Vergoldete Bär-Chefs: Frühpension, Steuerparty

Lateinamerika-Raitzin darf mit 58 in Vorruhestand – Emerging-Chef Bersier erhält Steuerbonus – Sekretärinnen im Bikini.

Boris Collardi hat Humor. „9 Uhr 30 Tagwache, anschliessend Massage und dann Apéro.“ Coole Antwort eines Spitzenbankers auf die Handelszeitungs-Frage, was sein Tagesprogramm sei.

Der Chef der Julius Bär kann es sich leisten. Er beherrscht die Zürcher Privatbank. Keiner kann Collardi etwas anhaben.

Einer entscheidet – allein. Collardi.

Das zeigt sich deutlich in diesen Tagen. Gustavo Raitzin, wie der Chef von Lateinamerika bei Bär heisst, soll in Pension. Ganz ordentlich, heisst es auf Anfrage

Ordentlich heisst für diese Hierarchiestufe: vorzeitig. Raitzin ist 58. Das Pensionsalter in der Schweiz liegt momentan noch bei 65. Tendenz steigend.

Für Raitzin ist die frühzeitige Pension ein lukratives Geschenk. Seine Loyalität zu Chef Collardi macht sich mit seinem schnellen Abschied in den goldenen Ruhestand bezahlt.

Besser geht’s kaum. In Raitzins Bereich drohen Explosionen. Gestern sagte der Chef der Schweizer Bundesanwaltschaft, dass er im riesigen Brasilien-Korruptionsfall Petrobras kein Pardon kenne.

Die Julius Bär ist wohl DIE Schweizer Petrobras-Bank. Sie hatte über 100 Konten von Verdächtigen im Dunstkreis des staatlichen Ölproduzenten im Südamerika-Riesenreich.

Weitere Untiefen sind die Fifa-Ermittlungen. Dort landete bei Raitzin ein Berater von der Konkurrenz, der mit einem einflussreichen Fifa-„Associate“ antanzte.

Dieser ist geständig und kooperiert mit den USA. Und sein Bär-Berater, der inzwischen freigestellt ist, ging ebenfalls nach Übersee und packte dort vermutlich aus.

Raitzin, sein Berater, der Fifa-Mann: alles Argentinier, alles Landsleute.

Für Raitzin wird’s eng, könnte man meinen. Und siehe da: Er erhält von Chef Collardi den Schlüssel zur Frühpension. Offiziell angekündigt via Reuters von letzter Woche.

Ein zweiter Fall ist Rémy Bersier. Der Mann, der jahrelang die Julius Bär in Genf geleitet hatte, hatte sich oft über die hohen Steuern seiner Heimatstadt beschwert.

Nun ist Bersier schon älter und könnte wie Kollege Raitzin bald einmal pensioniert werden. Doch vorher wollte er wenigstens einmal im Berufsleben steuermässig auf die Rechnung kommen.

Kein Problem, beschied ihm Boss Collardi. Du gehst nach Dubai, da ist der staatliche Obolus Null Komma Null.

Dort sitzt nun Bersier an der Sonne, leitet die Emerging Markets, zu denen erstaunlicherweise auch Monaco zählt, und geniesst das Steuerparadies.

In seinem Bereich machen es sich die Leute bequem. Seine wichtigste Sekretärin zeigt sich ihren Whatsapp-Freunden gegenüber räkelnd am Strand.

Ebenso offenherzig eine Marketingfrau in Bersiers Dubai-Bereich. Sie posiert im Pool im engen Bikini.

Die Fotos sind adrett, und Freizügigkeit ist ein Menschenrecht, zumindest in unseren Breitengraden.

Doch die Handys sind auch für den geschäftlichen Gebrauch, sodass eine Vermischung schnell passiert ist.

Vor allem aber sagen die Auftritte der Frauen und das auf steuerliche Erträglichkeit abzielende Karriereverhalten Bersiers etwas über die Kultur bei der Bär-Bank aus.

Diese ist mehr und mehr geprägt durch Pfründenwirtschaft für die Oberen und Druck für die Basis.

Dort nämlich haben 60-jährige Sekretärinnen, die als Empfangsdamen am Sitz an der Bahnhofstrasse nicht mehr zum gewünschten Image der Bank passen, nichts verloren.

Sie landen auf der Strasse – ohne Abfindung.

Oder die Mitarbeiterparty zum letztjährigen Jubiläum. Ersatzlos gestrichen.

Umgekehrt durften Vater und Mutter Collardi am Ehrentisch ihres CEO-Sohns am grossen Bär-Kundenevent teilnehmen.

Die Welt des Boris Collardi, sie ist stimmig, genussvoll.

Warum soll es anders sein?

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32 Kommentare zu “Vergoldete Bär-Chefs: Frühpension, Steuerparty

  1. Schlüsselpersonen bei Baer in Uruguay sind u.a. Hauptverursacher des Credit Suisse Rep Office Skandals von 2006 in Brasilien. Da staunen Kenner der Materie nicht, dass die Bank in den Petrobras Skandal involviert ist.

  2. Das war schon immer so. Der eleganteste Weg für schwache Führungskräfte, Low Performer loszuwerden war schon immer ein Transfer nach Hong Kong, Singapur, Dubai oder die Cayman Islands.
    In Hong Kong gibt es sogar einen Spezialbegriff dafür: „FILTH – Failed in London, try Hong Kong“.
    Dummerweise geht es manchmal spektakulär schief, da auch Aussenposten spektakuläre Schäden anrichten können. Siehe Barings, siehe BSI.

    • „FILTH“ lol – vielen Dank!

      auch „ausserhalb des Finma-Radars“, der allerdings in der Schweiz ohnehin nur ländliche Gegenden abdeckt (Sparkassen „und so“)

  3. All jenen welche jetzt FINMA rufen muss ich leider enttäuschen: Zuständig ist (wäre) allein der VR und dessen VRP, die Eigentümer der Bank. Dass diese es eben nicht tun (Einschreiten) lässt aber den Schluss zu, dass CEO Collardi dank seines Argentinienbusiness enorme Gewinne (für Bär) eingefahren hat.

    Dass seine Eltern am Kundenevent mit dabei sein konnten berührt mich eigentlich eher positiv: Im Gegensatz zur Schweiz stehen bei Italienern die eigenen Eltern immer in hohen Ehren; eine kleine, nette Geste, bravo.
    Dass das Leben in Dubai oder Monaco nicht soo tierisch ernst, traurig und borniert wie bei uns vonstatten läuft (gottseidank) ist allgemein bekannt. War selbst ein Jahr in Monte-Carlo; sehr angenehm aber leider eben viel zu eng und überall zu wenig Platz.

    • Das seine Eltern dabei sind, stört niemanden. Aber sie werden auf Kosten der Bank mit dem Chauffeur rumgefahren und die Flüge, wenn Collardi am Weekend zu seinen Eltern in die welsche Schweiz fliegt, werden auch von der Bank bezahlt. Ebenso wird sein Kind auf Kosten der Bank rumgefahren. Herr Collardi führt sich auf wie wenn die Bank ihm gehört.

  4. So ein sympathischer Zeitgenosse, welcher sich rührend um die Gesellschaftsmitglieder kümmert, verdient doch das eiserne Kreuz.

  5. Herr Collardi hat folgendes erkannt: In der Schweiz herrscht eine Plutokratie und keine Demokratie. Als intelligenter Mann handelt er danach. Denn er weiss genau, wenn man genügend Knete hat, wird man in der Schweiz angebetet. Wie der Sonnenkönig in Frankreich angebetet wurde. Da kann einem auch nie, aber nie etwas passieren…
    PS: Hier gilt Knete vor Recht, und nicht umgekehrt ….

  6. Collardi & Co. gehören wie viele andere Top-Banker auch zur Dekadenz der Finanzelite. Leider hat sich in der Schweiz diesbezüglich rein gar nichts verändert. Heuchlerei und Schleimerei sind an der Tagesordnung. Und hört bitte auf nach der FINMA zu rufen. Dieser zahnlose Tiger ist in der Schweiz so was von überflüssig. Gut ist, Collardi und Co. werden eines Tages an der eigenen Gier scheitern.

  7. Collardi bewegt sich wie eine legendäre Steuerfigur was wird noch alles passieren?
    Leute wie Collardi sollten zur Rechneschaft gezogen werden, das er Kunden betreut wie Petronas ,FIFA mit ihren allen Steuerhinterziehungen und ev GW.
    Es ist Zeit das die FINMA etwas unternimmt.

    Cheers,

    • Banker zur Rechenschaft gezoen, da muss ich lachen! Von unserer Wellness-Oase FINMA bestimmt nicht, man kennt sich ja. Helfen können uns nur die Amis! Im Fall Bär hoffentlich bald. Irgendwo wird sich in Sachen Petrobas und FIFA bestimmt ein Link finden!

    • @Späher: Einverstanden.
      Neben einigen (unverbesserlichen) Banken müsste auch die Finma schon lange „abgewickelt“ werden.
      Es ist höchste Zeit, dass mindestens der „Libor-Spezialist“ nun schleunigst rheinabwärts rudert, sonst wird ihm noch die BA eines Tages einen Ruderkurs verordnen.

  8. Herrn Raizins Loyalität zu Collardi basiert auf Heuchlerei und Schleimerei. Er ist das Vorzeigemodell eines fragwürdigen lateinamerikanischen Bankers, der die Seinigen und sich selber begünstigt.

  9. Zumindest von einer „Sekrtärin“ weiss man schon lange, dass sie sich zahlen lässt. Egal, Bänkler zahlen immer- auf die eine oder andere Art.

    Vor etwas mehr als 2 Wochen hat bei uns eine „Porno“ Sekretärin (sie schaute uns Männer immer versext an) sich krank gemeldet und am Freitag in einem Zürcher „In“ Clup Party gemacht. Dumm nur, sie hat Bilder der Sause auf FB gestellt- für kurze Zeit. Das reichte meinem HR Verantwortlichen. Hat ihr die fristlose Kündigung eingebracht.

    „Hab sie zu Bär geschickt……“

    Wie dem auch immer, an Collardis Stelle würde ich noch mehr Gas geben- Bank zahlt und die Aktionäre nicken ab- weil die ja keine Eier haben.

    Collardi for Präsident……

    • In 10 Jahren redet niemand mehr von Collardi. Der wird dann irgendwo unter den Brücken wohnen.

    • Genau. Die nette Dame im Pool hätte ich vom Fleck weg angestellt. Hat schliesslich tolle Bewerbungsunterlagen.

  10. Leider wieder kein Einzelfall. Die CEO benehmen sich wie Könige, sind verantwortlich für hundslausige Leistungen und miserable Vorbilder für die Young Generation. Herr Collardi sollte wieder einmal ein Kreditgesuch prüfen oder am Schalter stehen, einfach gesagt „arbeiten Sie mal wieder, Herr Collardi! Das Benehmen ist zum Kotzen und zeigt den Zerfall der Gesellschaft. Kein Wunder schwören da die Linken wieder die Überwindung des Kapitalismus herbei.

  11. Entschuldigung aber das hat doch nichts mehr mit Sekretärin zu tun. Diese Damen, ich kenne selber welche mitten in Zürich, lassen sich wie Escorts von den eher unattraktiven aber reichen Männern aushalten. Für Geld tun sie praktisch alles. Vor 3 Monaten habe ich das Ex Gspusi von Boris Collardi kennen gelernt – die Sekretärin. Ohhh, da könnte ich jetzt einiges erzählen aber das würde hier wohl kaum veröffentlicht. Meine Beschreibung oben passt aber zu 1000% auf diese sehr junge Dame, die sich nur mit Männern unterhält, die erwiesenermassen überdurchschnittlich reich sind. Ein Kumpel von mir hat sie mal getestet, war aber doch nicht soo toll.

    • @GRichtigsteller

      Ihr Kommentar ist entlarvend und sagt einfach alles über Sie selbst aus: Irgendeine Sekretärin, die Sie garantiert nicht kennen, als Nutte zu beschreiben, ist nicht nur verabscheuungswürdig und widerlich, sondern zeigt auch Ihren Lebens-IQ, der sich in einstelligem Bereich bewegt (knapp über dem der Büropflanze in Ihrem Grossraumbüro). Sie sind ein armes Würstchen, dass gerne in angesagte Bars auf „Frauenjagd“ gehen würde, dort aber meistens nicht reingelassen wird. Sollten Sie dies trotzdem einmal schaffen, schaut Sie kein Schwein an, schon gar keine schöne junge Frau. Sie sind sicher ein kleines „Bankprokuristli“, das Audi TT (oder noch schlimmers fährt), ein „Schnäuzli“ trägt und von sich selbst denkt, Sie seien ein ganz „Grosser“. Einfach nur armselig.
      Das ein Kumpel von Ihnen die Dame „getestet“ hat, ist absolut unmöglich: sie haben, so wie Sie sich hier geben, garantiert keinen einzigen Kumpel, von Freund ganz zu geschweigen. Kriechen Sie möglichst schnell wieder unter den grossen Stein, unter dem Sie hervorgekrochen sind.

    • @FCZ bereits Ihr Synonym ist entlarvend. Sie arbeiten in der bösen Bankenwelt und sind Anhänger des Sozialarbeiter- und Sozialfälle-Clubs. Natürlich schreibt der Richtigsteller derb und am Schluss wohl eine blanke Lüge. Die Grundaussage stimmt jedoch, diese Banken halten sich eine Art internen Escort-Service zum eigenen Amusement sowie der Betreuung von Kunden und Partnern. Die hochbezahlten Frauen, die natürlich nicht mehr Sekretärinnen heissen, sind aber eigentlich nichts anderes als Prostituierte.

    • @Olivia Brunner. Sie haben nichts begriffen. Ich arbeite selbstverständlich in der Bankenwelt, aber ich finde diese nicht böse. Als Group MD einer Bank verdiene ich sogar ziemlich viel Geld und habe sogar Freude an meiner Arbeit (ich hoffe, das stört Sie nicht). Es ist mir in der Tat scheissegal, ob kleine unwichtige Angeber wie „Richtigsteller“ oder auch Sie, Frau Brunner wegen Nichtgebrauch entlassen werden. Ich halte es da mit MdP. Solchen Leuten weine ich keine Träne nach. Das Sie als Frau (falls Sie wirklich eine sind. Sorry: ich bezweifle das) einen solchen Stuss schreiben, zeigt, dass Sie auf der sozialen Leiter zuunterst angesiedelt sind (und über Ihre Herkunft/Kindheit/Erziehung müssten wir uns auch mal unterhalten).
      Ich gehe davon aus, dass Sie auch mit Ihrem Aussehen (zu dick?) unzufrieden sind und dass Sie deshalb jüngere und hübschere Assistentinnen mit viel Neid betrachten und dabei natürlich vergessen, dass die Letzteren nicht nur jünger und hübscher sind, sondern auch viel mehr können als Sie, ansonsten sie nicht diesen Job hätten.
      Bitte Frau Brunner: kriechen Sie zusammen mit dem „Richtigsteller“ unter den gleichen Stein und verschonen Sie uns mit Ihrem geistigen „Prostituierten-Durchfall“.

    • Leere Behauptungen, da keine Insiderin. Olivia stützt die Aussagen eines ober-gruuusigen Typen wie dem „Richtigsteller“ … Gehört in die gleiche Gruppe wie ein weiterer minderbemittelter, der etwas von Bewerbungsunterlagen von sich gibt.
      Wie belegt Olivia ihre Behauptungen über einen internen Escort-Service (den sie notabene vielen Banken unterschiebt) und den Prostituierten?
      Eben, durch nichts. Ich hoffe auf einen digitalen foot-print, damit man solche Non-Valeure irgendwann mal belangen kann!

    • @FCZ:

      «Richtigsteller» und «Olivia» haben da wohl ihren wunden Punkt getroffen und sie aus der Reserve gekitzelt mit einem «fringe benefit», den nicht erst die Sonnenkönige erfunden haben; da haben viele Bankenkönige ihre Testosteron-Ueberschüsse. Was also soll ihr feinfühliges, zartbesaitetes Getue, das so gar nicht zu einem «Group MD» passt, der ja normalerweise über Leichen geht (vorausgesetzte Kernkompetenz).

      „Verabscheuungswürdig und widerlich“ sind nicht die Anmerkungen der beiden Vorgenannten, sondern all die Scheinheiligen in den Teppichetagen der „usual suspects“ (Banken), deren «Schutzpatron» ein ehemaliger Libor-Spezialist ist (dem hoffentlich bald einiges um die Ohren fliegt). Aber das ist nun wohl ein bisschen zu schwierig für sie.

      PS: Für einen Group MD sind ihre redaktionellen Fähigkeiten eher bescheiden. Womit wir beim von ihnen mehrfach zitierten «Stein» sind, den sie selber jetzt schleunigst aufsuchen sollten.

    • Ui, ui. Da bin ich ja einigen ziemlich auf den Schlips getreten. Die teilen ja bös aus. Ich gebe es zu: Ich bin keine richtige Frau, dick, auf der untersten sozialen Stufe… und was weiss ich noch Schlimmes. Merken Sie eigentlich, was das über Sie aussagt und Ihr Frauenbild, hochkompetenter MD (kicher!).