Da haben die Kunden das Geschenk

Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) produziert laufend neue Anlagefonds unter ihrem Namen – der Kunde hat dafür die 2 am Rücken.

Mit grossem Aufwand wurde im Jubiläumsjahr 2015 der BLKB deren Anlagefonds „Swiss Dynamic Allocation Fonds“ den eigenen Kunden schmackhaft gemacht. Mit einem „Trendfolgemodell“ in enger Zusammenarbeit mit der Uni Basel sollte das Beste vom Besten entwickelt worden sein. Das heisst, der Fondsmanager darf jederzeit Aktien oder Obligationen im Fonds übergewichten, je nachdem, wie der Trend in der Vergangenheit war.

„Sie müssen wegen unseres Jubiläums keine Gebühren bezahlen, wenn Sie diesen Fonds bis zu einem bestimmten Termin zeichnen“, wurde dem Kunden versprochen – aber dass der Fonds selbst Jahresgebühren von „erwarteten“ 1.2% aufweisen könnte, wurde in der Hitze des Verkaufsgespräches manchmal vergessen zu erwähnen.

Heute sind es „nur“ 0.94% TER (Totalkosten), aber die sind immer noch höher, als die Gebühren auf dem Factsheet von 0.75%, welches der Kunde auf der Homepage der BLKB findet. Warum kann die Bank nicht die richtigen TER ausweisen?

Könnte es sein, dass der Kunde dann merkt, dass die Spesen so hoch sind wie die Renditen der Obligationen im Anlagefonds? Oder nach meinem Ermessen noch höher? Der Obligationenanteil ist also für Nichts. Warum soll der Kunde dann überhaupt so etwas kaufen?

Fakt ist, dass der Fondsmanager, oder das Computer-Superprogram, den Anleihenanteil im Dezember 2015 auf 46.66% Anteil reduzierte, um ihn im März 2016 wieder auf 86.92% zu erhöhen, damit er im Juni erneut auf 59.15% gesenkt werden konnte. Ist die Aussage von einst „Hin und her macht Kassen leer“ nur mir bekannt? Natürlich füllt das die Kasse der Bank.

Und wie hat sich diese regelgebundene Anlage, welche in professionelle Hände gelegt wurde (das sind übrigens alles Ausdrücke aus dem Verkaufsprospekt der BLKB) , nun entwickelt? Minus 7.87% in einem Jahr. Kein Grund zu feiern für die Kunden, die sage und schreibe 166 Millionen dieses Fonds erworben haben.

Die BLKB muss gegensteuern und bringt 2016 gleich die nächste Generation Anlagefonds auf den Markt: next Generation. Oder eher next Debakel?

Beides Anlagefonds; der eine mit 50% Obligationen- und der andere mit 70% Obligationenanteil. Schon erstaunlich, dass die BLKB im jetzigen Marktumfeld schon wieder mit Obligationen eine Rendite erwirtschaften kann.

Warum verkauft die BLKB diese guten Obligationen nicht gleich direkt an ihre Kunden? Ach ja, der neue „BLKB Next Generation Fund“ wirft für die BLKB eine höhere Managementgebühr ab. Diesmal 1.15%.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit, das TER beträgt sogar stolze 1.55%. Und wieder werden die Kundenberater auf die Kunden losgelassen: Bis auf weiteres kann der Fonds ohne Kaufgebühren erworben werden.

Auf ihrer Homepage wirbt die BLKB aktuell mit der 34. Märlistunde – wie treffend.

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13 Kommentare zu “Da haben die Kunden das Geschenk

  1. Guten Tag

    Die genannte Bank hat da noch ganz andere Tricks auf Lager, welche der Kunde nicht wünscht oder gar zu einer partnerschaftlichen Geschäftsbeziehung gehören würde. Vertrauen wird so sicherlich nicht aufgebaut. Da kommt mir gleich der Rat von Klaus Wellershoff in den Sinn. „Mein Rat an Banker: Seid transparent, bescheiden – und dient Euren Kunden“. Davon würde auch die genannte Bank profitieren und natürlich auch deren Kunden.
    An alle Geldbesitzer: Kunden nutzt bitte eure Marktmacht, schaut genau hin und wehrt euch. Es lohnt sich. Viel Erfolg.

  2. Fakt 1 – Herr Lauber war selber ein Kind des Systems und hat bei einer Bank fliessig Funds und Strukturierte Pordukte vertrieben – sicherlich nicht zu seinem Nachteil.

    Faxt 2 – Herr Lauber ist mit seinem „pseudo“ Konsumentenschutz – der nicht viel mehr ist, als eine verkappte Beratung von Kunden völlig ohne rechtlichen Rahmen unterwegs. Er gehört keiner SRO an und is somit komplett unreguliert. Dies mag sich für die einen gut anhören, aber wer garantiert die Qualität und den Wissensstand seiner „Beratung“.

    Auch er kocht nur mir Wasser – spielt sich hier auf, mit der Verwandlung vom Saulus zum Paulus

  3. Resgebasiertes Investieren ist ein Lieblingsthema bei den Kantonalbanken. Regelbasiertes Investieren heisst kaufen und verkaufen und kaufen und verkaufen und kaufen usw. usf. Das füllt die Kasse der Bank aber nicht der Kunden. Früher nannte man das auch schon Zocken oder hin und her macht die Taschen leer. Heute heisst es akademisch regelbasiertes Investieren. Mit seriösem Investieren hat das nichts zu tun. Aber eben ein neuer Ausdruck heisst neues Spiel.

  4. Funds of Funds of Funds of……? Schrott. Jeder gewiefte Anleger lässt die Finger von solchen (durch verakademisierte, sagen wir es ehrlich, auf Bescheissen ausgerichtete Köpfe entwickelten) Elaboraten, die nur einen Gewinner kennen, den Bonusempfänger äh die Bonusempfänger, es sind ja Heerscharen, die davon gar nicht schlecht leben, auf Kosten von gierigen Anlegern, mit denen ich kein Erbarmen habe. Aber wenn’s dann PK sind, wird’s tragisch.

  5. Dynamic Allocation – die neueste „Erfindung“ der Finanzbranche, derselbe Titel, derselbe Bullshit bei allen; von Dynamik keine Rede, der grösste Teil ist in Oblis (das gibt wenig zu tun), wichtig ist ja die Managementgebühr und nicht das Resultat für den Kunden.
    Die Fondsbranche wird sicher nächstens durch die Finma an die Kandarre genommen. Diese legalisierten Wegelagerer (Fondsmanager) haben mit zunehmender Industrialisierung (Fintech) sowieso keine Existenzberechtigung mehr.

    • Besser als was? Schweizer Staatsanleihen erzielten im 1. Halbjahr 2016 eine Performance von 6.6%. Haben Sie was besseres zu bieten?

  6. Grüezi Herr Lauber,

    das sind die letzten Zuckungen einer „Branche“ die offensichtlich – mit staatlichen Rückendeckung – mit allen Mitteln versucht, sich noch über Wasser zu halten. Was man sagen kann ist, dass der Staat die Anreizstrukturen derart gestaltet, dass Fremdkapital gegenüber Eigenkapital begünstigt wird, und das diese Entwicklung (vgl. 2. und 3. Säule, sowie der Hypo-Markt), zu einer Überschuldungssituation geführt hat. Jetzt haben wir die Situation, wo der Staat und die obersten Finanzbehörden nicht wissen, wie sie mit Überschuldung umgehen sollen. Was Banken betrifft wird im Zweifelsfall mit Steuergeldern „gerettet“ und was das „Märchen“ private Vorsorge betrifft, kräftig „gekürzt“ (Altersreform 2020)!. Was bleibt? Einer der höchsten privaten Verschuldung der Welt in einem Land ohne natürlichen Ressorcen.

    Wer Schulden hat ist niemals frei…..
    Herzliche Grüsse

    • Mit dem letzten Satz kann ich mich voll einverstanden erklären.

      Schon in der Bibel heisst es

      Der Reiche herrscht über die Armen; und wer borgt, ist des Leihers Knecht. Sprüche 22.7

  7. Interessanter als das ewige Negativgerede des bankenbashers Alain Lauber, wäre das Aufzeigen eines Lösungsansatzes oder eine Alternative zu den von ihm gemachten Thesen. Alain Laubers Empfehlungen und Vorschläge, für welche er ebenfalls nicht kostenlos anbietet, bringen wohl kaum den vom Kunden gewünschten Nutzen.

    • Grüezi Herr Bernhard Müller,

      in dieser „Branche“ geht es nicht um „Kunden – Nutzen“, sondern um Buchmachertätigkeit. Der Buchmacher (Bank oder Versicherung) gewinnt immer!

      Sie finden das plakativ?

      Insbesondere hierzulande ist Steuerminimierung ein wesentlicher Bestandteil aller Produkte – Transaktionen. Für diese Aufgabe unterhält jede grössere Bank, sogenannte; Structured-Finance-Teams, welche als Dienstleistung für PE-Fonds zum Beispiel, Finanzierungen so ausgestalten, dass bei den Transaktionen möglichst wenig Geld an den Fiskus fliesst. Die Interessen des „Buchmachers“ haben absolute Priorität gegenüber denen der Kunden oder Unternehmen.

      Lösungen?

      Lesen Sie die Artikel des Herrn Laubers unvoreingenommen, dann werden Sie zum Schluss kommen, dass auch der Staat den Finanzmärkten (Produkten) heutzutage nicht mehr zu einer nachhaltigen Rentabilität verhelfen kann, weil das Potential an Nettoneuverschuldung inzwischen sich dem Ende neigt. Für die Finanzbranche und vorallem Kunden wird es ein Desaster, welches in wenigen Jahren zu einer alternativlosen Rettung der Geldsammelstellen (Fonds, Lebensversicherer etc.) führen wird. Sie, ich und wir ALLE werden feststellen müssen, dass z.B. auf „Rückzahlungversprechungen“ wie 2. und 3. Säule zu setzen, einem Trickbetrug gleichkommt. Schauen Sie sich mal was im Nationalrat und Ständerat sich in den letzten 6 Wochen abgespielt hat i.S. Zerschlagung unseres Sozialstaat….die Verantwortlichen wissen genau was auf die arbeitende Bevölkerung rollt…Übrigens: am nächsten Sonntag können auch Sie ein klares Signal gegen dieses nicht nachhaltiges Geschäftsmodell senden, indem Sie JA zu AHVPLUS stimmen.
      Herzliche Grüsse

    • sehr geehrter Herr Müller

      Recht haben Sie! Ich habe auch früher einmal gelernt, dass man nicht andere schlecht reden soll, sondern seine Stärken aufzeigen müsste. Der Konsumentenschützermessias Alain L. aus B. geht mir so langsam auf den Wecker!

    • Lieber Bernhard
      Du nennst es bashen, ich aufklären…
      Nach wie vor bin ich der einzige in der Region Basel, der sich getraut, etwas gegen die Missstände zu unternehmen…und 170 CHF für ein unlimitiertes, ehrliches Gespräch ist sicher gut investiert.
      Glg Alain