Black Monday: EU-Banken ziehen Schweiz runter

Italo- und Spanien-Institute proppenvoll mit PIIGS-Papieren – US-Hedgefunds verspekuliert – Ausfälle träfen UBS und CS.

Japan gab heute früh den Takt an. Der Abwärtstrend beim Nikkei-Index nach dem Griechen-Nein beschleunigte sich nach Börsenstart.

Nun droht an Europas Börsen ein Einbruch. Vor allem Banken sind gefährdet. Grosse EU-Kreditinstitute sind viel stärker in Griechenland engagiert als vermutet.

Kippt der Inselstaat, kann es zum Domino-Effekt kommen. Die grossen Schweizer Banken, allen voran UBS und CS, sind als globale Too-Big-To-Fail-Banken aufs Engste verlinkt mit dem System.

Beide helvetischen Grossbanken, die immer noch viel zu gross für das kleine Land sind, sind Gegenparteien von EU-Banken.

Hinzu kommen die grossen Hedgefunds aus den USA und England, die auf Athen setzten. Auch bei diesen könnte es nun zu Ausfällen kommen.

Und auch da wären die Banken als Kreditgeber für die grossen Wetten dieser Investoren betroffen. Sowohl die UBS als auch die CS zählen die global operierenden Hedgefunds zu ihrer Klientel.

Diese angelsächsisch beherrschten Grossinvestoren nehmen bei den globalen Banken billig Geld auf und setzen dieses auf eine Karte.

In den letzten Monaten stark auf Griechenland. Die Risikoaufschläge nahmen lange Zeit ab, weil der Glaube vorherrschte, dass das Gröbste überstanden sei.

Nach dem klaren Nein der Bevölkerung zur Sanierung nach EU-Vorstellungen steht das Land am Abgrund. Die Lage hat sich in den letzten 5 Jahren, seit Griechenland faktisch Pleite ist, verschärft.

Dass Griechenland keine Gefahr mehr für das globale Finanzsystem bedeutet, wie das zuletzt von vielen behauptet wurde, ist entsprechend eine Mär. Sonst gäbe es keine Panik unter den Investoren.

Doch diese ist mit den Händen zu greifen. Erinnerungen an den Black Monday von 1987 werden heute wach.

Am 19. Oktober krachten weltweit die Börsen um 20 und mehr Prozent. Grosse Vermögen wurden an einem Tag vernichtet.

Mit solchen Tauchern ist nicht zu rechnen. Wie am Montag vor einer Woche, als das Referendum angekündigt war und die Börsen dieses einschätzten, ist von einstelligen Einbrüchen auszugehen.

Aber nicht, weil die Lage weniger dramatisch ist; sondern weil die Welt weiterhin mit massiven Stützungsaktionen der Zentralbanken rechnet.

Niemand in der westlichen Welt will den Crash. Vor allem die USA nicht, die seit Wochen hinter den Kulissen Europas Polit-Elite zu einem Schuldenschnitt drängen.

Der heute früh angekündigte Rücktritt des streitbaren Finanzministers der linken griechischen Regierung, Janis Varoufakis, könnte den Weg für neue Verhandlungen mit der EU freimachen.

Der Deal wäre, dass die EU die Hunderten von Milliarden Schulden Griechenlands für eine derart lange Zeit stundet, dass der Schritt faktisch ein Verzicht bedeuten würde.

Das würde Griechenland den Neuanfang erleichtern – und die Märkte beruhigen.

Die Angst der Investoren hängt mit den immer noch gigantisch hohen Ausständen der EU-Banken bei den sogenannten PIIGS-Ländern zusammen, also Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien.

Laut einer spezialisierten Webseite türmen sich die Guthaben der dreizehn am stärksten exponierten EU-Finanzhäuser in den fünf PIIGS-Ländern auf fast drei Billionen Euro.

In Milliarden sind das 3’000. Die Summe entspricht drei Mal der Grösse der gesamten UBS oder jener der Credit Suisse.

Allein die italienische Krisenbank Monte dei Paschi di Siena ist mit über 200 Milliarden gegenüber staatlichen und privaten Schuldnern in diesen EU-Ländern investiert.

Monte dei Paschi musste selber wiederholt vom Staat und ihren Aktionären gerettet werden. Es handelt sich um eine Krisenbank, die ihrerseits eng vernetzt ist.

Beispielsweise mit den beiden italienischen Grossbanken  Unicredit, an deren Mailänder Sitz bis 2010 der heutige UBS-Chef Sergio Ermotti ganz oben war, und der Turiner  Intesa Sanpaolo.

Die Unicredit hat gemäss der Auflistung totale private und staatliche Ausstände gegenüber den PIIGS-Staaten über 382 Milliarden Euro, die Intesa gar 428 Milliarden.

Summen, die jedes Vorstellungsvermögen übertreffen.

Ausser, man setzt sie in Relation zu den Guthaben von spanischen Banken, die in den Krisen-EU-Staaten besonders engagiert sind. Dann befinden sich die Italiener-Banken in bester Gesellschaft.

So hat der grosse Banco Santander 400 Milliarden an Krediten und Guthaben ausstehend, bei der BBVA sind es 388 Milliarden.

Es sind diese Dimensionen, welche den Spitzen der Zentralbanken und der führenden EU-Staaten den Schlaf rauben.

Ihre nächsten Beschlüsse werden entscheiden über Crash oder kein Crash.

Mit Risiken und Nebenwirkungen für die UBS und die CS.

Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

  1. Banken lernen es heute immer noch nicht, die obersten der Banken gehen heute noch über Leichen und verkaufen diese Produkte, nur damit sie ihre eigenen Taschen füllen können.

  2. So viel unqualifizierte Aussagen und Vermutungen in einem Artikel verpackt ist fast schon eine Leistung für sich. Die Realität ist schon über alle Berge und der Autor schwelgt noch in der Vergangenheit – Honne y soi qui mal y pense!

  3. M.E. sind die Griechenlandkrise und ein möglicher Dominoeffekt bereits in den Aktienkursen „factored in“. Vor einigen Wochen war ich in der Nähe von Japan und es ist schon so: Aus APAC-Sicht sind nicht nur Griechenland, sondern ganz Europa, Nebenschauplätze. Die EU nimmt sich viel zu wichtig und sieht alles aus der Froschperspektive. Einzig unsere SNB wird nun Probleme erhalten: Die euro-Buchverluste werden irgeneinmal realisiert werden müssen. Was dann tapferer Schwingerkönig aus dem Gürbetal (aka Jordan)? Und aus mit dem Phantasie-Traum „Staatsfonds“. In diesem Jahr wird es wohl eine Rekapitalisierung der SNB geben.

    • Sie könnten bez. der SNB Recht behalten. Sowas Dummes, was da von Hildebrandt und Jordan fabriziert wurde! Das wird das ganze CH-Volk schmerzen. Entweder gibt es einen Haircut bei den Guthaben der Geschäftsbanken bei der SNB oder die Kantone und die anderen Aktionäre müssen nachschiessen…, letzteres dürfte dauern.

  4. Jetzt können die Banken nur noch hoffen & beten, dass Merkel und Hollande weiterhin Kredite in das marode Griechenland pumpen. Dann aber heisst es für die CS und UBS „take the (credit) money and run“ ganz nach dem Motto „die letzten beissen die Hunde“. Schlussendlich war doch die ganze Griechenland Übung von Anfang an ein gigantisches Ponzi-System.

  5. Wenn man ein klein wenig sich mit der Börse beschäftigt, dann hätte man gewusst, dass es heute mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen „Black Monday“ gibt. Es fehlt dafür schlicht und einfach die wichtigste Kausalität hierfür: das nicht vorhersehbare Event.
    OK, wenn heute die Schlagzeile lautete „Merkel und Draghi: gemeinsamer Selbstmord durch Blausäure“ oder „China verbietet ab sofort Direktinvestitionen in den EU-Raum“ dann hätten wir einen gehabt …

  6. Banken, Fonds und Staaten die noch in Griechenland und griechischen Titeln investiert sind, sind selber Schuld. Hier ist kein Mitleid angesagt und eine Rettung ebenfalls nicht. Bei solche Investoren ist ein Konkurs ein Teil des bewusst eingegangenen Risikos. Leider kann man die Verantwortlichen Zocker noch immer nicht als kriminell verurteilen, weil Dummheit leider nicht strafbar ist. Obwohl Juristen Möglichkeiten fänden (Z.B. ungetreue Geschäftsführung etc.). Aber die ebenfalls dummen Richter lassen das nicht zu.

    • Alle so strohdumm rundherum, glücklich und unbehelligt… – gut bleibt auch dumpfbackenes Geschreibe weiterhin straffrei.

  7. Ich will ja nicht den Besserwisser spielen, aber 3000 Milliarden sind 3 Billionen, nicht Billiarden.
    1 Billiarde = 1000 Billionen

    • Wenn Sie im frühmorgendlich geschriebenen Artikel einen Fehler entdecken, so senden Sie doch Herrn Hässig einfach eine Mail oder eine SMS. Er korrigiert ihn dann umgehend.

      Anstatt den Platz hier mit solchen Kommentaren zu füllen…

  8. Es wird frisch föhlich weitergezockt mit geliehenem Geld und die FINMA schaut bei den Grossbanken weiter zu. Die FINMA sieht vor lauter Bäumen den Wald leider immer noch nicht !

    • @rfun: erstens schreibt man globi mit i und nicht mit y, und zweitens hat die figur gleichen namens tausenden von kindern ein lachen aufs gesicht gezaubert.
      die finma (furchtbar ideenlose nepotisten machtgeiler ausprägung) hat höchstens ein schaudern auf den visagen von tausenden von bankern verursacht.
      obwohl eigentlich keiner weiss, wie und was die genau beaufsichtigen – heritier-lachat die statuten der SP und branson die fx-reglemente in japan?!?

  9. Wer jetzt noch griechische Anleihen besitzt ist nichts anderes als ein Zocker. Das Land ist pleite und jeder weiss das eigentlich. Zu hoffen, dass die anderen EURO Staaten immer wieder Geld einschiessen kann man, ist jedoch ein gefährliches Zockerspiel. Diese Staatsobligationen von Griechenland haben den Charakter einer Option mit Endverfall. Alles oder nichts !

    • Besserwisser… Schon mal davon gehört, dass die Griechen in der letzten Restrukturierung ihre Anleihen in 25 Einzeltranchen gesplittet haben? Aufgrund der hohen Bankgebühren kam/kommt der Privatanleger hier gar nicht mehr raus!

  10. Was macht man mit fallierenden Banken? Eine Bad-Bank einrichten und alles ist in Butter.
    Warum ernennt man Griechenland nicht zum Bad-Land?
    Buchhalterisch alles in Ordnung. Und weiter gehts.

    • Ist wohl mehr ein blickartiger Aufhänger!!!
      Reiserische Titel ziehen eben besser.

  11. …und dann tickt ja auch bei der Deutschen Bank nicht alles so, wie man es gerne hätte…, ganz im Gegenteil.