UBS-Plan: Keine Alte, tiefe Löhne, viel Pampa

Ü50-Lohnsenkung: Operation „Haudrauf“ startet durch – Extras für Chefs, Yucca-Verbot für Basis – Exit Frühpensionierung.

Die UBS-Spitze plant Schritt für Schritt die Entsorgung der Alten. Wenn nicht physisch, dann als Kostenfaktor.

Gestern propagierten die Ökonomen jener Grossbank, die im letzten Jahrzehnt vom Bürger gerettet werden musste, flächendeckende Lohnkürzungen für 50-Jährige und älter.

„Grober Denkfehler der UBS“, kommentiert der Tages-Anzeiger, und argumentiert mit dem „Fachkräftemangel“.

Der Tagi hat recht. Die UBS-Jobplattform förderte heute früh 467 freie Jobs bei der Bank allein in der Schweiz zutage. Weltweit sind es gar 2’600. Erfahrene Leute sind gefragt, ergo mehr Lohn.

Doch hinter dem Lohnabbau steckt noch anderes. Der Plan der Nummer 1 des Finanzplatzes lautet, ihren grössten Kostenfaktor – die Löhne machen bis drei Viertel aller Aufwände aus – zu zerschlagen.

Operation „Haudrauf“ nahm langsam und über die letzten Jahre Gestalt an. Die UBS-Manager gingen systematisch vor – wie es sich für eine Bank mit Militärvergangenheit, Obristen-Schwemme und Wolfsberg-Akademie ziemt.

Zuerst: das Ziel formulieren. Dann: die Strategie festlegen. Nachher: die Umsetzung planen. Schliesslich: auf den Knopf drücken.

Execution.

Weit in die nächste und übernächste Geländekammer schauen, heisst das im Schweizer Offiziersjargon. Die UBS-Manager sind Weltmeister darin.

Sie begannen mit der Auslagerung nach Polen und Indien. Der Hype der Nullerjahre mit den „Centers of Excellence“ von Krakau über Pune bis Nashville ist Ernüchterung gewichen.

Die Bürokratie schoss durchs Dach, die Qualität sank in den Keller. Egal, den Investoren konnte stets ein gigantischer Kostenabbau vorgegaukelt werden.

Teil 1 von Plan „Haudrauf“ lief auf einen ersten Abbau in der Schweiz hinaus, ohne dass darüber gross berichtet wurde.

In Teil 2 ging es dann direkt im teuren Heimmarkt zur Sache. Nun machten sich die UBS-Oberen an die Zerschlagung ihrer Schweizer Belegschaft.

Flächendeckend wurden ältere Mitarbeiter und Kaderleute entlassen, verschoben oder in die Frühpensionierung geschickt.

Wie die NZZ heute richtig bemerkt, fällt die UBS durch einen besonders hohen Anteil an Frühpensionierungen im Verhältnis zur Gesamtzahl aller Pensionierungen auf.

Mehr als 50 Prozent. Sprich: Nicht einmal mehr jede 2. Pensionierung bei der UBS ist eine ordentliche.

Der Trend zu Frühpensionierungen hat vor Jahren eingesetzt und beschleunigte sich mit jedem neuen Sparprogramm. Für die älteren UBS-Mitarbeiter war es die letzte Zufluchtsstätte.

Sie wurden zu Flüchtlingen im eigenen Unternehmen. Last exit, bevor Schlimmeres – die Kündigung mit 50 oder älter – drohte.

Dieser für viele Worstcase zeichnete sich spätestens im letzten Jahr ab, als die Grossbank in der Schweiz eine Aufsehen erregende Vertragsänderung für ihre mittleren und oberen Manager durchsetzte.

Deren Kündigungsfrist wurde von 6 auf 3 Monate halbiert. Wer dies nicht akzeptieren wollte, dem drohte die Entlassung.

Offiziell begründete die UBS ihren Schritt mit weltweiter Harmonisierung der Arbeitsverträge. Tatsächlich, so vermuteten viele Betroffene, ging es allein um die Möglichkeit, rascher und günstiger die „teuren“ Kaderleute zu entsorgen.

Der nächste Schritt war von grosser symbolischer Bedeutung und führte zum Eindruck, die Mitarbeiter seien für die UBS nur noch graue und abstrakte Jongliermasse.

Die Bank hatte massive Sparmassnahmen bei den Dienstjubiläen beschlossen. Wer 10, 20 oder noch mehr Jahre seines Berufslebens für die UBS investiert hatte, musste sich verraten vorkommen.

Wertschätzung? Nur in schönen Broschüren. Wenns ums Geld ging, dann war davon immer weniger zu spüren; selbst die Yucca-Pflanze im Büro wurde aus Kostengründen entsorgt.

Bereits steht der nächste Coup vor der Tür: die Verlagerung Tausender von Büroleuten aus Zürich in die Grenzregionen im Norden, Westen und Süden.

Unten in der Futterkette verfestigte sich durch all diese Einschnitte der Eindruck einer 2-Klassen-Gesellschaft. Nicht von ungefähr, gings doch oben munter weiter wie bisher.

Lukas Gähwiler wurde zum Chairman für die UBS Schweiz befördert und durfte ein paar lukrative VR-Mandate annehmen.

Zürich-Chef Thomas Ulrich wechselt nach Bern ins Lobbying und dürfte ähnlich viel verdienen wie bisher, vermutlich mehr als eine Million im Jahr.

Und nun also wollen die UBS-Oberen die Löhne ihrer älteren Angestellten zerschlagen. In der Hoffnung, mit Sparen im Maschinenraum noch ein paar Bonirunden für sich selbst zu sichern.

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

44 Kommentare zu “UBS-Plan: Keine Alte, tiefe Löhne, viel Pampa

  1. Die Zeiten, wo die Löhne langsam, jedoch sicher mit dem Alter gestiegen sind kommen nicht wieder. Nicht im Bankenbereich und im Technologiebereich ist das eh schon lange vorbei.
    Jetzt macht die UBS das, was schon lange fällig wäre: Entlohnung nach Leistung und nicht nach Alter. Und alle Bänkler schreien auf…. Sind alle auf der Bank sitzen geblieben.

    • Seit wann haben generelle Lohnkürzung über eine ganze Altersgruppe (höhere Chargen selbstverständlich ausgenommen) etwas mit leistungsbezogener Entlöhnung zu tun?

  2. Ehrlich gesagt. Die UBS hat recht. Die Wertschöpfung im Swiss Banking ist tot. Wir sind hier 8 Mio Leutchen, die meisten ohne Geld. Damit lässt sich kein teures Banking betreiben. Die Politiker und Finma haben mit gütiger Hilfe der dumben Bankmanager den Banking-Stecker vollständig und unwidderuflich rausgezogen. Viele Banker ü50 mit tollem Karriererückblick haben fette PK’s, Häuser etc. Kein Mitleid hier. Entweder gehen oder Lohn muss 30-50% runter (Gesamtkostenbetrachtung inkl. Absurd hohen Beiträgen in die PK und immer höheren Versicherungsprämien). So tickt eben die Linke Schweiz. Alles vor die Hunde werfen und sich dann wundern wenn tätscht.

  3. Und wisst ihr, was der grösste Absurdität ist? Die Führung hat ja erkannt, dass in der Vergangenheit zu viel ausgelagert wurde (siehe Bericht IP von letzter Woche). Und jetzt will man zu diesem Zweck das Verhältnis kehren (von heute 40% intern auf neu 60% intern). Und jetzt wird nun externen Mitarbeitern, beinahe ungeachtet ihres Alters, ein Angebot unterbreitet, um in Zukunft intern tätig zu sein. Wohl einzig zum Zweck, um danach wieder alle frühzeitig in die Pension zu schicken?

  4. Traurig, leider ist es kein Trost festzustellen, dass das Älterwerden jeden trifft. Es ist nämlich so, dass diejenigen, die solche unmenschlichen und irrationalen Entscheidungen treffen, haben mit 50 längst ausgesorgt haben.
    Viele haben mit 50 Kinder die studieren (wollen).

  5. Politiker, Banker und Lobbyisten. Die moderne Dreifaltigkeit.
    Mit diesem Spirit wird weder erschaffen noch geheilt und
    die Vermehrung fällt der monetären Selbstbefriedigung zum Opfer.
    Ein Aufbruch, ein Marsch durch eine emissionsfreie Wüste ist nicht in Sicht, Moses sitzt im Verwaltungsrat obwohl er weiss, der Teufel steckt in jedem Derivat.
    Hütet euch am Paradeplatz!

  6. Lesen Sie mal die neuesten zynischen Vorschläge der UBS Oekonomin Weisser für die Generation „Silber“. Wenn man sieht wie die UBS handelt und was sie für die Zukunft vorschlägt, dann liegen dazwischen mindestens 2 grosse Ozeane. Papier nimmt hal alles an. Am Schluss zählt nur die Handlung und da handelt die UBS genau umgekehrt zu dem was sie eigentlich politisch vorschlägt. Kann man so einer Firma vertrauen ?

  7. Das ist der einzig sinnvolle weg. Es gibt noch zuviele -für ihren verantwortungsbereich- zu hoch bezahlte mitarbeiter im mittleren management. Spätfolgen exzessiver jahre anfangs 2000. wenn man sie aus diesem grund auf die strasse stellt, müssen sie sich bewerben und habe eine lohneinbusse von gut 30%. Also ist es für alle beteiligten sinnvoller, wenn man die arbeit behalten kann und eine legitime lohnanpassung vornimmt. Derjenige der unterbezahlt sein sollte, kann ja wechseln 😉

  8. Ich wundere mich beim Zahlen der Rechnungen wie viele Firmen, selbst wohltätige Institutionen, als Bankverbindung die UBS angeben. Vergleichen die nie die Konditionen ihrer Bank mit denen der Konkurrenz?

    • Intern wurde gern geprahlt, dass man ja so einen Drittel der Schweiz als Marktanteil besässe, also jede dritte Zahlung via UBS läuft. Hm. Das zeigt mir nur, wieviel, bzw. wie wenig Hirn eine stolze Minderheit im Land in der Birne trägt. Aber ich bleibe zuversichtlich, dass Lukas‘ Beiträge am Felsen nagen…dauert halt, aber wie heisst es so schön: steter Tropfen höhlt den Stein! Nur weiter so 😀

  9. Lieber IP, Fakt ist, dass in der UBS der Anteil der über 50-Jährigen in den letzten Jahren konstant gestiegen ist und heute bei über 25% liegt. Ist öffentlich, hat aber den Weg nicht in die Geschichte gefunden.

    • Dann bitten wir doch um glasklare Zahlen, liebe Medienstelle. Und gleichzeitig wäre es doch noch interessant, wie viele ü50jährige (oder ü58jährige im UBS Fall) in den letzten Jahren die vorzeitige Pensionierung vorgezogen haben. Vorgezogen nämlich gegenüber der Entlassung. Ihre Statistik diesbezüglich wird nicht richtig sein, denn bei jenen, die zur Frühpensionierung „angestossen“ wurden, vermerken die Akten ein „freiwillig“. Also gibt Ihre allfällige Statistik nicht die Tatsachen wieder. Wie sagte Churchill über Statistiken: …. Lassen wir das und erwarten gerne Ihre Daten.

    • Die 25 % Ü50 bei der UBS sind sicher alle sog. Directors oder Managing Directors! Ich mag mich gut daran erinnern, als die wenigen (!) Stellvertretenden Direktoren in den Schweizer Banken in den 80er und 90er Jahren noch etwas darstellten, jahrelange Leistung zeigten und die Mitarbeiter an (den meisten) von ihnen hochblicken konnten. Die noch viel (!) weniger Direktoren damals hatten noch länger gedient und waren von den Mitarbeitern noch mehr angesehen. Nochmals an die tausenden (!) heutigen sog. Directors und Managing Directors: it’s time to say goodbye for you! NIEMAND braucht euch!

  10. Es braucht hier aber auch die Politik. Ältere Mitarbeiter sind häufig die teuersten für die Unternehmen weil die Pensionskassenbeiträge deutlich höher sind. Hier ist mehr Flexibilisierung eine mögliche Lösung. Bin gespannt, wie lange die Politik noch schläft.

  11. Der Ansatz der Ökonomen ist interessant. Frage ist, wie viele der älteren, gutverdienenden Mitarbeiter wäre denn bereit weniger zu verdienen? Hier ist ein Umdenken gefragt, welches man nicht von heute auf morgen erreicht.

  12. Ja, es sind wiedermal motivierte Jungmanager zu Gange, die kurzfristig die Unternehmenszahlen aufpolieren wollen. Aber bräuchte eine Grossbank wie die UBS nicht einmal Struktur? Deshalb fallen sie von einem Desaster zum andern. Wahrscheinlich sind sie auch nicht allzu gut gewappnet, sollte sich eine erneute Finanzkrise wie 2008 einschleichen. Dort braucht es ältere Semester, die voller Selfmanagement und Engagement die Lage halten, steuern und wieder zum Laufen bringen.

    Vielleicht wäre dies auch ein Punkt, der die FINMA künftig bei den periodischen Revisionen betrachten sollte: die Substanz und Veränderungen des mittleren und oberen Kaders zu prüfen. Gerade im tertiären Bereich steckt doch Knowhow und Substanz in dieser Mitarbeiter Gruppe.

  13. So, so. Die Ü50-Fachkräfte sollen heute das Brot dünner schneiden, morgen im Regenbogen verhungern, damit sie übermorgen ein Festessen bekommen.

    Dann wird auch noch die AHV unbezahlbar geworden sein, und es braucht eine Riesenzuwanderung, um die Löhne nicht explodieren zu lassen.

    In welchem Zustand muss man den sein, um so eine widersprüchliche Studie zu publizieren? Sag doch A oder B, aber nicht A, B und C. Auf Collagen habe ich keine Lust.

    Regenbogen entstehen, wenn nach dem Regen die Sonne scheint. Der UBS-Regenbogen steht jedoch für zunehmendes Wegschwemmen und noch mehr Regen.

    Der andere Regenbogen bekam die „Ehe für alle“. Der UBS-Regenbogen beschreibt eine Flugparabel mit hartem Aufschlag.

  14. Weber, Ermotti, Zeltner, etc. sind alle über 50jährig. Für die Feudalherren im goldenen Palais gelten selbstverständlich andere Regeln. L’état c’est moi! (bzw. la banque …). Die genannten Herren sind ja auch sooooo unentbehrlich. Aber auch etwas feige, denn sie lassen ihre „Ökonomen“ nun die bad news verkünden. Aber seien wir doch ehrlich. Die Bank hat seit ca. 5 Jahren flächendeckend und unter dem Radar der Öffentlichkeit tausende ü50 in die Frühpensionierung ausgelagert. Die meisten wären wirklich bereit gewesen, Lohneinbussen oder andere Arbeitszeitmodelle einzugehen. Aber da stellt sich die Bank auf stur, bzw. so flexibel sind sie eben auch nicht. Diversity heisst eben bei denen nicht Durchmischen der Altersstruktur, sondern etwas anderes, was man ja beim Frauenbeirat sieht – da findet sogar eine überführte Dopingsünderin noch ein Plätzchen. Einfach krank! Und die Politik schaut zu, anstatt dieser Bank endlich den Stecker zu ziehen.

  15. Das Lohngefüge bei den Grossbanken ist vor allem in den von den Angelsachsen geprägten Bereichen aus dem Ruder gelaufen. Im Investmentbanking verdient ein junger Händler nicht selten deutlich über 200’000 Franken pro Jahr (inkl. Bonus), wogegen sich sein gleichaltriger Kollege im Schweizer Privatkundengeschäft mit 65’000 Franken begnügen muss. Auch die Löhne auf den Führungsstufen (Managing Director und darüber) sind viel zu hoch. Hier geht es um jährliche Gesamtentschädigungen von mehreren hunderttausend (Direktoren) bzw. mehreren Millionen Franken (Generaldirektoren). Diese Managerposten haben im Vergleich zu früher massiv zugenommen. Es würde sich für die Grossbanken lohnen, hier anzusetzen, unabhängig davon, ob die Leute unter oder über 50-jährig sind.

  16. Bei allem Respekt gegenüber den Ü50, welche schon mehr als 10 Jahre bei der UBS arbeiten. Habt ihr nicht gemerkt, dass es nicht gut kommt mit der UBS, dass ihr bei vergleichbaren Jobs weniger verdienen würdet und dass ihr in einer Sackgasse seid und eigentlich nur noch die Situation am Aussitzen seid? Diverse dynamische UBS Angestellte haben vor etwa 8 Jahren nach der Finanzkrise realisiert, dass es bei der UBS längerfristig keine Zukunft gibt und sie haben sich beruflich umorientiert, zum Teil mit Lohneinbussen, aber das war es ihnen wert.

    Langsam kommen mir die Ü50 UBS/CS Mitarbeiter vor wie die unverwüstlichen UBS/CS Aktionäre, welche jedes Jahr an der GV im grossen Plenum sagen, was im Unternehmen alles nicht richtig läuft, aber aufgrund der geringen Stimmzahl vom VR seit Jahren ignoriert werden. Vielleicht hätten auch sie die Aktien besser verkauft als etwas ändern zu wollen, dass sie nicht ändern können.

    Wer mit mehr als 30 Jahren Berufserfahrung keinen Job findet und sich auch nicht selbständig machen kann, hat in den letzten 30 Jahren vielleicht auch nicht alles richtig gemacht. Seid dankbar für eine Frühpensionierung, wo ihr fürs nichts machen immer noch mehr erhält als mancher einfache Bürger fürs Arbeiten und seht es als Chance, nochmal was neues zu machen im Leben. Mit einem stabilen Einkommen und viel Freizeit lässt sich so viel tolles machen im Leben. Wer das nicht realisiert, hat in den letzten 30 Jahren wirklich nicht viel gelernt.

    • @Rechner
      Das hat doch nichts mit 30 Jahren Berufserfahrung zu tun sondern mit dem Alter, ja logo wie mehr Berufserfahrung wie älter aber ü50 will einfach niemand mehr einstellen….. Ich hoffe Du wirst nicht in diese Situation kommen (gehöre auch in einigen Jahren dazu) dann will ich Dein CV sehen mal schauen was Du so gemacht hast… aber sicher nicht viel gelernt sonst würdest Du nicht so einen schwurbel (Merci ElektoMax) erzählen

    • @swiss mountain
      Ich möchte präzisieren, dass Ü50-Mitarbeitende mit Löhnen unter 100k nicht einfach frühpensioniert werden sollten, da braucht es eine sozialverträgliche Lösung. Alle anderen gehören jedoch grundsätzlich zu den privilegierten Bürgern der Schweiz und sollten sich auch entsprechend verhalten. Jammern und sich als Opfer darstellen ist so einem Lohn unwürdig.

      Ich habe 2009 die UBS trotz gutem Lohn (200k+) mit 45 verlassen, weil ich mir folgendes überlegt hatte basierend auf 25 Jahren Berufserfahrung bei diversen Banken.
      Die Geschäften, welche ich für die Bank längerfristig machen konnte, um eine Marge zu erzielen, welche meinen Kosten für die Bank entsprach, konnte ich seit einigen Jahren nicht mehr machen und es sah auch nicht nach einer Besserung aus. Hinter den Geschäften, welche kurzfristig genügend Marge brachten, konnte ich nicht wirklich stehen.

      Noch bezahlte die UBS meinen Lohn und meinen Bonus und hat mir auch manche Ausbildung bezahlt, wofür ich noch heute dankbar bin. Es war jedoch klar für mich, dass aufgrund der Pensionskasse meine Kosten für die Bank längerfristig steigen und meine generierten Erträge längerfristig sinken werden. Noch konnte meine Leistung mit der Leistung der 35-jährigen mithalten, diese hatten jedoch einen tieferen Lohn und es war mir klar, dass ich wahrscheinlich bereits mit 50 nicht mehr mit der Leistung der 35-jährigen mithalten kann. Früher oder später wird dies der UBS auffallen, vor allem weil auch bei der UBS die fetten Jahre vorbei waren und ich leider nicht bis ganz Oben gut vernetzt war.

      Während 25 Jahren bei diversen Banken habe ich jedoch so viele Unternehmen, Kunden, Geschäfte, Transaktionen und Konstellationen gesehen, dass ich sehr gut abschätzen konnte, in welchem Geschäftsfeld ich die grössten Chancen hatte, um mich selbständig zu machen. Viele haben mich damals belächelt, weil ich meinen sicheren Job aufgegeben habe und nun nur noch 150k verdiene. Meine Kinder waren damals jedoch bereits ausgezogen und meine Frau hat mich bei meinen Plänen unterstützt. Ich konnte nochmals etwas Neues aufbauen, hatte Freude an meiner neuen Aufgabe, bin heute mein eigener Chef und kann das Unternehmen auch mit weniger Einsatz führen, ab und zu sogar aus dem Ausland, wo ich ein Ferienhaus habe und die Lebenskosten tiefer sind. Wenn alles gut geht, kann ich dieses Unternehmen auch noch bis 70 führen, um meine nicht mehr ganz so gute Rente aufzubessern. Heute bin ich froh, dass ich nicht mehr bei der UBS bin, da ich jetzt sicher auch auf der Abschlussliste stehen würde, da ich seit Jahren nicht genügend Marge erzielt hätte für meinen Lohn. Mit etwas gutem Willen gelingt dies sicher nicht nur mir.

  17. Als Cobol-Crack mit 55 bei UBS geschasst, jetzt ein konkretes Angebot über einen Headhunter für CHF 150.-/Stunde B E I U B S …
    Leider habe ich das Symbol „Stinkefinger“ nicht gefunden, sonst würde ich es UBS schicken…

  18. Ich lach mich krank! Die Aktion wurde gestern prominent in der Tagesschau präsentiert in kommentiert. Viel Bla bla – nennt das Kind doch beim Namen. Es handelt sich um Lohnkürzungen und Lohneinsparungen, das Deckmäntelchen mit dem sozialen Touch kann man weglassen. Die Leite ü50 sind nich plötzlich Blumenkohl. Um wenn man es schon macht, dann sollen bitte die Herren und Damen in der Chefetage vorangehen, die sind in der Regel alle über 50. Dort kann gespart werden, nicht beim Fussfolk!

  19. Super, eine Studie über ü50iger schreiben und frech noch Massnahmen vorschlagen, wie das Problem behoben werden soll…und selber als Arbeitgeber konsequent die ü50iger abbauen…. ich als ex-ubsler und ü50iger kann da nur ungläubig den Kopf schütteln und bin einfach froh, arbeite ich nicht mehr für diese Bank…wünsche meinen Altersgenossen bei meinem ehemaligen Arbeitgeber viel Glück….

  20. Selbst schuld, wer mit der UBS noch Geschäfte macht. Die Bank hat in der Schweiz jegliches Vertrauen verspielt!

  21. „Flächendeckende Lohnkürzungen und Frühpensionierungen“

    Und dann beklagen ein paar (betuchte) Politiker, dass immer mehr Menschen Einkaufstourismus pflegen und dem einheimischen, hochpreisigen Markt den Rücken kehren – kehren müssen!!!

    Ich habe vor kurzem einen persönlichen Vergleich angestellt, als Metapher zu verstehen.

    Was kostet ein Hefewürfel à 42 Gramm (die standardisierte Verkaufsmenge) für das täglich Brot:
    Volg Schweiz: 40 Rappen.
    Lidl Schweiz: 25 Rappen.
    Aldi-Süd Deutschland: 9 Cents.

    Wie war das mit dem Ast, auf dem man sitzt?
    Wer hat die Säge in der Hand?

    Auch ich als kleiner Konsument und Frührentner MUSSTE beginnen, mich zu optimieren.

    Die Schweizer Wirtschaft tut es auch, schon viel länger als ich, leider!!!

  22. Willkommen in der realen Welt. Aber die sogenannte „oberen“ kaufen sich mit diesen rücksichtslosen Vorgehen ja höchstens ein paar Jahre Zeit. Der Bankenplatz Schweiz ist ja schon eine Zeit lang tot hat es nur noch nicht gemerkt. Das alte Geschäftsmodell ist passé und die „oberen“ sind nicht klug genug um ein neues zu erarbeiten. Die hohen standkosten, neue Regulierungen (Mifid, AiA, etc) sowie fehlender EU passport werden den Rest erledigen. Der Fall der „oberen“ wird um so tiefer sein und ein paar werden wahrscheinlich dem traurigen Beispiel ihres ZKB Kollegen folgen wenn sich der Lebensstil nicht mehr finanzieren lässt.

  23. Immer wieder interssant, mit welchen Methoden die Grossen Banken ihre Fehler kaschieren. HR eine Katatstrophe nach der Andern, Outsourcen ohne die realen Kosten zu eruieren usw.
    Da sind Manager am Drücker, meist wohl aus US Beständen, die einfach nur kurzfristiges Erfolgsdenken pflegen und dann kassieren. Den Scherbenhaufen dürfen andere zur Seite räumen.
    Aber noch schlimmer, der Kunde einer UBS, CS usw. interessiert nur noch am Rande, am meisten, wenn es um’s Abzocken geht (z.B. Bankgebühren).
    Aber die oberen 100 schützen ihre Gärtchen und Gepflogenheiten wie der Teufel das Weihwasser.

    Ach ja liebe HR Manager, Ihr seid auch schon fünfzig Plus und werdet nicht jünger, geht Ihr dann freiwillig ohne Abgangs-Bonus ?

    • Ich will HR Mitarbeiter bei Grossbanken beim besten Willen nicht schützen, aber sie sind meistens nur die Henker welche die Befehle von oben ausführen. Mitarbeiter die sich gemoppt oder ungerecht behandelt fühlen sollten bitte nicht so naive sein und glauben das HR Ihnen helfen kann. Im Gegenteil, wer sich an HR wendet macht die Sache in den meisten Fällen nur schlimmer.

  24. schon komisch wie die Fahne manchmal weht, denn der Grundtenor vor nicht mal fünf Tagen klang in der Story „Irrglaube Outsourcing: CS Vollgas, UBS korrigiert“ doch so schön.

  25. Ohne Risiko, vollversichert oben exorbitant als Angestellte absahnen können wie ein sehr erfolgreicher Unternehmer nach Jahrzehnten von Arbeit und eigenem Geld und oft seiner Existenz im Risiko?! Lächerlich! Hoffentlich werden die Aktionäre endlich vernünftiger und wählen solche GLs und VR ab. – Aber wahrscheinlich sind die angestellten Entscheidungsträger bei Pensionskassen und Fondsgesellschaften korrupt.

    • Die Aktionäre werden gar nichts tun, weil die Grossaktionäre ein Interesse daran haben, dass die Kosten gesenkt werden und das Unternehmen noch mehr Gewinn generiert. Zudem besitzen die Top-Manager dieser Bank ebenfalls einen beachtlichen Anteil an Aktien. Die haben also auch ganz sicher kein Interesse, daran etwas zu ändern. Somit bleiben noch die Aktionäre von der Strasse, die dies anders sehen, als die oben genannte Gruppe, aber deren Aktien anteilig dürfte wohl max. bei 15% liegen – somit klar in der Minderheit. Mein Rat – vergessen Sie Aktien von UBS, CS & Co., weil Sie als Kleinaktionär sowieso nichts ausrichten können. Setzen Sie Ihren Fokus auf viel kleinere Unternehmen – macht eh viel mehr Spass und das Frustpotential ist viel, viel kleiner.

  26. Herrlich geschrieben, auch die Titelwahl ist frech. Nur das Lachen bleibt mir im Hals stecken, denn ich bin Ü50 und weiss wie die UBS ohne wenn und aber umsetzt.

    • Hoffend hast Du in der Vergangenheit genug abgezockt, sonst muss Margie wenn sie Dich entlässt, via Sozialplan oder privat für Dich aufkommen…und ich glaub, sie mag keine Vorgesetzten ü 50…

  27. Hoffentlich müssen bald die teuren Ü50 Manager, Ermotti, Gähwiler, Verwaltungsrat und Co. jüngeren und hoffentlich viel billigeren Fachkräften weichen! Wieviele sog. Managing Directors hat die UBS? 2’000? Und wieviele von denen sind Ü50? It’s time to say goodbye for you!

  28. Wenn man ganz nüchtern den massenweisen Abbau von MA, bis Ende 2020 rund 25’000 allein im Bankensektor betrachtet, dann wissen die Banken, dass mind. 2/3 er legalisierten Vermögen von Ausländern resp. mind. 1/3 der schon immer offiziellen Asset auch von ausl. Kunden abfliessen werden. Auch wissen die Banken, dass sie mit den heutigen Gesamtgebühren für einen Ausländer von total 2,5 % im Jahr nie und nimmer mithalten können. Diese müssen mind. halbiert werden, damit ausländische Kunden wieder in die Schweiz kommen. Mit der Digitalisierung brauchen Kunden keine von der Direktion gezüchteten Derivative- bzw. Strukiberater mehr, durch Fintec usw. kann der Kunde seine Produkte selber suchen.

    • Sie unterschätzen das viele Personen ein Gegenüber benötigen um im schlechtesten Fall die Schuld abschieben zu können (Berater, alle Gottheiten, Arzt, usw..), und dies funktioniert bei Computern sehr schlecht…der ignoriert Sie einfach 🙂 Gewalt wird mit Stromschlägen gerächt also vorsichtig ! Sehr viele Fintech Firmen werden noch pleite gehen, da schlicht die Kundschaft fehlen wird. Die nächste Generation ist vielleicht motivierter die Schuld beim Versagen sich selbst zu geben und zu akzeptieren, wir werde es sehen.

    • Und wenn sie noch nicht gegangen sind, dann bleiben sie eben doch. Die ganze Legalisierungsstory ist seit mindestens fünf Jahren (in Bezug auf die US-Kunden seit 10 Jahren) gegessen. Diejenigen welche geblieben sind, werden dies weitestgehend auch in Zukunft tun.
      Das viel grössere Problem im Banking ist derzeit doch im Umstand zu finden, dass es mit Minuszinsen gar keine Vermögensverwaltung mehr braucht. Um das Geld auf dem Konto zu parkieren, benötigt niemand eine teure Analyse. Also lieber Max, hoffen wir auf höhere Zinsen und dann wird sich die ganze Beratungsmisere (hoffentlich) auch wieder normalisieren!

  29. Studie der UBS: Die Mär vom Wachstum und des Fachkräftemangels kann ich nicht mehr hören. Der grösste Teil des Wachstums der letzten Jahre ist nur der Zuwanderung geschuldet. Wenn immer mehr Leute kommen, braucht es auch immer mehr Leute. Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht.

    • Das Pro-Kopf-BSP hat dank der (PFZ-)Zuwanderung abgenommen, die Reallöhne (abgesehen von den Bonikönigen, die in ihrem System von gekauften „Compensation-Beratern“ und abhängigen und scheinheilig-feigen VR eh nehmen können, soviel sie können) sind gesunken. Nur die Dichtefaktoren haben zugenommen: Staus und überfüllte Züge, Miet- und Wohn-Immobilienpreise, Dichtestress, Kriminalität. Einfach super!