Klein-Dave Blumer: Immer grösser bei Blackrock

CS- und Swiss-Re-Mann steigt bei globaler Nr. 1 weiter auf – Chef Alternative Anlagen – Sky als Limit für Kielholz-Zögling?

David „Dave“ Blumer vermasselte es bei der Credit Suisse. 2008 erhielt er eine neue Chance bei der Swiss Re als Chef Asset Management – Förderer Walter Kielholz sei Dank.

Vor 5 Jahren ging Blumer dann überraschend weg aus Zürich. Er wurde Europachef der grossen US-Investmentfirma Blackrock. Diese hält an vielen Grossfirmen Anteile.

Und sie hat vor allem mit ihren Aktienfonds den Banken die Show beim Anlegen gestohlen. Heute ist Blackrock der weltgrösste Vermögensverwalter, mit 5,7 Billionen Dollar verwalteten Assets.

Die UBS hat rund die Hälfte, die CS noch weniger.

Blackrock ist der neue Gradmesser im weltweiten Anlagegeschäft, ihr Chef Larry Fink der grosse Guru des heutigen Finanzsystems.

Fink hat zwei Schweizer zu sich geholt. Neben „Kid“ Blumer auch Philipp Hildebrand, den gestrauchelten Ex-Nationalbank-Präsidenten.

Während Hildebrand vor allem Reden hält und damit Werbung für Blackrock auf den Weltbühnen macht, zählt Blumer zu den 10 wichtigsten und entscheidendsten Managern der US-Firma.

Blumer macht, Hildebrand spricht. Das kommt nun auch mit einer Beförderung zum Ausdruck. Gestern meldete die Nachrichtenagentur Reuters, dass Blumer neuer weltweiter Chef der Alternativen Anlagen bei Blackrock wird.

Die Funktion des Schweizer, der nächstes Jahr 50 wird und als VR-Präsident auch dem Schweizer Ableger von Blackrock vorsteht, ist Teil eines grossen Führungsumbaus ganz oben.

Blumer übernimmt die Division Alternative Anlagen von einem langjährigen Blackrock-Bigboss, der sich auf die USA konzentriert.

Gleichzeitig gibt der Schweizer die Verantwortung für die Region Europa ab. Diese liegt ab sofort in den Händen einer Frau.

Laut Reuters würden die Personalien „frisches Blut in die obersten Blackrock-Ränge“ pumpen. Der Reuters-Journalist, dem ein internes Blackrock-Memo vorliegt, sieht die Änderungen vor dem Hintergrund der Nachfolge des grossen Chefs Larry Fink.

Er nennt ein paar Blackrock-Cracks, welche Fink als CEO dereinst beerben könnten, darunter den Finanzchef, den erwähnten Amerika-Chef, den Mann fürs Back Office und den Chef der globalen Index-Produktlinie namens iShares.

Der Name Blumer fällt in dieser Aufzählung nicht. Doch klar ist, dass der Schweizer mit der erstmaligen Übernahme einer globalen Rolle nochmals einen Schritt nach oben in der Blackrock-Hierarchie gemacht hat.

Blumers Alternative Anlagen stellen zwar nur 2 Prozent der gesamthaft verwalteten Vermögen von Blackrock dar, während die iShares-Produkte auf viel mehr kommen. Doch sie trugen zuletzt 6 Prozent zum Gewinn bei.

Blumer, der als oberster Chef des Asset Managements der Swiss Re gewisse Erfolge erzielt hatte, muss nun die Alternativen Anlagen von Blackrock ausbauen und zu einem Faktor machen.

Der Schweizer mit Wohnsitz im günstigen Wollerau SZ war ursprünglich ein Ziehsohn des grossen Oswald Grübel. Nachdem es dieser in der CS im 2002 ganz nach oben geschafft hatte, machte er den damals erst 35-Jährigen zu seinem Chef für die Division Asset Management.

Grübel hielt stets grosse Stücke auf Blumer, den er aus der zweiten Hälfte der 1990er Jahre gekannt hatte. Blumer gehörte damals zur Truppe rund um Burkhard Varnholt, welche die Absolute Return-Produkte der CS ausrollte.

Blumers Zeit bei der CS war nach Grübels Abgang im 2007 zu Ende. Laut Quellen hatte er im Asset Management der Grossbank zu wenig Erfolge vorzuweisen. Die Amerikaner rund um Grübels Nachfolger Brady Dougan übernahmen das Steuer.

Sein neuer Mentor Walter Kielholz, der ab 2002 neben seinem Mandat bei der Swiss Re auch das Präsidium der CS innehatte, sorgte dafür, dass Blumer in eine Spitzenfunktion zum Rückversicherer am Seeufer wechseln konnte.

Mit 40 wurde Blumer dort zum jüngsten Mitglied der obersten operativen Führungscrew. Und er erklomm sogleich die Vergütungsspitze.

2008 verdiente Blumer 14,5 Millionen, dies dank der Abgeltung seiner bei der CS zurückgelassenen Bon im Umfang von 7 Millionen.

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18 Kommentare zu “Klein-Dave Blumer: Immer grösser bei Blackrock

  1. Ich finde die Kommentare schon etwas seltsam. Ich kenne Blumer nur beiläufig, aber: wer sowohl in der CS, Swiss Re und Blackrock an solche Posten herankommt, kann nicht nichts können. Alles nur mit Beziehungsfilz abzutun finde ich billig. Beziwhungen schaden nicht, aber Entscheidungsträger auf diesem Niveau sind nicht dumm. Einen absehbar Unfähigen würden sie allen Beziehungen zum Trotz nicht.in solche Positionen hieven. Also Leute, bleibt mal cool.

    • @Barth; falsch in diesen Sphären muss man vom Business nicht viel oder nichts verstehen, dafür sind Untergebenen da, die man dirigieren und denen das delegieren kann. Delegieren hat er sicher von seinem Vater gelernt und er selbst war ja auch Off. im Militär. Es ist leider nur FILZ.

    • @Barth:
      Ich möchte mich hier nicht über die Fähigkeiten von David Blumer auslassen, denn ich kenne ihn weder persönlich noch beruflich näher.

      Ganz allgemein ist es doch so, dass Leute, die mal ganz oben waren, oft auch da bleiben, nicht zuletzt dank Netzwerk und/oder Förderern.

      Dem Vernehmen nach kannten sich aber Walter Kielholz, meines Wissens ehemaliger Hauptmann der Artillerie, und David Blumer’s Vater Hans-Rudolf Blumer, zuletzt Divisionär und Kommandant Generalstabsschulen, vom Militär her …

      Und so nahm die Geschichte ihren Lauf: David Blumer stiegt zuerst bei CS auf, danach bei der Swiss Re. Und in beiden Firman sass (bzw. sitzt) Walter Kielholz im Verwaltungsrat.

      Wenn Sie noch mehr wissen wollen, wäre auch folgender IP Artikel vom 23.10.2012 lesenswert: https://insideparadeplatz.ch/2012/10/23/was-steckt-hinter-abgang-von-superkid-dave-blumer/

    • @Marti und Urschweizer: ich weiss um die „Patenrolle“ Kielholz‘. Das hat sicher geholfen, insbesondere beim Wechsel zur Swiss Re. Bei Blackrock scheint er sich aber nicht blöd anzustellen. 99% der Blogleser wären mit Bestimmtheit überfordert in seinem bisherigen Job dort. Er ist ganz offensichtlich ein cleveres Bürschchen.

    • @Barth:
      Darf ich Sie daran erinnern, dass ich folgendes geschrieben hatte:

      Ich möchte mich hier nicht über die Fähigkeiten von David Blumer auslassen, denn ich kenne ihn weder persönlich noch beruflich näher.

      Sie schreiben nun:
      > Er [David Blumer] ist ganz offensichtlich
      > ein cleveres Bürschchen.

      Wunderbar! Super!! Grossartig!!!! Ein Genie mehr!!!!!!!! (Ok, ein *Finanz*-Genie mehr.) Das freut mich für ihn!!!!!!!!!

      Beeindruckt bin ich trotzdem nicht. Nicht im geringsten.

      Leute, die mich beeindrucken sind Warren Buffet, Charlie Munger und Edward Thorp. Oder Emanuel Derman. Und Fisher Black.

      Und im Vergleich zu denen ist Davey bestenfalls ein Abziehbildchen.

      Wie auch Philipp (my wife did a few questionable foreign exchange deals, but how was I to know?!) Hildebrand.
      Oder Markus (my financial accountant did a few deals on Zurch financial instruments while I just happend to be CFO, but how could he know? Or I??) Rohrbasser.

  2. Alternative Anlagen heisst grösstenteils Private Equity! Bei PE wird viel geredet, nichts gemacht und alles schön dargestellt.

    Das ist Blumers Welt!!!

  3. Skandalös…
    Das geht einfach um FILZ… Dieser Typ kann praktisch nichts..
    Selbst wenn es um Beziehungen ginge… ok. fine aber Er kanns nicht.
    Sind diese Leute Blind??? Oder zählt Qualifikation heute nicht mehr?
    Ich verstehe das nicht…

    • Ein Berufsmann wie früher ein Robert Jeker musste sich stets beweisen, bis er oben angekommen ist bei der SKA.

      Ein Uni Abschlüssli und Beziehungen oder Networking wie es heute heisst, reicht vollends. Ob Du gut oder eine Flasche bist, spielt keine Rolle.

    • Dieser Typ kann praktisch nichts?

      Also bitte! Immerhin zieht sich Dave immer sehr gut an. Und er kann sehr gewinnend lächeln. Wenn er denn will. Als Dressman könnte er durchaus bestehen.

      Übrigens erinnert mich Anthony „The Mooch“ Scaramucci, immerhin 5 Tage lang US Regierungssprecher, ein wenig an Dave …

  4. Dieser Artikel kann man vergessen:
    …Blackrock hat sicher keine Minimalisten an Spitzenfuktionen und wenn, dann überleben sie nie lange.
    …..Dank Blackrock kam, ist und wird die Vermögensverwaltung- und ETF Branche weiter unter Druck kommen mit den Abzockgebühren.
    …Danke Blackock!!

  5. Verwaltungsratspräsident bei Blackrock Schweiz ? Wie ist es möglich, dass die FINMA das zulässt ?

    Bankengesetz Artikel 3f:

    „Die mit der Geschäftsführung einerseits und der Oberleitung, Aufsicht und Kontrolle anderseits betrauten Personen der Finanzgruppe oder des Finanzkonglomerats müssen einen guten Ruf geniessen und Gewähr für eine einwandfreie Geschäftstätigkeit bieten.“

    • Sher geehrter Herr Incider

      Möchten Sie etwa tatsächlich behaupten, dass David Blumer *keinen* guten Ruf genösse?

      Das kann ich mir ja gar nicht vorstellen!

      Allerdings war sein Abgang bei der Swiss Re sehr rassig, ja er wirkte auf mich etwas überstürzt: Am 6. Oktober 2012 wurde bekannt gegeben, dass Herr Blumer die Swiss Re auf Ende Monat auf seinen Wunsch hin verlassen werde. Wohin war unklar. Und Herr Kielholz lobte die Leistungen des Herrn Blumer in den höchsten Tönen.

  6. In der Finanzindustrie scheint alles möglich, egal welche Vergangenheit man hat. Die Menschen vergessen von heute auf morgen. Das Unwissen oder die Ignoranz der Menschen machen es möglich. Faszinierend.

    • Möglich ist das aber nur in der oberen bis obersten Kaste ab mindestens Stufe Managing Director. Die fallen immer irgendwie oder irgendwo wieder auf die Füsse. Es gibt für die immer Jöbbli entweder noch weiter oben oder dann im Elefantenfriedhof der Grossbanken, wo die Direktörli noch die Zeit bis zur Pension mit einem fürstlichen Gehalten absitzen können.