Warum sitzen immer nur die Falschen ganz oben?

Didier Burkhalter will sich mit 59 Jahren frühpensionieren lassen und an den Ufern des Neuenburger Sees seine nach nur acht Jahren als Bundesrat verdiente Pension von 208’000 Franken pro Jahr in Anspruch nehmen. Gleichzeitig verlangt seine Partei, die FDP, die Ausdehnung des Pensionierungsalters für das Volk auf 67 Jahre.

Der in Brüssel und an sich selbst gescheiterte Bundesrat ist ein gutes Beispiel dafür, dass unser politisches System die Falschen nach oben bringt. Ruth Metzler, CVP, und Hans-Rudolf Merz, FDP, sind zwei weitere Beispiele für eine solche Fehlentwicklung. Es werden nicht die letzten bleiben.

Zunehmend beobachten wir, wie im freien Westen die Falschen nach ganz oben kommen: Donald Trump, der als Bulldozer das westliche Staatensystem zertrümmert, Theresa May, die, nicht anders als ihr Vorgänger David Cameron, voller konservativer Überheblichkeit ihren Staat, Grossbritannien, in den Abgrund stürzt. Wie wollen die Engländer 60 bis 100 Milliarden Euro bezahlen, welche die EU von ihnen fordert?

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Nachfolger des Predigers Joachim Gauck, hat seine Rolle im Berliner Schloss Bellevue auch noch nicht gefunden; er redet wie ein Ober-Aussenminister ausser Amt.

Wenn Didier Burkhalter in der Schweiz von FDP-Parteipräsidentin Petra Gössi bis hin zu alt FDP-Bundesrat Pascal Couchepin verteidigt wird, macht dies Sinn, damit die Partei der Liberal-Freisinnigen nicht weiter beschädigt wird. Diesen hat Bundesrat Johann Schneider-Ammann angedroht, er werde bis 2019 bleiben. Daran hat ausser der FDP niemand Freude.

Wenn mir aber ein bekannter Schweizer Chefredaktor schreibt „Ein Rücktritt ist wie der Tod. Wer in der Kirche schmutzige Wäsche wäscht, bricht unnötig die Konvention. Sie haben Recht, ich war zu milde (mit Burkhalter)“, dann frage ich mich: Kann unser Schweizer Staat im Wettbewerb mit sehr fähigen fremden Mächten bestehen?

Nationalbank-Präsident Thomas Jordan hat vor wenigen Tagen gesagt: „Das Wachstum unserer Wirtschaft ist hinter das der anderen europäischen Staaten und besonders Deutschlands zurückgefallen.“ Er gibt dem starken Franken die Schuld, aber was ist der starke Franken anderes als Geld, das in Milliardenhöhe in die Schweiz fliesst, sei es von Ausländern oder unserer eigenen Exportindustrie? Kaum jemand will wahr haben, dass die Schweiz – auf hohem Niveau – zurück fällt. Nur die staatliche Bürokratie wächst auf allen Ebenen. Zürich verzeichnet Rekordeinnahmen bei den Parkbussen; wen freut das?

Am Beispiel von Didier Burkhalter kann man auch erkennen, wie das Medien-Meinungskartell gegen die Wirklichkeit spielt.

Die SRF-Sender sprechen mit ihm im Schongang der Waschmaschine; auch in der „Rundschau“ ist sanftes Geplauder angesagt.

Die Neue Zürcher Zeitung titelt „Ein Rückzug ins Private“. Die FDP bedaure den Rücktritt. Hinter solchen Formeln wird die Flucht aus dem Amt eines irrtümlich Gewählten ohne Fortune im Amt versteckt. NZZ-Redaktor Simon Gemperli, keine überragende Figur in der Burkhalter-EU-Berichterstattung, titelt „Der einsame Diplomat“. An dieser Stelle sei angemerkt, dass Burkhalter in seinem „Glanzjahr 2014“ einen Papiertiger ritt, die OSZE, die ihre Präsidenten so duldet wie die Vatikanbehörde die jeweils wechselnden Päpste;

Der EU-freundliche Zürcher Tagesanzeiger wie der dort angeschlossene Berner „Bund“ mogeln sich aus der Affäre mit der Titelzeile „FDP-Fraktionschef ist Kronfavorit für den Sitz von Didier Burkhalter“. Schon 24 Stunden später gilt das nicht mehr, denn Doris Leuthard will den Job.

Einzig erfreulich waren am Tag nach Burkhalters Rücktritt die Karikaturisten. Orlando zeichnete für den „Bund“ einen Burkhalter, der aus der Mannschaft der Schweizer Seilzieher abgesprungen ist. Schaad karikierte im Bund einen nur schattenhaft erkennbaren Magistraten, der von 2010b bis 2017 nur als Reise-Bundesrat im Jahr 2014 Kontur gewann.

Sein ständiger Reisebegleiter Stefan Regez, Co-Chefredaktor der „Schweizer Illustrierten“, widmete dem Schein-Bundesrat nach dessen Rücktritt „Un grand merci“ und eine mehrseitige Hofberichterstattung ohne substantiellen Hintergrund.

Daher ist es kein Wunder, wenn das Schweizer Volk durch derartige „Fake news“ in die Irre geführt wird. Das ganze Schweizer Volk? Nein, einer hielt immer dagegen, weil er Brüssel und die EU-Behörden besser kennt als unsere Bundesräte und Diplomaten: Carl Baudenbacher, Professor, Präsident des EFTA-Gerichtshofs in Luxembourg. Seit drei Jahren hält er Vorträge, und er publizierte „Die Strategie von Didier Burkhalter ist eine Täuschung. Sie geht an der Wirklichkeit vorbei.“

B gegen B. Der Rücktritt von Didier Burkhalter ist der Sieg eines aufrechten Schweizers, der sich sein eigenes Bild gemacht hat.

Das müssen auch wir tun, mehr denn je.

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

28 Kommentare zu “Warum sitzen immer nur die Falschen ganz oben?

  1. „Wie wollen die Engländer 60 bis 100 Milliarden Euro bezahlen, welche die EU von ihnen fordert?“
    Gar nicht? Nach dem obigen Zitat habe ich aufgehört, den Artikel zu lesen.

    • Natürlich nicht, nur die Schweizer wären so dumm und würden irgend einer Forderung eines anderen Landes nachkommen…

  2. Nun, es gibt einige «Erklärungsansätze» warum es «die Falschen» sind oder eben die «Richtigen».

    Die Schweiz ist ein Land der Vereine. Der Hang zu eingeschworenen Seilschaften ist sozusagen systemimmanent. Die Börsianer z.B. sprechen vom «Päckli» wenn es darum geht durch eine konzertierte Aktion einen Titel «hinaufzuschnorren» (um dann selbst auszusteigen, bzw. zum Hinterausgang davonzulaufen und den eigenen Gewinn sicherzustellen). Es überrascht daher nicht, dass wir mit dieser Vereins-und Päckli-Mentalität das kartelldichteste Land der Welt sind.

    Was heisst dies auf die eingangs gestellte Frage: Da Weiterreichungen nur in den genannten Zirkeln vonstatten gehen ändert sich an der Unternehmenskultur nichts. Es wird geschaut, dass die Macht innerhalb der Gilde, des Päcklis oder der «Vereinigung» bleibt. Die Selektion wird dann eben durch Mitglieder selbiger Vereinigung vorgenommen, wodurch in erster Linie angepasste und systemtreue Anwärter in diese Posten gehievt werden. Mit Flankenschutz durch die Head-Hunter, die als Brandbeschleuniger noch die Saläre in die Höhe jagen, damit sie – als best verdienende Telefonisten – gleich noch ein Jahressälar für sich selbst abzocken können.

    Dies ist der institutionelle Rahmen oder besser gesagt der unselige Teufelskreis in dem diese Positionen vergeben werden. Daher: entweder sind es immer die Falschen oder eben immer die Richtigen. Die Unternehmenskultur bleibt unter diesen Vorgängen immer dieselbe; d.h. entweder nachhaltig schlecht oder nachhaltig gut. Beispiele liessen sich in der CH-Unternehmenslandschaft zur Genüge aufführen.

  3. Alles Richtig Herr Stöhlker. In der Systemanalyse unerreichbar ist m.A. nach wie vor Andreas Popp von der Wissensmanufaktur. Denken wir nur schon an die von ihm glänzend formulierte Negativauswahl der Politiker…

  4. Also unrecht hat er nicht Klaus J. Stöhlker mit seinem Herzug über das politische Establishment.

    Didier ist ein netter, lieber gutaussehender BR aber mit wenig bis keiner Durchschlagskraft der gerne viele Pilze auf dem Risotto hat;

    Couchepin ist in seiner Amtszeit ausser mit seiner grossen Nase und
    seiner Dauer-Kritik an seinen Amtskollegen auch nicht wirklich gross aufgefallen

    Ruth Metzler gewählt für die Frauenquote und Grossnutzerin des BR Helis ist seither zwischen Stühle und Bänke gefallen bzw. in der Versenkung verschwunden.

    Chueli Ueli zeigt sich heute im Kollegium sehr angepasst und versucht die Reichen zu beschenken auf Geheiss aus Herrliberg.

    Blocher hat ausser gross Poltern auch keine wirklich positive Spuren für das Volk hinterlassen.

    Um der EU Paroli zu bieten braucht es eine charismatische Persönlichkeit wie die eines Bill Clinton der sich nicht von
    Judas Küssen des Herrn Junker beirren lässt.

    • @ Urschweizer

      Vielleicht besser in der Schweiz bleiben, da kennen Sie die Politiker! Wenigstens teilweise…

  5. Bravo……………

    In der BAZ durfte ich nicht schreiben was ich denke.

    Also …………….. die Schweiz hat eine Niete weniger, Punkt.

    Als ich Burkhalter das erste mal am Fernsehen sah, wusste ich das der nie etwas schaffen würde.
    Sieht man in sein Gesicht, sollte einem aufgehen was da los ist.
    Immerhin hat es auch seinen Bundesratskollegen langsam gedämmert das der weg muss, auch wenn die nun was ganz anderes sagen.

    ————————————–

    Aber was nun ?
    Leider werden unsere Parlamentarier nun landauf landab einen suchen der ebenso wenig Charakter besitzt wie Burkhalter. Einen schwachen der manipulierbar ist.
    Am liebsten der anderen Partei ein Kuckucksei legen.
    das was wir bei Didier ja gesehen haben, den der machte die Träume der Linken beinahe war.
    Nun ja, bei Links findet man eh nichts braucbares und die FDP ist wie die CDU in Deutschland, heute eine Mitte-Linkspartei.

    • Selbst der Blocher Zeitung war Ihr Geschwafel zu dämlich. Ich kann es sehr gut verstehen. Probieren Sie es doch mal als Politiker. Wenn Sie eine demokratische Partei finden.

    • @ Betroffener……

      Nun ja, als ich las was Sie über Blocher schrieben, nun ja, da wusste ich was mit ihnen los ist.
      Blocher wird als Jahrhundertpolitiker in die Geschichte eingehen, so wie es Strauss auch tat, obwohl den nahezu alle Politiker der Linksparteien hassten, ja sogar in der CDU mochte man ihn lieber aus der Ferne.

      Fakt bleibt, seit er nicht mehr ist, ist die Politik in Deutschland ganz wesentlich ins Untermass abgesunken.
      Es ist niemand mehr das der im Bundestag genüsslich den Finger in die Wunden der anderen steckte.

      Ohne Blocher, ja wo wären wir heute ……?
      In der EU und auch so Konkurs wie die.

      Es hat leider Tradition das wir in den Bundesrat nur Leute wählen, die den Parteien denen sie angehören, möglichst viel Schaden sollen.
      Die Wahl Blochers war die Ausnahme von der Regel.

      Ueli Maurer kenne ich selber, ich war in seiner Radfahrer-Kompagnie II/6 als er Kommandant war.
      Ich muss ihn loben, er war ein ausgezeichneter Kommandant und die Truppe mochte ihn.

      So „Betroffener“…. von was sind sie eigentlich betroffen, von einer Krankheit…..? ((-: – kanns mir schon vorstellen.

      Die BAZ wird von einem FDP Mann geleitet, Markus Somm ist FDP-ler.
      Darum mögen sie es wohl nicht wenn man eine FDP Niete ……auch so benennt.
      Zudem ist die BAZ über einen Medienverbund im Netz präsent, ich weiss nicht ob dort überhaupt ein BAZ Mitarbeiter die Blogs moderiert……… oder einer der eher dem Tagi nahesteht. Beide mögen es jedenfalls nicht wenn man ihre Leute outet.

  6. Alternativ-Titel für dieses opusculum: „Warum sitzen immer nur andere ganz oben und werden ernst genommen und nie ich“.

  7. Da hab ich mich jetzt aber zünftig verlesen. Dachte ich doch glatt, da steht „Warum sitzen immer nur die Flaschen ganz oben?“

  8. Klaus J. Stöhlker for Pundesrat! Einen Vorteil hätte das: Er ist geschliffen in Wort und Schrift. Aber sonst?

  9. Die Frage lässt sich leicht beantworten: es liegt an unserem Karrieresystem und an zu viel mafiösen Strukturen.
    Wenn es 10 Möglichkeiten gibt die Karriere voranzutreiben, 5 davon sind anständige Wege und 5 davon sind hinterhältig und bösartig, dann hat eine egoistische Person die über Leichen gehen würde schonmal einen ganz klaren Vorteil, da der Egoist im Gegensatz zu einer anständigen Person alle 10 Möglichkeiten in Anspruch nehmen kann.
    Das andere Problem sind die mafiösen Strukturen, bösartige Menschen die Einfluss auf die Gesellschaft nehmen wollen suchen sich gerne einflussreiche Politiker und finden etwas mit dem sie diese erpressen können. Das bedeuted selbst wenn es mal eine anständige Person ganz nach oben schafft zieht sie Erpresser nur so förmlich an. Im Falle das Sie sich nicht erpressen lässt wird so lange auf ihr medial und verbal rumgehauen bis sie abgesetzt wird oder von selber geht(wie meines Erachtens bei Blocher passiert, da er „zu viel“ für das Volk tun wollte).

  10. Ich muss jetzt Didier Burkhalter etwas in Schutz nehmen, auch wenn ich mit seiner EU-Politik gar nichts anfangen kann.
    Das Ausland (USA, EU, FR, DE und Euro) setzten den Druck gegen die Schweiz immer höher an, respektive die EU verunmöglicht wichtige Reformen, mit engstirnigen Verhalten und die globalen Krisen (Banken Crashs, Terror, Kriege) zeigen gerade in Syrien/Iran in Richtung Weltkrieg. Den Iran will man (USA, Israel, Saudis) schon länger weg haben, doch man musste erst den Irak, Syrien, Libanon und Jemen plattmachen, bis der Weg frei ist.
    Ich glaube nicht, dass wir je einen Aussenminister haben werden, der diese Herausforderungen und noch Sonderwünsche aller Parteien auf die Reihe kriegt. Die bisherigen Aussenminister waren seit dem 2.WK nicht mehr in einer solch aufgeheizten Lage.
    Klar könnte man seine Pluspunkte besser auf den Tisch bringen und sich besser verkaufen. Doch wenn der Partner/Gegner einem einfach nicht entgegenkommen will und in Verträge lockte, die jeglichen Spielraum nehmen, gibt es nur eines, man muss Verhandlungen beenden und alle Verträge kündigen, oder man fügt sich der Unterwerfung, weil man von den Verträgen scheinbar profitieren kann.
    Doch diese Entscheidung ist letztlich die Aufgabe des Volkes und nicht des Aussenministers. Was ich allen Aussenministern vorwerfe, dass sie uns im EU-Thema schlecht informierten.

    • @ AJD…………..

      Eben darum……

      Weil wir denen in Brüssel solche Nieten vorsetzen, fordern sie auch nimmer mehr.
      Denn wer auf keinen echten Widerstand stösst, der kann fordern was er will.
      Aber es ist so, in der Schweiz wird bei Bundesratswahlen immer versucht der anderen Partei ein Kuckucksei ins Nest zu legen.

      Der unter-mässigste Kandidat wird da zum Heilsbringer, …… für die anderen Parteien.
      Bei der SVP wählte man über Jahrzehnte Kandidaten wie einen Schmid um dann zu sagen, … seht her die SVP wars wieder mal.

      Politik ist ein schmutziges Geschäft…….. und sie fördert eben darum auch selten gutes in hohe Ämter.
      Es gab gute, aber sehr oft waren es gänzlich ungewollte Zufallstreffer.

  11. Gewiss, Burkhalter war nicht ein besonders erfolgreicher Bundesrat. Aber er hat den Ruf der Schweiz in der Welt garantiert verbessert und allseits Anerkennung gefunden. BR Schneider-Ammann hat die Schweiz auch bekannt gemacht. Mit seiner Ansprache zum Tag der Kranken. Aber Stöhlker wird ihn bestimmt rühmen.

    Der FDP hat es nicht gepasst, dass Didier Burkhalter sich weder vor den Parteikarren noch Verbandsinteressen hat spannen lassen.

    • Jörg Schmid……………

      das was sie als „Anerkennung“ verstehen, das war nur ein Gönnerhaftes auf die Schulter klopfen.
      Das macht man weils schön aussieht und man weiss dem anderen überlegen zu sein.
      Wenn also ein Didier im Ausland gelobt wird, ist eine höchst kritische Aufmerksamkeit geboten.

      Staaten haben keine Freunde, nur Interessen……….. ein sehr gutes Zitat von De-Gaulle.

      Nein, dass ist es nicht was unser Land braucht.
      Wir brauchen Respekt ……. den aber erhält man durch zähes verhandeln, durch Verstand und Standpunkte die man vertritt.
      Nach dem Krieg als ein Walter Stucki mit den Alliierten verhandelte, ………dass sind die Leute die wir bräuchten.

    • @Jürg Schmid
      Didier Burkhalter hat der Schweiz und der Welt viele Bärendienste geleistet. Der Ruf der Schweiz, vor allem unsere Neutralität, haben mehr als gelitten.
      Beispiele gefällig:
      Die Krim ging sang- und klanglos verloren, ebenso die Hälfte der Ukraine.
      Die Amnestie der FARC wurde von der Schweiz bezahlt, vom kolumbianischen Volk aber abgelehnt.
      Das Schweizervolk möchte seine politischen Rechte nicht verlieren, trotzdem bastelte Didier Burkhalter ungeniert an einem Rahmenabkommen.
      Die Beispiele lassen sich beliebig erweitern…

  12. Herr Stöhlker, Sie scheinen zu jenen zu gehören, bei denen jedermann, der sich in die Politik wagt, sich noch so bemühen kann; Er ist in Ihren Augen immer ein Trottel. Und Sie scheinen zu jenen Personen zu zählen, die wissen, dass sie mit negativer Kritik am meisten punkten können. Gerne möchte ich von Ihnen wissen, was Sie für unser Land unentgeltlich oder gegen wenig Honorar geleistet haben. Wo Sie sich in einer Exekutive oder in einem Parlament bewährt haben ? Wo Sie erfahren haben, dass es viel einfacher ist, Berater zu sein und mit dem Rücken zum Wind zu stehen ?
    Urs Bürchler

    • „..unentgeltlich oder gegen wenig Honorar..“ Das ich nicht lache.
      Bundesrat, Parlamentarier, Gmeindspräsidenten usw. werden alle fürstlich entlöhnt.

    • Nach eigenem Bekunden ist Stöhlker „Unternehmens­berater für Öffentlichkeits­bildung“. Mit anderen Worten, er sagt den Unternehmern wie sie sich in ein gutes Licht stellen und die Schattenseiten verdecken sollen. Ein ehrenwerter und sicher SEHR gut bezahlter Beruf.

  13. Es ist in der Tat erstaunlich, wie sanft Burckhalter portraitiert wird. Ein Totalversager, der dennoch eine gute Presse bekommt. Zuerst Fahnenflucht aus seinem ersten Departement wo er der Sache ganz offensichtich nicht gewachsen war, und dann hat er als Aussenminister die Schluderi-Linkspolitik der Calym Rey fortgeführt und nur Weichspülmist produziert, für die Schweiz aber nirgends wo was erreicht, trotz Anbiederung an allen Ecken und Enden und finanzieller Freizügigkeit zulasten der Steuerzahler mit der Folge, dass wir mittlerweilen fast jeden echten und unechte Hilfstopf in dieser Welt sponsoren und eine unkontrollierte und aufgeblasene DEZA unsere Entwicklungsgelder weitgehend verprasst. Klar und hart verhandeln war gar nicht seine Sache. Der Schweiz hat er damit keinen Dienst erwiesen.

    • Er war lieb und nett genau nach dem Geschmack unsere SP und Grünen. Für die Schweiz hat er nichts erreicht. Ein wirkungsloser Bundesrat mit viel zu hohem Salär, der jetzt zum Glück abtritt.

    • @max, Ihre und @Adeilus Bosman, Ihr einfach gestrickter dämlicher (meine Meinung) Kommentar erinnert mich an Donald Trump und musste wohl kommen. „Für die Schweiz hat er eh nichts erreicht“. Ausser das er das Ansehen der Schweiz in ganz (!) Europa, von Putin bis Merkel, extrem gesteigert hat und uns einige in USA und Europa um diesen Politiker bewunderten. Dass die EU in ihrem Dossier hart blieben, da haben Sie Recht. Hätte Didier Burkhalter mehr herausholen können? Seine Vorgängerin konnte es nicht, obwohl sie ihre Arbeit ganz anders auslegte. Ich denke diese Quadratur des Kreises wird auch dem/der Nachfolger/In nicht gelingen. Beide waren stets gerne gesehen und willkommen in Brüssel. Was das gebracht hat weiss ich nicht. Ich vermute einiges. Stellen Sie sich jemanden wie Ueli Maurer vor, der von Anfang an nicht willkommen ist, würde er so auch nur das Gleiche erreichen? Ich weiss es nicht. Wie empfangen Sie bei sich zuhause einen Gast der A willkommen ist oder B nicht willkommen ist?

      Didier Burkhalter ist ein Parlamentarier, die auch mal im Sinne des Gemeinwohls seine Meinung vor dem des bedingungslosen Parteisoldaten stellt. Das erwarte ich von einem Bundesrat. Von daher, mal schauen was am Schluss seiner Bundesratskarriere die SVP zu Bundesrat Guy Parmelin meint. Das Gleiche wie zu Adolf Ogi, Samuel Schmid oder Widmer-Schlump? Um in Ihrem Sinne zu bleiben; der nächste Linke Verräter? Die Würdigung von Didier Burkhalter, nicht nur von seiner Partei, er hat sie verdient. Könnten Sie oder ich es auch nur annähernd so gut machen. Ich bezweifle es.

      Haben Sie schon mal die offizielle SP Politik von heute mit der offiziellen FDP Politik bis und mit der 70ger Jahre verglichen? Sie werden feststellen, es ist die Selbe. Für Donald Trump ist das zweifellos unwahr (oder simpel zu hoch).

  14. Ruth Metzler mussten Sie erwähnen, Herr Stöhlker, weil sie damals mit der Vergabe des Casino Zürich nach Baden ihrem Freund Rainer E. Gut einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machte. Mit seinem Entscheid, „Fussballstation Zürich nur im Hardturm“ dem Profifussball in Zürich auf unabsehbare Zeit einen Bärendienst tat. Dass die Anwohner vom Hardturm das Fussballstation genauso wie alle FCZ Fans nicht dort wollten und wollen (niemals), wurde aussen vor gelassen, genauso wie das Casino. Es hätte reiner E. Gut und seinen beiden Kollegen ohne etwas zu tun noch sagenhafter reicher gemacht. Alleine schon der Bodenpreis wäre explodiert. Wie die Gewinne vom Betrieb. Sein abrupter Abgang bei GC nach dem Entscheid hätte GC fast zerstört.

    Was hatte eigentlich alles zur Abwahl von Bundesrätin Ruth Metzler geführt? Nebst dem politischen Entscheiden zweiter SVP Bundesratssitz. War da nicht (vor allem) die Wirtschaft der treibende Motor? U. v. a. das man in der Zwischenzeit lesen konnte gab es offenbar ein Telefonat von UBS CEO Marcel Ospel an Ruth Metzler mit den Worten „treten Sie zurück.“ Im Gegensatz zur Swissair wurde er dort tätig, und wie. Und er war offenbar längst nicht der Einzige. Dann, wieso musste sie, die viel Jüngere, der der Staat über 50 Jahre die Bundesratsrente bezahlt und nicht der viel ältere CVP Bundesratskollege Rudolf Deiss gehen? Wie war seine Rolle in diesem (abgekarteten?) Spiel? War Bundesrätin Metzler den damals Wirtschaftsmächtigen Gut, Kielholz, Ospel, etc. zu wenig opportun? Stoffe für einen Film.

    Ich persönlich würde neben Hans-Rudolf Merz Christoph Blocher und Ueli Maurer erwähnen. Der gem. SVP Beste und Zweitbeste. Der Beste konnte es nicht (mindestens das Kollegialprinzip) und musst alleine vom Parlament abgewählt werden und der Zweitbeste ist wohl der Aufgabe in keiner Weise gewachsen. Erstes Departement Stichwort Flieger und zweites Departement Stichwort UStR III. Hätte er das Dossier Energie 2050 oder Rentenreform 2030, man darf gar nicht daran denken. Eine reine „Kopfwahl“ an der Urne hat er in all den Jahrzehnten nie gewonnen. Weder städtisch noch kantonal. Er kann ja jetzt ins Aussendepartement wechseln. Brüssel, die EU (wo er im Gegensatz zu Didier Burkhalter eh nirgends willkommen ist) würde ihn wohl innerhalb von drei Monaten fertig machen.

    FDP resp. die bürgerlichen Parteien und Rentenalter 67, dass ist wirklich ein Trauerspiel. Sie versuchen weiter alles, getreu ihrem Motto; Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren. Irgendwie klappt es immer. Genauso wie; stetes Tropfen höhlt den Stein. Auch ein ewiges und sehr erfolgreich Prinzip der Wirtschaft und ihren Lakaien, siehe 2. Säule.

    Warum sitzen immer die gleichen da oben? Da fallen mir auf Anhieb zwei Gründe ein. Erstens weniger Skrupel und weniger Gewissen heisst mehr Möglichkeiten. Zweitens, ein Netzwerk baut man immer mit seinesgleichen. Man will gerne unter sich sein. Es gibt sicher noch mehr Gründe.

    • @ Betroffener
      Sie schreiben (Zitat):

      „Was hatte eigentlich alles zur Abwahl von Bundesrätin Ruth Metzler geführt? Nebst dem politischen Entscheiden zweiter SVP Bundesratssitz. War da nicht (vor allem) die Wirtschaft der treibende Motor?“

      Sprechen Sie’s doch einfach in Klartext aus: Treibender Motor für die Entmachtung war nicht „die Wirtschaft“, sondern Private Bankers, vor allem Kleinbanker, die befürchteten, dass ihnen Transparenz schaden würde:

      Ruth Metzler ist letztlich über die Kritik an Valentin Roschacher (ex Bundesanwalt, der Geldwäschereiermittlungen aufgenommen hat) gestolpert.
      Dies im Zusammenhang mit Geldwäschereiermittlungen gegen Oskar Holenweger. Letzterer vernetzt mit den Herren Blocher (und Mörgeli). Vorgeschoben der Fall Ramos.

      Im Kern ging es jedoch darum, dass im Privat-Banken-Establishment damals das Hinterfragen von massiven Geldzuflüssen aus offensichtlich dunklen oder nicht eindeutig indentifizierten Quellen verpönt, bzw. nicht erwünscht war.
      Das ganze hat Züge eines Deals. Das Bauernopfer eben Ruth Metzler; vorgeschoben wurden dann – wie immer um das Ganze zu vertuschen – politische Gründe oder Führungsgründe.

  15. Fakt ist, da sind aber die meisten Schweizer wie auch die Industrie mitschuld, dass die Fähigsten Leute der Politik schon lange den Rücken zugewendet haben.
    Die Wirtschaftslage lässt es nicht zu, dass fähige KMU Unternehmer in Bern mitwirken, die grossen wirken nur noch mit, wenn’s direkt um ihr Geschäft geht und der Rest sind Beamte, Lehrer und Arbeitslose studierte, die sich das in Bern, im Kantonsparlament oder sogar der Gemeinde antun.
    Zudem ist die Politik am Punkt angekommen, den wir kurz vor dem zweiten Weltkrieg hatten, der Bürger interessiert nicht im Parlament, es geht nur noch drum, die eigenen Taschen zu füllen.
    Der Wähler ist ein lästiges Uebel.

    Auf der andern Seite, sind SIE mal gewählt, können sie regieren wie sie wollen, es passt keinem! Zudem ist der Umgangston ob in den Medien oder auch beim Volk derart auf der untersten Stufe angekommen, dass sich das kein Politiker in hohem Amt länger als nötig antut.

  16. In der Politik ist es wie in der Mathematik:
    alles, was nicht ganz richtig ist, ist falsch.

    Edward Kennedy
    * 22. Februar 1932 † 25. August 2009