Kann die SNB dank ihrem Notenmonopol stets Eigenkapital aufbauen?

Heute gibt die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihr Ergebnis für das erste Halbjahr 2015 bekannt. Erwähnenswert ist, dass die Eigenkapitalquote der SNB von über 50 Prozent vor 10 Jahren auf noch gut 5 Prozent gefallen ist. Das ist deutlich weniger als die SNB von den systemrelevanten Banken fordert. Wer aber ist systemrelevanter: Beispielsweise die ZKB oder die SNB?

Als Lehman Brothers Konkurs ging, löste das weltweit Schockwellen an den internationalen Finanzmärkten aus. Welche Schockwellen würde wohl ein Konkurs der SNB auslösen? Die SNB ist nicht nur zu einer Gefahr für die Schweiz geworden, sondern zu einer Gefahr für die Finanzmärkte weltweit.

Alarmierend ist, dass der Euro im zweiten Quartal sogar leicht fester tendierte. Der neuerliche Verlust der SNB im zweiten Quartal ist somit auf andere Risiken im Portefeuille der SNB zurückzuführen. Risiken, die öffentlich bisher „übersehen“ wurden und mit der Stützung des Euro nichts zu tun haben und vollkommen unnötig sind.

Die massiven Devisenbestände der SNB sind in dreierlei Hinsicht höchst riskant und unnötig:

Erstens besteht das Währungsrisiko. Wie gefährlich dieses sein kann haben wir am 15. Januar 2015 erleben müssen. Die SNB verlor an einem einzigen Tag über 50 Milliarden Franken. Seit Beginn der Euro-Stützungskäufe erreichen die Währungsverluste also über 70 Milliarden Franken.

Am 15. Januar besassen die Aktien der SNB vorübergehend keinen inneren Wert mehr. Haben das die kantonalen Finanzdirektoren überhaupt realisiert?

Zweitens kommen zu den Währungsrisiken die Schuldnerrisiken hinzu. Die SNB besitzt in ihrem Portefeuille massenweise Staatsanleihen von Ländern mit einem wesentlich schlechteren Rating als die Schweiz. Dazu gehören mit grosser Wahrscheinlichkeit auch Staatsanleihen von Griechenland. Um deren Kreditausfall zu vermeiden, wird jetzt ein weiteres „Rettungspaket“ von der EU geschnürt.

Seien wir ehrlich: Diese Staatsanleihen müssten mehr oder weniger abgeschrieben werden. Denn deren Zinsen können nur noch mit zusätzlichen Krediten bezahlt werden. Ein klassischer Abschreiber. Die Verluste der SNB sind somit noch viel höher, als die SNB sie im ersten Halbjahr ausweist. Alles andere ist „Sand in die Augen“ gestreut.

Drittens exportiert die SNB die ganze Wertschöpfung ihres Vermögens ins Ausland. Damit unterstützt die SNB ausländische Volkswirtschaften auf Kosten der Schweiz. Die SNB stärkt damit die direkten Konkurrenten unserer Exportindustrie. Die Opportunitätskosten der Auslandinvestitionen dürften ein Vielfaches der Kursverluste der SNB erreichen.

Die SNB hat mit ihren hochriskanten und unnötigen Auslandinvestitionen der Schweiz bisher einen Schaden in einem hohen dreistelligen Milliardenbetrag zugefügt. Wie lange soll das noch so weitergehen?

Wir haben in den vergangenen Jahren gute Zeiten an den Finanzmärkten erleben dürfen: Die Aktien sind gestiegen und die Zinsen gefallen. Kein Zweifel: Es werden auf die fetten auch wieder magere Jahre folgen, in denen die Zinsen steigen und die Obligationen- und Aktienmärkte korrigieren.

Wenn die SNB in den fetten Jahren Geld verliert, so ist zu befürchten, dass sie in den mageren Jahren erst Recht Verluste erleidet. Angenommen, die SNB würde in den nächsten Jahren nochmals gegen 100 Milliarden Franken Verluste erleiden. Was wären die Folgen? Das Eigenkapital der SNB würde deutlich in den negativen Bereich fallen.

Haarsträubend ist, wie die Medien ein solches Debakel der SNB schönreden. Gestern beispielsweise schrieb die „Wirtschaftszeitung“ NZZ allen Ernstes:

„Alarmierend muss das aber noch nicht sein: So bleibt eine Nationalbank selbst mit negativem Eigenkapital handlungsfähig, da sie dank dem Notenmonopol langfristig ja stets Eigenkapital aufbauen kann.“

Analysieren wir diesen Satz mit der enorm wichtigen Aussage bezüglich unserer Volkswirtschaft genau. Weshalb soll die SNB dank des Notenmonopols ihr Eigenkapital stets aufbauen können?

Wenn die SNB Banknoten emittiert: Was geschieht dann in der Bilanz der SNB? Wir müssen uns im Klaren sein, dass emittierte Banknoten (Notenumlauf) aus Sicht der SNB nicht ein Aktivum darstellen wie beispielsweise für eine Leserin oder einen Leser, sondern ein Passivum.

Wenn also eine Notenbank „aus dem Nichts“, Banknoten drucken könnte, so verlängerte sie auf diese Weise ihre Passivseite allein, das heisst ohne Verlängerung der Aktivseite. Dadurch würde das Eigenkapital der SNB nicht aufgebaut, sondern im Gegenteil noch negativer. Das wiederum heisst, das Eigenkapital würde noch mehr in den Negativbereich fallen.

Warum?

Negatives Eigenkapital bedeutet ja, dass die Passivseite länger ist als die Aktivseite. Wäre es der SNB also möglich, einseitig die Passivseite zusätzlich zu verlängern dank des Notenmonopols („aus dem Nichts“), so würde die Passivseite der SNB einseitig verlängert.

Folge: Das Eigenkapital der SNB würde keineswegs aufgebaut, wie die NZZ behauptet, sondern im Gegenteil zusätzlich in den Negativbereich fallen.

Nicht genug. Die SNB und die Medien begehen noch einen weiteren Überlegungsfehler. Sie bezeichnen Banknoten zudem als Zahlungsmittel der SNB respektive als „liquide Mittel der SNB“, kurz „Liquidität“ genannt.

Die SNB und viele Medien behaupten also, aufgrund des Notenmonopols könne die SNB ihre Aktivseite „aus dem Nichts“ einseitig verlängern. In einem zweiten Schritt könne die SNB mit dieser „selbst geschaffenen Liquidität“ (Aussage der SNB) ihre Schulden abbauen.

Zusammengefasst: In einem ersten Schritt verlängere die SNB dank des Notenmonopols ihre Aktivseite einseitig. In einem zweiten Schritt verkürze die SNB ihre Aktivseite, indem sie die neu geschaffene „Liquidität“ an den Gläubiger überweise und so ihre Schuld abbaue. Dadurch vermindern sich Aktiv- und Passivseite der SNB gleichermassen.

Resultat: Die SNB könne durch „Geldschöpfung“ ihre Schulden jederzeit abbauen. Das ist gleichbedeutend wie: Die SNB kann durch Geldschöpfung aufgrund des Notenmonopols ihr Eigenkapital aufbauen.

Wir sehen: Die Behauptung der NZZ von gestern, die SNB könne „dank des Notenmonopols ihr Eigenkapital stets aufbauen“, ist fern der Realität. Diese Aussage ist unüberlegt und einer Schweizer Wirtschaftszeitung unwürdig.

Die Leserinnen und Leser der NZZ scheinen dermassen unkritisch zu sein, dass die NZZ solche Behauptungen bezüglich der SNB seit Jahren wiederholen kann und nicht mit einem einzigen kritischen Leserbrief rechnen muss.

Was sind also die wahren Folgen negativen Eigenkapitals bei der SNB?

SNB-Chef Professor Doktor Thomas Jordan hat ja mehrmals klipp und klar gesagt, dass die SNB im Falle von negativem Eigenkapital die Bilanz der SNB nicht deponieren werde. Was bedeutet das für unsere Volkswirtschaft?

Die Deponierung der Bilanz ist ja keinesfalls eine „Schikane“ gegenüber dem Schuldner. Nein. Es handelt sich um einen Schutz für die Gläubiger. Setzt die SNB durch, dass sie ihre Bilanz bei Erreichen von „null“ Eigenkapital nicht deponieren muss, so entfällt damit der Schutz der Gläubiger der SNB.

Was sind die Folgen? Fällt das Eigenkapital der SNB in den negativen Bereich, so müssen deshalb die Gläubiger der SNB ihre Guthaben bei der SNB entsprechend wertberichtigen. Fällt das Eigenkapital der SNB beispielsweise auf minus hundert Milliarden Franken, so müssen die Gläubiger der SNB eine Wertberichtigung von 100 Milliarden Franken vornehmen.

Warum?

Bei negativem Eigenkapital der SNB ist das Vermögen der SNB kleiner als die Schulden der SNB. In diesem Fall kann die SNB ihre Schulden bei den Gläubigern nicht mehr vollständig zurückzahlen.

Die Behauptung der SNB, sie müsse nie Vermögen (Gold, Devisen, weiteres) verkaufen, um ihre Schulden zu bezahlen, das sie einfach Geld drucken könne und damit ihre Schulden zurückzahlen, ist falsch. Das Funktionieren der Offenmarktpolitik belegt, dass eine Notenbank ihre ausstehende Geldmenge nur reduzieren kann, wenn sie dagegen Vermögenswerte wie Gold, Devisen liefert. Sicher kann sie die Geldmenge nicht reduzieren, indem sie noch mehr Geld in den Umlauf bringt.

Die Behauptung, eine Notenbank müsse nie Gold verkaufen, ist falsch. Bereits jetzt ist das Gold der SNB kaum mehr durch Eigenkapital gesichert. Also wird sie Gold verkaufen müssen, wenn die Gläubiger das bei einer Überschuldung fordern.

Ein Vergleich: Angenommen, eine Bank gewährt einem Hausbesitzer eine Hypothek von 1,2 Millionen Franken. Fällt der Wert des Hauses auf eine Million, so muss die Bank den gewährten Hypothekarkredit um 200‘000 Franken wertberichtigen.

Sie darf diesen Hypothekarkredit auf der Aktivseite ihrer Bilanz nur noch mit einer Million bewerten. Das Haus muss verkauft werden, damit die Verluste der Gläubigerbank nicht weiter steigen.

Genauso verhält es sich mit den Guthaben der Banken bei der SNB. Gewähren die Banken der SNB einen Kredit von 120 Milliarden Franken, und die SNB kauft damit Devisen, deren Wert auf 100 Milliarden sinkt, so müssen die Banken 20 Milliarden Franken abschreiben. Die SNB muss ihre Bilanz deponieren und ihre Devisen und das Gold verkaufen.

Tut sie das nicht und das Eigenkapital der SNB fällt auf minus 100 Milliarden Franken, so müssen die kreditgebenden Banken ihre Guthaben bei der SNB um 100 Milliarden Franken wertberichtigen. Das kann zum Konkurs von Grossbanken, Postfinance, Kantonalbanken, Pensionskassen, Krankenversicherern führen.

Wollen wir das?

Um das zu verhindern, müssen die Kantone die Nationalbank bei negativem Eigenkapital entsprechend rekapitalisieren. Die Kantone erhalten also nicht nur kein Geld mehr von der SNB, sondern die Steuerzahler müssen Geld in die SNB einschiessen.

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Kommentare

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  1. @escher, Hr. Dr. Meyer

    Herzlichen Dank für Ihre Antworten.
    Evtl. diskutiert man etwas im Kreis und meint dasselbe?
    Herr Escher hat ja glaub nicht behauptet dass die SNB Schulden abbaut, da sie ja nur eine Passivposition tauscht.
    Ebenso kann sie auch damit das EK nicht aufbauen. (Was auch niemand behauptet.)
    Wie Herr Dr. Meyer korrekt sagt, kann man EK nur durch Kaperhöhung oder Gewinne aufbauen.

    Nun muss man halt einfach weiter die Bilanz ausdehnen und die grössten Position kaufen damit die steigen in relation zu den geprinteten CHF. Acheter alles, im Börsenjargon.
    Die Bk. of China hat die nächste Runde des competetive Devaluation eröffnet. (Beggar thy neighbour in der Amtsprache unserer Beschützer.)
    Just the beginning und ein Desaster für die Wirtschaft des Westens. Nächste Abwertungen und QE’s werden bald folgen. Reihenfolge: Japan, Thailand, SNB, am Schluss auch Fed.
    Die Devisenpositionen der SNB werden solange sie in dieser Form besteht nie verkauft. Im Gegenteil, sie werden exponentionell explodieren.
    Der neue Wurf wird irgendwann QE for everybody. jedem Bürger seinen Trabi. Wie bei den Kolkosen, der Staat/Notenbank bestimmt mittels Kapitalallokation/Kosten ob Kanonen oder Butter produziert wird.
    Die SNB wird Ihre Abwertungspolitik bald auf neue Währungen ausdehnen wie den Yuan, da die Schweizer Wirtschaft ja nicht nur gegenüber den Deutschen konkurrenzfähig bleiben muss. Dies wurde von Herrn Baltensperger, dem Einflüsterer von Hernn Jordan bereits vor einiger Zeit kommuniziert. (Notenbank muss gegen einen handelsgewichteten Basket abwerten).
    Gegen das ist ja wisschenschaftlich auch schwierig zu argumentieren.
    Diversifikation der Risiken, Devisenanlagen, etc. wird’s dann im Fachjargon heissen.
    Natürlich können solche Massnahmen nur jeweils im Höhepunkt der Krise verkauft werden, was so in nem halben Jahr der Fall sein dürfte.
    „Es geht nun einfach nicht mehr anders.“ (Siehe Internet bubble burst, 2007/08, etc etc.

  2. @Escher:

    Nochmals:

    Die SNB kann mit Giroguthaben keine eigenen Schulden abbauen.

    Warum? Weil bei einem Schuldenabbau die Bilanz verkürzt wird. Emittiert die SNB aber Notenbankgeld, so wird die SNB-Bilanz verlängert.

    Die Schulden der SNB werden dadurch nicht abgebaut, sondern im Gegenteil erhöht.

    Ihre „Belehrung“ an hbs ist somit falsch.

    Sollte nicht allzu schwer sein, zu verstehen.

    mfG

  3. @Herr Dr. Meyer,

    Sorry dass ich nochmals nachfrage, aber bin nicht sicher ob ich das richtig verstehe.

    Aber wenn ich ich sonstwo (Bank, Post, anderer Firma) eine Schuld einfordere, bekomme ich diese ja in CHF, sagen wir bar ausbezahlt. Sicher habe ich kein Zugriff auf die Assets, ausser bei ner Konkursverwertung nach Kollokationsplan, bzw bei nem Collateralized debt. (Auch nur bei Nichterfüllung der Obligation.)

    Ist es nicht anders bei der Zentralbank, da der Notenumlauf bei der Zentralbank ne Passivposition ist, auch bestehen bleibt, sprich es ein Tausch einer Passivposition ist bei der Notenbank?
    (In etwa so wie wenn bei der Bank meine Kassenobli fällig wird und auf mein Kontokorrent gutgeschrieben wird?

    MfG

    • @hbs

      Sie haben das richtig verstanden. Eine Bank kann jederzeit ihr Sichtguthaben beziehen (über 4%), und zwar in CHF. Sie bekommt dann dafür auf Wunsch frische CHF Noten. Davon kann die SVB jederzeit soviele Drucken wie sie will, denn sie hat dafür das Notenmonopol. Alternativ kann die SNB auch Schuldverschreibungen ausgeben, sog. SNB Bills. Auch diese reduzieren das Giroguthaben.

      Anders sieht es bei dem Teil der Giro-Guthaben aus, die als Repogeschäft abgeschlossen wurden. Hier gaben die Banken Wertschriften als Sicherheit (gegen eine Girogutschrift) und diese bekommen sie Ende der Laufzeit auch wieder zurück.

      Herr Meyer bestätigt das ja auch in seiner Antwor

    • @hbs

      Notenbankgeld ist Geld (Zahlungsmittel) aus Sicht der Banken. Sie dürfen damit Devisen kaufen. Die SNB muss liefern.

      mfG

    • @ Escher

      Nein

      Verdrehen Sie meine Worte nicht.

      Wissen Sie was ein Devisengeschäft ist?

      MfG

  4. @ Herr Dr. Meyer,

    Eine Frage: Hat der Jordan nicht insofern Recht, dass eine Bank ja nur den Betrag auf dem Girokonto „einfordern“ kann, welcher dann in physischen Noten beglichen würde? Was ja bei der SNB ein Tausch vom der einen Passivposition in die andere zur Folge hat, aber keine Auswirkung auf die Aktivseite, bzw. Verkürzung der Bilanz?

    Die von Ihnen beschriebene Kürzung der SNB Bilanz kann doch nur von der SNB selbst veranlasst werden?
    Verkauf Assets, Rückzahlung Guthaben, etc etc.
    (Deswegen kann, bzw. darf eine Notbenbank auch ihre Bilanz nicht mehr verkürzen, das sonst alles um die Ohren fliegt. Kredite müssten zurückbezahlt werden, Assets verkauft, etc etc. sinkende Assetpreise, Kreditkosten explodieren, etc etc.
    Das ganze Wirtscharftssystem hat ja gar kein Eigenkapital mehr um eine Kontraktion der Aktiv(Asset)seite der Bilanzen abzufedern. Heutzutage kauft man ja schon den Radiowecker im Interdiscount auf Leasing….

    Wenn man konservativ bilanzieren würde, hätten alle Banken 10-20 % negatives Equity. Da stehen immer noch Milliarden von intangibles drin. Schon beim Internet bubble wurde wertloses Zeugs in Cayman Island Vehikel geswapped. Somit mussten Banken die Kredite nicht mehr mit EK unterlegen. Der Fond besitzt dann einfach 100% vom Issue, etc. Gemäss einem Modell gibt es dann einfach „Mark to model“. Worst case gibt es noch ne Garantie von ner Zentralbank.

    Herzlichen Dank für Ihre Antwort.

    • @hbs

      Gemäss Nationalbankgesetz Artikel 18 hat die SNB lediglich das Recht 4 Prozent von den kurzfristigen Verbindlichkeiten der Banken als Mindestreserve einzufordern.

      Die Banken habe jederzeit das Recht, ihre überschüssigen Guthaben bei der SNB abzubauen bis auf das Mindestmass von 4 Prozent.

      Momentan halten die Banken den 26-fachen Betrag bei der SNB. Diesen dürfen sie jederzeit reduzieren, wenn sie wollen, insbesondere wenn die SNB darauf sogar Negativzinsen erhebt.

      Die SNB muss ihre Schulden genauso zurückbezahlen wie die anderen Schuldner und der Staat auch.

      Somit kann die Kürzung der SNB-Bilanz auch von den Banken ausgehen. Da es sich um Giroguthaben handelt, sind diese zudem auf Sicht, d.h. sofort rückforderbar, wenn die Banken das wollen.

      Dürften die Banken ihre überschüssigen Guthaben bei der SNB nicht mehr auf eigenen Initiative abziehen, so wären das ja gar keine Guthaben der Banken mehr.

      mfG

      P.S.

      Herr Jordan soll doch bitte zeigen, wo im Gesetz geschrieben steht, dass die Banken einmal bei der SNB angelegte Guthaben von den Banken nicht mehr zurückgefordert werden dürfen.

  5. @ Hardy, Dr. Meier

    Frage:

    Ist rechtlich/technisch bei der SNB die Situation anderst als bei der Tschechischen/FED/EZB/BoJ/Reichbank/Zimbabwe/Argentinien etc Nationalbank?

    Ich meine das Münzregal ist ja meines Wissens eidgenössisch. Die SNB nicht, zumindest nicht direkt.
    Aber der Emittent der Noten ist ja schon die SNB.
    Der Schweizer Franken ist legal tender in der Schweiz, sprich Obligationen müssen in dieser Währung beglichen werden. (Somit ist das Geldmonopol ja wohl an die SNB ausgelagert. Zumindest scheint es ja jedem anderen Objekt nicht erlaubt zu sein CHF zu produzieren.)
    Am Schluss hat der Herr Hardy ja sicher Recht, spielt wohl keine Rolle.
    Aber rein technisch/rechtlich: Beim von Herrn Dr. Meyer / Jordan diskutierten Sachverhalt; bräuchte es zum von Herrn Hardy beschriebenen weiterexistieren mit negativem equity, Bilanzausweiten, Geldprinten, etc ala Tschechische Nationalbank Aenderungen des Nationalbankgesetz, Gesetze, Verfassung, etc?

    Herzlichen Dank für Ihre Antwort.

    • @hbs

      Nein, der Hardy hat sicher nicht Recht mit seinem wirren Staatspapiergeld.

      Die SNB hat als Schuldnerin nicht mehr Rechte als andere Schuldner. D.h. auch die SNB muss ihre Schulden abbauen, wenn das die Gläubigerbanken wollen.

      mfG

    • Genau, Herr Meyer. Die SNB bezahlt auf Verlangen die Sichtguthaben aus, und zwar mit dem anerkannten und gestzlichen Zahlungsmittel, wie jeder andere Schuldner auch: Mit CHF.

      Wie sie darauf kommen, dass die SNB (als einziger Schuldner) ihre Schulden mit Aktiven bezahlen müsse, bleibt schleierhaft.

  6. Nachtrag I: Brief an SNB-Chef Prof. Dr. Thomas Jordan

    Offenmarkt- und Devisengeschäfte

    Sehr geehrter Herr Professor Jordan

    In Ihrem Grundsatzreferat „Braucht die Schweizerische Nationalbank Eigenkapital?“ sagten Sie u.a. auch folgendes:

    „Da es sich zudem bei den Noten und den Giroguthaben um gesetzliche Zahlungsmittel handelt, sind diese Verbindlichkeiten auch nicht im eigentlichen Sinne einforderbar, sondern können einzig – als gleichwertige gesetzliche Zahlungsmittel – gegeneinander getauscht werden.“

    Darf ich Ihnen in Erinnerung rufen, wie Offenmarkt- und Devisengeschäfte funktionieren?

    Offenmarktpolitik:

    Wie Sie wissen bringt eine Notenbank Geld in Umlauf, indem Sie „am offenen Markt“ z.B. Wertschriften, Gold, Devisen usw. kauft und dagegen Geld emittiert. Um Geld aus dem Wirtschaftskreislauf zurückzuziehen muss die SNB umgekehrt die zuvor gekauften Vermögenswerte wieder veräussern, wodurch das Notenbankgeld wieder an sie zurückfliesst.

    Bereits aus diesen einfachen Ausführungen geht hervor, dass Ihre Aussage nicht stimmt, wonach Noten und Giroguthaben nicht einforderbar seien. Doch, sie sind einforderbar: Die Bank hat Anrecht auf Herausgabe von Vermögenswerte durch die SNB, wenn sie dieser Notenbankgeld zurückgibt.

    Devisengeschäfte:

    Ein Devisengeschäft besteht darin, dass eine Devise (ausländische Währung) gekauft wird und dass die Schuld, die durch den Kauf dieser Devisen entsteht, in einheimischer Währung zu begleichen ist.
    Wenn also die SNB den Banken Devisen mit Kredit abkauft, so ist sie den Banken einheimische Währung, d.h. Franken schuldig.

    Soll das Devisengeschäft nun wieder rückgängig gemacht werden (Verringerung der Notenbankgeldmenge), so muss die SNB ihre Schuld in Franken tilgen, indem sie die zuvor gekauften Devisen wieder an die Bank zurückgibt.

    Die SNB muss ihre Schuld in Franken begleichen, indem sie Devisen (Euro, Dollar) liefert. Ist der Wert des Vermögens der SNB (in Devisen) unter Wert ihrer Schulden (in Franken) gefallen, so ist die SNB Konkurs. Sie kann ihre Schulden in Franken nicht mehr vollumfänglich begleichen.

    Sie sehen: Ihre Aussage, dass Notenbankgeld nicht einforderbar ist, stimmt nicht. Im Falle einer Expansion der Geldmenge durch Devisenkäufe muss die SNB Devisen verkaufen, wenn sie ihre Schulden in Franken abbauen will.

    Sehr geehrter Herr Jordan: Darf ich Sie in aller Höflichkeit bitten, Ihren Irrtum in ihrem Grundsatzreferat zu korrigieren? Dieser stiftet grosse Verwirrung.

    Danke und freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  7. @Jordan, Hardy, Escher

    Bei Offenmarktpolitik emittiert SNB Geld, indem sie Devisen Gold oder Wertschriften kauft.
    Verminderung Geldmenge invers.
    Konklusion: SNB muss Gold oder Devisen oder Wertschriften verkaufen.
    Referat Jordan falsch.
    MfG.

  8. @Escher und Hardy
    Bei Devisengeschäft muss Schuld mit anderer Währung bezahlt werden= Definition.

    SNB muss Schuld in Franken in Euro begleichen.
    MfG

    • Hallo Herr Dr. Meyer,

      Sie schreiben:
      „SNB muss Schuld in Franken in Euro begleichen.“

      Leider irren Sie sich.
      Wenn die SNB Franken-Schulden hat, dann kann der Gläubiger nur Franken von der SNB verlangen.

      Wenn Ihre Überlegungen richtig wären, dann hätten die Geschäftsbanken ja verhindern können, dass die SNB solche riesige Mengen Euro(-Anlagen) kauft.

      Die Geschäftsbanken konnten das aber nicht verhindern.
      Wenn eine Geschäftsbank ein Franken-Guthaben bei der SNB hat, dann kann die Geschäftsbank auch nur Franken fordern.
      Und die Franken kann die SNB jederzeit auszahlen.

      Freundliche Grüße!
      PS: Und nicht vergessen:
      http://blogs.faz.net/fazit/2015/04/05/zwoelf-jahre-lang-insolvent-und-trotzdem-quietschfidel-was-bedeuten-verluste-fuer-zentralbanken-1-5501/

    • @Hardy

      Nein Hardy

      Die SNB überzieht ihr Konto bei den Banken. Diese lassen das zu, weil die Schweizer Steuerzahler garantieren.

      Sie drehen sich im Kreis. Bei einem Devisengeschäft wird die Schuld in Franken mit Devisen getilgt.

      Das ist die Definition eines Devisengeschäftes.

      So einfach ist das.

      Bitte lernen Sie jetzt endlich einmal, wie Offenmarktpolitik funktioniert und was ein Devisengeschäft ist.

      mfG

    • Herr Dr. Meyer

      Denken Sie nicht auch, es wird langsam Zeit, dass Sie Ihren Denkfehler eingestehen?

      Die SNB muss prinzipell niemandem Devisen herausrücken um ihre Schulden in CHF zu begleichen. Sie kann ihre Schulden in CHF jederzeit in CHF begleichen, wie jeder andere CHF Schuldner auch. Und das kann sie dank Notenmonopol unbeschränkt und jederzeit tun, auch mit negativem Eigenkapital.

      Was Sie meinen sind Repogeschäfte, bei denen die SNB Devisen und Wertschiften als Sicherheit für eine Girogutschrift entgegennimmt. Da liegt es in der Natur des Geschäfts, diese Devisen und Wertschriften am Ende der Laufzeit auch wieder zurückzugeben.

  9. @student hardy

    Die einen (boese chinesen russen etc)
    Bauen gold auf als waehrungsreserven und verkaufen treasuries, euro yen etc.

    Die anderen (snb ezb fed boj boe) bauen gold ab und bauen eurostaatenschuldpapiere, ela, treasuries,
    Apple, etc etc auf.

    Die zukunft wird zeigen was richtig ist.

    • Sehr geehrter Havenstein,

      meine Beiträge beziehen sich auf die Geldtheorie und behandeln u.a. solche Fragen:

      Was ist Geld?
      Was sind Banknoten?
      Bei wem hat eine Zentralbank Schulden?
      Was bedeutet bei einer Zentralbank die Schuldenposition „Banknotenumlauf“?

      Das, was Sie ansprechen, ist eine andere Thematik.

      Zu keiner Zeit habe ich geschrieben, dass die SNB unbegrenzt Euro(-Anlagen) kaufen SOLLTE, ich habe geschrieben, dass die SNB unlimitiert Euro(-Anlagen) kaufen KANN, wenn sie es möchte.
      Selbst mit negativem Eigenkapital könnte die SNB immer noch kaufen, weil sie über Franken-Liquidität verfügen kann, wenn es gefordert wird, dann kann die SNB Franken auszahlen. Franken, das Geld des Staates Schweiz.

      Sie haben das Gold erwähnt. Wer Gold hat, der sollte auch in der Lage sein, es zu verteidigen.

      Im Ernstfall spielen dabei u.a. solche „Spielzeuge“ eine Rolle:

      http://www.gmx.net/magazine/panorama/waffen-zukunft-railguns-laserkanonen-kriegsschiffe-us-navy-30809326

      Aber das ist hier nicht mein Thema.

      Zurück zum Geld.
      Als Geldmaterial ist Gold überflüssig geworden. Über das Goldgeld sind die Staaten längst hinaus.
      Was die Staaten (ja, es sind die Staaten, die Geld herausgeben, es sind nicht die Zentralbanken) brauchen, ist ein Monopol-Produkt.

      Papier plus geeignete Sicherheitsmerkmale ergibt Monopol-Produkt.

      Muss es Papier sein? Nein, natürlich nicht, auch „hartes Material“ würde funktionieren, wenn man es denn mit dem nötigen Sicherheitsmerkmal versehen könnte.

      Und, sieh an, sieh an, da hat man doch tatsächlich einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht, wenn folgendes stimmt:

      http://www.mopo.de/geld/kunststoff-auf-euro-was-soll-der-blaue-ring-auf-den-neuen-5-euro-muenzen-,5066776,31394812.html

      Wenn diese Teile tatsächlich fälschungssicher sind, dann könnte man natürlich auch 1000-Franken-Stücke produzieren.
      Und 500-Franken-Stücke
      und 100-Franken-Stücke
      und 50-Franken-Stücke
      und 20-Franken-Stücke
      und 10-Franken-Stücke.

      Sehr geehrter Havenstein, und wissen Sie, was das Schönste ist?
      Das Schönste ist, dass die SNB diese Franken-Stücke exakt auf die identische Art und Weise einbuchen könnte, wie sie die Franken-Scheine einbucht:
      Kasse an Emission
      Und wenn die SNB dann solche Franken-Stücke auszahlt, dann entstünde bei ihr die bekannte Schuldenposition.
      Die SNB nennt diese Schuldenposition „Banknotenumlauf“.
      Das ist falsch, die richtige Bezeichnung lautet „Schulden beim Staat“.

      Warum das so ist?
      Es ist so, weil es in beiden Fällen Staatsgeld ist.
      Deswegen kann man es auch identisch verbuchen.
      Die materielle Form des Staatsgeldes ist dabei bedeutungslos.
      Ein geprägtes 100-Franken-Stück wäre keine Banknote, ein gedruckter 100-Franken-Schein ist ebenfalls keine Banknote.

      Ich drücke die Daumen, dass die neuen Teile sich bewähren, was die Fälschungssicherheit anbelangt.

      Vielleicht hört dann das dämliche „Banknoten-Banknoten-Geblöke“ endlich mal auf.

      Vielleicht wird dann endlich begriffen, dass es sich um Staatsgeld handelt.
      Die Franken-Scheine sind keine Banknoten, die Franken-Scheine sind Geldscheine. Münzen aus Papier, sozusagen.
      Staatsgeld. Geld des Staates Schweiz.

      Freundliche Grüße!

      PS: Ich empfehle die „Machttheorie des Geldes“ von Dr. Paul C. Martin.
      (Da schließt sich dann auch der Kreis zu den oben genannten „Spielzeugen“.)

  10. Ah, der putin! Den hab ich doch glatt vergessen. Der ist natuerlich schuld.
    (Muss ja ein gauner sein, wer auch noch geld verlangt fuer sein oel und gas!)

    Da koennen wir von glueck reden, dass wir im einflussbereich von wohltaetern sind. Ist ja nur zu unserem besten.

  11. Die SNB hat kein Notenmonopol.

    Ein Banknotenmonopol würde der SNB überhaupt nichts nützen. Würde die SNB Banknoten emittieren, dann könnte der Banknoten-Inhaber von der SNB auf Sicht eine Frankenzahlung verlangen.

    Für eine Hunderter-Banknote dürfte die SNB nicht einfach zwei Fünfziger-Banknoten überreichen.

    Banknoten der SNB wären keine Franken.

    Zentralbanken, und damit auch die SNB, haben ein viel, viel besseres Monopol.
    Zentralbanken haben das Monopol, Staatspapiergeld auszahlen zu dürfen.
    Zentralbanken haben eine Kreditlinie, die nicht limitiert ist.

    Das ist der Grund, weshalb Zentralbanken in „eigener Währung“ nicht illiquide nach außen werden können.

    Die SNB kann Franken-Forderungen der Geschäftsbanken immer erfüllen. Mit Papierfranken.

    Hat jemand Papierfranken, dann ist er kein Gläubiger der SNB, deshalb braucht die SNB auch nichts für Papierfranken herauszugeben.

    • @Hardy der Student

      So ein Unsinn. So ein Käse (hat Ihnen auch schon jemsnd geschrieben).

      Haben Sie von jemandem dren Auftrag, hier absichtlich Verwirrung zu stiften?

      Bitte hören Sie auf damit.

      Das „Konzept „Hardy, der Student“ ist sinnlos.

      MfG

    • Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Herr Dr. Meyer und ich sind uns einer Meinung. Hallelujah.

  12. Herr Dr meyer,
    Natuerlich haben sie recht. Aber das interessiert niemanden mehr. Die bundesverfassung ist nicht mal das papier wert.
    Die eu ist ein vassallenkonstrukt der usa.
    Und die ch ist da schon laenger dabei.
    Keine eigenen grenzen, keine armee, keine eigene waehrung, keine eigenen gesetze, etc.
    Ist ja offensichtlich. Abstimmungen sind eine farce und werden bei falschen ergebnissen einfach nicht umgesetzt.
    Ohne bewilligung vom chef ueber dem grossen teich kann man ja nicht mal mehr ein konto bei der sparkasse hinterfrutigen eroeffnen, etc. Wie die schafe ein paar von der cs gesponserte faehnlein schwenken am fussballmatch macht leider kein souveraener staat aus.

    • @hbs

      „Ohne bewilligung vom chef ueber dem grossen teich kann man ja nicht mal mehr ein konto bei der sparkasse hinterfrutigen eroeffnen…“

      Der ist gut.

      Also halten wir dagegen!

      Einen schönen Tag wünscht Ihnen

      Marc Meyer

    • @ Marc Meyer und @hbs

      .. dann versuchen Sie es doch mal bei den Russen. Zusammen mit unserem Sportminister und Sepp Blatter könnten Sie den Bückling vor Putin üben und ihm für seine Errungenschaften gratulieren! Wir sind ja neutral, was hält Sie denn zurück? Villeicht können Sie dann die Geld- und Goldschöpfung der Russischen Zentralbank studieren. Das wäre doch ein Alternativmodell.

      mfg
      Harry

  13. Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

    aber zumindest die Schwächung des Sfr. hat der Herr Jordan wirklich wunderbar hingekriegt, heute EUR/CHF 1,0720 – Chapeau !
    Damit dürften die Verluste im Devisengeschäft der Vergangenheit angehören, denn bei Euro-assets von 240 Mrd. sind das knapp 5% , also schon mal 12 Mrd SFr. Währungsgewinn.
    Beim USD siehts noch besser aus, gegenüber CHF/USD 91,65 stehen wir heute bei 98,00, das wären dann bei 120 Mrd USD nochmal rund 10 Mrd. SFr.
    Natürlich sind andere assets wie Aktien etc. durch die Schwächung des Franken mindestens stabilisiert, auch bei Kursverlusten. Sollten da Derivate im portfolio schlummern, die bei Frankenschwäche zünden, geht noch was nebenbei.
    Ich schätze mal, daß Herr Jordan bereits im nächsten Quartal zusammen mit seinen sonstigen Betriebsgewinnen 25 Mrd SFr. Gewinn ausweist und dann den Kantonen die Gewinnbeteiligung garantiert.
    Sie glauben nicht, wie schnell sich dann unsere kleine Diskussion hier in Luft auflöst.
    Womöglich werden wir beide noch zu unverbesserlichen Nestbeschmutzern degradiert, denn bei den zu erwartenden Devisengewinnen steigt das Eigenkapital wieder auf 60 Mrd und damit ist dann das Thema endgültig vom Tisch.
    Kollegialer Gruß aus dem schönen (+ heissen) Thurgau

    • @Deutscher in der Schweiz

      Danke für Ihren Kommentar.

      Vergessen wir nicht: Hildebrand / Jordan haben für über 200 Milliarden Euros bei ca. 1.43 gekauft.

      Seither hat sich der Euro um rund 25 Prozent abgeschwächt bzw. der Franken ist um diesen Prozentsatz gestiegen. Und das obwohl die SNB mit über 500 Milliarden dagegen gehalten hat.

      Und das beurteilen Sie, Jordan habe die Schwächung des Frankens „wunderbar hingekriegt“?

      Und vergessen wir auch nicht: Der Dollar ist seit Freigabe der Wechselkurse von über 4.30 zum Franken auf unter 1 Franken gefallen.

      Während dieser gesamten Zeit war die SNB mit Riesenbeträgen im Dollar investiert.

      Sämtliche Währungen sind gegen den Franken in den vergangenen Jahrzehnten gefallen und es gibt keinen Grund, weshalb dieser langfristige Trend nicht anhalten soll.

      Ihre Schlussfolgerung, dass die Devisenverluste der SNB der Vergangenheit angehörten, trage ich nicht mit.

      Und es geht hier nicht um „Nestbeschmutzung“.

      Es geht um einen Fehler in der Geldtheorie, der endlich richtiggestellt werden muss.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  14. Frueher war jeweils die ahv der kontraindikator fuer tops und lows.
    Jetzt wohl die snb.
    Apple wirds gleich ergehen wie nokia und ericsson beim handyboom.
    Am anfang ist innovation riesenwachstum margen gewinne etc. Dann kommt saettigung, product gets commoditized etc. In 15 jahren haben wir wohl ein smartphone von ner chinesischen bude fuer 100 stutz. (Falls es den „stutz“ in der heutige form noch gibt…)
    Die snb muss dann halt einfach alle ausstehenden apple shares aufkaufen, mark to model, aufwerten, buchgewinne, der dow steigt weiter, freude herrscht und alles ist gut…

    • @hbs

      Das kann einfach nie und nimmer der Auftrag an die SNB sein gemäss BV.

      MfG

  15. Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

    wir haben uns in Frankfurt doch auch jahrelang an den „neuen Regularien“ der Europäischen Zentralbank abgearbeitet. Weidmann hat anfangs offen opponiert, wurde dann vom Bundeskanzleramt zurückgepfiffen und mimte von da ab den sterbenden Schwan.
    Seine Bedenken, wie die Ihrigen, waren schon damals profund, und wurden von Jürgen Stark und Axel Weber lautstark begleitet.
    Das alles hat nichts genützt.
    Mit Mario Draghi kam die FED-Agenda nach Europa.
    Zentralbank-Verluste spielten von da an keine Rolle mehr.
    Schauen Sie sich doch nur einmal an, welche Aktienkäufe die SNB im 2. Quartal 2015 durchgeführt hat. Für eine halbe Milliarde hat Jordan Apple gekauft, um dann gleich anschließend 10% Kursverlust einzustreichen. Im Aktien-Portfolio der SNB befinden sich genau die Werte, die den Dow Jones über 18.000 getrieben haben (Asset-Value: 25 Mrd ). Denken Sie, daß die Leute, die dahinterstehen, Überlegungen anstellen, ob Ihre Buchhaltung nachher stimmig ist ?
    Die SNB hat wohl 25 Mrd in US-Blue-Chips investiert. Da hat doch nichts mehr mit der Grundaufgabe zu tun, die Schweizer Geldwertstabilität zu bewahren, sondern ist die Tätigkeit eines überdimensionierten Hedgefonds.
    Die Aktionen der Zentralbanken weltweit dienen der Stabilisierung der Finanzmärkte, man hat sich seit 2008 konzertiert zu dieser Agenda entschlossen.
    Wir müssen uns nun alle auf die neuen Spielregeln einlassen, zuviel steht auf dem Spiel.
    Wie ich beobachten konnte, hat Herr Jordan diese Notwendigkeiten in seine Handlungsweise implementiert und sucht täglich nach dem goldenen Mittelweg zwischen den Interessen der Schweiz und den konzertierten Maßnahmen der globalen Welt der Zentralbanken.
    Alleingänge würden ihm verübelt, Bedenken behindern das Tagesgeschäft.
    Es gilt, die Folgen der Krise von 2008 zu bekämpfen, und wer hier zu zimperlich ist, kann bei den Aufräumungsarbeiten nicht dabei sein.
    Mit Besten Grüßen aus dem Thurgau

    • @Deutscher aus dem Thurgau

      Besten Dank für Ihre Replik.

      Erstens:

      Ich gehe mit Ihnen vollkommen einig, dass der Kauf von US-Blue Chips nichts – aber auch gar nichts – zu tun hat mit dem Verfassungsauftrag der SNB.

      Im Jahre 1996 trat ich vor die GV der SNB und sagte, das Anlageportefeuille der SNB basiere auf einem Fehler in der Geldtheorie. Die SNB senke die Zinsen nicht dort, wo sie Geld emittiert, sondern dort, wo sie investiert.

      Die Investitionen der SNB im Ausland machten somit keinen Sinn, weil die SNB dadurch die ausländischen Volkswirtschaften ankurbelte auf Kosten der Schweiz.

      Ich schlug vor, auch in Aktien zu investieren. Ich ging aber in erster Linie von Schweizer Aktien aus – finanziert mit Eigenkapital.

      Und was tut die SNB heute? Sie investiert nicht einmal mehr 1 Prozent ihres Vermögens in der Schweiz. Zudem finanziert sie ihre Auslandanlagen von über 500 Milliarden mit Fremdkapital. Das kann nie und nimmer der Auftrag an die SNB gemäss Bundesverfassung sein.

      Zweitens:

      Sie schreiben:

      „Mit Mario Draghi kam die FED-Agenda nach Europa. Zentralbank-Verluste spielten von da an keine Rolle mehr.“

      Da könnten sich viele noch täuschen – inklusive Draghi und Merkel.

      Vor allem die SNB darf sich nie und nimmer auf diesen Standpunkt stellen.

      Zuerst einmal muss man sich im Klaren sein, dass Verluste der SNB einen viel grösseren volkswirtschaftlichen Schaden anrichten als Verluste der FED.

      Warum?

      Da die FED ausschliesslich im eigenen Land investiert, führen Verluste der FED zu Gewinnen von US-Wirtschaftssubjekten. Die Verluste der FED bleiben somit im eigenen Land – quasi in der eigenen Familie. Gesamtwirtschaftlich betrachtet bleibt das Kapital innerhalb der Volkswirtschaft.

      Verluste der SNB hingegen bedeuten Gewinne von ausländischen Marktteilnehmern im Dollar- und Euro-Raum. Verluste der SNB führen somit zu einem enormen Kapitalabfluss aus der Schweiz.

      Bei der EZB verhält es sich so, dass Verluste zu einer Umverteilung innerhalb der Euro-Zone führen.

      Drittens:

      Sie schreiben:

      „Denken Sie, daß die Leute, die dahinterstehen, Überlegungen anstellen, ob Ihre Buchhaltung nachher stimmig ist?

      Ja. Ich denke schon.

      Jordan hat ja ein „Grundsatzreferat“ zu diesem Thema gehalten und darin behauptet, dank dem Notenmonopol könne die SNB nie illiquide werden und somit jederzeit Eigenkapital aufbauen.

      Mein Bestreben ist es jedoch, darauf hinzuweisen, dass letztlich die Steuerzahler für die Schulden der SNB werden geradestehen müssen. Die SNB kann durch Drucken von Banknoten keine Liquidität schaffen und somit kein Eigenkapital aufbauen, wie Jordan behauptet und die Politiker es ihm nachschwatzen.

      Die Steuerzahler stehen letztlich hinter allfällig massiven Spekulationsverlusten der SNB. Ich schreibe absichtlich „Spekulationsverluste“, weil am Anfang der unsäglichen Devisenkäufe eine Fehlspekulation der SNB (Hildebrand / Jordan) bei Euro 1.43 war. Nur vor dem Hintergrund dieser Anfangsverluste im Jahre 2010 kann der Mindestkurs und das jetzige Dilemma der SNB verstanden werden.

      Viertens:

      Sie schreiben:

      „Die Aktionen der Zentralbanken weltweit dienen der Stabilisierung der Finanzmärkte, man hat sich seit 2008 konzertiert zu dieser Agenda entschlossen“

      Auch da bin ich anderer Meinung als Sie:

      Die Finanzkrise 2008 basierte zu einem grossen Teil auf dem Konkurs von Lehman Brothers. Die SNB ist wesentlich systemrelevanter als Lehman Brothers. Ein Konkurs der SNB würde voraussichtlich weltweit noch grössere Schockwellen auslösen als der Konkurs von Lehman.

      Zudem setzt die SNB den Konkurs ihrer Gläubigerbanken aufs Spiel, die teilweise grösser sind als Lehman es war. Das geschieht dann, wenn die SNB im Falle von negativem Eigenkapital ihre Bilanz nicht deponiert und ihr Eigenkapital tiefrot negativ werden sollte. Die Kreditgeber der SNB müssen dann ihre Guthaben bei der SNB entsprechend wertberichtigen.

      Die SNB spiel mit dem Feuer.

      Fünftens:

      Im internationalen Vergleich der Notenbanken droht der SNB die grösste Gefahr eines Konkurses. Aber sowohl der FED als auch der EZB droht Insolvenz, sollte der Wert ihrer Aktiven unter den Wert ihrer Passiven fallen.

      Und hier sind wir wieder beim zentralen Punkt dieser Diskussion. Die Notenbanker und Politiker dieser Welt meinen irrigerweise, die Zentralbanken könnten nicht illiquide werden.

      Da täuschen sie sich aber gewaltig: Doch. Nicht nur die SNB, sondern auch FED und EZB können illiquide werden, weil keine Notenbank, weder SNB, FED noch EZB durch Drucken von Geld Liquidität schaffen kann.

      Dann droht der „Crash der Zentralbanken“. Was das bedeutet? Wir können uns den Sturm an den Finanzmärkten nur ausmalen. Die vergangene Finanzkrise mit dem Konkurs von Lehman Brothers wäre ein laues Windchen im Vergleich.

      Mario Draghi und Angela Merkel müssen da noch gewaltig umdenken lernen.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Escher,

      der Vortrag von Herrn Jordan trifft genau den hier diskutierten Punkt.
      Nach seiner Ansicht ist der Betrieb einer Zentralbank auch bei negativem Eigenkapital für einen überschaubaren Zeitraum möglich, während Herr Dr. Meyer diesen Sachverhalt bestreitet und dafür hier und an anderer Stelle triftige Gründe vorgelegt hat.
      Damit verlagert sich das Problem von einer wirtschaftswissenschaftlichen Sichtweise zu einer juristischen Perspektive.
      Wir wissen alle, was mit Unternehmungen passiert, die negatives Eigenkapital über Monate ausbauen und deren Geschäftsführer wegen Insolvenzverschleppung strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden.
      Herr Jordan merkt nun an, daß diese Sachverhalte für Ihn keine Gültigkeit haben. Zum einen würde die Zentralbank unabhängig von Dritten liquide bleiben, was unbestreitbar stimmt (mal unabhängig von Buchungssätzen), zum anderen bestünde für die Allgemeinheit und für den Gläubiger keine Ausfallgefahr aufgrund des Alleinstellungsmerkmals der Zentralbank.
      Womit wir beim Thema „Lenders of the last resort“ wären, also übersetzt dort, wo wir mit der EZB und der Fed auch sind: unabhängig von Eigenkapitalauswirkungen werden hier regelmässig unbegrenzte Mittel freigesetzt, deren Verwendung einzig und allein der „Wahrung der Geldwertstabilität“ unterliegen, oder um es anders auszudrücken, wir pumpen den geflickten Fahrradschlauch auch zum hundertsten Mal auf , obwohl wir genau wissen, daß übermorgen wieder ein Loch drin ist.
      Herr Jordan hat also Mario Draghi im Sinn, wenn er so argumentiert und handelt. Nun gilt eben, daß die Zentralbanken nunmehr die einzigen sind, die eine schwache Wirtschaft (oder einen zu starken SFr.) bändigen können, koste es was es wolle.
      Kleines Beispiel am Rande:
      Die EZB hat widerrechtlich die griechischen Banken mit ELA versorgt („Emergency Liquidity Assistance“), insgesamt flossen 90 Mrd. Wie man seit Öffnung der Athener Börse sieht, gehen die Kurse der so unterstützen Institute mit jedem Tag um 25%-30% in die Knie, das Geld ist also weg. Schon reagiert die Credit Agricole in Frankreich mit einem Tagesverlust von 11% auf diese Nachrichten (Dienstag).
      Draghi hat also innert 6 Monaten 90 Milliarden versenkt, die nie mehr wieder irgendwo erscheinen werden, denn die Griechen bringen Ihre Einlagen nicht mehr zurück und an den vier großen griechischen Instituten wird sich Draghi auch nicht schadlos halten können, den es werden wohl auch für französische Banken dicke Abschreiber.
      Wie wird ELA also verbucht ?
      Nebenbei hängt die EZB in zahllosen weiteren Unterstützungsmaßnahmen zugunsten des europ. Bankenwesens, z.T. gegen die Inhalte und Vorschriften der EU-Verträge von Lissabon und Maastricht.
      Von der FED mit einer Bilanzsumme von 4,5 Billionen USD will ich hier kein weiteres Wort verlieren, hier erscheint mir das Wort „Eigenkapital“ bis zur Unkenntlichkeit verzerrt zu sein.
      Was aber festzuhalten bleibt: Zentralbanken sind ab 2008 rechtsfreie Räume geworden, die sich abseits der Jurisdiktionen ihr eigenes Süppchen kochen dürfen.
      Und das kann über die BIZ in Basel koordiniert und regelmässig abgesegnet werden, oder auch nicht.
      Ein solches System kann eigentlich nur über die Menge der generierten Liquidität gänzlich abstürzen, und stellt wohl das kleinere Übel aller anderen Alternativen dar.
      Es grüsst sämtliche interessierte Kreise : der Ex-Bundesbanker (ehemals FFM) jetzt im schönen Thurgau

    • @Deutscher in der Schweiz, Ex-Bundesbanker FFM

      Sehr geehrter Herr

      Sie schreiben hier in der Diskussion zu meinem Gastbeitrag einen Brief an „Escher“, einen anonymen Kommentator, der sich vor allem durch polemische Beleidigungen hervortut (meine Beiträge seien allenfalls „amüsante Zwischenrufe“ und dergleichen), dafür aber wirre Buchungssätze präsentiert. Sich selber sieht er jedoch auf einem Sockel mit Alfred Escher.

      Auch Sie sind unbekannt, aber ich nehme Ihnen ab, dass Sie tatsächlich ein ehemaliger Mitarbeiter der Bundesbank sind, der in Frankfurt gearbeitet hat. Ich erkenne an Ihrem Fachwissen und an Ihrer Terminologie, dass ihre teilweise bekanntgegebene Identität mit grosser Wahrscheinlichkeit korrekt ist.

      Obwohl Sie einen Brief an eben diesen „Escher“ schreiben und nicht an mich, erlaube ich mir, mich in Ihre Argumentation dazwischen zu schalten, da Ihre Argumente in zentralen Punkten nur teilweise korrekt sind. Es ist mir ein Anliegen, die entscheidenden Zusammenhänge vor der Leserschaft korrekt darzustellen.

      Ich beschränke mich auf zwei Ihrer Argumente.

      Erstens:
      Zuerst einmal haben Sie teilweise Recht, wenn Sie argumentieren, dass sich das Problem von einer wirtschaftswissenschaftlichen Seite auf eine juristische Seite verlagert. Das Problem verlagert sich nicht auf eine juristische Seite, sondern es umfasst zusehends neben der wirtschaftswissenschaftlichen Seite auch noch die juristische Seite.

      Solange es Zentralbanker in der Welt, welche behaupten, eine Zentralbank könne nicht illiquide werden, bleibt es ein wirtschaftswissenschaftliches Problem.

      Sobald die SNB negatives Eigenkapital erreicht haben wird, werden wir ein massives juristisches Problem haben. Es wäre klug, sich bereits jetzt mit diesem auseinanderzusetzen. Dann wird es darum gehen, wie die kreditgebenden Geschäftsbanken ihre Guthaben bei der SNB bewerten müssen (u.a. auch den Wert der SNB-Aktien) und dass der Steuerzahler letztlich für die Verbindlichkeiten der SNB haftet.

      Ich habe kürzlich in einem Beitrag auf IP geschrieben, ich hoffe, dass die Juristen in der SNB nicht auch versagen, wie die Oekonomen der SNB.

      Zweitens:

      Sie schreiben:

      Zitat:

      „Herr Jordan merkt nun an, daß diese Sachverhalte für Ihn keine Gültigkeit haben. Zum einen würde die Zentralbank unabhängig von Dritten liquide bleiben, was unbestreitbar stimmt (mal unabhängig von Buchungssätzen), zum anderen bestünde für die Allgemeinheit und für den Gläubiger keine Ausfallgefahr aufgrund des Alleinstellungsmerkmals der Zentralbank.

      Zitat Ende

      Ihre Behauptung, dass es „unbestreitbar stimmt, dass eine Zentralbank immer liquide bleibe“ ist falsch.

      Warum?

      Liquidität ist immer ein Aktivum. Eine Zentralbank schafft durch Emission von Banknoten aber keinesfalls Liquide Mittel, kurz „Liquidität“ genannt.

      Aus diesem Grund kann auch eine Zentralbank illiquide werden und es haften letztlich die Steuerzahler für die Schulden der Nationalbank.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

    • @Escher

      Es ist korrekt, dass dieses Referat von SNB-Chef Professor Thomas Jordan wirklich lesenswert ist.

      Dieses Referat enthält nun alle Klischees und Irrtümer der heutigen Geldtheorie.

      Gut, dass Sie dieses Referat nun auch gefunden haben.

      Ich habe bereits wenige Tage nach diesem Referat an Tele Basel auf die gravierenden Irrtümer in diesem Referat hingewiesen und die SNB aufgefordert, sofort all ihre überschüssigen Devisen zu verkaufen.

      Hätte die SNB auf mich gehört, so stünde sie jetzt um mindestens 50 Milliarden Franken besser da.

      Ich habe in meinen Antworten an Renzo Zbinden und „Roger“ weiter unten in diesem Blog die zentralen Irrtümer in diesem Referat nochmals dargelegt.

      mfG

    • @Deutscher in der Schweiz, Ex-Bundesbanker FFM

      Sehr geehrter Herr

      Noch etwas:

      Sie schreiben, eine Zentralbank bleibe unbestreitbar „liquide“ „…(mal unabhängig von Buchungssätzen)…“

      Sie gehen damit der entscheidenden Problematik mit einem Nebensatz (in Klammern) aus dem Weg.

      Sie erinnern mich damit an einen Kassier, der sagt: Das Nachzählen der Kasse und die Überprüfung der vorgenommenen Buchungen sind nicht notwendig. Die Kasse stimmt.

      Nein. Eben genau so nicht.

      Wollen wir überprüfen, ob eine Kasse korrekt abgerechnet wurde, müssen wir die Buchungen nachprüfen. Ein Kassier, der das nicht will, der macht sich verdächtig.

      Und es gibt ein Sprichwort, das besagt, dass unter Freunden die Kasse erst recht korrekt geführt werden muss.

      Und hier liegt das Problem der heutigen Notgenbanken, speziell der EZB: Wenn Freunde sich zusammentun, um eine gemeinsame Kasse zu führen, so muss erst recht korrekt abgerechnet werden. Das tun aber die Euro-Mitglieder nicht. Man „schummelt“. Das ist der schnellste Weg zum Streit.

      Angela Merkel, Atomphysikerin, sollte die Genauigkeit der Physik auf die Oekonomie übertragen – nicht einfach den Oekonomen und deren teilweise wirren Modellen vertrauen. Insbesondere dann, wenn sie sogar den Frieden in Europa davon abhängig sieht.

      In der Schweiz geniesst die SNB sehr hohes Vertrauen. „Vertrauen sei das Wichtigste“ hat weiter unten auch der Kommentator „Bernd“ geschrieben. Deshalb vertrauen der Bundesrat und die Politiker der SNB „blind“. Das beweist beispielsweise auch die Antwort des Bundesrates auf die SVP-Motion von Nationalrat Hans Kaufmann.

      Dieses „blinde Vertrauen“ gegenüber der SNB hat denn auch alle Kontrollmechanismen gegenüber der SNB ausgeschaltet. Zudem hat die SNB das ihr entgegengebrachte Vertrauen missbraucht. Sie unterdrückt auch mit aller Macht wirtschaftswissenschaftliche Weiterentwicklungen.

      Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser.

      Deshalb fordere ich alle Zentralbanker, Oekonomen, Politiker und Interessierte auf, die Aussagen der SNB endlich einmal mit Buchungssätzen zu überprüfen. Ich fordere eine PUK, um abzuklären, was bei der SNB exakt vorgeht und was zum heutigen Dilemma der SNB geführt hat (sind es misslungene Spekulationen, z.B. Zinsarbitragegeschäfte, Optionsgeschäfte usw. von Hildebrand / Jordan bei Euro 1.43?)

      Ihr Nebensatz („mal von Buchungssätzen abgesehen“) lehne ich somit entschieden ab. Wenn die Notenbanker die Überprüfung ihrer Geldpolitik anhand von Buchungssätzen ablehnen, so machen sie sich genauso verdächtig, wie ein Kassier, der die Überprüfung seiner Kasse abtut mit der Behauptung, diese müsse nicht nachgeprüft werden – sie stimme.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

  16. Sehr geehrter Herr Dr. Meyer

    Ich bin nur ein kleiner Buchhalter in einem regionalen KMU. Trotzdem lese ich oft die Beiträge auf dieser Seite. Die ganzen Vorgänge sind für mich als „Normalbürger“ mit sehr wenig geldmarktpolitischen Kenntnissen schwer nachvollziehbar. Trotzdem habe ich mir einige Überlegungen gemacht, welche Sie vielleicht kommentieren möchten.

    Wenn in einem Produktionsbetrieb ein Produkt für den Eigenbedarf hergestellt wird, dann lautet der Buchungssatz:

    Aktivierte Eigenleistung – Ertrag

    Die SNB folgt offensichtlich diesem Vorgang wenn sie den (Noten)druckauftrag erlässt. Der Buchungssatz lautet dann also (vereinfacht):

    Währung – EK

    Ich bin der Meinung, dass dieser Buchungssatz nur statthaft sein kann, wenn ein vorgängiger „Tauschhandel“ oder eine nachfolgende Wertschöpfung generiert wird. Beim Produktionsbetrieb ist ein physisches Aktivum vorhanden. Dieses Objekt dient im besten Fall noch einer Schöpfungskette und es mussten vorgängig die nötigen Rohstoffe bezogen werden. Die gedruckte Währung/Noten der SNB hat meines Erachtens aber noch gar nichts zu einer Wertschöpfung beigetragen. Der Lebenszyklus der Noten beginnt auch erst, wenn mittels „Tauschhandel“ der Wertschöpfungsprozess angestossen wird.

    Um den Kreis zum Produktionsbetrieb zu schliessen noch folgender Gedanke:

    Es wäre natürlich fantastisch, wenn aus lauter aktivierter Eigenleistung ein enormer Ertrag generiert werden könnte. Nur habe ich noch nicht herausgefunden, woher ich ohne vorgängigen finanziellen Aufwand all die „Gratisrohstoffe“ beziehe um die Produktion laufen zu lassen. Somit kann eigentlich auch die SNB nicht einfach Papier bedrucken und sagen: „wir haben erschaffen“.

    Besten Dank für all die spannenden Meinungen und Feedbacks.

    • @Michi

      Sie haben vollkommen Recht: Der Druck der Note an sich birgt keine Wertschöpfung in sich. Deshalb ist die Note ohne Gegenwert wertlos.

      Mein liebster Vergleich ist der mit der Geburtsurkunde: Eine Geburtsurkunde ohne Kind ist nichtig – wertlos.

      Genauso ist eine Banknote wertlos ohne Gegenwert, der von der Realwirtschaft geschöpft und gegengebucht wird.

      Z.B. die SNB nimmt Gold auf der Aktivseite ihrer Bilanz in ihr Vermögen auf und verbucht dagegen eine Banknoten auf der Passivseite. Die Banknote ist jetzt durch Gold gedeckt.

      Ich habe versucht, diese Zusammenhänge in meinem Beitrag „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ aufzuzeigen.

      Natürlich verliert eine Banknote auch an Wert, wenn sie gegen einen realen Gegenwert gebucht wurde, dieser Gegenwert aber mit der Zeit an Wert verliert. Das kommt dann schlussendlich auf dasselbe heraus, wie wenn eine Notenbank einfach „Geld aus dem Nichts“ drucken würde – ohne realen Gegenwert.

      Das wäre der Fall, wenn Euro und Dollar so stark fallen, so dass das EK der SNB negativ wird. Deshalb müssen die Kreditgeber der SNB ihre Guthaben bei der SNB in einem solchen Fall entsprechend wertberichtigen und können selber Konkurs gehen.

      Der Buchungssatz

      Währung an Eigenkapital

      ist nur möglich für einen Geldfälscher. Dieser druckt Banknoten in der eigenen Währung (z.B. 100er Note) und betrachtet diese als sein „ergaunertes“ Vermögen.

      Deshalb ist es falsch, wenn die SNB behauptet, sie können „Geld aus dem Nichts schöpfen“. Die SNB ist ja schliesslich keine Geldfälscherin.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @Michi @Meyer

      Mit dem Produktionsbetrieb kommt man hier leider nicht weiter, denn gemäss Nationalbankgesetz besitzt die SNB ein ganz spezifisches Vorrecht:

      Art. 4 Notenmonopol

      Die Nationalbank hat das ausschliessliche Recht zur Ausgabe der schweizerischen Banknoten.

      Quelle: https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20021117/index.html#a4

      Damit kann die SNB jederzeit Geld bzw. das als Geldmittel verwendete Zahlungsmittel schaffen, und zwar tatsächlich aus dem Nichts. Z.B. kann sie einer Bank einen Kredit in Form von Bargeld geben:

      Notenbestand / Geschäftsbank XY

      (Notenbestand ist hier quasi dasselbe wie das Warenlager im Produktionsbetrieb).

      Die Geschäftsbank hat dann eine Schuld bei der SNB und die SNB hat soeben Geld erschaffen.

      Wie wird das zu EK? Ich wiederhole mich: nur durch Gewinn.

      Der Buchungssatz „Währung / EK“ funktioniert nicht, und es hat auch niemand behauptet er würde funktionieren. Herr Dr. Meyer benutzt den Buchungssatz nur gerne, um aller Welt seine – durchaus legitime, aber dennoch leider sachlich fehlgeleitete – Meinung deutlich zu machen, dass die SNB kein EK aufbauen könne. Was nur schon deshalb nicht stimmen kann, weil jede Unternehmen selbst EK aufbauen kann, solange sie Gewinn macht.

      Und die SNB kann jederzeit z.B. über ihre Zinspolitik, Devisentransaktionen etc. Gewinn erzielen. Derzeit erhält sie sogar Geld für die blosse Aufbewahrung, quasi als Lagergebühr (Negativzinsen).

      Es hilft nicht, wenn man ein sondergesetzliches Konstrukt wie die SNB, das mit Sonderrechten ausgestattet, die sonst niemandem zukommen, mit den Standards des üblichen Obligationenrechts beurteilen möchte.

      Selbstverständlich ist es legitim, diesen Zustand zu kritisieren und diese Sonderrechte und -Sonderstellung der SNB in unserem Wirtschaftssystem in Frage zu stellen. Nur muss man das dann an der richtigen Stelle tun, nämlich im Parlament oder mit einer Initiative.

      Was hingegen sicher nichts bringt, ist den mit der Führung der SNB beauftragten Personen persönlich (sic!) vorzuwerfen, dass sie die gesetzlichen Möglichkeiten bzw. Aufträge der SNB auch tatsächlich wahrnehmen. Alles andere wäre ja Pflichtverletzung.

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer, sehr geehrter Escher

      Besten Dank für die spannenden Feedbacks.

      Irgendwann habe ich mal gelernt, dass die heutigen Noten als „Goldersatz“ dienen. Das Gold wiederum war ja früher einmal Zahlungsmittel oder eben der Gegenwert im Tauschhandel. Kuh gegen Goldvreneli….

      Wenn also die SNB die Hüterin des „neuen Goldes“ ist, dann muss auch sie irgendwoher dieses Tauschgut generieren/erschaffen. Ein Monopol allein bedingt doch noch keine Wertschöpfung. Oder hat derjenige der das Biermonopol in den Beizen hat automatisch einen Braukessel der aus dem Nichts Bier schöpft? Offensichtlich hat die SNB den Ausgang vom Schwarzen Loch gefunden. Auf der einen Seite verschwindet Materie, bei der SNB taucht sie einfach so wieder auf. Allenfalls könnten Steven Hawking und Albert Einstein diesen Vorgang erklären 🙂

      @Escher
      Wie Sie schon sagten, eine Persönlichkeit mit politischem Gewicht müsste im Parlament diese Frage abschliessend klären. All die studierten Ökonomen, Professoren und Laien können in die offensichtlich unklare Situation viel hineininterpretieren

      @Dr Meyer
      Besten Dank für Ihren Zuspruch. Ich liege also mit meinen Überlegungen doch nicht ganz falsch, auch wenn Sie stark vereinfacht daherkommen 🙂

      Eine letzte Frage:
      Verbuchen alle Zentralbanken dieser Welt die neu erschaffenen Noten auf die selbe Art und Weise oder gibt es unterschiede in der Bilanzierung?

      Freundliche Grüsse
      Michi

    • @Escher

      Sehr geehrter Herr „Escher“

      Bereits gestern habe ich Ihnen weiter unten geschrieben, dass ich keine Zeit hätte, mit jemandem hier eine Diskussion zu führen, der seine eigenen Argumente und auch meine immer wieder verdreht.

      Erstens:

      Dass die SNB das Banknotenmonopol hat in der Schweiz ist nichts Neues und habe ich auch nicht bestritten.

      Zweitens:

      Nein. Die SNB kann nicht „Geld aus dem Nichts“ schaffen. Gemäss doppelter Buchhaltung braucht es immer eine Gegenbuchung.

      Weder der Buchungssatz

      „Banknoten (Liquidität) an Nichts“

      noch

      „Nichts an Notenumlauf“

      Sind legitime Buchungssätze

      Zu behaupten, die SNB können Geld aus dem Nichts schaffen würde aber einen der beiden oberen, nicht legitimen Buchungssätze bedeuten.

      Die SNB kann nur Geld emittieren gegen einen realen Wert wie z.B. Gold oder Devisen.

      Die korrekten Buchungssätze lauten in diesem Fall:

      „Gold an Notenumlauf“

      bzw.

      „Devisenanlagen an Notenumlauf“

      Drittens:

      Sie behaupten. Wenn die SNB einer Geschäftsbank einen Kredit gewähre und bar auszahle, so lautete der Buchungssatz:

      „Notenbestand an Geschäftsbank XY“

      Ihre Behauptung zeigt, dass Sie von Buchhaltung nichts verstehen.

      Zuerst einmal gewährt die SNB den Schweizer Banken überhaupt keine Kredite (Beweis siehe SNB-Bilanz)

      Zudem müsste ein von der SNB an eine Bank gewährter Kredit auf der Aktivseite der SNB-Bilanz verbucht werden, da es sich um einen Aktivkredit handeln würde.

      Kommt hinzu, dass eine Emission von Banknoten bei der SNB auf der Passivseite unter „Notenumlauf“ verbucht würde.

      Würde die SNB einer Bank einen direkten Kredit gewähren, wie Sie schreiben und dagegen Banknoten emittieren, so müsste die SNB verbuchen;

      „Aktivdarlehen an Notenumlauf“

      Was Sie schreiben ist einfach nur dummes Zeug. Wollen sie absichtlich Verwirrung stiften?

      Gestern haben Sie in Ihrem Kommentar um 13Uhr 44 behauptet:

      Zitat:

      „Wodurch wird Eigenkapital gebildet? Die in der Praxis bekannten drei Wege sind:

      1. Verkauf von Anteilen gegen Bargeld (oder andere Vermögensbestände). In diesem Fall lautet die Buchung „Bargeld / Eigenkapital“.

      Zitat Ende

      Und jetzt schreiben Sie:

      Zitat:

      „Der Buchungssatz „Währung / EK“ funktioniert nicht, und es hat auch niemand behauptet er würde funktionieren.“

      Doch genau Sie waren es, der das behauptet hat!

      Sie schreiben:

      Banknoten / Eigenkapital

      „sei die Lösung“

      Und am nächsten Tag behaupten Sie:

      Währung /Eigenkapital

      „funktioniere nicht“

      Merken Sie nicht, wie krass Sie sich widersprechen?

      Viertens:

      Dass die SNB über die Zinsdifferenz einen Gewinn erwirtschaften kann habe ich auch nicht bestritten.

      Ich bestreite aber, dass die SNB einen Gewinn erzielen kann allein durch Emission von Banknoten. Und weil sie das nicht kann, kann sie auch nicht Eigenkapital durch drucken von Banknoten stets aufbauen, wie SNB-Chef Jordan behauptet.

      Fünftens:

      Es ist nun einmal SNB-Chef Jordan, der diesen „Grundsatzvortrag“ gehalten hat. Ich muss ihn deshalb zitieren.

      Und nun hören Sie bitte auf mit Ihren konfusen Kommentaren. Danke.

      Lernen Sie bei Kommentator „Michi“, was klare Gedanken sind.

      mfG

    • @Michi

      Danke.

      Bei einer korrekten Verbuchung von Banknoten müssten die Zentralbanken einen realen Gegenwert in ihrer Bilanz aufnehmen, wenn sie Banknoten emittieren.

      Nur das ist korrekt.

      Wie es jedoch um die Qualität dieser Aktiven bestellt ist, ist eine andere Frage.

      Das ist ja das Problem mit dem Euro.

      Wenn Griechenland einen Euro emittiert gegen eine griechische Anleihe, so besteht die Gefahr, dass dieser Euro qualitativ minderwertiger ist gegenüber einem Euro, den die Deutsche Bundesbank emittiert gegen eine deutsche Anleihe.

      mfG

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer
      Sehr geehrter Escher

      Zum Abschluss folgender Gedankengang:

      Die SNB ist eine AG. Wie jede AG wird auch hier das Eigenkapital mittels Bar- oder Sacheinlage einbezahlt. Somit ist das Thema EK abgehandelt.

      Wenn nun die SNB beginnt Banknoten zu drucken, dann hat das noch keinen Einfluss auf gar nichts. Erst mit der Ausgabe dieser Noten kann die Wertschöpfung für die SNB beginnen. Die SNB gibt die Noten an den Empfänger, weist diese auf der Passivseite als Verpflichtung (Giro Banken) aus und hat somit in gleicher Höhe Bargeld, Gold oder FX-Bestände. Mit diesen Aktiva kann die SNB nun ihre Erträge (Zinsen, Kursgewinne) generieren, woraus am Ende vom Geschäftsjahr Dividenden ausgeschüttet werden und in die Reserve einbezahlt wird.

      Das Problem bei der SNB scheint zu sein, dass ein zu starkes Passivum (CHF) gegenüber einem zu schwachen Aktivum (EUR) steht. Der Kursverlust von 50Mia sollte durch das Eigenkapital (Reserve) gedeckt sein. Ist dem nicht so, dann wird der Aktionär wohl um Kapitalerhöhung mittels Gold-, Bar- oder Sacheinlage gebeten.

      Wie jede Aktiengesellschaft unterliegt auch die SNB gewissen Gesetzmässigkeiten. Monopol hin oder her. Monopol bedeutet auch nur, dass die SNB die einzige Institution ist welche CHF-Noten pressen lassen darf und diese in Umlauf bringt. Monopol bedeutet meines Erachtens nicht, dass durch den Notendruck Eigenkapital ohne Ende generiert werden kann. Hypothetisch: wenn das tatsächlich der Fall sein würde, dann würden die rund 86,3 Mia SNB-Eigenkapital per 31.12.14 den im Umlauf befindlichen Banknoten entsprechen? Wohl kaum….

      Freundliche Grüsse
      Michi

    • @Michi

      Sie schreiben:

      „Monopol bedeutet meines Erachtens nicht, dass durch den Notendruck Eigenkapital ohne Ende generiert werden kann.“

      Wir sollten hier exakt sein:

      Eigenkapital kann überhaupt nicht durch Notendruck generiert werden.

      mfG

  17. @Bernd

    Und noch etwas:

    Es geht mittlerweile um über 500 Milliarden Franken Staatsschulden, welche die SNB als Volksvermögen deklariert. Da lohnt es sich m.E. etwas genauer hinzuschauen.

    Die SNB behauptet, sie könne im Falle von negativem Eigenkapital einfach Geld drucken („Liquidität schöpfen“) und so das negative Eigenkapital wieder aufstocken. Ich aber sage: Nein, das geht nicht. Wir Steuerzahler – u.a. Sie und ich – werden die SNB rekapitalisieren müssen.

    Bei einem solch fundamentalen Irrtum lohnt es sich, die Irrtümer genauestens aufzuzeigen.

    Das habe ich getan: Ich habe die Irrtümer des Bundesrates und jene von Herrn Jordan detailliert aufgezeigt – in klaren Worten. Wie Sie es wünschen.

    Dass die Liste der Irrtümer im „Grundsatzreferat“ von Herrn Jordan so lange ist müssen Sie nicht mir ankreiden. Beschweren Sie sich deswegen lieber bei Herrn Jordan.

    mfG

  18. Sehr geehrter Herr Meyer. Klare Worte = Klare Gedanken (und umgekehrt). Wenn man sooo lange erklären muss und es checkt trotzdem niemand, dann sollte man versuchen, die Sache auf den Punkt zu bringen. Ich versuche es: es geht um nichts anderes als
    V E R T R A U E N.
    So lange es Leute gibt, die der SNB irgendetwas verkaufen gegen Geld der SNB (das kann auch ein Stück Papier sein mit einer Unterschrift von Jordan bspw. oder Erdnüsse mit dem SNB Stempel drauf – völlig egal), solange macht sie ihren Job gut. Wenn Jordan so reden würde wie Sie, dann würde ihr niemand mehr irgend etwas glauben und schon gar nichts verkaufen. Wir müssen uns damit abfinden. Vielen Dank.

    • @Bernd

      Sie machen es sich einfach.

      Sie verstehen die Geldpolitik der SNB nicht und vertrauen dieser blind – trotz eines Halbjahresverlustes von 50’000’000’000? Ist das ein mündiger Bürger?

      Es gibt auf diesem Forum mehr Leser, die verstehen, was ich schreibe, als solche die des nicht verstehen (wollen), wie Sie (siehe Kommentare).

      MfG

    • @Meyer

      Sie hatten geschrieben:

      „Um nun Geld aus dem Wirtschaftskreislauf abzuziehen gibt es überhaupt keinen anderen Weg, als dass die SNB der Bank Gold oder Devisen überweist und dagegen Geld zurückerhält. “

      Dem habe ich mit Hinweis auf die SNB Bills widersprochen.

      Die Geldmenge war dabei nicht direkt Thema, die haben Sie jetzt erst in Ihrer Antwort vorgebracht. SNB Bills zählen allerdings per Definition nicht zur Geldmenge, so dass die Geldmenge bei diesem Passivtausch tatsächlich reduziert wird. Darüber kann man sicherlich streiten, sind die SNB Bills ja sehr wohl handelbar, sind quasi risikolos und gelten daher z.B. als Lombardsicherung als relativ liquide.

      Richtig ist, dass die Bilanz der SNB durch diesen Passivtausch nicht verkürzt aber auch nicht verlängert wird.

      Freundliche Grüsse
      Escher

      P.S. Sie werfen gerne mit Begriffen wie „absurd“ und „polemisch“ um sich, wenn Ihnen ein Argument in Ihre Theorie reinregnet. Sie erinnern mich dabei etwas an den grossen Erzähler und unermüdlichen Forscher Erich von Däniken, der auch immer so ähnlich argumentiert – entweder waren die früheren Völker total verblödet, oder ich habe recht. Bei Ihnen ist es einfach umgekehrt: Ich muss recht haben, weil die „Professorenschaft um die SNB wirr“ ist. Zugegeben, das ist eine unerhörte Zuspitzung, bitte nehmen Sie es sportlich und mit Augenzwinkern. Sie dürfen mich im Gegenzug gerne wieder vom Sockel stossen… 😉

    • @Escher

      Bitte bleiben Sie beim Thema:

      Jordans Behauptung ist falsch wonach SNB neg. EK durch Geld drucken aufstocken kann.

      Nicht ablenken.

      Danke

  19. Aber das Geld von der SNB ist keine Goldschuld mehr. Ich kann nicht nach Bern gehen und eine Unze Gold von der SNB erhalten gegen SNB-Geld(, wenn die SNB das nicht will.) Genauso wie die SNB niemand zwingen kann, ihr etwas für SNB-Geld zu geben, kann niemand die SNB zwingen, etwas gegen SNB-Geld herzugeben. Die SNB braucht offenbar kein Eigenkapital, um existieren zu können. Sie wird in keinem Fall zum Konkursrichter gehen müssen. Dass sie das müsste, ist eine fixe Idee (sorry falls dies sich unfreundlich anhört).

    • @Roger

      Besten Dank.

      Ihre Aussagen entsprechend genau jenen der Nationalbank sind aber leider nicht korrekt und zudem äussert „tricky“, um Missverständnisse hervorzurufen.

      Erstens:

      Es ist korrekt, dass Sie, Roger, nicht zur SNB nach Bern gehen können, um eine 100-Franken-Note gegen Gold einzutauschen. Der Grund liegt darin, dass die SNB keine Geschäfte mit Privaten tätigt. Die SNB tätigt nur Geschäfte mit Banken, die ein Konto bei ihr unterhalten.

      Wenn nun die SNB Geld in den Wirtschaftskreislauf bringen will, so kauft sie von einer Bank z.B. Gold oder Devisen und bezahlt mit Notenbankgeld (bzw. ihr Konto bei der Bank wird überzogen). Um nun Geld aus dem Wirtschaftskreislauf abzuziehen gibt es überhaupt keinen anderen Weg, als dass die SNB der Bank Gold oder Devisen überweist und dagegen Geld zurückerhält.

      Die Behauptung von SNB-Chef Jordan, wonach die SNB keine Vermögenswerte herausgebe, ist somit falsch (siehe Referat Thomas Jordan von der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel, „Braucht die Nationalbank Eigenkapital“ S. 6)

      Jordan stellt ja folgende falsche Behauptung auf.

      Zitat:

      „Da es sich zudem bei den Noten und den Giroguthaben um gesetzliche Zahlungsmittel handelt, sind diese Verbindlichkeiten auch nicht im eigentlichen Sinne einforderbar, sondern können einzig – als gleichwertige gesetzliche Zahlungsmittel – gegeneinander getauscht werden.“

      Zitat Ende

      Auch das ist eine Falschaussage von Jordan. Diese Falschaussage belegt, dass dem SNB-Direktorium offenbar nicht bewusst ist, wie Offenmarktpolitik funktioniert.

      Mit anderen Worten: Es ist korrekt, dass Sie, Roger, bei der SNB keine Banknote gegen Gold eintauschen können. Das gilt aber nicht für jene Banken, die ein Konto bei der SNB unterhalten. Wenn Sie ihre Positionen an Notenbankgeld abbauen wollen, so muss – ich wiederhole – muss die SNB Gold, Devisen oder einen anderen Vermögenswert dagegen der Bank liefern. Nur so kann die Bilanz der SNB beidseitig verkürzt werden.

      Sie können also mit einer Hunderternote auf ihre Bank gehen und dafür Euro verlangen. Ihre Bank kann mit dieser Banknote zur SNB gehen und diese als Giroguthaben gutschreiben lassen und sie kann ihr Giroguthaben bei der SNB als Euro von der SNB verlangen und so ihr Giroguthaben bei der SNB vermindern. Sie können also indirekt über Ihre Bank durchaus einen Vermögenswert von der SNB einfordern.

      Zweitens:

      Sie schreiben: „Genauso wie die SNB niemand zwingen kann, ihr etwas für SNB-Geld zu geben, kann niemand die SNB zwingen, etwas gegen SNB-Geld herzugeben.“

      Diese Aussage von Ihnen ist pauschal, ungenau und sogar falsch.

      Entscheidend ist hier die Unterscheidung zwischen Eigenkapital und Fremdkapital:

      Es ist korrekt, dass die SNB Sie nicht zwingen kann, ihnen etwas zu verkaufen gegen Notenbankgeld. Der Grund liegt darin, dass sie kein Konto bei der SNB unterhalten und die SNB nicht ihre Gläubigerin ist. Da sie keine Schulden bei der SNB haben, kann diese Sie auch nicht zwingen, ihr Geld zu geben.

      Anders sieht jedoch das Schuldner /Gläubiger-Verhältnis zwischen der SNB und den Banken aus:

      Die SNB ist Schuldnerin bei den Banken. Notenbankgeld ist nicht Eigenkapital der SNB, sondern Fremdkapital der SNB.

      Das ist der grosse Fehler, den Jordan und die Nationalbank immer wieder begehen: Sie interpretieren Notenbankgeld als Eigenkapital der SNB anstatt als Fremdkapital. Dieser Fehler hat weitreichende Konsequenzen für die Pflichten der Notenbank.

      Die Giroguthaben der Banken bei der SNB sind ja Guthaben der Banken bei der SNB. Die Banken haben somit etwas von der SNB zugut. Zudem handelt es sich nicht um irgendeine Schuld der SNB, sondern um Sichtverbindlichkeiten. D.h. die SNB muss die Guthaben der Banken auf Sicht, d.h. also sofort zurückzahlen, wenn die Banken das wollen.

      Artikel 18. Absatz 2 des Nationalbankgesetzes besagt:

      „Der Mindestreservesatz darf 4 Prozent der kurzfristigen, auf Schweizerfranken lautenden Verbindlichkeiten der Banken nicht überschreiten.“

      Daraus folgt, dass die SNB nicht mehr als 4 Prozent Giroguthaben der SNB einfordern darf. Gemäss neustem Statistischen Monatsheft geht aber hervor, dass die Banken das 26-fache an Giroguthaben bei der SNB halten, als es die Mindestreserveanforderungen verlangen.
      http://www.snb.ch/ext/stats/statmon/pdf/defr/A6_Mindestreserven.pdf

      Daraus folgt wiederum, dass die Banken jederzeit ihre Girokonten bei der SNB abbauen dürfen bis hinunter zu den Mindestanforderungen. In diesem Falle, muss die SNB Vermögen herausrücken.

      Es gibt kein Gesetz, welches festlegen würde, dass Guthaben der Banken, welche die Mindestanforderung übersteigen, von den Banken bei der SNB nicht mehr abgezogen werden dürfen.

      Die SNB ist als Schuldnerin keineswegs besser gestellt als andere Schuldner in der Volkswirtschaft.

      Auch die SNB muss ihre Schulden zurückzahlen. Die Behauptungen von SNB-Chef Jordan, in dessen „Grundsatzreferat“ vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft, wonach

      a) die Verbindlichkeiten der SNB von dieser nicht zurückbezahlt werden müssten und

      b) auch die Kredithöhe von der SNB bestimmt werden könne,

      sind somit abermals falsch.

      Zitat Jordan:

      „Diese (die Notenbankgeldmenge, Anm.d.V.) lässt sich nicht mit Schulden von gewöhnlichen Unternehmen vergleichen. Auf diesen Verbindlichkeiten leistet die SNB keinen Zins, die Laufzeit ist nicht begrenzt, und die „Kredithöhe“ kann grundsätzlich von der SNB bestimmt werden.“ (S. 5f)

      Jordan übersieht also, dass die SNB per Nationalbankgesetz nur 4 Prozent der kurzfristigen Verbindlichkeiten der Banken als Mindestreserven einfordern darf. Mit anderen Worten: Seine Behauptung, wonach die SNB die Kredithöhe grundsätzlich bestimmte widerspricht dem Bundesgesetz über die Nationalbank. Die SNB darf nicht unbegrenzt Kredite von dem Banken in Form von Notenbankgeld (Giroguthaben) aufnehmen, wenn diese nicht zustimmen.

      Genauso ist es falsch, wenn Jordan behauptet, die Laufzeit der Giroguthaben sei nicht begrenzt. Jordan übersieht, dass Giroguthaben Guthaben auf Sicht sind, d.h. jederzeit von den Banken rückforderbar sind.

      Sogar im Geschäftsbericht der SNB werden die Guthaben der Banken als „(übrige)Sichtverbindlichkeiten „ bezeichnet. (S. 151)
      http://www.snb.ch/de/mmr/reference/annrep_2014_jahresrechnung/source/annrep_2014_jahresrechnung.de.pdf

      Was sind Giroguthaben bzw. übrige Sichtverbindlichkeiten anderes als Guthaben bzw. Verbindlichkeiten, die sofort einforderbar bzw. die sofort fällig sind.

      Zudem hat die SNB ja Negativzinsen eingeführt und möchte damit erreichen, dass die Banken ihre Guthaben bei der SNB abziehen. Somit macht es keinen Sinn, zu behaupten, die Banken dürften ihre Guthaben bei der SNB nicht abziehen, wenn sie das wollen und sogar von der SNB über Negativzinsen dazu gedrängt werden.

      Drittens:

      Die SNB kann bestimmt politisch durchsetzen, dass sie nicht zum Konkursrichter gehen muss. Der Konkursrichter wäre aber ein Schutz für die Gläubigerbanken. Auf diese Weise wird verhindert, dass das Eigenkapital des Schuldners negativ wird.

      Geht die SNB nicht zum Konkursrichter bei Erreichen von null Eigenkapital und das Eigenkapital der SNB fällt in den negativen Bereich, so müssen anstelle der SNB die kreditgebenden Banken ihre Guthaben bei der SNB wertberichtigen, da die SNB über Offenmarktpolitik ihre Schulden nicht mehr vollumfänglich zurückzahlen kann.

      Konsequenz: Anstelle der SNB können die kreditgebenden Geschäftsbanken Konkurs gehen, je nachdem wie viel Kredit sie der SNB gewährt haben. Das kann aber bestimmt nicht Sinn und Zweck der SNB sein.

      Ich hoffe, Sie sehen, dass nicht ich „fixe Ideen“ habe, sondern dass unserer SNB fixe Ideen verbreitet, die unhaltbar sind. Eine davon ist die, dass die SNB keine Vermögenswerte herausgeben müsse.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer

      Sie schreiben

      „Um nun Geld aus dem Wirtschaftskreislauf abzuziehen gibt es überhaupt keinen anderen Weg, als dass die SNB der Bank Gold oder Devisen überweist und dagegen Geld zurückerhält.“

      Sie lassen leider unerwähnt, dass die SNB jederzeit SNB Bills ausgeben kann, also eigene Wertpapiere, um Liquidität abzuschöpfen. D.h. die SNB könnte derzeit mit einem Zinssatz von z.B. 0% die Giroguthaben reduzieren. Die Banken würden sicher mitmachen, um ihre Kosten wegen den Negativzinsen zu reduzieren.

      Weiter schreiben Sie:

      „Sie (die Bank, Anm.d.V) kann ihr Giroguthaben bei der SNB als Euro von der SNB verlangen und so ihr Giroguthaben bei der SNB vermindern.“

      und

      „Daraus folgt wiederum, dass die Banken jederzeit ihre Girokonten bei der SNB abbauen dürfen bis hinunter zu den Mindestanforderungen. In diesem Falle, muss die SNB Vermögen herausrücken.“

      Es ist nicht richtig, dass eine Bank von der SNB eine beliebige Währung, Gold oder sonstiges Vermögen auf Sicht fordern kann.

      Das Giroguthaben lautet auf CHF und kann nur mit CHF beglichen werden (d.h. letztlich, als gesetzliches Zahlungsmittel, mit physischen CHF-Noten). Zu diesem Zweck könnte die SNB dank Notenmonopol jederzeit beliebig viele Noten drucken und so die Giroguthaben auf Sicht auszahlen. Derzeit versucht sie diesen Effekt über Mindestzinsen zu erreichen, wie man sieht mit mässigem Erfolg. D.h. die Banken zahlen lieber (bzw. lassen ihre Kunden zahlen), als dass sie das Geld anders investieren.

      Anders bei Repo-Geschäften: Hier kauft die SNB einer Bank Wertschriften ab (=Erhörung des Giroguthabens) und verpflichtet sich, die Wertschriften bei Ablauf wieder zurückzugeben (=Reduktion des Giroguthabens).

      Freundliche Grüsse
      Escher

    • @Escher

      Erstens:

      Es ist korrekt, wie Sie schreiben, dass die SNB durch einen Passivtausch die Giroguthaben der Banken durch Schuldverschreibungen ersetzten könnte. Volkswirtschaftlich betrachtet macht das aber keinen Unterschied aus, da es sich in beiden Fällen um eine Kreditaufnahme der SNB bei den Banken handelt.

      Genauer formuliert müsste ich schreiben, es gibt keinen anderen Weg für die SNB, ihre Passivseite zu reduzieren als gleichzeitig ihre Aktivseite auch zu reduzieren, d.h. Vermögen zu veräussern.

      Zweitens:

      Doch, die SNB muss Vermögenswerte herausgeben. Bitte informieren Sie sich, wie Offenmarktpolitik funktioniert.

      Ihre Behauptung, die SNB könne die ausstehende Geldmenge verringern, indem sie noch mehr Geld emittiert, ist absurd.

      mfG

  20. Eine weitere interessante Frage wäre, wie andere Zentralbanken Ihre Bilanzen ohne die Verletzung Ihrer eigenen Eigenkapitalregeln so stark aufblähen konnten.
    Wir wissen ja alle, daß Quantitative Easing in den USA die Fed-Bilanz bis auf schätzungsweise 4 Billionen USD angehoben hat. Da hier Liquidität in den Markt gegeben wurde (in USD) und gleichzeitig assets vorhandenen sind, die stark im Wert verloren haben (Gold, Fremdwährungen, Euro), kann die Fed-Bilanz bei steigendem USD (-Index bei 97) kaum positiv sein.
    Kommt jetzt ein aktives Mitglied der SP auf die Idee, Bern auf die SNB anzusetzen, mit Hinweis auf die EK-Regel, zahlt die Schweiz die Zeche der verfehlten europäischen Wirtschaftspolitik zuerst.

    • @Deutscher in der Schweiz

      Da haben Sie Recht. Vielleicht finde ich noch einmal Zeit, um darauf in einem speziellen Beitrag einzugehen. Jetzt leider ausgeschlossen.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  21. Weshalb soll die SNB dank ihres Notenmonopols langfristig stets Eigenkapital aufbauen können (NZZ vom 30.07.2015)? Ich habe den Verfasser Thomas Fuster gebeten, seine unglückliche Formulierung so nicht stehen zu lassen. Vermutlich wollte er sagen, dass die SNB mit dem Notenmonopol ihre Geschäftsprozesse langfristig so gestalten könne, dass Gewinne anfallen und auf diesem Weg das Eigekapital wieder aufgebaut werden könne.

    • @Renzo Zbinden

      Sehr geehrter Herr Zbinden

      Besten Dank für Ihren Kommentar, über den ich sehr froh bind.

      Es ist tatsächlich so, dass die SNB und mit ihr auch die Presse mehr und mehr versucht, zu argumentieren, die SNB habe immer nur gemeint, sie könne Eigenkapital aufbauen über Gewinne, die sie erzielt.

      Dem ist aber keineswegs so: Die SNB hat stets in den Vordergrund gestellt, sie könne nicht Konkurs gehen aufgrund ihres Notenmonopols. Ich möchte Ihnen zwei Beispiele geben:

      Beispiel eins:
      Da ist einmal die Antwort des Bundesrates auf die SVP-Motion von Hans Kaufmann bezüglich Einführung einer Verschuldungslimite für die Nationalbank.

      http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20113540

      Der Bundesrat schrieb an das Parlament:

      „Spezielle Vorkehrungen wegen Insolvenz oder Illiquidität sind aufgrund der besonderen Natur der Nationalbank nicht notwendig. Im Unterschied zu Geschäftsbanken kann die Nationalbank nicht illiquid werden in Franken. Im Unterschied zu Geschäftsbanken kann die Nationalbank zudem vorübergehend auch mit negativem Eigenkapital ihre Aufgaben wahrnehmen.“

      Der Bundesrat behauptet also, die SNB könne nicht illiquid werden in Franken.

      Damit behauptet er, die SNB könne jederzeit liquide Mittel („Liquidität“) bereitstellen aufgrund ihrer besonderen Natur. Der Bundesrat betrachtet somit von der SNB emittiertes Notenbankgeld als „liquide Mittel“ der SNB und damit als Vermögen der SNB. Das ist falsch.

      Oder anders formuliert: Der BR verwechselt die Passiven der SNB (Notenbankgeld) mit deren Aktiven (liquide Mittel).

      Könnte die SNB tatsächlich „Liquide Mittel“ aus dem Nichts schöpfen (erschaffen), so bedeutete dies ein Anstieg des Eigenkapitals aus dem Nichts.

      Warum? Weil das Eigenkapital der Differenz zwischen Vermögen abzüglich Schulden entspricht. Und steigt das Vermögen ohne Schulden (aus dem Nichts), so steigt Folge dessen das Eigenkapital.

      Der Bundesrat meint also, aufgrund der besonderen Natur der SNB könne die SNB nicht illiquide werden und interpretiert damit Notenbankgeld fälschlicherweise als Eigenkapital der SNB. Der BR hat damit den Fehler der SNB übernommen.

      Der BR sagt nichts von Seigniorage und langfristiger Gewinnerziele durch die Geschäftstätigkeit. Nein – er argumentiert mit „spezielle Natur der SNB“ und „kann nicht illiquide werden in Franken“.

      Zudem übersieht der Bundesrat, dass die SNB gemäss Bundesverfassung Eigenkapital aufbauen muss und dass diese nicht operieren kann mit negativem Eigenkapital, es sei dann, man lasse zu, dass die Kreditgeber der SNB das negative Eigenkapital der SNB in ihren eigenen Büchern wertberichtigen müssen und deshalb an Stelle der SNB Konkurs gehen.

      Beispiel zwei.

      SNB-Chef Professor Doktor Thomas Jordan hielt im September 2011 vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel ein „Grundsatzreferat“ bezüglich Eigenkapitals der SNB. „Braucht die Schweizerische Nationalbank Eigenkapital?“
      http://www.snb.ch/de/mmr/speeches/id/ref_20110928_tjn/source/ref_20110928_tjn.de.pdf

      Darin sagte er u.a.:

      Zitat eins:
      „Zum einen können Zentralbanken nämlich nicht illiquid werden. „ (S. 2)

      Zitat zwei:
      „Zum einen kann eine Zentralbank nicht in Liquiditätsprobleme geraten.“
      „Zum anderen erwirtschaftet sie längerfristig immer wieder Gewinne,…“ (S. 4)

      Zitat drei:
      „Zentralbanken haben kein Liquiditätsproblem“ (S. 5)

      Zitat 4:
      „Ein erster Grund für die Sonderstellung einer Zentralbank liegt darin, dass es bei ihr keine Liquiditätsengpässe – also kurzfristige Zahlungsprobleme – gibt. Die Zentralbank kann sämtlichen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen, weil sie die benötigte Liquidität selber schaffen kann. „ (S. 5)

      Zitat 5:
      „Zweitens hat die SNB zudem von Gesetzes wegen das Recht, ausstehende Forderungen mit der Schöpfung von Franken sozusagen „aus dem Nichts“ zu begleichen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch davon, dass eine Zentralbank „Geld drucken“ kann. Dank dieser autonomen Geldschöpfungsmöglichkeit, dem Notenmonopol, gerät die SNB nie in Liquiditätsengpässe. „

      Zitat 6:
      „Da ein Liquiditätsengpass in eigener Währung unmöglich ist, stellt sogar eine Situation, in der eine Zentralbank negatives Eigenkapital ausweist, für ihre Geschäftspartner kein Problem dar. Denn im Unterschied zu anderen Unternehmen und Banken könnte sie auch in diesem Fall den künftigen Forderungen in eigener Währung immer nachkommen.“ (S. 5)

      Zitat 7:
      „Die Fähigkeit einer Zentralbank, ihre Verbindlichkeiten fortwährend zu bedienen, hat weitreichende Konsequenzen: Zum einen bleibt die SNB handlungsfähig, auch wenn sie vorübergehend ein negatives Eigenkapital ausweisen muss.“ (S. 7)

      Zitat 8:
      Lassen Sie mich zum zweiten Grund kommen, weshalb eine Periode mit negativem Eigenkapital für eine Zentralbank unproblematisch ist. Zentralbanken erwirtschaften im langfristigen Durchschnitt stets Gewinne, häufig auch als „Seigniorage“ bezeichnet. (S. 8)

      Zitat 9:
      „Das Eigenkapital der SNB kann dadurch abnehmen und unter Umständen sogar in den negativen Bereich fallen. Insbesondere reichen in einem solchen Umfeld die Zinserträge und Dividenden auf den Fremdwährungsanlagen bei weitem nicht aus, um die Wechselkursverluste zu kompensieren.“ (S. 10)

      Zitat 10:
      „Im Extremfall kann sogar ein struktureller Aufwandüberschuss entstehen. Bleibt dieser Zustand negativer Seigniorage dauerhaft bestehen, wird eine Zentralbank gezwungen, Geld zu schöpfen, um die laufenden Kosten zu decken. „ (S. 12)

      Zitat 11:
      „Denn mit „Geld drucken“ kann Eigenkapital, wie gesagt, nicht nachhaltig aufgestockt werden.“ (S. 13)

      Zitat 12:
      „Die Geldschöpfung erlaubt lediglich, den Zahlungsverpflichtungen vollständig nachzukommen.“

      Aus all diesen Zitaten aus dem „Grundsatzreferat“ von Professor Jordan geht eindeutig hervor, dass die Nationalbank behauptet, sie könne unlimitiert Liquidität schaffen und so ihr Eigenkapital aufbauen.

      Er räumt ein, dass es noch weine weiter Möglichkeit gibt, Eigenkapital aufzubauen, nämlich durch die Erzielung einer „Seigniorage“ (Zinsdifferenzgeschäft). Aber Jordan sagt sogar selber, dass diese „bei weitem nicht ausreichen, um Wechselkursverluste zu kompensieren (Zitat 9, S. 10).

      Unsere Nationalbank sollte nun endlich einmal dazu stehen, dass sie behauptet, sie könne durch „drucken von Geld“ Eigenkapital aufbauen.

      Als ich im Jahre 2014 vor der GV der SNB sprach, stritt Professor Jordan ab, dass er das gesagt habe und es eine andere Möglichkeit gäbe für die SNB, negatives Eigenkapital wieder aufzustocken ausser durch Erzielung von Gewinnen. Das stimmt aber nicht. Alle obigen Zitate aus seinem Referat beweisen das Gegenteil.

      Ich denke, da liegen nun genügend Beispiele vor, welche ganz klar verdeutlichen, dass die SNB einen verhängnisvollen Denkfehler begeht, wenn sie behauptet, sie können „Liquidität aus dem Nichts“ schaffen und so wieder Eigenkapital aufbauen.

      Nur aufgrund dieser irreführenden Behauptung vermochte die SNB Parlament und Volk vom Mindestkurs zu überzeugen. Das Resultat sehen wir. Und wenn die SNB ihre Devisenanlagen nicht abstösst, wird es über die Jahre noch schlimmer kommen.

      Wenn die SNB nicht endlich einsichtig wird, so droht negatives Eigenkapital. Und dann hilft auch die mirakulöse „Geldschöpfung aus dem Nichts“ nichts mehr. Dann werden wir Steuerzahler die SNB rekapitalisieren müssen.

      Nie hat Jordan oder der Bundesrat zugegeben, dass im Falle von negativem Eigenkapital die Steuerzahler die SNB rekapitalisieren müssen.

      Auch jetzt noch behauptet die SNB einfältig, die Steuerzahler müsste die SNB nicht rekapitalisieren im Falle von negativem Eigenkapital, da die SNB die von ihr benötigte Liquidität selber schaffen könne (vgl. dazu die Korrespondenz von Herrn Samuel Rohrbach mit der SNB, in „Hedgefund SNB: Eigenkapital unter 10 Prozent“, IP, sowie nähere Ausführungen dazu in „Auch Pierin heult mit den Wölfen“ IP).

      Sehr geehrter Herr Zbinden: Sie sehen also, der NZZ-Redaktor Fuster ist in einer Zwickmühle: Er schreibt nur, was die SNB vorgibt. Allerdings wäre von einem Redaktor der NZZ m.E. etwas mehr Kritikfähigkeit zu erwarten.

      Was sich vermisse ist, dass sich die Leser der NZZ einfach alle Falschmeldungen gefallen lassen in Sachen SNB.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Falls die Zitate von Jordan tatsächlich authentisch sind, dann haben wir einen „Professor Wirrkopf“ (in der Muppet-Show hiess er damals noch „Honigtau-Bunsenbrenner“) an der Spitze der SNB!

    • @Sandra Gstöhner

      Die Zitate sind wortwörtlich aus dem Grundsatzreferat von Prof. Dr. Jordan vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft.

      Die ganze Professorenschaft rund um die Nationalbank ist wirr. Leider.

      mfg

      Marc Meyer

    • @Sandra Gstöhner

      …zumindest verbreitet die Professorenschaft im Umfeld der Nationalbank wirre Theorien…

      mfG

      Marc Meyer

    • „Die ganze Professorenschaft rund um die Nationalbank ist wirr. Leider.“

      Das wird hier langsam ehrverletzend.

    • @Escher

      Fühlen Sie sich angesprochen?

      Ich mache doch nur „belustigende Zwischenrufe“, wie Sie schreiben.

      Ich habe mich korrigiert und geschrieben, die Theorien der Professoren sind wirr. Und das ist so.

      mfG

  22. Besten Dank für Ihre gut verständlichen Erklärungen.

    Ich denke, dass ein negatives Eigenkapital bei der SNB so lange gut geht, wie der SNB vertraut wird. Zurzeit ist das Vertrauen sehr gross (Alle reden vom „Swissie“, bei dem alles noch „clean“ sei.), also würde es bestimmt relativ lange dauern, bis der Markt denkt, er bekäme sein Geld nicht irgendwie wieder zurück. Da kann auch etwas Anderes in der Bundesverfassung stehen–es wäre nicht das erste Mal.

    Sollte es einmal dazu kommen, dass der Schweizer Staat für die Nationalbankverluste geradestehen muss (oder auch nur einen Teil), halten Sie es für plausibel, dass es zu einer per Notrecht erlassenen, einmaligen Sondersteuer zur Rettung des Frankens kommen könnte? Aus dem gewöhnlichen Staatshaushalt wäre eine solche Zahlung ja kaum finanzierbar, denn sonst würden die Staatsschulden allzu stark ansteigen.

    Ich bin der Meinung, dass eine starke und kleine Wirtschaft wie die Schweiz auf jeden Fall eine eigene Währung braucht. So liesse sich eine solche überraschende Steuer als das kleinste Übel zur Rettung der starken Schweizer Währung verkaufen. Schön wäre es einfach, wenn die Steuer sich nach dem flüssigen Kapital bemessen würde, nicht nach Sachwerten wie Immobilien, usw.

    • Genau so dürfte das ablaufen. Mit (wieder missbrauchtem) Notrecht und einer Sondersteuer. Anders wäre eine Rekapitalisierung der SNB innert nützlicher bzw. erforderlicher Frist gar nicht möglich. – Jeder der ca. 4 Millionen Steuerpflichtigen Individuen (nicht = Steuerzahler) müsste dann im Durchschnitt etwa CHF 25’000.- zusätzlich zu den übrigen Steuern abdrücken. Wahrscheinlich würden auch die Unternehmen belastet. Da das nicht alle/viele zahlen können, wird das für Besservedienende eine gewaltige Progression ergeben. Autsch!

    • @Fritsche / Lemmingway

      Js ich denke, das könnte in etwa soablaufen wie Sie schreiben.

      Deshalb müsste die SNB ihre Bilanz deponieren, sobald ihr EK weg ist.

      MfG

  23. eine vielleicht etwas einfache oder dumme Frage: wenn dem so wäre, dass die SNB „Geld aus dem Nichts“ drucken könnte, würden es dann nicht sämtliche Zentralbanken weltweit machen und den Staaten mit diesem Gratisgeld die Schulden „abkaufen“? Und alle wären glücklich, die Staaten schuldenlos, die Politiker könnten ihre Klientel verwöhnen und überhaupt, warum müssten wir noch arbeiten? Ich würde sogar zu Fuss zur Nationalbank gehen
    und dort mein zum Leben nötiges Geld abholen.

    • @realo

      Ihre Zeilen zeigen realistisch, dass es kein „Geld aus dem Nichts“ gaben kann.

      Unsere Nationalbank hat ein Brett vor dem Kopf.

      MfG

  24. Sehr geehrter Herr Meier,

    Sie mögen juristisch, sachlich, fachlich, buchhalterisch usw. recht haben. Nur nützt das leider nichts.

    Die SNB ist eine sonderrechtliche Einrichtung und nirgends steht, dass sie ein positives EK haben muss. Sie wird auch mit negativem EK einwandfrei funktionieren, wie andere Zentralbanken vor ihr.

    Übrigens gälte das für jede Unternehmung, nur wird im Falle einer normalen Firma aus Gläubigerschutz die Weiterführung gesetzlich dem Konkurs(-Verfahren) unterworfen und damit in den meisten Fällen gestoppt. Eine Firma mit negativem EK gilt algemein als insolvent und damit nicht überlebensfähig.

    Die SNB hingegen kann nicht insolvent werden, denn ob Sie das nun gutheissen oder nicht, sie kann ihr Geld defacto selbst erzeugen. Solange das so geschaffene Geld jemand will, wird das funktionieren.

    Jaja, ich kenne Ihren Einwand, dass die SNB kein Geld schaffen kann, sondern dass dies alles Schuldverschreibungen sind. Auch hier haben Sie recht, nur interessiert leider auch das niemanden. Solange die SNB ungestraft behauptet, sie schaffe Geld, und solange ihr dieses Geld jemand abnimmt (sich seine Werte also verschreiben lässt), solange wird das gut gehen.

    Ev. wäre es an der Zeit, dass Sie Ihre Position überdenken, bevor Sie von der Realität wiederlegt werden? Ein Vorschlag: Wie wäre es Sie bezeichnen Ihren Standpunkt als Antithese zur herrschenden Meinung und als Forderung, die gesetzliche Grundlage für die SNB zu ändern? Dann allerdings müssten Sie nicht hier oder an der SNB GV intervenieren, sondern beim Gesetzgeber, also im Parlament oder mit einer Initiative beim Volk. Damit hätten Sie wenigstens die Chance, das sich etwas in Ihrem Sinne bewegt. Hier auf IP dient Ihr hinlänglich bekannter Standpunkt bestenfalls als amüsanter Zwischenruf, mit allem (grossem) Respekt für Ihren ungebrochenen Enthusiasmus.

    • @Escher

      Sehr geehrter Herr Escher

      Besten Dank.

      Darf ich Ihnen Bundesverfassung Artikel 99, Absatz 3 in Erinnerung rufen:

      „Die Schweizerische Nationalbank bildet aus ihren Erträgen ausreichende Währungsreserven; ein Teil dieser Reserven wird in Gold gehalten.“

      Ich nehme an, sie wissen, dass es sich bei „Reserven“ um Eigenkapital handelt. Wenn nicht, so sollten Sie sich entsprechend weiterbilden. Gilt übrigens auch für das Direktorium der Nationalbank.

      Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist also per Bundesverfassung dazu verpflichtet, Eigenkapital zu bilden.

      Bitte informieren Sie sich korrekt.

      Es geht also nicht darum, die Bundesverfassung zu ändern, sondern sie einzuhalten und durchzusetzen.

      Zudem begehen Sie denselben Überlegungsfehler wie Herr Jordan: Sie interpretieren Geld fälschlicherweise auch als Zahlungsmittel und damit als Aktivum der SNB statt als Passivum. Wie die SNB drehen Sie sich im Kreis. Tumb.

      Aber wer nicht verstehen will, der kann nicht verstehen.

      Lieber CHF 50‘000‘000‘000 in einem halben Jahr verlieren als einen Fehler einzugestehen. Angst, das Gesicht zu verlieren?

      Das gilt für Sie also offenbar genauso wie für Herrn Jordan. Da hilft auch Ihre leicht herablassende und süffisante Art nicht. Diese passt übrigens ganz in Bild der SNB. Bluten tut dafür der Schweizer Steuerzahler.

      Was meinen Sie, wenn Sie und Herr Jordan Ihre Position einmal überdenken würden? Vielleicht einmal „vom hohen Ross heruntersteigen“. Wie wär`s damit?

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @escher
      Sie wollen also tatsächlich, dass Dr. Meyer ans Parlament gelangt, resp. eine Volksinitiative lanciert, obwohl sogar die NZZ solchen bodenlosen Blödsinn zum Thema abgibt ?

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer

      Vorweg: Bitte entschuldigen Sie, dass ich Ihren Namen falsch geschrieben hatte. Und besten Dank für Ihre Antwort.

      Wir sollten einige grundlegende buchhalterische Dinge klären, bevor wir weiter diskutieren.

      Sie schreiben „Die Schweizerische Nationalbank bildet aus ihren Erträgen ausreichende Währungsreserven; ein Teil dieser Reserven wird in Gold gehalten.“ und „Ich nehme an, sie wissen, dass es sich bei „Reserven“ um Eigenkapital handelt.“

      Ja, ich weiss dass Reserven bilanztechnisch gesehen Eigenkapital sind. Aber „Währungsreserven“ sind es eben gerade nicht: Solche sind per Definition Aktivpositionen (https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4hrungsreserve). Es wäre auch nicht möglich, auf der Passivseite der Bilanz Goldbestände zu bilden, höchstens Goldschulden. So gesehen sollte man eher von Währungsbeständen sprechen, um Missverständnisse zu vermeiden.

      Insofern lässt sich aus diesem BV-Artikel keine Verpflichtung zur Eigenkapitalbildung ableiten, weder juristisch noch sachlich.

      Wodurch wird Eigenkapital gebildet? Die in der Praxis bekannten drei Wege sind:

      1. Verkauf von Anteilen gegen Bargeld (oder andere Vermögensbestände). In diesem Fall lautet die Buchung „Bargeld / Eigenkapital“.
      2. Gutschrift von Gewinn. Buchung „Erfolg / Eigenkapital“
      3. Bildung von stillen Reserven. Buchung z.B. „Abschreibung / AV“. Im wesentlichen läuft es auf 2. heraus.

      Die Bildung von Währungsreserven, ob nun Gold oder eine Notenbankwährung, erfolgt durch Ankauf von besagten Währungen bzw. Gold. Die eingekaufte Währung wird dann zu einem Aktivum, zB. mit diesen Buchungssätzen:

      – Goldbestand / Geldbestand
      – Währungsbestand / Geldbestand

      D.h. die SNB kauft eine bestimmte Menge an Gold bzw. Währungseinheiten und bezahlt damit mit Geld (oder einem anderen Aktivum – sie könnte z.B. auch USD mit EUR bezahlen, oder theoretisch auch mit ihren Gebäuden).

      Das ist ein klassischer Aktivtausch in der Bilanz – ein Wertbestand wird gegen einen anderen ausgetauscht.

      Entsteht daraus nun Eigenkapital? Unmittelbar nicht, da die Bewertung zunächst nach Einstandspreisen zu erfolgen hat. Später, beim Quartals- oder Jahresabschluss, kann die Bewertung nach fairen Kritieren erfolgen, d.h. der Gold- oder Währungsbestand wird mit dem Marktwert eingesetzt. Das kann zu Gewinnen führen, die dann zur Äufnung des Eigenkapitals genutzt werden können.

      PS: Wie Sie unzweifelhaft wissen kann ich nicht vom Ross steigen, höchstens vom Sockel. http://bit.ly/1SRgDGB

      Freundliche Grüsse
      Escher

    • @Escher

      Danke für den Kommentar.

      Das sehe ich anders: Definitionen aus Wikipedia dürfen niemals Grundlage sein für die Geldpolitik unserer Nationalbank. Insbesondere dann nicht, wenn es um über 500 Milliarden geht.

      Aber das ist wirklich eine „Wikipedia-Geldpolitik“, die unsere Nationalbank betreibt.

      Aus Erträgen werden Reserven gebildet heisst nun eindeutig, dass die Erträge nicht ausgeschüttet werden, sondern dass damit Eigenkapital zu bilden ist.

      Währungsreserven und Devisenanlagen sind niemals dasselbe, wie Wikipedia meint. Und wären Währungsreserven und Devisenanlagen dasselbe, so könnte die SNB ihre Devisenanlagen nicht in Gold anlegen, da es sich dabei um zwei verschiedene Konti auf der Aktivseite der SNB-Bilanz handelt. Entweder Gold oder Devisen. Aber nicht Devisen in Gold angelegt.

      Deshalb kann es sich bei den Währungsreserven nicht um die Devisenanlagen handeln. Ergo folgt: Währungsreserven der SNB sind EK der SNB, welches als Sicherheit für die eigene Währung dient. Der Ausdruck Währung steht zudem immer für die einheimische Währung im Gegensatz zu Devisen, welche ausländische Währung sind.

      SNB-Chef Jordan widerspricht der Bundesverfassung, wenn er in der Schweiz herumreist und behauptet, die SNB dürfe negatives Eigenkapital ausweisen.

      Ferner möchte ich Ihnen nochmals die Offenmarktpolitik erklären. Offenmarktpolitik ist der einzige Weg für eine Zentralbank, Geld in den Wirtschaftskreislauf zu bringen und von dort wieder abzuziehen.

      Um Geld in den Umlauf zu bringen, kauft die SNB Gold, Devisen usw. Will sie den Geldumlauf reduzieren, so kann sie das nur, wenn sie das gekaufte Gold, Devisen usw. wieder verkauft und dafür Notenbankgeld zurückerhält.

      Die SNB kann kein Geld aus dem Wirtschaftskreislauf entnehmen, wenn sie noch mehr Notenbankgeld ins System gibt, wie Sie behaupten. Das kann man drehen und wenden wie man will: Ob die Wirtschaftssubjekte Vertrauen haben in die SNB oder nicht: Wenn sie Notenbankgeld abbauen wollen, so wollen sie nicht zusätzliches Notenbankgeld, wie Sie meinen.

      Wenn die Banken ihren Bestand an Notenbankgeld abbauen möchten, so muss die SNB – ich wiederhole – muss die SNB ihnen dafür Gold, Devisen usw. geben. Sie kann nur das zurückgeben, was sie vorher damit gekauft hat.

      Auf keinen Fall kann die SNB den Banken Notenbankgeld geben, wenn die Banken ihren Bestand an Notenbankgeld abbauen wollen.

      In seinem „Grundsatzreferat“ vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel behauptet SNB-Chef Prof. Thomas Jordan:

      „Da es sich zudem bei den Noten und den Giroguthaben um gesetzliche Zahlungsmittel handelt, sind diese Verbindlichkeiten auch nicht im eigentlichen Sinne einforderbar, sondern können einzig – als gleichwertige gesetzliche Zahlungsmittel – gegeneinander getauscht werden.“ (S. 6)

      Diese Aussagen belegen, dass der SNB-Chef das Funktionieren der Offenmarktpolitik offenbar nicht verstanden hat. Die Giroguthaben der Banken bei der SNB können nur abgebaut werden, wenn die SNB ihre Aktivseite reduziert, d.h. Vermögen wie Gold, Devisen usw. verkauft. Nur so ist eine beidseitige Verkürzung der SNB-Bilanz möglich. Das übersieht Jordan.

      Dass die SNB fälschlicherweise meint, sie könne durch „Geld drucken“ ihr Eigenkapital aufbauen habe ich in meinem Beitrag oben an Herrn Renzo Zbinden ausführlich dargelegt. Darf ich darauf verweisen?

      Ganz und gar nicht einverstanden bin ich auch mit ihrem Buchungssatz

      Banknoten / Eigenkapital

      Dieser Buchungssatz gilt für Geldfälscher. Das ist nur möglich bei Geld drucken aus dem nichts. Das ist eben Geldfälschung.

      Also bitte kommen Sie dennoch von Ihrem „hohen Sockel herunter“. Alfred Escher würde sich im Grabe umdrehen, wenn er Ihre und die Irrlehren der SNB mitbekäme.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer

      Währungsreserven werden nicht dadurch zu Passiv-Positionen in der SNB Bilanz, weil Sie sich das so vorstellen.

      Es sind Aktiv-Positionen, weil es sich um geldwerte Bestände handelt, genau wie auch alle anderen geldwerten Bestände Aktivpositionen sind. Positionen auf der Passivseite der Bilanz sind per Definition Schulden, übrigens auch das Eigenkapital (es gehört nämlich den Eignern).

      Erklären Sie uns doch bitte einmal, wie z.B. der Goldbestand auf Passivseite gebildet werden soll, oder wie Devisenanlagen auf die Passivseite gelangen sollen (wo sie sein müssten, wenn ihre Definition stimmen würde, denn das EK ist auf der Passivseite der Bilanz zu finden; darüber sind wir uns ja hoffentlich einig?)

      Wikipedia ist ein durchaus zitiertfähiges Medium. Wir können aber auch gerne autoritativere Medien herbeiziehen:

      Wie wäre es mit dem Springer Gabler Wirtschaftslexikon, ist Ihnen das genehm?

      http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/1575/waehrungsreserven-v9.html

      Oder vielleicht lieber die Deutche Bundesbank?

      https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Service/Glossar/_functions/glossar.html?lv2=32060&lv3=61704

      Die SNB werden Sie ja wohl nicht als verlässliche Quelle akzeptieren, doch ihre Definition stimmt mit den vorgenannten überein:

      http://www.snb.ch/de/system/glossary#__W (2. Eintrag)

      In allen diesen Quellen ist klar ersichtlich, dass es sich bei Währungsreserven um einen Aktivposten handelt, der Devisenanlagen und Goldbestände umfasst. Übrigens lässt sich das auch aus der SNB Bilanz lesen. Sie wollen ja kaum behaupten, die SNB hätte die Bilanz falsch erstellt?

      Die Bundesverfassung sagt nichts aus zur Kapitalisierung der SNB. Deshalb kann Herr Jordan gegen keine darin angeblich zum EK genannten Bestimmungen verstossen.

      Die SNB kann immer dann EK aus eigenen Mitteln aufbauen, wenn sie Devisenbestände (oder Gold) kauft, die am Ende der Bilanzperiode einen höheren Wert aufweisen, als zum Zeitpunkt des Einkaufs. Das ergibt einen Gewinn, der wenigstens teilweise dem EK zugeschlagen wird und damit eben EK bildet. Hier unterscheidet sich die SNB in keiner Weise von übrigen Unternehmen.

      Die SNB kann jedoch, anders als eine normalgesetzliche Firma, auch mit negativem EK operieren, da sie das Geldmonopol innehat.

      Der Buchungssatz „Banknoten / Eigenkapital“ ist Ihre Erfindung. Meiner lautete „Bargeld / Eigenkapital“ und bezog sich auf die Ausgabe (=Verkauf) von Unternehmensanteilen. Anstatt Bargeld kann das Soll-Konto im übrigen auch ein anderen Aktivkonto sein, z.B. „Bankguthaben“, „Devisen“, „Gold“, „Immobilien“ oder ähnliches. Der Buchungssatz hat mit Geldfälschung also nicht zu tun.

      Alfred Escher würde sich in der Tat im Grabe umdrehen, wenn er wüsste was in der Schweiz heutzutage abläuft. Ich zweifle allerdings, ob er mit Ihnen einig wäre.

      Freundliche Grüsse
      Escher

    • @Escher

      Erstens:
      Die Bestimmung in der Bundesverfassung ist eindeutig und klar: Die SNB bildet aus ihren Erträgen Währungsreserven. Aus Erträgen wird Eigenkapital gebildet.
      Bestimmt wurde in der Verfassung nicht festgelegt, dass die SNB in Devisen zu investieren habe. Zudem könnten Devisenanlagen nicht zudem Goldanlagen sein. Beide sind zwei verschiedenen Konti auf der Aktivseite der SNB-Bilanz.

      Zweitens:
      Ein grosses, wenn nicht das grösste Problem in der Volkswirtschaftslehre sind terminologische Missverständnisse. Und das schon seit Jahrzehnten, ja seit Jahrhunderten. Sie können demnach so viele Werke aufführen, wie Sie wollen: Sie allen bezeichnen Devisenanlagen (Aktiven) fälschlicherweise als „Währungsreserven“.

      Drittens:
      Dass Eigenkapital aus einem Wertzuwachs bei z.B. Gold oder Devisen oder sonstigen Wertschriften resultieren kann ist klar und schreiben Sie erst jetzt. Das wäre dann aber ein Goldertrag, Ertrag auf Fremdwährungen oder Wertschriftenertrag. Das Problem ist nun, dass die SNB nicht Vermögen gekauft hat, das an Wert gewinnt, sondern verliert – über 50 Mrd. in einem halben Jahr. Wir müssen also nicht über Gewinne uns aufhalten, wenn die SNB massive Verluste präsentiert.

      Viertens:
      Falls die SNB mit negativem Eigenkapital operiert, müssen die Kreditgeber der SNB ihre Guthaben bei der SN£B entsprechend wertberichtigen. Es können also Geschäftsbanken Konkurs gehen anstelle der SNB.
      Zudem kann die SNB trotz Notenmonopol ihr Eigenkapital nicht aufstocken, da Notenbankgeld nicht Eigenkapital der SNB darstellt, wie Jordan behauptet, sondern Fremdkapital.

      Fünftens:

      Sie haben den Buchungssatz geschrieben:

      Bargeld / Eigenkapital

      Ob nun Bargeld oder Banknoten ist nicht entscheidend.

      Jetzt behaupten Sie, Bargeld könne dasselbe sein wie Gold oder Immobilien usw.

      Bitte hören Sie auf mit solchen Verdrehungen.

      Dafür habe ich keine Zeit.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Herr Dr. Meyer

      Sie unterstellen mir Verdrehungen. Doch leider sind Sie es, der hier die Dinge verdreht.

      Ich hatte geschrieben (lesen sie oben selbst nach!), dass Eigenkapital nur durch drei Arten entstehen kann, zwei davon über Gewinnbuchungen und die dritte über die Einzahlung von Eigneranteilen. Und diese äufnen nun mal ein Konto auf der Aktivseite der Bilanz, ob das nun Bargeld oder andere Aktiven sind. Und selbstverständlich kann ein Eigner seine Anteile (im Prinzip) mit Gold erwerben.

      Leider haben Sie meine sachlichen Einwände bisher nur dazu benutzt, Nebelpetarden zu werfen in Form von falsch zitierten oder aus dem Kontext gerissenen Satzfragmenten. Mit allem Respekt, Herr Dr. Meyer, das spricht leider nicht direkt für die Stärke Ihrer Argumente.

      Freundliche Grüsse
      Escher

    • @Michi

      Auf Englisch gibt es das schöne Sprichwort „barking up the wrong tree“ für jemanden, der sich mit seinem Anliegen an den falschen Adressaten wendet. Genau das macht Herr Dr. Meyer schon seit geraumer Zeit, indem er die SNB und ihre Führung dafür angreift, den gesetzlichen Auftrag der SNB umzusetzen. Die SNB Führung ist nun aber der denkbar schlechteste Adressat für diese Kritik, denn sie hat keinerlei Möglichkeit, ihren Auftrag zu ändern. Das kann nur die Politik.
      Deshalb meine Anregung an Herrn Dr. Meyer, sich dort Gehört zu verschaffen, wenn er denn überhaupt will, dass sich etwas in seinem Sinne ändert.

      Zum Notenmonopol. Die SNB schöpft z.B. (Geld-)Wert, indem sie z.B. einer Bank Kredite vergibt bzw. Liquidität zur Verfügung stellt. Im übrigen kann sie tatsächlich Geld aus dem Nichts erschaffen – das ist exakt das Wesen des Notenmonopols.

      Darin unterscheidet sie sich von allen anderen Wirtschaftssubjekten.

      Deshalb kann sie mit der von ihr selbst bestimmten (Notenbank-)Geldmenge den Wert der Währung beeinflussen – ist zuviel Geld im Umlauf sinkt der (reale) Wert, die Preise steigen, die Inflation nimmt zu – und umgekehrt.

      Dieser FAZ Artikel erläutert kurz und nachvollziehbar wie Geldschöpfung funktioniert: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/geldschoepfung-wie-kommt-geld-in-die-welt-11637825.html

      @“Meyer“

      Wir lassen die Beiträge einfach mal so stehen, denn Sie sind jeglichen Argumenten leider vollständig verschlossen, ja mehr noch, Sie scheinen davon auszugehen, dass ausser Ihnen (und jenen die Ihre Meinung teilen) eigentlich niemand über genügend Sachverstand verfügt, vor allem nicht die SNB und ihr derzeitiger Chef. Auf dieser Grundlage weiter zu diskutieren bringt nun wirklich nichts.

      Freundliche Grüsse
      Escher

    • @Escher

      Sie schreiben:

      „Zum Notenmonopol. Die SNB schöpft z.B. (Geld-)Wert, indem sie z.B. einer Bank Kredite vergibt bzw. Liquidität zur Verfügung stellt. Im übrigen kann sie tatsächlich Geld aus dem Nichts erschaffen – das ist exakt das Wesen des Notenmonopols.“

      Wenn die SNB einer Bank einen Kredit gewährt, so ist das ein Aktivum aus Sicht der SNB.

      Stellt die SNB einer Bank Liquidität zur Verfügung, so ist das ein Passivum auf Sicht der SNB (Notenumlauf ist SNB-Passivum).

      Prof. Jordan hat die Pflicht, die Politik und die Öffentlichkeit korrekt zu informieren, was im Falle von negativem Eigenkapital der SNB geschieht.

      Er behauptet, die SNB könne in diesem Fall durch Drucken von Banknoten Eigenkapital aufbauen. Das ist aber falsch: Die Steuerzahler werden die SNB rekapitalisieren müssen.

      MfG

    • @Dr. Meyer

      Sie führen immer wieder ins Feld, Herr Jordan „behauptet, die SNB könne in diesem Fall durch Drucken von Banknoten Eigenkapital aufbauen.“

      Das hat Herr Jordan so nicht gesagt. Zitat aus seinem Grundsatzreferat, Braucht die Schweizerische Nationalbank Eigenkapital?, 2011, S. 8:

      „Lassen Sie mich zum zweiten Grund kommen, weshalb eine Periode mit negativem Eigenkapital für eine Zentralbank unproblematisch ist. Zentralbanken erwirtschaften im langfristigen Durchschnitt stets Gewinne, häufig auch als „Seigniorage“ bezeichnet. Mit diesen Gewinnen können Zentralbanken nach Verlusten ihr Eigenkapital immer wieder aufbauen. Der Hauptgrund für die Fähigkeit, Gewinne zu erzielen, liegt darin, dass für Zentralbanken – im Gegensatz zu privaten Unternehmen – die Finanzierung ihrer Aktiven dank des Notenmonopols im Normalfall praktisch gratis ist.“ Quelle: http://www.snb.ch/de/mmr/speeches/id/ref_20110928_tjn

      Herr Jordan sagt also wörtlich, dass die SNB nur über Gewinne (sic!) Eigenkapital aufbauen kann, und erklärt auch, woher diese Gewinne stammen.

      Sie, Herr Dr. Meyer, reissen seine Aussagen aus dem Kontext, machen daraus die verkürzte und falsche Formel „Eigenkapital aus dem Nichts“, was er noch einmal explizit *nicht* gesagt hat, und empören sich dann über den angeblichen Irrtum, dem Herr Jordan angeblich aufsitze.

      Doch es sind Sie, lieber Herr Dr. Meyer, der irrt, weil sie nämlich nicht die Argumente von Herrn Jordan kontern, sondern eine von Ihnen selbst produzierte unvollständige Zusammenfassung in vier Worten dessen was Herr Jordan über 14 Seiten lang detailliert argumentiert hat.

      Auf Ihre eigene Zusammenfassung nehmen Sie dann bei jeder Gelegenheit bezug und behaupten, dass sei alles was Herr Jordan gesagt habe und das sei ja grundfalsch. Ja, richtig, Herr Meyer, das was Sie zitieren ist grundfalsch, aber es ist eben *Ihre* Aussage und nicht die von Herrn Jordan.

      „Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.“ (Konfuzius)

    • Sehr geehrter Escher

      Besten Dank für Ihre Bemerkung vom 05.08.15/13.43

      Ich habe den FAZ-Artikel gelesen und bin zu folgender Erkenntnis gekommen:

      1.
      Die SNB bringt Geld in Umlauf, indem Sie dieses via Girokonten der Banken ausgibt. Die Banken ihrerseits müssen für den „Notenbezug“ eine Sicherheit bei der SNB hinterlegen, welche einem Bruchteil der bezogenen Geldmenge entspricht. Mit diesen Sicherheiten wiederum kann die SNB ihrerseits erfolgsversprechende Geschäfte tätigen.

      2.
      Die SNB bringt das Geld selber in Umlauf indem sie die Noten gegen ein anderes Gut eintauscht. In diesem Fall also EUR.

      Gemäss meinem Verständnis hat bei beiden Szenarien eine Wertschöpfung begonnen da ein Gegenwert eingetauscht wird. Ich habe im Artikel nirgends gelesen, dass die SNB die Noten gratis in Umlauf bringt. Es scheint also immer eine „geschäftliche Tätigkeit“ für die Geldausgabe nötig zu sein.

      Für mich als Laie ist der Geldfluss einigermassen nachvollziehbar. Es ist für mich auch erkennbar, dass der Tausch CHF-EUR für die Schweizer Wirtschaft eine Zeit lang eine Notlösung war. Klar ersichtlich ist meines Erachtens auch, dass eine SNB niemals in dem Umfang am Markt intervenieren kann in Welchem die ganze EU gerade den Bach ab geht. Es ist/war also ein utopischer Lösungsansatz der kleinen SNB mit dieser imensen Geldausgabe den grossen EU-Markt regulieren zu wollen. Das Ergebnis aus diesem Geschäft liegt ja nun vor und der direkte Einfluss auf das Eigenkapital ist mit Minus 50Mia klar bezifferbar.

      Ich glaube, vor etwas mehr als 70 Jahren hat schon einmal jemand versucht mit einer Geldschwemme einen Krieg zu finanzieren. Das ist dann auch in die Hosen gegangen weil irgendwann zuviel Geld vorhanden war und die nötigen Gegenwerte einfach nicht mehr da waren….

      Freundliche Grüsse
      Michi

  25. Wenn das equity weg ist, was plus minus der fall ist, gibt es mark to model, man laesst das asset einfach stehen zum „fairen“ preis gemaess modell. (Bonds sind einfach 100 wert.)
    Beim euro und co muss man wohl „all in“ gehen
    Acheter alles netto tutto. Der kurs darf nicht mehr sinken.
    Man braucht wohl noch nen guten event um das zu rechtfertigen. Schlechte buchungen im tourismus duerften da im herbst nebst anderem ein gutes argument sein.
    Das mit dem abschoepfen ist eben schwierig. Notenbankbilanzen kennen nur immer ein weg.
    Mathematisch spannend; geht das wachstum der snb bilanz nur weiter grad in den himmel oder kann des sogar ueberharngend werden…?

    • @hbs

      Wenn die SNB ihre Devisen nicht anstösst, so wird dsd zu weiteren Verlusten führen bis zur Zahlungsunfähigkeit det SNB.

      MfG

  26. Eine Frage worauf ich noch nie eine Antwort im Web gefunden habe:

    Was passiert mit dem Schweizer Franken, falls die SNB Konkurs gehen würde?

    Müsste der Bund eine neue Währung schaffen?

    Danke für eure Gedanken

    • @Ramseier aus dem Emmental

      Danke.

      Der Wert von Notenbankgeld sollte fallen und damit auch die Kaufkraft von Notenbankgeld. Dieses Loch ist erst gestopft, wenn die SNB ihre Devisen verkauft hat. Tut sie das nicht, so wird der Schaden für die Schweiz immer grösser bei steigendem Franken.

      Eine Währungsreform könnte dann die Folge bzw. Lösung sein.

      Zu unterscheiden vom Wert des Notenbankgeldes ist der Aussenwert des Frankens. Dieser dürfte weitersteigen. DIe ausländischen Investoren halten ja nicht Notenbankgeld, sondern beispielsweise ein Guthaben bei den Banken (Grossbanken, Kantonalbanken).

      Für sie garantieren deshalb zusätzlich die Schweizer Steuerzahler und die Eigenkapitalgeber der Banken.

      mfG

  27. Eigentlich ist es ja tragisch komisch, wie sich Wirtschaftsfachleute über die simplen Auswirkungen einer Geldmenenausweitung in der Bilanz der SNB uneinig sein können. Unfassbar. Die NZZ stellt sich gerne als besonders intellektuell dar, liegt m.E. aber in ihrer Beurteilung, wie Marc Meyer schreibt, falsch.

    Ein Blick auf die Bilanz der SNB zeigt, dass die Bilanz der SNB seit 2010 massiv verlängert wurde und der Eigenkapitalanteil entsprechend in % deutlich abgenommen hat. Für die aus meiner Sicht höchst spekulativen Devisenkäufe wurden in Q1 massive Verluste (Bewertungskorrekturen) eingefahren. Angesichts der desolaten Finanzlage im Euroraum sind weitere Korrekturen absehbar. Die Frage des fairen Wechselkurses rückt dabei in den Hintergrund, weil in erster Linie eine sichere Währung gefragt ist.

    • @ Zukunftsforscher

      Ja unglaublich: Die SNB ist nicht fähig ihre eigene Bilanz zu lesen.

      Aus Schulden (Banknoten) macht sie Vermögen (Liquidität bzw. Liquide Mittel).

      MfG

  28. jaja, unsere Qualitätsmedien. Derselben Quatsch heute um 8 auf SRF1. Sobald etwas ein bisschen komplexer wird, schalten die das Gehirn aus und plappern nur noch…

    • @stiller Beobachter

      Danke

      Haben die auf SRF1 wieder behauptet, die SNB könne dank dem Notenmonopol nicht Konkurs gehen?

      mfG

    • So isses leider. Es genügt dort, wenn ein Journi ein Mikro gerade halten kann oder weiss wie man einen Text in Word schreibt und dazu noch locker-flockig-lässig-dumpfbackig einigermassen Hochdeutsch parlieren kann.
      Schlimm ist, dass das breite Volk immer noch davon ausgeht, dass Würden- und Titelträger (BR, Prof., Direktor etc.) tatsächlich „ihr“ Metier beherrschen. Das ist leider sehr oft nicht der Fall. Ich gehe davon aus, dass z.B. die einfachen aber grundlegenden Gesetze der Doppelten Buchhaltung oder der „Offenmarktpolitik“ für viele an den Hebeln sitzende Bundesräte und Akademiker bei der SNB ein Buch mit sieben Siegeln sind. Da wird einfach inkompetent gewurstelt und nach aussen – mit Unterstützung der Medien – geschauspielert und hohl repräsentiert.

    • @Hansi Hinseher

      Danke.

      Ja nicht einmal SNB – Chef Professor Doktor Thomas Jorden versteht Offenmarktpoliti, wenn er behauptet die SNB müsse nie von ihrem Vermögen herausgegeben.

      Eifach alles nur noch peinlich.

      MfG