CS Türkei: Hochschnellende Bilanz

Eigene Investmentbank macht Riesengeschäfte in Krisenregion – Türken-Patrons fürs Private Banking – UBS hat nur Rep-Office.

Die Credit Suisse ist fast immer, wenn Krisen hochkommen, mitten drin. In Putsch-Türkei hat die Nummer 2 der Schweiz, die traditionell global ausgerichtet ist, einen stark wachsenden Ableger.

Die CS Türkei unter dem offiziellen Namen Credit Suisse Istanbul Menkul Degerler A.S. wies per Ende März 2016 eine mehr als doppelt so grosse Bilanzsumme aus wie per Ende 2015. Diese stieg von 339 Millionen Türkische Lira auf 822 Millionen.

Bildschirmfoto 2016-07-18 um 07.34.54

Schon in den Jahren zuvor hatte die CS in ihrer Türkei-Tochter immer mehr Risiken auf das eigene Buch genommen.

Die Türken-Lira hat sich übers Wochenende, als ein Putsch innert Stunden vom Regime unter Präsident Erdogan niedergekämpft worden war, deutlich abgeschwächt. Ein Euro kostete mehr als 3,30 Lira, zuvor waren es weniger.

Bildschirmfoto 2016-07-18 um 08.01.31

Die CS ist seit rund 2 Jahrzehnten aktiv am Bosporus. Sie besitzt eine eigene Bankenlizenz und ist stark im Geschäft mit Firmentransaktionen. Entsprechend hat die Investmentbank den Lead.

Ziel ist es, grosse türkische Patrons bei Börsengängen, Unternehmensverkäufen und anderen Firmendeals zu begleiten.

Gelingt das, dann erledigt die CS zwei Fliegen auf einen Schlag. Sie nimmt Gebühren in der Investmentbank ein, und sie vergrössert ihre betreuten Kundenvermögen im Private Banking.

Denn die türkischen Unternehmerpatrons lassen ihr liquides Vermögen gerne bei der CS. Diese kann dann die Millionen und Milliarden der schwerreichen türkischen Wirtschaftselite verwalten.

Dafür unterhält die CS ein Private Banking „Turkey“, mit gut sichtbarer Adresse und eigenem Internet-Auftritt. Im Asset Management hat sie Türken-Fonds lanciert.

Die führende Schweizer Grossbank, die UBS, ist im Vergleich zur CS nur wenig präsent vor Ort. Sie hat eine sogenannte Repräsentanz in Istanbul, dem Geschäftszentrum der Türkei.

Selbst mit einer Mini-Präsenz vor Ort stellt die Türkei für die UBS ein ansehnliches Gegenpartei-Risiko dar. Im Geschäftsbericht 2015 publizierte die UBS eine Brutto-Position als maximales Ausfallrisiko von 472 Millionen Franken, ein Plus um 100 Millionen.

Das entsprach Platz 2 in der Kategorie der Emerging Markets Europa. Die grösste offene Position hatte die UBS gegenüber russischen Firmen und staatlichen Stellen mit fast 700 Millionen.

Wenn die UBS mit ihrer kaum wahrnehmbaren Präsenz in der Türkei über ein derart grosses Ausfallrisiko verfügt, dann muss man bei der CS ungleich grössere Positionen vermuten. Diese sind im Geschäftsbericht der Gruppe nicht offengelegt.

Die Bank hat immer wieder teure Leute von Konkurrenten für ihre türkische Investmentbank rekrutiert. Fündig wurde sie früh bei Merrill Lynch, eine Wallstreetbank, die in der grossen Finanzkrise von der Bank of America übernommen wurde.

Die CS machte jüngst durch Risiken in Schwellen- und Armutsländern von sich reden. Im afrikanischen Mozambique ist sie in einen Skandal um ein Rüstungsgeschäft verwickelt, das nach massiver Korruption riecht.

In Indonesien hat die CS grosse Firmen unterstützt, die mit Umweltsünden Greenpeace und andere Nicht-Regierungsorganisationen auf den Plan rufen.

In Malaysia zählt die CS zu den einflussreichsten Mitspielern. Laut einer Quelle sind viele der reichsten Malaysia-Unternehmer, die dem Lager des Premiers zuzurechnen sind, Kunden bei der CS.

Malaysia-Private-Banking-Vermögen landen oft in Singapur, dem neutralen Finanzzentrum in Südost-Asien.

Dort rumort er wegen des vermuteten Gross-Korruptionsskandals um den malaysischen Staatsfonds 1MDB immer lauter.

Die UBS ist vor kurzem in den Strudel von 1MDB geraten, nachdem die Tessiner BSI deswegen aus dem Verkehr gezogen wurde.

Die CS Hongkong tauchte bereits früher mit mehreren Konten rund um 1MDB in den Schlagzeilen auf.

Um Türkei-Kunden und -Risiken blieb es bisher ruhig. Die Frage wird sein, ob im Zug des eigenartigen Putsches, den das Erdogan-Regime nutzt, um die eigene Macht auszubauen, mögliche Verluste zum Vorschein kommen.

Die CS hat jüngst ungute Erfahrungen gemacht mit reichen Private-Banking-Kunden aus schwierigen Ländern.

Ein ehemaliger georgischer Präsident verklagte die Bank wegen Verlusten in dreistelliger Millionenhöhe. Es laufen mehrere Klagen gegen die CS, auch von weiteren Kunden.

Die Genfer Behörden ermitteln seit Monaten. Ein Ex-CS-Berater, der zuvor bei einem Kosmetikkonzern gearbeitet hatte, landete in U-Haft.

Ob solche Fälle auch bei Türkei-Kunden der CS auftauchen werden, gilt es abzuwarten.

Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

  1. Lieber Herr Hässig
    Ich verstehe zwar, dass Sie an Werktagen Ihren Blog befüllen müssen. Aber dazu sind Sie alleine mit Ihrem
    Können und Deutsch nicht genug.

  2. Schon fast peinlich dieser Artikel. Wahllos Wörter und ein paar Zahlen in einen nichtssagenden Block verpackt. Hauptsache das Motto wird beibehalten: Immer gegen die CS.

    • Richtig so. Immer feste druff! Auch wenn es ab und an Sinnlos ist. Es ist wie mit den $VP Seppen: man kannie genug auf die eindreschen. Es trifft immer den Richtigen. Habe ich der $VP abgeguckt

    • Artikel ist überhaupt nicht peinlich. Tatsache bleibt: Die CS wie auch die UBS haben grosse Mühe im herkömmlichen Geschäft anständig Geld zu verdienen. Mit ihren in den USA überteuert gekauften Investmentbanken vor rund 16 Jahren haben diese ihre Banken faktisch an die Wand gefahren. Die Zeiten sind entgültig vorbei, wo dank Schweizer Bankgeheimnis korrupte Staatsherren und zwielichte Unterweltleute ihr Geld für schlechte Performance hier parkieren wollen. Klar, dass diese Banken jetzt den Schwerpunkt setzen in diese (halb)korrupten, autoritären Staaten wie Malaysia, Türkei und Georgien nebst den unzähligen afrikanischen Staaten wo quasi permanente Anarchie herrscht……. Der Credit Suisse müsste vom Bund der Name „Suisse“ im Firmennamen sofort untersagt werden. Die Zeit des seriösen Swiss Banking muss erst noch kommen……………..

    • @ Udaipur Baba

      Ich schliesse mich Ihren Forderungen an. Das „Suisse“ muss weg. Diese Bank schadet dem Ruf der Schweiz nuzr!

  3. Oje Lukas…..hast Du die Grafik zur Währung selber gezeichnet? Keine Datumsangaben, nur gerade eine Achse beschriftet dazu gerade mal eine Spannweite von knapp 4%, die Grafik zeigt, dass die Lira immer noch höher ist als einige Zeit (hat ja keine Zeitangabe) zuvor. Dazu der Satz: „ein Euro kostete mehr als 3,30 Lira, zuvor waren es weniger“. Aber ja das ist natürlich eine „deutliche“ Abschwähung. Aber kein Wort dazu, was denn diese Abschwächung für die CS Türkei bedeutet….

    Mit anderen Worten der Artikel ist in etwa so formuliert wie Dein Lebenslauf wo nach der Lehre bei der SNB mal so paar Jährchen fehlen. Bei welchen Grossbanken wurdest Du da durchgereicht?

    Wenn Du nichts zu schreiben hast, lass es doch einfach. Danke.

  4. Der ganze Artikel ist recht zusammenhanglos, die dargestellten Rechtsfaelle und Ausfallrisiken haben nichts gemeinsam

    • Doch, es ist die Strategie der CS mit der Investmentbank mit allerlei Diensten (hauptsächlich Darlehen mit und ohne Syndikat) Gesellschaften als Kunden zu gewinnen, die hauptsächlich in den Schwellenländern und in Ostasien domiziliert sind. Mit dieser Strategie ist die Hoffnung verbunden, diese Eigentümer-Familien als Kunden des Private Banking zu gewinnen. Ein Geschäft nur für ausgebuffte Banker, sonst geht es der CS wie mit den russischen Oligarchen 1998. Wer zum Beispiel beim Bumi Konzern in Indonesien das beste Geschäft macht, ist offen, die Eigentümer Familie oder die CS.
      Frage: macht so etwas Pictet?

  5. Immer diese populistisch getriebene Angstmacherei von @LH, ist doch alles Unsinn was hier geschrieben wird…

    • es muss doch etwas geschrieben werden – saure gurkenzeit hin oder her.
      LH sollte in die wohl verdienten ferien gehen und ausspannen.