Nestlé kauft eigene Aktien auf Höchst – ihre Manager füllen sich eigene Taschen

Da ist also ein Spekulant mit Namen Dan Loeb (er spekuliert mit fremdem Geld) und verlangt von Nestlé, dass sie US$ 10’000’000’000 (10 Milliarden) Eigenkapital vernichten soll. Ein (!) Tag später kommt die Meldung aus Vevey, dass sie den doppelten Betrag von Eigenkapital vernichten werden, Beginn 4. Juli 2017.

Nestlé verkauft hier in Montevideo 200 Gramm Cornflakes für US$ 4.20.

Und um im Beauty contest an den Börsen zu bestehen, kündigen die Nestlé-Chefs an, dass sie sich noch mehr spezialisieren wollen in Produkten, die mehr oder weniger nutzlos sind, wie Spezialitäten-Futter für Haustiere, sogenannte Gesundheitsartikel, die gerade Mode sind.

Kann die Nestlé-Aktie noch massloser überbewertet sein? Schauen wir die Kursentwicklung an. Die Aktie schoss diese Woche nach den beiden Ankündigungen – jener von Hedgefund-Manager Loeb von Sonntag und jener der Nestlé-Spitze von gestern – hoch. Steil und massiv.

Der Bürokraten-Riese ist sehr unproduktiv geworden, da hat der Loeb wohl recht. Deshalb die unmittelbare Freude der Investoren. Nur: Aktienkursmanipulation ist keine nachhaltige Kur für diesen Giganten. Und wäre es nicht die Politik der Zentralbanken im neuen Jahrhundert, die Nestlé wäre mit Gewissheit nicht die Hälfte von dem wert, was sie heute wert ist – das muss klar und deutlich gesagt werden.

Den Mitgliedern des Fed ist es inzwischen unheimlich geworden, und sie würden am liebsten die Aktienkurse auf dem aktuellen Niveau einfrieren. Die Märkte kaufen Aktien nicht, weil sie an den Unternehmen interessiert sind, sondern weil die Zentralbanken die Preise für festverzinsliche Anleihen und Aktien in die Höhe treiben und vorgeben, dass dann die Wirtschaft besser laufen werde. Das haben die Notenbanken in den vergangenen 25 Jahre schon drei Mal gemacht; es hat nie funktioniert. Warum soll es jetzt funktionieren? Sind da andere Auftraggeber (mit Befehl an die Zentralbanken) im Spiel? Wo steht die Politik?

Übrigens: Die Nestlé-Chefs kaufen die Aktien (zur Vernichtung) nicht zurück, weil der Kurs ihres Unternehmens eingebrochen wäre, also als Kursstütze. Nein, sie kaufen die Aktien auf ihrem Allzeithoch.

Nicht Preissenkungen, nicht Investitionen in die Umwelt, nicht höhere Beiträge in Form von Steuern an den Staat (mit der Vernichtung von Eigenkapital umgehen sie Steuerzahlungen), nicht bessere Sozialleistungen für die Mitarbeiter und – wichtig – endlich einmal eine anständige Dividendenrendite (für die Pensionskassen-Aktionäre).

All das geschieht nicht.

Die Nestlé-Manager nennen ihr Vorhaben Kapitalrückzahlung an die Aktionäre; das ist natürlich Schwindel. Sie zahlen dem Aktionär nichts, sondern sie vermindern das Eigenkapital. Das ist alles. Der neue CEO und seine Gehilfen zahlen sich selber „Boatloads of money“ über die derart unethische und unverschämte Entschädigungsstruktur in Form von Anrechten (auf Nestlé-Aktien).

Mit der Verkleinerung der Anzahl ausstehender Aktien hoffen sie darauf, den Preis noch weiter nach oben zu treiben und die Differenz zum Ausführungspreis auf Dutzenden von Millionen dieser Anrechte dann für sich kassieren zu können. (Es geht um sehr viel Geld.)

Frage 1: Warum hat das nur gerade 1 Tag gedauert für eine solche Entscheidung?

Frage 2: Warum muss die Aktionärsversammlung diesen Entscheid nicht genehmigen? (Bueno, sie würde ihn genehmigen, stimmen doch die Banken für Nestlé, und diese Stimmen sind nicht ihre eigenen, sondern jene ihrer Anleger. Willkommen im Selbstbedienungsladen der 1-Prozent-Eliten.)

Frage 3: Warum regt sich in der Schweiz kein Widerstand gegen diese Praxis?

Es gäbe noch viele weitere Fragen. Dass in den USA in den letzten 7 Jahren für US$ 3’000 Milliarden Eigenkapital vernichtet wurde hat dazu geführt, dass die in USA registrierten Unternehmungen noch nie in der Geschichte eine höhere Schuldenratio (zum Eigenkapital) gehabt haben als gerade jetzt.

Was passiert mit diesen Unternehmen bei einem Nachfrageeinbruch, der über längere Zeit andauern könnte? Oder ein Debakel wie bei UBS, die auch 20’000’000’000 Eigenkapital vernichtet hatte, bevor sie gerettet werden musste im 2008 und die Anleger 80 Prozent ihres Geldes durch Kursverlust (vom Höchstkurs gerechnet) verloren haben?

Für wen wird da eigentlich „Wirtschaft“ zelebriert?

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9 Kommentare zu “Nestlé kauft eigene Aktien auf Höchst – ihre Manager füllen sich eigene Taschen

  1. Hoi du Paul, ich finde es super, dass du diesen Skandal an die Oeffentlichkeit bringts. Die Leutern sollen es nur wissen !!!!

  2. Zum „Spekulant“ Dan Loeb:
    Dieser erzielt mit seinem eigenem Fonds seit rund 20 Jahren 15% Rendite – jährlich. Der weiss genau was er tut. Ich glaube, der hat schon fette Gewinne realisiert.
    Zu Nestlé:
    Nur noch durch Gewinnverdichtung können Gewinne gesteigert werden – also Aktien zurückkaufen.
    Dass Nestlé viel zu teuer ist habe ich auch schon erwähnt – aber was ist teuer, wenn Geld „gratis“ ist und weiterhin in Unmengen gedruckt wird?

    • Bis Ende der 80er Jahre stiegen japanische Aktien auf extreme Bewertungen bis hin zu KGV´s von Werten um 60:

      http://www.hussmanfunds.com/wmc/wmc081201c.gif

      Damals war es üblich, daß sich börsennotierte Unternehmen anstatt die eigene Geschäftstätigkeit zu erweitern kreditfinanziert an anderen Unternehmen beteiligten bzw. Grundstücke erwarben, so daß die Unternehmensgewinne teilweise mit auf den Wertsteigerungen dieser spekulativen Anlagen beruhten, mit entsprechenden desaströsen Folgen später.

      Es gab damals auch keinen vernünftigen Grund in japanische Werte zu investieren als rein die Erwartung weiterer Kurszuwächse.

      Ähnlich ist es heute an den Märkten der westlichen Welt, nur daß die Übertreibung durch den Rückkauf eigener Aktien auf eine scheinbar rationale Grundlage gestellt wird. Das KGV scheint noch vertretbar, aber die Verschuldung ist exorbitant hoch.

      Ich vermute, daß sich nach der nächsten größeren wirtschaftlichen Krise der Schwerpunkt in den Börsenkapitalisierungen weg von den USA wieder hin nach Asien verlagern wird entsprechend der steigenden Prosperität dort einer großen Anzahl von Menschen.

      Nestlé war in den vergangenen Jahrzehnten eine schöne Erfolgsgeschichte. Nur enden diese irgendwann alle. Aus dem einstmals konservativ finanzierten Unternehmen wurde im Rahmen der aktuellen Kapitalmarktverhältnisse eine „Finanzblase“.

  3. Als Nestle Aktionär freut einem dies doch, alle hacken auf Nestle rum, ist jetzt in Mode, wenn eine Firma kein Mehrwert bietet für den Aktionär wie Banken ist es nicht Recht, wenn eine Aktie sich top entwickelt, ist es auch nicht recht. Was wollt ihr? Aktien ohne Risiko und 20% Dividende?!

    • Habe mich ebenfalls schwer gewundert, warum der Feuermann gerade die Nestlé als „schlechtes“ Beispiel an den Pranger gestellt hat. Zudem möchte ich schon gern wissen, woher er seine „Überbewertung“ herleitet; da gäbe es Dutzende US-Companies, welche noch nie einen müden Cent an die Aktionäre ausgeschüttet haben und trotzdem mit P/E’s von 50 bis 100 „bewertet“ werden. Also bitte, zuerst vor der eigenen Tür kehren. Danke Mike, dass wenigstens einer noch die Realität ins rechte Licht rückt; auch wenn natürlich keine Geiss wegschleckt, dass die aktuelle „Geldflut“ schon eine gute „Unterlage“ für die Aktienkurse (und andere „Realwerte“) darstellt.

  4. Ja, die Frage beschäftigt mich permanent: Warum regt sich in der Schweiz kein Widerstand gegen diese Praxis? Weshalb werden so extreme Veränderungen im sozialen System widerspruchslos hingenommen?
    Wir haben direkte Demokratie, wie haben die Minder-Initiative, welche mit grosser Mehrheit durch das Volk angenommen wurde. Sie ging davon aus, dass die Aktionärsdemokratie stärkt würde und die Boniexzesse eingedämmt werden könnten. Präzis das Gegenteil trat ein: Die Boniexzesse gehen weiter und dank der vier schwarz gewandeten distinguierten Herren in der zweiten Reihe an der GV bringt der VR alles durch. Diese sehr auf Wechselwirkung ausgerichteten Leute gehören nämlich dem 1%-Club an, dessen Mitglieder sich gegenseitig die grosse Kohle zuschieben. Im hinteren Teil der Halle johlt ein bisschen der Rentner-Pöbel; die ganz Mutigen schaffen es bis zum Rednerpult und hantieren mit der Schweizer Nationalwurst, damit die GL keinen Hunger leiden muss.
    Und das Volk? Tja, dem Volk geht’s ja gut: Von den 99% leben 90% sehr gut: Die Rentner (braune Eisbären streicheln auf Spitzbergen, Kreuzfahrten auf kleinen Schiffen), die Berufstätigen (weshalb sparen? Luxuriöse Mietwohnung mit 2×3-Meter TV im Leasing, 3 Autos, 3 x Ferien/Jahr plus ein Bikiniflug zu den Malediven) und die Youngsters (sehr angepasst, eifrig dabei, zum Film zu kommen oder einfach „zu leben“, ausnahmsweise ein Käppli und ein Audi im Leasingverfahren mit 300 PS).
    Alle scheren sich um den Problemberg, der da laufend wächst. Who cares? DINKS und YOLO!
    Die Festigung und Institutionalisierung des Feudalsystems ist erklärtes Ziel des 1%-Clubs. Dagegen hat auch die direkte Demokratie nichts auszurichten.

    • Ihre Frage lässt sich so beantworten:

      Die Sozis mit ihren Mitgliederinnen/Wählerschaftinnen also: Geistes“wissenschaftler“ (nach 26-semestrigem Studium endlich ein Abschluss erreicht), Sozial“arbeiter“, Berufspolitiker, Lehrer, SRG- und Bundes-Beamte (einzige Wachstumsbranche der Schweiz in den letzten 15 Jahren und höchste ø-Löhne!), quasi planwirtschaftlich-kommunistisches Gesundheitssystem mit Zwangsversicherung („liberal“ als Verkaufsmerkmal linker Parteien!), Abzocker-Entwicklungs-Helfer und die ganze „N“GO-Mafia leben ausschliesslich auf Kosten der echten Steuerzahler und haben sämtliche Machtpositionen in diesem Land besetzt.

      Gleichzeitig hat man für den dummen Stimmbürger ein feudalistisches Abzockersystem eingerichtet wo jeder ein bisschen profitieren kann (80% davon bezahlen geringe bis gar keine Steuern und bekommen mehr staatliche Transfer“leistungen“ zurück als sie je in den Staat abliefern werden):

      Direktzahlungen für Bauern
      KK-Prämiensubventionen
      irrsinnige medizinische Luxusbehandlungen
      Strafvollzug, der mehr kostet als eine Nacht im Dolder
      unvorstellbar grosse staatliche Beschäftigungsanstalten für all die 100’000 SP-Wählerinnen:
      „Kulturelle“
      wannbe Künstler
      Therapeuten
      Gleichstellungs-STASI
      nebst den Bundes- auch noch mehrere 10’000 kantonale und kommunale Beamte
      Pflichtverteidiger für die ganze Scheinasylanten-Mafia

      Kurzum: Wer heute grossflächlig und im grossen Stil von dieser Ochlokratie profitiert, sind diejenigen, die nicht nur nichts einzahlen, sondern als Schmarotzer sich mehr Auszahlen lassen als dieses – jedes System verträgt.

      Durch Masseneinbürgerungen von bildungsfernen „Fachkräften“ , Propagandaberieselung durch die linksextreme SRG (abzockeridée suisse) sowie geschickten „Gspührschmi“-Schulen mit Amnesty-Kerzli anmalen statt naturwissenschaftliche „Bildung“, lässt man das Volk systematisch verdummen und schafft sich seine zukünftige Soz-Amt Klient- und Wählerschaft gleich selbst.

      Eine Demokratie gibt’s in der Schweiz schon lange nicht mehr. Wir leben definitiv in einer Ochlokratie (gemäss Wikipedia: „[…]als Verfallsform oder „Entartung“ der demokratischen Staatsform dar. Dabei geht die Orientierung am Gemeinwohl verloren, stattdessen bestimmen Eigennutz und Habsucht das Handeln der Bürger“).

      Diese Entartung lässt sich nur durch eine Massnahme durchbrechen: Nur Netto-Steuerzahler haben ein Stimm- und Wahlrecht. Aus oben genannten Gründen wird es aber nie dazu komme, zu viele sind auf der Abzockerseite.

      Die Frage bleibt was passiert wenn die 5% Top-Steuerzahler (finanzieren vermutlich an die 65% des Steuersubstrates) dem Land den Rücken kehren. Dass das passieren wird, ist klar. Die Frage ist nur wann. Aber wir haben ja zum Glück all die „Fachkräfte“…

      Impf-
      Atom-
      Erdöl-
      Abgas-
      Fleisch-
      Chemie-
      Glühbirnen-
      Elektrosmog-
      und Bildungsfrei

      Die Fachkräfte werden’s richten!