Aktie der Nationalbank geht durchs Dach

Heute früh 2-stellig zugelegt – Verdreifachung in 12 Monaten – Investoren sehen SNB als extrem wertvollen Staatsfonds.

Die Schweizerische Nationalbank hat ein neues Problem. Ihre Aktie wird zum heissen Insider-Tipp. Ausgerechnet die für die Ewigkeit gebaute Institution ist auf dem Niveau von Bitcoin und Tech-Hype gelandet.

Allein heute Vormittag ist der Titel um 10 Prozent hochgeschossen. Kurs: 4’700 Franken, und ein Nachlassen ist nicht in Sicht.

Die Beschleunigung nach oben ist dramatisch. Noch vor einer Woche kostete die Aktie 3’800 Franken. Kursgewinn seither: ein Viertel, 25 Prozent.

Losgegangen mit dem Ab durch die Decke war es vor Jahresfrist. Damals war die SNB-Aktie sprunghaft auf über 2’000 Franken hochgeschossen. In der Folge bewegte sich der Titel in ruhigeren Bahnen – bis es nun erneut zu einem steilen Anstieg kam.

Ein Sprecher der Nationalbank meinte vor Jahresfrist, die Bank wisse auch nicht, wer hinter der Nachfrage nach dem Valor stecken würde.

Wer, das ist aber gar nicht das Thema. Fakt ist: Die SNB-Aktie ist begehrt wie ein Goldklumpen. Das überrascht die einen enorm, die anderen überhaupt nicht.

Es gibt diese zwei Lager, und sie stehen sich fundamental gegenüber – wie zwei Sekten, die je die Wahrheit für sich reklamieren.

Auf der einen Seite sind die Dividenden-Gläubiger. Sie argumentieren damit, dass die SNB eine Dividende von maximal 15 Franken pro Aktie ausschüttet, solange sie genug Gewinn erzielt.

15 Franken entsprachen 1,5 Prozent Dividenden-Rendite bei einem Kurs von 1’000 Franken, bei 2’000 Franken waren es noch 0,75 Prozent.

Seit die Aktie über 4’000 liegt, kommt der Investor auf weniger als 0,375 Prozent Rendite.

Immer noch besser als Negativzinsen auf Bundes-Anleihen, sagen sich viele. Entsprechend könnten sie zukaufen.

Doch klar ist bei dieser Betrachtungsweise, dass die SNB-Aktie nicht mehr allzu viel Potenzial nach oben hat.

Nun gibt es aber dieses zweite Lager – quasi die entgegengesetzte Sekte. Wer zu ihr gehört, der regt sich fürchterlich auf über die Leute, die seit Jahr und Tag mit der Dividende argumentieren.

„Intellektueller Schwachsinn“ sei das, enervieren sie sich. Das zeige allein ein Blick auf die Börsenbewertung der Schweizer Zentralbank.

„Dass die SNB mit ihren Milliarden an Aktien und Obligationen in ihrer Bilanz nur ein paar Hundert Millionen Franken wert sein soll, ist doch völlig absurd“, führt ein Vertreter dieses Lagers aus.

In dessen Augen ist die SNB längst einer der grössten Assetmanager der Welt. Oder genauer: ein gigantischer Staatsfonds mit unheimlich attraktiven Assets.

Der Gesprächspartner vergleicht die SNB mit der norwegischen Norges Bank. Diese investiert die vielen Milliarden aus Erdölerträgen in den Weltmärkten: in Aktien, Obligationen, Häuser, Rohstoffe. Er tut dies im Auftrag des Staates Norwegen – also der Bürger.

Die Norges Bank hat Anteile an zahlreichen Grossfirmen, so auch an der Credit Suisse. Diese Woche wurde bekannt, dass der gesamte Wert der Anlagen der Norges Bank, sprich die Aktivseite dieses Staatsfonds, die Grenze von 1’000 Milliarden Dollar übersprungen hat. (Ursprünglich war irrtümlich von 100 Milliarden die Rede.)

Wenn die Norges Bank an die Börse käme, dann gäbe das eines der grössten IPOs der jüngeren Zeit, meint die Quelle. Und die Leute würden sich um die Norges-Aktie reissen. Eine Riesen-Investment-Story.

Was aber passiere mit der SNB? Sie würde mit rund einer halben Milliarde Franken an der Börse bewertet; Peanuts angesichts der Werte, welche die SNB in ihrer Bilanz halte.

Tatsächlich: 80 Milliarden Dollar hat die Bank in US-Aktien, Hunderte von Milliarden in Obligationen, in Euro, Dollar, Yen, Pfund, Kanada-Dollar, Australien-Dollar.

Die SNB als Perle, als Goldgrube, als Warren Buffett Europas?

So sehen es jene Leute, welche die Nationalbank-Aktie nicht länger als langweiligen, aber sicheren Dividenden-Titel einschätzen, sondern als Valor eines Staatsfonds: als Schweizer Norges Bank quasi.

Sie fügen noch ein Argument an. Würde die SNB das Gotthard-Massiv besitzen und wäre dieses aus Gold, und würde sodann die Notenbank all dieses Gold zum Aufkauf der ganzen Welt nutzen: Wäre sie dann immer noch nur ein paar Hundert Millionen Franken an der Börse wert?

Undenkbar. Das Lager der Dividenden-Fetischisten unterliege einem fundamentalen Denkfehler. Sie betrachten den Wert der SNB als limitiert durch die beschränkte Mitsprache der Privataktionäre.

Doch darum gehe es nicht. Die Privaten seien unzertrennlich an die Mehrheitsaktionäre namens Kantonalbanken und Kantone gekettet und würden nun von der wahnsinnigen Wertsteigerung durch die Bilanzausweitung automatisch mitprofitieren.

Ob das die Schweiz wolle oder nicht, ob man das gut fände oder nicht.

Jene, die so argumentieren und die SNB als Super-Staatsfonds und -Hedgefunds betrachten, kommen auf eine fundamental andere Bewertung. Entsprechend rechnen sie mit einem noch viel höheren SNB-Aktienkurs.

10’000 Franken, 15’000 Franken, ja 20’000 Franken könnte dann ein SNB-Titel wert haben, sind sie überzeugt. Sie kommen auf diese Zahlen, indem sie die SNB mit den übrigen 3 Notenbanken vergleichen, die weltweit kotiert sind.

Es handelt sich um die Zentralbanken von Belgien, von Griechenland und von Japan. Die SNB mit all ihren Aktien, Obligationen und dem immer noch stolzen Goldvorrat war an der Börse lange Zeit weniger Wert als diese drei Vergleichs-Notenbanken.

Dank dem steilen Anstieg des SNB-Aktienkurses hat sich das in den letzten Monaten verändert. Nun hat die SNB eine leicht höhere Börsenbewertung als die griechische Zentralbank, und auch eine leicht höhere als die japanische.

Doch die belgische Notenbank wird vom Markt weiterhin als viel höher bewertet. Vergleicht man Äpfel mit Äpfel, dann kostet eine Aktie der belgischen Zentralbank 13’000 Franken.

Wer aber ist wertvoller: die schweizerische oder die belgische Nationalbank? Viele würden sagen, die schweizerische.

Dann aber müsste ihr Kurs auf mindestens 13’000 Franken hochschiessen, lautet das Argument dieser SNB-Fans.

Kommentare

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  1. Die SNB Aktie hat heute 11,5% verloren und ist voll am korrigieren. Das ist eine reine Zockeraktie. Wird sicher noch auf CHF 2500 fallen. Wer Mum hat kanns dann wieder probieren.

  2. Der Unterschied zum norwegischen Staatsfonds ist doch dass der eindeutig jedem Norweger etwas bringt per Gesetz. Die SNB bringt mit ihrem Aktienbesitz nur den Aktionären etwas. Das heisst aber umgekehrt das der Himmel für den Aktienkurs völlig offen ist, weil die Aktien immer noch völlig unterbewertet sind.

  3. Die SNB ist doch völlig falsch aufgestellt und finanziert. Könnte es sonst sein das sie zum reinen Zocker Papier mutiert wie beispielsweise eine Bitcoin Group? Findet hier irgend jemand das sei vertrauenserwecken für eine Schweizer Nationalbank? Einfach zum Kotzen diese Zürcher Finanzwelt. Wir mutieren zum Bananenstaat.

  4. Aha……….
    Also hier wird nun auch zensiert.
    Erst wird ein Wort in meinem Kommentar ausgetauscht, dann 2 gelöscht.
    OK und Tschüss.

    • Sorry Herr Hässig…….

      Ich hab Sie wohl falsch beshuldigt, ……ausser der Sache mit dem Wort ( Wütend und Jagd ) und das war vielleicht Herr Stöhlker, da es sein Artikel ist.
      Jedenfalls sind meine Kommentare unter dem entsprechenden Artikel nun sichtbar, …..war vielleicht ein Problem mit dem System hier bei mir, welches gerade umgestellt wurde.

      Also es wird nicht zensiert hier.

      Danke.

  5. best example for greater fool theory ;)))

    very similar to Bitcoin trash rally…

    unfortunately it seems, both will end with the given market cycle…

    very similar to .com bubble

    buy popcorn and coke and watch the show 🙂

    • @Hale

      Irrlehre ist, wenn man behauptet, mit Schulden Schulden bezahlen zu können.

      Das ist die Irrlehre der SNB.

      Bitte korrekt bleiben: Die SNB kaufte über 200 Mrd Euros bei 1.40 – 1.45. Die Einstandspreise sämtlicher Euros und Dollars im Portefeuille der SNB liegen weit über den heutigen Kursen.

      Die Devisenkäufe der SNB sind also nicht nur volkswirtschaftlich ein Unding, sondern zudem reine Verlustgeschäfte auf lange Sicht.

      mfG

    • Da Herr Dr. Meyer von gewissen Leuten immer auf nicht akzeptable Art und Weise drangsaliert wird, erlaube ich mir, ihre Frage an ihn zu beantworten:

      Der CHF sinkt gegenüber dem EUR weil es gegenüber dem CHF mehr EUR Käufer als Verkäufer hat. So einfach funktioniert ein Markt. Aber aufgepasst Herr Hale: Der Markt findet jeden Tag statt und die Marktteilnehmer ändern ihre Meinung!

      Die Aussagen von Herrn Dr. Meyer beziehen sich auf die SNB, die im freien Devisenmarkt in einem nie dagewesenen Masse (31-12-2016: Bestand 760 Mia Fremdwährungen!) interveniert und für die gesamte Schweiz ein immenses Risiko darstellt. Risiko ist auch immer eine Frage der (grossen) Zahl!

  6. Eine kleine Randnotiz zum Aktionärskreis der SNB:
    Theo Siegert aus Düsseldorf ist seit längerer Zeit der grösste Einzelaktionär (Privatperson) unserer Nationalbank. Die Eidgenossenschaft hat keine Aktien der SNB.

  7. „sprich die Aktivseite dieses Staatsfonds, die Grenze von 100 Milliarden Dollar übersprungen hat“ – von wegen: 1000 Milliarden (übrigens eine Billion …).

  8. Es scheint, als würden alle Autos dem Meyer Marc auf der Autobahn entgegenkommen. Da hilft auch der übergross angebrachte Kleber mit der Aufschrift „Dr.“ nichts. Frontalcrash mit der Realität.

  9. mein ubs-berater ist eine Penntüte. Er hat mich mal wieder nicht informiert, wo es sich zu investieren lohnt. Ich glaube, ich kündige dieser Schlafmütze subito. Mit diesen Beratern verdient man einfach kein Geld.

    • @kunde bei UBS: Kundenberater bei allen Banken kochen auch nur mit Wasser. Ihre Empfehlungen für gewisse Aktien usw. sind nur Meinungen und als solche gibt es noch lange keine Gewähr für positive Performance.
      Mein Rat:
      Verwalten Sie Ihr Vermögen selbst. Braucht Zeit und Lekture, gibt aber auch keine Garantie. Trost oder Lob wird sein, dass Sie sich selbst blamieren oder loben können und daraus lernt man viel!
      Good Luck!

    • Klein Berater hört das Gras wachsen. Wenn Sie blindlings spekulieren wollen, dann machen Sie das doch selber.
      Das hat doch nichts mit Penntüte zu tun. Das ist eine bodenlose Frechheit jemand so zu zu betiteln, wenn er nicht voraussieht wie sich der Kurs der SNB entwickeln wird. Das hat nichts mit anlegen zu tun – hier geht es um reine Spekulation.

    • Kunde von UBS hat sicher am Freitag einen Anruf erwartet, dass die SNB heute fast 10% fallen wird !
      PS: ich bin weder Kunde von UBS noch bin ich Angestellter von UBS!

  10. Mit jedem Zug, der im Zürcher Hauptbahnhof ankommt, ist ein Dummer dabei. Man muss nur den Dummen finden. Beim heutigen Zugsaufkommen hat es sehr viele Dumme. Die kaufen heute SNB Aktien.
    Wenn die Kanton die Aktien Ende Jahr bewerten müssen, dann entseht ja ein schöner Gewinn !!

  11. Bei dünnen Tagesumsätzen braucht’s eine Börsenbriefempfehlung aus dem nördlichen Kanton und schon sprinten die Kurse…
    Et voilà.

  12. Lieber testet man selbstfahrende Postautölis und Roboterlis welche Pakete bringen, als sich den wirklichen Problemen stellen. Die Post und Postfinance bauen seit Jahren nur Dienstleistungen und Personal ab und lagern an Drittfirmen aus. Ein Trauerspiel, was hier abgeht.

  13. Dummköpfe stehen jeden Morgen neu auf……

    Die SNB macht ungeheure Schulden, kauft damit in riesen Mengen verlustgefährdete Euro, Dollar Staatsanleihen ……
    ….und die Investoren denken sie habe nun mehr Wert.

    Also die Glauben alle daran, dass die SNB einfach Geld drucken kann um damit irgendwelche Papiere / „Vermögenswerte“ zu kaufen.
    Demnach sind die Staatsanleihen von faktisch bankrotten Ländern also Werte die den Wert der SNB steigern ?

    Tja, nur was sind denn die Franken die unsere SNB dafür ausgegeben hat……?

    Die Rechnung dieser „Investoren“, oder sagen wir Spekulanten geht nur auf wenn man glaubt das die SNB Geld drucken kann ohne das dies Folgen hätte.

    Diese Dinge haben wir in den Treads von Dr. Marc Meyer ausführlich behandelt.

  14. Super – Nationalbankgesetz hat geregelt, dass keinerlei Gewinn ausser Dividende den Privataktionaeren zusteht.
    Erwaehnt wird explizit der Fall der Liquidation:

    Wird die Nationalbank liquidiert, so erhalten die Aktionärinnen und Aktionäre den Nominalwert ihrer Aktien sowie einen angemessenen Zins für den Zeitraum nach dem Inkrafttreten des Auflösungsbeschlusses ausbezahlt. Weitere Rechte am Vermögen der Nationalbank stehen ihnen nicht zu. Das übrige Vermögen geht in das Eigentum der neuen Nationalbank über.

    • Da werden aber noch einige Investoren staunen, wenn Sie am Ende des Tages nur 250 FR und eine 15 Fr. Dividende erhalten.
      Ich befürchte, dass die gierigen Aktienbesitzer wohl viel eher Totalverluste einfahren als die SNB

  15. Die Leute vergessen, dass zu einem Investment Case auch ein zweiter Teil gehört. Nämlich, dass der Wert, der heimlich in einer Aktie schlummert, auch freigesetzt werden muss. Dies wird aber nie passieren. Die Dividende wird nie über 15 Franken ansteigen. Der Aktionär wird nie mehr zurückerhalten.

    • Der einzige wirklich interessante Spekulationscase ist der, welcher von Dr. Meyer an vierter Stelle gesetzt wurde: „Bei der SNB stehen grosse Änderungen bevor. Die Aktionäre werden dann grosszügig abgefunden.“ Alle anderen Spekulationsausflüge wurden und werden bei der SNB-Aktie immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückfinden.
      NB Früher war das ganze diesbezüglich noch interessanter, als dass man auch noch den Non-Verse-Teil mit einberechnen musste und konnte 🙂

  16. Tja – das ganze ist einfach ein grosser Witz: Die „Aktiven“ – also all die „wertvollen“ Aktien im Portfolio der SNB wurden nur mit „Buchgeld“ gekauft (ohne realen Gegenwert!)…. und das ganze Buchgeld ist nur heisse Luft = Schulden gegenüber dem Staat … den Bürgern der Schweiz.
    Die ganze „Finanzblase“ der SNB Aktiva könnte innerhalb von Stunden zerplatzen, wenn die Gläubiger ihere (Papier-)Werte auf einmal auf dem Tisch sehen wollen und der nette Dr. Thomas Jordan könnte das Konkursamt in Bern anrufen …. und das Konkursamt dürfte dann dem Gesamtbundesrat die Mitteilung machen, dass die Eidgenossenschaft pleite ist. ….

    Ein kleiner Blick nach Athen an die Sonne und den Sandstrand genügen !!!

    • Mir graut aber wirklich wenn ein „Lic. rer. pol. “ soviel Ahnung von der Materie hat. Wenn solch hanebüchene Zusammenhänge gesponnen werden „und das Konkursamt dürfte dann dem Gesamtbundesrat die Mitteilung machen, dass die Eidgenossenschaft pleite ist“ kann ich nur sagen „non probatum“.

    • Ach @lieber Supermario … Du hast einfach den bösen Humor hinter der Geschichte nicht verstanden … Logisch werden dann die Dinge etwas anders laufen – aber der Effekt ist der gleiche … Also dann:
      „Ä ….gauisus volutpat vestibulum“

  17. Der Vergleich mit der Norges bank ist vollkommener Unsinn. Dort ein Staatsfond gefüllt mit Einnahmen aus Ölexporten dort eine durch Währungsinterventionen aufgeblähte Zentralbank Bilanz die sobald Franken Liquidität zurückgefahren wird auch wieder schrumpft.

  18. Träumen darf man, auch wenn die Träume völlig unrealistisch sind. Solange die staatlichen und parastaatlichen Institutionen die Mehrheit halten werden die Käufer der SNB-Aktie weiterhin ihre max. 15.– Dividende erhalten. Das Einzige was steigen könnte ist die Gewinnabführung an Bund und Kantone. Eine Erhöhung der Ausschüttung ist also sehr unwahrscheinlich, noch weniger wird es zu einer Liquidation der SNB kommen.
    Bei normalen Aktiengesellschaften würde man sagen dass die Mehrheitsaktionäre die Minderheitsaktionäre am langen Arm verhungern lassen.

  19. Die Aktie ist so klein und illiquide und nicht shortable – d.h. es braucht nur ein paar Artikel wie diesen, und die verdoppelt sich noch einmal. Bitcoin lässt grüssen!

  20. Wir werden noch weinen….vielleicht schon bald.
    Es ist langsam nicht mehr lüstig und wenn ich NP wäre würde ich nicht mehr ruhig schlafen bei der Wissen, dass die enzige Systemstabilisator in der Land selber zu Spekulationobjekt wird. Seien wir ehrlich, dass ist weder der Ziel noch Wünschenwert für eine Zentralbank!
    Nur ein simplen banal Beispiel, dass meine begrenzte Gedanke sich vorstellen könnte… irgendeine relevante Crash, wo nimmt nocht die SNB die Mittel um diese zu bekämpfen, obwohl theoretisch nicht bei ihre Aufgabe zusteht?
    Als schlaue Land, würde ich sofort den Bund / Kantonen anrufen und ihnen bitte alle Aktien zu kaufen, damit due SNB ruhig und konzentriert vei ihre Auffave bleiben kann. Das ist die Aufgabe eine Zentralbank, aber sich in den Karousell von Casino-Kapitalismus hineinzusetzen und noch Glaubwürdig zu bleiben geht es nicht, tut mir Leid. Und wäre nicht überrascht, wenn in etwas 10 Jahre dann den grosse Bruder, ECB anrufen müsste, um geretten zu werden, was noch zu retten gäbe… déjà vue effect?

  21. Es gibt noch eine dritte und vierte Analyse:

    Entgegen Norwegens Staastsfonds finanziert die SNB nicht mit Eigenkapital, wie die SNB behauptet, sondern mit Fremdkapital.

    Die SNB behauptet ja, sie werde nie illiquide und besitze somit unendlich Eigenkapital.

    Kein Wunder springen alle
    zu diesem Manna, das der SNB Chef verspricht.

    Klugere Köpfe rechnen sich aus, dass die Aktiven der SNB zu hoch bewertet sind, da die SNB diese manupuliert.

    Fällt der Euro nur um 10 Prozent und die Zinsen steigen minim, so ist das Eigenkapital der SNB weg und die Aktionäre verlieren alles.

    Eine vierte Denkart – möglicherweise die des deutschen Grossinvestors:

    Bei der SNB stehen grosse Änderungen bevor. Die Aktionäre werden dann grosszügig abgefunden.

    Matc Meyer

    • Warte nur noch darauf, dass die SNB einen neuen Mindest-Kurs einführt.

      Kann die Jubelschreie schon hören…

  22. Jetzt wo der Kurs des schweizer Franken sinkt werden die vielen seither zur Deckelung des Frankenkurs erworbenen Euro und andere Fremdwährungen immer wertvoller, steigt also zukünftig der Notenbankgewinn.

    • Eine größere Abwertung des schweizer Frankens gegenüber dem Euro bzw. Ecu gab es zuletzt 1996 mit ca. 11%.

      Also vor 21 Jahren.

      Da das Jahr noch nicht zu Ende ist, kann dies noch übertroffen werden. Es fehlen gerade noch ca. 3%-Punkte.

      Eine bisher bisher vergleichbare mit ca. 7,5% in 2003, was 14 Jahre zurückliegt.

      Alle Entwicklungen enden irgendwann und kehren sich um.

  23. Na ja, wenn die SNB dann einmal 100 Milliarden Verlust auf ihren Assets gemacht hat, wird sie wohl nicht mehr so hoch bewertet werden…und das EK (inkl. Reserven) wird restlos weggeputzt sein (Konkurskriterium)… – Alles klar?!

  24. Marktkapitalisierung als Vermögensillusion:

    Wie beim Zugriff Geld verschwindet, das nie existierte.

    Die Marktkapitalisierung eines Unternehmens errechnet sich als Summe seiner Aktien, multipliziert mit dem Börsenkurs der gerade gehandelten Stücke (wie wenige dies auch sein mögen).

    Auch Depotvermögen werden auf dieser Grundlage ausgewiesen.

    Diese „Marktkapitalisierung“ ist eine Vermögensillusion:

    Zum Verständnis bieten Sie auf einem Markt eine Gruppe von 10 Stühlen an. Besteht für einen Stuhl Kaufnachfrage zu 5 €, notieren Sie als Marktkapitalisierung der Gruppe den Betrag von 50 €. Bietet jemand 100 € beträgt die Marktkapitalisierung schon 1000 €. Mit einem Einsatz von nur 100 € ist die Markapitalisierung der Gruppe also um 950 € gestiegen. Ohne dass eine entsprechende Summe überhaupt im System vorhanden ist.

    Die Vermögensilusion hält solange vor, wie steigende Preise Mitbieter locken. Eine glückliche Zeit, bis versucht wird, das niemals im System vorhandene Geld zu entnehmen (wissen nicht nur AOL oder Telekomaktionäre).

    • Sehr gut und einfach erklärt.

      Nur warum verstehen es unsere Finanzer nicht……

      …..oder sie verstehen es, spielen aber trotzdem munter weiter, ….mit dem Geld / Risiko der anderen.

    • @Walter Roth
      Weil der liebe Klaus vergisst zu erwähnen, dass in einem mehr oder minder geregelten Markt auch VERKÄUFER Auswirkungen auf die Preisbildung haben könnten. Ganz einfach!