Postfinance sendet Geld ohne minimalste Checks

125000 Franken von Kleinkind-Erzieherin an Genfer Briefkastenfirma – Kundin verdient 1000.- im Monat – Postfinance wusste um Gefahr.

Das hochgelobte Qualitäts-Swissbanking macht sich lächerlich. Die Nummer 1 im Zahlungsverkehr, die Postfinance, transferiert hohe Summen ohne geringste Prüf-Mechanismen.

Die Bank überwies vor Wochenfrist vom Konto einer Zürcher Kleinkind-Erzieherin 125’000 Franken an eine Genfer Firma namens Victoria Red Limited bei der Genfer Heritage Bank.

Eine Briefkastenfirma mit einem speziellen Namen und einem Konto bei einer Privatbank, was Fragen zwingend macht – insbesondere bei einer Kundin, die 1’000 Franken im Monat Einkommen hat.

Und noch nie solche Zahlungen getätigt hat.

Es ist der zweite Fall in kurzer Zeit, der zu reden gibt. Die Berner Kantonalbank hatte vor wenigen Wochen fast 800’000 Franken nach Kirgistan überwiesen, obwohl es sich um reinen Betrug handelte.

Der betroffene Berner Autogaragist rennt seither seinem Geld hinterher. Auch die CS und die UBS hatten betrügerische Zahlungen über seine Konti ausgelöst.

Bei der Kleinkind-Frau geht es um das Schicksal eines Menschen. Die 125’000 Franken sind sauer Erspartes.

Die Postfinance hatte bemerkt, dass etwas nicht stimmte. Bei der Kundin geschah ein eigenartiges Login.

Das war heute vor einer Woche. Sie wollte ins E-Finance, das Online-Banking der Postfinance, hineingehen.

Das ging nicht. „Wegen Wartungsarbeiten ist E-Finance momentan nicht verfügbar“, hiess es.

Die Kundin dachte sich nicht viel. Die Postfinance hatte in letzter Zeit viele Störungen.

Hinter dem Vorgang stand jedoch bereits der Betrug. Bei der Postfinance löste der missglückte Login-Versuch der Kundin eine automatische Warnung auf.

Ein Postfinance-Mitarbeiter versuchte darauf, die Frau telefonisch zu erreichen. Das gelang nicht. Am nächsten Tag erhielt die Kundin per A-Post ein Schreiben ihrer Bank.

Es gebe ein verdächtiges Login, sie soll sich doch melden.

Während die Postfinance Briefe ausdruckte und verschickte, räumten die Räuber das Konto. Sie überwiesen die 125’000 Franken nach Genf an die eigenartige Sitzgesellschaft bei der Heritage.

Als Zahlungsgrund stand „Invoice“, Rechnung.

Eine Kleinkind-Erzieherin mit 1’000 Franken Monatslohn für ein Teilzeitpensum schickt Out of the blue 125’000 Franken unter einem englischen Vermerk an irgendeine Sitzgesellschaft.

An irgendeiner Büroadresse in der Rhônestadt.

Und null Alarmglocken klingeln bei der Postfinance.

In einem anderen Fall war die Postfinance aufmerksam. Beim Kirgistan-Betrug, wo die Berner KB versagte, hatte ein Postfinance-Mitarbeiter als einziger richtig reagiert und die Zahlung gestoppt.

Doch da war die Ortschaft der Empfängeradresse leicht falsch geschrieben. Hier jedoch stimmten alle Empfänger-Angaben.

Nur machten sie null Sinn.

Die Kundin hat letzte Woche sofort Strafanzeige gemacht, als sie den Zahlungsausgang bemerkte. Sie ging auf einen Zürcher Polizeiposten und berichtete, was vorgefallen war.

Gleichzeitig ging ein Angehöriger von ihr auf die Postfinance los. Diese versprach, das Geld sofort wieder dem Konto gutzuschreiben.

Bis jetzt ist nichts Dergleichen passiert. Man warte weiterhin auf die Rückerstattung durch die Bank Heritage.

Keiner will es gewesen sein. Egal, wie schludrig man gearbeitet hat.

Die Schweiz rühmt sich, über ein Weltklasse-Banking zu verfügen. Grundlage sind zunächst einmal der Zahlungsverkehr, das bargeldlose Zahlen in den Läden und das Bancomat-Netz.

Alle drei Funktionen, die zur Grundinfrastruktur jedes modernen Landes zählen, sind in den letzten Monaten wiederholt ausgefallen.

Im Zahlungsverkehr haben sich Betrüger mit sogenannten Trojanern eingenistet, die nun Überweisungen in Millionenhöhe auslösen.

Bei Bezügen am Bancomat und Zahlungen in Shops wurde vor 3 Jahren alles doppelt ausgebucht. Die Six, welche den Finanzplatz modernisieren müsste, hatte zwei Mal das gleiche Datenband eingespannt.

Die Zahlstationen in den Boutiquen und Restaurants fielen 2016 mehrere Tage lang aus. Auch da hatte die Six versagt.

Bei der Postfinance ist speziell, dass sie bei verdächtigen Zahlungs-Empfängern keine zweite Code-Eingabe von den Kunden verlangt.

Man nennt dies TAN. Das machen fast alle Banken. Bei der UBS gehört die nochmalige Eingabe des PINs auf dem E-Banking-Kästchens bei aufleuchtenden Zahlungen zum Alltag.

Die Postfinance findet das kein Problem. Im Fall der Kleinkind-Erzieherin meinte sie gegenüber deren Familie, die sich ins Zeug legt:

„Im E-Finance kann kein zusätzlicher TAN-Code für die Autorisierung von Zahlungen eingerichtet werden.

„PostFinance verwendet eine automatische Transaktionsüberwachung und sorgt damit für eine zusätzliche Sicherheit vor betrügerischen Aktionen. Die auffälligen Transaktionen werden somit erkannt und nötigenfalls zurückgehalten.”

„Zurückgehalten“ hat die Postfinance bisher nur die Rückerstattung des gestohlenen Geldes.

Beim Betrug hingegen hat sie gar nichts gestoppt.

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29 Kommentare zu “Postfinance sendet Geld ohne minimalste Checks

  1. Die Postfinance hat sicherlich keine Glanzleistung vollbracht, allerdings sehe ich das Heritage weitaus grössere Problem! Eine Schweizer Privatbank stellt Betrügern ein „Nummernkonto“ zur Verfügung – absolutes No-Go!!!

  2. @Küng: Ihr Sparmodel „Auslandszahlungen nur über Postfinance“ zeigt doch was für ein schlauer Fuchs sie sind. Geiz ist geil, man kann sich auch bankrott sparen. Sie wollen unentgeltlichen Schutz, bravo ! Was das davon kommt spüren sie jetzt bei den Banken. Gibt es bei ihnen auch die kostenlosen Reparatur der Bremsen ? Mit Garantie und absoluter Sicherheit ? Demnächst möchten sie vielleicht noch einen Polizisten, der sie über die Strasse bringt, weil sie selber jegliche Vorsicht ausser acht lassen wollen, ähnlich wie bei ihrer uralt IT. Haben sie mal die Webseite von Mammut gesehen, einfach lächerlich. Ob UBS, CS oder BKB für die Sicherheit wäre ich selbst besorgt. Immer sin die Anderen Schuld, nur sie haben bestimmt nichts falsch gemacht. Mein PW wird ihre Garage nie sehen, keine Lust auf Bremsversagen nach 200 Meter.

    • Als Überflieger sollten Sie die deutsche Sprache besser beherrschen. Und haben Sie ganz offensichtlich meine Antwort auch nicht verstanden. Im privaten Zahlungsverkehr stellt sich die Bank und da ihr Überwachungssystem automatisch die Frage: gab es diesen Empfänger schon mal ? Wenn nein, dann wird eine weitere Bestätigung verlangt. Nächste Frage: hat dieser Auftraggeber schon mal Zahlungen in’s Ausland getätigt ? Hat dieselbe Firma schon mal Beträge über Fr. 5’000.- an irgendwo einen PRIVATEN geschickt ? Solches zu programmieren erlernt man z.B. in einem Migros-Kurs am 2. Tag.

    • Herrlich ihr deutsch Herr Küng: „Im privaten Zahlungsverkehr stellt sich die Bank und da ihr Überwachungssystem automatisch die Frage: “ lol und „in’s Ausland“ doppel lol ! Danach brauchte ich fünf Minuten um den Lachkrampf zu lösen. Bleiben sie der Oberlehrer, der allen Anderen die Schuld am eigenen Versagen gibt. Ihr deutsch ist prima, habe alles verstanden ! Und nun ab in die Clubschule, vielleicht doch erst den Deutsch-Kurs belegen und dann programmieren lernen.

  3. Was die Dame immer falsch gemacht hat,wenn die Postfinance es nicht schafft,die Kontoinhaber bei der Eritage rechtzeitig aus dem Verkehr zu ziehen ? Dann gibt mir meine NOCH wichtigste Bankverbindung echt zu denken.Herzlichen Dank an Lukas Hässig für seine Arbeit.

  4. Sicherheit ist ja gut und schön aber manchmal nerven die Vorkehrungen. Erst letzthin als ich eine grosse Überweisung machen wollte schlug das Sicherheitssystem an. War scheinbar ein „dubioser Empfänger“.

    Welcher Empfänger? Das kantonale Steueramt!

  5. Sg. Damen und Herren,

    wenn minimal die kleinste Möglichkeit beschreibt etwas zu ‚checken‘, was ist dann ‚minimaler‘ und ‚minimalsten‘ …. .noch weniger?

    oder meinten Sie in der Überschrift vielleicht den Ausdruck:
    „ohne minimalste, beim optimasten, im idealeren, kleinsteren check“ ?

    😉

  6. Ich gehe mit einigen Kommentatoren überein, dass die Dame sicherlich die eigenen Vorsichtsmassnahmen etwas vernachlässigt hat (Systemsicherheit / Geldanlage „Alles auf ein Pferd“ usw.).

    Allerdings hat das absolut nichts mit den offenbar fehlenden Sicherheitsmassnahmen (Technik und Organisation) seitens der Postfinance zu tun. Im Falle des Garagisten könnte man ja noch darüber hinwegsehen. Erstens handelt es sich um einen Profi im täglichen Zahlungsverkehr und zweitens sind vermutlich grössere Zahlungsvorgänge eher die Regel als die Ausnahme. Aber auch hier gilt:

    „Im Zweifel muss die Bank Mittel und Massnahmen ergreifen bzw. ergriffen haben, um Fehlzahlungen und/oder Betrugsversuche wirksam bekämpfen zu können“.

    Und das hat sie offenbar bei weitem nicht!

    Bei der Dame allerdings muss ich schon sagen: „Absolut jenseits von Gut und Böse was sich die Postfinance hier leistet“. Null Sicherheitsmassnahmen. Unter null!

    Ein Zahlungsprovider hat immer vom schlimmsten anzunehmenden Fall auszugehen. Nämlich davon, dass der Client, von welchem die Zahlungen ausgelöst werden, Sicherheitsmängel aufweist. Kunden sind keine IT-Sicherheitsspezialisten. Zumindest 99% nicht.

    Also Postfinance: Ärmel zurückkrempeln und ran ans System und die Organisation!

    Und bitte Postfinance, regelt sofort und unbürokratisch diese Einzelfälle. Subuito!

  7. Und was lernen wir aus diesem Fall?

    1. Die Kleinkind-Erzieherin hat sich wohl einen E-Banking Trojaner eingefangen.

    2. Postfinance hat zu wenige organisatorisch/technische Massnahmen für ‘E-Banking Trojaner-Überweisungen‘ implementiert.

    Ersteres überrascht nicht wirklich: Computer & Zu-Systeme (Moden, Firewall) von Privatusern wie auch KMUs sind mehrheitlich nicht auf dem neusten technischen Stand.

    Oft sind es veraltete Betriebssysteme (ja, Windows 95 lebt immer noch) oder der Virenscanner (oft rudimentäre Gratisversionen) nicht mit den aktuellen Signaturen auf dem neusten Stand. Und ähhm.. ‘Feuerwand‘, was ist das…? Und wirklich, wer hat denn schon mal sein Modem / WLAN-Router mit der aktuellsten Firmware geupdated?

    Kommt aber eine überaus wichtigere Komponente in Spiel – ‘the Human Factor‘: Awareness.. also einfachsten Grundkenntnisse über ‘was-passiert-wenn-ich-auf-diesen-Link-oder-Dokument-klicke‘? Oder Daten-Klassifikation, welche rund 30% meiner Daten will ich denn genau schützen? Mhhh, die sind ja überall verstreut auf der PC- oder Server-Festplatte… und Verschlüsselung.. wie bitte..?

    Aus unserer Erfahrung basieren über Zweidrittel aller erfolgreichen Attacken auf dem schwächsten Glied, uns Menschen. Aber wie heisst es so schön: ‘Unwissenheit schützt vor Strafe nicht‘? Aber da gibt’s ja (noch) gar keine gesetzliche Grundlage, sich zu informieren und Computer sicher zu machen.. ist es dann also doch nur eine Frage der Zeit bis Finanzinstitute 100% der Verantwortung auf uns User schieben – was in absehbarer Zeit wohl passieren wird..

    Und.. investieren in Awareness-Ausbildung der Mitarbeiter..? Nööö, brauchen wir nicht, hören wir immer öfters von VR/CEO kleiner Unternehmen. Wir haben ja unsere externen IT-Provider, der ist ja dann Schuld…

    Tja, Cyber Security besteht nur rund 30% aus IT-Security, 70% sind organisatorische Massnahmen – in der Verantwortung von VR/CEO.

    • @ Heritage Bank, Genève. Gibt es eine Compliance bei Ihnen welche solchen Kunden erlaubt ein Konto zu eröffnen? Diese Frage wurde bis jetzt nicht gestellt. Es wäre sicher interessant eine Antwort darauf zu erhalten, damit auch hier Klarheit herrscht.

      LH bleiben Sie dran und klopfen Sie doch einfach bei der Heritage Bank an.

  8. Das stimmt leider nicht immer, was Sie schreiben Herr Hässig! Bei mir hat die Postfinance die betrügerische Zahlung nicht ausgeführt.

  9. Internetbanking und elektronischer Zahlungsverkehr werden von der Finanzindustrie unermüdlich gepusht. Während die Banken von tieferen Kosten, sprich höheren Gewinnen profitieren trägt der Kunde wie dieses erschreckende Beispiel zeigt ein immer höheres Risiko!
    Bekommt die Kundin nun des Geld vollumfänglich zurückerstattet oder fängt jetzt ein unschöner Rechtsstreit an? LH dranbleiben!

  10. Der grosse gelbe Riese schwankt gewaltig. Als grösstes ZV-Unternehmen in der Schweiz wickeln die wahrscheinlich täglich mehrere Millionen Zahlungen ab. Das E-Banking weist immer öfters Störungen auf. Wie üblich in der Bankenbranche wird zudem im Backoffice gespart. Die Hotline wird vermutlich mehrheitlich von Lehrabgängern und Jung-Bankern betreut.

    Ein gefährlicher Mix zwischen schierer Masse, mässiger Technik und zu wenig Mitarbeitern.

    Ich würde jetzt soweit gehen und sagen, dass die ganze Zahlungsflut gar nicht mehr sinnvoll überwacht werden kann. Der Autopilot hat das Zepter übernommen.

    • „… Die Hotline wird vermutlich mehrheitlich von Lehrabgängern und Jung-Bankern betreut …“ – die Complianceabteilung von altgedienten ehemaligen „Poschddfröilein“… die Dame, die uns anrief und mit Inkompetenz aufzeigenden Fragen löcherte… die hatte keine Ahnung von der Funktion einer Schweizer Firma (Ja… die legal eingetragene Zweigniederlassung einer ordentlich registrierten EU-Land-Gesellschaft ist ein legales Gefäss)

      … Der verantwortliche „Teamleiter“ verwies – gehört als Standardabschnitt in fast jeden Postfinancebrief – auf „gesetzliche Vorschriften der FINMA“

      Sofort Alternativen suchen…

  11. Leider zeigt die Erfahrung, dass viele e-Banking Nutzer die rudimentärsten Sicherheitsvorkehrungen (aktueller Virenschutz, effiziente Firewall, leeren des Cache, etc.) beharrlich ignorieren. Das gilt selbstverständlich auch für den Berner Grossgaragier, welcher nicht einmal das Mammut seiner Firmengruppe à jour hält und offensichtlich weder über einen tauglichen Virenschutz noch über eine Firewall verfügt – sich aber in gewohnter Weise über alle anderen auslässt, statt vor der eigenen Tür zu kehren.
    Sind wirklich nur die Postfinance, die Banken und die SIX schuld? Es besteht überall ein Sicherheitsnetz – es kann jedoch sicher nicht vorausgesetzt werden, dass jeder Missbrauch erkannt wird. Im Übrigen hat jeder Nutzer auch noch eine gewisse Selbstverantwortung zu tragen. Man muss ja nicht jedes Konto im e-Banking bewirtschaften – im Normalfall reichen die Transaktionskonti aus. So wäre schon mal das Ersparte weniger exponiert!
    Der Artikel erscheint vor diesem Hintergrund etwas sehr billig.

    • Sehr billiges Feedback, das man nun noch der Dame den Schwarzen Peter so durch die Blume zuschieben will………, muss wohl ein Postfinance Kadermann sein

    • Selbstverständlich wenden wir für die gesamte Küng-Gruppe (Belwag AG Garagen und Küng AG AVIA) den Virenschutz an, und haben wir zusammen mit Mammut anfangs September 2016 die neuesten Vorkehrungen zu unserem im März 2015 neuesten „Lion“ getroffen.
      1. sämtliche Zahlungen waren erstmalig, erfolgten am gleichen Tag, gingen nicht etwa an Lieferanten (Firmen), sondern an Private, und dies mit Ausnahme des Empfängers in Wien mit dem da geläufigen Namen Petrauskas, allesamt mit Namen aus dem osteuropäischen Bereich. Bei der BEKB sind die Fr. 785’000.- an einen einzelnen Begünstigten namens Osoo Don-Kyshtak Plyus in Byshkek Kirgistan überwiesen worden. Bei der UBS gingen die Zahlungen 2 mal an die Barclays Bank in London sowie an die HSBC und im 4. Fall an eine Co-Operative BK in London, an Begünstigte namens Aivis Dobriks in Ipswich, Janis Krumins in Essex, Eryk Lukasz Otocki in Gateshead, Valentins Lubgans in Leeds im Gesamtwert von rund Fr. 309’500.-. Bei der CS waren es Österreicher Banken in Wien mit Begünstigten wie Dimitar Dimitrov, Arvids Osis, Tomas Petrauskas, alle in Wien, im Gesamtwert von rund Fr. 121’000.- wovon uns am 21.2.17 bereits rund Fr. 39’700.- von Arvids Osis rückvergütet worden sind.

      Allemal befremdend, wo wir von den Leuten bei der UBS und CS wissen, dass da die Lampe auf rot schaltet, wenn ein Zahlungsauftrag aus dem „Mammut“-Verarbeitungssystem stammt …

      Bekannt ist mir, dass in der Schweiz private Kontoinhaber beim „electronic banking“ im Falle einer erstmaligen Zahlung an einen „neuen“, also bisher unbekannten Empfänger vom System her in jedem Fall aufgefordert werden, denselben Auftrag ein weiteres Mal zu bestätigen.

      Vergleichsweise eigenartig auch wie Mastercard mich über die letzten Jahre mehrmals kontaktiert hat, ob ich eben irgendwo auf dieser Welt meine Kreditkarte für ein paar wenige hundert Franken an Zahlung gegeben hätte, die Karte wegen diesem und jenem Missbrauch immer wieder ersetzt werden muss, kürzlich noch verbunden mit dem Auftrag zur Einreichung einer farbigen und von einem Notar zu beglaubigenden Kopie meiner Identitätskarte. Oder unsere Autoverkäufer welche für jedes verkaufte Fahrzeug im Dossier und in der Folge über Jahre im Archiv eine Kopie der Identitätskarte oder des Passes hinterlegen müssen.

      2. Alle Zahlungen erfolgten am selben Tag in Schweizer Franken, als hätten die Empfänger in Kirgistan, Wien und England ihre „Rechnungen “ in Schweizer Franken gestellt … Im Fall der UBS waren es Überweisungen nach London an Banken wie Barclays, HSBC etc., bei der CS an Bankinstitute in Wien – nota bene mit Vermerken in deutscher Sprache wie „Shop-Abrechnungen Januar“ (wo die Belwag über keine Tankstellen-Shops verfügt, wohl aber deren Schwesterfirma Küng AG AVIA), oder mit „Miete CW“ (CW steht wohl für das von der Belwag geführte Parking City West Bern).
      Beiderorts wurden die Gelder in £ resp. € umgewandelt, in mehreren Fällen in bar bezogen, im Fall der BEKB die Fr. 785’000.- mit dem Vermerk „DFS PARTS“ also Auto-Ersatzteile auf dem Weg nach Kirgistan von der Landesbank Hessen-Thüringen (!) aufgehalten und inkl. Spesen von Fr. 24.- retourniert, und sind schließlich bei der UBS und CS diverse Rückzahlungen für insgesamt mehrere tausend Franken die Beträge kleiner ausgefallen als ursprünglich belastet, weil – und nochmals peinlich – haben die Banken beim jeweils zweimaligen Devisengeschäft deren Margen behalten.

      Der Belwag fehlen noch Fr. 223’000.-. Davon dürften von der UBS Fr. 73’000.- zurückkommen. Die restlichen Fr. 150’000.- (UBS Fr. 107’000.- & CS Fr. 43’000.-) werden wir in einem wohl erneut Aufsehen erregenden Zivilprozess einfordern.

      3. die Belwag bezahlt ihre Rechnungen stets nur an in der Schweiz ansässige Lieferanten, Dienstleister und Importeure. Monatlich rund 10 Auslandszahlungen (mehrheitlich für GM-US-Ersatzteile) beschränken sich auf einige wenige, aber regelmässig gleichen Ersatzteillieferanten in Schweden und Belgien, des weiteren für nochmals geringere Zahlungen an eine Werbeagentur in Deutschland. Die jeweiligen Beträge erreichen kaum je Fr. 1’000.- und erfolgen diese Zahlungen immer nur über die PostFinance weil spesenfrei. Will heissen, dass die besagten Banken von der Belwag bisher mit wenigsten Ausnahmen keine Auslandzahlungen in Auftrag erhalten haben.

      4. für sämtliche Zahlungen hätten sich demzufolge die Banken auch zur Frage der Geldwäscherei Fragen stellen resp. die Belwag vorgängig dazu befragen müssen.

    • @Osmanndli;
      der Experte vom Dienst weiss Bescheid:
      diese Postfin Kundin tut mir allerdings leid!
      125.000 über Nacht vom Konto disponiert;
      und wird dabei noch blöd angeschmiert ?

      Es passieren Dinge; welche nie passieren dürften!

    • Das sind ja schöne Forderungen Herr Küng, die sie da stellen. Die Banken können das gerne umsetzen. Es wäre nebst den zahlreichen regulatorischen Auflagen ein weiterer Aufwändiger Prozess, den ihre Zahlungen durchlaufen müssten.

      Zahlungen zeitgerecht auszuführen wird noch schwieriger und über den Preis pro Transaktion müssten man wohl auch noch einmal verhandeln.

  12. sorry LH, die Schilderung des Ablaufes zeigt eine „kurze“ Recherche. Mit 1’000 Monatseinkommen lässt Mann/Frau nicht 125’000 auf dem Privatkonto (= Kontotyp ohne Ueberweisungslimite) sondern parkiert auf Deposito mit „Abzugslimite“ 50’000 p.a.. Daneben gibts noch den Secure Browser mit dem, eher umständlichen, Generator Log-in, also Vertragsnummer, Passwort und Generator. Bin weder PF noch Trumpfan deshalb: „fake Meldung“?

    • Bei 0% Zins kann man es durchaus auf dem Privatkonto lassen. In diesem Fall handelt es sich um einen Trojaner, der dann Zahlungen auslöst.

    • Ich antworte halt Ihnen, aber andere haben ähnliche Denkfehler gemacht:

      Sie sprechen an, dass es ungewöhnlich sei, dass jemand mit einem so kleinen Einkommen einen so grossen Betrag auf seinem Privatkonto lasse. Stimmt. Viel mehr ist ungewöhnlich:
      – dass ein Kontoinhaber mit einem so kleinen Einkommen eine so grosse Summe hat,
      – dass ein Kontoinhaber eine so grosse Summe auf dem Privatkonto hält,
      – dass ein Kontoinhaber, der sonst nur laufende Kosten bezahlt, auf einmal eine riesige Summe überweist und das Konto (fast) saldiert (Zahlungsgrund fragwürdig),
      – dass der Kontoinhaber die riesige Summe an eine Briefkastenfirma überweist (Zahlungsempfänger fragwürdig),
      – dass es ausgerechnet mit dem Login zu dieser Transaktion Probleme gab (Zahlungsvorgang fragwürdig)
      und so weiter.

      Nennen Sie etwas, das nicht fragwürdig war. Bei so ungewöhnlichen Transaktionen stellt sich jedem die Frage, ob alles mit rechten Dingen zu und her gehe. Kein Kommentator hat das bestritten. Entsprechend sehen die einschlägigen Normen der FINMA vor, dass die Bank auch dann, wenn alles bisher in Ordnung war, in einem solch ungewöhnlichen Fall die Abklärungen zum Wirtschaftlich Berechtigten wiederholen müssen. Analoge Bestimmungen gibt es in den VSB.

      Ich könnte jetzt nicht eins zu eins sagen, dass diese Bestimmungen sicher oder sehr wahrscheinlich verletzt wurden, aber einen Verdacht gibt es m.E. schon. Dieser Verdacht würde daran anknüpfen, dass das Verhalten der Finanzinstitute unvernünftig und damit pflichtwidrig erscheint.

      Übrigens kann man den Fall der Kleinkindererzieherin nicht mit jenem des Berner Unternehmens gleichsetzen. Gemäss StGB werden angemessene technische Vorkehren verlangt, damit Computer-Tatbestände erfüllt werden. Wenn ein Finanzinstitut einer Kleinkindererzieherin einen E-Banking-Zugang erlaubt, so hat das Finanzinstitut akzeptiert, dass diese Frau keine gleich guten Sicherheitsvorkehren treffen kann wie ein Unternehmen.

  13. Gibt es denn bei schweizer Banken kein Überweisungslimit bei elektronisch veranlaßten Überweisungen?

    Weshalb hat eine Kleinkind-Erzieherin mit 1’000 Franken Monatslohn für ein Teilzeitpensum mindestens 125’000 Franken auf dem Konto, die überwiesen werden können?

    Wieso organisiert sich die Dame nicht so, daß Depotkonto und Zahlungsverkehrskonto bei zwei verschiedenen Banken sind und von der Depotbank nur auf das Zahlungsverkehrskonto bei der anderen Bank – Auszahlungskonto – im Rahmen eines Überweisungslimits je Überweisung überwiesen werden kann?

    Fragen über Fragen!

    • Bei 1000.- / Monat sind die Bankgebühren ein wesentlicher Kostenfaktor.

      Ja ich weis, für einige meiner Kollegen sind 1000.- nur ein fades Wochenende im Club.

    • Verstehe nicht, warum es nicht plausibel sein soll, dass diese Dame so viel Geld auf dem Privatkonto hat. Auf dem Sparkonto gibt es ja auch keinen Zins, also lässt man es auf dem Privatkonto, wo man frei verfügen kann. Und sie ist 60 jährig, sie hat geerbt und bei der Scheidung Geld bekommen.

  14. …dafür machen die dann überall gross Compliance und beüben die Kunden damit bis zum Äussersten. Die Postfinance eröffnet Jungunternehmern Konti, behauptet, das seien Sitzgesellschaften und verlangt CHF 1.500 p.a. Kontogebühren. Damit werden die Nieten bezahlt, die dann solche Fehler machen wer oben beschrieben…

  15. Noch andere Banken sind betroffen.
    Mein Konto wurde Ende letzten Jahres ebenfalls geräumt!!!
    Rückzahlungseitens Bank…

  16. Post, Finance, postFinance : schon in dieser Wortsteigerung liegt das Verderben…. Wer dort noch Kundin / Kunde ist verspürt zusehends : keine Effizienz : lauter staatliche Apparatschiks welche vor lauter Paragraphen u. Regulierungen permanent im Abseits stehen. 🆘. Kein Anschluss unter dieser Nummer? ☹️