Finanzielle Repression: Enteignung und Entmündigung

Der 10. März 2016 wird uns allen noch lange in Erinnerung bleiben. Es ist empörend, dass die EZB ihr unverantwortliches Spiel auf Zeit weiterführt. Ein Spiel auf Kosten von uns Sparern, die wir täglich enteignet werden und mit unseren Ersparnissen im Notfall für das Börsenkasino des Herrn Draghi haften müssen.

Nach wie vor kreieren die Notenbanken mit ihrer irrsinnigen Niedrigzinspolitik eine Finanzmarktblase nach der anderen, um das Geldkarussell weiterhin am Laufen zu halten und um einige wenige immer reicher und viele immer ärmer zu machen. Dies bedeutet für uns einerseits, dass die Blasen an den Aktien- und Immobilienmärkten weiter mit neuem zusätzlichem Geld aufgepumpt werden, und andererseits Sparer auf Grund von null Prozent Zinsen enteignet werden und junge Menschen der Möglichkeit beraubt werden, für das Alter etwas anzusparen.

Dank Draghis Politik der günstigen Refinanzierung werden die Euro-Staaten dazu verführt, dringend erforderliche Reformen aufzuschieben und weiter entspannt auf Pump zu leben. Trotz verheerender Wirtschaftslage, Rekordarbeitslosigkeit und Rekordverschuldung ist für viele Staaten Geld billiger denn je. Fakt ist, dass anstehende Probleme dadurch nicht gelöst, sondern noch vergrössert werden. Durch die exzessive Verschuldung und die mangelnde Bereitschaft, nachhaltige Strukturreformen anzuschieben, ist der Crash mehr als nur vorhersehbar.

Offensichtlich hat Draghi aus dem Auge verloren, dass die letzte Krise durch viel zu niedrige Zinsen und damit durch viel zu viel billiges Geld entstanden ist. Die niedrigen Zinsen führten zu Exzessen und massiven Blasen an den Aktien- und Immobilienmärkten. Derzeit werden die Märkte auf Grund historisch niedriger Zinsen mit unendlich viel billigem Geld geflutet. Jedoch wird es Draghi weder gelingen, die gewünschte Inflation noch den Konsum anzuheizen.

Das einzige, was ihm gelingen wird ist die Bildung gigantischer Blasen an Aktien- und Immobilienmärkten, die Zerstörung unseres soliden Bankensystems der Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie Erhöhungen von Kontogebühren und zukünftig immer grösserer Beschränkungen des Bargelds. Ist uns Bürger erst einmal der Zugang zum Bargeld verwehrt, kann die EZB uns mit Negativzinsen problemlos enteignen.

Um die nächsten Krisen aufzufangen, wird die finanzielle Repression gegen uns Bürger global ausgeweitet und in Zukunft noch mehr finanzielle Restriktionen fordern. Die Marschrichtung in den letzten Jahren spricht Bände, wohin die Reise geht. Die Zinsen sind nahe Null und weit unter der Inflationsrate – so wird der Sparer enteignet.

Am 10. März 2016 hat EZB-Chef Mario Draghi den notenbanktechnischen Wahnsinn abermals gesteigert. Mittlerweile hat die Europäische Notenbank einen mit nichts entschuldbaren Kurs eingeschlagen. Am besagten 10. März hat die EZB den Leitzins auf 0,00 Prozent gesenkt und angekündigt, Staatsanleihen und andere Wertpapiere statt für 60 Milliarden Euro ab April für 80 Milliarden Euro zu kaufen – in der viel besagten Hoffnung, die Inflation anzuheizen.

Schweiz, Dänemark und Japan haben bereits einen Gang höher geschaltet und Negativzinsen installiert. Die Schlinge um Deutschland wird folglich immer enger. Momentan treffen Negativzinsen nur Grosskunden, aber eher früher als später wird es uns alle treffen.

Vor genau dieser Entwicklung haben wir bereits in unserem letzten Buch „Der Crash ist die Lösung“ gewarnt. Unser Schweizer Nachbar hat gezeigt, dass Negativzinsen kein Ding der Unmöglichkeit mehr sind. Auf Grund der Minus-Verzinsung von Kapital überlegen sich manche Pensionskassen bereits, einen Teil des Rentengeldes nicht auf einem Bankkonto zu belassen, sondern in einem externen Tresor zu lagern. Eine Pensionskasse hat ausgerechnet, dass sie so knapp 25’000 Franken Rentengeld pro 10 Millionen Franken sparen würde. Trotz Unkosten für Tresormiete, Geldtransport und weiteren Ausgaben.

So einfach ist das aber nicht. Denn die Schweizerische Nationalbank hat bestätigt, dass sie Bargeldhortung zur Umgehung von Negativzinsen nicht gerne sieht. „Die Nationalbank hat deshalb Banken auch schon empfohlen, mit Bargeldnachfragen (…) restriktiv umzugehen.“ Dieses Beispiel sollte uns nicht nur warnen; es macht überaus deutlich, woher der Wind weht und wohin die Reise gehen soll.

Des einen Leid ist jedoch des anderen Freud. Mittlerweile trägt die Niedrigzinsphase sonderbare Früchte. Während es in Deutschland bereits Null-Prozent-Kredite gibt, sind unsere Nachbarn im Norden noch ein Stück weiter. In Dänemark zahlt eine Bank einer Kundin sogar Geld dafür, dass sie einen Kredit aufnimmt. Nach den Negativ-Zinsen für Spareinlagen, die bei unserem nördlichen Nachbarn nicht selten sind, gibt es jetzt dort sogar Geld für das Schuldenmachen. Spätestens hier sollten wir uns alle an den Kopf fassen.

Die Immobilienpreise in Dänemark sind seit 2012 um 40 bis 60 Prozent gestiegen. Auch bei uns schiessen die Immobilienpreise auf Grund der niedrigen Zinsen in immer neue Höhen. So mancher lässt sich von den niedrigen Zinsen anlocken und kauft eine völlig überteuerte Immobilie, die er sich im Grunde genommen überhaupt nicht leisten kann. So wird eine Immobilienblase immer weiter aufgepumpt, vor der mittlerweile sogar die Bundesbank warnt. Einige werden sich dabei in Zukunft eine blutige Nase holen.

Gleichzeitig wird das Geschrei nach der Abschaffung von Bargeld immer lauter. Erst hiess es noch, die Sparer mit Negativzinsen zum Geldausgeben zu animieren, wozu Bargeld abgeschafft oder zumindest drastisch eingedämmt werden müsse. Egal, ob der Wirtschaftsweise Peter Bofinger, der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman, der Havard-Ökonom Kenneth Rogoff, der ehemalige Chef der Weltbank Larry Summers oder Andrew Haldane, Chefökonom der Bank of England – unisono erklären alle plötzlich, dass Kriminalität und Terrorismus durch eine Abschaffung des Bargeldes bekämpft werden könnten.

In das gleiche Horn bläst inzwischen auch die Politik, denn sie weiss, dass Menschen in Angst immer die Sicherheit der Freiheit vorziehen. Doch in Wirklichkeit geht es um etwas ganz anderes. Sie wollen uns die Freiheit nehmen und uns gnadenlos in die Abhängigkeit von Banken treiben.

Larry Summers und Kenneth Rogoff argumentieren unverhohlen, dass es darum gehe, auch private Ersparnisse mit Negativzinsen für Regierungen „nutzbar“ zu machen. Deshalb sollte uns allen klar sein, dass uns die Niedrigzinsphase erhalten bleibt. Es ist absehbar, dass die Zinsen sogar noch weiter sinken und die Enteignung durch die Notenbanken weiter fortschreiten wird, um die Kosten der Krisen auf uns alle abzuwälzen.

Damit sich die Bürger dieser Enteignung nicht entziehen können, soll Bargeld in Form von Bargeldzahlungs- und Bargeldabhebungsgrenzen immer weiter eingeschränkt werden. Das alles wird uns in kleinen Dosen verabreicht, damit wir uns langsam an den Schmerz gewöhnen. Der Zugriff auf Geld wird immer weiter erschwert. Ziel ist es, einen Bankensturm zu verhindern und die Sparer für kommende Bankenrettungen in die Pflicht zu nehmen.

In Frankreich, Italien, Spanien und Griechenland gelten bereits Obergrenzen für Bargeldabhebungen, und die Menschen spüren es am eigenen Leib. Wir gehen davon aus, dass der Bargeldverkehr in Zukunft massiv beschränkt wird. Auch den 500-Euro-Scheinen soll es ans Leder gehen, da diese laut EZB-Vizepräsident Constâncio „nicht so dringend“ gebraucht werden.

All dies geschieht natürlich nur zu unserer eigenen Sicherheit. Warum die Kriminellen dann aber nicht auf kleinere Euro-Noten ausweichen, kann uns keiner erklären. Lassen Sie sich nicht blenden und hinters Licht führen. Diese Argumentation, dass dadurch Terrorismus, Drogenhandel und Mafia bekämpft werden können, ist lediglich vorgeschoben, um die wahren Beweggründe zu verschleiern. Bargeld ist Freiheit.

Die Marschrichtung ist klar: Es geht um Kontrolle, Überwachung und Enteignung. Denn mit der Abschaffung von und der Kontrolle über Bargeld kann man problemlos Negativzinsen einführen, ohne dass sich die Bürger diesen entziehen können. Schweden ist bereits auf dem besten Weg, Bargeld abzuschaffen. Wenn das Bargeld begrenzt oder sogar verboten ist und die Negativzinsen in unvorstellbare Höhen steigen, dann werden auch die Narren, die heute für die Bargeldabschaffung plädieren, erkennen, dass sie ihre Enteignung selbst unterschrieben haben.

Doch dann ist es zu spät. Aus den genannten Gründen ist es essentiell, sich aktiv um sein Erspartes zu kümmern. Nach wie vor sind wir grosse Verfechter von Sachwerten.

Die beiden Ökonomen, Querdenker und Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich schrieben 2012 zusammen den Bestseller „Der grösste Raubzug der Geschichte – warum die Fleissigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“. Es war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2013.

Mit ihrem zweiten Buch „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“ haben sie es bis auf Rang 2 der Spiegel-Bestsellerliste geschafft sowie auf Rang 1 im Manager Magazin und Handelsblatt. In ihm haben sie die EZB-Leitzinssenkung und Minuszinsen für die Banken, die Absenkung des Garantiezinses bei den Lebensversicherungen sowie den Ausgang der EU-Wahl richtig prognostiziert. „Der Crash ist die Lösung“ war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2014.

Im Mai 2016 erscheint ihr drittes Buch „Kapitalfehler Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“. Weitere Informationen über die Autoren finden Sie auf der Internetseite der Autoren und bei Facebook.
Matthias Weik und Marc Friedrich sind Initiatoren der Petition „EZB Stoppen – Wir zahlen nicht für Eure Krise“.

Kommentare

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  1. DER GRÖSSTE RAUB DER GESCHICHTE?

    Wer sein Geld in CHF anlegt verliert pro Jahr rund 0.5% an Kaufkraft. Wer sein Geld in Euro oder USD anlegt rund 4.5%.

    CHF
    Die Teuerung des Schweizer Frankens beträgt seit 2003 7%. (Quelle: admin.ch)
    Auf das Jahr gerechnet sind dies in den letzten 13 Jahren ein durchschnittlicher Kaufkraftverlust von 0.5% pro Jahr.

    USD
    Seit dem Jahr 2002 ist der US Dollar von CHF 1.8 um die Hälfte auf 90 Rappen gefallen. Mit der 7% Teuerung des CHF haben wir einen Kaufkraftverlust von 57% innert 14 Jahren. Das ist ein durchschnittlicher Verlust pro Jahr von 4.07%.

    EURO
    Der Wechselkurs eines Euros war im 2007 CHF 1.67 heute ist er bei CHF 1.10. Das sind innert 9 Jahren ein Wechselkursverlust gegenüber dem CHF von 34%.
    Rechnen wir die Teuerung des CHF von 9 * 0.5%, also 4.5% hinzu, ist dies ein Kaufkraftverlust von 38.5% in 9 Jahren oder 4.3% pro Jahr.

    Wie kommt es zur Senkung des Geldwertes?
    Der Staat steht mit seinem Vermögen für das Geld gerade.
    Kaufe ich eine Banknote und der Staat macht zwei daraus, nimmt er vom Gegenwert meines Geldes die Hälfte weg und gibt diesen jemandem anderen.

    Was bedeutet dies für den Sparer und für den Gläubiger und Schuldner?
    Der Sparer verliert an Kaufkraft seines Geldes.
    Des Gläubigers Wert des Guthabens mindert sich. Der Schuldner muss weniger Schulden bezahlen.

    Wem gibt der Staat in der aktuellen Wirtschaftskriese den Geldwert, den er dem Sparer wegnimmt?
    Er steckt das Geld in die schlecht laufende Wirtschaft und bezahlt Schulden von verschuldeten Unternehmen und Ländern zurück.

    Weshalb ist dies insbesondere bei einer hohen Verschuldung gut?
    Schuldner müssen ihren Gläubigern weniger zurückzahlen. Hatte ich im Jahr 2003 einem US-Bürger 1’000 Dollar ausgelehnt hat und würde er mir diese USD 1’000 heute zurückzahlen, so hätte ich 700 CHF verlohren. (2003 Kauf 1000 USD 1.7 CHF = CHF 1’700.– abzüglich die 1000 CHF die ich bei einem Wechselkurs von 1 CHF = 1 USD erhalte. )

    Für die Chinesen, die den USA und Europa viel Geld in USD ausgelehnt haben, ein schlechtes Geschäft.

    Chartanalyse
    Die Kurven zeigen gegen unten. Es ist von einer weiteren Entwertung des USD und des Euros auszugehen.

    Folgende Gründe sprechen auch dafür:
    – Um möglichst wenig Schulden zurückzahlen zu müssen und um
    – insbesondere nach China möglichst viel exportieren zu können, soll der Wechselkurs des USD und des EURO möglichst tief sein.

    Die Börse
    Die Steigerung des Dow Jones und des Dax entsprechen in etwa dem Wertverlust ihrer Währungen. Ohne den Wertverlust, würden die Charts ähnlich wie der SMI Index der Schweiz aussehen.

    Eigentlich müsste ja die Wirtschaft der USA seit 2003 gewachsen und der Dow Jones entsprechend gestiegen sein. Schauen wir den Chart an, sind wir überwältigt, wie stetig und kräftig die Linie nach oben zeigt.

    Der Dow Jones Index – der Index der wertvollsten US-Unternehmen – ist seit 2003 von 8500 auf über das Doppelte auf gut 17000 Punkte gestiegen.
    Auf der anderen Seite ist der Dollar aber nur noch die Hälfte Wert.
    Somit müsste die Linie eher flach, wie der SMI aussehen.

    Der steigende Chart ist also Illusion oder böse gesagt Beschiss. Die US Wirtschaft ist nicht gewachsen. Ohne Geldwertverlust wäre der Dow Jones immer noch auf dem gleichen Stand oder eher tiefer. Wir befinden uns heute in einer Blase. Das heisst die Börsenkurse sind weit über dem eigentlichen Wert der Aktien.

    Meine Fragen sind

    Stielt der Staat den Geldwert des Bürgers, indem er aus meiner Note zwei macht und die zweite jemandem anderem gibt?
    Ein US-Bürger hat seit 2002 57% der Kaufkraft seines Geldes verloren.
    Ein EU-Bürger seit 2007 38.5%.
    Ihr Geld wurde umverteilt. Jemand anderes besitzt nun den anderen Teil ihres Geldwertes.

    Hat der Bürger gegenüber dem Staat überhaupt noch Rechte? Kann er sich schützen oder darf der Staat die Bürger einfach so enteignen?

    Was passiert, wenn die Kaufkraft des Altersparkapital der Bevölkerung um die Hälfte sinkt und man nicht einmal mehr Zins auf seinem Kapital bekommt?

    Lohnt sich die Entwertung der Währung für die Konkurrenzfähigkeit in der globalen Weltwirtschaft ohne Schutzzölle überhaupt?

    Die Schweiz und Singapore kommen ohne Währungsdumping aus. Weshalb nehmen es die Bürger in der EU und der USA einfach hin, dass der Staat ihr Geld so massiv entwertet?

    Wie lange dauert es, bis man wieder soviel gespart hat, dass der Wertverlust ausgeglichen ist. Bei 0 oder sehr tiefen Zinsen?

    Hat mal jemand berechnet, ob sich die Globalisierung ohne Schutzzölle für den einzelnen Bürger und den Staat wirklich lohnt?

    Wird nur Volksvermögen verbrannt, um die Wirtschaft am laufen zu erhalten aber
    unter dem Strich schaut ausser einer immensen Umverteilung wenig raus?

    Werden die Arbeitnehmer mit dem umverteilen Geldwert der Sparer beschäftigt. Unter dem Strich gibt es gar kein Wachstum des Wohlstandes für den Einzelnen? Im
    Gegenteil. Der Wert des Sparkapitals wird verbrannt. Das Geld ist nichts mehr Wert. Es gibt nicht mal mehr Zinsen dafür. Die Bevölkerung verarmt.

    Die Politiker stehen beim Volk gut da. Sie haben die Wirtschaft angekurbelt und Arbeitsplätze geschaffen. Das Volk ist glücklich. Aber in Wahrheit hat das Volk vom Ersparten gelebt und es aufgebraucht. Und dafür durfte es auch noch arbeiten. Bis zum burnout.

    Das Beispiel Audi zeigt gut, dass es sich das ganze nicht lohnt. Es ist mehr eine Beschäftigungsterapie als die Schaffung von Wohlstand. Audi verkaufte zwar viel mehr Autos nach China, machte aber wenige Gewinn. Aufgrund der Währungsverluste und der geringen Margen.

    • „Der Bürger braucht mehr Information, um sich in seinem Alltag wiederzufinden.“

      Seit Dieter Spethmann gestorben ist, wurde leider seine Webseite http://www.eurospethmann.de vom Netz genommen (historisch noch zu finden in http://archive.org/web/).

      Dort hat er schon vor Jahren auf die aktuell immer deutlicher werdenden Fehlentwicklungen hingewiesen.

      Daß das in der Anfangszeit des Euros nicht immer opportun war, ist verständlich.

      Erwartungsgemäß haben sich zunächst viele der Bewohner und Regierungen einstiger Weichwährungsländer im Rahmen der sinkenden Zinsen in (Sozial-)Konsum und Immobilieninvestitionen verausgabt, so daß das konjunkturelle Strohfeuer daraus den Niedergang der nationalen Wirtschaft vorläufig kaschierte.

    • Deutschland: Der letzte Satz sitzt perfekt, jedenfalls für Spanien, und das glaube ich beurteilen zu können. Tatsächlich war der behauptete wachsende Mittelstand materiell gar nie vorhanden, er fusste nur auf Pump, entsprach dem Wunschdenken der Politiker und wurde so herbeigeredet, wie EU-Politiker heute nicht müde werden, Spanien als Musterknaben zu nennen (bei Portugal haben sie mittlerweile aufgehört, da die Lüge offensichtlich wurde). Griechenland ist schon lange zum perfekten Prügelknaben geworden. In Tat und Wahrheit ist nichts besser geworden mit Spanien, im Gegenteil, mit dem Zeitgewinn wuchsen die Schulden. Vor den Wahlen wurde prognostiziert die Einhaltung der Defizit- und Verschuldungsgrenze und das Wachstum wurde massiv angehoben. Nach den Wahlen nun wurden die Zahlen drastisch korrigiert und in Brüssel ist um Straffreiheit gebettelt worden. Es ist schon grotesk, was sich abspielt. Ich glaube, mittlerweile basieren alle offiziellen Angaben auf Lügen und die Konsequenzen der desaströsen Geldpolitik werden bewusst falsch dargestellt. Und die Mainstreampresse macht mit. – Warten wir die Wahlen Ende Juni ab. Die Spanier werden schon richtig wählen, die werden alles tun, um griechische Verhältnisse zu vermeiden. Tricksen können sie allerdings, wie die Griechen.

    • @ Der Rückbauer, Alicante

      Darf ich Sie als Kenner vor Ort fragen:

      Stimmen die Arbeitslosenzahlen in Spanien? Seit 2013 gehen diese lt. Statistik zurück (klick mich). Finden inzwischen tatsächlich wieder mehr Spanier einen Job, oder ist es vergleichbar wie in Amerika, wo die Arbeitslosen irgendwann anderen „Gruppen“ zugeschlagen werden bzw. mangels Zahlungen von selbst aus der Statistik verschwinden, obwohl weiterhin arbeitslos bzw. bedürftig?

      Danke für Ihre Antwort!

    • @Oscar: Ihre Frage können wohl nur jene (Politiker) beantworten, die die Statistik des INE geschönt (gefälscht?) haben. Man denke an „Crisis? Que crisis? No tenemos una crisis“. Inflation? Monatlich erlebe ich Preiserhöhungen für Güter des alltäglichen Gebrauches. Der Warenkorb wird dauernd geändert (wie in der Schweiz). Oder an die Zahlen, die nach Brüssel geliefert werden und nachher berichtigt werden müssen.
      Zu meiner Wahrnehmung, bottom up: Tatsächlich sind wieder ab und zu Betonautos unterwegs und hie und da wird ein Haus renoviert. Ich glaube schon, dass die Beschäftigung insgesamt etwas zugenommen hat. Der Tourismus läuft auf Hochtouren, auch wenn mehr Touris weniger Geld ausgeben. Zur Schattenwirtschaft: In meinem privaten Umfeld läuft vieles schwarz. Das wird nicht erfasst. Dann: Angestellte von grossen, börsenkotierten Unternehmungen erhalten weissen und schwarzen Lohn (Buchhaltung?). 90% sind Zeitarbeiter für 1 – 3 Monate, dann sind sie wieder arbeitslos/arbeiten schwarz. Offenbar erscheinen die dann als Vollbeschäftigte. Und Ende Sommer, nach den Wahlen, gibt’s dann den Einbruch.
      Zur allgemeinen Wahrnehmung: Ich bin überzeugt (wie viele andere), dass sämtliche INE-Zahlen über die Tische von X-Politiker wandern, bevor sie publiziert werden. Hinzu kommt, dass die Institutionen auf allen Ebenen viel zu chaotisch/manipuliert arbeiten, um dann ganz oben, beim INE, einen realistischen Spiegel der Beschäftigungssituation zu geben.
      Noch etwas zum Immobilienmarkt: Die Zahlen werden auf Grund der Angebotspreise (Internet/Zeitungen) und nicht der verurkundeten Preise erhoben. Das gibt ein völlig falsches Bild. Das ergibt eine Statistik der Erwartungen, nicht der geflossenen Beträge. Da klafft eine riesige Lücke.
      Zum Schluss muss ich doch sagen, dass Spanien eben Spanien ist, ein bizarres, wunderschönes Land. Und ein Katalane ist kein Andalusier. Aber so läuft es hier einmal, und das kann auch Brüssel nicht ändern. Zudem, man bedenke, ist Spanien eine sehr, sehr junge Demokratie, welche versucht, Tritt zu fassen. Die Korruption ist ein Riesenproblem.

    • Gerade kommt die Meldung, dass Brüssel den Entscheid über eine Bestrafung Spaniens bis nach den Wahlen aufgeschoben hat. Die Spanier wissen genau: Wenn sie gegen die Verbrüsselten stimmen (Podemos, Ciudadanos), werden sie dauergeprügelt wie die Griechen. Stimmen sie für die verbrüsselte korrupte Classe politique (PP, PSOE), dann gibts keine oder nur eine marginale Strafe. Und das Kaschieren, Manipulieren und Bescheissen geht weiter. Und jetzt wären wir wieder bei den Statistiken.

  2. schwere neo-bandenkriminalität.
    leider ist der verbund von Politik und medien total unfähig, das Problem zu adressieren.

  3. Das ist historisch relevant:

    Und erst kürzlich forderte der ehemalige US-Finanzminister Larry Summers die Abschaffung der $ 100-Note! Historiker sind über Summers Idee keineswegs überrascht. Franklin Delano Roosevelt schaffte die $ 500- und die $ 1.000-Note in den 1930ern ab. Sie können darauf wetten, dass unsere Politiker in einer finanziellen Notlage dasselbe tun werden.

    Am 5. April 1933 erließ Präsident Franklin Delano Roosevelt eine der kontroversesten präsidialen Anordnungen der US-Geschichte. Sie lief unter dem Namen “Executive Order 6102“. Nicht einmal einer von 1.000 Amerikanern kennt diese Anordnung, aber bis zum heutigen Tag betrachten viele Experten sie als eine der destruktivsten Verfügungen der US-Geschichte. Sie verletzte heilige, von den Gründervätern vertretene Prinzipien. Sie hat Millionen in Armut getrieben und die Ersparnisse ehrlicher, hart arbeitender Amerikaner beschlagnahmt.

    Achtung Schweizer: seid wachsam, der Enteignungsmotor ist angelaufen. Die Zeichen sind unübersehbar, die Geschichte wiederholt sich. Die heutige digitale Welt ist nicht 1933, das Spiel wird perverser.

    • Während die USA seit Ewigkeiten unter Kriegsrecht (daher die unzähligen „Executive Orders“ möglich) gesteuert wird, können wir uns wenigstens mit der Direkten Demokratie dagegen wehren.

    • eine habe ich noch vergessen:

      zwischen 1933 und jetzt wurde ja unter Anderem die Golddeckung vom US-Regime aufgehoben.

      Dies nachdem man festgestellt hat, dass man nicht mal das Gold hat um den Auszahlungswunsch von Frankreich (de Gaulle) nachzukommen.

      Dabei handelte es sich schlicht um einen massiven Betrug an allen anderen Ländern.

      Rund um die Euroeinführung herum wurden die Deutschen auch mal flugs um ca. die Hälfte enteignet.
      1 Euro kostete 2 DM. 1 Pizza im normalen Restaurant davor kostete z.B. 8 DM und seit einigen Jahren 8 Euro…
      Also Preise in EUR gleich wie früher in DM, aber man erhielt nur die Hälfte für die DM.

      Eine ähnlich gelagerte Währungsreform ist in den nächsten 2-10 Jahren wahrscheinlich.

  4. Vor zwei Jahren wurde ich ausgelacht, wenn ich das „Goldvreneli“ als das einzig richtige Schweizer Bargeld bezeichnete.

    • Nein, nein, Herr Meier. Ich kann Ihnen trösten – niemand lacht dir aus. Sie kann beruhigt sein.

  5. Richtig, Sachwerte sind das einzig krisensichere!

    Deren Beschaffung und spätere Verwendung beim Zusammenbruch muss aber tunlichst heimlich geschehen und sie müssen in ABS-Behältern/Rohren luftdicht und sauerstofffrei (N2 ausgeblasen oder O2-Absorber, Lebensmittel zusätzlich noch in Mylar-Beuteln) verstaut an einem geheimen Ort – Oberkante Kiste im Mittelland 1m, im Gebirge 2m unter der Oberfläche (Frosttiefe, Entdeckungsgefahr) – vergraben werden. Aber bloss nicht auf dem eigenen Grundstück!

    Sonst wird es in der Krise nicht lange dauern und die staatlichen Schergen enteignen einem oder ein wildgewordener Hungermob plündert einem zu hause die „Speisekammer“.

    • Danke für die Tipps, vollkommen richtig. Das Brot packe ich dann aus, wenn der Preis auf eine Million (Reichsmark) gestiegen ist. Oder ich esse es selbst.

  6. Zum Glück gibt es die Polen. Die haben es mehr und mehr satt nach Brüssels Pfeife zu tanzen. Zloties in Form von Banknoten wird es sicher sogar nach der Digitalisierung des Schweizer Frankens noch geben.
    Dann gibt es noch die Russen Rubel, die Chinesen und falls alles nicht mehr hilft Gold.
    Also Bürger bereitet euch vor gegen Big Brother anzukämpfen und steigt aus dem Bankenverbundnetz aus. A propos: Vergesst euer Pensionskassenguthaben nicht.

    • Trotzdem muss man wissen, dass auch die von Ihnen genannten Währungen keinerlei Deckung haben.

      Dazu haben alle 3 das gleiche concordia integritas industia Zentralbank-System.
      Auch Russland…

      Das Spiel wiederholt sich, nur die Rollen sind anders verteilt.

      Polen mag vordergründig nicht nach Brüssels Pfeiffe tanzen, erfüllen aber – einmal mehr – schön brav ihre angedachte Rolle im Grossen Plan.
      Stichworte Raketen“abwehr“schirm, Ausbildung von Putschisten & Krawallmacher, Foltergefängnisse und fremde Truppen im Land.
      Da hat sich unter der neuen Regierung rein gar Nichts geändert. Warum wohl?

  7. Ich weiß nie recht, an wen ich mich mit meinen Fragen wenden soll.

    Das Problem im Geldsystem entsteht doch im wesentlichen, weil sich Geld und Warenmenge nie die Waage halten. Das Verhältnis schwankt ständig, wobei gewünscht wird, das die Geldmenge stetig um etwa 2% gegenüber der Warenmenge steigen soll.

    Wenn man jetzt den Zentralbanken dieses Gezerre um die richtige Geldmenge aus der Hand nehmen und beschließen würde, das Verhältnis immer gleich zu belassen. Alles soll im Inland immer das Gleiche kosten.

    Wenn das Warenangebot steigt und damit die Waren billiger werden, würde ich vorschlagen, die zum Ausgleich erforderliche Geldmenge durch Auszahlung einer Art Dividende an die Staatsbürger auszuschütten. So wie das bedingungslose Grundeinkommen angedacht ist, nur mit dem Unterschied, dass nur verteilt werden kann, was sich die Gesellschaft auch wirklich an Mehr-Wert geschaffen hat.
    Im Gegenzug müsste auch Geld zurückverlangt werden, wenn die Warenmenge sinkt, möglichst sozial verträglich in der Art einer Steuer.

    Was sagen Sie dazu? Ist das vollkommen aus der Luft gegriffen oder liegen solche Vorschläge schon längst auf dem Tisch?

    • Finde ich eine sehr gute Idee – alles soll im Inland immer gleich viel kosten. ZB. grüne Unterwäsche mit rosaroten Punkten soll immer 1 Franken kosten; wenn es niemand kaufen will, kostet es trotzdem 1 Franken. Und wenn ein neues Produkt auf den Markt kommt, bestimmt das SVP- oder FPÖ-Zentralkomitee über die Zulassung und den Preis. Importe und Exporte gibt es keine; jedes Land produziert genau das, was es braucht. SVP- oder FPÖ-Zentralkomitee bestimmen, was es braucht. Und wenn alle das haben, was es braucht, sind die Menschen glücklich.

    • Warum müssen immer die ahnungslosesten der Ahnungslosen antworten? Es geht um das Verhältnis Geld- zu Warenmenge in einer freien, demokratisch geordneten Marktwirtschaft!

    • Einmal mehr:

      Danke für die Werbung in eigener Sache. Wir hätten es allerdings auch ohne Sie herausgefunden.
      Worum geht es: um Umsatz oder um Information?

    • Danke für die Links, sehr interessant.
      Die beiden scheinen Realisten zu sein. Sehr sympathisch.

  8. Krisen und Fehlsteuerungen aller Art sind glückliche Möglichkeiten, irgendwann phantastische Überrenditen zu erzielen.

    Insofern wollte ich nicht lamentieren, sondern mich so aufstellen, daß ich von den absehbaren, zukünftigen Krisen profitiere.

  9. Allgemein läßt sich feststellen, daß es im Rahmen der aktuellen Notenbankpolitik nicht mehr sinnvoll ist, sein Geld längerfristig verzinslich anzulegen.

    Ansonsten sind es gerade mit die Markt- und Preisverzerrungen der großen Notenbanken, die periodisch jene Krisen erzeugen, während derer es möglich ist, gute Werte (Unternehmensbeteiligungen, Anleihen, Immobilien) zu günstigen Preisen zu erwerben und mittelfristig Überrenditen zu erzielen.

    Deshalb ist es im aktuellen Kapitalmarktumfeld sinnvoller, renditearm bzw. -los auf eine solche Krise zu warten (Rückgang des Aktienindex um mindestens 40% vom vorausgegangenen Hoch), als dauerhaft investiert das Hier und Jetzt zu optimieren, wie es bis zum Jahr 2000 noch sinnvoll war.

    • elmo: Da bin ich Ihrer Meinung. Langfristige Anlagen in festverzinslichen Werten mit Minusrenditen sind krasse Fehlinvestitionen. Von Gesetzes wegen sind die PK verpflichtet, dies zu tun.
      Bis auf 15% meines verfügbaren Vermögens habe ich alle Aktien verkauft und sitze auf einem Berg von cash und harre der Dinge, die da kommen werden, früher oder später. Das ist auch ein schönes Gefühl.
      PS: Ein wiederholter Dank an das Duo Friedrich/Weik, für’s Querdenken.