BSI: 143 Jahre ausradiert aus Gier und Crime

Grösster Fall von Geldwäsche und Führungsversagen – Ausland mistete Stall aus – hochgelobte Banker: alle weg.

Die Tessiner BSI gibt es seit 1873. Jetzt verschwindet sie über Nacht. Ihre Chefs und Private Banker haben sie in den Abgrund geritten, der BSI-CEO tritt zurück.

Die Finanzaufsicht ermittelt gegen 2 Banker und ordnet das Verschwinden für die BSI an.

Noch schlimmer: Die Bundesanwaltschaft, also die nationalen Strafermittler, haben ein Verfahren gegen BSI-Manager eröffnet.

Die heute publizierte Finma-Untersuchung gegen die BSI im Fall eines Staatsfonds von Malaysia namens 1MDB liest sich wie ein Gruselmärchen aus dem Swiss Banking.

Der Fall nimmt grosse Ausmasse an. Die Aufsicht schreibt heute, dass sie in diesem Zusammenhang gegen 6 weitere Schweizer Geldinstitute Verfahren eröffnet habe.

Laut einem Malaysia-Blog, der den 1MDB-Skandal früh enthüllt hatte, ist jüngst die Schweizer Coutts auf dem Radarschirm der Ermittler gelandet.

Am tiefsten im Sumpf steckte die BSI. Das hochbezahlte Management im Tessin liess seine hochgelobten Singapur-Chefs machen, was diese wollten.

Was sie wollten, war immer das Gleiche: Geld. Viel Geld. Für sich.

Die Berater und Verantwortlichen bei der BSI in Singapur, geleitet vom bis vor kurzem mit Lorbeeren überhäuften Hanspeter Brunner, machten fast alles, was verboten war.

Sie schauten bei verdächtigen Transaktionen, bei denen es immer um sehr hohe Millionenbeträge ging, einfach weg.

Sie fragten nie nah, wenn längst hätte offensichtlich sein sollen, dass hier Geldwäsche im grossen Stil betrieben wird.

Sie halfen ihren betrügerischen Kunden, wo sie nur konnten; alles, um selbst steile Karriere zu machen und maximal viel einzukassieren.

Es gibt Fälle, die nicht für möglich gehalten werden.

Einmal wurden am gleichen Tag 20 Millionen Dollar über mehrere Konti bei der BSI in Singapur hin- und herverschoben, um dann am Abend in einem Wisch an ein Drittinstitut transferiert zu werden.

Die Finma schreibt dazu heute:

„Diese Art von Transaktionen ist ausgesprochen anfällig für Geldwäscherei. Dennoch unterliess die Bank die Dokumentation und Plausibilisierung der Hintergründe oder begnügte sich mit dem Hinweis, dass es sich innerhalb dieser Kundenbeziehungen jeweils um dieselbe wirtschaftlich berechtigte Person handle oder diese Transaktionen zu „Accounting-Zwecken“ durchgeführt würden.“

Aktiv weggeschaut und dann verschleiert und schöngeredet.

Dafür kassierten die Strippenzieher einen übermässig hohen Preis, was in der Zentrale in Lugano ebenfalls alle Alarmlampen hätte aufleuchten lassen sollen.

Dazu nochmals die Finma:

„Die verrechneten Gebühren waren überdurchschnittlich hoch und nicht marktüblich. Die Bankverantwortlichen haben nicht hinterfragt, weshalb die ausländischen Staatsfonds Dienstleistungen für institutionelle Kunden bei einem auf Privatkunden spezialisierten Institut beziehen und dafür überhöhte und nicht marktübliche Gebühren bezahlen.“

Es roch und rauchte überall. Aber die BSI-Chefs in Lugano, darunter auch der renommierte und bis heute allseits beliebte Alfredo Gysi als Präsident des Verwaltungsrats, sagten einfach nichts.

Gysi blieb ein Säulenheiliger von Swiss Banking – dabei hatte er in seiner Hütte den wohl grössten Misthaufen der jüngeren Zeit. Bis Herbst war Gysi BSI-Kapitän.

Zumindest die operative Spitze der BSI hätte gewarnt sein sollen. Intern gab es nämlich schon früh klare Hinweise auf massive Mängel und Verdachtsmomente.

„Bereits 2012 richtete sich ein Mitarbeiter wie folgt an die Vorgesetzten“, hält die Finma in ihrem Communiqué fest.

„My team is implementing these transactions without really knowing what we are doing and why and I am uncomfortable with this. […] there should be a stronger governance process around all this.“

Laut Finma sei der „interne Hinweis (…) bankintern nicht weiterverfolgt“ worden.

Die Schweiz und ihre Aushängeschilder haben lange zugeschaut.

Sie tragen eine Mitverantwortung für einen Fall, der den Bankenplatz in der internationalen Wahrnehmung erschüttert und sein Image massiv beschädigt.

Die Finma verpasste die Gelegenheit, rechtzeitig einzugreifen.

Der Watchdog winkte den Verkauf der BSI von der früheren Besitzerin, der italienischen Versicherung Generali an die Brasilien-Investmentbank Pactual im 2014 durch.

Damals musste die Finma die Bank genau anschauen. Sie hätte vieles finden können. Reagiert hatte sie vorerst nicht.

Es brauchte das Ausland, um bei der BSI die wahren Zustände zutage zu fördern. In Brasilien kam die BSI wegen dem Korruptionsskandal um die Ölfirma Petrobras ins Visier der Behörden.

In Singapur flog der Fall des Staatsfonds 1MDB auf. An beiden Orten fuhren die Behörden schweres Geschütz vor.

Erst jetzt bewegte sich auch Bern.

Kommentare

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  1. Eines weiss ich schon jetzt – die Veranwortlichen sind sich keines Fehlers bewusst, die erhaltenen Boni werden sie behalten und wo möglich erhalten sie ihren Lohn noch für viele weitere Monate. Das Schlimmste was ihnen droht ist ein Berufsverbot. Wobei was solls, dann macht man sich eben als Advisor selbständig. Man hat nun ja international den besten Ruf, für Kunden welche ihr Geld waschen wollen.
    Was die Finma betrifft, stellt sich einmal mehr heraus, dass diese Behörde das Papier nicht wert ist, auf welchem ihre Aufgabe und Funktion beschrieben ist. Hier ist der Bundesrat und Parlament in höchstem Mass gefordert. Es geht nicht an, dass wir mit unsern Steuergeldern diesen Augiusstall noch weiter finanzieren.

    • Ich bin wahrlich auch nicht direkt Fan der Finma; nur in diesem Fall – auch wenn es etwas länger gedauert hat – wurde zumindest gehandelt und nicht nur geschrieben. Meinst Du im Ernst, dass einer aus dem Top-Management der BSI jemals wieder eine gleichwertige Anstellung erhält? Träum bitte schön weiter!

    • In der Sache mit Ihnen völlig einig.
      Nur: die FINMA wird nicht durch Steuergelder, sondern durch die Banken finanziert.
      Zitat aus der Webpage: „Die FINMA wird nicht über Steuergelder finanziert, sondern über Aufsichtsabgaben und Gebühren. Die FINMA erhebt Gebühren für Aufsichtsverfahren und für Dienstleistungen. Zudem erhebt sie von den Beaufsichtigten pro Aufsichtsbereich jährlich eine Aufsichtsabgabe für die Kosten der FINMA, die durch die Gebühren nicht gedeckt sind. Die Rechnung der FINMA wird von der Eidgenössischen Finanzkontrolle revidiert.“
      Fragen Sie mich aber bitte nicht, für welche „Dienstleistungen“ die FINMA Geld verlangt…

  2. Erachte die Kritik an der FINMA völlig verfehlt. Das lenkt doch nur von den Verfehlungen der BSI ab und zeigt gleichzeitig auch auf, dass viele noch nicht begriffen haben, dass heute ein anderer Wind weht. Don’t shoot the messenger !

    • Nun die Finma hat bei früheren Kontrollen nicht hingeschaut. Steht ja auch im Artikel

      „Die Finma verpasste die Gelegenheit, rechtzeitig einzugreifen.

      Der Watchdog winkte den Verkauf der BSI von der früheren Besitzerin, der italienischen Versicherung Generali an die Brasilien-Investmentbank Pactual im 2014 durch.

      Damals musste die Finma die Bank genau anschauen. Sie hätte vieles finden können. Reagiert hatte sie vorerst nicht.“

      Will heissen, sie hat ihre Aufgaben nicht gemacht.

    • Immer mit der Ruhe! Das ist nicht die letzte Bank in der Schweiz, die in die Pleite geht und wo die FINMA schon längst hätte genauer hinschauen und einschreiten müssen. Fortsetzung folgt, darauf ist Verlass!

  3. Ja, der allseits beliebte Alfredo Gysi, seines Zeichens langjähriger Präsident des Auslandbanken-Verbands. Hatte er sein, nun ja, erfolgreiches Geschäftsmodell im Kopf als er im April 2015 noch folgendes zum Besten gab: „Schliesslich geht es ja darum, den Glauben an die Banken wieder herzustellen“ … und … „auch in der Schweiz ist ein solches «out of the box»-Denken angebracht […] damit unser ganzes Land wieder stolz auf seinen Finanzplatz wird und ihn im Ausland selbstbewusst vermarktet“.

    … aus heutiger Sicht schlicht brillant:
    http://www.finews.ch/news/finanzplatz/18000-alfredo-gysi-bsi-btg-usa-finanzplatz-banking-standards-board

    PS: Viel Glück dem Jo Strähle, der die BSI-Restposten nun in seine „iiäffdschii“ integrieren darf. Immerhin sind die beiden Kulturen nicht allzu weit auseinander. Proscht Nägeli!

    • Das der „allseits beliebte“ Alfredo Gysi Präsident des Auslandbanken-Verbands war könnte man noch verkraften. Er sass aber auch im Bankrat der Nationalbank (2011 -2016) wo er im April 2011 einen gewissen Konrad Hummler abgelöste.
      Beide Herren haben die ihnen anvertrauten historischen Banken zu Grunde geritten und dem Prestige des Finanzplatzes Schweiz einen Bärendienst erwiesen. Ich Frage mich wer solche Leute für den Bankrat der SNB vorschlägt. Sollte der Bundesrat nicht etwas genauer hinschauen bevor ein neues Mitglieder wählt?

  4. Diese Finma ist wirklich ein feiner Laden. Bronson ist somit ein offensichtlicher Heissluftquatscher!

    Was ->meint<- der BR? Kei Lust?

  5. Als Randbemerkung: Schwarzgeld ist nicht zwingend und nicht in jedem Falle mit Geldwäscherei gleichzusetzen.

    Wegen Geldwäscherei kann strafrechtlich auf Verdacht hin ermittelt werden. Für eine Verurteilung verlangt das Gesetz jedoch eine gerichtliche Verurteilung einer Vortat. Umgekehrt können Geldwäscherei-Ermittlungen aber auch zu konkreten Anhaltspunkten (z.B. eben aufgrund von auffälligen Transaktionen) der Vortat führen, im Idealfalle zu einer Verurteilung dieser – und in der Folge davon eine Verurteilung wegen Geldwäscherei. Die FINMA ist eine andere Geschichte.

  6. Die FINMA … logisch machen die nicht viel Brauchbares für die Schweiz: Die angelsächsischen Herren und Manager haben primär die Aufgabe, das imperialistische Wirtschaftsspionage-Netzwerk in den USA mit Daten, Informationen und Juristenfutter zu füttern. Dann können die globalen US Banken, zusammen mit dem Moralnetzwerk FBI – NSA – Homeland etc. den globalen Finanzmarkt endlich unter ihre Kontrolle bringen – und dabei einige leidige CH Konkurrenten im mafiösen Spiel aus dem Weg räumen!
    Terrorbekämpfung und Geldwäscherei sind dabei nur die Nebenschauplätze.

    Dann (!!!) beginnt die globalisierte Finanzparty so richtig: Wer die Daten- und Informations-Ströme beherrscht (und kennt …), beherrscht die Welt. Schon mal bemerkt, dass fast 75% aller HW- und SW- Komponenten und deren Transaktionssysteme unter angelsächsischer Kontrolle sind oder über entsprechende Patente und Lizenzen reguliert sind?

    Der Fall BSI ist da einfach ein kleiner, weiterer Mosaikstein bis das CH-Banking von der Landkarte weg ist – dann wird auch die FINMA obsolet und die Herren können ihre wunderschöne Pension im Schlaraffenland geniessen.

  7. „In Singapur flog der Fall des Staatsfonds 1MDB auf. An beiden Orten fuhren die Behörden schweres Geschütz vor.

    Erst jetzt bewegte sich auch Bern.“

    Es ist symptomatisch, dass die Schweiz erst reagiert, wenn die aufgedeckte Beweislage durch die ausländischen Aufsichtsbehörden nicht mehr zu kaschieren ist.

    So geschehen in zahlreichen Geldwäschereifällen. So auch bei der FIFA. Dies erklärt auch den Hass gewisser Schweizer auf die US-Amerikaner, weil deren Untersuchungsbehörden die korrupte Horde ausgeleuchtet haben.

    Wir Schweizer haben im Ausland immer mehr den Ruf, dass unser System korrupte Handlungen unter dem Deckmantel des Bankgeheimnisses nicht nur deckt, sondern auch toleriert. Im übrigen sind die Compliance- Vorschriften z.B. in Singapur wesentlich stringenter als bei uns.

    Seit ein SVP Bundesrat das Finanzdepartement inne hat und die FINMA einen SVP VR-Präsidenten hat, werden Compliance Erfordernisse bewusst verschleppt und verzögert (z.B. FIDLEG). Dies – so die Vermutung – um auch Insidergeschäfte gewisser Exponenten zu decken. Darüber wird im Vorfeld der durch einen SVP-Exponenten lancierten sog. Bankgeheimnis-Initiative noch einiges aufzudecken sein.

    • @g.s.: jetzt, wo Sie’s erwähnen, erinnere ich mich auch wieder an die stringente, unbestechlich gradlinige art, wie die 4’500 datensätze der UBS unter der hochkorrekten eveline an die USA geliefert wurden.

      könnte es auch sein, dass die französischen kanäle schuld sind an der misere, da ein ex-svp-finanzdirektor auf seinem hausboot da rumtuckert?

      hauptsache, g.s. darf ein wenig geifern…

    • @Rudi Ratlos

      Für den Transfer der 4500 UBS Datensätze war die UBS allein verantwortlich.
      Zur weiteren Erinnerung: Im übrigen hat das Parlament der Übermittlung von Namen der Kundenbetreuer zugestimmt und damit die andere Lösung von EWS niedergeschmettert.
      IBevor Sie einzelnen Personen Handlungen unterstellen sollten Sie die entsprechenden Ratsprotokolle und Berichterstattungen zur diesbezüglichen Abstimmung genau studieren!

    • An dem Kommentar ist so ziemlich alles falsch, bereits im Jahre 2013 hat die FINMA die 1 MBD Beziehung in Frage gestellt, das Konto war und ist in Singapore gebucht. (auch Singapore kennt das Bankgeheimnis). Seit 2011 hat die MAS die BSI mehrfach geprueft. Aber wieso soll Singapore gegen einen malaysischen Staatsfond losgehen wenn der grossteil des Wasser und des Stroms aus Malaysia bezogen warden. Auch die 800 Mio Zahlung an den PM ging ueber die Falconbank in Singapore. Weder der Regulator in Singapore noch in Malaysia hatten dagegen etwas unternommen. Die FINMA ist mit Ihren professionellen mit Markterfahrung ausgestatten Personal dem MAS noch Lichtjahre vorraus. Versichern kann ich Ihnen auch, dass Singapore nicht die strengeren Vorschriften hat., es wird nur komplizierter gehandhabt, da Buerokraten und Technokraten die compliance Landschaft beherrschen.

  8. @InsideParadeplatz: ein super Story wäre wie Singapur selber und deren Banken dabei ganz GROSS mitgemacht &verdient haben und erst nachdem die Story durch das WallStreet Journal public gemacht wurde, wird natürlich eine ausländische Bank zum „fall guy“ gemacht. Beweis: die hohen Beträge mussten über das ClearingSystem der MAS & lokalen Banken laufen (also DBS/UOB/OCBC) und die U$ via Citi, etc. – somit wussten diese Banken längst was läuft! und in aehnl. Manier hat der Singapur STAAT dem Thaksin für ca.$2 Millarden de-facto gestohlene Aktien von Thai Telco abgekauft. Das ist das WAHRE Singapur – unsere FINMA laesst sich benebeln!

    • Und Goldman hat im Fall 1MBD noch ein paar hundert Millionen Honorar und Fees abgezügelt. No Problem. Einen „fehlbaren“ Mitarbeiter der Form halber entlassen, und das war’s dann auch schon.

  9. Lieben herzlichen Dank an die Herren die dem CH Banking einen guten Ruf gegeben haben. Ausserhalb der EU ist die Reaktion auf eine CH Bank immer „oh yes, Swiss banks, good for hide money right?“ mit Dollarscheinen und zwinkern in den Augen.

    Man dankt. Die gute alte Garde der Private Banker, super gemacht. Und dann noch so tun als ob durch harte Arbeit alles erreicht wurde.

    • Bitte um Entschuldigung, aber die CH Bankenbranche ist echt zum kot(*)en. Froh, dass mir ein Job in der Industrie angeboten wurde. Abgesehen von einer etwas schlechteren PK habe ich immer noch meine 260k CHF im Jahr, darf dafür eine höhere Spesenentschädigung kassieren. Bereue den Schritt nicht, geade wenn ich sehe, wie viele meiner Kollegen zu durchschnittlichen Gehältern auf Banken arbeiten und ständig über die Sparübungen motzen, während sich das Top Management bereichert. Wääk

    • @simon: nun ja, wenn sich Ihr glück an der höhe der spesenentschädigung misst, bin ich froh, habe ich Sie nicht in meinem betrieb…! selten so eine selbst-disqualifikation gesehen, und trotzdem erlauben Sie sich ein urteil über andere? wääk!

  10. Eine solche FINMA ist schlechter als keine!!! Scheinbar wird nur reagiert wenn ausländische Behörden Verfahren eröffnen und an die Öffentlichkeit gehen. Was ist das für ein Angsthasenladen. Staatsrechtlich wird es einem schon sehr unwohl. Wer unternimmt etwas???

    • Gar nichts …. da ist „have-no-clue“-Joe am Ruder … der hat das noch nicht gemerkt!

  11. Werte Blogger und BloggerInnen
    Soeben entdeckt:
    „Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.“
    ….Konter gegen Widerrede, frei nach Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg

    Soviel zur FINMA

  12. Ergänzung: …ich hoffe auf die „Maulwurf-Variante“, denn mindestens zwei der „Schlussphasenmanagers“ gehören „zu den Guten“ des Swiss-Bankings…

    • … gehören „zu den Guten beim Aufsetzen von ganz bösen Sachen“ … ist hier hoffentlich gemeint

      „Und die Erde ist eine Scheibe“ (vermutetes Finma-Zitat)

  13. FINMA hat hier für einmal – zumindest am Schluss – eine überzeugende Rolle gespielt. Alle Enthüllungen stammen vom Regulator. Was jedoch zu denken geben sollte ist, dass FINMA vier Jahr lang Hinweise gab, ohne irgend wann energischer zu werden. Es ist jedoch auch möglich, dass es sich beim vierjährigen Trauerspiel um einen orchestrierten Shutdown gehandelt hat. Wer weiss… …ein Hinweis könnte sein, dass in der Schlussphase ein FINMA- und Banken-Urgestein den VR leitete. Wenn gegen diese Person kein Verfahren läuft, dann war es ein FINMA-Maulwurf. Sollte es ein Verfahren geben, dann wäre es ein FINMA-Abgrünniger. Wir werden sehen.

    • Die CH FINMA MAs fallen leider nicht unter Masseneinwanderung Initiativ, weisch?

      Zum Thema Abschaffen… na ja…better late than never…FINMA hat doch Finger gekrummt und eine gewisse Daseinberechtigung (knapp) bewiesen.

    • richtig. ab nach eritrea in den militärdienst. auch da dürfen sie dienst nach vorschrift machen und müssen sich nie über die konsequenzen ihres tuns gedanken machen.

  14. Warum sollten unsere Politiker reagieren? Die kassieren ja fröhlich mit. Korruption an allen Ecken und Enden. Und mit Maurer als absolutes Finanztopcrack, der Hero der Finanzwelt, Erfinder des Satzes „kä Luscht“, wwr erwartet denn von so einer Lusche überhaupt irgendetwas? Ein BR der Panama Pampers als in Ordnung taxiert? Die Finma die (wen wundert es) von Ex UBSlern durchzogen ist? Säu Häfeli, Säu Deckeli. Hoffe dass es all diese Banken demnächst aus den Schuhen haut. Arbeitsplätze sind eh schon in Polen, es sitzen nur noch die Abzocker hier und verbrauchen nutzlos Luft. Und um diese Typen ist es weiss Gott nicht schade. Aber ich bin sicher, es wird hier Foristen geben, die intelligenzmässig nicht begreifen werden was abgeht. Wer Tippfehler findet darf sie behalten.

  15. «… offensichtlich sein sollen, dass hier Geldwäsche im grossen Stil betrieben wird.»

    In einem anderen Fall von Finma-Winterschlaf hat nicht etwa die Finma den unrechtmässig erzielten (effektiv noch viel höheren) Gewinn einer Zürcher Bank eingezogen, sondern ein ausländisches (sic!) Gericht (wohl auf hartnäckiges Insistieren der Rosenheimer Steuerbehörden):
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/menschen-wirtschaft/hoeness-banker-zur-verantwortung-gezogen-14133472.html
    Die Begründung war: «Sie muss eine Geldbusse von 4,5 Mio Euro bezahlen, weil sie auf fahrlässige Weise ihre Aufsichtspflichten verletzt hat. … Vontobel habe es an einer angemessenen Ueberwachung und Organisation mangeln lassen.»

    Wäre doch eigentlich Bransons Job, Sanktionen (Gewährsartikel!) durchzusetzen und das Geld für die Schweiz einzuziehen. Aber der gute Mark «Libor» Branson ist lieber nett mit deutschen Fussballern und Politikern sowie auch mit der Zürcher Bank, wenn man sieht, was für «spezielle» Belege und Bestätigungen seinerzeit im Münchner Prozess vorgelegt werden durften (Quelle: UBG).

    Neben der von Sandra Niggli genannten Bank B existiert also noch ein weiterer Podest-Kandidat in der Disziplin «schwere Fälle von sehr kreativen Buchungen».

    Aber solange Kanzleikollegen von Bruno Frick (Finma-VR) die Interessen von dubiosen Fifa-Figuren vertreten und der gute Bruno selber seltsame Fälle in seiner Kanzlei betreut (hatte?), passiert in der Schweiz natürlich nichts. Auch die in diesem Blog genannten UBS-Apéros von Mark ‘Libor’ Branson lassen grüssen. Und der BSI-Rickenbacher war ja auch mal bei UBS und Finma ….
    https://insideparadeplatz.ch/2015/08/03/tessiner-bsi-geraet-auf-finma-radar/

    PS:
    Die fehlenden Unterlagen (Devisentermin-Abrechnungen) konnte die Zürcher Bank übrigens wirklich nicht in München einreichen, weil die Terminseite der Swaps erst bei Fälligkeit «rückwärtsblickend» fixiert wurde, um die Gewinne und Verluste am richtigen Ort anfallen zu lassen. Die (fiktiven) Terminumsätze lagen nur im höheren Milliarden-Bereich, also unter der Reizschwelle der Finma. Wo jene der BA liegt, weiss ich nicht.

    • @Revisor X, gut gebrüllt, Löwe! Danke, informativ und gut geschrieben! Es filzt sich halt so schön im Bankengewerbe. Mann kennt sich, Mann Aperöled. Mann deckt sich. Darum hat es wohl keine Frauen in diesen Abzocker Etagen. Offenbar ist die Damenwelt nicht so Filz Affin und kommt daher nicht in die Güldenen Reihen. Es wäre doch mal eine Nationalfondsstudie fällig, die diesen ganzen Filz wissenschaftlich seziert. Wer zahlt wem bei welchem Treffen wieviel (auch getarnt als Parteispenden). Welche Politiker kommen aus welchen Branchen und wohin gehen sie anschliessend. Wie werden Aufsichtsgremiumsposten verschachert. (An den mit der grössten hohlen Hand?) Ich denke mir, da würde noch mancher strammer Kapitalist in Tränen ausbrechen wenn das ganze gekaufte System offengelegt würde. Texte wie die vom Revisor X sind ein weiterer Stein, der aus dieser Mauer der Korruption gerissen wird. Irgendwann kracht dieser ganze Mist mit Getöse zusammen.

  16. aber Goldman Sachs, der Dirigent des ganzen 1MDB Skandals, der damit gem. Wall Street Journal mehr als $600 Millionen mitverdient hat – kommt wie gewohnt UNgeschoren davon, ausser dass der Partner im Januar Goldman Sachs verliess.
    DAS ist ein weiteres Kapital in der Rechtsungleichheit !

    • wie immer die Schweizer Behörden helfen dem Ausland. Wir verlieren unseren guten Ruf. Die Hauptdrahtzieher Goldman Sachs
      Waschen sich wieder in Unschuld. Werden nie in der Presse erwähnt und ganz sicher nicht von der US Oder Singapore Regierung angeschuldigt oder veröffentlicht..
      Absolut unglaublich wie blöd und masochistisch die Schweiz heute ist.

  17. was lernen wir daraus?
    a) kriminelle elemente sterben nicht aus
    b) vielfach können diese nur walten, weil andere sie lassen
    c) es gibt fast immer warnungen, aber sie werden -oft bewusst- ignoriert
    d) die FINMA kommt immer zu spät
    e) die strafen für die hochbonivergüteten ceo’s und vrp’s sind lächerlich tief

    kommt davon, wenn GMV (gesunder menschenverstand) durch steife regulatorien ersetzt werden – je mehr von diesen, desto weniger hirn ist involviert und man beruft sich auf die internen und externen rules!

    • Der „Gesunde Menscheverstand*“ ist dem Bakengewerbe schon lange abhanden gekommen. Es herrscht nur noch die pure Gier nach Boni.

      Wenn Geld zu machen ist, werden Gesetze gebrochen. Allfällige bankinterne Kritiker werden kaltgestellt und später entlassen (dies sogar, wenn es zu ihrem Job gehört, zu kontrollieren).
      Wie alle wissen, sind Whistleblower in der Schweiz (bewusst) nicht geschützt. So kann man munter weitermachen.

      Fazit: Bei Kriminellen auf den „Gesunden Menscheverstand“ zu zählen, ist mehr als absurd.

    • @beobachter: neben dem notorisch fehlenden „n“ scheint Ihnen auch das vertrauen in einen ganzen berufsstand komplett abhanden gekommen zu sein.
      ich stimme mit Ihnen überein, dass in der CH jeder schlecht beraten ist, zum whistleblower zu werden.
      trotzdem möchte ich – vielleicht im gegensatz zu Ihnen?- nicht in einer welt leben, in der alles und jedes reguliert, kontrolliert und sanktioniert ist. sonst müsste ich nach nordkorea auswandern…

    • Na ja, in Singapur landet man für sowas mal schnell hinter Gitter. Einige Bankster müssen vielleicht bald ihre Nadelstreifen Anzüge gegen getreifte Anzüge tauschen…

  18. Danke LH, einmal mehr ….

    Es ist immer das Selbe: «Gier frisst Hirn».

    Dazu gibt es Erklärungen, welche u.a. aus neurobiologischer Sicht aufzeigen, wie es jeweils zu solchen und anderen Exzessen kommt.

    Weitere Informationen für Interessierte unter: http://www.ich-1prozent.ch

  19. Welche Rolle spielt eigentlich die FINMA in diesem Trauerspiel? Der Artikel lässt vermuten, dass dort entweder die notwendigen Kernkompetenzen nicht vorhanden sind, oder dass die Aufgaben nicht wahrgenommen werden ….oder beides. Wieso gibt es immer nur für die Banken und deren Exponenten Konsequenzen, nicht aber für die untätigen Zuständigen/Verantwortlichen beim FINMA-Moloch?

    • Trauerspiel FINMA ja. Aber Konsequenzen für die nicht wissenden und nicht verantwortlichen Hasardeure und reinen Selbstoptimierer in den Chef Etagen? Da scheine ich etwas verpasst zu haben…

  20. Dasselbe in Grün (oder besser Blau) bei einer anderen, vermeintlich ehrwürdigen Bank mit B. (allerdings erst 125 Jahre alt). Auch hier schaut die Finma aktiv weg.

  21. die ganze welt hat gewusst, dass wir hier geldwaschen. plötzlich wars vorbei und die banker müssen sich jetzt mit gleichlangen spiessen schlagen, wie im ausland. ganz einfach.
    jahrzehntelang spühlten die gewinne der banken geld in die steuerkassen, edelrestaurants und edelbordellen. nun ist die musik aus und der spass auch. so what? statt jammern, können wir froh sein, dass uns das ausland keine fetten reparationsrechnungen stellt für die entgangen steuern, für so eine lange zeit! unsere schweizer ceo helden gehen straffrei aus und dürfen ihr vermögen behalten. sowas gibts nicht mal in italien.

    • Was erzählen Sie hier für einen Schwachsinn W.Tell, Geldwäscherei wurde in der Schweiz schon in einer sehr frühen Phase sehr Ernst genommen. Klar gibt es immer wieder schwarze Schafe, aber ein kleiner Blick nach Deutschland reicht aus um Ihre Aussage im Kern zu zerpflücken. Denn die Schweizer Geldwäschereigesetzte sind mit unter die strengsten weltweit.

    • Banker, glauben Sie wirklich daran, was Sie schreiben? Die Schweizer Banquiers sind immer schlau genug. Siehe den aktuellen Skandal mit der UBS in Frankreich….

    • @Banker, selber schwachsinn was Sie da schreiben. Banker halt. Noch nie was von Panama Pampers gehört? Was ist den das? Geldwäsche bekämpft? Die Banken? Sie sind doch ein ganz Lustiger. Machen Sie einen auf Comedian? Lausig, Ihre Witze, wirklich lausig.

    • Sie verwechseln hier wohl Geldwäscherei mit Schwarzgeld, soll dem Herr Tell mal einer den Unterschied erklären…