Sparwahn bei Raiffeisen: Putzcrew weg

Genossenschaftsbank lagert aus wie die Grossen – Halbes Dutzend Billigkräfte landen bei Externfirma – „Standardisierung“.

Die Raiffeisen spart. Beim Putzpersonal. Sie lagert die Reinigungsleute, die bisher die Häuser der Privatbanken-Tochter Notenstein sauber gehalten haben, an ein externes Unternehmen aus.

Das bestätigt eine Sprecherin der Raiffeisen-Zentrale in St. Gallen. „Im Rahmen einer Standardisierung rund um die Reinigung werden künftig auch die Gebäude von Notenstein La Roche durch die Firma Honegger ausgeführt“, sagt die Raiffeisen-Frau.

Das sei gut für die Leute. „Als etabliertes und eines der schweizweit grössten Reinigungsunternehmen bietet die Firma Honegger AG branchenweit gute Rahmenbedingungen für ihre Angestellte.“

Betroffen sei rund ein halbes Dutzend Angestellte. Die Mitarbeiter waren bisher auf der Payroll der Raiffeisen, entsprechend genossen sie die Anstellungs-Bedingungen der dritten Bankenkraft im Land.

Neu stehen sie im Sold einer wenig bekannten Reinigungsfirma. Ob es bei dieser nach dem obligaten Besitzstands-Jahr zu Änderungskündigungen mit schlechteren Bedingungen kommt, muss sich weisen.

Die Sprecherin der Raiffeisen gibt dazu nur halb Entwarnung. „Das Reinigungspersonal bekommt eine garantierte Weiterbeschäftigung durch die Firma Honegger AG für die Reinigung der Gebäude von Notenstein La Roche sowie zusätzlich auch für die Gebäude von Raiffeisen Schweiz“, meint sie.

Entlassen würde „also niemand“. Trotzdem können sich Lohn und Sozialleistungen rasch ändern.

Sicher ist jedenfalls, dass die Raiffeisen sich nun auf die Spuren der Grossbanken begibt. Auch sie will mit Hilfe von Auslagerungen sparen.

Das will die Bank anders verstanden wissen. „Die Einsparungen sind äusserst marginal“, führt die Sprecherin aus.“

Im Zentrum stehe die „Reinigungs-Standardisierung zwischen Notenstein La Roche und Raiffeisen Schweiz“, hingegen „nicht Einsparungen“.

Die Raiffeisen ist im Zuge einer massiven Expansionsstrategie rasch auf weit über 10’000 Mitarbeiter gesprungen. Sie leidet stark unter den Minuszinsen und die schleichende Margenerosion.

Unter seinem Chef Patrik Gisel muss der Genossenschaftsriese deshalb erstmals auch sparen. Das ist neu für die Raiffeisen, die bisher nicht durch Abbau von sich reden gemacht hat.

Nun setzt sie das Messer ausgerechnet beim Putzpersonal an, sprich ganz unten in der Futterkette.

Sie tut dies mit Verweis auf „Standardisierung“. Für die Reinigungsleute ändert sich das wenig an der Tatsache, dass sie von einem der grossen Arbeitgeber zu einem viel kleineren wechseln.

Ob es zu weiteren Auslagerungen bei der Raiffeisen kommt, bleibt abzuwarten. Die Bank hat vor allem in der IT eine grosse Tochtergesellschaft gegründet.

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

34 Kommentare zu “Sparwahn bei Raiffeisen: Putzcrew weg

  1. Lese IP ab und zu. Kritisch und Winkelried maessig. Ein Value add et al. IT Firmen werden bashed, what about Swisscom? Ist gem. Eigener Aussage der groesste IT Provider in der Schweiz. Top bei Sc ist die COM Truppe, da findet auch LH kein Haar in der Suppe – oder doch?

  2. Das haben die Grossbanken doch schon längst gemacht. Beispiel Uetlihof: auslagern an eine externe Firma. Kosten sparen, Leute zu Sklavenlöhnen arbeiten lassen. Resultat: Toiletten wurden nicht mehr sauber geputzt aber Kosten gespart um hohe Boni zu sichern!

    • Klar, sie verrichten wichtige Arbeiten für die MA einer Bank, warum sollen die nicht auf der Payroll sein? Weil es so arrogante Banker gibt die meinen sie seien etwas besseres? Dabei sind die meisten Banker Kopfnicker, Einschmeichler, Leute ohne eigenes Rückgrat die alles machen was befohlen wird, auch der grösste Unsinn, Hauptsache sie bekommen ihren Lohn und Bonus, was in vielen Fällen mit verdienen nichts zu tun hat, sondern eiinfach damit dass sie mit einem geistigen Bückling auf die Welt gekommen sind!

    • Putzpersonal gehört in die unterste Kaste – darum auch der Lohn so tief. Ist doch klar Späher…

    • Das öde Dumpfbacken Vreneli von woher auch immer sei dahingehend aufgeklärt, dass schlicht und ergreifend keine ‚Kaste‘ unter ihrer eigenen existieren kann. Ist doch klar…

    • @Vreni-SG Sie scheinen noch nicht sehr viel von der Welt gesehen zu haben. In der Schweiz gibt es keine Kasten.

      Habe noch selten so doofe Sprüche gelesen wie das was sie hier posted haben. Inhaltlich unterste Schublade was sie rauslassen. Rate ihnen in Zukunft zuerst das Hirn einzuschalten und die Hochnäsigkeit beiseite zu legen bevor sie etwas schreiben.

    • @Vreni – Kasten gibt es in Indien , die Denkweise in solchen Schematas ist antiquiert oder gelinde gesagt doof!
      Selbstverständlich gehören die Raumpfleger und -innen auf eine Payroll, es sind Vertrauensstellen. Schlussendlich bewegen sich die Leute in einem sensiblen Bereich. Betriebswirtschaftlich hat Vreni teilweise recht, nur sollte nicht alles übers Portemonnaie beurteilt werden!

  3. Also unbekannt ist Honegger bestimmt nicht. Die Reinigungskräfte mit den grau-grünen Arbeitskleidern sieht man überall im Einsatz. Klar, die Anstellungsbedingungen werden vermutlich nicht mit denen von Raiffeisen mithalten können.

    LH, Sie schreiben, dass insgesamt 6 Reinigungskräfte betroffen sind. Ich glaube nicht, dass die Raiffeisen hiermit die ganz grossen Einsparungen macht. Setzen Sie doch mal 6 ins Verhältnis zu 10’000. Ich glaube das Standardisierungs-Argument ist hier durchaus angebracht. Warum soll 1 Gebäude (Notenstein) anderst geregelt sein, als alle anderen Raiffeisen-Gebäude?

    • Wieso sollte eine PRIVATBANK wie Notenstein La roche nicht besseres Reinigungspersonal haben? Denen man vertrauen kann weil sie seit 10 Jahren in dieser Bank arbeiten, zugang zu den Saves haben und die Bank Abends abschliessen.. klar ein Putzinstitut ist genau so vertrauensvoll mit den wechselndem Personal..

  4. Dieses Vorgehen ist mir im eigenen Unternehmen bestens bekannt: Begründet wird es meist mit „Konzentration“ auf Kernaufgaben etc. Zuletzt geht es um den Stutz. Das ist immer das gleiche. An der Spitze steigen die Gehälter, beim Fussvolk wird das teilfinanziert. Der menschliche Aspekt und die Verantwortung als Arbeit-Geber rücken in den Hintergrund.

    Die Leute werden vorerst neue Verträge bekommen. Früher oder später wird man ihre Arbeitszeit reduzieren und einzelnen künden oder sie auf andere Wege entsorgen. Mir ist ein Bsp. bekannt wo die Putzfrau und ihr Mann nicht mehr auf ihr Pensum/Lohn bekommen und nun nach Jahrzehnten in ihr südliches Heimatland zurückkehren. Unsere Lebenshaltungskosten sind für sie zu hoch und die neuen Verträge/Einkommen für solche Arbeiten zu tief. So ist die Realität.

  5. OK, der Beitrag ist jetzt wirklich etwas flach geraten. Ich hoffe, die Firma Honegger hat die Konti bei der Raiffeisen auch gekündigt und sie an eine andere Bank ausgelagert. Es ist doch wie immer: die Kleinen triffts immer zuerst.

    • UBS

      Bitte Bericht nochmals lesen. Und dann
      ….Ich hoffe, die Firma Honegger hat die Konti zur Raiffeisen transferiert……

  6. Aus Sicht der Bank ein folgerichtiger Entscheid. Die fraglichen Mitarbeiter werden ausgelagert/abgegeben an ein professionelles Reinigungsinstitut. –> Einsatz der Reinigungsmittel –> Umwelt –> Oekologie.

    • Diese Mitarbeiter wurden gekündigt und nicht abgegeben.. denn der Lohn den sie bei Honegger verdienen würden währe vermutlich nicht einmal die Hälfte davon, was sie bei der Raiffaisen verdient haben.

  7. Aus Insiderkreisen ist zu berichten, dass ein neues 3-köpfiges „Putz-Geschwader“ aus Russland als Ersatz schon bereit steht. Bezahlung in Rubel ohne Gewerkschaft, aber mit einzigartigen Putz-Kräften – das wären:
    Igor mit der Fahrradkette;
    der Putzteufel aus Sibiren, der ohne Frühstück sofort beginnt die Marmorplatten abzulecken.
    Iwanka Machslochow;
    eine an Gicht leidende Heckenscherenbesitzerin, deren geschickte Finger, selbst bei Nacht die Klabusterbeeren entfernen.
    Lena Suffkowsky;
    eine sich permanent im Delirium befindliche Key-Account-Säuferin, deren Stellenbeschreibung aussieht wie das Strickmuster der Unterhose einer südrussischen Wanderarbeiterin.
    Nastrovje!

    • wirklich, das geht doch nicht…. aber Spass beiseite, der Skandal ist eigentlich, dass die Raiffeisen im Jahr 2017 bis anhin immer noch eigene Putzfrauen beschaeftigt hat.

  8. Gratulation. Mit der ‚Reinigungsstandardisierung zwischen Raiffeisen und Notenstein erfolgt nun doch noch Gisels strategischer Befreiungsschlag. Ich lach mich schlapp ob den St.Galler Spitzenbankern. What‘s next? Die Rationierung der Würfelzucker-Rationen an der Kaffeemaschine?

    • Das nächste wird die Integration von Notenstein in Raiffeisen sein. Dies wird geschehen so bald Raiffeisen auf Avaloq migriert hat. Also wohl im nächsten Jahr. Ganz innovativ soll es dann „Raiffeisenban Private Banking“ oder „Raiffeisen Wealth Management „ heissen. Zum Thema Outsourcing: Ev. sollte man den Leiter einer noch Notenstein Filiale (besser bekannt als Sakko-Blender) auch auslagern. Dies würde nicht nur Kosten senken, sonder das durchschnittliche Wissen und die Motivation der anderen Mitarbeiter stark erhöhen.

    • Sehr Ihr, und solche Boys wie dieser Patrick Gisel haben an der HSG studiert:-)

  9. Raiffeisen Digital mit Zukunft:
    Bald Roboter für die Auskunft.
    Anlagen erfolgen via DarkNet,
    und weniger schmilzt das Fett.

    Die Bank stürmt zum Umbruch;
    hinterlässt einen miefen Geruch.
    Das Outsourcen aller Putzer:
    Erfreut nur die Anteils-Nutzer!

  10. Lieber Zampano, lass mich raten: Du findest das natürlich eine grossartige Idee und ganz generell ist Raiffeisen die beste Bank der Schweiz, wenn nicht sogar der Welt. Korrekt?

    • Wie Vreni aus St. Gallen richtig bemerkt hat, gehört das Reinigen von Gebäuden nicht zur Kernkompetenz eines Bankmitarbeiters. Somit ist es sinnvoll, diese Arbeit an ein spezialisiertes Unternehmen auszulagern und Synergien zu nutzen.
      Raiffeisen ist und bleibt natürlich die besten Bank (mindestens der Schweiz)!

  11. Ich weiss nicht, ob „rund ein halbes Dutzend Angestellte“ ausreichen, um von „Sparwahn“ zu berichten. Der Bericht scheint eher einem „Herbstloch“ geschuldet zu sein…

  12. 6 Leute an eine externer Firma auslagern, die bereits seit langem die Gebäude bei Raiffeisen Schweiz reinigen. Momol. Grössenwahn der Raiffeisen wieder! Und diese Erosionen und Margenzerfall. Ma könnte meinen diese Firma sei pleite. Und mache keine 400 Mio. Gewinn im 1. Halbjahr. Ich mag den Hässig, der ist echt hässig. Nicht nur auf die UBS, auch auf Raiffeisen.