Und nun kommt der Nobelpreisträger daher und will uns weismachen, wir müssten den Mindestkurs wieder einführen

„Es kostet fast nichts, Franken im richtigen Umfang zu drucken.“ Das sagte der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz am World Economic Forum (WEF) in Davos anlässlich eines Interviews mit dem Tages-Anzeiger.

Damit behauptet der Laureate, dass es für die Schweizerische Nationalbank fast nichts kostet, den Mindestkurs durchzusetzen. Er erwartet, dass die Schweiz zum Schluss kommen wird, dass die Nationalbank den Mindestkurs wieder einführen muss.

Mit dem Gütesiegel des Nobelpreises versehen werden in Davos Irrlehren verbreitet, welche ein Armutszeugnis für unsere Wirtschaftswissenschaft und eine grosse Gefahr für unsere Volkswirtschaft darstellen.

„Klar steigt mit solchen Käufen die Bilanz an (…) Aber wenn dort die Menge an Euro ansteigt, bedeutet das nicht, dass die Schweiz deshalb ein armes Land wird.“

Und weiter:

„Wenn man überdies glaubt, die Nationalbank überlasse die Währung jetzt dem Markt, dann täuscht man sich. Sie überlässt sie jetzt dem Gutdünken von Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank. Das ist nicht der Markt. Die Frage ist also: Soll der Aussenwert des Frankens in Frankfurt oder in der Schweiz festgelegt werden?“

Die Konklusion daraus: Ein freies Wechselkurssystem („free floating“) ist nicht der Markt, dafür ist ein fixes Wechselkurssystem mit einem Mindestkurs „der Markt“.

Mit seinem stümperhaften Versuch, die Schweizer Volksseele gegen Frankfurt und zugunsten eines Mindestkurses aufzuwiegeln, macht sich der Nobelpreisträger vollends lächerlich.

Nachfolgend sollen die wichtigsten Aussagen des Nobelpreisträgers Punkt für Punkt analysiert und richtiggestellt werden:

Erstes Zitat: „Es kostet fast nichts, Franken im richtigen Umfang zu drucken.“

Stiglitz geht also davon aus, dass die Nationalbank Banknoten druckt und damit Euros kauft. Die Kosten für die Eurokäufe entsprechen somit den Druckkosten für die Schweizerfranken-Banknoten.

Der Nobelpreisträger begeht damit folgende Irrtümer:

Hätte die SNB ihre 600 Milliarden Devisenanlagen tatsächlich mit frisch gedruckten Franken-Banknoten bezahlt, so müssten diese 600 Milliarden in der Bilanz der SNB unter dem Posten „Notenumlauf“ ersichtlich sein. Dort sind sie aber nicht.

Der Notenumlauf der SNB ist seit den Euro-Stützkäufen nur unwesentlich gestiegen. Stattdessen sind die Giroguthaben der Banken bei der SNB explodiert. Damit ist bewiesen: Die SNB finanziert ihre Devisen nicht durch Drucken von Banknoten, sondern mit Schulden, die sie bei den Banken macht.

Der Nobelpreisträger hat sich also offensichtlich nicht die Mühe genommen, die Bilanz der SNB, über die er spricht, einmal anzuschauen.

Wenn Stiglitz behauptet, die SNB bezahle ihre Euros mit selbst gedruckten Banknoten, so geht er zudem von einem Aktivtausch in der Bilanz der Zentralbank aus. Er meint, die Zentralbank drucke Banknoten, die sie auf der Aktivseite ihrer Bilanz verbuche und tausche diese dann ein gegen Euros auf der Aktivseite. Auch das ist falsch.

Könnte die Nationalbank Geld drucken und damit Euros kaufen, wobei nur die Druckkosten der Banknoten anfallen, so würde die Zentralbank dadurch Eigenkapital schaffen. Die Aktivseite nähme zu aufgrund der gedruckten Banknoten abzüglich der Druckkosten. Gleichzeitig würde auf der Passivseite das Eigenkapital der SNB entsprechend steigen.

Der Nobelpreisträger begeht also einen Kapitalfehler im wahrsten Sinne des Wortes. Er verwechselt Eigenkapital und Fremdkapital der Zentralbank miteinander.

Zweites Zitat: „Klar steigt mit solchen Käufen die Bilanz an“.

Weil Stiglitz Eigen- und Fremdkapital der SNB miteinander verwechselt, bagatellisiert er logischerweise die Gefahr einer stark wachsenden Bilanz. Eine grosse Bilanz an sich stellt keine Gefahr dar. Die entscheidende Frage lautet: Wie lautet das Verhältnis Eigenkapital-Fremdkapital. Das übersieht der Laureate.

Dass der SNB bald negatives Eigenkapital droht und dass damit die Kreditgeber der SNB Konkurs gehen können, übersieht der Nobelpreisträger leichtfertig.

Drittes Zitat: „Aber wenn dort die Menge an Euro ansteigt, bedeutet das nicht, dass die Schweiz deshalb ein armes Land wird.“

Der Nobelpreisträger beruhigt uns, dass die Schweiz wegen den Euros in der Bilanz der Nationalbank nicht ein armes Land werde. Schauen wir uns diese Beruhigung etwas genauer an.

Die SNB hat ihre Devisen finanziert mit Schulden, die jetzt praktisch so hoch sind wie das BIP der Schweiz. Unsere Nationalbank hat für jeden Schweizer Bürger und jede Schweizer Bürgerin, inklusive Greise und Säuglinge, bereits über 70’000 Franken Schulden gemacht, um den Euro zu stützen.

Kommt ein Säugling in der Schweiz zur Welt, egal ob Schweizer oder Migrant, hat er gleich von der ersten Sekunde an 70’000 Franken Schulden an der Backe – zur Stützung des Euro; verfügt von drei SNB-Direktoren, die links und rechts ihrer eigenen Bilanz miteinander verwechseln.

Fällt der Euro weiter, so droht das Eigenkapital unserer Nationalbank negativ zu werden. Hätte die SNB den Mindestkurs nicht aufgegeben, so besässe sie jetzt eine bis zwei Billionen Euros. Jeder Rückgang der Devisenanlagen um 1 Prozent würde zu einem Verlust der SNB von rund 20 Milliarden führen. Das entspricht in etwa einer Gotthardröhre.

Doch Herr Stiglitz: Die Schweiz würde verarmen.

Was der Laureate auch nicht erkannt hat: Keine Zentralbank der Welt besitzt auch nur annähernd eine so grosse Bilanz wie die SNB. Die FED und die EZB beispielsweise besitzen eine Bilanz, die einem Viertel des BIP entspricht – nicht hundert Prozent.

Der Nobelpreisträger hat auch nicht den Unterschied bemerkt, dass die Schweizerische Nationalbank zudem ihr Vermögen zu praktisch hundert Prozent im Ausland anlegt, wo es ausländische Volkswirtschaften ankurbelt.

FED und EZB investieren ihr Vermögen im Gegenteil ausschliesslich im eigenen Währungsraum und helfen damit ihren eigenen Volkswirtschaften. Sie verstossen nicht gegen ihre Verfassungen, wie das unsere Nationalbank tut.

Viertes Zitat: „Die Gefahr einer Inflation ist ebenfalls gering.“

Auch mit dieser Behauptung offenbart der Nobelpreisträger, dass er nicht verstanden hat, worüber er schwatzt.

Notenbankgeld hat einen Wert. Bei Banknoten ist das die Kaufkraft des Bargeldes in Relation zu Gütern. Verliert dieses an Wert, so haben wir Inflation, also steigende Güterpreise. Die SNB hat ihre masslosen Devisenanlagen aber nicht mit Bargeld, sondern mit Giroguthaben der Banken finanziert.

Fällt der Wert des Vermögens der SNB unter den Wert dieser Bankschulden der SNB, so müssen die Banken ihre Giroguthaben bei der SNB entsprechend wertberichtigen. Diese Giroguthaben verlieren dann an Wert. Damit verlieren alle Buchgeldbestände an Wert.

Was der Nobelpreisträger zudem vollkommen übersieht ist, dass die SNB nicht nur ein Währungsrisiko hat, sondern zudem massive Schuldnerrisiken. Stürzen die Aktienmärkte ab, so vergrössern sich die Schulden der SNB abermals.

Ebenfalls katastrophale Auswirkungen auf die Bilanz der SNB hätte zudem ein Anstieg der Zinsen, weil dann die Obligationenkurse einbrechen.

Fünftes Zitat: „Wenn man überdies glaubt, die Nationalbank überlasse die Währung jetzt dem Markt, dann täuscht man sich. Sie überlässt sie jetzt dem Gutdünken von Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank. Das ist nicht der Markt. Die Frage ist also: Soll der Aussenwert des Frankens in Frankfurt oder in der Schweiz festgelegt werden?“

Stiglitz versucht, die Schweiz und Europa auseinander zu dividieren. Zudem wäre ja gelacht, wenn flexible Wechselkurs nicht dem freien Markt entsprechen sollen. Sind denn fixe Wechselkurse wie der Mindestkurs „der Markt“?

Zudem hat die EU genauso ein Anrecht auf Mitbestimmung bezüglich des Wechselkurses Euro-Schweizerfranken wie die Schweiz. Meinen wir Schweizer, wir allein hätten zu entscheiden, wie der Wechselkurs Euro-Franken aussehen soll – und die Europäer hätten dazu nichts zu sagen?

Zudem zeugt es von Anmassung, wenn die SNB meint, sie sei stärker als die FED und die EZB zusammen und mit Ausdrücken wie „für die Ewigkeit“ oder „unbeschränkt“ um sich wirft.

Und nun kommt der Nobelpreisträger daher und will uns weismachen, wir müssten den Mindestkurs wieder einführen. Das Plädoyer des Laureaten für den Mindestkurs zeugt von dessen Ignoranz.

Stiglitz ist nur einer unter vielen Wirtschaftsnobelpreisträgern, welche Notenbankgeld irrigerweise als Eigenkapital der Zentralbank interpretieren anstatt als Fremdkapital. Dieser Irrtum ist alt.

Alfred Nobel hatte jedoch keinen Preis vorgesehen für Wirtschaftswissenschaft. Das spricht für seine Klugheit.

Ein Preis in Chemie oder Physik mag junge Wissenschaftler motivieren. Davon profitiert die Menschheit. Sollte es sich später einmal herausstellen, dass ein Preis irrtümlich vergeben worden war, so entsteht daraus kein substantieller Schaden für die Menschheit.

Ganz anders sieht das in der Wirtschaftswissenschaft aus. Erkenntnisse in der Wirtschaftswissenschaft haben einen immensen Einfluss auf die Menschheit. Fehler in der Wirtschaftswissenschaft können der Menschheit gewaltig schaden. Das zeigt die Geschichte.

Die Einführung des Wirtschaftsnobelpreises durch die Schwedische Reichsbank im Jahre 1968 war nicht klug. Dieser unechte Nobelpreis hat seither immensen Schaden angerichtet. Durch diesen Preis werden Irrtümer in der Wirtschaftswissenschaft zementiert.

Die Schwedische Reichsbank, die den Wirtschaftsnobelpreis finanziert, hat nie und nimmer das Recht, sich als Richterin über die Wirtschaftswissenschaft aufzuspielen. Sie ist wohl die älteste Zentralbank der Welt und sie ist im System der Europäischen Zentralbanken.

Aber die Schwedische Reichsbank ist befangen. Sie selber betreibt eine Geldpolitik basierend auf der keynesianischen und monetaristischen Irrlehre. Sie hat kein Interesse daran, dass durch ihren Preis Irrtümer richtiggestellt werden, die ihre eigene Geldpolitik in Frage stellen.

Der falsche Nobelpreis blockiert die Wirtschaftswissenschaft – seit Jahrzehnten.

Auch die ehemaligen Wirtschaftsnobelpreisträger, die bei der Vergabe mitbestimmen, haben kaum ein Interesse daran, Erneuerungen in der Wirtschaftswissenschaft zu fördern. Denn durch Erneuerungen, die ihrem Preis widersprechen, würden sie ihren eigenen Preis abwerten.

In Chemie und Physik ist das nicht so. In diesen Disziplinen kann es Weiterentwicklungen geben. Da müssen neue Erkenntnisse nicht unbedingt alte Erkenntnisse widerlegen.

In den zentralen Problemen der Wirtschaftswissenschaft hingegen widersprechen neue Erkenntnisse oftmals den alten, da es in der Regel um dieselben zentralen Probleme geht: Arbeitslosigkeit, Inflation, Staatsverschuldung, aussenwirtschaftliches Gleichgewicht.

An der Peripherie der Nationalökonomie sind Neuerungen und Weiterentwicklungen möglich, ohne dass alten Erkenntnissen widersprochen werden muss.

Im Zentrum der Wirtschaftswissenschaft hingegen müssen neue Theorien gezwungenermassen alte Theorien widerlegen. Wenn beispielsweise jahrzehntelang Notenbankgeld als Eigenkapital der Zentralbank betrachtet wurde, so muss die neue Erkenntnis, dass es sich im Gegenteil um Fremdkapital handelt, die alte Theorie verdrängen.

An einer solchen Neuerung haben aber weder die Schwedische Reichsbank noch die bisherigen Wirtschaftsnobelpreisträger ein Interesse. Also wird die neue Theorie unterdrückt. Der Wirtschaftsnobelpreis ist somit kontraproduktiv. Das ist nicht im Geiste Nobels.

In der Schweiz hat die herrschende, vom Nobelpreiskomitee zementierte Irrlehre, beinahe zur Destruktion der Währung geführt. Devisenanlagen von mehreren Billionen hätten den Schweizerfranken zerstört.

Nur die Aufgabe des Mindestkurses in letzter Sekunde konnte den Super-GAU abwenden. Die Gefahren sind aber zu einem grossen Teil immer noch da. Das beweist die SNB-Bilanz.

Die Verantwortung für die katastrophale Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank und die hohen Verluste trägt damit auch das Nobelpreiskomitee, welches die zugrundeliegende Irrlehre vielfach prämiert hat.

Aber auch der Euro basiert auf der keynesianischen Irrlehre – ebenfalls vom Nobelpreiskomitee mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Wie sonst könnte Mario Draghi immer wieder behaupten, er habe keine Limiten, an den Finanzmärkten zu intervenieren? Auch er verwechselt Eigen- und Fremdkapital der EZB miteinander.

Der Euro ist auch ein keynesianisches Fehlkonstrukt, welches davon ausgeht, dass eine Zentralbank unbeschränkt „Liquidität aus dem Nichts“ und damit Eigenkapital schaffen könne.

Sollte der Euro deswegen auseinanderbrechen, was politische Spannungen in Europa hervorrufen könnte, so trägt der unechte Wirtschaftsnobelpreis eine grosse Mitverantwortung.

Das war nie und nimmer der Grundgedanke von Alfred Nobel. Seine Absicht war nicht die Blockierung der Wissenschaft, sondern deren Förderung. Aus diesem Grund hat er von einem Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaft abgesehen.

Kommentare

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  1. Nachtrag

    Im Blog nebenan mit dem Titel „Betreibt die SNB Kurspflege in eigenen Sache“ hat mich der Kommentator „Arbeitgeber (KMU), AHV-Rentner auf den Begriff „offizielles Zahlungsmittel“ angesprochen.

    Da mir die Erklärung dieses Begriffs sehr wichtig erscheint, erlaube ich mir, hier gleich anschliessend den Kommentar und meine Antwort dazu auch nochmals zu posten.

    Danke

  2. Arbeitgeber (KMU) und AHV Rentner

    2. März 2016 / 10:59

    Sehr geehrter Herr Dr. Marc Meyer,

    Sie sind enverstanden, wenn ich behaupte, dass für den sehr engen Kreis der SNB-Kontoinhaber — Banken — Zentralbankbuchguthaben und Zentralbanknoten gleichwertiges schuldtilgendes sind?.

    Und was ist Ihre Meinung zu Art. 84 des Obligationenrechts wo es heißt:

    „Geldschulden sind in gesetzlichen Zahlungsmitteln der geschuldeten Währung zu bezahlen.“

    Und welches seit 2016 es nicht mehr sämtliche gesetzlichen Zahlungsmittel im Sinne von Art. 84 OR auflistet, demnach den neu formulierten Art. 129 und 136 des Schuldbetreibungs- und Konkursgesetzes werden Barzahlungen auf CHF 100’000 limitiert.

    Insofern wird das bisher nicht gesetzliche Zahlungsmittel –Sichtguthaben gegenüber Geschäftsbank — zu einem gemäss Art. 84 OR liberatorisch wirkenden gesetzlichen Zahlungsmittel.

    Ihre von mir sehr geschätze Meinung würde mich interessieren.

    Antworten
    Meyer Marc, Dr.
    3. März 2016 / 14:07
    @Arbeitnehmer (KMU), AHV-Rentner

    Besten Dank

    Leider muss ich Ihnen widersprechen. Sie unterliegen demselben fundamentalen Irrtum wie SNB-Chef Prof. Dr. Thomas Jordan. Warum?

    Lassen Sie es mich kurz erklären:

    Notenbankgeld, also Banknoten und Giroguthaben der Banken bei der SNB, sind für sämtliche Wirtschaftssubjekte in der Schweiz gesetzliches Zahlungsmittel ausser für die SNB selbst.

    Nur ein Aktivum kann ein Zahlungsmittel sein. Ein Passivum kann kein Zahlungsmittel sein

    Zwei Beispiele:

    Wenn Sie mit Bargeld einen Vermögenswert kaufen, so findet in Ihrer persönlichen Buchhaltung ein Aktivtausch statt. Sie tauschen ihren liquiden Vermögenswert „Bargeld“ oder „Bankguthaben“ gegen einen anderen Vermögenswert: Z.B. ein Auto.

    Oder wenn Sie eine Schuld haben, so können Sie diese mit Bargeld tilgen, bzw. abbauen. Beide Seiten Ihrer persönlichen Bilanz werden dadurch gleichviel verkürzt.

    Wenn hingegen die SNB Notenbankgeld emittiert, so verlängert sich dadurch die Passivseite ihrer Bilanz. D.h. die Schulden der SNB steigen – sie fallen nicht.

    Das Schweizer Gesetz kann das Gesetz der Doppelten Buchhaltung nicht ausser Kraft setzten, genauso wie es das Gesetz der Schwerkraft nicht ausser Kraft setzen kann.

    Notenbankgeld ist eine Obligation der Notenbank. Eine Banknote ist also ein Obligationsschein der SNB.

    Sie können beispielsweise mit einem Obligationsschein von Nestlé im Wert von CHF 10‘000 Franken ein Auto kaufen, wenn der Autohändler damit einverstanden ist. Der Autohändler kann mit dem Nestlé Obligationsschein seinerseits auch einen Vermögenswert von CHF 10‘000 Franken bezahlen, wenn der Verkäufer damit einverstanden ist usw.

    Ein Obligationsschein ist ein bedingt liquider Vermögenswert, mit dem etwas gekauft oder bezahlt werden kann. Er ist allerdings nicht so liquide wie ein kleiner Obligationsschein der Nationalbank.

    Sämtliche Marktteilnehmer, welche Obligationsscheine auf ihrer Vermögensseite besitzen, können damit etwas kaufen, wenn die Verkäufer einverstanden sind (dispositives Recht).

    Einzig und allein Nestlé kann mit einem ausstehenden Obligationsschein nichts kaufen. Nestlé kann mit einem ausstehenden Obligationsschein auch nicht eigene Schulden abbauen, da der Obligationsschein selber eine Schuld von Nestlé darstellt.

    Mit Notenbankgeld kann nur ein Wirtschaftssubjekt etwas bezahlen, das dieses Notenbankgeld auf der Aktivseite seiner Bilanz verbucht.

    Eine Privatperson kann mit einer Banknote etwas bezahlen. Oder sie kann mit ihrem Guthaben auf einer Bank etwas bezahlen.

    Und eine Bank kann mit ihren Giroguthaben bei der SNB etwas bezahlen. Z.B. Devisen von der SNB kaufen. Giroguthaben der Banken bei der SNB sind gesetzliches Zahlungsmittel für die Banken, welche diese Guthaben bei der SNB auf der Aktivseite ihrer Bilanz verbuchen.

    Die Giroguthaben der Banken können aber niemals Zahlungsmittel sowohl für die Geschäftsbanken als auch für die SNB sein.

    Notenbankgeld kann nur als Aktivum Zahlungsmittel sein – nie aber als Passivum.

    Als Passivum ist Notenbankgeld selber eine Schuld. Die SNB kann ihre Schulden in Form von Giroguthaben der Banken nur verringern, wenn sie dagegen Vermögenwerte verkauft.

    D.h. die Bank muss den Geschäftsbanken den entsprechenden Teil von Ihrem Vermögen verkaufen, sprich Gold, Devisen usw., wenn die Geschäftsbanken ihre Guthaben bei der SNB abbauen wollen.

    Ich hoffe, meine Ausführungen haben etwas zur Klärung beigetragen.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  3. Arbeitgeber (KMU) und AHV Rentner
    2. März 2016 / 10:59
    Sehr geehrter Herr Dr. Marc Meyer,

    Sie sind enverstanden, wenn ich behaupte, dass für den sehr engen Kreis der SNB-Kontoinhaber — Banken — Zentralbankbuchguthaben und Zentralbanknoten gleichwertiges schuldtilgendes sind?.

    Und was ist Ihre Meinung zu Art. 84 des Obligationenrechts wo es heißt:

    „Geldschulden sind in gesetzlichen Zahlungsmitteln der geschuldeten Währung zu bezahlen.“

    Und welches seit 2016 es nicht mehr sämtliche gesetzlichen Zahlungsmittel im Sinne von Art. 84 OR auflistet, demnach den neu formulierten Art. 129 und 136 des Schuldbetreibungs- und Konkursgesetzes werden Barzahlungen auf CHF 100’000 limitiert.

    Insofern wird das bisher nicht gesetzliche Zahlungsmittel –Sichtguthaben gegenüber Geschäftsbank — zu einem gemäss Art. 84 OR liberatorisch wirkenden gesetzlichen Zahlungsmittel.

    Ihre von mir sehr geschätze Meinung würde mich interessieren.

    Antworten

    Meyer Marc, Dr.
    3. März 2016 / 14:07

    @Arbeitnehmer (KMU), AHV-Rentner

    Besten Dank

    Leider muss ich Ihnen widersprechen. Sie unterliegen demselben fundamentalen Irrtum wie SNB-Chef Prof. Dr. Thomas Jordan. Warum?

    Lassen Sie es mich kurz erklären:

    Notenbankgeld, also Banknoten und Giroguthaben der Banken bei der SNB, sind für sämtliche Wirtschaftssubjekte in der Schweiz gesetzliches Zahlungsmittel ausser für die SNB selbst.

    Nur ein Aktivum kann ein Zahlungsmittel sein. Ein Passivum kann kein Zahlungsmittel sein

    Zwei Beispiele:

    Wenn Sie mit Bargeld einen Vermögenswert kaufen, so findet in Ihrer persönlichen Buchhaltung ein Aktivtausch statt. Sie tauschen ihren liquiden Vermögenswert „Bargeld“ oder „Bankguthaben“ gegen einen anderen Vermögenswert: Z.B. ein Auto.

    Oder wenn Sie eine Schuld haben, so können Sie diese mit Bargeld tilgen, bzw. abbauen. Beide Seiten Ihrer persönlichen Bilanz werden dadurch gleichviel verkürzt.

    Wenn hingegen die SNB Notenbankgeld emittiert, so verlängert sich dadurch die Passivseite ihrer Bilanz. D.h. die Schulden der SNB steigen – sie fallen nicht.

    Das Schweizer Gesetz kann das Gesetz der Doppelten Buchhaltung nicht ausser Kraft setzten, genauso wie es das Gesetz der Schwerkraft nicht ausser Kraft setzen kann.

    Notenbankgeld ist eine Obligation der Notenbank. Eine Banknote ist also ein Obligationsschein der SNB.

    Sie können beispielsweise mit einem Obligationsschein von Nestlé im Wert von CHF 10‘000 Franken ein Auto kaufen, wenn der Autohändler damit einverstanden ist. Der Autohändler kann mit dem Nestlé Obligationsschein seinerseits auch einen Vermögenswert von CHF 10‘000 Franken bezahlen, wenn der Verkäufer damit einverstanden ist usw.

    Ein Obligationsschein ist ein bedingt liquider Vermögenswert, mit dem etwas gekauft oder bezahlt werden kann. Er ist allerdings nicht so liquide wie ein kleiner Obligationsschein der Nationalbank.

    Sämtliche Marktteilnehmer, welche Obligationsscheine auf ihrer Vermögensseite besitzen, können damit etwas kaufen, wenn die Verkäufer einverstanden sind (dispositives Recht).

    Einzig und allein Nestlé kann mit einem ausstehenden Obligationsschein nichts kaufen. Nestlé kann mit einem ausstehenden Obligationsschein auch nicht eigene Schulden abbauen, da der Obligationsschein selber eine Schuld von Nestlé darstellt.

    Mit Notenbankgeld kann nur ein Wirtschaftssubjekt etwas bezahlen, das dieses Notenbankgeld auf der Aktivseite seiner Bilanz verbucht.

    Eine Privatperson kann mit einer Banknote etwas bezahlen. Oder sie kann mit ihrem Guthaben auf einer Bank etwas bezahlen.

    Und eine Bank kann mit ihren Giroguthaben bei der SNB etwas bezahlen. Z.B. Devisen von der SNB kaufen. Giroguthaben der Banken bei der SNB sind gesetzliches Zahlungsmittel für die Banken, welche diese Guthaben bei der SNB auf der Aktivseite ihrer Bilanz verbuchen.

    Die Giroguthaben der Banken können aber niemals Zahlungsmittel sowohl für die Geschäftsbanken als auch für die SNB sein.

    Notenbankgeld kann nur als Aktivum Zahlungsmittel sein – nie aber als Passivum.

    Als Passivum ist Notenbankgeld selber eine Schuld. Die SNB kann ihre Schulden in Form von Giroguthaben der Banken nur verringern, wenn sie dagegen Vermögenwerte verkauft.

    D.h. die Bank muss den Geschäftsbanken den entsprechenden Teil von Ihrem Vermögen verkaufen, sprich Gold, Devisen usw., wenn die Geschäftsbanken ihre Guthaben bei der SNB abbauen wollen.

    Ich hoffe, meine Ausführungen haben etwas zur Klärung beigetragen.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  4. Sehr geehrter Herr Kremsner

    Sie schreiben:

    „Die SNB verschuldet sich selbst. Und deshalb ist es nicht Eigenkapital. Sie schafft das Geld dazu selbst.“…

    und:

    “Die SNB hat sich selbst Geld geschöpft“.

    Herr Kremsner: Bemerken Sie nicht, dass im Gegenteil Sie hier Unsinn erzählen – analog unserer Nationalbank?

    Es gibt nur zwei Möglichkeiten auf der Passivseite: Entweder Eigenkapital oder Fremdkapital. Das gilt auch für unsere Nationalbank.

    Eigenkapital kommt aus der Unternehmung selbst oder vom Eigentümer.

    Fremdkapital von einem dritten Wirtschaftssubjekt.

    Wenn Sie behaupten, das Geld zum Kauf der Euro stamme von der SNB selbst, so würde es sich um Eigenkapital der SNB handeln.

    Banknoten sind aber Fremdkapital der SNB.

    Sind Sie schwer von Begriff, Herr Kremsner? Wie unsere SNB auch?

    Und übrigens: Den Wirtschaftsnobelpreis – diesen Plagiatspreis – strebe ich keineswegs an. Ja ich würde diesen sogar ablehnen.

    Dieser Preis hat bisher nur Schaden angerichtet. Siehe u.a. Ihre absurde Argumentation oben. So absurd wie Sie argumentieren auch die Wirtschaftsnobelpreisgewinner.

    Ich habe keine Lust, diesen Olymp der Irrlehre zu erklimmen. Solches überlasse ich lieber Ihnen und der SNB.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  5. @Will Aerne

    Es ist genauso, wie Sie schreiben: Die SNB überzieht ihr Konto bei den Banken. Die SNB hat offenbar keine Kreditlimite wie das bei anderen Wirtschaftssubjekten der Fall ist.

    Der Grund liegt offensichtlich darin, dass auch die Verantwortlichen bei den Geschäftsbanken von der irrigen Idee ausgehen, die SNB könne selber „Liquidität aus dem Nichts schöpfen“ und damit ihre Schulden bei den Banken begleichen.

    Auch die FINMA ist offensichtlich diesem Irrtum erlegen und greift nicht ein.

    Da das aber ein Irrtum ist, werden spätestens bei Erreichen von Null Eigenkapital bei den Banken die Alarmglocken läuten.

    Sobald das Eigenkapital der SNB negativ wird, müssen die Banken anfangen, ihre Positionen bei der SNB zu wertberichtigen.

    Das kann dann zum Konkurs der kreditgebenden Banken führen.

    Das will SNB-Chef Jordan aber nicht wahrhaben.

    Und der Bankrat der SNB und das Parlament schlafen auch – bzw. sie verstehen ihre Aufgabe bei der SNB nicht.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • @ Dr. Marc Meyer
      Sie vertreten die Ansicht, die Geschäftsbanken müssten ihre Forderungen bei der SNB abschreiben, wenn das EK negativ werde. Könnte es sein, dass die Banken der Meinung sind, das negative EK werde dann von den Aktionären und damit auch von den Steuerzahlern wieder aufgestockt? Deshalb bestehe für sie keine Notwendigkeit zu Abschreibungen (Moral Hazard).

    • @Will Aerne

      Danke.

      Ich denke, die Banken sind sich gar nicht im Klaren, dass auch Investitionen in Notenbanken riskant sein können. Sie gehen wahrscheinlich davon aus, dass die SNB durch Geldschöpfung ihre Schulden Ihnen gegenüber begleichen kann.

      Dass dem nicht so ist, habe ich in meinem Text nebenan bei Frau Held Khawam (10 Zitate von SNB-Chef Jordan“) aufgezeigt.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  6. @ Dr. Marc Meyer
    Besten Dank, sehr geehrter Herr Dr. Meyer, für interessante Auskünfte aus Tansania.
    Wünsche guten Erfolg in schwerer Auseinandersetzung mit Verstockten.
    MfG
    Dr.rer.pol. Walter Stolber
    Diplom-Volkswirt

    • @Walter Stolber

      Ja richtig. Eine schwere Auseinandersetzung mit Verstockten.

      Genau so ist es!

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  7. UiUiUi! Draghi hat eben angekündigt, dass er die Non-Performing-Loans der italienischen Banken als Collateral für EZB-Liquiditätsspritzen akzeptieren wird…. Hat man noch Töne! Alles ausserhalb bestehender Gesetze und Verträge!

    • @Oscar Hase

      Sehr geehrter Herr Hase

      Es freut mich, von Ihnen hier auch wieder zu hören. Ich bin froh um alle, die etwas von Zentralbankbilanz verstehen und hier schreiben.

      Die Zahl der Kenner nimmt hier immer mehr zu in Relation zu den anonymen Fürsprechern der Nationalbank, die hier oftmals in frecher Manier die Irrlehren unserer Nationalbank kolportieren.

      Ja, es zeigt sich, dass die Zentralbanken immer mehr als „Kreditwaschanlagen“ funktionieren, indem sie miserable Bonds kaufen und dagegen Notenbankgeld emittieren.

      Die Betrogenen werden die Steuerzahler sein, welche im Falle der Insolvenz der Notenbanken zur Kasse gebeten werden.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @Oscar Hase

      Sehr geehrter Herr Hase

      Es freut mich, von Ihnen hier auch wieder zu hören. Ich bin froh um alle, die etwas von Zentralbankbilanz verstehen und hier schreiben.

      Die Zahl der Kenner nimmt hier immer mehr zu in Relation zu den anonymen Fürsprechern der Nationalbank, die hier oftmals in frecher Manier die Irrlehren unserer Nationalbank kolportieren.

      Ja, es zeigt sich, dass die Zentralbanken immer mehr als „Kreditwaschanlagen“ funktionieren, indem sie miserable Bonds kaufen und dagegen Notenbankgeld emittieren.

      Die Betrogenen werden die Steuerzahler sein, welche im Falle der Insolvenz der Notenbanken zur Kasse gebeten werden.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  8. @ Dr. Marc Hässig,
    danke Ihrer positiven Antwort. Wünsche gute und erfolgreiche Reise nach Tansania. Vermutlich sind Sie dort in Sachen Entwicklungshilfe unterwegs.
    Als Weltbank Ökonom habe ich dort verschiedene land- und forstwirtschaftliche Projekte evaluiert, u.a. das „Sao-Hill Forestry Project“ und das „Smallholder Tea Consolidation Project“. Besonders zu Sao-Hill würde interessieren, ob Aufforstung, Sägewerke und Papierproduktion erreicht wurden, bzw. auf den Weg gebracht sind.
    Es war die Zeit der Ujamaa- villages, die Präsident Nyerere mit wohlwollender Unterstützung durch den damaligen Weltbank-Präsidenten Robert McNamara forcierte. Dieses sozialistische Abenteuer scheiterte bekanntlich kläglich; und mit ihm viele Millionen an Entwicklungsgeldern.
    Vielleicht hatten sie jedoch einen positiven Effekt: Herrn McNamara schlechtes Gewissen aus seiner Zeit als US Kriegsminister in Vietnam mit international finanzierten Geschenken an seinen Freund Nyerere zu erleichtern.

    • @Dr. slter Stolber

      Danke.

      Bin nur 4 Tage hier in Tansania und besuche Krafwerk Tulila von Albert Koch und Kraftwerk von Robert Fuchs, Schindellegi.

      MfG

      Marc Meyer

      Komme später auf Sie zurück

    • @Dr. Walter Stolber

      Sehr geehrter Herr Stolber

      Bin zurück aus Tanzania.

      Konnte noch ganz kurz einen Ingenieur befragen zu Ihren beiden Projekten.

      Er sagte mir, dass das „Sao-Hill Forestry Project“ seh gut laufe. Es liefere Holz und Papier in ganz Tansania.

      Das andere Projekt kannte er nicht.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  9. Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften sind Experten. Was heisst das? Eine Definition besagt, Experten seien Menschen die über immer weniger Dinge immer mehr wissen bis sie zuletzt über nichts alles wissen!

    • @Willi Aerne

      Die Wirtschaftsnobelpreisträger – diese Träger des Plagiats-Nobelpreises – sind einfach nur Wichtigtuer.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  10. Der bekannt linkslastige Professor Stiglitz mag jiddisch sprechen, kaum ausreichend jedoch, um die volkswirtschaftlichen Ausführungen von Dr.rer.pol. Meyer auf Deutsch zu verstehen. Sollte die buchhalterische Lehrstunde für den listigen Schwätzer aus Übersee sang und klanglos verpuffen, wäre dies äusserst bedauerlich:
    Nicht nur wissenschaftlicher Fairness wegen, um dem Laureaten die Möglichkeit der Entgegnung einzuräumen. Vor allem jedoch der volkswirtschaftlichen Bedeutung wegen, weil falsche Propheten in den Zentren der Macht FED, EZB, SNB mit der Irrlehre Zentralbanken könnten unbeschränkt „Liquidität aus dem Nichts und damit Eigenkapital schaffen“, ihre Institutionen in tickende Zeitbomben transformieren.
    Deshalb darf ich vorschlagen, „to whom it may concern“, den konstruktiven Beitrag von Dr. Marc Meyer ins Englische zu übertragen.

    • @Dr. Walter Stolber

      Danke

      Bin froh um Ihren Vorschlag.

      Werde nach meiner Rückkehr aus Tansania Herr Hässig fragen, ob ich noch eine englische Fassung auf IP veröffentlichen kann, zu welcher ich dann Herrn Stiglitz einlade, Stellung zu nehmen.

      Freundliche Grüße

      Marc Meyer

  11. @Willi Aerne

    Banknoten sind nicht liquide Mittel der SNB.

    Die liquiden Mittel der SNB sind Euro und Dollar und Gold usw.

    Damit muss SNB ihre Schulden bezshlen.

    SNB muss Gold uns Euro und Dollar liefern wenn Banken ihre Guthaben bei SNB abbauen wollen.

    MfG

    • Wenn ich bei der Bank ein Kontokorrent habe, werde ich nicht illiquid bis dieses ausgeschöpft ist. Aber ich verschulde mich weiter, je mehr ich den Rahmen ausschöpfe. Im Gegensatz zur SNB weiss ich, wo die Grenze liegt. Im gleichen Sinne verschuldet sich die SNB weiter, wenn sie Devisen gegen CHF kauft. Als Gegenposition hat sie Devisenreserven, die im Kurs steigen oder sinken können. Wenn der Kurs sinkt, muss die Bewertung entsprechend angepasst werden. Das ergibt einen Buchverlust. Realisiert wird der Verlust wenn der Kurs der Devise beim Verkauf immer noch tiefer liegt als beim Kauf. Die Verluste gehen zu Lasten des Eigenkapitals. Im Extremfall führt das zu negativem Eigenkapital. Wo tief in den Keller darf dieses zu liegen kommen? Wenn die Grenze erreicht ist, müsste auch die Illiquidität eintreten. Ist diese Grenze irgendwie definiert oder fliegt man einfach im Blindflug?

    • @Willi Aerne
      Richtig.
      Die SNB überzieht ihr Konto bei den Banken.
      Die Grenze ist bei negative EK der SNB erreichr.
      Dann müssen sie Banken abschreiben.
      Freundliche Grüsse
      Marc Meyer

    • @Will Aerne

      Entschuldigung für meine Tippfehler auf dem Smartphone. Deshalb hier nochmals etwas klarer:

      Es ist genauso, wie Sie schreiben: Die SNB überzieht ihr Konto bei den Banken. Die SNB hat offenbar keine Kreditlimite wie das bei anderen Wirtschaftssubjekten der Fall ist.

      Der Grund liegt offensichtlich darin, dass auch die Verantwortlichen bei den Geschäftsbanken von der irrigen Idee ausgehen, die SNB könne selber „Liquidität aus dem Nichts schöpfen“ und damit ihre Schulden bei den Banken begleichen.

      Auch die FINMA ist offensichtlich diesem Irrtum erlegen und greift nicht ein.

      Da das aber ein Irrtum ist, werden spätestens bei Erreichen von Null Eigenkapital bei den Banken die Alarmglocken läuten.

      Sobald das Eigenkapital der SNB negativ wird, müssen die Banken anfangen, ihre Positionen bei der SNB zu wertberichtigen.

      Das kann dann zum Konkurs der kreditgebenden Banken führen.

      Das will SNB-Chef Jordan aber nicht wahrhaben.

      Und der Bankrat der SNB und das Parlament schlafen auch – bzw. sie verstehen ihre Aufgabe bei der SNB nicht.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  12. Es gibt Leute, auch Banker, vielleicht auch der Stiglitz, die uns erklären, eine Notenbank könne nie illiquid werden, weil sie ja nach Belieben Noten drucken oder im Computer ein paar Zahlen hochschrauben könne. Sie könne auch ohne Probleme mit negativem Eigenkapital funktionieren. Das mag bis zu einer bestimmten Grenze so sein. Wenn es aber ohne Grenze so wäre, dann könnte die SNB ja mit neu gedruckten Noten die Welt aufkaufen. Das kann aber nicht funktionieren. Wenn nicht mehr damit zu rechnen ist, dass das Negativkapital innert absehbarer Zeit durch Gewinne wieder geäufnet werden kann, dürfte die Grenze und damit auch die Illiquidität erreicht sein.

    • @Willi Aerne

      Neun.

      Auch kurzfristg kann DNB nicht einfach Banknoten drucken.

      D.h. sie kann schon drucken und in Keller legen aber nicht in Umlauf bringen und verbuchen.

      MfG

    • Warum kann die SNB die Banknoten nicht in den Umlauf bringen??

      Sie kann doch z.B. den Pizzaservice mit frischen selbst gedruckten Banknoten bezahlen.

  13. „Wenn beispielsweise jahrzehntelang Notenbankgeld als Eigenkapital der Zentralbank betrachtet wurde, so muss die neue Erkenntnis, dass es sich im Gegenteil um Fremdkapital handelt, die alte Theorie verdrängen.“
    Da der Banknotenumlauf in der SNB Bilanz unter den Passiven, aber nicht unter Eigenkapital ausgewiesen wird, ist klar, dass es sich um Schulden handelt. Zumindest den Briten war das auch klar. Schon vor Jahrhunderten stand auf den Noten: „I promise to pay the bearer on demand the sum of…“. Wenn das unseren SNB Bankern und dem Herrn Stiglitz nicht klar sein sollte, dann ist das absolut beunruhigend.

    Der Euro ist offensichtlich eine Fehlkonstruktion, aber keine keynesianische. Keynes kann schliesslich nichts dafür, dass seine Rezepte nicht mehr korrekt angewendet werden. Zu seiner Zeit hat es jedenfalls funktioniert.

    • @Willi Aerne

      Danke

      Besuche Kraftwerk in.Tanzania.

      Ausführliche Antwort nächste Woche.

      MfG

    • „Schon vor Jahrhunderten stand auf den Noten: „I promise to pay the bearer on demand the sum of…“. “

      Das ist ein interessanter Punkt worüber wohl in keiner Uni doziert wird:(

      Was heisst denn das genau?

      Die Note selbst ist ja gesetzliches Zahlungsmittel.
      Wenn da nun draufsteht, dass der Notenemittent sich zur Zahlung verpflichtet, mit was würde er dann bezahlen??

      Früher war es mal den Gegenwert in Gold. Und heute?
      Stimmt, da gibt es Nichts mehr.

      Die einzige Legitimation ist gesetzlich ansonsten ist es nur noch der Glaube an etwas an sich völlig substanzloses.

      Beim Giralgeld ist es noch schlimmer weil es nicht einmal gesetzliches Zahlungsmittel ist.

    • @Peter Keller

      Doch die SNB muss jederzeit mit ihren Aktiven liquiden Mitteln bezahlen ( Gold, Euro, Dollars usw.)

      SNB muss liefern. Das ist Offenmarktpolitik

    • @Willi Aerne

      Leider hat auch Keynes Notenbankgeld fälschlicherweise als ein Aktivum der Zentralbank (Liquidität“ der emittierenden Zentralbank)
      betrachtet.

      mfG

    • Lieber Herr Dr. Meyer,

      Ihre Antwort ging etwas an meiner Frage vorbei.

      Meine Frage:
      „Die Note selbst ist ja gesetzliches Zahlungsmittel.
      Wenn da nun draufsteht, dass der Notenemittent sich zur Zahlung verpflichtet, mit was würde er dann bezahlen??“

      Ihre Antwort:
      „Doch die SNB muss jederzeit mit ihren Aktiven liquiden Mitteln bezahlen ( Gold, Euro, Dollars usw.)“

      Wenn ich eine Banknote habe kann ich doch nicht zur SNB gehen und sagen sie müssen mir nun den Gegenwert in Gold, Euro oder Dollars bezahlen…

  14. Ja der Hr Meyer Marc Dr. wird nie den Nobelpreis bekommen was gut ist mit solchem Unsinn: ………… Die SNB finanziert ihre Devisen nicht durch Drucken von Banknoten, sondern mit Schulden, die sie bei den Banken macht……….
    Aber NEIN Herr Meyer: Die SNB verschuldet sich selbst. Und deshalb ist es nicht Eigenkapital. Sie schafft das Geld dazu selbst.

    Technisch laufen die Eurokäufe so ab, dass die SNB auf dem Girokonto einer der rund 320 Banken, die bei ihr ein auf Zentralbankengeld lautendes sogenanntes Girokonto unterhalten, den G e g e n w e r t in Z e n t r a l b a n k e n g e l d (CHF) gutschreibt.
    Die für die Nationalbank gekauften Euros bezahlen die (Giro)Banken – allen voran die drei systemrelevanten Institute UBS, CS und ZKB – nicht mit Zentralbankengeld. In der Realwirtschaft zirkuliert das auf den Girokonten liegende Zentralbankengeld nicht, es wird von der Nationalbank lediglich als Buchhaltungsposten hin- und hergeschoben.

    Durc​h die Eurokäufe entstehen in der Nationalbank-Buchhalt​ung zwei neue Positionen. Erstens ein Euroguthaben bei einer in- oder ausländischen Bank. Und zweitens eine Schuld in aus dem Nichts geschaffen Zentralbankengeld bei einer Bank mit Girokonto bei der Nationalbank.

    Die Auftrags der Nationalbank gekauften Euros bezahlen die Banken, indem sie dem liefernden Devisenhändler den Franken-Gegenwert auf dessen Konto bei ihrem Institut gutschreiben. Sie bezahlen den Devisenhändler also n i c h t mit Zentralbankengeld, sondern mit einem zinslosen Kredit ihres Institutes. Anders gesagt erhöht sie die in der Realwirtschaft umlaufende Kreditgeldmenge.

    Fazit: Die SNB hat sich selbst Geld erschöpft. Und kann dieses auch wieder vernichten.

    • @Kremsner

      Sich selbst geschöpftes Geld wäre Eigenkapital der SNB.

      Sie begehen denselben Fehler wie Stiglitz / Jordan / Vollgeldinitianten.

      Ausführliche Antwort nächste Woche.

      MfG

  15. nur eine kleine, aber entscheidende Bemerkung: Fremdkapital bei Banken und Zentralbanken ist kein Kapital, das sich diese Banken bei einer anderen Bank oder sonstwo leihen müssten. Sie können es selber schaffen.
    Und Zentralbanken (mit eigener Währung) sind im Gegensatz zu Banken in der Schaffung von „Fremdkapital“ nicht durch eine Eigenkapitalquote beschränkt.

    • Huch, was für einen Käse erzählen denn Sie hier? Wie will eine Zentralbank oder eine Bank selber Eigenkapital schafften ausser aus erarbeiteten, einbehaltenen Gewinnen, sofern die Bank solche erarbeitet? Alles andere EK muss von aussen, durch die Aktionäre eingebracht werden.

    • @Chri. Müller

      Danke

      Fremdkapital ist eine Schuld gegenüber einem anderen Wirtschaftssubjekt mit allen wirtschaftlichen und rechtlichen Konsequenzen.

      Das gilt genauso für eine Zentralbank.

      Freundliche Grüße

      Marc Meyer

    • @Chr. Müller

      Noch etwas:

      Wird das Ek der SNB negativ so müssen die Fremdkapitalgeber der SNB ihre Kredite an die SNB entsprechemd abschreiben.

      Kann zum Konkurs der Banken führen.

      Konklusion; Eigenkapitalquote der SNB sehr wichtig, da SNB systemrelevant.

      MfG

    • Sehr geehrter Herr Kremsner

      Sie schreiben:

      „Die SNB verschuldet sich selbst. Und deshalb ist es nicht Eigenkapital. Sie schafft das Geld dazu selbst.“

      Bemerken Sie nicht, dass im Gegenteil Sie hier Unsinn erzählen – analog unserer Nationalbank?

      Es gibt nur zwei Möglichkeiten auf der Passivseite: Entweder Eigenkapital oder Fremdkapital.

      Eigenkapital kommt aus der Unternehmung selbst oder vom Eigentümer.

      Fremdkapital von einem dritten Wirtschaftssubjekt.

      Wenn Sie behaupten, das Geld zum Kauf der Euro stamme von der SNB selbst, so würde es sich um Eigenkapital der SNB handeln.

      Banknoten sind aber Fremdkapital der SNB.

      Sind Sie schwer von Begriff, Herr Kremsner? Wie unsere SNB auch?

      Und übrigens: Den Wirtschaftsnobelpreis – diesen Plagiatspreis – strebe ich keineswegs an. Ja ich würde diesen sogar ablehnen.

      Dieser Preis hat bisher nur Schaden angerichtet. Siehe u.a. Ihre absurde Argumentation oben. So absurd wie Sie argumentieren auch die Wirtschaftsnobelpreisgewinner.

      Ich habe keine Lust, diesen Olymp der Irrlehre zu erklimmen. Solches überlasse ich lieber Ihnen und der SNB.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  16. Addendum

    Strom produzieren in einem armen Land zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und Hunger – das ist „Geldschöpfung“.

    Da entsteht Geld zwar nicht „aus dem Nichts“ aber aus kluger Menschlicher Investitionen und Arbeit.

    Geld ensteht niemals – ich wiederhole – niemals, indem man einfach „zu tiefen Kosten Geld druckt“, wie uns die Zentralbanker und „gescheiten“ Nobelpreisträger weismachen wollen.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  17. In eigener Sache:

    Leider wird es mir in den nächsten Tagen nicht möglich sein, allfällige Kommentare hier zu beantworten.

    Ich werde in Afrika ein Kraftwerk anschauen, welches ein Schweizer dort gebaut hat zur Bekämpfung von Armut und Hunger.

    So ein Projekt ist prämierungswürdig!

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Dr Meyer

      Ich hatte Gelegenheit dieses Projekt an einem Anlass kennenzulernen. Es ist ein eindrückliches Beispiel dafür, was private Initiative und Engagement sinnvolles schaffen können. Gleichzeitig zeigt es auch wie u.a. nachhaltige Exportförderung funktionieren kann, da das Projekt ohne SERV Deckung nicht finanzierbar gewesen wäre. Auf jeden Fall hundert mal klüger, als wie unsere SNB Milliarden unnötig zu verzocken.

      Freundliche Grüsse Rico Meier

  18. Die seit Jahrzehnten angewandte Geldpolitik beruht auf einer fehlerhaften ökonomischen Doktrin. Ein wichtiger Punkt dabei spielt die hervorragende Bedeutung, welcher der Inflation des Konsumentenpreisindexes beigemessen wird. Dass Preise aufgrund von Produktivitätssteigerungen grundsätzlich fallen müssten, wird dabei komplett ausgeblendet. Die mit dieser Geldpolitik geschaffenen Preisverzerrungen führten zu enormen Ungleichgewichten, welche zunehmend immer schwerer beherrschbare Instabilität erzeugen. Die langfristigen Konsequenzen beinhalten gesellschaftliche Verwerfungen. Diese Scharlatane sollten dingfest gemacht werden.

    • @Linus Huber

      Sehr geehrter Herr Huber

      Danke.

      Ja, es ist richtig, dass Preisrückgänge aufgrund von Produktionsverbesserungen in der Wirtschaftswissenschaft vollkommen falsch interpretiert werden.

      Das kommt von der irrigen Interpretation der Phillips Kurve.

      Es wird behauptet, Preissenkungen würden immer zu Verlangsamung der Konjunktur und damit zu steigender Arbeitslosigkeit führen.

      Deshalb die Panik von Draghi und Yellen bezüglich fallender Oelpreise.

      Das Gegenteil ist richtig:

      Fallende Preise von der Angebotsseite her (Produktionsseite) kurbeln die Wirtschaft im Gegenteil an.

      Zu diesem Thema habe ich hier auf IP schon diverse Beiträge publiziert (u.a. „Dear Mr. Draghi“, oder „Die SNB und das Deflationsgespenst“).

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  19. Wäre doch einmal hilfreich, wenn man sämtliche buchhalterischen Schritte exakt und schronologisch sauber darstellen würde von der Emission einer Anleihe durch z.B. Deutschland in Euro über den Ankauf dieser Anleihe durch eine Schweizer Bank bis zum Weiterverkauf an die SNB. Auch wo (in welcher Stufe) exakt dann der Austauch der Zahlungsmittel (Euro gegen Franken) zum Erwerb der Anleihe bzw. die „Intervention“ am Devisenmarkt stattfindet. – Würde wohl einiges klären.

    • @Peter Zinsli

      In meinem Beitrag „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ sowie den nachfolgenden Kommentaren habe ich mit vielen Buchungssätzen die Geldemission erklärt. Darf ich dorthin verweisen?

      Kurz:

      Die SNB kauft ja nicht nur Staatsanleihen, sondern auch Aktien usw.

      Diese Emission ist entscheidend für das Schuldnerrisiko der SNB. Der technische Ablauf dieser Emission steht nicht im Vordergrund. Ein Bankenkonsortium emittiert in der Regel eine solche Emission, ob Eigenkapital oder Fremdkapital.

      Die Verbuchung aus Sicht des Leadmanagers bei Emission ist:

      Wertschriften / Giroguthaben des Geldemittenten (so entsteht Geld; in diesem Fall Euro)

      Verkauft die emittierende europäische Bank die bei Emission gezeichneten Wertschriften anschliessend an eine Schweizer Bank, so lautet der Buchungssatz der europäischen Bank:

      Giroguthaben bei Schweizer Bank / Wertschriften

      Dabei ist das Guthaben in Franken denominiert. Ihre Schulden gegenüber dem Leadmanager sind nach wie vor in Euro. Sie hat jetzt ein Währungsrisiko (sie spekuliert auf steigenden Franken).

      Die Schweizer Bank verbucht:

      Wertschriften / Giroguthaben der europäischen Bank

      Dabei sind die Wertschriften in Euro denominiert und die Schulden der Schweizer Bank gegenüber der europäischen Bank in Franken. Sie spekuliert auf einen sinkenden Franken bzw. auf einen steigenden Euro.

      Verkauft die Schweizer Banken ihre Wertschriften in Euro an die SNB, so verbucht die Schweizer Bank:

      Giroguthaben bei der SNB (in Franken denominiert) / Wertschriften (in Euro denominiert)

      Die Schweizer Bank hat nun ein Guthaben bei der SNB in Franken und kein Währungsrisiko mehr, da ihre Schulden gegenüber der ausländischen Bank nach wie vor in Franken sind.

      Die SNB hat nun das Währungsrisiko übernommen.

      Die SNB verbucht:

      Wertschriften (in Euro denominiert) / Giroguthaben der Banken (in Franken)

      Die SNB besitzt nun ein Währungsrisiko: Ihr Vermögen besteht aus Wertschriften in Euro, während ihre Schulden auf Franken lauten

      (die SNB spekuliert auf sinkenden Franken bzw. steigenden Euro und steigenden Wert ihrer Wertschriften).

      Die Wertschriften in Euro verbucht sie unter dem Konto mit dem Oberbegriff „Devisenanlagen“. In diesem Konto befinden sich sämtliche Wertschriften der SNB, die in einer ausländischen Devise investiert sind. In der Bilanz der SNB werden diese Wertschriften zum aktuellen Kurs in Franken bewertet.

      Wenn die SNB in ausländischen Titeln investiert, so müssen dazu zwei Transaktionen abgewickelt werden:

      Erstens: Den Kauf des Titels.

      Zweitens: Kauf der Devisen.

      Die SNB hat somit auf ihren Devisenanlagen zwei Risiken: Das Schuldnerrisiko und das Währungsrisiko.

      Wenn Sie, Peter Zinsli, beispielsweise über Ihr Franken-Konto bei der UBS eine europäische Wertschrift kaufen, so müssen sie den Titel in Euro kaufen und ihre Franken in Euro wechseln.

      Dies erfolgt in einem Buchungssatz:

      Wertschriften (in Franken zum aktuellen Eurokurs) / Guthaben bei der Bank (in Franken)
      (im Falle eines positiven Banksaldos)

      Sollten Sie Ihr Konto bei der UBS überziehen, so besitzen Sie

      a) ein Guthaben in Euro
      b) eine Schuld in Franken

      Der Buchungssatz lautet dann aus Ihrer Sicht:

      Wertschriften (in Franken bewertet zum aktuellen Eurokurs) / Passivdarlehen (in Franken; Ihre Schuld bei Ihrer Bank, Ihr Kontokorrent ist im Minus)

      Sie haben nun eine Schuldnerrisiko und ein Währungsrisiko.

      Wollen Sie ihre Schuld in Franken wieder abbauen, so müssen Sie ihre Titel in Euro verkaufen und die erhaltenen Euros wieder in Franken tauschen.

      Die Schuld in Franken wird also durch Verkauf Ihres Vermögens ihn Euros getilgt (zum aktuellen Euro/ Franken-Kurs).

      Genauso verhält es sich bei der SNB:

      Die SNB überzieht ihr Konto in Franken bei den Banken und besitzt ein Guthaben in Euro-Wertschriften.

      Damit hat sie ein Währungsrisiko: Vermögen in Euro; Schuld in Franken

      Fällt der Kurs des Euro oder der Wert des Titels oder beides zusammen, so besitzt die SNB nicht mehr über genügend Vermögen in Euro (zum neuen Kurs), um ihre Schulden in Franken zurückzuzahlen.

      Die SNB ist überschuldet.

      Die SNB bucht also bei einer Geldemission:

      Devisenanlagen / Giroguthaben der Banken

      Dabei werden in der SNB-Bilanz die Devisenanlagen, welche aus Euro-Wertschriften bestehen, in Franken bewertet und die Giroguthaben auch.

      Bei Glattstellung dieser Position verbucht sie

      Giroguthaben der Banken / Devisenanlagen

      Ist der Wert der Devisenanlagen in Franken zum aktuellen Kurs berechnet kleiner als die Guthaben der Banken bei der SNB in Franken, so kann die SNB den Banken deren Guthaben nicht mehr vollumfänglich zurückzahlen.

      Die Banken besitzen dann Guthaben bei der SNB, die wertlos und entsprechend zu wertberichtigen sind.

      Die Verluste der Banken auf ihren SNB-Positionen gehen dann zulasten des Eigenkapitals der Schweizer Geschäftsbanken.

      Ich hoffe, diese Buchungssätze haben etwas zur Klärung beigetragen.

      mfG

    • @Peter Zinsli

      Addendum

      Der erst Buchungssatz ist etwas irreführend.

      Besser:

      Wertschriften an Giroguthaben des Anleihensschuldners bei der Lead Managing Bank

      Der Leadmanager emittiert also Buchgeld. D.h. der Emittent der Anleihe (z.B. Deutscher Staat oder ein Unternehmen) hat nun ein Guthaben bei der Lead Managing Bank (z.B. Deutsche Bank).

      Im Gegenzug besitzt die Lead Managing Bank Wertschriften des Deutschen Staates, welche im obigen Beispiel letztlich die SNB kauft.

      Mit dem Guthaben beim Leadmanager kann der Deutsche Staat oder das Unternehmen geschuldete offene Rechnungen bezahlen.

      Der Vorgang ist vergleichbar mit der Emission von Buchgeld bei einem Hypothekarkredit.

      Der Hausbauer verkauft der Bank einen Hypothekarkredit (vergleichbar mit emittierter Obligation), und erhält dafür von der Bank ein Giroguthaben bei ihr, womit der Hausbesitzer offene Rechnungen bezahlen kann.

      So entsteht Geld.

      Danke für die gute Frage.

      MfG

  20. Die SNB setzte jahrelang einen künstlich falschen Kurs durch. Sie kaufte den Euro für 1.20 Franken, wenn es niemand anders tun wollte. Den Nutzen hatten die Exporteure, die Allgemeinheit erlitt Schäden. Aber auch nach dem Ende des Mindestkurses hat die SNB interveniert, nur schwächer.
    Ich frage mich, ob Herr Stiglitz die Forderung nach einem neuen Mindestkurs ernst meint. Ich könnte mir vorstellen, dass er will, das generelle Gegner von Interventionen denken, schwache Interventionen seien das richtige, weil sie ein Mittelding aus den geforderten starken Interventionen und den gewünschten nicht vorhanden Interventionen sind.

    • @Roger

      Richtig: Die Exporteure haben mit dem Mindestkurs profitiert auf Kosten der Allgemeinheit.

      Natürlich meint das Stiglitz ernst mit einem neuen Mindestkurs.

      Der versteht einfach nicht, wovon er schwatzt und versteckt sich hinter seinem Nobelpreis.

      mfG

    • @Peter Zinsli

      Addendum

      Der erst Buchungssatz ist etwas irreführend.

      Besser:

      Wertschriften an Giooguthaben bei der lead managing Bank

      Der Leadmanager emittiert also Buchgeld. D.h. der Emittent der Anleihe (z.B. Deutscher Staat oder ein Unternehmen) hat nun ein Guthaben bei der lead Managing Bank.

      Im Gegenzug besitzt die lead managing Bank Wertschriften des Deutschen Staates, welche im obigen Beispiel letztlich die SNB kauft.

      Mit dem Guthaben veim Leadmanager kann der deutsche Staat oder das Unternehmen geschuldete offene Rechnungen bezahlen.

      Der Vorgang ist vergleichbar mit der Emission von Buchgeld bei einem Hypotähekarkredir.

      Der Hausbauer verkauft der Bank einen Hypothekarkredit (vergleichbar mit emittierter Obligation),und erhält dafür von der Bank ein Giroguthaben bei ihr, womit der Hsusbesitzer offene Rechnungen bezahlen kann.

      So entsteht Geld.

      MfG

      Danke für die gute Frage.

      MfG

    • @Dr. Meyer:
      Danke für die Ausführungen. Interessant wäre nun noch, im Detail den Transmissionsmechanismus auf den Wechselkurs zu verstehen. – Der Ankauf ausländischer, in Fremdwährung denominierter Wertpapiere bei gleichzeitiger Gutschrift von CH-Girogeld (durch CH-Geschäftsbank oder SNB) geht ja erst einmal am Devisenmarkt vorbei und ist quasi „devisenmarktneutral“. Natürlich entstehen so 1x mehr CHF-Giroguthaben insgesamt, nämlich per Saldo beim ausländischen Verkäufer der in Fremdwährung denominierten Wertpapiere. Das hat aber noch keinen direkten Einfluss auf die Wechselkursfestsetzung. Will heissen: Solange der Verkäufer der in Fremdwährung denominierten Wertpapiere seine dafür gelösten CHF-Giroguthaben nicht in die/ eine Fremdwährung zurücktauschen will, also auf dem Devsienmarkt nicht seine CHF-Guthaben gegen z.B. EURO-Guthaben tauschen will, solange ist der Ankauf von in Fremdwährung denominierten Wertpapieren gegen CHF-Giroguthaben doch kursneutral, oder bin ich etwa „deppert“?
      Grüsse, Peter Zinsli

    • @Peter Zinsli

      Nein. Der Ankauf von Wertpapieren im Ausland ist nicht „devisenneutral“.

      die ausländischen in Euro denominierten Wertpapiere werden zum bestehenden Euro-Kurs gekauft.

      Die SNB kann nicht in Euro denominierte Wertschriften kaufen ohne diese sogleich in Euro umzuwechseln. Der Kauf erfolgt zum Eurokurs.

      Im Prinzip müsste die SNB auf ihrer Aktivseite ihre „Devisenanlagen“ als „Wertpapiere denominiert in Euro“ bezeichnen.

      Sie besitzt nicht Euro, sondern Wertschriften in Euro.

      Hätte sie Äpfel mit Euros gekauft, so würde sie auch nicht „Devisenanlagen“ verbuchen, sondern „Äpfel zu Euro-Preisen“.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  21. Wenn jemand ernsthaft glaubt, mit Gelddrucken werde auch nur ein Krümel Wohlstand geschaffen, gehört er eindeutig ins Irrenhaus. Man sieht ja was es bringt, und endet ja zwangsweise immer Gleich.

    • @havenstein

      Danke.

      Und doch behaupten es alle – allen voran die Nobelpreisträger und Zentralbanker und Professoren an den Universitäten.

      Und die Studenten und Politiker glauben es.

      mfG

    • Dr. Meyer,

      Ihren Kommentaren ist leider nichts hinzuzufügen, da 100% ins Schwarze. Selbst die Jordans und Konsorte wissen ja wohin das führt.
      „Jeder beklagt sich über die Inflation, aber alle bejubeln die Massnahmen die dazu führen.“ Ludwig von Mises
      Die Frage ist: „Who benefits?“ Follow the Money. Die sitzen alle im selben Boot. Politiker, Banker, Oekonomen, Studenten.
      John Law war genauso ein Popstar wie Greenspan. (J. Law dürfte eher so ausgesehen haben, Greenspan wohl weniger :-))
      Universitäten sind staatsnah. Studenten arbeiten nachher für den Staat, Banken, Legal, etc. Die profitieren alle vom Cantillon Effekt. Billiges Geld für mehr Staat, Ueberwachung, etc.
      Leider waren Universitäten seit jeher die Brutstätten von sozialistischer Propaganda. (Naturwissenschaften mehrheitlich ausgenommen)
      Ueberall wo ich war, habe ich eines gesehen: Die Staatsquote korreliert 1:1 mit der Akademikerquote.

    • Natürlich tue ich da den Studenten Unrecht, in dem Sinne, dass zu Beginn eigentlich alle profitieren vom Gelddrucken. SVP Wähler wie die Bauern genauso wie die Sozialindustrie. CVP, FDP etc. Vom Militär zur Bauindustrie, vom Stromer zum Bank CEO genauso wie der Flüchtlingsbetreuer. Bis dann zu guter Letzt sich die ganze Illusion in Luft auflöst.
      „Gelddrucken und Krieg führt kurzfristig zu Wohlstand und langfristig in den todsicheren Ruin.“

    • @havenstein

      Danken

      Nein. Ich denke, die SNB und ihr Chef Prof. Dr. Thomas Jordan wissen nicxht, wohin das führt.

      Oder hat irgendjemand von der SNB oder von Herrn Professor Jordan einmal gehört, dass bei negativem Eigenkapital der SNB mit Steuergeldern rekapitalisiert werden muss?

    • @havenstein

      Die Studenten sind arme Menschen:

      Sie stehen unter unglaublichem Druck, das auswendig zu lernen, was Ihnen die Professoren lehren.

      Haben Sie den Mut, die irrigen Theorien ihrer Professoren zu hinterfragen, so droht Ihnen eine ungenügende Noten und der Rausschmiss.

      Ich kann von keinem Studenten erwarten, dass er das auf sich nimmt, was ich auf mich genommen habe.

      mfG

  22. Gute Argumente. Habe Stieglitz auch mal zum Thema Osteuropa Umbau in westliche Marktwirtschaften gehoert. Er kann gut blenden, seine ideologischen Vorstellungen mit gewissen oekonomischen Ausdruecken, die wie sie gut darstellen nicht immer so genau ueberlegt zu sein scheinen. Vermutlich ist sein Wunsch fuer oeffentliche Auftritte groesser als sorgfaeltige Vorbereitungsarbeit.

    • @AM

      Kürzlich habe ich irgendwo gelesen, Stiglitz hätte anlässlich seines Besuches in Davos einen Vortrag gehalten in der Aula der Universität Zürich oder ETH. Der Saal sei besetzt gewesen bis auf den letzten Platz.

      Stiglitz habe den Status eines Popstars erlangt.

      Ich frage mich, ob es in diesem Saal an der Universität denn keinen einzigen kritischen Menschen gab, der die Argumente von Stiglitz hinterfragt hätte, und der den Mut aufgebracht hätte, seine Bedenken zu äussern?

      Es erinnert mich an Thomas Jordan, der mir sagte, ich sei der einzige, welcher seinen Vortrag an der Universität Basel kritisiere. An diesem Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel behauptete Jordan, die SNB könne Geld drucken und damit all ihre Schulden bezahlen.

      Es ist einfach bedenklich, wie autoritätsgläubig die Menschen in der Schweiz geworden sind. Sie glauben einfach alles, wenn einer einen Professoren-Titel besitzt oder ein SNB-Direktor ist oder gar einen Nobelpreis besitzt.

      Auch in der NZZ, welche das Zürcher Wirtschaftsestablishment liest, konnte Professor Baltensperger, Spiritus Rector der SNB und Ziehvater von Professor Jordan, unwidersprochen behaupten, die SNB könne einfach Banknoten drucken und damit „unbeschränkt“ Euros kaufen.

      Ich frage mich, wo der gesunde Menschenverstand des sogenannten „Wirtschaftsestablishments“ liegt oder ob die einfach nicht den Mut haben, einmal aufzustehen und zu widersprechen?

      mfG

  23. Also Herr Meyer, der Kompetenz der Nobelpreisträger ist auch in anderen Disziplinen nicht zu trauen- das liegt an den Kommitees, welche prinzipiell nicht in der Lage sind, Genies zu erkennen…ich empfehle den Artikel in einer alten Ausgabe von „Spektrum der Wissenschaft“ , worin beschrieben wird, wie es gekommen ist, dass Albert Einstein DOCH NOCH den Nobelpreis bekommen hat. Eine Zangengeburt.
    Herr Nobel selber stand auf Kriegsfuss mit seinem Mathematiklehrer, deshalb wird auch angenommen, dass diese Disziplin seit Anbeginn nicht ausgezeichnet wird- Und daran kranken auch etliche Preisträger, an mangelnder Logik.

    • @Brigitte Flury

      Sehr geehrte Frau Flury

      Besten Dank für Ihren Kommentar.

      Der Nobelpreis hat eine „Aura der Unantastbarkeit“ entwickelt. Das ist unakzeptabel. Es gibt keine Theorie, die nicht hinterfragt werden darf.

      Wissenschaftliche Irrtümer, die mit einem Nobelpreis prämiert sind, können grossen Schaden anrichten. Das gilt vor allem für die Wirtschaftswissenschaft.

      Deshalb appelliere ich an die Schwedische Reichsbank, den Nobelpreis für Wirtschaft abzuschaffen und ersatzlos zu streichen. Dieser schadet der Menschheit mehr als dass er nützlich ist.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,
      herzlichen Dank für Ihre Antwort.
      Ich denke, genau dort liegt das Problem, dass den Nobelpreis eine „Aura der Unantasbarkeit“ umgibt.
      Dass dieser Umstand nicht nur in den Wirtschaftswissenschaften ein gravierendes Problem darstellen kann, weiss die Neurochirurgie schon lange.
      Ich erinnere mich, dass ein Neurochirurge vor Jahren beklagt hatte, dass seine Disziplin bis zum damaligen Zeitpunkt erst einmal für den Nobelpreis für Medizin berücksichtigt worden war , und das war ausgerechnet für die Lobektomie.
      Da hat ein skrupelloser und ehrgeiziger Chirurge in den Hirnen von vertrauenvollen Patienten herumgeschnitten ohne wissenschaftliche Grundlage.
      Das bekanneste Opfer dieses Nobelpreis würdigen Psychopathen war die Schwester von JF Kennedy, Rose. Rose war vor der Operation mental leicht retardiert, danach ein schwerer Pflegefall.

  24. Die voluminare Expansion der Knolle verhält sich reziprok proportional zur geistigen Kapazität des Produzenten.
    Alles klar……?

    • @Rolf Laager

      Danke.

      Ja die SNB sollte doch endlich verstehen, was ich hier schreibe…

      Soviel geistige Kapazität sollte doch vorhanden sein! Oder?

      Können die nicht verstehen oder wollen die nicht verstehen?

      Und Stiglitz? Hat der nicht mehr intellektuelles Potential?

      Oder darf der sich einfach hinter seinem Nobelpreis verstecken und man glaubt ihm, weil er den Nobelpreis hat?

      mfG

  25. Tragisch ist, dass eine solche Wirtschafts-Fatwa für unsere SNB- Propheten beruhigend wie Opium wirkt.

    Danke, Dr. Meyer für Ihren Mut, gegen diesen Unsinn mit wachem Verstand anzuschreiben.

    • Sehr geehrter Herr Meier

      Danke.

      Das SNB-Direktorium ist offensichtlich autoritätsgläubig und hat nie den Mut aufgebracht, dem eigenen gesunden Menschenverstand zu vertrauen und diesen zu gebrauchen.

      Aber hätten sie es gewagt, die herrschende Irrlehre zu hinterfragen, so sässen sie jetzt auch nicht auf den lukrativen Sesseln, auf denen sie möglichst lange kleben.

      Die Wissenschaft und die Zentralbanken sind eine Symbiose eingegangen – man hilft sich gegenseitig und deckt sich gegenseitig den Rücken.

      Wie hoch müssen die SNB-Verluste noch werden, bis die Wirtschaftswissenschafter und die SNB ihre Irrtümer endlich einsehen?

      Man kann nur hoffen, dass der neue Finanzminister Ueli Maurer gesunden Menschenverstand zum Einsatz bringt und die Weichen bei der SNB neu stellt.

      Vielleicht erkennt mittlerweile auch der eine oder andere junge Parlamentarier das „Systemrisiko SNB“ und leitet entsprechende Vorstösse ein.

      Man kann es nur hoffen.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  26. Gut, ob die Eurokäufe durch Schulden gegenüber dem Besitzer von physischen Banknoten oder gegenüber den Banken gemacht werden, scheint irrelevant. D.h. zumindest die erste Aussage von Stiglitz kann man noch einigermassen durchgehen lassen. Was aber schockierend ist und sich einem Volkswirtschaftlichen Laien nicht erschliesst, wie ein Ökonom (ob Nobelpreisträger oder nicht) die durch Fremdkapital sich finanzierende übermässig wachsende und schon überdimensionierte Bilanz mit der Vagheit und normativen Potential seiner Aussagen bagatellisieren kann, ohne die Details zum Fall Schweiz oder zu den rechtlichen Rahmenbedingungen der SNB in der Schweiz zu kennen. Hatte er denn keine Angst, völlig ins Lächerliche abzudriften?

    • @Stefan Rosenthal

      Sehr geehrter Herr Rosenthal

      Besten Dank für Ihren Kommentar.

      Es ist so, dass Stiglitz meint, die SNB kaufe Euros mit eigenem Vermögen (selbst gedruckte Banknoten).

      Er hat also nicht einmal verstanden, dass die SNB ihre Euros mit Schulden kauft.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

  27. Seit 1969 wurden insgesamt 74 Wirtschaftsnobelpreise vergeben, wobei die wörtliche Übersetzung aus dem Schwedischen korrekterweise heissen müsste „Preis der Schwedischen Reichsbank in Wirtschaftswissenschaft zur Erinnerung an Alfred Nobel“.

    Die inflationäre Anzahl der Preise korrespondiert denn auch gut mit der Länge des offiziellen Titels; und was es der Weltwirtschaft gebracht hat, möge jedermann/frau für sich selbst beurteilen. Es spielt schon lange keine Rolle mehr, wielange Drucker-Draghi oder die FED die Notendruckpressen noch laufen lassen wollen. Das weltweite Finanzystem ist irreversibel geschädigt und die Jagd nach Steuersündern läuft auf Hochtouren. Das jahrelange Hinauszögern der FED betr. minimaler Erhöhung des US-Leitzines kommt nicht von ungefähr.

    Zudem: Seit dem IWF-Beitritt der Schweiz und der damit erzwungenen Aufhebung des Goldstandards, der Verfassungsänderung sowie der Anpassung des Nationalbankgesetzes – mit vielmehr Kompetenz für die SNB – kann sie ohnehin fast tun und lassen, was sie will.

    Was das Schweizer Volk aber umtreiben sollte ist, was auf politischer Ebene (selbstverständlich mit freundlicher Motivationshilfe aus dem Ausland) schon sehr bald erpresst werden oder zumindest versucht wird, durchzusetzen:

    – massive Reduktion der Bargeldtransaktionslimite (z.Zt. Fr. 100’000.-)
    – und damit zusammenhängende Einführung BARGELDVERBOT
    – Besitzverbot von Gold + Silver bzw. deren Zwangseinzug

    Also, GMV + Rückgrat ist gefragt!

    • @Martin Meyer

      Sehr geehrter Herr Meyer

      Sollten die Negativzinsen noch weiter sinken, so droht tatsächlich die Gefahr, dass es früher oder später zu einem Bargeldverbot kommt.

      Drei Leute im Direktorium der Nationalbank werden darüber entscheiden.

      Die Macht des SNB-Direktoriums ist viel zu gross. Das Parlament sollte sich dagegen wehren, bevor es zu spät ist.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  28. Der Nobelpreis verkommt zusenhends zur Wertlosigkeit. Beachtet man, wer alles Nobelpreisträger ist (zB Obama und Konsorten).
    Der Nobelpreis ist eher ein Preis, den man nicht haben möchte, da er keinen guten Ruf mit sich bringt.
    Der beste Beweis ist Senor Stiglitz, der mit seiner Forderung nun wirklich beweist, dass er kaum Ahnung hat, sich aber gerne im Rampenlicht zeigt. Deshalb sucht er solch idiotische Themen. Ernst meinen, kann er dies ja nicht wirklich.

    • @Banker a. D.

      Die SNB argumentierte bei Einführung des Mindestkurses genauso.

      Jetzt eird langsam klar, welchen Unsinn uns die SNB erzählt hat.

      Den Schaden hat jetzt aber das Schweizervolk mit 600 Mrd Schulden der SNB.

      mfG

  29. Nobelpreis ist immer gut. So einer muss es ja wissen, oder?

    Uebrigens, der gute Adolf war auch mal für den Friedensnobelpreis nominiert.

    • Warum nicht Herr Dr. Meyer?

      Er war vom Times Magazin auch als Man of the Year 1938 ernannt.

      Der schwedische Abgeordnete hat allerdings gemeint, dass die von ihm ausgesprochene Nomination ein Witz gewesen sei und sie im Februar 39 wieder zurückzog.

      Jedoch hat Hitler zu diesen Zeitpunkt im Gegensatz zu Obama oder Kissinger bei deren Auszeichnung noch keine Länder bekriegt…

  30. Na ja, Draghi kann natürlich schon „akzeptable“ Schuld- und Inhaberpapiere, die in Euro denominiert sind, beliebig gegen Euro-Giroguthaben hereinnehmen. – Irgendwann verkommt die EZB dann aber zur „Bad Bank“, die nur noch Euro-Papiere minderer Qualität ankaufen kann bzw. ankaufen muss (und so die Bilanzen der Geschäftsbanken von Müll reinigt, in der wohl vergeblichen Hoffnung, so die Kreditvergabe in den produktiven Sektor zu stimulieren). Spätestens dann tauchen auch bei der EZB Bilanzrisiken auf.
    Zu den anderen im Artikel angesprochenen Punkten: Dr. Meyer: „twelve points“, Prof. Stiglitz: „zero points“.

    • @T. Opgun

      Genau: Die Zentralbanken sind zu Kreditwaschanlagen geworden. Sie kaufen Obligationen minderer Bonität. Dadurch wird die Bonität der Zentralbanken selber verwässert.

      Danke und schönen Tag

      Maec Meyer

  31. Herr Stiglitz ein „Laureate“? Sicher nicht! Nobel Preise werden aufgrund von „Politinteressen“ vergeben. Siehe Obama. Hat dieser Herr der Welt etwa Frieden gebracht?

    • @Westermeier

      Der unechte Wirtschaftsnobelpreis jedenfalls sollte abgeschafft werden. Er schadet nur. Er verhindert den wissenschaftlichen Fortschritt.

      MfG