Warum so viele Deutsche? Sie sprechen einfach schneller und präziser als die Schweizer

Der Erfolg der Schweiz beruht auf der globalen Wirtschaft, wie sie von Nestlé, Novartis und vielen anderen vertreten wird. Die Frage ist nur, warum stehen derart viele deutsche Topmanager an der Spitze Schweizer Unternehmen – und keine Schweizer?

Ich denke, da ich es beobachte: Die Deutschen sprechen einfach schneller, und das Hochdeutsche erlaubt eine präzisere Ausdrucksweise als das „Züridütsch national“.

Die UBS Schweiz, was vor 20 Jahren noch undenkbar gewesen wäre, wird von Martin Blessing geführt, einem deutschen Bankier, der vom deutschen VR-Präsidenten des UBS-Konzerns, Axel Weber, für diese Position empfohlen wurde.

Warum soll ich als Schweizer für einen Deutschen arbeiten? In der globalisierten Schweiz gilt schon diese Frage als sehr unpassend. Warum soll ich als Schweizer UBS-Kunde für die Karriere eines Deutschen arbeiten? Diese Frage gilt als noch viel unpassender.

Das Gleiche erleben wir bei der Swiss, die sich eine Schweizer Airline nennt, aber nur eine Abteilung des Konzerns Deutsche Lufthansa ist. Der Chef der Swiss ist CEO Thomas Klühr, ein Deutscher, der zuvor in München für die Lufthansa tätig war. Sicher ist er kein Schweizer, sondern der Vertreter deutscher Interessen.

Klührs Vor-Vorgänger ist Christoph Franz. Dieser hat zum Aufbau der Swiss viel beigetragen. Weil es ihm in der Schweiz gefiel, wurde er Präsident des Verwaltungsrates von Roche, einem bedeutenden Basler Pharmakonzern, dessen Aktionäre auch mehrheitlich im Ausland zu suchen sind. Franz ist heute der führende Promoter des expandieren Flughafens Zürich-Kloten, dessen negative Lärm-, Gesundheits- und Umweltauswirkungen 300’000 Anlieger beklagen.

Nicht alle Deutschen sind in der Schweiz glücklich geworden. Christoph Franz wurde in Deutschland mit Häme verabschiedet. Axel Weber wurde nicht Chef der Deutschen Bank und wechselte in die Schweiz. Wolfgang Reitzle war kein Erfolg bei Holcim Lafarge. Hubertus von Grünberg half dem ABB-Konzern wenig. Manfred Wennemer war beim Sulzer-Konzern wenig glücklich.

Jedoch, Jörg Reinhardt hat sich als VR-Präsident von Novartis behauptet, ebenso Ulrich Lehner als sein Vize. Harry Hohmeister, der einmal die Swiss führte, schwärmt weiterhin von der Eidgenossenschaft.

Die Deutschen in der Schweiz, von Ulrich Spiesshofer, dem CEO von ABB, bis zu Oswald Grübel, der gleich zwei Schweizer Grossbanken rettete, sind eine grosse Geschichte. Auch der Schweizer Nestlé-Konzern, nach einer wenig glücklichen Phase unter Peter Brabeck, einem Österreicher, wird künftig mit Ulf Schneider von einem Deutschen geführt.

Woran liegt dies?

Aus meiner Erfahrung, die fünf Jahrzehnte umfasst, sprechen deutsche Topmanager und Unternehmer präziser als die meisten Schweizer. Der Dialekt verdirbt die Kommunikation.

Was Schweizer umwunden sagen, drücken Deutsche direkt aus. Es war der Deutsche Helmut Maucher, der den Nestlé-Konzern vor der Übernahme durch US-Konzerne rettete. Sein Vorgänger, Arthur Fürer, ein St. Galler, war weniger stark.

Heute wird in den Schweizer Konzernen längst Hochdeutsch gesprochen, wo auch das Englische an der Tagesordnung ist. Schwyzerdütsch ist in den grossen Schweizer Firmen kein Thema mehr.

Sicher wird dies von vielen als Verlust empfunden, aber die Globalisierung kennt keine Gnade.

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41 Kommentare zu “Warum so viele Deutsche? Sie sprechen einfach schneller und präziser als die Schweizer

  1. Ich gebe Herr Stöhlker recht, dass eine geschliffene und präzise Sprache ein sehr hilfreiches Werkzeug auf dem Weg in die Führungsetage ist. Allerdings gibt es auch gut sprechende Personen anderer Sprach- und Kulturkreise, die auf den internationalen Führungsetagen kaum anzutreffen sind. Die stöhlkersche Korrelation zwischen präziser Sprache und globalem Erfolg ist doch etwas weit her gegriffen.
    Der wahre Grund des deutschen Erfolges sehe ich in der angeborenen, germanischen Machtgeilheit, die trotz bitterer Niederlagen aus zwei Weltkriegen einfach nicht zu stoppen ist.
    Was mit den letzten beiden Versuchen nicht erreicht werden konnte, wird nun mit Hilfe der Europäischen Union versucht. Sanft und leise wird daran gearbeitet ganz Europa dem deutschen Diktat zu unterwerfen. Wer, ausser Angela Merkel, hat den sonst in der EU noch etwas zu sagen?
    Wie bereits beim letzten Versuch haben die Engländer die versteckte Agenda der Deutschen durchschaut und mit dem BREXIT noch rechtzeitig den Stecker gezogen.
    Sollte sich die Geschichte tatsächlich wiederholen, dann wird sich auch Frankreich früher oder später von der EU verabschieden und dann wird Deutschland wieder einmal mehr, zusammen mit einem jämmerlichen Haufen von bankrotten Staaten, vor den Scherben der Europäischen Union stehen. Das gehört zum Wesen der germanischen Kultur. Kampf, Sieg, Macht….

  2. Herr Stölker. Jetzt sind Sie schon so lange hier und sprechen immer noch nicht gepflegten Dialekt. So schwer ist der doch nicht, schon gar nicht für einen Alleswisser wie Sie. Sie enttäuschen nur noch.

  3. Zu aller erst einmal ein grosses Lob an den Autor. In meinem 5 Jahren Schweiz habe ich den Eindruck gewonnen, dass es vielen Schweizern mindestens schwer fällt, sich, ihr Land und ihre typischen Eigenschaften selbst zu reflektieren. Dies spiegelt sich auch in den Kommentaren wieder, die man hier zu Hauf unter dem Artikel findet.

    Ironischerweise beobachten die meisten Einwanderer, vor allem die Deutschen, mit denen ich gesprochen habe, dass viele Schweizer genau die (negativen) Eigenschaften aufweisen, die sie den Deutschen nachsagen. Auch aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten Schweizer Führungskräfte leider nicht viel auf dem Kasten haben – ausser „Networking“, was in der Schweiz als Sammelbegriff für Kumpelei, Mauschelei und sogar Korruption herhalten muss. Das funktioniert auch auf lokaler Ebene super, liebe Schweizer. In internationalen Grosskonzernen braucht es hingegen echte Fähigkeiten und Format. Das fehlt den meisten (nicht allen) dann leider doch.

    • @ Michel
      Ich kann Ihnen hier nur beipflichten:

      „Networking“ à la Schweiz heisst: Zirkel bilden und geschlossene Gesellschaften bilden, um Eigengeschäfte, Insidergeschäfte, Preisabsprachen und graue Geschäfte unter Ausschluss der nicht im Päckli mitmachenden zu betreiben.

      Hinter dem Wort „Networking“ verbirgt sich nicht Kompetenz, sondern die Erschleichung eines Vorteils ohne die dafür geforderte Leistung zu erbringen. Diese Haltung findet sich vor allem auf lokaler Ebene in KMU’s.; vor allem auch im Umfeld privater Vermögensverwalter. z.B. Networking in der Grauzone von Geldwäscherei.

      Das funktioniert, solange in der geschützten Werkstatt des sog. „Bankgeheimnisses“ und abesprochener Preise operiert wird und solange man sich nicht der internationalen Konkurrenz aussetzen muss.

      Meist predigen diese Päckli-Wirtschafter dann noch freie Marktwirtschaft und nehmen für sich in Anspruch, unternehmerisch tätig zu sein.
      Oft treten sie auch als Säubermänner in der Politik auf.

      Welch scheinheilige Welt voller Widersprüche!

  4. Eine gute und m.M.n. zutreffende Analyse.Man wundert sich ohnehin,weshalb in der Deutschschweiz,also dem deutschsprachigen Teil der Eidgenossenschaft,ständig ein derartiger Zirkus um die Frage „Hochdeutsch oder Dialekt“ veranstaltet wird.In Österreich etwa gibt es dieses Theater nicht.Da begegnet man sich halt sprachlich irgendwo in der Mitte zwischen Hochsprache und Dialekt,während es für viele Deutschschweizer nur das „Entweder-oder“ zu geben scheint.Für alle,die im Geschichtsunterricht nicht so aufgepasst haben,noch ein Nachtrag:Es gab zu Beginn der Industrialisierung übrigens schon mal einen recht hohen deutschen Anteil an der Zürcher Bevölkerung.Der Unterschied zu heute:Damals ging es der Schweiz noch nicht so gut,sodass man froh über die deutschen Entwicklungshelfer war.Es ist wohl ein allgemeingültiges Phänomen:Ist man erst mal wohlhabend,vergisst man schnell,wer – zumindest ein bisschen – zu dem heutigen Reichtum des Landes beigetragen hat 🙂 Das äussert sich dann auch dergestalt,dass man sich – in der Deutschschweiz,wohlgemerkt,nicht in der Romandie oder im Tessin – in manchen Firmen eher mit Radebrechen auf Englisch abmüht als sich des Hochdeutschen zu bedienen…

    • Nichts ist Gratis Herr Stöhlker! Deutschland, Deutschland über alles! Gel?!
      Man habe sich in der liberalen Schweiz an Vieles gewöhnt nur an Deutsche Arroganz wird man sich nie gewöhnen können. Es ist gut, dass Engländer den BREXIT starteten. Sie wissen ja warum.
      Die EU gemäss Ihrer Denkweise ist nur ein vergrössertes Deutschland oder was? Man nehme Flüchtlinge aus allen Hergottsländern auf und befiehlt den anderen Staaten in der EU für diese aufzukommen, dabei waren es nicht die Tschechen, die Ungarn, Belgier, Holländer oder die Luxemburger, die im 2 Weltkrieg auf der ganzen Welt mordeten. Mögen Sie sich noch erinnern, wer in Europa die Konzentrationslager baute und die Leute im Giftgas mordete.
      Mehrere meiner Verwandte aus judische Kreise sind im GAS umgekommen, wofür ich Ihnen keinesfalls danken kann.
      Dem Trump auf alle Fälle passt dies nicht. Zu viel geraubt im 2 Weltkrieg, nie dafür bezahlt und Kolonialzeiten des 20 Jahrhunderts rechen sich gerade jetzt und endlich. New-Yorker Gericht verurteilte Deutschland gerade für den Genozid in Namibien in Jahren 1906 bis 1910. Da geht es um ca. 30 Millrd. Euro Schadenersatz an Namibien. Andere afrikanische Länder Nigeria, Togo, Ghana, Somalia und andere bereiten Ihre Klagen vor. Einmal ist zu viel des Raubs Herr Stöhlker. Ihre schnell schwatzende und sehr schnell denkende Deutsche Freunde waren eben zu schnell um die Geschichte des 2 Weltkrieges ad Acta zu legen. Die Geschichte holt Deutsche Geschwindigkeit auf. Selbstgefälligkeit zahlt sich nicht aus, man sehe über den Atlantik und die Bussen an die VW, Porsche, Mercedes, Deutsche Bank und, und, und…… Bescheidenheit ist keine Deutsche Eigenschaft.
      Zum Glück hat es Chinesen, die alles kopieren dürfen!!! Gel, und die sind denn schnell, aber wie ne Moorä!
      Meine Familienmitglieder sassen in den Deutschen Konzentrationslagern, nur weil sie Juden waren. Verwandte des Komponisten Janacek waren das, alle im Gas umgekommen. Deutsche Geschwindigkeit, oh je!

  5. Was der liebe „Chläusu“ wieder zum Besten gibt! Könnte es nicht sein, dass Deutsche wieder Deutsche bevorzugen? Filz scheint universell zu sein.
    Dabei darf nicht vergesssen werden, dass die besten Deutschen tatsächlich in der Schweiz anzutreffen sind, oder nicht Herr Stöhlker?

  6. Klaus Stöhlker – der eingebürgerte Deutsch GRÜZI hat uns Eidgenossen wieder mal den Spiegel vorgehalten – besten Dank dafür. Nun schauen sie aber wieder selbst in den Spiegel und kommen vom hohen Ross herunter.

  7. Ja genau so präzise und Schnell wie der sehr verehrte Herr Klaus J. Stöhlker. Für mich ist er seit Jahren DER BILDERBUCH DEUTSCHE, der uns Kuhschweizern erklärt wie die Welt funktioniert. Er ist der Bilderbuch-Deutsche wie wir Schweizer ihn sehen, verstehen, meinen und ach so innig lieben.

  8. Deutschen sprechen einfach schneller, und… …präzisere ???
    Im Englischen? Na ja, da gibt wohl verschiedene Erfahrungen mit unseren Kollegen von grossen Kanton.

  9. Es ist das identitäre Übel der Deutschschweizer, in ihren Dialekten ihre „nationale Identität“ zu sehen, und an den Schulen ein unmöglich-unsägliches „Schriftdeutsch“ zu vermitteln, statt den Kindern die anständige Hochsprache zu vermitteln. Schuld daran sind die 68er (Pädagogen) ab den 70er Jahren, die fanden, man müsse „so schnure, wie ejm dr Schnabel g’wachse isch“. – Die Deutschschweizer sind sprachlich Allemannen, das schleckt keine Geiss (Ziege!!) weg – also Deutschsprachige. Auch in Deutschland gibt es „üble Dialekte“ wie das Bayerische oder das Schwäbische. Nur können Qualifizierte in Deutschland auf Hochsprache switchen, wenn es nötig wird. Es bleibt dann höchstens noch ein Akzent, aber das stört weiter nicht. Auch die Welschen oder die Tessiner sind ja „richtige Schweizer“, obwohl ihr Französisch oder Italienisch viel besser ist als das Deutsch der Deutschschweizer. Schulen, geht mal gegen diese Obsession an….

    • Was wollen Sie uns damit sagen? Je besser jemand hochdeutsch redet, desto qualifizierter und intelligenter ist jemand? In der Quasselbude (Bundestag) in Berlin sitzen nur Hochbegabte und Vollprofis? Ihrer „Logik“ entsprechend müssten Sie alle diese Fragen mit „Ja“ beantworten.

    • Nein, die „Logik“ läuft umgekehrt. Je besser qualifiziert jemand ist, desto besser sollte er sich auch ausdrücken können – damit es andere verstehen – also hochdeutsch. Wem nützt ein Genie, das den Wen- nicht vom Werfall unterscheiden kann, weil im Dialekt nicht so darauf geachtet wird? Die heutige sprachliche Schwerfälligkeit vieler Deutschschweizer ist künstlich das heist schulisch anerzogen. Hört man sich Tonaufnahmen von Schweizer Politikern vor dem 2. Weltkrieg an, wiegt der Akzent zwar stark, aber die Sprache selbst war damals oft besser als heute.

  10. In Sachen Rhetorik und Kommunikation haben wir Schweizer durchaus Verbesserungspotential.

    Es sind eben gerade diese Fähigkeiten, die immer mehr auch medial gefragt sind. Ich denke dabei nicht nur an Krisenkommunikation, sondern auch an die präzise Darstellung eines komplexen Sachverhalts, z.B. an einer Generalversammlung.
    Da ist uns der Wortschatz der Dialekte oftmals ein Hemmschuh. Dies liegt nicht so sehr an uns, sondern an dem – wie gesagt – begrenzten und nicht allgemein verständlichen Wortschatz unserer Dialekte.

    Kommt hinzu dass unser Mundwerk – was auch immer die weiteren Gründe sein mögen – nicht so geschliffen ausgerüstet zu sein scheint wie dasjenige unserer nördlichen Nachbarn.
    Selbst uns fällt dies auf, wenn z.B. Bundesräte oder Bundesrätinnen sich an Pressestatements ausserhalb der Schweiz der deutschen Sprache bedienen.

    Und doch: Rhetorische Geschliffenheit ist bis zu einem gewissen Grad auch lernbar, bzw. trainierbar.

    Rhetorik sollte m.E. zum Basis-Pflichtfach an Sekundar- und Mittelschulen werden und auf der Tertiärstufe (Hochschulen, Universitäten) seine Fortsetzung im aktiven Debating finden. Da haben uns z.B. die angelsächsischen Ausbildungspläne einiges voraus.

    Ich mache z.B. an Sitzungen meistens die Erfahrung, dass – obwohl wir hochdeutsch aus Rücksicht auf die Internationalität zur Regel gemacht haben – die Antworten unserer Schweizer Kollegen beinahe durchwegs und manchmal zum Trotz in Dialekt ausfallen, frei nach der Devise: Wir reden so wie uns der Schnabel gewachsen ist.

    Es möge jeder selbst beurteilen, ob dadurch unsere rhetorischen Fähigkeiten geschliffener werden.

  11. Stöhlker hat völlig recht. Deutsche sprechen tatsächlich schneller als Schweizer. Und viele sogar schneller, als sie denken. Wir sollten Deutschland nicht unterschätzen: die erfolgreichste Exportnation der Welt („Volkswagen“ – das Auto.“), viermaliger Fussballweltmeister, dreifacher Europameister und in zwei Weltkriegen Zweiter geworden. Das soll man einer nachmachen!

  12. Diese Deutschen (nicht alle!) sind ein Teil des Problems. Für Bullshit Präsentationen perfekt, aber echte Arbeit (Denken und Handeln) sind nicht so deren Ding…

  13. Ach nein. Der gute Klaus J. Stöhlker hat wieder mal einige provokative Laute von sich gegeben. War leider etwas zu schnell für mich als bieder-dumm-blöd-langsamem Schweizer.

    Moment, da war doch was? Ah. Stöhlker ist doch (jetzt) auch Schweizer? Oder nicht? na ja, egal …

    Deutsche sprechen schneller Hochdeutsch als Schweizer? In der Regel schon. Und präziser? Manchmal. Vielleicht mit einer etwas geringeren Fehlerrate. Zum Beispiel nicht akkusativ-frei … wenn auch ähnlich genetiv-frei.

    Nur geht’s ja primär um den Inhalt und nicht um die Sprechgeschwindigkeit. Und da höre ich aus teutonischen Mündern doch recht oft bestenfalls heisse Luft … (Gut, extrem schnelles Dampfgeplauder ist wenigstens schneller vorbei … es sei denn, es wäre auch extrem ausschweifend.)

    Immerhin: Etwas Gutes hat die Globalisierung, denn beruflich rede ich mittlerweile fast ausschliesslich Englisch. Und da sind dann – höflich formuliert – viele der lieben deutschen Nachbarn dann plötzlich nicht mehr sooo viel schneller als die Schweizer …

  14. Die meisten dieser Leute verkaufen sich einfach besser als die Schweizer. Schaut man nur auf den Leistungsausweis des Herr Blessing, so müsste dieser noch in Deutschland Hartz4 beziehen. Deutsch hilft Deutsch, das erlebe ich als interner bei der UBS jeden Tag. Die meisten dieser Leute sind das Geld nicht wert, fachlich wie auch menschlich. Schlimmer sind nur noch die Amis, bei denen ist alles ausserhalb der USA Entwicklungsland.

  15. Ja, die Deutschen zieht es in die Schweiz – warum eigentlich?
    Man hat Heimatnähe, die Sprachhürden sind geringer, die Mentalität ist zumindest für Süddeutsche ähnlich. Ich weiß nicht an was es liegt, komme ich in Zürich an, rieche ich den See, rieche ich Freiheit und Geborgenheit und damit Sicherheit. Eine Sinnestäuschung? Bestimmt nicht, denn einem Millionenheer deutscher Kinder und Enkeln wurde bis Heute von den Vorfahren eingetrichtert: „Geh in die Schweiz wenn es in Deutschland wieder eng wird, denn die bietet dir einen sichereren Hort für dein ach so kurzes Leben“. Zwei Weltkriege im letzten Jahrhundert, mit Vertreibung, Enteignung, Mittellosigkeit, Hunger und Tod haben die Deutschen Nachkommen geprägt. Ihre heimliche Sehnsucht für ein im Stillen bewundertes Land, tragen Millionen Deutsche in sich. Für Schweizer ist das schwer nachvollziehbar.

  16. Und warum hat es effektiv so viele Deutsche? Ganz einfach weil Deutschland 10x mehr Einwohner hat und die Schweiz besser bezahlt, wollen alle hierher, und wenn mal deutsche Führungskräfte installiert hat ziehen diese möglichst wieder deutsche Untertanen an und so geht das recht rasch. Aber mit der Sprache hat das nur sehr marginal etwas zu tun. Sauhäfeli Saudeckeli gibt es auch unter Deutschen wie das in Deutschland wenn mal ein Schweizer das Sagen hat auch läuft Beispiel Rohner – Schawinski, etc. ist ganz normal und menschlich.

  17. Als ob in den genannten Konzernen deutsch oder schweizerdeutsch gesprochen würde, es sind alles internationale Konzerne und dort spricht man zu 95% englisch!

  18. Dialekt ist Heimat
    Schweizerdeutsch wurde schon gesprochen,
    als Berlin noch ein slawisches Dorf war.
    (Berlin vom slawischen Wort Berlo = Sumpf/Morast)

  19. Sehr interessantes Thema. Viele Deutsche verstehen Mundart recht gut, da sie hier leben oder selber einen deutschländischen Dialekt sprechen können. Hochdeutsch wird auch wegen den Romands gesprochen, sicher auch wegen den Internationalen. Viele Schweizer wechseln (zu) schnell ins Hochdeutsche, wenn jemand Deutscher, Österreicher oder Hochdeutschprechender mit Akzent ist, obwohl es gar nicht nötig wäre. Als Schweizer Hochdeutsch zu sprechen kann auch eine Distanz wahren, was wieder Fragen aufwirft. Oft hilft es aber auch, gegenüber Hochdeutschsprechenden einfach schneller verstanden zu werden. Im Dialekt umschreibt man eher etwas, als es präzise auf Hochdeutsch auszuformulieren. Denn vieles wird auf Hochdeutsch gesagt, was nicht notwendig ist. Fängt manch ein Deutscher einen Satz auf Hochdeutsch an, weiss man schnell, wie er enden wird. Oft werden Floskeln benützt, wie hier auch. Beim Dialekt interpretiert man eher. Beschränkt man sich aber aufs Wesentliche? CEO wird man durch seine Fähigkeiten, nicht durch Spitzfindigkeiten. Mundart, Färbung, Akzent, Schweizer Hochdeutsch, deutschländisches Hochdeutsch, Umgangssprache, Dialekt, alles nicht immer einfach auseinanderzuhalten. Weshalb es so viele deutsche Manager gibt? Vermutlich deshalb, weil sie eine gute Ausbildung genossen haben, („zufällig“) deutsch sprechen und alleine schon Bayern mehr als eineinhalb so viele Einwohner hat wie die ganze Schweiz.

  20. Ich han d Hälfti gar nöd mit übercho bi ihrem hochdütsche Tempo. Chöntet Sie das nöd nomal wiederhole für Schwizer?

  21. Klaus „J.“ Stöhlker ne sait plus faire que de la provocation de toute façon. C’est ça son problème. Il a fait de la provocation, comme d’habitude. C’est un peu un vieux chanteur qui a du mal à partir, qui veut faire un dernier tour de scène.

    • Für meine Freunde aus der Deutschschweiz (Suisse alémanique!), welche mit Französisch ein wenig Mühe haben:

      Klaus „J.“ Stöhlker kann mit seinen Feststellungen sowieso nur provozieren. Genau das ist sein Problem. Auch diesmal hat er, wie immer, provoziert. Der gute Klaus kommt mir wie ein ergrauter Schlagerstar, welcher auf seiner letzten Tourné ist, vor. Nur hat er extrem Mühe, von der Bühne abzutreten.

  22. Bei der Gesetzeserstellung sowie der Rechtsprechung bedienen sich die ah so klugen Schweizer Juristen ebenfalls direkt bei den deutschen Originalen. Blöd nur, dass sie fürs zitieren noch zu doof sind und nur Teile davon abschreiben, was dann wieder zu neuen unlösbaren Rechtsproblemen führt. Und dass auf der gesamten Welt nur die Schweizer Zahnärzte, Ärzte, Piloten, Lokomotivführer und Garagisten überhaupt was können, ist auch klar. Natürlich trifft die These von Herrn Stöhlker zu, nur sagen sollte man sie nicht.

    • Meine Erfahrung ist, wenn sie – meist nach maximal 3 Jahren – wieder gehen ist das Nest ausgeblutet und unbewohnbar.

  23. Das mag z.T. so sein. In Oesterreich gibt es aber z.B. gar nicht so viele Deutsche die es an die Spitze geschafft haben. In den KMU’s der Schweiz stimmen Ihre Überlegungen überhaupt nicht.
    Trotzdem einen schönen Tag und freundliche Grüsse von einem Schweizer, der auch langsam spricht aber schnell Hochdeutsch schreibt.

  24. Sehr gut zusammengefasst! In Österreich haben wir ähnlich der Schweiz hunderte Dialekte, die wir auch aktiv pflegen. In der Schule, Fernsehen, Radio, in der Politik, Veranstaltungen und in größeren Firmen ist aber fast ausnahmslos Hochdeutsch mit „österreichischen Slang“ angesagt.
    Ich verstehe nicht, warum in der Schweiz der Trend sogar weg vom Hochdeutsch geht – lächerlicher Höhepunkt Meteo auf SF!

  25. Allerdings gibt want mindestens gleich viele Beispiele an deutschen Versagern in der Schweizer Wirtschaft. Herr Stöhlker täte gut daran auch das Invers eine s Statemenst zu untersuchen wie es sich für gute Research eigentlich gehört.

    Wer mal mit Deutschen gearbeitet hat lernt bald, dass Sie wie Dichter und Schriftsteller reden aber dabei am Ende der Rede man sich fragt nach all dem hochgestochenen literarisch perfekten Wortschwall, was sie denn eigentlich sagten. Da kommt man drauf außer Retorik nämlich oft nix! Ich kenne viele Arbeitgeber, die mir genau das Gleiche bestätigen und die Deutschen eher raus schmeißenhenau aus dem Grund. Ich selber kann aus eigener Erfahrung da nur doppelt unterstrichen bestätigen.

    • Auf den Punkt gebracht! Lichtgestalten wie Wellershoff, Varnholt und andere stehen dafür Pate.

  26. Soso, dann wissen wir es aus erster Hand: Sie sprechen schneller (time is money) und präziser (statt lang rumbitten, einfach ich kriege). Fakt ist sie sind devoter, schleimiger (Verbeugung, Hackenzusammenknallen, Herr Doktor, Herr Direktor), anpassungsfähiger bis zum Zeitpunkt, an dem sie ihre Ziele erreicht haben. Was können sie, was wir nicht können? Bei Abgasen tricksen? Ihr Vorteil als Exportweltmeister beruht auf einem tiefen Euro. Bei einer Rückkehr zur D-Mark würde das anders aussehen. Axel Weber ist nicht besser, sondern weniger schlecht als Urs Rohner.

  27. Wie sehr viele Deutschschweizer, Schwyzer-Dütsch als die EIGENE MUTTERSPRACHE anschauen, ist es für mich als Süd-Bündner nicht verständlich. Ich nenne es, und seien Sie mir bitte nicht böse „geistige Beschränktheit“.
    Deutsch ist so eine reiche wunderschöne Sprache, und wann kapieren es die Menschen z.B. am Fernsehen, dass man Dialekt nicht überall verwenden sollte? Klar, die LOKALE Kultur muss erhalten bleiben, aber nicht überall. Für mich als Süd-Bündner, würde ich nie mein Tal-Dialekt ausserhalb reden, d.h. im Engadin, oder Italien. Klar sprechen wir mit einem Akzent und???.
    Es ist auch miserabel, dass wir überall nur Dialekt reden, denn wie sollten wir fremdsprachiche Schweizer Deutsch lernen, und die Ausländer die hier wohnen, die gerne die Sprache lernen würden und verstehen? Es ist für mich sehr traurig zuzuschauen wie Kaderleute diese Angelegenheit nicht verstehen, so unsensibel? Wie soll die Masse es verstehen?

    • Hochdeutsch ist definitiv eine andere Sprache als Schweizerdeutsch. Wenn dem nicht so wäre, könnten wir Schweizer in Deutschland in unserer Sprache sprechen und die Deutschen würden uns verstehen, was nicht der Fall ist.
      Deutsch eine schöne Sprache… naja, da finde ich doch Französisch, Spanisch und Italienisch bedeutend schönere Sprachen. Die Frage ist halt ob man deren mächtig ist.
      Ausserdem, ich habe an einer Universtät und an einer Fachhochschule hier in der Schweiz studiert. Unser BWL-Professor an der FH hat in Deutschland BWL studiert und bei uns in der CH promoviert. Seine Aussage als Deutscher: Was ihr hier lernt geht bedeutend weiter, als das was an einer deutschen Uni gelehrt wird! Da frage ich mich wohl zurecht, warum die Germanen besser sein sollen…

  28. Genau wegen solch arroganter Ergüsse erfreuen sich die Nachbarn aus dem nördlich gelegenen, grossen Kanton dieser exorbitanten Beliebtheit. Und dies nicht nur in der Schweiz.
    Sie sind die grössten und die besten. Das dachten sie schon immer…

    • … und dies, obwohl sie zwei Weltkriege angezettelt und verloren haben. Da kann ich nur hinzufügen: „Do it again, Bomber Harris!“ Nach so vielen Jahren scheint sich der Herr Stöhlker in der Schweiz noch immer nicht assimiliert zu haben.

    • Sie dürfen nicht alles glauben, was in den Geschichtsbüchern steht oder im TV gesendet wird.