Warum Ihr eigenes Aktienportfolio so sicher ist wie ein Indexfonds

Anleitung Aktien Investieren 4/6: Ist Ihr eigenes Aktienportfolio so sicher wie ein Indexfonds?

Der Vorteil von Indexfonds liegt darin, dass diese Fonds breit diversifiziert sind, das heisst, dass sie eine Vielzahl verschiedener Aktien enthalten.

So erhalten Sie Sicherheit durch Diversifikation, indem Sie nicht alles auf eine Karte setzen.

Das können Sie auch in Ihrem eigenen Portfolio haben, ganz ohne Indexfonds.

Diversifikation in Ihrem eigenen Portfolio kommt auf zwei Arten zustande.

Erstens, Sie kaufen grosse Aktien von grossen Unternehmen, die durch ihre vielfältigen Geschäftsaktivitäten und Führungsgremien bereits in sich selbst stark diversifiziert sind.

Zweitens, Ökonomen haben nachgewiesen, dass Sie schon mit 20 bis 30 Aktien alle Diversifikationsvorteile erzielen, die Sie haben können. Sie brauchen also nur 20 bis 30 Aktien, und Sie sind so diversifiziert wie ein Indexfonds.

Übrigens, Diversifikation kommt sehr schnell. Wenn Sie von einer Aktie auf zwei Aktien gehen, haben Sie den grössten Diversifikationsvorteil.

Wenn Sie weitere Aktien hinzufügen, kriegen Sie zwar zusätzliche weitere Diversifikationsvorteile, aber immer weniger.

Und aus diesem Grund ist ein Portfolio aus 20 bis 30 Aktien bereits vollständig diversifiziert, ein Indexfonds ist da nicht sicherer.

Kommentare

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  1. Sie vergessen, daß zu der von Ihnen empfohlenen Diversifikation zwei Dinge notwendig sind, die die meisten Anleger leider nicht haben: einen internationalen Überblick und die Zeit, diesen stets auf dem aktuellen Stand zu halten.

    Außerdem ist es so, daß sich das Börsengeschehen im aktuellen Kapitalmarktumfeld ohne große Teuerung in Boom – Bust – Zyklen vollzieht – anders als in den Zeiten davor. Wie es am japanischen Kapitalmarkt bereits seit 25 Jahren der Fall ist. Die Entscheidung, ob man in einem Indexfonds auf einen bekannten, marktbreiten und hochkapitalisierten Börsenindex der westlichen Welt investiert ist oder nicht sollte für den normalen Anleger genug sein.

    Warum ist das so: ohne laufende Teuerung und entsprechend höhere Kosten keine so große Preissetzungsmacht von Unternehmen, diese überzukompensieren und entsprechend keine steigenden Gewinne aus diesem Umstand. Ferner geringere Verhandlungsmacht von Gewerkschaften bezüglich Lohnerhöhungen wegen im Rahmen der Globalisierung latent bedrohten Arbeitsplätzen und dadurch keine ansteigende Massenkaufkraft.

    Börsenindizes können auf lange Sicht nur dauerhaft steigen, wenn bestehende und neu hinzukommende Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit im Rahmen der Globalisierung international ausweiten, so daß die erzielten Gewinne und die daraus abgeleitete Börsenkapitalisierung steigt.

    In den Ländern Südeuropas ist das beispielsweise nicht mehr der Fall, weshalb sich diese Indizes teilweise deutlich unter den einst um das Jahr 2000 bzw. 2007 erreichten Allzeithöchstständen befinden. (klick) Eben diese Länderindizes – FTSE Mib, IBEX 35, PSI 20, ATHEX 20 etc. – sind Beispiel gegen die vielgepredigte „Buy-and-Hold“ – Strategie, daß man auf lange Sicht mit Aktien nur gewinnen könnte. Das ist in einem wirtschaftlich niedergehenden Land mit börsennotierten Unternehmen ohne Wachstum und nur von nationaler Bedeutung genau nicht der Fall.

    Ferner werden viele erfolgreiche Unternehmen von globaler Bedeutung in den USA gegründet bzw. an die Börse gebracht (trotz Unternehmenssitz anderswo), weil dies der Markt mit der größten internationalen Beachtung ist. Der deutsche und der schweizer Markt sind nur deshalb so renditeträchtig, weil an diesen Börsenplätzen viele internationale Spitzenunternehmen in ihrem Tätigkeitsfeld notiert sind:

    Schweiz – Pharmazie und Chemie
    Deutschland – Premium – Automobile und Chemie

    • Damit wir uns nicht falsch verstehen: es gibt im wesentlichen drei Möglichkeiten für phänomenale Überrenditen am Aktienmarkt.

      Diese sind:

      – internationale Wirtschaftskrisen
      – junge, stark und profitabel wachsende Unternehmen mit neuen Produkten und Dienstleistungen, die ggf. Bestehendes ersetzen
      – Krisen einzelner Unternehmen und Branchen, die mittelfristig überwunden werden

      Um von solchen Sondersituationen profitieren zu können, braucht man Überblick, Mut und Liquidität.

      Gerade die Liquidität kann in großen, internationalen Wirtschaftskrisen ein Problem sein, da alle Arten von riskanten Anlagen Verluste erleiden werden.

      Zudem verstärkt bei Fremdfinanzierung, weil die Kredite in Krisen im Wert gleich bleiben. Entweder gelingt glücklich eine Desinvestition vorher oder man parkt Geld extra für solche Sondersituationen, um ungefähr unten verlustfrei flüssig zu sein.

      Z. B. war Warren Buffett von den letzten beiden größeren Krisen 2000 und 2007 jeweils betroffen, weil das Portfolio seiner Anlagegesellschaft Berkshire Hathaway hälftig fremdfinanziert ist (die Bilanzsumme von Berkshire Hathaway entspricht inzwischen mehr als der hälftigen SMI – Marktkapitalisierung). Deshalb hat er von diesen Krisen nicht profitiert und auf Sicht von 20 Jahren „nur“ eine Verdoppelung seines Vermögens im wesentlichen durch die fremdfinanzierte Thesaurierung der Dividenden erreicht, obwohl sich die Bilanzsumme von Berkshire Hathaway in diesem Zeitraum verzehnfacht (! – klick) und der Aktienkurs seither immerhin vervierfacht hat.