Der wahre Grund, warum die SNB-Bilanz durchs Dach geht

Die unbegrenzte Ausdehnung ihrer Bilanz ist nicht auf die Strategie der Nationalbank der Abschwächung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro zurückzuführen. Hier ein weiterer Beweis, falls Sie noch Zweifel haben.

Die SNB hat Ende September ihre Finanz- und Buchführungsdaten offengelegt. Die untenstehende Tabelle zeigt eine Ausdehnung der Devisenanlagen der SNB um 56 Milliarden in den ersten neun Monaten des Jahres 2015.

Über diese neun Monate hinweg hat sich aber das in Euro investierte Volumen vom 1. Januar bis zum 30. September 2015 nur wenig bewegt. Die Position der in Euro getätigten Investitionen ging von 236’360 Millionen Franken auf 237’135 zurück.

Die entsprechende Euro-Menge bewegte sich von 196’574 auf 217’416 Euro. Dies ist fast ausschliesslich auf die Änderung des Euro-Franken-Kurses von 1.20 im Jahr 2014 auf 1.09 im Jahr 2015 zurückzuführen.

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Die Euro-Position hat keinen Einfluss auf die Zunahme von 56 Milliarden bei den Anlagen in Fremdwährung.

Die Bilanzausdehnung ist somit anderswo zu suchen:

1. Massiver Kauf von US-Dollar: Die Vermögenswerte in US-Dollar stiegen von 147’214 Franken Ende 2014 auf 189’867 im September 2015, entsprechend einer Zunahme um rund 43 Milliarden. Diese Währung stieg in wenigen Monaten von 29% der Fremdwährungsanlagen auf 32%.

2. Grosser Kauf von Pfund Sterling: Die Vermögenswerte in dieser Währung stiegen in der untersuchten Periode von 34’223 Millionen auf 41’973, das heisst 7’750 Millionen, fast 8 Milliarden, Progression.

3. Auch Yen-Käufe standen im Visier der SNB: Das Volumen stieg 2015 von 39’310 Millionen auf 43’042 beziehungsweise rund 4 Milliarden.

Zwischenzeitlich ist der Euro gegenüber dem Dollar schwächer geworden. Die SNB hat daher das Gegenteil davon bewirkt, als was sie in ihrer Mitteilung erklärte; nämlich dass sie mithelfen würde, den Euro zulasten einer möglichen Stärkung des Schweizer Frankens zu schwächen.

Man könnte demnach behaupten, die Währungspolitik der SNB unterstehe vollständig dem „Krieg“, den Wallstreet auf seinem Eroberungs- und Privatisierungsfeldzug rund um den Planeten führt.

Liliane USD

Der „starke Schweizer Franken“ und die „Unterstützung der Schweizer Exporteure“, zwei Aussagen, welche die Geschäftsführung der SNB und ihre Botschafter derart gern herausstreichen, sind ein starkes Schlafmittel, um die Politiker und das Schweizer Volk daran zu hindern, unbequeme Fragen zu stellen und sich gegen diese neue Art einer Unterdrückung zu wehren.

Es stellt sich die Frage: Werden wir von den Reden gewisser finanzpolitischer Führungskräfte getäuscht?

Kommentare

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  1. Apropos SNB: Hätte ein guter Verwalter den Wechselkurs zum € nicht bei 1.20 belassen, statt unsere Exportindustrie – noch vor der Zeit – an die Wand zu fahren? Die sich ergebende Flut an bunt bedruckten Papierchen hätte man sofort in Gold umtauschen können und damit die 1000 Fr.-Notendruckmaschine zum Goldesel gemacht. Was wird nach der sich abzeichnenden Katastrophe mehr Wert haben, eine Palette mit Papier oder eine Palette mit Gold? So dumm werden die Jungs der SNB ja nicht sein! Wer kontrolliert diese aber, ob sie die Papiere nicht tatsächlich in Metall anlegen und dieses dann am Schweizervolk vorbei manövrieren um Spezialinteressen zu befriedigen??

    • Noch vor der Zeit deshalb, weil schlussendlich sich alle Fabrikation nach China verlagern wird, inklusive der Deutschen Automobilindustrie. Wenn ein Arbeiter in China in einem Monat nicht mehr verdient als ein Handwerker hier in EINER Stunde, braucht man nicht studiert zu haben, um zu erkennen, was die Stunde geschlagen hat und welches Aufwertungspotential der Chinesische Yuan Renminbi beinhaltet. Den Feinden Chinas wird es NIEMALS gelingen, dort ein 2-Parteien System beliebt zu machen, um die dummen Chinesen auszubremsen und die Gewaltentrennung dort zu ihrem Vorteil zu missbrauchen. Nach 9/11 hat unsere westliche Gewaltentrennung kläglich VERSAGT. Wer China bereiste, wird unschwer feststellen, dass das Land ein Hort von Disziplin und Sicherheit darstellt, wo Übeltäter NICHT auf Kosten von Steuerzahlern durch eine Sozialindustrie für 30’000 Franken pro Monat gehegt und gepflegt werden. Hahaha! China wird auf seinem unaufhaltsamen Marsch zur Weltherrschaft nicht aufgehalten werden können, weil Reichtum schlussendlich nur durch Arbeit, niemals aber durch Betrug zu erwerben ist.

  2. Bin ich nur ein Tor, nur weil ich gegen den Strom schwimme, um zur Quelle zu gelangen? Kriege ich gegenwärtig für einen CHF nicht 6.5 Chinesische Yuan Renminbi? Hat am 4.11.15 China seine streng kontrollierte Währung nicht bis 2020 freigegeben? Ist seit dem 10.11.15 der direkte Handel des Yuan gegen den CHF nicht erlaubt? Wieso wird das nun von unserer 4ten Gewalt nicht mitgeteilt? Unsere Pensionskassen sorgen sich um 5 % Rendite und beachten nicht, dass die Chinesische Währung schlussendlich 650 % Rendite erschaffen wird, wenn der Yuan zum CHF Parität erreicht und den wertlosen $ als Weltwährung ablösen wird. Wer glaubt, Mitarbeiter der SNB seien Freunde unseres Volches, irrt sich gewaltig, denn sie sind NUR Komplizen des mörderischen NAZI-US-Schurkenstaates.

    • @Rudolf R. Blaser:
      Sorry, aber ich muss diese Frage stellen:
      Wo hat man sie rausgelassen oder wo sind Sie entflohen? Bei der solchen Flut von Paranoia-Aussagen muss man diese Befürchtungen haben.

    • Tz, tz, da hat sich jemand meine Perücke übergezogen. In diesem Fall aber ganz meine Meinung!

  3. Die Diversifizierung von Währungen sind aus risikopolitischen Gründen nachvollziehbar. Dass aber eine fast grössenwahnsinnige Bilanz aus „Gratisgeld“ nicht dazu verwendet wird um in der Schweiz die Infrastruktur zu modernisieren ist fahrlässig und dumm. Nachdem nun aber die Grünen und ihre Zuwanderungspolitik der „Ressourcenreinen und keine stromverbrauchenden Fachkräfte“ gescheitert ist, besinnt man sich hoffentlich wieder auf den Wirtschafts- und Bürgerstaat. Das Parlament hat den Anfang gemacht und nun muss die Bundesverwaltung endlich wieder dem Bürger dienen und ihm die hart erarbeiteten Steuern mit Leistung und nicht mit Selbstgerechtigkeit und Diskriminierung gerecht werden. Somit kann der Weg für eine moderne Schweiz für alle (auch für die welche Steuern EINZAHLEN) geebnet werden und die fiskalischen Möglichkeiten der SNB Bilanz besser genutzt werden.

  4. Schaut man sich die SNB-Bilanz an, dann sieht man auf den ersten Blick, dass da sehr viele Devisen vorhanden sind. Im Vergleich zu 2008 haben sich die Devisen-Anlagen vervielfacht. Lässt man mal die Aussagen der SNB und der Politik beiseite, drängt sich doch die Vermutung auf, dass es darum geht, in einer allfälligen Krise genügend Liquidität zu haben, um allenfalls den Schweizer Finanzplatz zu stützen, bzw. retten zu können. Es sollte allgemein bekannt sein, dass beim nächsten Crash 40 Milliarden CHF wohl nicht mehr genügen werden, um den Finanzplatz Schweiz zu retten und wenn man die Bilanz der SNB anschaut, dann sieht es so aus, als würde es beim nächsten Crash vermutlich im Bereich von 1 Billion CHF kosten, um die Schweizer Finanzinstitute zu retten. Viele Analysten hier bezweifeln ja gar nicht, dass ein Crash möglich ist, doch wieso schreibt keiner darüber, dass sich die SNB bereits dafür vorbereitet? Es gehört doch zur Aufgabe der SNB den Finanzplatz Schweiz zu überwachen und zu stützen und genau dafür bereitet sich die SNB vor.

  5. Die einzige Währung, deren Kurs die SNB beeinflussen kann, ist der Schweizerfranken. Beispiel: Wenn sie den Franken schwächen will, kauft sie Dollar. Auf den Dollar/Euro-Kurs hat die SNB damit keinen spürbaren Einfluss. Falls der Dollar/Eurokurs konstant bleibt, wird der Franken durch die Transaktion nicht nur gegenüber dem Dollar schwächer, sondern in gleichem Masse gegenüber dem Euro. Falls die SNB annimmt, dass der Dollar in Zukunft stärker sein wird als der Euro, dann kauft sie zur Frankenschwächung zu Recht Dollar. Ich würde, wenn überhaupt, die „Kurspflege“ auch so betreiben.

    • @Hans Geiger

      Sehr geehrter Herr Professor Geiger

      Wie viele Dollar werden pro Tag international gehandelt? Ich denke über 4 Billionen. Und da soll die SNB den Kurs bewegen können?

      Überschätzt sich unsere Nationalbank nicht masslos?

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Bin mit dieser Analyse ganz einverstanden. Jedoch würde es nicht weniger kosten, den Euro direkt zu stärken?

      Die SNB würde tatsächlich weniger Franken brauchen, um den gleichen Effekt auf den EUR-CHF Wechselkurs zu bewirken, wenn sie dazu beitragen würde, das ausstehende Euro-Volumen zu absorbieren… oder?

      Wenn ja, dann gibt es vielleicht ein Problem, denn diese Institution durch Geschäftsbanken finanziert wird, wie dies in ihrer Bilanz schwarz auf weiß steht.

      Und was diese Geschäftsbanken im Austausch für diese Geldtransfer ist äußerst unklar…

    • Grüezi Herr Prof. Dr. Geiger; was meinen Sie, welchen Einfluss hat das Zentralkomitee vom SVP auf den EUR/CHF-Kurs ? Oder denkst du nicht auch, das der SVP einen grössen Eimfluss hat ?

  6. Da ging wohl die Logik etwas neben den Geleisen: „Die SNB hat daher das Gegenteil davon bewirkt, als was sie in ihrer Mitteilung erklärte; nämlich dass sie mithelfen würde, den Euro zulasten einer möglichen Stärkung des Schweizer Frankens zu schwächen.“ – Das letzte Wort im Satz müsste wohl „stärken“ heissen. 😉

  7. Haben Sie je daran gedacht, dass die SNB zwecks Diversifikation ihre Eurokäufe in Yen, USD und andere Währungen konvertiert und dann entsprechende liquide Anlagen in Aktien und Obligationen tätigt?