlungsverpflichtungen nachkommen, weil sie selber Geld schöpften.

Der Trugschluss aus diesem Irrtum wäre, dass die Aktien der SNB niemals tiefer als ihr Nominalwert fallen könnten.

Leider hat die Nationalbank immer noch nicht erkannt, dass Notenbankgeld nie und nimmer zum Vermögen der SNB gezählt werden kann und deshalb auch nicht Zahlungsmittel für die SNB sein kann. Gesetzliches Zahlungsmittel hin oder her. Das Schweizer Gesetz kann das Gesetz der Doppelten Buchhaltung nicht ausser Kraft setzen, genauso wenig wie es das Gesetz der Schwerkraft nicht aushebeln kann.

Auch aus dem neuesten Geschäftsbericht der SNB geht hervor, dass die SNB Vermögen und Schulden miteinander verwechselt. So werden die SNB-Aktionäre noch und noch irregeführt.

Beispielsweise werden die aktiven Devisenanlagen der SNB immer wieder fälschlicherweise als „Währungsreserven“ bezeichnet. Reserven sind und bleiben aber Eigenkapital und damit Passiven der SNB – nicht Aktiven.

Allein auf einer einzigen Seite, beispielsweise auf der Seite 79 des Geschäftsberichtes unter dem Titel „Bilanz und Eigenkapital“, werden die Devisenanlagen zweimal korrekt als „Devisenanlagen“ und viermal falsch als „Währungsreserven“ bezeichnet. Das ist komplett irreführend.

Mit dem Wort „Währungsreserven“ im Betrag von über 500 Milliarden Franken wird ein exorbitant hohes Eigenkapital der SNB suggeriert, obwohl diese Devisenanlagen in Tat und Wahrheit zu über 90 Prozent mit Schulden finanziert sind. Das ist nichts anderes als eine Irreführung der Aktionäre und des Schweizer Volkes.

Oder die „Rückstellungen für Währungsreserven“ werden als Eigenkapital bezeichnet, obwohl es sich bei „Rückstellungen“ ex definitione um Fremdkapital handelt.

In der Bundesverfassung Artikel 99 Absatz 3 steht klipp und klar: „Die Schweizerische Nationalbank bildet aus ihren Erträgen ausreichende Währungsreserven; ein Teil dieser Reserven wird in Gold gehalten.“

Mit anderen Worten: Aus den Erträgen hat die Nationalbank Eigenkapital zu bilden, und dieses wird zu einem Teil in Gold angelegt.

Zudem: Wären Währungsreserven und Devisenanlagen dasselbe, wovon die SNB in ihrem Geschäftsbericht ausgeht, so könnten Devisenanlagen nicht in Gold angelegt sein. Devisenanlagen und Gold sind nun wirklich zwei verschiedene Bilanz-Positionen.

Devisenanlagen und Währungsreserven können somit nie und nimmer einander gleichgesetzt werden, wie das die SNB in ihrem Geschäftsbericht fortlaufend tut. Auch hier verwechselt die SNB ihre Passiven mit ihren Aktiven.

Ebenfalls ärgerlich ist, dass die SNB auf Seite 151 ihres Geschäftsberichtes die Passiv-Posten „übrige Sichtverbindlichkeiten“ (Ziffer 12) plus „Girokonten ausländischer Banken und Institute“ aggregiert und dabei umformuliert zum Posten „Übrige Guthaben auf Sicht“ (siehe Tabelle „Jahreswerte der Bilanzpassiven, S. 148).

Verbindlichkeiten plus Verbindlichkeiten ergeben in der aggregierten SNB-Buchhaltung ein Guthaben. Das ist falsch. Verbindlichkeiten bleiben Verbindlichkeiten, auch wenn sie addiert werden. Das ist reine Logik.

Es ist nie und nimmer statthaft, dass die SNB ihre aggregierten „Verbindlichkeiten“ als „Guthaben“ bezeichnet. Auch das ist eine Irreführung der Aktionäre und des Volkes. Absicht oder Unvermögen? Warum bezeichnet die SNB ihre Verbindlichkeiten regelmässig als Guthaben?

Mit der Bezeichnung „Übrige Guthaben auf Sicht“ wird zudem suggeriert, dass es sich beim Posten „Girokonten inländischer Banken“ im Betrag von über 300 Milliarden ebenfalls um Guthaben der SNB handelt – obwohl es sich in Tat und Wahrheit um Verbindlichkeiten der SNB handelt.

Solche Fehler grenzen an Betrug – denn diese Art Fehler passieren der SNB regelmässig. Sogar am Schweizer Fernsehen wurden die SNB-Verbindlichkeiten schon oftmals irreführend als SNB-Guthaben bezeichnet.

Wie ein roter Faden zieht sich die Verwechslung von Schulden (Verbindlichkeiten) und Vermögen (Guthaben) der SNB respektive die Verwechslung von Aktiven und Passiven durch den gesamten Geschäftsbericht hindurch.

Dieser Geschäftsbericht passt zu einem Direktorium, das seit Jahren behauptet, es könne „Geld aus dem Nichts“ schaffen.

Würde jemand vor die Aktionäre und das Schweizervolk hintreten und behaupten, er könne Goldstücklein wie „Manna“ vom Himmel regnen lassen, so würde man nur den Kopf schütteln. Die Behauptung der SNB-Direktion, sie könne Gold (oder Euros) kaufen und durch „Geld drucken aus dem Nichts“ bezahlen ist jedoch nichts anderes als der Vergleich mit dem „Manna“.

Bereits bei Einführung des katastrophalen Mindestkurses hatte die SNB ja die Giroguthaben der Banken bei der SNB irreführend als Aktivkredite und damit als Vermögen der SNB bezeichnet anstatt als Schulden der SNB. Das war Irreführung des ganzen Volkes.

Hätte dieses gewusst, dass die SNB die Euros nicht mit Geld drucken bezahlt, sondern mit Staatsschulden, hätte es sich von Anfang an gegen den Mindestkurs gewehrt.

Mit ihrer Behauptung, sie könne „Geld aus dem Nichts“ drucken, ruft die SNB immer wieder Geister, die sie dann nicht mehr los wird. Das gilt sowohl für den Mindestkurs als auch für die Vollgeld-Initiative.

Nach einem Verlust von über 50 Milliarden Franken innerhalb weniger Stunden sollte man meinen, dass die Verantwortlichen der SNB endlich in Klausur gehen und ihre Geldtheorie überdenken. Es gibt aber leider keine Anzeichen dafür. Das belegt der von Verwechslungen strotzende neueste Geschäftsbericht der SNB.

Unser Notenbankpräsident und der Präsident des Bankrates werden an der kommenden GV der SNB diesen Freitag in Bern bestimmt warmen Applaus erhalten. Kein Zweifel. Die SNB hat genügend Claqueure und Cheerleaders installiert – nicht nur im Kreis der Medien und Politiker, sondern auch im Casino von Bern.

Jeder, der es hingegen wagen sollte, die Nationalbank zu kritisieren, wird vor einer schweigenden Wand stehen.

Einem Kritiker zu applaudieren würde ja heissen, die SNB zu desavouieren. Wer will das schon? Wer will schon Repressionen riskieren?

Der Mindestkurs ist glücklicherweise vom Tisch. Die grösste Gefahr ist damit gebannt. Trotzdem stellen die hohen Devisenanlagen der SNB immer noch ein grosses Risiko dar, das nicht oder zu wenig erkannt wird.

Sollten Euro und Dollar weiter fallen und das Eigenkapital der SNB negativ werden, so wird damit auch der innere Wert der SNB-Aktie auf null sinken. Ein möglicher „Zeitwert“, basierend auf einer erhofften Erholung, könnte allenfalls noch einige Zeit andauern.

Mit „Geld drucken“ wird dann die SNB ihr Eigenkapital und damit den Wert ihrer Aktie mit Sicherheit nie und nimmer wieder anheben können. Das ist Illusion des SNB-Direktoriums. Nur Geldfälscher können mit „Geld drucken“ etwas bezahlen – nicht aber unsere SNB.

Es bleibt zu hoffen, dass die SNB spätestens bei Erreichen von negativem Eigenkapital vernünftig wird und ihre Bilanz umgehend deponiert, um den Schaden zu begrenzen. Es wäre die Aufgabe des SNB-Bankrates, darüber zu wachen. Nachdem die Ökonomen bei der SNB versagt haben, sollte dies den Juristen nicht auch noch passieren.

Ansonsten werden nach den SNB-Aktionären auch die Schweizer Steuerzahler zum Aderlass gebeten.

Kommentare

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  1. Danke Herr Meyer. Viele Schweizer irren sich, wenn sie meinen, nur die EU-Staaten würden Schulden machen. Die grössten Schulden haben wir, die Schweizer oder wir Dummen! Und zwar dank SNB-Präsident Thomas Jordan, der jährlich mehr als eine Million Lohn bekommt. Wie verdient er das? Wie Sie wissen mit einem einfachen Wort: Währungsreserven – wie es unsere Schweizer Nationalbank auch im neusten Geschäftsbericht verwendet. Im Betrag von über 500 Milliarden Franken als Währungsreserven wird ein exorbitant hohes Eigenkapital der SNB suggeriert, obwohl diese Devisenanlagen, wie Sie sagen, in Tat und Wahrheit zu über 90 Prozent mit Schulden (!) finanziert sind. Das ist wirklich nichts anderes als eine Irreführung der SNB-Aktionäre und des Schweizer Volkes.
    Dieser Geschäftsbericht passt zu einem Direktorium, das seit Jahren behauptet, es könne Geld aus dem Nichts schaffen – durch Banknotendrucken. Die SNB hat 2014 durch hochriskante Währungsspekulation eine kaum mehr bezahlbare Staatsschuld angehäuft. Es ist nun vorbei mit den jährlichen Gewinnausschüttungen an Bund und Kantone. Die Steuerzahler müssen für die Fehler eines hochbezahlten Direktoriums büssen. Wir sollten Professor Thomas Jordan endlich zum Teufel jagen…

    • @Rolf H. Meier

      Ihr letzter Satz ist absolut unakzeptabel. Wie können Sie nur so etwas schreiben?

      Herr Jordan und seine ganze Crew (Direktorium und Bankrat) unterliegen schweren fachlichen Irrtümern. Sie werden die Geister nicht mehr los, die sie riefen (SNB könne „Geld aus dem Nichts“ schaffen; das weckt Begehrlichkeiten).

      Ich selber habe Herrn Jordan schon als er Vizepräsident war, gebeten, zurückzutreten. Hat er nicht getan. Dafür hat die Schweiz (SNB) in den letzten Jahren wieder einen hohen zweistelligen Milliardenbetrag verloren.

      Die SNB kann und will nicht hören. Das gilt aber nicht nur für Herrn Jordan.

      Trotzdem hat kein Mensch das Recht, einen dermassen verheerenden Wunsch gegenüber einem anderen Menschen zu äussern, wie Sie das hier tun.

      Bitte entschuldigen Sie sich bei Herrn Jordan.

  2. Nachtrag: Die Irrtümer von SNB-Chef Prof. Dr. Th. Jordan

    Ich habe die Irrtümer von SNB-Chef Herr Prof. Dr. Jordan schon vielmals aufgezeigt. Ich tue das hier nochmals:

    Ich zitiere aus seinem Referat “Braucht die Schweizerische Nationalbank Eigenkapital?”, Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel, 28. September 2011.

    Dieser Vortrag von Prof. Jordan strotzt nur so vor Irrtümern.

    Zitat Prof. Jordan, S. 2:

    “Kann die Nationalbank durch negatives Eigenkapital ihre Handlungsfähigkeit verlieren? Müsste die SNB im Fall von negativem Eigenkapital rekapitalisiert werden oder gar ihre Bilanz deponieren?”
    ….
    “Lassen Sie mich gleich zu Beginn sagen, dass die kurze Antwort auf alle diese Fragen nein lautet, denn die Nationalbank ist nicht mit einer Geschäftsbank … vergleichbar. Zum einen können Zentralbanken nämlich nicht illiquide werden,”

    Meine Kritik dazu:

    Doch: Die SNB verliert bei negativem Eigenkapital ihre Handlungsfähigkeit und muss ihre Bilanz deponieren. Tut sie das nicht, so überträgt sich das negative Eigenkapital der SNB auf ihre Kreditgeber wie CS, UBS, PostFinance, Pensionskassen, Krankenversicherungen usw. Diese können dann an Stelle der SNB Konkurs gehen – je nachdem, wieviel Kredit sie der SNB gewährt haben.

    Erklärung:

    Angenommen, die Banken besitzen bei der SNB Giroguthaben im Gesamtwert von 120 Milliarden Franken. Die SNB habe damit 100 Milliarden Euros gekauft. Nun falle der Euro auf eins zu eins. Damit fällt der Wert der Aktivseite auf 100 Milliarden Franken. Die Passivseite, d.h. die Schulden der SNB betragen aber immer noch 120 Milliarden Franken.

    Daraus folgt: Die Nationalbank kann ihre Schulden nicht mehr vollumfänglich zurückzahlen bzw. sie kann das von ihr emittierte Notenbankgeld nicht mehr vollumfänglich “abschöpfen” oder zurückholen.

    Mit anderen Worten: Die SNB ist nicht mehr voll handlungsfähig.

    Aus diesem Grund müssen die Kreditgeber der SNB ihre Guthaben bei der SNB entsprechend wertberichtigen: von 120 Milliarden auf 100 Milliarden Franken; denn sie wissen, dass die SNB diese nicht mehr vollumfänglich zurückzahlen kann.

    Die Behauptung von SNB-Chef Jordan, wonach die SNB nicht illiquide werden könne ist falsch, weil er Notenbankgeld fälschlicherweise zu den “liquiden Mitteln” bzw. zur “Liquidität” der SNB zählt.

    Das ist nicht korrekt: Notenbankgeld ist ein Passivum der SNB und darf demzufolge nicht zu den “liquiden Mitteln der SNB gezählt werden.

    Das ist ein Grundlagenirrtum von Prof. Jordan.

    Wenn die SNB ihre Bilanz bei Erreichen von negativem Eigenkapital nicht deponiert, so besteht die Gefahr, dass das Eigenkapital der SNB noch weiter in den Minusbereich abgleitet.

    Daraus wiederum folgt, dass die Kreditgeber der SNB anstelle der SNB Konkurs gehen können.

    Das kann niemals Sinn und Zweck unserer Nationalbank sein.

    Deshalb muss die SNB bei Erreichen von negativem Eigenkapital ihre Bilanz sofort deponieren, ansonsten sie ihre Kreditgeber und damit die Schweizer Wirtschaft schwer schädigt.

    Zitat Prof. Jordan S. 5

    “Zum einen kann eine Zentralbank nicht in Liquiditätsprobleme geraten.”

    Meine Kritik:

    Doch. Eine Zentralbank kann sehr wohl in Liquiditätsprobleme geraten. Warum?

    Die “liquiden Mittel” bzw. die “Liquidität” der SNB besteht aus ihren Aktiven wie “Euro, Dollars, Gold etc.” Fällt der Wert dieser Aktiven in Franken bewertet unter den Wert der Passiven der SNB in Franken bewertet, so ist die SNB illiquide.

    D.h. die SNB kann ihre Schulden in Franken nicht mehr vollständig abbauen.

    Zitat Prof. Jordan S. 5

    “Ein erster Grund für die Sonderstellung einer Zentralbank liegt darin, dass es bei ihr keine Liquiditätsengpässe – also kurzfristige Zahlungsprobleme – gibt. Die Zentralbank kann sämtlichen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen, weil sie die benötigte Liquidität selber schaffen kann.”

    Meine Kritik:

    Professor Jordan irrt abermals: Er betrachtet Notenbankgeld als “Liquidität” bzw. “Zahlungsmittel” der SNB und setzt dabei die Ausdrücke “Liquidität” und “Zahlungsmittel” einander gleich.

    Jordan meint, Notenbankgeld sei ein Zahlungsmittel für die Schulden der SNB. Das ist falsch.

    Einer Zahlungsverpflichtung nachkommen heisst, die Verpflichtung zu reduzieren. Bilanztechnisch ausgedrückt: Einer Zahlungsverpflichtung nachkommen heisst, die Passivseite zu reduzieren.

    Das ist nur möglich, wenn auf der Aktivseite entsprechendes Vermögen (liquide Mittel”) vorhanden ist, welches zur Zahlung verwendet werden kann.

    Wenn die SNB aber Notenbankgeld emittiert, so verkürzt sie dabei die Passivseite ihrer Bilanz keineswegs, sondern im Gegenteil: Sie verlängert diese zusätzlich.

    Daraus folgt: Durch Emission von Notenbankgeld (“Geld drucken”) kann die SNB ihre Schulden nicht abbauen, wie Jordan meint.

    Da Notenbankgeld ein Passivum der SNB darstellt und somit weder zur “Liquidität” der SNB gehört noch Zahlungsmittel der SNB ist, kann die SNB durch Drucken von Geld ihre Schulden niemals abbauen.

    Zitat Prof. Jordan, S. 6

    “Da es sich zudem bei den Noten und den Giroguthaben um gesetzliche Zahlungsmittel handelt, sind diese Verbindlichkeiten auch nicht im eigentlichen Sinne einforderbar, sondern können einzig – als gleichwertige Zahlungsmittel – gegeneinander getauscht werden.”

    Meine Kritik:

    Ein Zahlungsmittel muss immer ein Aktivum des Schuldners sein. Nur durch Abbau eines aktiven Zahlungsmittels ist es möglich, auf der Passivseite die Schuld entsprechend zu reduzieren.

    Bei der Rückzahlung einer Schuld müssen Aktiven und Passiven gleichermassen reduziert werden,. Da Notenbankgeld aber kein Aktivum der SNB darstellt, kann dieses auch nicht dazu beitragen, die Schulden der SNB zu reduzieren.

    Notenbankgeld kann somit niemals Zahlungsmittel für die SNB selber sein.

    Es ist korrekt: Notenbankgeld ist gesetzliches Zahlungsmittel – aber nicht für die SNB. Für die SNB ist Notenbankgeld die ausstehende Schuld.

    Gesetzliches Zahlungsmittel hingegen ist Notenbankgeld für das Publikum (Banknoten) und für den Bankensektor (Giroguthaben der Banken bei der SNB).

    Daraus folgt: Die Banken dürfen mit Notenbankgeld jederzeit etwas kaufen. Die SNB hat dieses Notenbankgeld als Zahlungsmittel der Banken jederzeit zu akzeptieren. Sie darf dieses nicht verweigern, wie aus Jordans Argumentation hervorginge.

    Notgenbankgeld kann ausschliesslich über sogenannte Offenmarktpolitik in den Wirtschaftskreislauf gebracht und von dort wieder abgezogen werden.

    Daraus folgt zwingend: Um ihre ausstehende Notenbankgeldmenge zu reduzieren muss – ich wiederhole – muss die SNB einen Vermögenswert herausgeben. D.h. die SNB kann ihr Notenbankgeld nur aus dem Wirtschaftkreislauf zurückziehen, indem sie als Gegenleistung entsprechendes Vermögen wie Euro, Dollar, Gold usw. (ihre liquiden Mittel) dem bisherigen Besitzer des Geldes überträgt.

    Daraus folgt: Die Behauptung von SNB-Chef Prof. Jordan, wonach Banknoten nur gegen Giroguthaben der Banken und umgekehrt ausgetauscht werden könne ist falsch.

    Die SNB kann ihre Schulden nicht durch zusätzliche Schulden abbauen. Das ist reine Logik.

    Zitat Prof. Jordan S. 6

    “Zweitens hat die SNB zudem von Gesetzes wegen das Recht, ausstehende Forderungen mit der Schöpfung von Franken sozusagen “aus dem Nichts” zu begleichen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch davon, dass eine Zentralbank “Geld drucken” kann. Dank dieser autonomen Geldschöpfungsmöglichkeit, dem Notenmonopol, gerät die SNB nie in Liquiditätsengpässe.”

    Meine Kritik:

    “Schöpfung von Franken aus dem Nichts” würde bedeuten, dass die Notenbank “Geld aus dem Nichts” schaffen (erschaffen, schöpfen) könnte.

    Das ist rein buchhalterisch nicht möglich. Es gibt kein Geld, das aus dem Nichts entsteht. Das wäre ein einseitiger Buchungssatz. Unmöglich. Die Behauptung von SNB-Chef Jordan wird durch die Doppelte Buchhaltung widerlegt.

    Geld aus dem Nichts wäre genau so nichtig wie eine Geburtsurkunde ohne Kind.

    Die SNB kann nur Geld emittieren, wenn sie einen entsprechenden Vermögenswert in ihrer Bilanz aufnimmt (z.B. Euro, Dollars, Gold usw.).

    Die Behauptung, die SNB könne “Geld aus dem Nichts” schöpfen und damit alles kaufen, z.B. Gold, wäre dasselbe wie die Behauptung, die SNB könne Goldstücklein vom Himmel regnen lassen.

    Zitat Prof. Jordan S. 13

    “Denn mit “Geld drucken” kann Eigenkapital, wie gesagt, nicht nachhaltig aufgestockt werden. Die Geldschöpfung erlaubt lediglich, den Zahlungsverpflichtungen vollständig nachzukommen.”

    Meine Kritik:

    Jordan betrachtet Notenbankgeld offensichtlich als Eigenkapital der SNB. Dieses könne durch Geldschöpfung aufgestockt werden, wenn auch nicht nachhaltig.

    Jordans gesamter Vortrag basiert auf diesem Irrtum: Die Behauptung von SNB-Chef Jordan, die SNB könne Geld bzw. “Liquidität aus dem Nichts schöpfen” bzw. erschaffen würde heissen, die SNB könne Vermögen aus dem Nichts, d.h. ohne Schulden erschaffen.

    Ein Zuwachs von Vermögen ohne Schulden (aus dem Nichts) bedeutete ein Anstieg des Eigenkapitals. Warum? Das Eigenkapital ist der Überschuss des Vermögens über die Schulden.

    Notenbankgeld ist aber keineswegs Eigenkapital der SNB, sondern Fremdkapital der SNB mit allen daraus erwachsenden Konsequenzen.

    Diese hier aufgezeigten Fehler unserer Nationalbank haben die Schweizer Volkswirtschaft nun allein in den letzten 5 Jahren über 70 Milliarden Franken gekostet – nur weil die SNB rechthaberisch ist und ihre Irrtümer nicht einsehen will.

    MfG

    • @Oeconomicus,

      „Niemand kann widerlegen, dass Giralgeld in den Passiva der Bankbilanz erscheint und daher eine Bargeldschuld einer Bank ist. Wenn sogenannte oder besser angebliche Fachleute etwas anderes behaupten, dann können sie auch behaupten, die Erde sei eine Scheibe.“…weiter schreiben Sie…“bleiben Sie sachlich…usw.“..

      Ich frage mich allenernstes, ob Sie und @Dr. Meyer meine Zeilen lesen, – oder einfach nur an Polemik, Rechthaberei, Vorwürfe interessiert seit? 17 Link mit Quellenangaben und präzisen Gegendarstellung zu Eurer nicht sachgerechter Kritik an Vollgeld und SNB.

      Was habe ich als Antwort erhalten? Nochmals, Sie müssen strikte unterscheiden zwischen:

      Bargeld und Geldguthaben! Bargeld kann unendlich oft für verschiedene Zahlungsvorgänge verwendet werden. Geldguthaben genau nur einmal. Geldguthaben stellen lediglich einen Anspruch auf Geld und Geldschulden eine Verpflichtung zur Rückzahlung von Geld dar. Wird der Anspruch eingelöst oder die Verpflichtung erfüllt, dann verschwindet das entsprechende Guthaben oder die Schuld bei der betreffenden Person. Die Geschäftsbank dient an dieser Stelle als Mittler. Das ist ihre Dienstleistung.

      Klar?

      In Verbindung zu Vollgeld sehen Sie meine Gegendarstellung zu dem aufgestellten Papkammerad des @Dr. Meyer:

      https://insideparadeplatz.ch/2014/03/19/vollgeld-initiative-lachnummer-mit-emil/

    • @Aufklärer, alias „Der Praktiker“, alias „Zerschlagung!“, alias „x“, alias „Walter Breni“, alias „Argonautiker“ alias alias alias

      Es ist offensichtlich, dass Sie ein bezahlter Kommentator sind – mit grösster Wahrscheinlichkeit finanziert von den Vollgeld-Initianten

      Diese Initiative ist eh verloren – geben Sie auf- ein reiner Zeitverlust!

      Sie stellen dieser Initiative ein äusserst schlechtes Zeugnis aus – insbesondere, weil Sie überall abschreiben ohne Quellenangabe, weil Sie immer wieder persönlich sehr beleidigend sein können, weil Sie andauernd vom gestellten Thema ablenken.

      Es geht in diesem Betrag nicht um die Vollgeld-Initiative. Es geht um den Geschäftsbericht der SNB und um den Wert der SNB-Aktie. Zudem habe ich einen Nachtgrag zu den vielen Irrtümern von Herrn Jordan geschrieben.

      Davon wollen Sie ablenken aund auf Ihre irrige Vollgeld-Initiative hinweisen.

      Hören Sie auf – Ihre Initiative ist schon jetzt verloren.

  3. @Dr. Meyer,

    Sie schreiben:

    „Sie nennen sich “Aufklärer”. Es scheint mir aber vielmehr, dass Sie hier verwirren. Ihre Quellen widerlegen meine Argumentation in keiner Weise.“

    „“Geld aus dem Nichts” gibt es nicht. Das beweist die doppelte Buchhaltung. Sie können nicht einen einseitigen Buchungssatz erstellen.

    Zu dieser Erkenntnis sind leider die von ihnen aufgeführten Autoren nicht gekommen. Das ist aber der Schlüssel. “Geld aus dem Nichts” wäre wie eine Geburtsurkunde ohne Kind – nichtig.“

    Ende.

    Ihre Texte beweisen, dass Sie sich selbst in Ihrer Argumentation verstricken. Wer ist derjenige der hier Verwirrung stiftet? Nochmals: lesen in aller Ruhe was Prof. Jordan zu „Eigenkapital“ und sogenannte „Geldschöpfung aus dem Nichts“ gesagt, geschrieben usw. gesagt hat.

    Ihre Vorwürfe ich sei ein „Fürsprecher“ der SNB sind keine wissenschaftliche Argumente. Ich, langjährig tätig als Unternehmensberater im Bank,- Finanzwesen, stoße auch immer wieder auf Erstaunen, wenn ich dieses Grundprinzip mit der Geldschöpfung durch die Geschäftsbanken erwähne. Die Banken operieren da stets auf Kante, die durchschnittliche Giralgeldschöpfung bewegt sich zurzeit im Euroraum um den Faktor 9, d. h. es wird etwa die neunfache Menge an Krediten ausgegeben, die an Einlagen in Zentralbankgeld (vulgo: Bargeld, aber auch durch die Zentralbank auf speziellen Konten geschaffenes Buchgeld) in der Bank vorhanden sind. Um hier den Überblick zu behalten (und natürlich auch, weil es die Regulierungsbehörden auf Basis der „Mindestanforderungen für Risikomanagement“ (MaRisk)verlangen), betreiben alle Banken ein sog. Liquiditätsrisikomanagement, um wegen der im Grunde immer vorhandenen Unterdeckung nicht kalt erwischt zu werden.

    Was ist für Sie Eigenkapital? Wie stellt sich das zusammen? Wer ist für die Bewertung dieser Grössen verantwortlich? Der Ausdruck „Metapher“ weil es beschreibt die Tatsache, dass dieses Geld (Kreditgewährung) vor der Kreditvergabe nicht existiert hat!

    Nochmals: analysieren genau was Prof. Jordan sagt, dann bin ich gerne bereit mich mit Ihnen weiterhin zu unterhalten.

    • @ Aufklärer

      Was Sie anscheinend nicht verstehen sind:
      1. Bargeld und Giralgeld sind zwei verschiedene paar Schuhe. Giralgeld ist immer eine BargeldSCHULD, sei dies von der Zentral- oder einer Geschäftsbank. Geld ist nur der Oberbegriff; Giralgeld allerdings mit Bargeld gleichzusetzen ist Nonsens pur, so wie zwar sowohl Äpfel als auch Birnen Obst sind, allerdings sind halt eben Birnen keine Äpfel.
      2. Würde eine Geschäftsbank den Kredit in Bargeld auszahlen, hiesse der Buchungssatz Kredit/Bargeld. Zahlt dann jemand dieses Bargeld wieder bei der Bank ein, folgt daraus Bargeld/Guthaben Kunde. Schlussendlich hiesse es wieder Kredit/Guthaben Kunde, wobei dieses „Guthaben Kunde“ nichts weiter als Giralgeld ist. Dann sind wir wieder bei der logischen und direkten Verbuchung.
      3. Würden sämtliche Kredite mit Bargeld abgedeckt, könnten die Geschäftsbanken keine Hypotheken vergeben, denn die Hypothek müsste mit Bargeld ausbezahlt, also von der Zentralbank bewilligt und in die Bilanz übernommen werden, andernfalls siehe Punkt 2.
      4. Was Sie ebenfalls nicht verstehen ist, dass Bargeld nichts weiter ist, als ein Anspruch einer Geschäftsbank auf das von ihr bei der Zentralbank hinterlegte resp. dieser vorübergehend verkaufte Aktivum. Daher ist Bargeld ein Schuldschein der Zentralbank, der der Geschäftsbank die Möglichkeit und das Recht gibt, das bei der Zentralbank hinterlegte Aktivum zurückzukaufen resp. wieder auszulösen.
      5. Was die Vollgeldinitianten an Schrott so alles zusammenschreiben, geht auf keine Kuhhaut und zeugt nur davon, dass sie von Buchhaltung keine Ahnung haben, sondern meinen, Bargeld sei das A & O, während sie grosszügig übersehen, dass das A & O die volkswirtschaftliche Leistung ist – und Geld ist nur ein Mittel zum Zweck.

      Fazit: Dr. Meyer hat 100 % Recht.

      Freundliche Grüsse
      OC

    • @Aufklärer

      Danke.

      Ich habe die Irrtümer von SNB-Chef Herr Prof. Dr. Jordan schon vielmals aufgezeigt. Ich tue das für Sie nochmals:

      Ich zitiere aus seinem Referat „Braucht die Schweizerische Nationalbank Eigenkapital?“, Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel, 28. September 2011.

      Dieser Vortrag von Prof. Jordan strotzt nur so vor Irrtümern.

      Zitat Prof. Jordan, S. 2:

      „Kann die Nationalbank durch negatives Eigenkapital ihre Handlungsfähigkeit verlieren? Müsste die SNB im Fall von negativem Eigenkapital rekapitalisiert werden oder gar ihre Bilanz deponieren?“
      ….
      „Lassen Sie mich gleich zu Beginn sagen, dass die kurze Antwort auf alle diese Fragen nein lautet, denn die Nationalbank ist nicht mit einer Geschäftsbank … vergleichbar. Zum einen können Zentralbanken nämlich nicht illiquide werden,“

      Meine Kritik dazu:

      Doch: Die SNB verliert bei negativem Eigenkapital ihre Handlungsfähigkeit und muss ihre Bilanz deponieren. Tut sie das nicht, so überträgt sich das negative Eigenkapital der SNB auf ihre Kreditgeber wie CS, UBS, PostFinance, Pensionskassen, Krankenversicherungen usw. Diese können dann an Stelle der SNB Konkurs gehen – je nachdem, wieviel Kredit sie der SNB gewährt haben.

      Erklärung:

      Angenommen, die Banken besitzen bei der SNB Giroguthaben im Gesamtwert von 120 Milliarden Franken. Die SNB habe damit 100 Milliarden Euros gekauft. Nun falle der Euro auf eins zu eins. Damit fällt der Wert der Aktivseite auf 100 Milliarden Franken. Die Passivseite, d.h. die Schulden der SNB betragen aber immer noch 120 Milliarden Franken.

      Daraus folgt: Die Nationalbank kann ihre Schulden nicht mehr vollumfänglich zurückzahlen bzw. sie kann das von ihr emittierte Notenbankgeld nicht mehr vollumfänglich „abschöpfen“ oder zurückholen.

      Mit anderen Worten: Die SNB ist nicht mehr voll handlungsfähig.

      Aus diesem Grund müssen die Kreditgeber der SNB ihre Guthaben bei der SNB entsprechend wertberichtigen: von 120 Milliarden auf 100 Milliarden Franken; denn sie wissen, dass die SNB diese nicht mehr vollumfänglich zurückzahlen kann.

      Die Behauptung von SNB-Chef Jordan, wonach die SNB nicht illiquide werden könne ist falsch, weil er Notenbankgeld fälschlicherweise zu den „liquiden Mitteln“ bzw. zur „Liquidität“ der SNB zählt.

      Das ist nicht korrekt: Notenbankgeld ist ein Passivum der SNB und darf demzufolge nicht zu den „liquiden Mitteln der SNB gezählt werden.

      Das ist ein Grundlagenirrtum von Prof. Jordan.

      Wenn die SNB ihre Bilanz bei Erreichen von negativem Eigenkapital nicht deponiert, so besteht die Gefahr, dass das Eigenkapital der SNB noch weiter in den Minusbereich abgleitet.

      Daraus wiederum folgt, dass die Kreditgeber der SNB anstelle der SNB Konkurs gehen können.

      Das kann niemals Sinn und Zweck unserer Nationalbank sein.

      Deshalb muss die SNB bei Erreichen von negativem Eigenkapital ihre Bilanz sofort deponieren, ansonsten sie ihre Kreditgeber und damit die Schweizer Wirtschaft schwer schädigt.

      Zitat Prof. Jordan S. 5

      „Zum einen kann eine Zentralbank nicht in Liquiditätsprobleme geraten.“

      Meine Kritik:

      Doch. Eine Zentralbank kann sehr wohl in Liquiditätsprobleme geraten. Warum?

      Die „liquiden Mittel“ bzw. die „Liquidität“ der SNB besteht aus ihren Aktiven wie „Euro, Dollars, Gold etc.“ Fällt der Wert dieser Aktiven in Franken bewertet unter den Wert der Passiven der SNB in Franken bewertet, so ist die SNB illiquide.

      D.h. die SNB kann ihre Schulden in Franken nicht mehr vollständig abbauen.

      Zitat Prof. Jordan S. 5

      „Ein erster Grund für die Sonderstellung einer Zentralbank liegt darin, dass es bei ihr keine Liquiditätsengpässe – also kurzfristige Zahlungsprobleme – gibt. Die Zentralbank kann sämtlichen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen, weil sie die benötigte Liquidität selber schaffen kann.“

      Meine Kritik:

      Professor Jordan irrt abermals: Er betrachtet Notenbankgeld als „Liquidität“ bzw. „Zahlungsmittel“ der SNB und setzt dabei die Ausdrücke „Liquidität“ und „Zahlungsmittel“ einander gleich.

      Jordan meint, Notenbankgeld sei ein Zahlungsmittel für die Schulden der SNB. Das ist falsch.

      Einer Zahlungsverpflichtung nachkommen heisst, die Verpflichtung zu reduzieren. Bilanztechnisch ausgedrückt: Einer Zahlungsverpflichtung nachkommen heisst, die Passivseite zu reduzieren.

      Das ist nur möglich, wenn auf der Aktivseite entsprechendes Vermögen (liquide Mittel“) vorhanden ist, welches zur Zahlung verwendet werden kann.

      Wenn die SNB aber Notenbankgeld emittiert, so verkürzt sie dabei die Passivseite ihrer Bilanz keineswegs, sondern im Gegenteil: Sie verlängert diese zusätzlich.

      Daraus folgt: Durch Emission von Notenbankgeld („Geld drucken“) kann die SNB ihre Schulden nicht abbauen, wie Jordan meint.

      Da Notenbankgeld ein Passivum der SNB darstellt und somit weder zur „Liquidität“ der SNB gehört noch Zahlungsmittel der SNB ist, kann die SNB durch Drucken von Geld ihre Schulden niemals abbauen.

      Zitat Prof. Jordan, S. 6

      „Da es sich zudem bei den Noten und den Giroguthaben um gesetzliche Zahlungsmittel handelt, sind diese Verbindlichkeiten auch nicht im eigentlichen Sinne einforderbar, sondern können einzig – als gleichwertige Zahlungsmittel – gegeneinander getauscht werden.“

      Meine Kritik:

      Ein Zahlungsmittel muss immer ein Aktivum des Schuldners sein. Nur durch Abbau eines aktiven Zahlungsmittels ist es möglich, auf der Passivseite die Schuld entsprechend zu reduzieren.

      Bei der Rückzahlung einer Schuld müssen Aktiven und Passiven gleichermassen reduziert werden,. Da Notenbankgeld aber kein Aktivum der SNB darstellt, kann dieses auch nicht dazu beitragen, die Schulden der SNB zu reduzieren.

      Notenbankgeld kann somit niemals Zahlungsmittel für die SNB selber sein.

      Es ist korrekt: Notenbankgeld ist gesetzliches Zahlungsmittel – aber nicht für die SNB. Für die SNB ist Notenbankgeld die ausstehende Schuld.

      Gesetzliches Zahlungsmittel hingegen ist Notenbankgeld für das Publikum (Banknoten) und für den Bankensektor (Giroguthaben der Banken bei der SNB).

      Daraus folgt: Die Banken dürfen mit Notenbankgeld jederzeit etwas kaufen. Die SNB hat dieses Notenbankgeld als Zahlungsmittel der Banken jederzeit zu akzeptieren. Sie darf dieses nicht verweigern, wie aus Jordans Argumentation hervorginge.

      Notgenbankgeld kann ausschliesslich über sogenannte Offenmarktpolitik in den Wirtschaftskreislauf gebracht und von dort wieder abgezogen werden.

      Daraus folgt zwingend: Um ihre ausstehende Notenbankgeldmenge zu reduzieren muss – ich wiederhole – muss die SNB einen Vermögenswert herausgeben. D.h. die SNB kann ihr Notenbankgeld nur aus dem Wirtschaftkreislauf zurückziehen, indem sie als Gegenleistung entsprechendes Vermögen wie Euro, Dollar, Gold usw. (ihre liquiden Mittel) dem bisherigen Besitzer des Geldes überträgt.

      Daraus folgt: Die Behauptung von SNB-Chef Prof. Jordan, wonach Banknoten nur gegen Giroguthaben der Banken und umgekehrt ausgetauscht werden könne ist falsch.

      Die SNB kann ihre Schulden nicht durch zusätzliche Schulden abbauen. Das ist reine Logik.

      Zitat Prof. Jordan S. 6

      „Zweitens hat die SNB zudem von Gesetzes wegen das Recht, ausstehende Forderungen mit der Schöpfung von Franken sozusagen „aus dem Nichts“ zu begleichen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch davon, dass eine Zentralbank „Geld drucken“ kann. Dank dieser autonomen Geldschöpfungsmöglichkeit, dem Notenmonopol, gerät die SNB nie in Liquiditätsengpässe.“

      Meine Kritik:

      „Schöpfung von Franken aus dem Nichts“ würde bedeuten, dass die Notenbank „Geld aus dem Nichts“ schaffen (erschaffen, schöpfen) könnte.

      Das ist rein buchhalterisch nicht möglich. Es gibt kein Geld, das aus dem Nichts entsteht. Das wäre ein einseitiger Buchungssatz. Unmöglich. Die Behauptung von SNB-Chef Jordan wird durch die Doppelte Buchhaltung widerlegt.

      Geld aus dem Nichts wäre genau so nichtig wie eine Geburtsurkunde ohne Kind.

      Die SNB kann nur Geld emittieren, wenn sie einen entsprechenden Vermögenswert in ihrer Bilanz aufnimmt (z.B. Euro, Dollars, Gold usw.).

      Die Behauptung, die SNB könne „Geld aus dem Nichts“ schöpfen und damit alles kaufen, z.B. Gold, wäre dasselbe wie die Behauptung, die SNB könne Goldstücklein vom Himmel regnen lassen.

      Zitat Prof. Jordan S. 13

      „Denn mit „Geld drucken“ kann Eigenkapital, wie gesagt, nicht nachhaltig aufgestockt werden. Die Geldschöpfung erlaubt lediglich, den Zahlungsverpflichtungen vollständig nachzukommen.“

      Meine Kritik:

      Jordan betrachtet Notenbankgeld offensichtlich als Eigenkapital der SNB. Dieses könne durch Geldschöpfung aufgestockt werden, wenn auch nicht nachhaltig.

      Jordans gesamter Vortrag basiert auf diesem Irrtum: Die Behauptung von SNB-Chef Jordan, die SNB könne Geld bzw. „Liquidität aus dem Nichts schöpfen“ bzw. erschaffen würde heissen, die SNB könne Vermögen aus dem Nichts, d.h. ohne Schulden erschaffen.

      Ein Zuwachs von Vermögen ohne Schulden (aus dem Nichts) bedeutete ein Anstieg des Eigenkapitals. Warum? Das Eigenkapital ist der Überschuss des Vermögens über die Schulden.

      Notenbankgeld ist aber keineswegs Eigenkapital der SNB, sondern Fremdkapital der SNB mit allen daraus erwachsenden Konsequenzen.

      Diese hier aufgezeigten Fehler unserer Nationalbank haben die Schweizer Volkswirtschaft nun allein in den letzten 5 Jahren über 70 Milliarden Franken gekostet – nur weil die SNB rechthaberisch ist und ihre Irrtümer nicht einsehen will.

      MfG

    • @Dr. Meyer, @Oeconomicus,

      Sie sollten sich nicht dazu versteigen, zu sagen :…oh der hat nichts verstanden usw…@Oeconomicus fragt @Dr. Meyer..

      „Leider habe ich nie bei einer Bank gearbeitet…..@Dr. Meyer antwortet:…“Während meines Praktikums für Hochschulabsolventen bei der SKA in Liestal, war ich fast ein Jahr lang Kreditsachbearbeiter für sogenannte Kleinkredite….“

      Ende.

      Ohne Ihre Sätze aus dem Zusammenhang reissen zu wollen, erlaube ich mir hervorzuheben, dass man sich schon sehr lange mit den versteckten und verkommenen Tricks der Bänker befassen muss, um das genau zu verstehen….Sie beide sind der unterschwelligen Bankenwerbung aufgesessen. Die Banken müssen bei der Kreditvergabe (aus dem Nichts) lediglich 2.5% Schweiz – 1% Euroraum bei der Zentalbank hinterlegen um die bunten Scheinchen zu erhalten. Diese Papiere die dort hinterlegt werden können, sind in der Regel ohne Wert, nämlich auch Schuldverschreibungen….und wenn man sich die Bewertungsmethoden von EK analysiert erfährt man auch nichts Gutes….. Es ist grundsätzlich IMMER nur eine Frage der „Bewertung“, d.h. was die Zahlen in der Buchhaltung bedeuten…soweit, ich es verstanden haben, seit ihr euch der Regeln wie man eine Bankbilanz testiert nicht bewusst, nichtsdestotrotzt, lese ich Vorwürfe gegenüber SNB oder Vollgeld die so nicht haltbar sind, insbesondere im Lichte der PRAXIS!

      Die Fragestellung wäre mindestens genauso suggestiv, der Sachverhalt dahinter wäre aber der gleiche. Richtigerweise wäre allerdings noch die Frage zu beantworten, ob die Bank eigentlich ihre Pflicht aus dem Darlehensvertrag mit der Kontogutschrift erfüllt hat. Schließlich hat sie ja gerade kein Geld zur Verfügung gestellt, sondern sich selbst nur bei Ihnen verschuldet. Auch hier sind wir wieder bei der Vertragsfreiheit: Wenn das so vereinbart worden ist, dann ja. Aber auch dann können Sie ja nunmehr ohne weiteres die Erfüllung des Kontovertrages und die Auszahlung Ihres Guthabens verlangen. Die Bank wird Ihnen dann Bargeld aushändigen…so schwebt es Ihnen in den Kopf wie das Bankensystem funktioniert, oder? Das ist bei der Verwendung von Girlageld aber nicht der Fall!

      http://static1.squarespace.com/static/515eaee9e4b0daad6e7d3fac/t/5344353ae4b0940178d9b15d/1396979002841/Leere_Kritik_von_Avenir_Suisse_an_Vollgeld-Initiative+2-4-14+Th+Mayer.pdf

      Das jetzige System versteckt sich keinesfalls. Jeder, der es möchte, erhält bei der SNB gratis eine Broschüre, die den Prozess der Giralgeldschöpfung durch Kredit höchst anschaulich und verständlich auf dem Niveau von Mittelschülern erklärt….

    • @Dr. Meyer,

      “Nur unsere Nationalbank beharrt stur auf ihren Irrtümern. Der Buchungsfehler von Thomas Jordan Jordan mit der „Geldschöpfung aus dem Nichts“ sei nur eine „Metapher“ gewesen, schreibt weiter unten der SNB-Fürsprecher „Der Aufklärer“. Hält uns die Nationalbank denn alle für Narren?”

      Weshalb Sie auf die Idee kommen, dass ich die Position der SNB oder Prof. Jordan verträte, um “Verwirrung zu stiften oder aufrecht zu erhalten, ist mir ein Rätsel. Ich unterstelle Ihnen ja auch nicht die Interessen von Drittpersonen oder Verbände zu vertreten oder in dessen Auftrage zu handeln.

      Ihr Arikel (Lachnummer mit Emil) ist eine Lachnummer, ja, es gleicht einem Papkamerad auf den sich leicht schießen lässt. Sie unterstellen einem Vollgeldsystem Dinge die absoluter Unfug sind.

      Der Übergang von Giralgeld zu Vollgeld ist eine Reform der Geldordnung, genauer gesagt, der Geldschöpfung.So viel, aber nicht mehr. Vollgeld ist keine noch weiter gehende Reform des Banken- und Finanzwesens und erübrigt daher keineswegs notwendige andere Reformmaßnahmen –zum Beispiel transparente und vollständige Rechnungslegung, Re-Regulierung gewisserwilder Finanzmarktpraktiken, erhöhte Eigenkapital-Anforderungen, Bankenabwicklungs-Verfahren, oder bestimmte Aspekte einer Trennbankenordnung (die Vollgeld zu einem Teilselbst bereits konstituiert). Nur wäre es ein Irrtum, zu meinen, solche Reformen würden eine grundlegende Reform der Geldordnung erübrigen. Es ist vielmehr so: Alle solche Reformenwerden auf Dauer erneut wenig bewirken, wenn und solange das fraktionaleReservebanking fortbesteht. Erst auf der Grundlage einer stabilen Geldordnung können andere Maßnahmen wie die genannten ihre beabsichtigte Wirkung überhaupt entfalten.

    • @ Der Aufklärer

      „Ohne Ihre Sätze aus dem Zusammenhang reissen zu wollen, erlaube ich mir hervorzuheben, dass man sich schon sehr lange mit den versteckten und verkommenen Tricks der Bänker befassen muss, um das genau zu verstehen“
      Wieso reissen Sie die Sätze aus dem Zusammenhang, wenn Sie sie nicht aus dem Zusammenhang reissen wollen? Ich habe mich mit Bankbuchhaltung und -betriebswirtschaft intensiv befasst. Auch geht es in unserer Argumentation nicht um irgendwelche Tricks, sondern um simpelste Buchhaltung, welche Sie nie und nimmer zu widerlegen vermögen. Deshalb lenken Sie einfach von den Tatsachen ab und argumentieren an den Tatsachen vorbei. Nicht ein einziges Argument gegen Vollgeld haben Sie widerlegt, sondern wiederholen einfach Ihre haarsträubenden Behauptungen, welche dadurch auch nicht wahrer werden: „seit ihr euch der Regeln wie man eine Bankbilanz testiert nicht bewusst, nichtsdestotrotzt, lese ich Vorwürfe gegenüber SNB oder Vollgeld die so nicht haltbar sind, insbesondere im Lichte der PRAXIS!“ Darum ging und geht es in dieser Diskussion nicht, falls Sie das noch nicht bemerkt haben, sondern um unwiderlegbare buchhalterische Tatsachen.

      Sie sind gegen sachliche und unwiderlegbare Kritik am Vollgeld immun, wie z.B.: Es ist und bleibt ein ungelöstes Rätsel, wie es angeblich Zettelgeld geben kann ohne Schulden: Ein Guthaben des Einen setzt nach logischen Gesichtspunkten immer die Schuld eines Anderen voraus! Der Initiativtext verlangt ja ausdrücklich: die SNB „bringt im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages neu geschaffenes Geld SCHULDFREI in Umlauf.“ Das heisst also logischerweise, dass die SNB niemandem etwas schuldet und dass niemand der SNB etwas schuldet. Wer meint, dieses schuldfreie Zettelgeld habe einen Wert, der wird sein blaues Wunder in einer Hyperinflation erleben. Die Initianten sind offensichtlich einzig und allein am Ruin der Schweizer Bevölkerung interessiert. Dass sie mit ihrer Initiative meinen, eine Nationalbank könne einfach Geld drucken, heisst mutatis mutandis nichts anderes als dass Wasser in Zukunft gefälligst aufwärts zu fliessen hat. Die Werte entstehen in der Volkswirtschaft durch harte Arbeit und nicht durch das Drucken von Banknoten und auch nicht durch realitätsferne Theorien.

      Die Initianten schreiben: „Geld auf den Sparkonti kann verliehen werden“. Was würde nun mit diesem verliehenen Geld passieren? Der Schuldner dürfte, wie jeder wohl weiss, den Kredit nicht aufgenommen haben, um ihn danach unter die Matratze zu legen und später wieder zurückzuzahlen! Er gibt selbstverständlich dieses Geld aus! Was passiert dann mit dem Geld? Es landet auf dem Konto seines Lieferanten. Wenn nun der Lieferant spart, gehört dasselbe Geld zwei Personen, nämlich einerseits dem Sparer 1 und anderseits dem Sparer 2! Ist das tatsächlich Vollgeld?
      Im übrigen liegt ja das Geld nicht auf dem Sparkonto, denn ein Sparkonto ist nur ein Anspruch auf (Bar-)Geld. Daher ist es schlicht unmöglich, Spargelder zu verleihen (selbst dann, wenn man die Welt auf den Kopf stellt, wie das die Initianten tun!). Die Initianten verstehen das Wesen des Geldes einfach nicht – Schatztruhendenken fernab jeglicher Realität: Die Bank kann Spargelder nicht verleihen, weil das schon rein technisch gesehen nicht geht (Buchungssatz???) und, weil es Veruntreuung wäre und weil es einfach völliger Blödsinn ist. Die Banken verleihen ihr eigenes Geld und niemals dasjenige der Sparer. Aber gegen all diese unwiderlegbaren Tatsachen sind die Vollgeldler immun.

    • @Oeconomicus,

      Erstens möchte ich eine kurze Verständnisfrage stellen. Sie sagen erst, ich habe mich an unkundiger Stelle informiert, dann sagen Sie, dass das von mir beschriebene von geringer Sachkenntnis zeuge.

      „Darum ging und geht es in dieser Diskussion nicht, falls Sie das noch nicht bemerkt haben, sondern um unwiderlegbare buchhalterische Tatsachen. Sie sind gegen sachliche und unwiderlegbare Kritik am Vollgeld immun“ Dies, so der Tenor Ihrer Zeilen, sei Fakt und werde von allen Fachleuten behauptet bzw. bestätigt.

      Demnach dürften also diese Fachleute ihre Behauptungen nur dort aufstellen, wo der Bürger keinen Zutritt hat, denn sonst würde dieser dieses „Geheimnis“ auch erfahren können?. Welche sinisteren Kreise sollen denn diesen Wissensvorsprung bewahren? Aber auch das nur am Rande. Es geht vor allem um eindeutige Begrifflichkeiten und dort liegt aus meiner Sicht Ihr Verständnisproblem.

      Erlauben Sie mir noch eine Frage: Haben Sie sich tatsächlich mit Vollgeld und SNB in Verbindung mit der Mindestkurspolitik auseinandergesetzt? Sie führen die Diskussion auf emotionaler Ebene, was wenig verwunderlich ist, in Anbetracht Ihrer mangelnden Bankerfahrung-praxis.

      Es entspricht eben nicht der heutigen Realität, dass Überweisungen von einem zum anderen Girokonto vollständig mit Zentralbankgeld
      unterfüttert werden müssen, denn aufgrund des weit entwickelten Clearing-Systems zwischen den Banken muss heute nur ein kleiner Teil dieser Überweisungen tatsächlich von Zentralbankgeld begleitet werden. Genau dies will Vollgeld ändern, um damit die Geldschöpfung der Geschäftsbanken zu unterbinden. Sie @Oeconomicus, verwechseln das zirkulierende Geld mit dem angelegten Geldvermögen – Sparguthaben, Wertpapiere, also Forderungen auf Geld. Vollgeld ist im Unterschied zu Giralgeld sicher,
      sozusagen unverschwindbar. Geldanlagen aber sind niemals völlig sicher, sie tragen immer ein gewisses Risiko, auch in einem Vollgeldregime.

      Sie, verkennen von daher auch die Bedeutung des monetären Kernpunktes des Vollgeldansatzes, der darin besteht, die Kontrolle über die Geldmenge zu erlangen, dadurch, dass die Geldmenge an einen Knappheitsanker gebunden wird, den modernes Zeichengeld (fiat money) von sich aus nicht besitzt. Ein solches Ansinnen löst bei Ihnen, auf Grund der Unkenntnis, anscheinend nur zwei Abwehrreflexe aus, nämlich: Aggressivität und Rechthaberei.

      Bitte lesen Sie die Geschäftsberichte der SNB und das Konzept der Vollgeld-Initiative gründlich. Wenn Sie das getan haben, werden v.a. feststellen, dass aus der grundsätzlich monetären Ursachen-Attribution das Vollgeldkonzept einen entsprechenden Reformbedarf bzgl. des Geldsystems ableitet, speziell bzgl. der Geldschöpfung. Anknüpfungspunkt sind weder Gold noch Reservepositionen (wie bei früheren Ansätzen einer 100%-Reserve), schon gar nicht Leitzinspolitik, sondern; „nochmals“: die Trennung von Geld und Kredit, damit verbunden die Aufhebung von Giralgeld (Bankengeld im Publikumskreislauf) ebenso wie Reserven (Zentralbankgeld im Interbankenkreislauf) zugunsten eines integrierten single-circuit Vollgeldsystems jenseits von Giralgeld und Reserven.

    • @ Der Aufklärer

      „Sie sagen erst, ich habe mich an unkundiger Stelle informiert, dann sagen Sie, dass das von mir beschriebene von geringer Sachkenntnis zeuge.“ Sie legen mir (wieder mal) Wörter in den Mund, die ich nie gesagt habe.

      „Dies, so der Tenor Ihrer Zeilen, sei Fakt und werde von allen Fachleuten behauptet bzw. bestätigt.“
      Niemand kann widerlegen, dass Giralgeld in den Passiva der Bankbilanz erscheint und daher eine Bargeldschuld einer Bank ist. Wenn sogenannte oder besser angebliche Fachleute etwas anderes behaupten, dann können sie auch behaupten, die Erde sei eine Scheibe.

      Also, bitte widerlegen Sie meine Argumente sachlich und bleiben Sie beim Thema.

    • @Schorsch

      Positiv zu vermerken ist, dass auch die Presse langsam versteht, dass es sich bei sogenannten „Giroguthaben der Banken bei der SNB“ nicht um Kredite handelt, welche die SNB den Geschäftsbanken gewährt, sondern dass umgekehrt die Banken Kapital bei der SNB „parkieren“ bzw. anlegen.

      Die Banken sind somit die Kreditgeber.

      Welch ein Unterschied zur Geldtheorie, welche nun jahrzehntelang behauptete, bei einer Geldemission würde die Zentralbank die Wirtschaft mit günstigem Geld bzw. mit günstiger Liquidität versorgen.

      Ob die SNB einen Plan hat?

      Ich habe vielmehr den Eindruck, dass sie es den Mindestkursbefürworten „Recht“ machen will – also auf politischen Druck hin reagiert.

      mfG

  4. Nachtrag I:

    Berechtigte Forderung der Vollgeld-Initianten an der SNB-GV

    Gestern sprach ein Vertreter der sogenannten „Vollgeld-Initiative“ als Redner an der GV der SNB in Bern. Er forderte SNB-Chef Jordan auf, die sogenannte Geldschöpfung auf der home page der SNB korrekt darzustellen.

    Dort wird behauptet, bei einer Geldemission würde die SNB einer Geschäftsbank einen günstigen Kredit gewähren (lender of last resort). Von diesem Kredit würde die Geschäftsbank dann einen weiteren Kredit gewähren usw. So wird der angebliche Geldschöpfungsmultiplikator hergeleitet.

    Es freut mich, dass die Vollgeld-Initianten diesen Irrtum der Nationalbank erkennen. Es ist tatsächlich so, dass eine Geschäftsbank einen Kredit gewähren kann ganz unabhängig davon, ob vorher ein anderer Marktteilnehmer bei dieser Geschäftsbank bereits Geld angelegt hat oder nicht.

    Die Banken sind nicht „Intermediäre“ von Kapital, wie das in den Lehrbüchern behauptet wird und wie das auch die SNB auf ihrer home page irrtümlicherweise behauptet. D.h. die Banken leihen keineswegs Kapital aus, welches zuvor von einem anderen Marktteilnehmer bei dieser Bank angelegt wurde.

    Geld entsteht neu, indem eine Bank beispielsweise einen Hypothekarkredit gewährt und dem Hausbesitzer den Gegenwert des Hypothekarkredits auf dessen Giro-Konto gutschreibt. Der gutgeschriebene Betrag auf dem Girokonto gehört dann zur Geldmenge M1.

    Ich habe diese Zusammenhänge in meinen Beitrag „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ aufgezeigt.

    https://insideparadeplatz.ch/2013/09/25/die-snb-und-das-maerchen-von-der-geldschoepfung/

    Ich bin froh, dass die Vollgeld-Initianten meine Argumentation übernommen haben und ebenfalls darauf hinweisen, dass die sogenannte Geldschöpfung auf der home page der SNB falsch dargestellt ist.

    Leider kann ich den Vollgeld-Initianten aber in ihrem Gesamtanliegen nicht Recht geben:

    Bei einer Annahme der Vollgeldinitiative dürfte nur noch die SNB neue Kredite gewähren. Sie hätte dann das absolute Monopol. Das wäre Kommunismus pur.

    Anfügen möchte ich an dieser Stelle auch noch die Beobachtung, dass nun immer mehr und mehr Menschen erkennen, dass die sagenumwobene Geldschöpfung aus dem Nichts nichts anderes als ein Ammenmärchen ist, so wie ich das in meinem Beitrag „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ gezeigt habe.

    Es gibt keine Geldschöpfung aus dem Nichts, weil es keinen einseitigen Buchungssatz gibt. Die Bank of England ist nun offensichtlich auch auf diesen Zug aufgesprungen genauso wie die EZB (siehe weiter unten die Ausführungen des anonymen SNB-Fürsprechers „Der Aufklärer“).

    Leider ist die EZB aber noch nicht zur Erkenntnis gekommen, dass daraus folgt, dass „Quantitative Easing“ (QE) somit keinen Sinn macht (ausser Kredite zu waschen). Warum?

    Wenn Geldschöpfung aufgrund einer zweiseitigen Buchung erfolgt, so folgt daraus, dass eine Notenbank der Wirtschaft nur so viel Kapital zuführen kann über ihre Aktivseite, wie sie dieser auf der Passivseite entnimmt.

    Draghi, Yellen und Co. betreiben also mit ihren QE‘s ein sinnloses Nullsummenspiel. Und die Börsen applaudieren nur, weil sie nicht verstehen, was die Zentralbanken effektiv tun. Wie sollten sie auch, wenn die Zentralbanken selber nicht begreifen, was sie tun.

    Jedenfalls sind die EZB und die Bank of England daran, langsam zu begreifen.

    Nur unsere Nationalbank beharrt stur auf ihren Irrtümern. Der Buchungsfehler von Thomas Jordan Jordan mit der „Geldschöpfung aus dem Nichts“ sei nur eine „Metapher“ gewesen, schreibt weiter unten der SNB-Fürsprecher „Der Aufklärer“. Hält uns die Nationalbank denn alle für Narren?

    Dieser Fehler hat die Schweiz allein im Januar 50 Milliarden Franken gekostet. Aber auch dafür erhält unser Notenbankchef an der GV Applaus.

    Es wird Zeit, dass die Nationalbank aus ihrem geistigen Reduit herauskommt und sich öffnet. Ein erster Schritt wäre, die Forderungen der Vollgeld-Initianten bezüglich Darstellung der Geldschöpfung auf ihrer home page nun endlich ernst zu nehmen und zu erfüllen.

    Marc Meyer

    • Lieber Herr Dr. Meyer

      Sie schreiben:
      „Die Banken sind nicht „Intermediäre“ von Kapital, wie das in den Lehrbüchern behauptet wird und wie das auch die SNB auf ihrer home page irrtümlicherweise behauptet. D.h. die Banken leihen keineswegs Kapital aus, welches zuvor von einem anderen Marktteilnehmer bei dieser Bank angelegt wurde.

      Geld entsteht neu, indem eine Bank beispielsweise einen Hypothekarkredit gewährt und dem Hausbesitzer den Gegenwert des Hypothekarkredits auf dessen Giro-Konto gutschreibt. Der gutgeschriebene Betrag auf dem Girokonto gehört dann zur Geldmenge M1.“

      Darf ich mir erlauben, hier vielleicht ein vermittelndes Wort einzulegen und zu präzisieren?

      Kapital wird verstanden als:
      1. Produktionsfaktor neben Arbeit und Boden. (VWL)
      2. Die auf der Passivseite der Bilanz einzelner Unternehmungen ausgewiesenen Ansprüche an das Vermögen. (BWL)
      Quelle: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/kapital.html

      Es ist zwar richtig, dass „die Banken keineswegs Kapital ausleihen, welches zuvor von einem anderen Marktteilnehmer bei dieser Bank angelegt wurde“ und dass „Geld neu entsteht, indem eine Bank einen Kredit gewährt“ (allerdings kann eine Bank das bei ihr angelegte – = ihr eigenes – Geld durchaus verleihen: Kredit/Kasse). Geld ist per definitionem eine Bankschuld (Fremdkapital einer Zentral- oder einer Geschäftsbank) resp. ein Guthaben bei einer Bank und kann daher nur von einer Bank eingegangen, also „geschöpft“ werden. Ohne diesen „Schöpfungsvorgang“ kann es folglich kein (Schuld-)Geld geben.

      Allerdings:
      Die Menschen oder Firmen verpfänden ihr erarbeitetes oder erworbenes Eigentum der Bank, damit diese ihnen Geld (Zahlungsmittel) zur Verfügung stellt, womit sie das erworbene Gut bezahlen, ihren Lebensunterhalt bestreiten, ihrer Arbeit nachgehen oder Investitionen vornehmen können. Dieses Pfand (= Kapital im volkswirtschaftlichen Sinne) ist die Grundlage für den Kredit, der dann seinerseits in den Aktiva der Bankbilanz erscheint, währenddem sie gleichzeitig das Geld, das sie zur Verfügung stellt, als Schuld in den Passiva bucht (= Kapital im betriebswirtschaftlichen Sinne). Dieses Geld ist damit ein Kredit an die Bank. Die Bank verpfändet dann dieses Vermögen teilweise der Zentralbank, damit diese ihrerseits den Banken Bargeld (= gesetzliches Zahlungsmittel) zur Verfügung stellt.
      Im Normalfall (d.h. ausser bei eher seltenen Blankokrediten) erbringt jemand also eine Leistung, danach kommt Geld in die Welt. So ist das Geld gedeckt durch eben diese erbrachte Leistung, dieses Kapital im volkswirtschaftlichen Sinne. Dieses Geld kann dann wiederum zu Investitionszwecken, also als Kapital im betriebswirtschaftlichen Sinn verwendet werden.

      Fazit: Solange das Wort Kapital zwei verschiedene Definitionen besitzt, dürfte hier ein Wirrwarr herrschen.

      Freundliche Grüsse
      OC

    • @Oeconomnicus criticus

      Danke.

      Ich bin mit Ihnen vollkommen einverstanden, dass auch Geld enstehen kann auf zukünftig zu leistende Arbeit.

      Während meines Praktikums für Hochschulabsolventen bei der SKA in Liestal, war ich fast ein Jahr lang Kreditsachbearbeiter für sogenannte Kleinkredite.

      Das war ein hochinteressanter Job, da sämtliche Aspekte der Kreditgewährung involviert sind.

      Ein Kleinkredit erhält nur, wer ein festes Einkommen hat. Deshalb ist das eigentlich kein “Blanko-Kredit”.

      Geld ensteht in diesem Fall auf zukünftige Arbeit.

      Gewährter Kleinkredit an Girokonto Kunde

      Aber auch hier: Geld entsteht nur in einer zweiseitigen Buchung.

      Freundliche Grüsse

    • @Dr. Meyer,

      Leider geben sie den Vollgeldansatz, sofern sie ihn überhaupt wiedergeben, falsch wieder.

      „Bei einer Annahme der Vollgeldinitiative dürfte nur noch die SNB neue Kredite gewähren. Sie hätte dann das absolute Monopol. Das wäre Kommunismus pur.“

      Das mag Ihnen selbst nahe liegen, aber mit Vollgeld hat es nichts zu tun. Vollgeld soll realisieren, was die meisten Leute irrtümlicherweise als Realität annehmen: staatliches Geld,d.h. die Ausdehnung des bisherigen Münz- und Papiergeld-Monopols auf Buchgeld und E-Geld in Händen der Zentralbank als Monetative. Eine Verstaatlichung der Banken ist ausdrücklich nicht vorgesehen. In einer Vollgeldordnung können Banken freie marktwirtschaftliche Unternehmen sein, nur sollen sie nicht mehr das illegitime und dysfunktionale Privileg besitzen, selber auch noch das Geld zu erzeugen, auf dessen Grundlage sie tätig sind.

      Nochmals: lesen Sie sorgfälltig das was Vollgeld-Initiative oder SNB-Direktorium sagen, schreiben oder kommunizieren. Lassen Sie sich nicht von Gefühlen, Emotionen oder Vergangenheitsbewältigung führen, somit ist gewährleistet, dass die Diskussion auf dem Boden der Realität geführt werden kann.

  5. @Aufklärer

    Noch ein kurzer Nachtrag:

    Sie schreiben: „Wir sind alle einverstanden, dass Geld eine Schuld darstellt, somit auch ZB-Geld“.

    Die heutige Geldtheorie basierend auf Keynes behauptet aber, dass eine Notenbank bei einer expansiven Geldpolitik die Wirtschaft mit „günstigem Geld“ versorge.

    Günstig in dem Sinne, dass die SNB darauf einen tiefen Zinssatz verlange. Das wäre ein Aktivzinssatz aus Sicht der SNB. Geld wäre gemäss Keynesianismus somit ein Aktivkredit der Zentralbank.

    Das ist aber falsch: Geld ist ein Passivum der SNB.

    Diesen Fehler in der Geldtheorie haben die von Ihnen zitierten Autoren allesamt leider nicht erkannt.

    Sie nennen sich „Aufklärer“. Es scheint mir aber vielmehr, dass Sie hier verwirren.

    Ihre Quellen widerlegen meine Argumentation in keiner Weise.

    mfG

    • Lieber Herr Dr. Meyer

      Es ist immer wieder erquickend, wie Sie die Sache sachlich auf den Punkt bringen. Es müsste eigentlich jedem in Buchhaltung Bewanderten oder auch nur vage Informierten und erst recht jedem in Volkswirtschaft einigermassen Gebildeten oder gar Hochschulabsolventen auffallen, wie sehr die offiziellen und gar universitären Verlautbarungen und die weitverbreitete Propaganda jeglicher Logik und banalstem buchhalterischem Wissen widersprechen.
      Leider bin ich nicht so gelassen wie Sie und rege mich immer wieder ob der Dummheit oder wohl eher Dreistigkeit einiger offensichtlich korrupter Propagandisten auf, welche unter falschen Namen und wechselnden Pseudonymen hirnrissige Theorien und Falschinformationen verbreiten und auch noch behaupten, sie seien ehrlich oder aufgeklärt. Aber gegen die Dummheit – und erst recht die bezahlte Dreistigkeit – ist kein Kraut gewachsen, leider.

      Die Propaganda blendet immer wieder erfolgreich aus (besser: übertüncht erfolgreich), dass das Kapital vom Kreditgeber stammt, die Bank also, wie Sie richtig schreiben, Kreditnehmerin ist – und dass es ohne dieses Kapital auch keinen Kredit gibt.

      Wohlan, Sie und ich haben natürlich schon verstanden, dass sich der Staat (die Mächtigen) bedienen (Stichwort: Staatsanleihen). Aber das ist wiederum ein anderes Thema.

      So will „Der Aufklärer“ weismachen: „Kredite werden aus Geld vergeben, das erst dadurch entsteht, dass Banken sowohl eine Forderung als auch eine Verbindlichkeit gegen den selben Kreditnehmer buchen. Geld entsteht also durch Bilanzverlängerung.“
      Welcher Kreditnehmer will denn einen Kredit, damit er ein Guthaben bei derselben Bank hat? Da fängt genau die Falschinformation oder falsche, jeglicher Logik widersprechende Denke an: Niemand will Kredit für sich, sondern immer nur dafür, dass er etwas bezahlen kann. Somit ist klar, dass jemand etwas liefert, also dass der Kreditnehmer etwas wünscht, was der Kreditgeber liefert. Und die Bank steht dann einfach als Mittlerin dazwischen, weil sie flüssig ist und dem Kreditgeber das Geld sofort zur Verfügung stellen kann und stellt, welches dem Kreditnehmer eben genau fehlt. Für solcherlei Plattitüde braucht man wahrlich keine spezielle Ausbildung, da genügt simpler Hausverstand bei weitem und da kann die Propaganda von selbsternannten „Aufklärern“ wahrlich nur noch simpelste Gemüter aus dem Konzept bringen.

      In diesem Sinne: Weiter so, die Logik steht zu 100 % auf Ihrer Seite!

      Freundliche Grüsse
      Oeconomicus criticus

    • @Oeconomicus criticus

      Besten Dank. Der Aufklärer verwirrt.

      Wenn ein Bauherr ein Haus bauen will, so kann er bei einer der Bank einen Hypothekarkredit beantragen. Dafür wird ihm ein Guthaben gutgeschrieben auf seinem Giro-Konto bei dieser Bank. Er hat jetzt ein Guthaben und eine Schuld (Hypothek) bei dieser Bank.

      Mit seinem Guthaben kann er jetzt seine Rechnungen für das Haus begleichen: Den Architekten, die Bauleute, das Baumaterial. Nach der Bezahlung besitzen dann diese die entsprechenden Guthaben bei der betreffenden Bank und der Bauherr hat das Haus.

      „Der Aufklärer“ „tut so“ als wäre immer klar gewesen, dass Geldschöpfung aus einem zweiseitigen Buchungssatz besteht. Den Buchungsfehler von SNB-Chef Jordan als „Metapher“ schönzureden ist ja lächerlich.

      „Geld aus dem Nichts“ ist ein falscher, einseitiger Buchungssatz. Jordan kann nicht buchen. Punkt.

      Geld wird seit Keynes als ein Aktivkredit des Geldemittenten betrachtet (günstiges Geld). All das ist falsch und wird noch in den heutigen Lehrbüchern der Volkswirtschaftslehre (z.B. Aymo Brunetti) den Schülerinnen und Schülern „verfüttert“.

      Ich nehme an, dass „Der Aufklärer“ ein Bankenprofessor ist, welcher dem SNB-Bankrat sehr nahe steht. Die Bankenprofessoren müssen sich natürlich vor ihren Studenten immer mehr für ihre Irrtümer rechtfertigen. Die Studenten sind ja auch nicht dumm. Der eine oder andere wird verstehen und kritische Fragen stellen.

      mfG

    • Lieber Herr Dr. Meyer

      Sie schreiben: „Wenn ein Bauherr ein Haus bauen will, so kann er bei einer der Bank einen Hypothekarkredit beantragen. Dafür wird ihm ein Guthaben gutgeschrieben auf seinem Giro-Konto bei dieser Bank. Er hat jetzt ein Guthaben und eine Schuld (Hypothek) bei dieser Bank.“

      Leider habe ich nie bei einer Bank gearbeitet. Meines Wissens wurde früher bei einem Hausbau vorerst eine Kreditlimite, genannt Baukredit, gewährt, woraus dann nach dem Verbrauch des geforderten Eigenkapitals die Rechnungen der Ersteller kontokorrentmässig direkt bezahlt wurden. Die Umwandlung in eine Hypothek folgte üblicherweise nach Bauabschluss, wobei Teilkonsolidierungen möglich waren. Ist das heute anders?

      Besten Dank für Ihre Aufklärung.
      OC

    • @Oeconomicus criticus

      Vielen Dank für Ihren Einwand womit Sie in der Realität überwiegend wohl Recht haben.

      Es ist schon so, dass es für die Bank sicherer ist, wenn sie das Geld direkt an die Ersteller des Hauses ausbezahlt.

      Die beiden Buchungssätze

      Gewährtes Hypothekardarlehen / Girokonto Bauherr

      Girokonto Bauherr / Girokonto Architekt

      werden dann gekürzt zu einem Buchungssatz

      Gewährtes Hypothekardarlehen / Girokonto Architekt, Bauleute etc.

      Ich wollte einfach zeigen, dass Geld nicht aus dem Nichts entsteht, wie unser SNB-Chef behauptet und die Bevölkerung irreführt.

      Eine Geldemission besteht aus einem Buchungssatz mit zwei Seiten.

      Das sollte auch die SNB endlich begreifen.

      Konklusion: Eine Geldemission hat zwei Zinseffekte: Einen über die Aktivseite und einen über die Passivseite des Geldemittenten.

      Das habe ich schon in meinem Buch „Arbeitslosigkeit – die grosse Verantwortung der WIrtschaftswissenschaft 1993 gezeigt.

      Aber die SNB ist leider unbelehrbar.

      Ärgerlich ist, dass die SNB jetzt zum Besten gibt, die Irrlehre vom „Geld aus dem Nichts“ sei nur eine Metapher von Jordan gewesen.

      Unglaubwürdige SNB.

      mfG

    • @Oeconomnicus criticus

      Danke.

      Ich bin mit Ihnen vollkommen einverstanden, dass auch Geld enstehen kann auf zukünftig zu leistende Arbeit.

      Während meines Praktikums für Hochschulabsolventen bei der SKA in Liestal, war ich fast ein Jahr lang Kreditsachbearbeiter für sogenannte Kleinkredite.

      Das war ein hochinteressanter Job, da sämtliche Aspekte der Kreditgewährung involviert sind.

      Ein Kleinkredit erhält nur, wer ein festes Einkommen hat. Deshalb ist das eigentlich kein „Blanko-Kredit“.

      Geld ensteht in diesem Fall auf zukünftige Arbeit.

      Gewährter Kleinkredit an Girokonto Kunde

      Aber auch hier: Geld entsteht nur in einer zweiseitigen Buchung.

      Freundliche Grüsse

    • Lieber Herr Dr. Meyer

      Dem ist nichts hinzuzufügen und mein Post war ja eigentlich auch nur zur Konkretisierung gedacht. Danke.

      Freundliche Grüsse
      OC

    • Lieber Herr Dr. Meyer

      Der Aufklärer ist keineswegs Bankenprofessor, sondern Michele D’Aloia, alias Walter Breni, alias Christoph Schlingensief, alias “Der Praktiker”, alias “Argonautiker”, alias “X”, der sich schon auch mal gerne selber auf die Schulter klopft:
      „Vielen Dank “Der Praktiker” für ihre Argumente. Gerne stütze ich ihre Meinung – sie haben Recht – Hr Meyer Unrecht – mit meinem nachfolgendem Kommentar:“
      https://insideparadeplatz.ch/2014/05/20/der-crash-ist-die-loesung-big-bang-theory/#comment-21884

      Und der regelmässig Plagiate einstellt ohne Quellenangabe:
      http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2014/03/banken-schoepfen-geld-aus-dem-nichts-und-sind-keine-intermediaere/?print
      woraus er nicht bloss praktisch wörtlich den folgenden Satz plagiiert: „Wicksell (1898), der in seinem Hauptwerk Geldzins und Güterpreise ein reines Kreditsystem ganz ohne Bargeld beschrieb. Ihm war bereits klar, daß das Bankensystem als Ganzes die Kreditmenge theoretisch unbegrenzt ausweiten kann (1898, 139)“, sondern auch das Literaturverzeichnis lediglich ein bisschen umgestellt hat. (Schön, dann braucht man die Bücher nicht selber zu lesen oder gar zu studieren, kann damit aber prächtig angeben.)
      Vergleiche dazu:
      https://insideparadeplatz.ch/2015/04/22/hochriskante-snb-aktie-irrefuehrender-geschaeftsbericht/#comment-82273

      Siehe auch:
      „Vielen Dank an Der Praktiker dass sie hier den merkwürdigen Ansichten von Hr Marc Meyer, Dr. entgegenhalten.“
      https://insideparadeplatz.ch/2014/05/20/der-crash-ist-die-loesung-big-bang-theory/#comment-21877

      Freundliche Grüsse
      OC

    • @Oeconomicus criticus

      Ja richtig.

      Seinen ersten Kommentar hatte ich falsch eingestuft, da er offensichtlich kopiert hat. Da habe ich ihn noch nicht erkannt.

      Doch schon bei seinem zweiten Kommentar kam bei mir der grosse Verdacht auf, dass es sich wieder um den „Der Parktiker“ usw. handelt. Beim dritten Komentar war ich dann sicher.

      Es ist schade um die Zeit, sich mit solchen Leuten auseinanderzusetzen.

      Schade ist auch, dass solche Geister der Nationalbank in die Hände spielen.

      Das ist kein gutes Zeichen für unsere Nationalbank.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

    • Technik-und-Stil – Psychogramm des „Aliasmannes“

      – Falsche Zitate in den Mund legen
      – geht nie auf die Argumente ein und versucht noch nicht einmal die Tatsachen zu widerlegen – wahrscheinlich im Bewusstsein, dass die anderen doch recht haben –, sondern propagiert und redet über die Tatsachen hinweg und an der Sache vorbei, totreden, zerreden, polemisieren, kolportieren
      – Plagiate
      – denkt nicht selber nach
      – bringt selber kaum einen orthographisch fehlerfreien Satz zustande
      – lügt regelmässig
      – hat unendlich Zeit, um überall seine „Weisheiten“ zu posten
      – schreibt unter verschiedenen Namen und Pseudonymen und klopft sich schon mal gerne selber auf die Schulter, ist zu feige, um unter seinem richtigen Namen zu posten
      – ist überheblich und meint, andere würden seine plumpen „Tricks“ nicht durchschauen
      – wird für seine Anfeindung der Wahrheit wahrscheinlich bezahlt, so kommt man sich wohl nicht allzu blöd vor, wenn man sich so verhält
      – pauschales Schlechtreden von Texten, Webseiten oder Personen ohne sachliche Argumentation und Beweis, unsachliche Pauschalkritik, hinterhältige Verunglimpfung

    • @Oeconomicus criticus

      Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit und Mühe genommen haben, den „Praktiker“ alias, alias…usw. zu entlarven.

      Ich gehe in all Ihren Punkten einig.

      Was mir allerdings zu denken gibt: Meinen Sie, der wird bezahlt? Von wem? Wer hat Intersse an solchen Schritt?

      Wer sollte daran Interesse haben?

      Geht es hier einfach ums „zubetonieren“?

      mfG

    • Lieber Herr Dr. Meyer

      „In Zeiten, da Täuschung und Lüge allgegenwärtig sind, ist das Aussprechen der Wahrheit ein revolutionärer Akt.“ (George Orwell, 1984)

      Würden die Menschen die Wahrheit erkennen, könnte man mit ihnen nicht mehr alles machen. Das wäre für die Mächtigen der GAU.

      Falls das Aliasbubi nicht bezahlt ist, käme der Psychographie als weiterer Punkt wohl am ehesten „dümmer als ein Pfund Salz“ hinzu, denn so dumm kann man ja wohl kaum sein. Ebenso spricht seine doch recht ausgefeilte Massenpsychologie-Technik gegen diese Annahme.

      Und bedenken Sie: „In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, dann kann man sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war.“ (F.D. Roosevelt – sofern dieses Zitat authentisch ist)

      Freundliche Grüsse
      OC

  6. Sehr geeherter Herr Dr. Meyer,

    auch ich bedanke mich für Ihren Versuch die Dinge aus einer anderen Perspektive zu beleuchten. Ich habe Ihnen schon einmal sämtliche Quellen zugespeilt die Ihrer Sichtweise hinsichtlich Geldschöpfung der GB widerlegen. Wir sind alle einverstanden, dass Geld eine Schuld darstellt, somit auch ZB-Geld.

    Nochmals:

    Hier ein paar Quellen die das stützen:
    — Knuth Wicksell hat im Jahre 1898 in seinem Hauptwerk Geldzins und Güterpreise ein reines Kreditsystem ganz ohne Bargeld beschrieben. Ihm war bereits klar, dass das Bankensystem als Ganzes die Kreditmenge theoretisch unbegrenzt ausweiten kann
    http://de.wikipedia.org/wiki/Knut_Wicksell
    — Wicksell, J. G. Knut (2006) [1898]: Geldzins und Güterpreise. München: FinanzBuch Verlag
    — Moore, Basil (1988): Horizontalists and verticalists: the macroeconomics of credit money. Cambridge: Cambridge University Press
    — Palley, Tom (1996): Post-Keynesian economcis: debt, distribution, and the macro economy. Basingstoke: Palgrave Macmillan
    — Wray, L. Randall (2012): Modern Monetary Theory: A Primer on Macroeconomics for Sovereign Monetary Systems. Basingstoke: Palgrave Macmillan
    — Lehrbuch Makroökonomik: N. Gregory Mankiw, Klaus Dieter John (Übersetzung)
    Schäffer Poeschel 2011
    — Bank of England (2014): Money creation in the modern economy: an introduction Video auf youtube.com
    — Blanchard, Olivier und Gerhard Illing (2009): Makroökonomie. 5., aktualisierte und erweiterte Auflage. München: Pearson Studium
    — Knapp, Georg Friedrich. 1905. Die staatliche Theorie des Geldes. Leipzig: Von Duncker und Humblot
    — McLeay, Michael, Amar Radia und Ryland Thomas (2014a): Money creation in the modern economy. Bank of England Quarterly Bulletin 2014 Q1

    Viele Dinge die Sie beschreiben sind richtig. Aber daraus folgt nicht etwa, dass mit der Geldschöpfungs-Story etwas faul sein muss.

    Witzigerweise schreibt die Deutsche Bundesbank in der Broschüre „Geld und Geldpolitik – Ein Heft für die Sekundarstufe 2 Ausgabe 2005/2006“ selbst, dass es sich um einen Trick der Geldvermehrung handelt. Wortwörtlich heißt es auf Seite 35: „Soll ich Dir Geld leihen? Ich probier jetzt mal den Trick mit der Geldschöpfung.“
    In neueren Ausgaben wurde dies wieder entfernt…

    • @Der Aufklärer

      Der Mindestkurs wurde von der SNB gerechtfertigt mit der Behauptung von SNB-Chef, Prof. Jordan, die SNB könne „Geld aus dem Nichts schöpfen“ und damit sämtlichen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen, also nicht Konkurs gehen.

      Das ist eben das Märchen der Geldschöpfung. Dieses ist faul.

      „Geld aus dem Nichts“ gibt es nicht. Das beweist die doppelte Buchhaltung. Sie können nicht einen einseitigen Buchungssatz erstellen.

      Zu dieser Erkenntnis sind leider die von ihnen aufgeführten Autoren nicht gekommen. Das ist aber der Schlüssel.

      „Geld aus dem Nichts“ wäre wie eine Geburtsurkunde ohne Kind – nichtig.

      Die Bank of England scheint langsam zu begreifen und argumentiert nun offenbar auch so, wie ich das zuvor in meinem Beitrag „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ getan habe.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @Dr. Meyer,

      meinen Sie u.a., diesen Vortrag?

      http://www.snb.ch/de/mmr/speeches/id/ref_20110928_tjn/source/ref_20110928_tjn.de.pdf

      „Das ist eben das Märchen der Geldschöpfung. Dieses ist faul.

      “Geld aus dem Nichts” gibt es nicht. Das beweist die doppelte Buchhaltung. Sie können nicht einen einseitigen Buchungssatz erstellen.“

      Richtig, dass beweist die doppelte Buchhaltung.

      Kredite werden aus Geld vergeben, das erst dadurch entsteht, dass Banken sowohl eine Forderung als auch eine Verbindlichkeit gegen den selben Kreditnehmer buchen. Geld entsteht also durch Bilanzverlängerung. Banken gestehen damit bilanzrechtlich ein, die Forderung mit einer ebenso hohen Schuld zu begründen. Um dieses Geld aus dem Nichts zu schöpfen, müssen Banken im Euroraum seit 2012 nur 1% des Kreditbetrages bei der Zentralbank als Mindestreserve hinterlegen. Zinsen, Tilgung und Bewertung des EK der Banken bleiben vorerst unberücksichtigt. Wenn man den Vortrag von Prof. Jordan aufmerksam analysiert, in Verbindung mit Mindestkurs, Liquitität und Geldschöpfung, dann wird offensichtlich, dass er eine Metapher benutzt hat.

      Sie haben selbstverständlich, zu Recht auf die Tatsache hingewiesen, dass Geld immer ein Passivum darstellt, so auch ZB-Geld. Dass der Auszahlungsanspruch des Kreditnehmers auf der Passivseite der Bankbilanz dem Rückzahlungsanspruch der Bank gegen den Kreditnehmer auf der Aktivseite der Bankbilanz gegenüber gestellt wird von der Bundesbank selbst auf ihrer Internetseite als Buchgeldschöpfung durch Kreditgewährung beschrieben. Nicht anders, bei der SNB.

      https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Service/Schule_und_Bildung/geld_und_geldpolitik_kapitel_3.pdf?__blob=publicationFile (S.76 oben rechts) Das gesamte Kapitel ist sehr empfehlenswert

    • @Der Aufklärer

      Folgende Tatsachen bleiben bestehen:

      Erstens:

      Professor Jordan hat in seinem Vortrag mehrmals behauptet, die Nationalbank könne „Geld aus dem Nichts“ schöpfen und so alle ausstehenden Verbindlichkeiten der SNB jederzeit abbauen. Das war die Rechtfertigung für den Mindestkurs.

      Falsch. Die Notenbank kann nicht Geld aus dem Nichts schöpfen und damit sämtliche Zahlungsverpflichtungen jederzeit abbauen.

      Prof. Jordan und die SNB betrachten Notenbankgeld als Zahlungsmittel der SNB. Das ist ein Kapitalfehler.

      http://www.iconomix.ch/de/blog/489-braucht-die-schweizerische-nationalbank-eigenkapital/

      Zahlungsverpflichtungen abbauen heisst: Die Bilanz wird verkürzt. Wenn aber die SNB „Geld schöpft“, verlängert sich die Bilanz im Gegenteil. Sie können das nicht schönreden und von einer „Methapher“ sprechen. Der Buchungsfehler von Herr Jordan ist eindeutig. Stehen Sie dazu. Auch Prof. Jordan soll endlich dazu stehen.

      Zudem interpretiert Jordan Notenbankgeld als Eigenkapital der SNB anstatt als Fremdkapital.

      Zweitens:

      Aus Keynesianismus und Monetarismus gehen eindeutig hervor, dass Geld als Aktivkredit der Zentralbank angesehen wird („günstiges“ Geld). Das ist falsch. Geld ist ein Passivkredit des Geldemittenten (lesen Sie dazu die aktuellen Lehrbücher in Volkswirtschaftslehre, z.B. Prof. Dr. Aymo Brunetti)

      Brunetti schreibt auf S. 166 seines aktuellsten Buches „Volkswirtschaftslehre“:

      Geldschöpfung: Schaffung von Geld, indem die Zentralbank den Geschäftsbanken und schliesslich die Geschäftsbanken weiteren Akteuren Kredite gewähren.

      Im Lexikon auf der home page der SNB behauptet diese heute noch unter „Geldschöpfung“.

      Die Banken schaffen neues Geld, indem sie Kredite gewähren.

      Nein – Geld ist ein Passivkredit des Geldemittenten. Da Banken schaffen Geld, indem sie Kredite aufnehmen. Der Passivkredit des Geldemittenten ist das neu entstandene Geld.

      Unsere SNB gewährt ihre Kredite dem Ausland. Sie und die SNB mögen das nun bitte einmal einsehen. Stehen Sie zu den Tatsachen.

      Die SNB hat bis jetzt noch nicht begriffen, dass Notenbankgeld kein Aktivkredit, sondern ein Passivkredit des Geldemittenten darstellt. Und Brunetti behauptet diese Irrlehre noch im aktuellsten Buch „Volkswirtschaftslehre“. Damit werden die Schülerinnen und Schüler heute noch aktiv irregeführt.

      Drittens:

      Im Jahre 1993 habe ich damit angefangen, zu zeigen, dass Geld nicht ein Aktivkredit, sondern ein Passivkredit des Geldemittenten darstellt mit allen entsprechenden Konsequenzen für die Geldtheorie und Geldpolitik.

      Die einen scheinen das schneller zu begreifen – andere langsamer oder nur teilweise.

      Die SNB hat es immer noch überhaupt nicht verstanden.

      Die Bank of England ist daran, langsam zu verstehen.

      Und die EZB scheint auch langsam zu erkennen, dass Geldschöpfung eine zweiseitige Buchung ist und nicht „aus dem Nichts“ entsteht, wie das aus Keynesianismus und Monetarismus hervorginge.

      Wann wurde die von Ihnen zitierte Broschüre gedruckt? Zeigen Sie mir frühere Beispiele.

      Die Erkenntnis, dass Geldschöpfung aus einer zweiseitigen Buchung entsteht hat aber weitreichende Konsequenzen für die Geldpolitik:

      Erkennt man, dass Geldschöpfung immer eine zweiseitige Buchung ist, so folgt daraus, dass die Zentralbank die Wirtschaft nicht aus dem Nichts mit „Liquidität“ oder Kapital versorgen kann.

      Daraus folgt wiederum die Erkenntnis, dass das sogenannte „Quantitative Easing“ die Wirtschaft per Saldo nicht ankurbeln kann. Das Geld, das Draghi in die Wirtschaft pumpt entnimmt er dieser Wirtschaft an anderer Stelle. Das ist ein Null-Summen-Spiel.

      Dasselbe gilt für Quantitative Easing der FED.

      (lesen Sie dazu meinen Artikel in der Weltwoche aus dem Jahre 2001 „Warum Greenspan und co. sich irren“ und „Zentralbanken, die gigantischen Kreditwaschanlagen“.

      http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2001-35/artikel-2001-35-warum-sich-green.html

      https://insideparadeplatz.ch/2013/02/27/zentralbanken-die-gigantischen-kreditwaschanlagen/

      Zu dieser weiterführenden Erkenntnis ist die EZB leider noch nicht gelangt. Ansonsten würde sie einsehen, dass QE keinen Sinn macht (ausser Kredite reinzuwaschen).

      Aber die EZB wird auch noch dorthin gelangen und erkennen. Und wenn die EZB dann dort ist, werden Sie mir eine Broschüre der EZB schicken, wo diese Erkenntnis darin steht und behaupten, diese Erkenntnis habe es schon immer gegeben.

      mfG

    • @Aufklärer

      Noch ein Nachtrag:

      Ich habe jetzt selber nachgeschaut, wann die von Ihnen zitierte Broschüre der Bundesbank veröffentlicht wurde:

      Es ist dies nach dem 14. Februar 2014 geschehen.

      Die Broschüre der Bundesbank enthält aber immer noch Irrtümer.

      Geld entsteht nicht durch die Kreditvergabe, sondern im Gegenteil durch die Kreditaufnahme des Geldemittenten. Das ist der ursprüngliche Fehler in der Geldtheorie. Diesem Fehler unterliegen sowohl Keynesianismus als auch Monetarismus.

      Entscheidend ist, dass die Kreditaufnahme das Geld darstellt und nicht die Kreditvergabe des Geldemittenten. Das ist der entscheidende Punkt.

      Richtig: Geld kann auch entstehen, wenn die Bank z.B. einen Hypothekarkredit gewährt und dagegen ein Sichtguthaben gewährt. Das habe ich schon seit langem hier beschrieben.

      Notenbankgeld der SNB entsteht aber nicht, indem die SNB den Schweizer Banken Kredite gewährt, sondern indem sie Euros kauft und eine entsprechende Schuld bei den Schweizer Banken eingeht.

      Erkennen Sie den Unterschied?

      Zudem werden in der von Ihnen zitierten Broschüre der Bundesbank u.a. folgende Fehler begangen:

      Zitat Deutsche Bundesbank: S. 76

      „Geschäftsbanken schaffen Geld durch Kreditvergabe.“

      Korrektur:

      Nein – Banken schaffen Geld durch Kreditaufnahme. Die Kreditaufnahme ist das Geld nicht die Kreditvergabe.

      Zitat Deutsche Bundesbank, S. 77:

      Korrektur:

      „Mit der Mindestreserve kann die Zentralbank das Ausmass der Geldschöpfung beeinflussen.“

      Nein – höchstens marginal. Die Geldemission hängt davon ab, wieviel Geld die Wirtschaft benötigt. Der Mindestreservesatz besagt lediglich, dass auch die Zentralbank an der Geldemission der Geschäftsbank mit einem gewissen Prozentsatz zu beteiligen ist, damit Bargeld sofort bereitgestellt werden kann.

      In den USA beispielsweise kauft die FED Immobilienpapiere und gibt dagegen Notenbankgeld aus. In der Schweiz geschieht die Notenbankgeldemission aber über den Kauf von Euros.

      Zitat Deutsche Bundesbank S. 78

      „Um sich Bargeld zu beschaffen, muss die Geschäftsbank bei der Zentralbank normalerweise einen Kredit aufnehmen.“

      Korrektur:

      Nein – um Bargeld zu beschaffen kann die Geschäftsbank bei der Zentralbank einen Kredit aufnehmen. Normalerweise kauft die Zentralbank von der Geschäftsbank Wertpapiere und bezahlt diese mit einer eigenen Schuld, dem Notenbankgeld.

      Die SNB hingegen emittiert Notenbankgeld (d.h. auch Banknoten) zu 90 Prozent mit dem Kauf von Devisen bei den Banken (Euros, Dollars usw.).

  7. Sehr geehrter Dr. Meyer
    Vielen herzlichen Dank für Ihren unermüdlichen Einsatz zur Aufklärung insbeso. bezüglich des „Märchens von der Geldschöpfung aus dem Nichts“!
    Tragisch nur, dass der Preis der Ignoranz für uns alle bereits jetzt schon so hoch ist: SNB „stupid enough to fail“.
    Würde ein Lehrling Aktiven mit Passiven, Fremdkapital mit Eigenkapital verwechseln, würde er durch die Abschlussprüfung rasseln. Die hochbezalten SNB Verantwortlichen bleiben in Amt und Ehren.
    Nochmals Danke und freundliche Grüsse Rico Meier

    • @Rico Meier

      Für Ihre Zeilen möchte ich meinerseits recht herzlich danken.

      Besonders danken möchte ich, dass Sie mit Ihrem Namen unterschreiben.

      Einen schönen Tag.

      Marc Meyer

  8. Sehr geehrter Herr Dr. Meyer

    Ich habe zwei Fragen:

    Wo und wie findet die eigentliche Ausweitung der umlaufenden inländischen Geldmenge statt:
    – (1) Im Geschäftsbankensystem (über den Kreditmultiplikator; definierte Ausleihungen in % der Einlagen; in einigen Ländern gleich Mindestreservesatz)
    – (2) Oder bei der Zentralbank selbst durch Niedrigzinspolitik?

    Grund der Frage: Die Zentralbankgeldmenge (= monetäre Basis) ist weit kleiner als z.B. M3. Ich denke, dass die Klärung dieser Grundfrage die Voraussetzung ist, um die Ausweitung der inländischen umlaufenden Geldmenge zu verstehen und zu erklären.

    Besten Dank für Ihre Antwort zu Fragen (1) und (2).
    mfg

    • @Fred Handelsmann

      Besten Dank.

      Geldtheorie kann man am besten nachvollziehen, wenn man mit Buchungssätzen die Entstehung der Geldmenge nachvollzieht.

      Will beispielsweise jemand ein Haus bauen, so erhält er von der Bank gegen die Sicherheit des Hauses einen Kredit.

      Der Buchungssatz aus Sicht des Geldemittenten (Bank) lautet dann:

      Gewährtes Hypothekardarlehen / Guthaben von Kunde

      Dieses „Guthaben von Kunde“ erweitert dann die Geldmenge M1, ohne irgendwelches Zutun der SNB.

      Der Mindestreservesatz stellt lediglich sicher, dass eine Geschäftsbank jederzeit über Giroguthaben und damit über Banknoten verfügt, die sie auszahlen kann.

      Auf den sogenannten Kreditmultiplikator bin ich in meinem Text „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ ausführlich eingegangen. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie dort meine Ausführungen lesen könnten.

      Wichtig ist folgendes: Geld ist kein Kredit der SNB an die Banken, den diese dann an die Wirtschaft weitergeben (über einen Multiplikator). Geld ist umgekehrt eine Kreditaufnahme des Geldemittenten bei der Wirtschaft.

      Dabei gibt es keinen Multiplikator. Jeder Erweiterung der Passivseite bei der Geldemission steht eine entsprechende Ausdehnung der Aktivseite gegenüber.

      Es gibt also kein „Geld aus dem Nichts“, wie SNB-Chef Jordan behauptet.

      mfG

  9. Szenario einer leidigen SNB Rekapitalisierung:

    Erhöhung des negativen Zinses (Gebühr) auf z.B. 1.5 % bezüglich Einlagen in CHF-Konten bei der SNB.

    Erhöhung der Einlagengebühr erfolgt auf kurzzeitig vorangekündigten Stichtag und die Gebühr gilt für eine zeitlich limitierte Frist von z.B. 3 Jahren und erfolgt mit einer zeitgleichen Einführung einer CHF-Bargeldeinzahlungsgebühr auf Bankkonten.

    Die Gebührenhöhe der Bargeldeinzahlung am Stichtag ist gleich Null, nachfolgend erfolgt eine gleichmässige steigende Gebührenhöhe bis max. 4.5%.

    Die laufende Erhöhung der Gebühr steigt im Verhältnis zu dem zeitlichen Abstand zu dem Stichtag mit 0 % Gebühr bis zur max. Höhe von 4.5 % bei Erreichung und gleichzeitiger Beendung des Gebührenprogramms (siehe nachfolgende Formel).

    Nachablauf der dreijährigen Frist der CHF- Bareinzahlungsgebühr auf Bankkonten, erfolgt die Einführung der neuen Schweizer Banknoten und für diese wird die Gebühr aufgehoben, für die alten, derzeit bestehenden Schweizer Banknoten wird die Gebühr bestehen bleiben, bis zu deren voraus-sichtlichem Eintausch oder Einzahlung auf ein Bankkonto mit der max. Gebühr von 4.5%.

    Rechnungsansatz für die Gebührenberechnung bei CHF-Bargeldzahlungen ab Stichtag;

    Formel: (B : 100) x Z) : (F : V) = G

    Legende zur Formel:

    B = Einzuzahlender Bargeldbetrag
    Z = Negative Zinsprozente (Annahme 4.5)
    F = Anzahltage des zeitlich limitierten Gebührenprogramms (Annahme 1080 Tage)
    V = Anzahl abgelaufener Tage seit dem Stichtag des Gebührenprogramms
    G = Gebührenbetrag

    • @Schweizer Bürger

      Das gegenwärtige SNB-Portfolio ist äusserst riskant. Die EK-Quote beträgt nur um die 7 Prozent.

      Sollte der Euro erneut einbrechen, so droht ein negatives Eigenkapital der SNB in zweistelliger Milliardenhöhe.

      Da wird es schwierig sein, dieses über Negativzinsen wieder aufzustocken. Oder aber die Negativzinsen werden massiv tiefrot.

      Ich denke, die Steuerzahler werden in einem solchen Fall die SNB rekapitalisieren müssen.

      MfG

    • @Dr. Meyer: Ich denke ‚mal, die Aktionäre der SNB müssten diese rekapitalisieren, d.h. vor allem die Kantone und die Kantonalbanken und etwas Private. Allerdings dürfte es doch eine gewisse (lange) Zeit dauern, bis dann die Kantone eine Refinanzierung überhaupt auch machen könnten und dies auch noch koordiniert… Nicht so einfach. Ich denke eher, dass in einem solchen Fall, auf welcher rechtlichen Grundlage auch immer (neues Notrecht?), andere – diejenigen Entitäten mit Giroguthaben bei der SNB – zuerst einmal bluten müssten. – Besteht irgendwo ein Contingency Plan für einen solchen Fall?

    • @Häschen

      Die Haftung der Aktionäre umfasst ihr eingezahltes Aktienkapital. Deshalb denke ich, dass die Kantone die SNB rekapitalisieren müssen gemäss ihrer Einwohnerzahl.

      Das wird sicherlich nicht einfach. Je nachdem sogar unmöglich. Ergo werden, wie Sie schreiben, die Kreditgeber der SNB bluten: Grossbanken, Kantonalbanken, PostFinance, Pensionskassen, Krankenkassen usw.

      Der Contingency Plan der SNB besteht darin, dass sie meint, sie könne in diesem Fall einfach Banknoten drucken und so ihre offenen Schulden begleichen (Hat SNB-Chef Jordan so gesagt; siehe Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel).

      mfG

  10. Ich denke, dass sich mindestens der Nationalbankpräsident dieser Zusammenhänge schon bewusst ist. Schliesslich sagte er an der PK vom 15. Januar sinngemäss, „die Risiken wären immer grösser geworden“, je länger der Mindestkurs aufrechterhalten worden wäre. Das kann man nur sagen, wenn man weiss, dass die Interventionen nicht so leicht finanziert werden können.

    Wenn 99% der Öffentlichkeit die Risiken nicht ganz verstehen, hat die Nationalbank verständlicherweise kein Interesse daran, diese proaktiv aufzuklären. Die Frage kann nur sein, wie kommt man hier am besten wieder heraus?

    Könnten Sie vielleicht die Unterschiede bei der Geldschöpfung zwischen SNB und Fed erklären? Nimmt das Fed ebenfalls Schulden bei Geschäftsbanken auf, mit denen es dann Staatspapiere kauft, oder kann es andere Wege beschreiten? Danke!

    • Danke.

      Ich werde auf diese interessante Frage eingehen, sobald es mir zeitlich möglich ist.

      mfG

    • @Anleger

      Danke für Ihren Kommentar.

      Dieser beinhaltet zwei Aspekte, auf die ich einzeln eingehen möchte:

      Zuerst zu Ihrer Ansicht, wonach der Nationalbankpräsident sich der „Zusammenhänge“ und Risiken bewusst sei.

      Diesbezüglich gilt es folgendes festzuhalten.

      SNB-Chef Prof. Dr. Thomas Jordan sowie sein Doktorvater und Spiritus Rector, Prof. Ernst Baltensperger, haben bei Einführung des Mindestkurses immer wieder behauptet, die SNB könne „unbeschränkt“ Geld drucken und damit Euros kaufen. „Die SNB hat keine Limiten, den Franken zu schwächen“ behauptete Baltensperger in der NZZ (Das war sogar der Titel seines Interviews).

      In seinem Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel wiederholte Jordan noch und noch, die SNB könne „Geld drucken“ und damit die Schulden der SNB jederzeit bezahlen.

      Jordan betrachtete demnach Notenbankgeld als „Liquidität“ bzw. als „Vermögen“ und damit logischerweise als „Eigenkapital“ der SNB. Denn ein Vermögenszuwachs ohne Schulden (d.h. „aus dem Nichts“) wäre gleichbedeutend mit einem Zuwachs an Eigenkapital.

      Ergo beging SNB-Chef Jordan den Kapitalfehler (im wahrsten Sinne des Wortes) und verwechselt Fremdkapital und Eigenkapital der SNB miteinander.

      Könnte die SNB tatsächlich „Liquidität“, bzw. Vermögen bzw. Eigenkapital aus dem Nichts schöpfen, wie die SNB meint, so hätte die SNB tatsächlich „keine Limiten“.

      Das ist aber Illusion.

      Dieser Hintergrund macht deutlich, dass Jordan bis Mitte Januar 2015 nicht verstand, wovon er sprach. In jenen Tagen muss aber ein Umdenken in den Köpfen des SNB-Direktoriums stattgefunden haben.

      Am 14. Januar 2015 (einen Tag vor Aufhebung des Mindestkurses) schrieb ich im Beitrag „Unseriöser Schenkkreis SNB“ auf Inside Paradeplatz:

      „Wie naiv muss man sein, um zu behaupten, die SNB habe “keine Limiten”, wie Baltensperger das tut, beziehungsweise die SNB könne “Geld aus dem Nichts schaffen und damit alles bezahlen”, wie SNB-Chef Thomas Jordan das tut? Sind wir Schweizerinnen und Schweizer denn von allen guten Geistern verlassen, den SNB-Professoren in den Abgrund zu folgen?“

      Ich schloss:

      „Ich kann der SNB nur nochmals den Rat geben, nun sofort aus ihrem Schenkkreis-Geschäft auszusteigen. Auf keinen Fall soll sie uns noch tiefer ins Schlamassel ziehen mit Doppelmindestkursen und dergleichen. Die SNB soll auf jegliche Art von Mindestkursen verzichten.“

      Am Tag nach diesem Plädoyer gab die SNB den Mindestkurs auf.

      In den Wochen und Monaten zuvor hatte ich in zahlreichen Artikeln auf Inside Paradeplatz deutlich gemacht, dass die SNB nie und nimmer „Geld aus dem Nichts schöpfen“ könne (siehe u.a. „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“).

      Möglicherweise haben all diese Artikel etwas genützt und die SNB-Führung zur Raison gebracht.

      Allein die Aufgabe des Mindestkurses beweist, dass die SNB-Führung ihre Illusion abgelegt hat, wonach sie „keine Limiten habe, den Franken zu schwächen“, wie sie das bei Einführung des Mindestkurses noch behauptet hatte.

      Ich komme also zum Schluss, dass die SNB-Direktion bei Einführung des Mindestkurses sich in der Illusion befand, sie habe keine Limiten, weil sie Banknoten fälschlicherweise als Vermögen und damit als Eigenkapital der SNB betrachtete.

      Nach und nach ist der SNB-Führung aber klar geworden, dass sie ihre Eurokäufe in Tat und Wahrheit im Gegenteil mit Fremdkapital (Staatsschulden) finanziert. Es muss ihr klar geworden sein, dass sie ihre Kreditgeber und damit die ganze Schweizer Volkswirtschaft mit ihrer Verschuldung in grosse Bedrängnis führt. Diese kann bis hin zum Konkurs der Grossbanken, Kantonalbanken, PostFinance, Pensionskassen, Krankenkassen usw. führen (im Falle einer „unbeschränkten“ Verschuldung der SNB).

      Wenn nun die SNB diese Gefahr eingesehen hat, so sollte sie m.E. ehrlich sein, und dazu stehen. Wir sind eine Demokratie. Aber die SNB verheimlicht ihren vorangegangen Irrtum immer noch und hofft, diesen „unter den Teppich zu kehren“.

      Nun noch kurz zu Ihrer interessanten Frage, wie die Fed sich finanziert. Da meine Antwort bereits lang ist, möchte ich mich kurz fassen:

      Ich habe diesbezüglich bereits zwei Artikel geschrieben: Einen im Jahre 2001 in der Weltwoche. „Warum Greenspan und Co sich irren“.
      http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2001-35/artikel-2001-35-warum-sich-green.html

      Den zweiten auf Inside Paradeplatz „Zentralbanken, die gigantischen Kreditwaschanlagen“
      https://insideparadeplatz.ch/2013/02/27/zentralbanken-die-gigantischen-kreditwaschanlagen/

      In diesen Artikeln zeige ich, dass die Notenbanken ihre Volkswirtschaften nur soviel Kredit gewähren können über die Aktivsseite ihrer Bilanz, wie sie diesen über ihre Passivseite entnehmen. Das gilt für geschlossene Volkswirtschaften.

      In den USA ist es so, dass die Fed sich auch in den USA bei Kreditinstituten refinanziert (Links finden Sie im Artikel „Zentralbanken – gigantische Kreditwaschanlagen“.)

      Da zudem US-Dollarnoten zu 50 Prozent weltweit zirkulieren, bedeutet das, dass die Fed bei einer Geldemission per saldo weltweit Kapital aufnimmt. Und da die Fed ausschliesslich in den USA investiert, folgt, dass eine Expansion der Geldmenge durch das Fed zu einem Kapitalimport in die USA führt. Das bedeutet eine Entspannung bei den US-Zinsen.

      Auch die EZB verschuldet sich innerhalb der Eurozone und legt dieses Kapital überwiegend in der Euro-Zone an. Eine „Quantitative Lockerung“ durch die EZB ist somit ein „Null-Summen-Spiel“. Die EZB kann nicht Kapital schaffen – sie kann lediglich Kapital umverteilen (reinwaschen). D.h. sie wirft gutes Geld schlechtem nach (beschrieben im Beitrag „Zentralbanken – die gigantischen Kreditwaschanlagen“).

      Ganz anders als bei Fed und EZB verhält es sich bei der SNB. Diese legt nur 1 Prozent ihres Vermögens im Inland an und ist somit in der Schweiz niemals ein „lender of last resort“, sondern vielmehr ein „borrower of last resort“.

      Die SNB betreibt also bei einer expansiven Geldpolitik einen exorbitanten Kapitalexport zulasten der Schweiz und zugunsten des Auslandes. Das ist aber nicht ihr Auftrag und schadet der Schweizer Volkswirtschaft.

      Diesen Vorwurf machte ich der SNB schon im Jahre 1996 in meinem ganzseitigen Artikel in der Finanz und Wirtschaft: Die SNB-Investitionspolitik ist zu überdenken“. (3. Januar 1996)

      Übrigens schrieb dann einige Monate später Phillip Hildebrand ebenfalls einen ganzseitigen Artikel in der FuW („Die Chance zum Wandel nutzen“), wo er das Gegenteil dessen behauptete, was ich geschrieben hatte. Er propagierte einen volkswirtschaftlich unsinnigen Kapitalexport der SNB zwecks Gewinnmaximierung der SNB.

      Seine Fehlspekulationen im Jahre 2010 führten dann zum Dilemma, in dem sich die SNB heute noch befindet.

      Ich hoffe, das in der Eile einigermassen verständlich erklärt zu haben.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @Marc Meyer, Dr.

      Herzlichen Dank! Vieles ist nochmals deutlich klarer geworden.

      Da die gesamte Finanzwelt an verschiedenen Fronten zurzeit zunehmend in Schieflage gerät, bleibt zu hoffen, dass nach einem Schock pragmatisch international zusammengearbeitet wird–alle Beteiligten sind so stark ineinander verstrickt, dass wohl nur internationale Abmachungen verhindern könnten, dass nicht durch einseitige Massnahmen Guthaben wertlos werden. Die Schweiz hat sich u.a. mit der SNB zwar in grosse Abhängigkeit gegenüber dem Ausland gebracht, doch geht die Abhängigkeit sicherlich auch in die andere Richtung.

      Ich sage mir, lieber wird 30% des Vermögens möglichst allen kontrolliert weggenommen (siehe Zypern), um die Währungen und Staaten wieder auf eine solide Basis zu stellen, als dass im Chaos alle wieder bei einem Grundbetrag anfangen müssten. (wie in Deutschland 2x geschehen)

      Leider sieht man im Tagesgeschäft das Fundament des Geschäfts nur selten so deutlich, wie Sie dies tun. Das erklärt mir den konstanten Optimismus der meisten Marktteilnehmer.

      Freundliche Grüsse,

      Ein Anleger

  11. Danke, Herr Dr. Meyer. Steter Tropfen höhlt den Stein, hoffentlich. Ich denke allerdings, dass in weitesgehender Absenz von grundlegenden Kenntnissen der Doppelten Buchhaltung bei der Mehrheit der Bevölkerung (inkl. bei Juristen, Oekonomen und Werbern/Textern, welche die SNB-Geschäftsberichte verfassen) solch schludrige, verwirrliche und schlicht falsche Begriffsverwendungen nicht auszumerzen sind. (Nähme mich echt wunder, wer den Geschäftsbericht gegenliest…) – Und der oberflächlich gebildete Journalist, der jeden Tag effizient sein „Werklein“ abliefern muss, merkt bzw. versteht auch nichts und übernimmt den Käse, womit dieser dann in den Massenmedien dem ganz breiten Publikum verklickert wird. – Und weil es von der Nationalbank kommt, muss es ja wahr sein…
    – Wie hiess doch einmal ein Buch, welches vor ca. 25 Jahren kurz für Furore sorgte?: Nieten in Nadelstreifen.

    • @Häschen

      Ja. Es ist wirklich so, dass die Geschäftsberichte und auch Finanzberichte der SNB seit Jahren „schludrig“ sind. Vermögen und Schulden der SNB werden kontinuierlich miteinander verwechselt.

      Gemäss Geschäftsbericht (S. 193) wurde der Finanzbericht (Geschäftsbericht S. 117 – 193) sowohl vom Bankrat (27. Februar 2014) als auch vom Bundesrat (13. März 2015) genehmigt.

      Und genau in diesem Finanzbericht werden die Verbindlichkeiten der SNB regelmässig irreführend als Guthaben der SNB dargestellt. Dabei geht es um über 300 Milliarden Franken Staatsschulden, die irreführend als Vermögen deklariert werden.

      Allein auf S. 147 des Finanzberichts werden die Verbindlichkeiten der SNB in einem einzigen Abschnitt sieben Mal als „Guthaben“ anstatt als „Verbindlichkeiten“ bezeichnet.

      Und diesen vor Fehler strotzenden Finanzbericht haben gemäss Geschäftsbericht (S. 117) sowohl der Bankrat als auch unser Bundesrat bereits genehmigt.

      Man muss sich unweigerlich fragen, ob denn unser Bundesrat diesen Finanzbericht überhaupt durchgelesen hat. Oder ist es dem Bundesrat schlicht und einfach egal, ob die SNB nun über 300 Milliarden Franken Schulden hat oder nicht?

      Weiss der Bundesrat überhaupt, wie eine Bilanz zu lesen ist – insbesondere jene der systemrelevanten Nationalbank?

      Und dieser irreführende und „schludrige“ Finanzbericht soll nun den Aktionären an der GV der SNB vom kommenden Freitag in Bern zu Genehmigung vorgelegt werden.

      Es ist auch tatsächlich so, dass der Grossteil der Wirtschaftsjournalisten in der Schweiz liederliche Analysten sind. Sie sind zu bequem oder gar zu faul, um der Sache auf den Grund zu gehen. Noch wichtiger: Sie wollen keinen Stress. Also kolportieren Sie die unwahren Angaben der SNB.

      Das gilt insbesondere für die NZZ und das Schweizer Fernsehen.

      Teilweise auch verständlich – denn wer es wagt, sich mit der SNB anzulegen, der muss mit Repressionen rechnen. Und welcher Journalist will am Ende des Tages schon seinen Job weghaben, nur weil er die Nationalbank kritisierte?

      Das Märchen von der angeblichen Geldschöpfung aus dem Nichts, das Herr Jordan und sein Doktorvater, Ernst Baltensperger, immer wieder predigen, macht alle blind – es gibt keine ernst zu nehmende Kontrollinstanzen in Sachen SNB mehr.

      Alle vertrauen darauf, dass die SNB ja Geld drucken und damit alles bezahlen könne. Also erübrigt sich eine Kontrolle.

      Auch die FINMA ist zu einem Totalausfall geworden, wenn es um die Kontrolle der systemrelevanten SNB geht.

      Die SNB ist ja zudem „unabhängig“, was diese selber mit „unfehlbar“ gleichsetzt.

      Mit freundlichen Grüßen

      Marc Meyer

  12. Lieber Herr Dr. Meyer

    ich habe neulich nach einem Vortrag dem Referenten explizit dafür gedankt, dass er in seinem Vortrag die „Devisenreserven“ der SNB nicht als RESERVEN bezeichnet hat.

    • @Stiller Beobachter

      Danke.

      Irreführende Terminologie sind eines der grössten, wenn nicht gar das grösste Problem in der Volkswirtschaftslehre im Allgemeinen und in der Geldtheorie im Speziellen.

      mfG

  13. Ich nehme mal an, auch die SNB hat eine externe Revisionsstelle, welche die Bilanz prüft und allfällige Unstimmigkeiten aufdecken muss. Was sagt denn diese zu Ihren Anschuldigungen? Und wieso klagt eigentlich niemand, wenn die Bilanz offensichtlich irreführend sein soll? Da sollten doch etliche Fachleute hellhörig werden.

    • @ Arthur Spieser

      Sehr geehrter Herr Spieser

      Danke. Korrekt. Die Revisionsstelle der SNB sollte solche Fehler beanstanden. Aber das tut sie nicht.

      Auf Seite 151 des Geschäftsberichtes beziffert die SNB die „übrigen Sichtverbindlichkeiten“ (Ziffer 12) mit 33 Milliarden und die „Girokonten ausländischer Banken und Institutionen“ mit 17 Milliarden Franken.

      Diese beiden Zahlen addiert sie in der aggregierten Bilanz auf S. 148 zu „Übrige Guthaben auf Sicht“ 50 Milliarden Franken.

      „Verbindlichkeiten“ plus „Verbindlichkeiten“ werden bei der SNB mirakulös zu „Guthaben“.

      Ich habe schon oft auf Irrtümer im Geschäftsbericht hingewiesen. Bisher leider ohne Erfolg.

      Beispielsweise bezeichnet die SNB Notenbankgeld auch immer wieder als „Liquidität“ der SNB, d.h. als „Liquide Mittel der SNB. Auch das ist falsch und ich habe schon diverse Male an der GV der SNB in Bern darauf hingewiesen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Marc Meyer