Banken verweisen gerne auf den Steuervorteil bei Hypotheken – dass das dem Portmonnaie des Kunden nichts bringt, wird verschwiegen

Die Zinsen für Festhypotheken sind historisch tief, da schreibe ich nichts Neues. Dass sich ein Vergleich der Anbieter lohnt – kalter Kaffee. Warum soll man aber den Gedanken weiterspinnen, die Hypothek zu amortisieren oder sogar ganz zurückzuzahlen?

In der Praxis schätzen die Wohneigentümer die Tatsache, dass sie Hypothek und Schuldzins an der Steuer abziehen können.

Aber wieviel Steuern spart man wirklich?

Vermögenssteuer: Wird sich durch eine Amortisation nicht einen Franken ändern!

Beispiel:

Mit Hypothek: Guthaben 400’000, Hypotheken 150’000, steuerbares Vermögen 250’000 Franken.

Ohne Hypothek: Guthaben 250’000 (-150’000 für Amortisation), Hypotheken 0, steuerbares Vermögen 250’000 Franken.

Die 150’000 könnten selbstverständlich auch für Geldanlagen genutzt werden, aber: Auf dem Sparkonto – zu fast 0 %?

Das ist weniger, als der Hypothekarzins kostet. Denn die Banken brauchen das Geld auf dem Sparkonto für die Finanzierung von – Hypotheken. Ihrer Hypothek! Die Zinsdifferenz ist der Gewinn für die Bank.

Obligationen – diese Eins-Irgendwas Prozent sind ja auch nicht gerade das Gelbe vom Ei, und wie sicher sind diese Firmen?

Zudem muss der Zins selbstverständlich als Einkommen versteuert werden, was den eingangs erwähnten positiven Effekt des Schuldzinsabzuges wieder zunichte macht. Oder einfacher gesagt: Links auf der Steuererklärung zieht man die Schuldzinsen ab, rechts versteuert man die Zinsen der Obligationen wieder – ein Nullsummenspiel.

Bleibt noch das Engagement in Aktien. Da gab es rosige Zeiten, aber auch dunkle. Will man wirklich mit Geld, mit dem das sichere Wohneigentum zurückbezahlt werden kann, in die Spekulation? Das muss jeder selbst entscheiden.

Einkommenssteuer: Wieviel spart man effektiv Steuern, wenn man Hypothekarzinsen abziehen kann? So zwischen 25 und 30%. Das heisst, man spart immer weniger Steuern, als der Zins, den man der Bank zahlt. Der Staat finanziert ja nicht Ihre Liegenschaft.

Ganz einfach: Nach einer Amortisation werden die Steuern steigen, weil der Abzug der Zinsen wegfällt. Aber: Sie bezahlen auch keinen Zins mehr an die Bank.

Beispiel:

A: Abzug von 6’000 Hypothekarzins, Steuervorteil je nach Einkommen 2’000 Franken.

B: Ohne Abzug rund 2’000.– höhere Steuern, aber keine Zinsbelastung von 6’000.

Ihr Gewinn: 4’000 Franken.

Die Frage, „Warum sagt mir die Bank nicht, dass es meinem Portmonnaie nichts bringt“ oder „Warum macht mir die Bank Angst, ich würde im Alter keine Hypothek mehr bekommen“, kann ganz einfach beantwortet werden, nämlich:

Die Bank verdient einerseits kräftig mit der Hypothek, und andererseits kann sie das Geld des Kunden, welches er nicht für die Amortisation einsetzt, anlegen und verdient damit zusätzlich Courtagen, Depotgebühren, Vermögensverwaltungsgebühren.

Selbstverständlich gibt es Argumente, die gegen die Amortisation sprechen. Sie brauchen schlicht weg das Geld zum Leben, erbrechtliche Gründe sind vorhanden oder ähnliches.

Wichtig ist, dass Sie sich nicht von den tiefen Zinsen blenden lassen und für Geld, welches Sie eigentlich gar nicht brauchen, Schuldzinsen zahlen.

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11 Kommentare zu “Banken verweisen gerne auf den Steuervorteil bei Hypotheken – dass das dem Portmonnaie des Kunden nichts bringt, wird verschwiegen

  1. Hilfe! da sind Anfänger am Werk!

    Punkt 1 Beim Vermögen haben Hypotheken selten Einfluss, stimmt. Zu beachte ist aber immer der Steuerwert der Liegenschaft. Wird hier nicht erwähnt.

    Check. 80% korrekt

    Punkt 2 Banken verwenden kaum Spargelder füy Hypotheken, da nicht fristkongruent. Diese Behauptung gilt hächstens für variable Hypotheken, die kein Mensch hat.

    Check 10% korrekt

    Punkt 3, Hypothek abzahlen oder Obli kaufen? klar; Hypo abzahlen

    teilfrage Check 100%

    Hypothek abzahlen oder Aktien? klar; Aktien (erwartete durchschnittsrendite 6% p.A mit einer Vola von ca 8% bei einer Standartabweichung)

    teilfrage Check 0%

    Es kommt also auf den Risikoprofil an, ob Anlegen oder Hypo abzahlen

    Total 50%

    Punkt 4; Hypotheken im Alter, auch hier gelten die Finanzierungsrichtlinien.
    Bsp max AHV verh. ca 42’000, pk 18.000, Total 60k, max Wohnkosten 20k, Haus Wert 1 Mio, nk 10k, 10 k übrig für hypo, kap mit 5%, max Verschuldung 200k. Eine Wiederauszahlung der Hypothek über diese Summe ist fast nicht möglich. darum Prüfe. Hypothekrückzahlung schafft Illiquidität!
    Check 30%

    Check Total 54% erreicht, ungenügend

    Fazit! Beraterwissen prüfen, dann erhalten Sie die besten Resultate! Alles andere Stammtischwissen

    Ps: zu den Kommentaren und Grundbuchrecht.
    Eigentümer und Besitzer ist der Hypothekarschuldner, nie die Bank. Die Bank ist lediglich Geundpfandgläubiger. Keine Bank hätte austeichend Platz für so viele Häuschen im Tresor, um die Hypothekardarlehen sicherzustellen. Desshalb werden die Häuschen mittels Schuldbrief verschrieben und indirekt der Bank zur Sicherung abgegeben.
    Und der Staat hat damit gar nicht zu tun.

    Wenn Sie also Ihre Forderungen nicht nachkommen, müssen Sie Ihr Schlüssel nicht der Bank abgeben, sondern dem Betreibungsbeamten. Mann teifft sich dann wieder an der Gant.

    Wünsche allen einen schönen Tag

  2. Gerade in der heutigen Zeit wäre das Geldsystem schon lange am Ende gäbe es keine Hypotheken mehr.

    Wer will sich denn noch verschulden und vor allem wer kann?

    Grundsätzlich gibt es bei Realwerten etwas zu beachten:
    Wenn eine Firma etwas finanziert (egal ob Haus, Unternehmen etc.) bestimmt sie die Regeln zumindest mit.

    Die Käufer sind nur die Besitzer, aber nicht Eigentümer.
    Dieser Unterschied ist in guten Zeiten, welche wir in der Schweiz seit paar Generationen haben nicht sehr wichtig.

    Aber er wird in den nächsten Jahren viel wichtiger werden!

    Dasselbe betrifft Versicherungen.
    Wer sich oder Gegenstände versichert, unterwirft sich dabei den Regeln des Versicherers.
    Hält er sich nicht daran, erlischt die Versicherungspflicht.

    Wenn Sie nicht selbst bezahlen wollen, bestimmt letztlich der Versicherer welche Medikamente sie verschrieben erhalten. Und der aktuelle Trend sieht nach Verhaltensvorschriften aus.

    Die gemütliche „Rundumversorgung“ von Staat, Versicherer, Banken, Telekommunikation- & Energiefirmen wird etwas ungemütlicher.

    Wir sind dazu aufgerufen souverän zu werden!

    Werdet eure eigenen Herren und Akteure anstatt einfach „eurer Leben“ quasi als Treuhänder zu verwalten.

  3. Ich mache ein paar verrückte Beispiele. Bitte sagen, ob sie korrekt sind.

    1. Hans Müller hat ein abbezahltes Haus und kein weiteres Vermögen. Einige Jahre vor der Pensionierung nimmt er jedes Jahr eine Hypothek von 100’000 Franken auf und macht damit jeweils zwei neue dritte Säulen zu je 50’000 Franken. Die 100’000 Franken zieht er von der Einkommenssteuer ab. (Die Zinsen für die Hypotheken zieht er ab.) Nach der Pensionierung löst Hans Müller jedes Jahr eine dritte Säule zu 50’000 Franken + Zinsen auf. Er bezahlt Steuern auf die 50’000 + Zinsen, aber der Prozentsatz an Steuern ist nicht so hoch wie die normale Einkommensteuer. (Er vermeidet es, zwei dritte Säulen mit zusammen 100’000 Franken auflösen, da er dann mehr als das doppelte an Steuern bezahlen müsste.) Lohnt es sich für Hans Müller?

    2. Peter Meier renoviert. Er darf jedes Jahr 5’000 Franken pauschal für Rennovationen von der Steuer abziehen, wenn er KEINE Rennovationen durchführen lässt. Er hat 20’000 Franken auf der Seite. Das reicht ihm gerade, um dringende, wichtige Rennovationen durchführen zu lassen. Im darauffolgenden Jahr möchte Peter Meier für Fr. 10’000 renovieren lassen. Für diese Rennovationen, die nicht dringend sind, könnte er im nächsten Jahr sparen. Bei den Steuern könnte er im ersten Jahr 20’000 abziehen und im zweiten 10’000. Das wären zusammen 30’000 Franken. Er nimmt aber eine Hypothek auf und lässt die ganzen Rennovationen in einem Jahr durchführen. So kann er im ersten Jahr 30’000 Franken und im zweiten Jahr 5’0000 Franken abziehen. Das sind zusammen 35’000 Franken. Spart Herr Meier durch das Aufnehmen der Hypothek? Er kann ja 5’000 Franken mehr von den Steuern abziehen.

    • geht beides nicht.
      Betreffend Punkt 1 verweise ich auf die Einzahlungsmöglichkeiten un der 3. Säule (keine Einzahlung möglich nach pensionierung)

      Betreffend Punkt 2. Geht nicht auf. Nicht die Summe des abzugsfähigen Kapital ist relevant, sonder die Auswirkung auf die Steuern nach Berechnung über den Grenzsteuersatz.

      Und zum Artikel:
      absoluter Schrott!

  4. Berater in den Banken müssen unter anderem Hypotheken bolzen ! Hypotheken sind ein Hauptgeschäft der Banken (für viele Banken DAS Hauptgeschäft). Vom Hypothekenvolumen hängt unter anderem der eigene Arbeitsplatz ab. Wer ist jetzt so naiv zu glauben, dass ein Berater sagen würde, dass es besser sei, keine Hypothek abzuschliessen und das Haus oder die Wohnung ganz abzuzahlen ? SELBER und unabhängig zu denken gehört zur Marktwirtschaft dazu, wenn man etwas erreichen will als Individuum.

  5. Bin der gleichen Meinung. Und das gilt nicht nur für Bankgeschäfte sondern allgemein fürs Leben. Zu viele lassen sich Sachen aufschwatzen, die sie überhaupt nicht benötigen oder problemlos selber machen könnten und merken nicht, dass der Händler nur an einer maximalen Marge interessiert ist. Die Zeche zahlt der Käufer.

  6. „Bankberater“ sind keine Berater sonden Verkäufer. Sie müssen Umsatz bolzen sonst überstehen sie die nächste Reorganisation nicht. Dass der Kunde vera…. wird ist egal.

    Allerdings gibt es ein Gegenmittel dafür. Es heisst. „Selber Denken“

  7. Sie teilen genau meine Meinung. Anzumerken ist, dass nach der Amortisation das Haus einem gehört und nicht der Bank! Es kommen ganz bestimmt wieder andere Zeiten. Wenn alle abzahlen, würde das Steuersubtrat der Gemeinden steigen. Das käme allen zu gute. Zudem erhalte ich für die Steuern einen Gegenwert. Bei mir auf jeden Fall, kam noch nie einer von der Bank vorbei und räumte den Schnee von der Strasse.

    • Grüezi @A. Diener,

      die abbezahlte Hypothek und Grundschulden sind im Grundbuch zu löschen und die eigene Rechte einzutragen. Erst nach diesem Schritt ist es Ihr Haus!

      Grüezi Herr Lauber,

      ich gratulliere Ihnen für diesen Beitrag. Ja, Die Bürger der Schweiz werden regelrecht dazu verführt, ihre Immobilien nicht vollständig abzuzahlen bzw., die Grundschuldeintragung aufrechtzuerhalten. Somit, treibt der Staat seine Bürger den Banken als Kunden scharenweise zu. Alle nicht abbezahlten Immobilien bleiben den Banken als Pfand. Der Staat bleibt somit mithilfe seiner systemrelevanten Banken in Position, seine an sich (noch) recht wohlhabenden Bevölkerung viel rigider unter Kontrolle zu halten. Dank der vorgekaukelten Steuergeschenke hat sich bislang kaum jemand beschwert. Da sind wir wieder bei einem zentralen Punkt. Das autarke Denken und Rechnen ist bewusst, in den letzten Jahrzehnten an Schulen und Hochschulen ausdrücklich verboten worden. Immobilienmarkt, 2. und 3. Säule sind Bomben die es unverzüglich zu entschärfen gilt. Der Staat sollte die zügige Ammortisation steuerlich begünstigen! 2. und 3. Säule solllten mit Hilfe der AHV „abgewickelt“ werden. Banken zersplittern und das EK massiv erhöhen. Die Schweiz auf 100% erneurbaren Energien umstellen. Schweden und Dänemark wir dies in den kommenden 10 Jahren gelingen. Neue Berufe in der Realwirtschaft entwickeln und eine Mikrosteuer auf AMTD (Vorschlag von Alt-Vizekanzler Oswald Sigg) erheben, um viele andere schädigende Steuern zu eliminieren. Wir sind ein kleines und über – bevölkertes Land ohne natürlichen Ressourcen. Ein „weiter so“ und die Schweiz wird sowohl wirtschaftlich als auch anthropologisch in den Ruin getrieben. Intuitiv merken das schon sehr viele Menschen in unserem Land – obwohl die Medien uns etwas anderes glauben lassen wollen.
      Viele Grüsse

    • Grüezi Arbeitgeber (KMU) und AHV Rentner

      Bin voll und ganz mit Ihren Ausführungen einverstanden. Gründen Sie eine Partei oder Bewegung und ich gehöre zu ihren ersten Mitgliedern.

  8. Wieviel „spart“ man auf mittlere Sicht, wenn man sich heute in den überbewerteten Immobilienmarkt zu Höchstpreisen einkauft?

    Benutzen Sie eine beliebige Suchmaschine mit den Stichworten „Ostimmobilie Pleite“: alle jene bedauernswerten Größen aus dem deutschen Spitzensport und Showgeschäft haben auf ihre – teilweise – Millionengagen während der 90er Jahre im glücklichsten Fall keinerlei Einkommensteuer bezahlt.

    Was hat ihnen das genützt?

    Nichts!

    Denn es gibt noch stärkere Kräfte als das Finanzamt: kreditfinanzierte Fehlspekulationen (hier in überteuerte Immobilien).

    Wer bezahlt die Villa, den Sportwagen und noch vieles mehr Ihres Bauträgers bzw. Maklers?

    Das sind Sie!

    Ggf. nehmen Sie dafür noch Kredite auf.

    Warum verkaufen jene überhaupt das „moderne Gold“ – anstatt es zu behalten?

    Machen Sie sich darüber einmal gründlich Gedanken.