Big Sergio prügelt alle: Schweiz, Six, UBS

Ticino-Kapitän sagt Unsägliches in Bloomberg-Interview – UBS könne Zürich verlassen, 20000 Mitarbeiter auf Strasse.

Das gestrige Interview von Sergio Ermotti auf dem US-Kanal Bloomberg zieht sich seitenlang über den Bildschirm. Was der UBS-CEO dabei von sich gibt, wirft die Frage auf, was er taugt.

Ermotti redet seine eigene Bank schlecht. Damit sagt er auch, offenbar ohne es zu merken, dass er in seinen 6 Jahren an der Spitze versagt hat.

Dann attackiert er das Land. Umgekehrt lobt er die Deutschen.

Crazy. Aber niemand schreit auf. Ermotti kann fast jede noch so unsägliche Aussage von sich geben: Es greift ihn niemand an.

Der Blick erledigt innert Tagen einen kleinen Grünen-Politiker, dem ein Fehler unterlaufen ist. Die UBS hingegen ist tabu. Sie sitzt im VR von Blick-Mutter Ringier.

Blick und die übrigen Zeitungen berichten, was Ermotti auf Bloomberg gesagt hat, ohne dies zu hinterfragen. Keiner muckt auf, wenn Ermotti den Tarif erklärt.

Was für ein Tarif. Was für ein Unfug.

Auf die Frage, ob nichts heilig sei, nicht einmal ein Wegzug aus Zürich, wie die Skandinavien-Bank Nordea ja ihr Headquarter von Schweden nach Finnland verschoben habe, meinte Ermotti:

„Nothing. Not even. I’ll tell you one thing about Nordea: It’s mostly owned by people who aren’t Swedish investors.“

Das Gleiche gelte für die UBS, fuhr Ermotti fort. „We’re not controlled by Swiss investors, either. We’re owned by foreign investors, as are our direct competitors.“

Es folgte Ermottis Quintessenz: Die Schweiz sei Ok, aber eigentlich nicht so wichtig.

„We feel we are a Swiss-based organization, and Swissness is a competitive advantage. But the reality is we need to balance those aspects with the fact that we cannot have a situation that’s creating a competitive disadvantage.“

Schweiz und Zürich als Austauschware?

Tatsache ist: Die UBS lebt von der Schweiz, hier liegt immer noch der weitaus grösste Teil der Kundenassets, vom Image des Landes profitiert die UBS wie wenige Unternehmen.

Für Ermotti ist das alles nicht so wichtig.

Gleich wie die Leute. Die sollen am besten bereits heute zusammenpacken.

„You talk to people who are process-oriented firms, and they say they’ll have 50 percent less. It’s not 5 percent or 10 percent but probably something in the middle: 25 percent, 30 percent.“

Nach diesem Einstieg rund um das Thema Arbeit und Personal skizziert Ermotti, was ein Technologie-Umbruch für seine UBS bedeuten würde.

„If you look at UBS, we employ a meaningful amount of people – almost 95,000, including contractors. You can have 30 percent less, but the jobs are going to be much more interesting jobs, where the human content is crucial to the delivery of the service.“

Ein Drittel weniger sei denkbar, sagt Ermotti. Macht von 95’000 aus gerechnet kurz mal über 30’000. Nimmt man „nur“ die 60’000 Leute, welche bei der UBS im Sold stehen, dann sind es 20’000.

Für Ermotti scheinen diese Dimensionen und die Folgen für die Betroffenen aber gar nicht das Thema. Er malt lieber die Zukunft in Rosarot.

„I’m totally convinced that our jobs and industry will continue to be very interesting and challenging.“

Das Leben ist halt kein Zuckerlecken, so die Botschaft des UBS-Spitzenmanns, der in den letzten zwei Jahren je 14 Millionen Franken eingeheimst hat.

28 Millionen in 24 Monaten für sich, Massenabbau für den Rest.

20’000 bis 30’000 Menschen überflüssig, ohne Job, auf der Strasse: Ermotti aber kümmert das offenbar wenig.

Dabei trägt er die Verantwortung. Was hat er in seiner Zeit gemacht? Warum ist die UBS nach so vielen Jahren Ermotti am Steuer immer noch hoffnungslos überdimensioniert, ineffizient, träge?

Kurz: weiterhin Work in progress.

Das ist Ermottis Verdienst. Jedenfalls hat der UBS-CEO in seiner Zeit viel zu wenig unternommen, um die UBS fit zu für die Zukunft zu machen.

Das sagen nicht Kritiker, sondern er selbst – mit seinen Antworten im Bloomberg-Interview.

Er selbst sieht die Lage anders. Und prügelt bei jeder Gelegenheit die Schweizer Regulierung. Gleichzeitig – man staunt – lobt er Mifid 2, das vor allem von Deutschland getriebene EU-Regelwerk.

„I actually think MiFID II can create an opportunity“, sagte er im gestrigen Gespräch mit den Nachrichtenagentur. „It’s not just a threat.“

Die Schweizer Regulierung ein Killer, die deutsche Regulierung ein Segen: Was nur ist in den UBS-Chef gefahren?

Es wird noch besser. Der Mann aus dem Südkanton, der immer adrett wie ein Modestar auftritt, vergleicht seine Bank mit den leuchteten US-Tech-Beispielen.

„(But) when I joined, I said I wanted UBS to be the Apple or the IBM of the financial-services industry: from glory, to near-death, and then back to glory.“

Die UBS, die Apple des weltweiten Private Bankings? Das sollte sie aufgrund ihrer Schweizer Herkunft, der globalen Aufstellung und den rasend schnell wachsenden Vermögen tatsächlich sein.

Nur erstaunlicherweise ist der Multi mit den drei Schlüsseln im Logo weit davon entfernt. Sein wichtigster Bereich, die globale Vermögensverwaltung, kommt seit Jahren nicht vom Fleck.

Das hat zur Höchststrafe geführt. Der Staatsfonds von Singapur, der in der grossen Krise vor 10 Jahren mit Milliarden zu Hilfe geeilt ist, hat sich von der UBS abgewendet.

Man sei „enttäuscht“ vom Investment in die Bank, sagten die Singapurer, und verkauften ihre UBS-Aktien – trotz riesigem Verlust.

Der Grossinvestor geht, nachdem Ermotti nicht das gebracht hat, was man sich von ihm erhoffen konnte. Die Aktie ist im grossen Comeback-Jahr der Finanztitel der reinste Tiefflieger.

Singapur-Investor weg, Bank fett, Vermögensverwaltung am Dümpeln, Aktie unten: Alles spricht für Selbstkritik. Ermotti aber übt sich in Selbstlob.

Noch schlimmer: Er verteilt Noten, macht alle zur Schnecke. Die Six hat er kurzerhand in den Boden gestampft.

Das ist die Bilanz von Ermotti. Sie kontrastiert mit dem Selbstbild des Schweizers. Der will noch lange weitermachen; vielleicht gar als zukünftiger Präsident der Bank, wie er Bloomberg sagte.

„Never say never, but it may not necessarily be something I want to do, or be right for the bank, or that shareholders want.

„[Chairman] Axel Weber said in public that he and I will stay for another five years. By then we’re going to be old enough. And I have no intention to step down.“

Kommentare

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  1. Sergio Ermotti in den Bundesrat ! fordert Köppels „Weltwoche“ am 19. Juli mit einem überschwänglichen Lobgesang aus der Feder des ehemaligen NZZ-Inlandredaktors und später in die Niederungen der „Weltwoche“ abgestiegenen Herrn René Zeller …

  2. Perhaps the shareholders will step you down MR SERGIO ERMOTTI .You seem to forget who actually owns you…but at 24 mio in 2 years who cares? …..

  3. Wann endlich kommt die moderne Geldtheorie MMT in der Geldmetropole Zürich an?
    Mit dem FIAT-Geldsystem sollte sich der Staat nicht selbst ein Bein stellen. Die einfältigen Ökonomen, Politiker und Medien, sind im Geist immer noch in der Zeit des Goldstandards verwurzelt.
    Der Staat braucht keine Einkommen um die Gemeinwohlaufgaben abdecken zu können. Der Rückfluss über Steuern die der Preisstabilität und Umwelt.
    Woher fliesst das Geld für die Steuern un Rentenbeiträge?
    Das eingehämmerte Wissen aus betreuter Bildung führt zur falschen Lösung. Es gibt keine Steuer- und Sozialzahler! Zuerst sind die Ausgaben…, weil Geld zuerst ausgegeben werden muss, bevor es eingenommen werden kann.

    Ein Kind im Kindergartenalter, versteht diese Prämisse, weil es zuerst Sand braucht, damit es Burgen bauen kann!

    Ob der Staat oder die Zentralbank, die vom Kapitalmarkt (einfach ignorieren) als Spielform, inszenierte Krise, rettet ist dabei völlig Wurst.

    Die Geldschöpfung besteht aus Schuld und Besitz. Wir vererben also nicht nur die Schulden! Eine Verrechnung (Vernichtung) ist immer möglich, weil die mit Geld geschaffenen Sachwerte können nur mit Krieg vernichtet werden?

    • Praktisch jede Bank die kleiner ist, ist in der Schweiz mehr oder weniger auf die UBS angewiesen!
      Sie beziehen Leistungen über die „Kleinbanken“ die via UBS erbracht werden. Bei allen „Fehler“ die die UBS hat oder macht sie ist für das Land sehr wichtig. Deshalb wurde sie auch „gerettet“ und bestimmt nicht wegen ein par bekannten Namen. Ganz abgesehen von der Steuerleistung direkt und indirekt.

  4. Ich wäre dafür das man die Kommentarspalten bei IP dicht macht.
    So viel Unsinn Beleidigungen und Angriffe auf Personen sind völlig daneben und dienen keiner Partei und schon gar nicht der Sache.
    Ungenutzte Kapazitäten können dann für einen besseren Journalismus bei IP genutzt werden. Es braucht auch IP.

    • Ein Arbeiter: Sie haben teilweise Recht, d.h. es gibt immer wieder unsachliche Kommentare. Das liegt aber in der Natur der Sache, solche Blogs dienen zur Erleichterung, zur Abreaktion. So wie Twitter z.B. auch. Das ist eine soziale Funktion. Man darf nicht zu sensibel sein, wenn man hier mitmacht. Solange man hier den Frust loswird, geht’s ja noch. Und: IP muss unbedingt weiter existieren, mit Kommentaren.

  5. Hmmm …. alles schön und gut, misst man die Leistung des Herrn E. Mal anhand des Aktienkurses der UBS AG. Wo liegt der bzw. Wie lange dümpelt der schon auf diesem Niveau daher? Ist das eine Erfolgsstory?

  6. Ich wusste nicht dass Lukas Gaewhiler am board des Ringier war.
    Man versteht besser dass es kein reaktions gibt nach disem itw
    Fur der Rest, 6 Jahren Ermottî’s am UBS, und der stock price immer am gleichen niveau, dass braucht nicht so viel mehr Kommentar.
    Lange itw mit Bloomberg, aber kein Wort fur Ozzie Gruebel der hat die Bank geretet.
    Ermotti am Bundesrat hatte sicher…die UBS geholfen.

  7. Die UBS SCHEINT AM LEBENSNERV GETROFFEN ZU SEIN. SERGIO ERMOTTI WEISS GENAU WIE SCHLECHT ES UM DIE BANKENWELT STEHT. DIE INTELLIGENTEN HABEN DAS FIAT GELD SCHON LAENGST ABGEZOGEN. ES KOMMT ZU EINEM BANKENCRASH BIBLISCHEN AUSMASSES. Das VOLK WIRD VON DEN SKORRUPTEN NATIONALBANKEN ANGELOGEN. JETZT WILL MAN NOCH DAS BARGELD ABSCHAFFEN UM EINE STASI REGIERUNG EINZURICHTEN. WANN WACHT DAS VOLK ENDLICH AUF????

    • genau beobachtet. Man versucht alles den bargeldlosen Verkehr zu erreichen. So ist es dann ein leichtes beim Crash Szenario dem Bankkunden ein „Game Over“ auf seinen E-Banking Bildschirm zu zaubern. Kein Vermögen mehr vorhanden. Die Leute können sich nicht vorstellen was dann kommt. Die totale Anarchie.

    • Schaut man sich die Fremdkapitalquoten der Banken an, dann wird es sehr abenteuerlich, weit über 90%. Die potentiellen Pleitekandidaten dürften schon feststehen.
      Solide sieht anders aus.

    • Hans
      Ich würde Dir und vielen anderen Teilnehmern empfehlen das FIAT Geldsystem zu verstehen.

      Aus der Geldschöpfung entsteht zwangsläufig „Fremdkapital“.
      Das Eigenkapital wird aus der Umlage von Kundenguthaben aus nicht getilgten Schulden (Aktivseite) geschaffen. Es ist alles nur ein Spiel!

      Bankensystem reformieren, die Form der AG und Teilnahme am Schuldengeldspielwarenmarkt (Kapitalmarkt) verbieten, damit die Verfassung endlich korrekt umgesetzt wird.

      Aus der Geldschöpfung der Geschäftsbanken entsteht keine Liquidität nur Zahlen in der Bankbuchhaltung.
      Die Manöveriermasse Bankgirokonto bei der SNB, wird zwischen der ZB und GB mittels Geld- und Offenmarktgeschäften gebildet. Diese Höhe bestimmt die SNB ganz alleine.

      Also hört endlich auf, mit dem geistlosen Gezerre um Eigenmittel. Es sind gesetzlich dem Risiko zugeordnete Kundenguthaben aus nicht getilgten Schulden (Aktivseite).

  8. Herr Ermotti, versteht wie 99,9% der Ökonomen, sämtliche Politiker das Geldsystem nicht. Sie gehen davon aus, dass Schulden aus Kapital und Ausgaben aus Einnahmen entstehen!
    Das Umgekehrte ist aber richtig! Viel verdienen und nicht wissen warum, ist nicht neu?

    Den Kapitalmarkt entzaubern

    Das Bankensystem als Geldschöpfer reformieren. Die Form der AG und Beteiligung an der Wirtschaft, sowie Kreditvergabe an Teilnehmer im Kapitalmarkt verbieten. Dies in Umsetzung der Verfassung!

    Der Kapitalmarkt funktioniert hauptsächlich mit Geld welches die Realwirtschaft nicht berührt, also auch mit faulen Krediten.
    Meine einfache Lösung: Den Geldspielwarenmarkt sich selbst überlassen und ihn negieren, weil das benötigte Geld für die Realwirtschaft, welche Währung auch immer, kann immer neu gedruckt werden. Wenn die Sozialwerke mit ihren Anlagen, Verluste erleiden, wird Geld nachgedruckt. Geld ist Mittel zum Zweck und sonst gar nichts!
    Darum ist die Thematisierung der Armut, dem Spiel von Ungleichheit gewidmet. Die Sozialkomponente ist im Preis des Produkts und Leistung enthalten. Die Existenzkämpfe und Armut gehören zu der Unterdrückung, welche längst überwunden sein sollten. Die Entwicklungshilfe ist günstiger, als die Erlaubnis, das notwendige Geld, drucken zu dürfen (Schuldenwirtschaft, wie in den USA) und es als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Die Flüchtlingsströme wären kleiner?
    Meine These: Die aus betreuter Bildung anerzogene Dummheit trifft eben auf die Regierenden und Bevölkerung gleichermassenen zu! Dabei hat jeder Mensch ein individuelles Denkvermögen?
    Kernfrage:
    Wie viel Geld ist noch im Umlauf, wenn sämtliche Bankschulden zurückbezahlt sind?
    Das Ergebnis sollte zur Einsicht reifen, dass ich mit meinen Ansichten betreffend der Ökonomen, Politiker und Medien nicht so falsch liege. Die Existenzkämpfe und Armut wären längst überwunden, weil das Geld gleichermassen im Preis des Produkts und Leistung steckt.

  9. Ich staune auch hier über die vermeintlich schlechte Leistung von Ermotti.

    Ihr müsst mal aus der Sicht seiner Auftragsgeber denken.
    Und wenn jemand mit dem Aktienkurs kommt, es gibt tolle Wege um Substanz aus einer UBS an private Konstrukte zu transferieren, da kann man die Dividende im Vergleich gleich vergessen.

    Das überkompensiert für den Aktienkursverlust.

    Für die langsamen eine Beispiels-Rechnung.

    Firmenwert 65 Mrd
    Anteil der eigenen Aktien (+ amigos) 25 Mrd

    Wertverlust Aktien pro Jahr -1.5 Mrd
    Dividendeneinkommen +0.5 Mrd
    Substanztransfers aus Bank zu privat pro Jahr +3 Mrd

    gibt ein Nettogewinn von 2 Mrd pro Jahr.

    für gewisse Investoren geht die Rechnung schon auf…

    • @Peter Keller: Können Sie mir ein Beispiel für einen solchen Substanzverlust nennen? Danke

    • bekannte Beispiele sind rar gesät was ja im Sinne der Sache ist.

      aber ein sehr wahrscheinlicher Fall ist Adoboli.
      Im Normalfall verteilt man es auf kleinere Tranchen.

      So werden nichtliquide (oder nicht kotierte) Aktien von der Bank zu einem überhöhten Preis gekauft (natürlich OTC).

      Oder man schliesst Swaps zu einer off-market Rate ab (zugunsten des Investors).

      Und dann gibt es Begünstigungen bei ECM & DCM.

  10. Tja so läufts, gewöhnt euch dran, je früher desto besser.
    Es gibt nur eine gültige Faustregel, die hinsichtlich Gewinner/Verlierer wirklich gilt:
    „Manchmal gewinnt und manchmal verliert man; aber wie es auch kommt, das Management gewinnt immer.“

    • Sehe ich genau so. Man (LH) kann in dieses Interview hinein interpretieren was man will resp. was man hören will.

  11. Ich lese von Ermotti laufend, wie er Leute abbauen und durch die Technologie ersetzen will. Was ich aber nicht lese ist, dass das ganze Top Management eigentlich einpacken sollte, denn es sind ja die Guru’s wie McKinsey, welche das Geschäft schmeissen. Es ist ja nicht neu, dass Flops auf die Kappe von McKinsey gehen und die Top-Manager noch immer einen Bonus erhalten. Verkehrte Welt!

  12. Die beiden Grossbanken sind doch schon lange nicht mehr „Schweizer-Banken“. Alle wissen`s, nur unser BR und die Politik noch nicht. Lieber kriecht letztere den Beiden in den Allerwertesten, auch wenn dabei die kleinen Banken kaputt gehen. Die überflüssigen Regulierungen hat das Parlament nur für die beiden Grossen genehmigt; für die kleinen Banken bedeutet es unnötiger Aufwand (auch finanziell) und bei nicht wenigen wahrscheinlich das Aus! Also beim nächsten Crash: keine Hilfe auch wenn Konkurs droht. Und dann wäre es auch angebracht, wenn die Verursacher zur Verantwortung gezogen werden, was ich mir allerdings bei unserem BR nicht vorstellen kann. Denn dazu bräuchte es Kompetenz, Durchsetzungsvermögen und Persönlichkeit!

  13. Ist ein gutes, wenn auch langes Interview bei Bloomberg. Muss Stefan Thalmann zustimmen. Die reflexartige Häme und das denkmalschützerische Geheul, welche sich hier aus Lukas Hässigs Artikel und den meisten Kommentaren ergiesst, scheint mir nicht angebracht.

    Dass in der Schweizer Bankenszene noch viele Jobs verloren gehen werden, ist nun wirklich kein Scoop; das erkennt jeder, der sich die sinkenden Profitabilitäten bei den Banken ansieht; da werden die Bonus-gesteuerten Bosse schon was tun, um hier wieder mehr zu bekommen.

    Dass die grossen Schweizer Firmen – nicht nur die UBS, sondern praktisch alle SMI-Titel – vor allem in den Händen von Fondsgesellschaften, Staatsfonds und anderen (halt oft ausländischen) Investoren ist, und in den meisten Fällen auch ihr Geld primär in anderen Ländern verdienen, ist ebenfalls eine Binsenwahrheit. Auch wenn die UBS in Gegensatz zu anderen ein sehr starkes Inlandgeschäft hat. Dass es damit die Verantwortung der Chefs ist, stets alle Optionen im Auge zu haben zum Wohle der ‚Mehrheit der Mitarbeiter‘ und der Aktionäre, wie es Ermotti im Interview ausführt, ist korrekt und nachvollziehbar. Dass die UBS auf ihren Schweizer Sitz verzichtet, halte ich in den nächsten 10 Jahren für absolut undenkbar. Kokettieren damit kann man immer – HSBC hatte sicher auch interessante Diskussionen mit englischen Spitzenpolitikern, als sie das unlängst taten.

    Interessant finde ich, dass Ermotti nach seinem an dieser Stelle kürzlich ebenfalls gross ausdiskutierten SIX-Bashing das Thema der Backoffice-Konsolidierung wieder aufbringt. Wenn ihm das eine echte Herzensangelegenheit ist, dann sollte er die richtigen Leute bei der SIX installieren, statt die CS zu irgendwas zwingen zu wollen. Jetzt, wo UR das Zepter abgibt, ist die richtige Gelegenheit dazu. Und dann hinter den Kulissen mit den richtigen Leuten der kleineren Banken sprechen und nicht versuchen, sein eigenes Backoffice als Blueprint anderen zu verkaufen. Das ist nämlich nach mehreren Outsourcing-Runden nach Indien, Polen, und neuerdings in französich-indischen Händen in etwas prekärer Verfassung. Eine Art Schweizer dwp-Transaktionsbank könnte durchaus funktionieren – aber nicht auf der UBS-Plattform. Jobs wird’s trotzdem kosten; vielleicht könnten aber die entstehenden Skaleneffekte diese wenigstens im Land behalten. Outsourcing muss nicht nach Polen und Indien heissen; near-shoring im Thurgau, Aargau oder in der Zentralschweiz ist auch schon viel billiger als Opfikon und Zürich-Altstetten.

    Und was habt ihr eigentlich alle gegen gut angezogene und gut verdienende Banker? Neidhammel… Nach solchen Bashings, wie sie Ermotti hier regelmässig einsteckt, würden die meisten von euch nur noch Wunden lecken, und keine Bloomberg-Interviews mehr geben.

    • Auch wenn sich meine Freude an S. Ermotti in Grenzen hält, finde ich ihre Aussagen absolut korrekt – bis und mit letztem Absatz. Was würde wohl geschrieben wenn ein CEO mit Jeans, Blüemlihemd und Lederjacke eine Bank leitet?

  14. 70% der Mitarbeiter sind im Ausland, 80% der Aktionäre sind aus dem Ausland.
    Die UBS wurde schon lange juristisch aufgeteilt. UBS CH wird in der Schweiz bleiben.
    UBS Group wird den Sitz nicht mehr in der Schweiz haben. Sobald ein CEO aus den USA oder HK/SG kommt. Ausser das Banking in der Schweiz bekommt wieder freie Hand.
    Banking in der Schweiz ist tot. Kaputt gemacht. Meiner Meinung nach nicht vom BR sondern von dem Amis.
    In HK/SG und den USA geht’s richtig ab und das wird in nächster Zeit auch noch do bleiben.

  15. Dear Sergio

    Did you really say the following, as claimed in the text:
    —-
    when I joined, I said I wanted UBS to be the Apple or the IBM of the financial-services industry
    —-

    If so, I have bad news for you: UBS is *much* closer to IBM than to Apple. Indeed, UBS is not only lightyears behind Apple in literally every sense of the word, but UBS is also miles and miles behind IBM in its present form. And with you at the helm of UBS, giving such interviews, it looks as if it’s all downhill from here.

    Remember: Just being better than CS by however much isn’t saying anything at this point in time.

    • @Steve Jobs
      Schau Dir mal die Aktie von IBM an und schau vor allem den BOP der letzten Jahre von IBM an… und was siehst Du ???? Eine Super Performance ??? Also IBM dümpelt seit Jahren und UBS auch also keine Lichjahre hinter IBM sondern beide sind auf demselben Stern…..

  16. Ich bin auch der Meinung, dass EINE Grossbank ausreicht für die Schweiz: CREDIT SUISSE.
    Das hätte man vor 10 Jahren regeln müssen…
    Ermotti ist ein ganz flotter Typ und während seiner Zeit als CEO der UBS sicher nicht verarmt.
    Die Digitalisierung wird zu disruptiven Umbrüchen nicht nur im Banking führen…und NEUE Stellen schaffen.
    Die Zukunft kann kommen.

  17. Der Aktienkurs der UBS als Mass ihres (Miss-)Erfolges ist in der Tat seit Jahren ein einziges Trauerspiel. Die Dividenden sind ebenfalls mager. Von einem Apple-ähnlichen Zustand keine Spur. Kein Grund für Ermotti, sich in die Brust zu werfen. Aber wahrscheinlich ist es so: Je mehr Probleme einer hat, desto arroganter muss er auftreten. Erfolgreiche Leute können es sich leisten, bescheiden zu sein. Und das Duo Ermotti/Weber will nochmals 5 Jahre weitermachen !

  18. Blick? Dieses Presse-Imperium tanzt nach dem Bilderberger – Zirkel und seinen Hintermännern . 100 0/0 ferngesteuert : Er war stets ein Medium der Verdummung und Verblödung. Da passt ein Ermotti als Dekor – Feigenblatt entsprechend . Blick schweigt, wenn er die Schweiz verunglimpft und pfeift aus allen Rohren wenn ein Hund in Nachbar’s Garten sch….st. Pfui.

  19. Es gibt in keinem anderen Berufsstand so viele Clacqueure 👏👏wie beim Banking. Dampfplauderer Ermotti und Weber führen diese Clique an! Wenn Ermotti glaubt, seine Schweiz- Ansichten dienen den UBS – Aktionären aus Uebersee, soll er als 1.er das Feld räumen und nach Abu Dabi oder NewYork auswandern.

    • Ich kann Ihnen sagen, dass das Banking in Abu Dhabi noch um einem Faktor 10 mieser ist als bei UBS in der Schweiz. Da sträuben sich einem die Haare, glauben Sie mir.

  20. S. Ermotti macht nur seinen Job als Ausführender und dies seit Jahren gut. Auftraggeber sind die Investoren – nicht die kleinen Aktionäre oder die Belegschaft. Damit er seinen Auftrag erledigen kann, sind logischerweise die Vorschriften im Weg. Er ist nicht dafür eingestellt für Angestellte oder die Schweiz zu arbeiten. Wir als Einwohner, Angestellte … müssen dafür sorgen, dass sich die Erwartungen der Investoren und das Tun von Ermotti/seines Managements in geordneten Bahnen und sozialverträglich abspielen. D.h. 95% von uns sind eben nicht Reich, keine Immobilienmagnate, keine Grossunternehmer und müssen uns daher auch endlich so verhalten mit unserer Stimme, unserer Wahl, unseren Forderungen. Ansonsten wird sich die Geschichte wiederholen – die war bis anhin immer blutig und zu unseren Ungunsten. Noch leben wir in einer Demokratie mit einem liberalen, kapitalstischen Wirtschaftssystem – nachweislich das beste System, auch wenn es viele Fehler hat, welche man jedoch korrigieren könnte – schauen wir dafür, dass es nicht durch wenige gierige zerstört wird, sondern schaffen mit entsprechenden Leitplanken bessere Voraussetzungen, welche der Mehrheit genüge tun.

    • Lieber Herr Fenner,
      danke für diesen reflektierten und objektiven Kommentar. Sehr erfrischend ausnahmsweise einen Kommentar zu lesen welcher nicht auf Annahmen, subjektiven Halbwissen oder gar auf persönlichen Frustrationen/Wutbürgertum basiert – ganz herzlichen Dank dafür!

  21. Herr Hässig, sie leben in einer alten, schon lange nicht mehr existierenden Welt. Die armen Schweizer, jetzt klaut ihnen da so einer noch ihre Arbeitsplätze und kassiert dafür viel Geld. Ja, nur das ist doch auch ein Teil seines Jobs, das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen. Im Banking gibts nach wie vor zu viele und viel zu teure Arbeitsplätze in nachgeordneten Bereichen, die in Zukunft kein Mensch mehr braucht. Und Herr Hässig, der arme Banker , der ja eh nur einen Hungerlohn bekommt, muss dann halt in Zukunft bei Unternehmen arbeiten, wo das Wort arbeiten wieder im Vordergrund steht.

    • Ach, Herr Titte, nur weil Sie es nie schafften, sich je von einer Bank antellen zu lassen, heisst das noch lange nicht, dass da nicht gearbeitet wird. Aber zumindest dem aus Ihnen triefenden Neid nach zu urteilen, haben Sie sich in der CH gut integriert.

    • Immer wieder ämüsant, wie LH hier mit Pseudonymen sein schlichtes Gemüt auslebt.

  22. Sergio hat, was die Digitalisierung betrifft, recht. Es wird Stellen kosten und jene, die überleben, müssen den „human content“ haben. JETZT hat es es endlich begriffen: WEG mit allen MD’s, den GMD’s und allen sonstigen Sesselklebern, die sich von drögen Meetings zu Meetings durchhangeln, die Stunden verbringen die Mails, auf den sie nur als :cc aufgeführt sind, abzuarbeiten, und die an jedem noch so nutzlosen Town Hall die Sohlen zwecks Karrieresicherung abwetzen. WEG mit diesen unproduktiven, ineffizienten und ineffektiven, ultrateueren Blabla-Manägerschlis. Denn die Digitalisierung braucht keine Zwischenhierarchien mehr. Tempi passati!!!
    Wenn Sergio das schafft, kaufe ich gerne wieder Aktien.

  23. Recht hat er! Die Banken werden von Bundesrat und FINMA mit teurer Regulierung überzogen, deren Nutzen häufig mehr als fragwürdig ist.

    Bundesbern muss gelegentlich vor Augen geführt werden, woher die Steuergelder (die Angestellten sind enorm gute Steuerzahler) für die bankenfeindliche Politik kommen.

    Hässig scheint es mal wieder noch nicht gemerkt zu haben. Sowohl in den USA als auch in UK hat der Wind gedreht und die dortigen Banken werden entlastet. Wenn wir hier nicht nachziehen, dann haben wir einen gewaltigen Wettbewerbsnachteil!

  24. Dies ist halt so in der freien und unabhängigen Schweiz, jeder Präsident einer Grossbank ist eine Heiligkeit an sich und ein Genie. Es ist völlig gleichgültig, wenn die Aktie seiner Bank daherdümpelt und nicht mal nach Jahren die 21 Franken erreicht, die sie damals in der Not von ihren Aktionären abgeholt hat. Seine Heiligkeit, der Präsident, weiss was seinen Schäfchen Aktionären und seinen Angestellten gut tut, wovon sowie so 2/3 nichts wert sind.
    Bleibt nur die Frage, die er hätte beantworten sollen, sind dies nun die UBS Leute in der Schweiz, in Polen oder sogar die bewundernswerten Amerikaner, die in den vergangen beiden Jahrzehnten in den USA nur Verluste, aber keine Gewinne für die Bank hervorgebracht haben.
    Viele Aktionäre wären sehr dankbar, wenn er dort würde beginnen aufzuräumen und diesen Laden, der auch in Zukunft mehr Verluste als Gewinne erwirtschaften wird, abzustossen. Aber es ist halt für Ihre Heiligkeit leichter, die Schweiz und den Bundesrat zu verunglimpfen, als die EU und das noch mächtigere Amerika.
    Kein Präsident einer Grossbank eines EU-Landes wagt es derart mit seiner Regierung umzuspringen, wie diese seine Heiligkeit tut, nicht mal die in Bulgarien und Rumänien.
    Wir Schweizer sollten uns mal überlegen, warum wir so behandelt werden. Ist es besser am Katzentisch der EU zu sitzen, anstatt an der vollen EU-Tafel und dort zu fressen was das Zeug hält, aber gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die anderen an der Tafel nicht zu viel auf unsere Kosten nehmen und sie auch substanziell zu unseren Gunsten abgeben müssen. Wagt es dann noch ein Schweizer Grossbank-Präsident so unflätig unser Volk und unsere Regierung zu kritisieren?

    • Sie müssen ja sowas von frustriert sein um einen solchen Mist zu schreiben. Geschäftsberichte der UBS bekommen sie auf jeder Filiale oder sie werden verschickt. Da können sie sich informieren wieviel wo verdient wird und das nächste mal richtige Angaben schreiben.
      Machen sie mit ihrer Frau einen schönen Herbstspaziergang und geniessen sie die Sonne wie ich.

    • Haben Sie den Geschäftsbericht 3K der UBS an die Securities and Exchange Commission in den letzten 10 Jahren gelesen. Wahrscheinlich nicht, den dieser Geschäftsbericht ist das wahrhaftigste Bild über den Zustand der UBS. Sie werden dort nachvollziehen können, wo die Gewinne gemacht werden und wo die Verluste. In welchen Segmenten immaterielle Aktiven gebildet wurden und aus welchen Gründen. Immer die USA, die USA und dann noch London, aber nie die Schweiz! Die UBS ist eine Transfer-Maschine ihrer Erträge für Investitionen in die USA und das setzt sich weiterhin fort. Wie wurden vor der Sub-Prime Krise diese US Investitionen hochgelobt! Das gleiche kann sich wiederholen bei der dortigen exzessiven Schulden-Wirtschaft. Trotz Verlusten in New York zahlte man dort weiterhin US-Steuern, dafür liess man die Schweiz und den Kanton und die Stadt Zürich bluten. Das zeigt die Machtverhälnisse und wo die UBS in die Knie geht.
      Ob die UBS so erfolgreich mit ihrer IT-Infrastruktur ist, wird sich zeigen, die Vergangenheit spricht nicht für diese Geschäftsleitung. Aber eines muss man der UBS lassen, die Public-Relation ist hervorragend und all diese kritischen Schreiben hier und der Artikel von L.H. werden von den Verantwortlichen überhaupt nicht zur Kenntnis genommen, die fuhrwerken so wie in den letzten 20 Jahren. Es ist deshalb gar nicht nötig, Herr Stefan K., dass Sie mich ohne Argumente kritisieren. Auch mit Dummheit ist man auf der Gewinner-Seite.

  25. Sich selbst erfüllende Prognose? Man muss nur wollen, immer daran glauben und darüber ständig reden, dann wird es gelingen.

  26. Glücklicherweise ist meine Hypothek bei der UBS vor ein paar Wochen abgelaufen. Das Angebot zur Verlängerung war geradezu dreist, die Konkurrenz lag gut ein Halbes Prozent (!!!) niedriger (unerklärlich, dass die UBS bei solchen marktfernen Konditionen überhaupt noch Kunden hat…).
    Ich sehe es nicht als meine Aufgabe, mit überhöhten Konditionen das Salär von Leuten wie Ermotti zu finanzieren.

    • Schon eine Weile ist das Hypothekargeschäft kein Kerngeschäft mehr bei UBS. Man hat das nur nie offiziell kommuniziert. Deshalb „kommuniziert“ man es den treuen Kunden über die Konditionen….

  27. Ein Eisbein ist solange ein Zweibein bis bald es geschlachtet wird.

    Claudius Lostinhell
    * 18. November 1838 † 19. April 1908

  28. Die Digitalisierung im Bankengeschäft steckt noch in den Anfängen. Die Blockchain-Technologie wird dem traditionellen Bankgeschäft den Garaus machen. In 5 bis 10 Jahren wird der Zahlungsverkehr nicht mehr über die Banken und die Post abgewickelt. Ebenso wird das klassische Geschäft mit Krediten verschwinden. Sergio Ermotti hat schon recht, wenn er sagt, dass bis zu 30 Prozent der Stellen verschwinden werden, aber nicht aus den Gründen, die Ermotti hier anführt. Fazit! Er und seine Weggefährten haben noch einige Jahre Zeit, weitere, fette Boni einzufahren. Dann ist aber Ende Feuer.

    • Ja klar, die Blockchain musste ja noch kommen. Für mich sind das Träumereien. Was ist wenn die Blockchain reisst? Ich weiss, das kann nicht passieren, wird es aber trotzdem irgendwann. Wen rufen Sie dann an?
      Gibt sicher Eisatzgebiete für die Blockchain die Sinn machen, aber die ganze Welt auf den Kopf stellen wird sie nicht.

  29. Hallo Herr Hässig, haben Sie das Interview überhaupt gelesen? Ermotti spricht über den Einfluss der Digitalisierung auf Jobs in den nächsten zehn Jahren. Das hat doch nichts mit seiner Leistung zu tun. Vielleicht gibt es den Aufschrei, den Sie fordern, nicht weil richtige Journalisten halt ihren Job machen und nicht einseitig verzerren.

  30. Schweizer leiden oft an überhöhtem Selbstbild, wie man an Herrn Ermotti leicht sieht. Sie glauben sich mit Ländern wie den USA oder UK vergleichen zu können und Zürich glaubt, in derselben Liga wie London, New York oder Paris zu spielen. Wir sind ein kleines Land, mit Einwohnerzahl kleiner als die Londons, gänzlich ohne Ressourcen und mit viel zu hohen Kosten um international konkurrenzfähig zu sein. Trotzdem schaffen es etliche mittelständische, technologisch hochstehende, Unternehmen in diesem Land, sich über Wasser zu halten, es kann also übers ganze gesehen so schlecht nicht sein, zumindest nicht für die, welche kleinere Brötchen backen und nicht in SP500 Liga mitspielen wollen. Der größte Teil der Arbeitsplätze werden eh durch eben diese mittelständischen geschaffen und nicht durch die UBS, also wäre es ein Fehler sich nur auf die Bedürfnisse dieser Multinationals zu konzentrieren. Wenn sich diese hier nicht mehr wohlfühlen, steht es ihnen natürlich frei, wegzuziehen. Es wären dann, im Falle der UBS, vielleicht 20’000 Arbeitsplätze weg, was aber nicht 20’000 Arbeitslose heißen muss – denn wie viele würden weiterziehen, weil sie ihre Wurzeln nicht in der Schweiz haben?

  31. Jetzt ist E endgültig in seine global Cloud abgespaced!
    Als Berater werde ich nun auch aktiv allen von der UBS abraten.

  32. Natürlich hat er Recht. Banking ist eine sterbende Branche. Ich weiss allerdings nicht, ob ihm bewusst ist, dass er zu den ersten gehören müsste, die ihren Platz räumen.

  33. Ringier und NZZ (FDP) schweigen. Bleiben Funiciello und die Jusos, haben aber mit ihrer Kasperli-Aktion von gestern ihre Energien verpufft und die bald arbeitslosen Schweizer gehören nicht zu ihrer Klientel

  34. Der Sergio ist eben nur CEO und kein Unternehmer! Es ist seine verdammte Pflicht, die UBS in der Schweiz zu stärken und die Verantwortung (primär) gegenüber seinen Schweizer Mitarbeitenden wahrzunehmen. Ein CEO einer Schweizer Grossbank mit einer derartigen Tradition in der Schweiz, welcher offen ausspricht, dass er den Sitz von der CH wegnehmen will gehört von den Aktionären an der nächsten Generalversammlung geteert und gefedert von seinem hohen Ross zu jagen.

  35. Ermotti is not wrong.

    He only dares to verbalise what everyone knows.

    Switzerland is simply too expensive and not competitive in the medium-long term. You can get better value – quality staff, technology, real estate, etc, outside of CH.

    It is just national pride that you want a Swiss bank to keep its headquarters in Switzerland.

    But seriously, are UBS & Credit Suisse REALLY swiss banks now?

    • Klar kann das HQ nach Breslau zügeln. Nur, was bringts? JP Morgan könnte auch auf die kleinen Antillen umziehen.
      Oder Nestlé nach Lagos und Glencore nach Dublin. Und dann? Kosten gesenkt. Klar. Nochmals: und dann? Keine Firma besteht nur aus Kosten. Der Erfolg einer Unternehmung besteht aus einer Vielzahl politischer und sozioökonomischer Faktoren. Ansonsten wäre die Schweiz nicht das 19 reichste Land des Planeten. Noch vor Saudi Arabien oder Argentinien.

    • Das ist auch so was, das mich zusehends ärgert immer und bald überall dieses „Schläuling-Englisch“. Scheinbar versteht Mel W die deutsche Sprache ansonsten sie auf den Artikel nicht inhaltlich genau auf englisch hätte antworten können. Wenn ja im Ausland scheinbar alles besser ist warum ist sie denn noch hier?

  36. Ich finde Sergio hübsch. Ein schöner Tessiner mit viel Geld und leider auch einer Ehefrau. Er kann mit seiner Bank wohin er will, ich werde ihm immer eine treue Gefolgsfrau sein. Er ist so schön, er kann kein Böser sein. Lieber den Sergio als den kargen, trockenen und noch erfolgloseren Martin Blessing, der ums Verrecken auf Ermottis Stuhl will. Es scheint niemand das letzte ManagerMagazin gelesen zu haben, wo die Geschichte von Blessing erzählt wurde. Es war ganz und gar keine Erfolgsgeschichte – ganz im Gegenteil, Blessing hat viele Arbeitsplätze abgebaut und das würde er auch hier tun. Ein furztrockener unspannender Deutscher mit schlechtem Track-Record. Oh lieber schöner Sergio, bitte bleib noch etwas, den Blessing wäre ich nicht so treu.

    • #hottieErmotti auf Twitter folgen liebe UBSine – dort bist Du gut aufgehoben…

    • Ihre Bewunderung in Ehren, doch wären Sie nicht auch froh, wenn Sergio nicht nur schön, sondern auch ein Steve Jobs in seinem Geschäft wäre? Wäre nicht das das Schönste, das man haben kann? Aber ich gebe Ihnen Recht, ich sehe diese ideale Person im Moment auch nicht heranwachsen—dann also doch lieber Sergio.

    • @Financier. Steve Jobs‘ in der Bankindustrie erwarte ich nirgends. Da müsste sich einer neu erfinden. Vielleicht wenn das Bankgeheimnis mit Hilfe der heutigen Technologie wieder eingeführt würde, was technisch möglich ist aber jetzt kommt die Mut-Frage. Schon wieder eine Hürde – der fehlende Mut. Also seien wir über die letzten Schweizer an der Spitze unserer Banken froh. Mit Blessing würde nur eine Abbaurunde eingeführt werden, um die Zahlen wieder zu schönen. Doch lieber den hübschen Tessiner, der „noch“ wenig Schaden anrichtet im Vergleich zum Commerzbank-Abbau-Blessing.

    • @UBSine: Sehe ich auch so; man muss einfach auf den Boden kommen und von dort aus zusammen mit der restlichen Wirtschaft wieder langsam wachsen. Ein Steve Jobs würde sich wohl eine andere Industrie aussuchen, die mehr Raum für Visionen bietet als das Erbringen von Finanzdienstleistungen. Mut hat man ja auch nur dann, wenn der mögliche Ertrag gross genug ist. Das ist in der Finanzindustrie heute kaum mehr der Fall. Das Bankgeheimnis lässt sich in Zeiten der Globalisierung und des Internets meiner Meinung nach nicht mehr einführen, da die Grossen nun alle Lunte gerochen haben.

    • @Financier. Sehe ich genau so aber in einem Punkt stimme ich nicht zu. Das Bankgeheimnis IST mit der heutigen Technologie und den richtigen Experten sofort wieder installierbar. Es braucht natürlich mehr als nur einen IT-Experten und dann ist sowas machbar. Niemand wäre in der Lage, diesem Konstrukt digital folgen zu können. Das ist der Trick dabei. Lass Dich nicht finden und mit der Technik ist das heute auf jeden Fall möglich.

  37. Es zeigt einmal mehr, wie abgehoben das Management von UBS ist. Grosse Töne spucken, ein bisschen Interview da, ein schönes Filmchen dort….und vor allem schauen, dass die eigenen Taschen voll sind. Outsourcen, insourcen, Personal ein bisschen in die Grenzregion verschieben….aber den wirklich grossen Wurf, wie die Bank in die Zukunft geführt werden soll, haben die Jungs um Ermotti nie aufgezeigt. Daher, sell and run….. die UBS Aktie ist immer noch viel zu hoch bewertet…..

  38. So ganz unrecht hat Herr Ermotti doch gar nicht.

    Wie unsäglich sind alle diese unmöglichen Vorschriften der Stadt Zürich die z.B. Das Bauen so teuer macht. Ein Rechencenter in der Schweiz? Viel zu teuer und die Daten sind auch nicht besser geschützt als in der EU.

    Die Regulatorien der Schweiz. Was ja gut begann ist bei dem Beamtenapparat in Bern völlig aus dem Ruder gelaufen. Die Bedingungen für Banken sind in der EU viel besser.

    Eine Aufteilung der UBS in eine kleine CH UBS für die ach so wichtigen Schweizer Kunden und eine Weltoffene UBS sollte konsequent weiter verfolgt werden.

  39. Er spricht doch nur Wahrheiten aus.

    Eigentlich wissen wir alle seit Jahren, dass Globalisierung und Digitalisierung einen immensen Tribut fordern und noch mehr einfordern werden, zusätzlich akzentuiert durch die Polarisierung des Kapitals (d.h. dass die Ungleichverteilung des Reichtums stetig und unaufhaltsam zunimmt).

    Nur wollen wir Verdrängernaturen das nicht wahrhaben, bis es uns ganz persönlich tangiert.

    Vorher wenden wir uns von jedem ab, den es vor einem selber trifft.

    Ist halt ein Looser, Pechvogel, Under-Performer …

    Vielleicht bist du morgen an der Reihe?

    • Fand das Interview super. Endlich Klartext, nicht schoenmalerei.
      Hab daraufhin Aktien gekauft

  40. Ermotti ist ein typischer Südländer. Viele Worte, wenig Erfolg! Er ist einer der typischen Blender in der Finanzwelt. Ausser Outsourcing, ein bisschen Vetternwirtschaft, hat er wenig gebracht! Da ist er auf der gleichen Spur wie VRP Weber! Beide sind Fehlbesetzungen und erbringen nicht die Leistungen die erwartet wurden.

    • wie sind denn ‚typische‘ Nordländer? Genetisch zu Höherem bestimmt?
      ps: bin nicht ein Freund von Herrn Ermotti. Aber noch weniger ein Freund von…….. wie Sie es sind!

    • @Späher
      Das auf typisch Südländer herabzustufen ist ziemlich oberflächlich. Vergiss nicht er ist ein Tessiner, ein Schweizer.

      Es gibt einige Südländer die einiges erreicht haben ohne nur zu blenden.

      Ihr seit am schlafen (Schweizer) sobald Ihr aufwacht wird es zu spät sein. Wieso gebt Ihr immer den anderen die Schuld an Eure Situation. Wie schon mehrmals geschrieben die Globalisierung wie auch die Digitalisierung wird allen etwas abverlangen. Ihr seit aber nicht im Stande euch zu wehren. Dafür sind ja alle Süd/Ausländer Schuld an Eure Misere.

    • Ein Pepsodent Lächeln und wenn man noch ein schöner ist reicht das meist schon in der Bankenwelt. Der schöne Sergio, der schöne Walti usw. alles moderne Butler mit Finanzausbildung.

    • @Späher
      Ermotti ist Tessiner…, also ein Zentraleuropäer und kein Südländer! Und wegen den Nordländern, wie viele Deutsche Manager haben mehr drauf als „Südländer“? Zählen Sie mal auf.

      Und wegen Südländer, ist Ihnen bewusst dass die Schweiz ohne Südländer stillstehen würde? Wer Arbeitet auf dem Bau, in der Gastronomie oder in Fabrikationsbetrieben? Die meisten Schweizer sind nicht bereit solche Jobs zu machen…

    • Der andere Sergio, nämlich Marchionne, hat mit
      Fiat-Chrysler jedoch viel erreicht.

    • 1) Marchionne ist Kanadier 😉 😉 [ Oh, ok, Italo-Kanadier … ]
      2) Der Kanton Tessin ist doch südlich der Alpen 😉 😉

      Etwas ernsthafter:
      Der Original-Kommentar über „typische Südländer“ ist latent rassistisch und total daneben.

      Es gibt solche und andere überall auf der Welt, auch und sogar in der (Deutsch-?) Schweiz. Studer, Ospel, Wuffli, Kurer, Rohner et al waren jedenfalls … Deutsch-Schweizer.

    • erneut ein sprach genie… der nur „deutsch für du“ schreiben kann 😀
      e viva li svizzeri italiani… vi fanno un c….. cosi 🙂

  41. Den Fortschritt verdanken wir den Nörglern.

    Zufriedene Menschen wünschen keine Veränderung.

    Herbert George Wells
    * 21. September 1866 † 13. August 1946

    • Der soll zuerst Mal ein Land suchen, dass eine TBTF-Bank aufnehmen will. Keinem Land fehlt etwas ohne UBS. Aber das ist die Arroganz der Banker-Bosse. Kennen wir. Leider.

  42. Die besten Ideen kommen mir,
    wenn ich mir vorstelle,
    ich bin mein eigener Kunde.

    Charles Lazarus
    * 18. November 1838 † 19. April 1908

  43. Finde ich gut: 30% weg bei MDs und in der KL und der Laden läuft garantiert besser, wenn man die richtigen schickt und nicht die falschen, darauf würde ich allerdings wetten, behält.