Zwei UBS-Frauen fighten, Zeltners Liebling gewinnt

Ultra-ehrgeizige Stabschefin verreist in Sabbatical – Vorgängerin und Widersacherin obsiegt – Steht in Chef Jürg Zeltners Gunst.

Simone gegen Mara Harvey, lautet das Duell. Den ganzen Namen von Simone darf man auf Geheiss der UBS nicht nennen, sonst drohen Klagen.

Auch so liefert der Fight Gesprächsstoff für die halbe Grossbank. Er spielt sich ganz oben im Bereich Wealth Management ab, wo Jürg Zeltner, ein oft unterschätzter Berner, das Sagen hat.

Auf der einen Seite des Streits steht Simone, eine ehrgeizige Aufsteigerin, die ihren Weg durch unerschütterliche Loyalität nach oben und unzimperlicher Härte nach unten gemacht hat.

Ihr gegenüber Mara Harvey, sie ist Simones Vorgängerin auf dem Stuhl der Stabschefin von Jürg Zeltner.

Zwei UBS-Spitzenfrauen, zwei, die in der angelsächsisch geprägten Ellbogen- und Machtkampf-Kultur gross geworden sind, zwei, die ihren Einflussbereich auf die Zentrale in Zürich ausgedehnt hatten.

Simone gegen Mara, und der Sieg geht an … Mara.

Das sei kein Zufall, wird intern moniert. Mara Harvey sei mehr als nur eine Managerin. Sie würde hoch in der Gunst von Divisionsleiter Zeltner stehen – auch persönlich.

Chef Zeltner und seine Mara Harvey würden sich blind verstehen, sagen mehrere Quellen.

Das Gleiche galt lange auch für das Verhältnis zwischen Zeltner und Simone. Umso grösser war in der Vermögensverwaltung die Überraschung, als Simone vor ein paar Wochen die Waffen streckte.

Per Mail wurde sie gegenüber der Crew im vieltausendköpfigen globalen Wealth Management der UBS mit der Erklärung verabschiedet, sie würde per sofort ein „Educational sabbatical“ antreten.

Später würde Simone dann zur Grossbank zurückkehren. Wann das sein wird und in welcher Funktion der einstige Shooting Star für die Bank wieder aktiv würde, das allerdings blieb offen.

Mit Simones Sabbatical endet eine der steilsten Frauenkarrieren bei der UBS, welche sich die Frauenförderung auf die Fahnen geschrieben hat.

Bei diesem Kulturwandel zu mehr Frauenpower war Simone eine interne Frontrunnerin und ein Aushängeschild.

Sie gehörte seit zwei Jahrzehnten zum Management der Bank, steht im Range eines Managing Directors, ist also Teil der 2’500 Elitechefs der Bank.

Von der Arbeitgeberin wurde sie an US-Kaderschmieden gefördert, war aktiv für interne Vorzeigeprojekte wie Diversity, sprich Vielfalt der Kulturen innerhalb der UBS.

Zuletzt hatte sie Leitungsaufgaben in UBS-Stiftungen, mit denen die Bank sowohl grosse Kunden anzog als auch vorgab, Gutes für die Menschheit zu kreieren.

Vor 5 Jahren schaffte Simone den entscheidenden Karrieresprung. 2012 wurde sie Stabschefin von Jürg Zeltners weltweiter Vermögensverwaltung.

Dort betreut die Nummer 1 der Schweiz gegen tausend Milliarden Kundenvermögen. Es ist ihr Unternehmens-Motor.

Simone hatte sich den Ruf einer nicht zu bremsenden Terminatorin eingehandelt. Hatte sie einmal einen Auftrag von Chef Zeltner gefasst, so sei sie nicht zu stoppen gewesen, sagt eine Quelle.

Ihr Wirken hätten zahlreiche Kollegen und hohe UBS-Manager zu spüren bekommen. Wer sich Simone in den Weg gestellt habe, der sei von ihr überrollt worden, meint der Gesprächspartner.

„Leadership by Angst, Verdrehung, Unklarheit, Gerüchten, Indiskretion, gegeneinander Ausspielens“, meint der Mann.

Bei Zeltner sei die Frau jahrelang hoch im Kurs gestanden. Vielleicht gerade deshalb. Jedenfalls habe Simone dessen Befehle nie hinterfragt oder ihm mögliche negative Konsequenzen aufgezeigt.

Ausführen, Marsch!, lautete das Motto rund um Simone. Bei der Befehlsentgegennahme ebenso wie bei der Weitergabe der Durchsagen von oben an die Mannschaft.

Ihren Meister fand Simone in Mara Harvey. Diese war bis 2012 selbst Stabschefin von Jürg Zeltner, sass also auf dem Stuhl, den Simone damals von ihr übernahm.

Mara zog es danach an die Front. Statt im Backoffice die Projekte durchzupeitschen, durfte sie mit Kunden über Anlagen reden.

Mit dem Wechsel ins Business vergrösserte sich die Macht von Mara Harvey. Die kürzlich angekündigte Grossoffensive zur Gewinnung von reichen Kundinnen ist auch auf ihrem Mist gewachsen.

Harveys Aufstieg wurde zu Simones Fall. Laut UBS-Stimmen sei Mara Harvey wichtig gewesen beim Stimmungswandel von Jürg Zeltner. Der kam am Ende zum Schluss, dass Simone nicht mehr die richtige ist für sein Riesenreich.

Im Unterschied zu anderen Personalien bettet er seine Ex-Vertraute weich. Sie darf sich weiterbilden.

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

33 Kommentare zu “Zwei UBS-Frauen fighten, Zeltners Liebling gewinnt

  1. Simone und Mara, beide zwei Abgehobene ohne wirklichen Bezug zum Geschäft. Schön, wenn man sich so Aushängeballast leisten kann.

  2. Ach, dass jetzt sogar Simone hier diskutiert wird ist wohl zuviel der Ehre. Sie ist ja erst vor kurzem zum Managing Director aufgestiegen und hat noch viele Lücken im Erfahrungsbuch. „Chieff of Staff“ (ja, je mit 2″f“) nennt sie sich auf der Weltplattform LinkedIn – der fehlende Hang zum persönlichen Detail ist ihr jetzt zum Verhängnis geworden. Sie wird NICHT zur UBS zurückkommen – soviel ist klar, wenn man ihr Personaldossier liest. So long, Simi!

    • À propos LinkedIn: Bei Mara heissts unter Ausbildung „Leasderahip in Financial Services“. Hab keine Ahnung, was die quadrilinguale Frau Doktor damit meint.

    • Zwei aufgeblasene ohne jegliche Substanz. Etwas bluffen, ein Harvard-oder anderes Blümlein-Sommer-Kürsli, um die Naiven zu beeindrucken, und ein arrogant-elitärer Auftritt, der MD-Titel ist damit in der Tasche.

    • @Ringgi & Zofi: in der Tat, die Damen können das Wort „Leadership“ nicht mal buchstabieren. Ahnung davon, was das ist, haben sie wohl noch viel weniger. – Hach, wieviele „Leader“ es auf all den „Management“-Etagen doch gibt! Jeder ein Leader, aber hallo!! – Die wenigsten könnten tatsächlich eine Pfadigruppe führen!

  3. Wo bleibt da die Durchsetzung interner Policies welche es verbieten, mit ehelichen oder partnerschaftlichen Kollegen nicht in einer Liniestehen zu dürfen? Intriganz in Reinkultur.

  4. Die UBS-Unique- u. UHNW-Tätschmeisterin soll also auch nur soweit gekommen sein, weil sie ihrem Chef schöne Augen macht? Was dazu wohl das neue UBS Advisory Board meint? Entspricht ja nicht gerade dem Selbstverständnis dieses Damenzirkels.

  5. Was für ein Klassiker und was für eine Frechheit. Da verliert eine ambitionierte UBS-Karrierefrau das Rennen (tja, die Luft ist ganz oben auch für Ladies dünn) und was macht sie? Schmeisst den Bettel hin und geniesst auf Kosten der Aktionäre das süsse (aber sehr gute bezahlte) Nichtstun. Hätte einer ihrer Untergebenen so wehleidig reagiert hätte sie ihn (zurecht!) gefeuert. Geht gar nicht!

  6. Wenn (ehrgeizige) Frauen männerartige Karrieren machen wollen, so müssen sie akzeptieren, dass es auch abwärts gehen kann. Das ist Teil dieses Spiels, Frauenförderung hin oder her. Immerhin dürfte, wie bei Banken üblich, eine saftige Sabbatical-Entschädigung herausgeschaut haben.

    • Google hilft weiter! LH wird Sich kaum leisten wollen, dass der Name hier erwäht wird. D.h erwähnt schon, das wird er bereits, halt leicht versteckt.

    • Ganz einfach in Google eingeben e voila schon siehtst du auf LinkedIn wie die Damen mit Nachnahmen heissen inkl. VC. Internet ist doch immer wieder eine geile Sache.

  7. Wenn Karriere Weiber kämpfen dann geht die Post ab. Übrigens, ich warte gespannt auf den Kommentar von MdP. Wo ist der eigentlich? Schon lange nichts mehr gehört.. Entweder in den Ferien oder im Knast 🙂

    • You are jocking „Bonus“ 😂 Thats just the next step before the MD gets 🚀

  8. Die Gerüchteküche läuft schon lange heiss was die Relation von Mara und Jörg betrifft. Insofern ist die Siegerin im Duell überhaupt nicht überraschend.

  9. Interessante „Geschichte“, wenn sie so stimmt ?! Könnte man das auch „Zickenkrieg“ nennen ? In Inside Paradeplatz erscheinen immer wieder sog. „Gesellschaftsinfos“, was zu begrüssen ist, allerdings wäre dieser Service noch zu vervollständigen, wenn Herr Hässig dazu noch Fotos liefern könnte, dann kann man/frau sich auch ein „Bild“ von den „besprochenen“ Persönlichkeiten machen. Besten Dank

  10. UBS-Originalton: „Außerdem würden Frauen Wert auf einen Dialog legen, bei dem ihre Wertvorstellungen stärker im Vordergrund stehen als die reine Anlageperformance.“

    Die UBS muss also performancemässig nicht mehr „liefern“.
    Zum Totlachen, die angeblichen Präferenzen der Damen …. aber angenehm für die UBS.

    • Tatsächlich, ein Brüller, dieser gequirlte Bullshit! Meine Nerven, was für ne „Anstalt“ ist die UBS eigentlich!

  11. Der smarte Berner Oberländer mit dem unwiderstehlichen Bergler Charme gilt als grosser Förderer von Frauen, mit denen er es in der Regel sehr gut kann. Offenbar hat er auch in diesem sehr delikaten Fall eine salomonische Lösung gefunden. Im Moment wird Frauenförderung bei UBS sowieso gross geschrieben und ein grobschlächtiger Rausschmiss einer nicht genehmen Managerin würde da nicht ins Bild passen.

  12. Tja, wer eine Lawine auslöst, droht von ihr überrollt zu werden. Sofern der Artikel so stimmt, muss das Simönchen eine ziemliche Dampfwalze gewesen sein. So schnell verglühen angebliche Stars in der Finanzwelt. Vielleicht sieht ja Mara besser aus als Simone.

  13. Typisch: solange es gut läuft, wird nach Medienaufmerksamkeit gegiert bis zum geht nich mehr.
    Läufst mal schlecht, dann droht man mit Klage.

  14. Passt zu den Personalentscheidungen von UBS und Jürg Zeltner, die oberste Kaste wird immer weich gebettet, während die grosse Mehrheit (und vermehrt ü50) einfach auf die Strasse gestellt werden. Bin froh, den Absprung geschafft zu haben und nicht mehr für diesen Laden arbeiten zu müssen……….

    • würd ich auch so sehen, bin einfach nur froh, nicht mehr in diesem Laden arbeiten zu müssen – wer hier noch mit einem gesunden Menschen-verstand unterwegs ist und nichts mehr versteht, macht alles richtig. In ein paar Jahren arbeiten bei der UBS nur noch Narzisten und Wichtigtuern. Ich empfehle jedem, sein Dossier wieder aufzupöbeln – es gibt auch ausserhalb der Bank und Finanzbranche noch gesunde Unternehmen !