UBS-Bürokratie-Wahnsinn: 10 Seiten für Umzug

Schweizer Uni-Professor zieht nach Singapur: Für Bank Riesenübung mit Formularkrieg ohne Ende – Falsches Couvert.

Patrick Schüffel lehrt als Professor an der Universität Fribourg. Kürzlich zog er mit seiner Familie nach Singapur. Seine Frau hat dort eine gute Position erhalten.

Schüffel, der einst selbst im Banking war und in den Sozialen Medien aktiv das Finanzgeschehen kommentiert, hat am Wochenende einen neuen Wahnsinn von Swiss Banking aufgedeckt.

„Returned home from the Singapore Fintech Festival today to find TEN pages from my bank to read and sign for a change of address“, schrieb Professor Schüffel auf LinkeIn.

Und weiter: „Plus a return envelope that I can’t use. So depressing… Come on, #UBS, you can do better than that!“

Man glaubt es kaum: 10 Seiten Formularkrieg der UBS wegen eines simplen Umzugs von Zürich nach Singapur.

Autor Schüffels Kommentar trifft offenbar einen wunden Nerv. Jedenfalls wurde sein LinkedIn-Eintrag, den er auch auf Twitter verbreitete, allein übers Wochenende über 2’000 Mal aufgerufen.

Dass es die UBS trifft, ist bemerkenswert. Die Nummer 1 des Finanzplatzes wird für vieles kritisiert, nicht aber für ihre Informatik und ihr Ebanking. Damit kann die Bank punkten.

Wie kann es dann sein, dass eine Bank, die riesige Summen in die Technologie investiert, bei einem einfachen Vorgang wie einem Umzug ins Ausland derart schwerfällig agiert?

Die Frage wirft ein Schlaglicht auf das Kernproblem des Schweizer Finanzmultis. Dieser ist trotz Dauer-Sanierung und 10 Jahren Neuaufbau nach dem Subprime-Crash ein Bürokratie-Zombie.

Ein riesiges Backoffice mit Tausenden von Leuten und irrwitzigen Prozessen führt zu absurd anmutenden Resultaten wie jenem, welches Schüffel mit seinem Singapur-Wohnsitzwechsel erlebt.

Daraus folgt die Frage: Was hat die UBS-Spitze in den letzten Jahren wirklich erreicht? Ausser, für sich hohe Boni zu kassieren. Diese lagen die zwei letzten Jahren auf Höchstständen.

UBS-CEO Sergio Ermotti rühmt sich, die Bank zu einer Erfolgsfirma gemacht zu haben. Quer zu dieser Ansicht steht Ermottis kürzliche Aussage, die Bank habe Zehntausende Mitarbeiter zu viel.

Der Tessiner sagte das nicht direkt, wie die UBS-Pressestelle ständig betont. Doch es war dieser Eindruck, der beim Durchschnittsleser des Interviews auf Bloomberg hängenblieb.

Ich, ähhh, wir sind super: UBS-Chef Ermotti im Bloomberg-Gespräch.

Es ging um eine grosse Zahl. 30’000 der insgesamt 90’000 Angestellten der UBS könnten den neuen Technologien zum Opfer fallen. Soviel arbeiten heute für die Schweizer Grossbank, wenn man die festen Freischaffenden hinzuzählt.

30’000 Leute weg – eine Wahnsinnszahl. Wie kann es sein, dass eine hochbezahlte Truppe wie jene von Ermotti und seinen Kollegen in der Konzernleitung von so viel Überkapazitäten ausgeht?

Ermotti schiebt die Schuld der neuen Welt zu. Computer würden Menschen überflüssig machen.

Doch das Beispiel von Professor Schüffel lässt einen anderen Verdacht aufkommen. Die Bankenchefs haben schlicht ihren Job nicht gemacht.

Ermotti & Co. hätten die Abläufe längst straffen müssen, sodass die Kunden nicht mit Formularen erschlagen werden. Die UBS-Chefs hätten eine effiziente Organisation aufbauen müssen.

Umgekehrt hätten sie die daraus folgende Effizienz für den Ausbau der Beratungen an der Front nutzen können. Die UBS wäre heute eine Bank, die mit ihrer Leistung überzeugt.

Die Realität ist eine andere. Inzwischen fallen beim grössten Schweizer Finanzkonzern auf einen Kundenberater sieben Backoffice-Mitarbeiter. Sie produzieren, was von ihnen erwartet wird: Formulare.

Die Folge ist das, was UBS-Kunde Schüffel in Singapur gerade erlebt: ein Bürokratie-Albtraum.

Und das vom globalen Aushängeschild von Swiss Banking.

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70 Kommentare zu “UBS-Bürokratie-Wahnsinn: 10 Seiten für Umzug

  1. Wenn Herr Schnüffel sich dann mal so weit eingelebt hat, dass er ein Bankkonto in Singapur eröffnet hat, dann wird er sich wehmütig an den wesentlich effizienteren Prozess des Swiss Bankings erinnern. Und bitte nicht von den Fintech Visionen blenden lassen, sondern das real existierende Banking in den beiden Ländern vergleichen.

    • Gopferverdammi, schon wieder so ein möchtegern Exil-Schweizer, der wahrscheinlich auf dem platten Land im Aargau sitzt. Wärst du tatsächlich in Singapur, dann würdest du wissen, wieviel hier mit Kreditkarte und NETs läuft (man will ja nicht die horrenden 1.5% Auslandsfee PLUS den abzocker Wechselkurs seiner Schweizer Kreditkarte zahlen!). Manch ein asiatischer Versandhändler akzeptiert noch nicht einmal eine Schweizer Kreditkarte, wenn die Versandadresse Singapur ist. Und singapurische Vermieter akzeptieren nichts anderes als Lastschriftverfahren bei der Mietzahlung. Gem. Linkedin ist Hr. Schueffel seit September in Singapur. Wir können also davon ausgehen, dass er seinen Post geschrieben hat, obwohl er schon eine Bankverbindung in Singapur eröffnet hat. Oder vielleicht sogar deshalb!?! Aus meiner Erfahrung wohl eher das letztere. Die hiesigen Banken haben die Schweizer in Sachen Effizienz schon lange überholt. So viel zum „real existierenden Banking“ in diesen beiden Ländern…

    • @ Ein Schweizer in Singapur: Was verzapfen Sie nur für einen Blödsinn? Sind sie überhaupt in Singapur? Den Kommentaren von Füglistaller und Expat unten ist nichts hinzufügen.

  2. Da sitzt er feist in seinem Büro auf dem Leder-Chef-Sessel, der möchtegern Dressman. Das Hemd spannt sich über den Bauch, bei den Hosen fragt man sich unweigerlich, wer ihn am Morgen da reingeschossen hat. Im Hintergrund sind noch vier Flaschen Wein sowie eine Flasche Grappa zu sehen. Plus eine Auszeichnung irgendeiner Art. Fehlen dürfen natürlich auch nicht die USM Büromöbel und die Bloomberg Screens. Und ein paar Kunst-Bildbände im Regal beweisen, dass hier ein Mann von Kultur sitzt. Man ist ja nicht irgendwer. Und klar, den Bezug zur Schweiz haben wir nicht verloren, die Miniatur-Kuh auf dem Schreibtisch zeigt es deutlich… Der Kontrast zur wirklich arbeitenden UBS-Belegschaft und den Lege-Batterien, in denen diese sitzt, könnte nicht grösser sein. Aber brauchen die Back-Office-Mitarbeiter sowie die UBS-Kunden tatsächlich Lösungen, die mitarbeiter- und kundenfreundlich sind? Larifari! Solche Investitionen schmälern nur das Ergebnis und eben auch Ermottis Total Comp Salär. Also lasst uns weiterhin an veralteten Prozessen festhalten und – wenn überhaupt – Leute in Polen und Indien einstellen, um den Papierwahn weiterhin zu bewältigen. Und Kunden? Wer braucht schon Kunden???

    • Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte. Auch ich finde das Foto absolut erstklassig! Wenn ich das Bild, welches ein narzisstisch Persönlichkeitsgestörter von sich selber gegen aussen zeigen will, gestalten müsste, dann wäre dieses Foto zustande gekommen. Es fehlt eigentlich nur das Foto von sich selbst, wie er einem VIP die Hand schüttelt, das Gemeinschaftsbild seiner Eroberungen (Frau/Kind auf Yacht oder vor Villa) und der Zigarren-Aschenbecher.

  3. Ich frage mich immer wieder, was all die Kommentare zu einem doch eher unwichtigen Thema die Arbeitgeber kosten, wird doch der Senf grossmehrheitlich während der bezahlten Arbeitszeit aus der Tube gedrückt!

  4. Und so einer ist tatsächlich Professor? Ein typischer Theoretiker, der vom wirklichen Leben wenig bis gar keine Ahnung hat.

    • Ganz im Gegenteil, Hr. Polyprop: ich habe Hr. Schüffel bei der VSV Mitgliederversammlung im Juni persönlich erlebt. Er ist einer der wenigen Akademiker, die man verstehen tut, wenn sie reden. Und er hat genügend Praxiserfahrung um zu wissen was im „wirklichen Leben“ vor sich geht, so wie Sie es audrücken.

  5. Der arme Professor wird genau wie jeder andere Sterbliche von der Regulierungswut der Linken und Konsumentenschützern mit Formularen überrollt. Liebe Kunden ALLER Banken das ist nur der Anfang des Formularwhnsinns. Wartet erst mal bis in der EU MIFID II (eine Monsterregulierung) und in der Schweiz FIDLEG umgesetzt werden. Da kommt sehr, sehr viel Papier auf die Kunden zu. Ob sie das wollen oder nicht interessiert die Linken, die Konsumentenschützer (das sind ja auch die Linken) und die FINMA als Aufsichtsbehörden nicht. Früher konnte man normal arbeiten heute ist überall nur noch Papier. Der Kunde will es nicht und die Bank will es auch nicht. Aber die linken Politiker (SP, Grüne und auch grosse Teile der CVP) sowie die Aufsichtsbehörden wollen es so. Danke für immer mehr Vorschriften, Gesetze und Verordnungen.

  6. Kann es sein, das Herr Professor meint, für ihn gelten andere Gesetze? Es wirft eher ein Armutszeugnis auf ihn, das er dies der Bank vorwirft. Auf welchem Mist sind diese Auswüchse gewachsen? Das haben wir all denjenigen zu verdanken, die unfähig sind, das Leben selbst zu meistern. Dafür benötigen Sie die Rundum Rechtschutzversicherung. Die linken Politiker und Konsumentschützer verteidigen diese Einstellung vehement und was dann heraus kommt, ist dies.

    • Sehr fundierter und stringenter Beitrag aus dem hohen Norden.
      Man merke: auch der ach so schlaue Hans-Gunter,
      geht ohne Konsumentenschützer unter…

    • Da ich auch schon von der UBS mit solchen Formularen belästigt wurde, glaube ich kaum, dass Herr Professor meint, für ihn gelten andere Gesetze. Was einen vielmehr zur WEISSGLUT bringt, ist, dass diese Formulare – jeweils pro Konto – grösstenteils aus redundanten Textbausteinen bestehen, die oftmals einander 100% gleich, aber manchmal auch nur 95%. Man muss also alle lesen und an mehreren Stellen unterzeichnen. Gleichzeitig gibt es bereits heute die Möglichkeit Formulare dynamisch und auf ein MINIMUM kondensiert zusammenzustellen und einmalig unterzeichnen zu lassen. Aber offensichtlich ist es für die UBS einfach bequemer, den Kunden die Arbeit machen zu lassen. Und dabei haben wir jetzt noch gar nicht das Thema angeschnitten, WARUM DAS ALLES HEUTE NOCH AUF PAPIER zu geschehen hat.

  7. >> Die Nummer 1 des Finanzplatzes wird für vieles kritisiert, nicht aber für ihre Informatik und ihr Ebanking. Damit kann die Bank punkten.

    In der UBS ticken diverse IT-Zeitbomben:

    – Aufgrund des Personalabbaus sind viele IT’ler Single-Point-Of-Failure. Systeme laufen weiter obwohl die verantwortlichen Entwickler die Bank schon lange verlassen haben. Brauchbaren Know-How Transfer inkl nötiger Einarbeitungszeit wird gekürzt. Eine Woche muss da genügen. Selbst für Systeme mit 5MB+ Source Code.

    – Management hat keinen Plan mehr von IT.
    Sie stellen neue Leute ein ohne zu wissen, welche die benötigten Skill Sets sind.
    IT Mitarbeiter kaum noch an den IT Skills gemessen. Sondern ob die obligatorischen internen Schulungen rechtzeitig abgeschlossen wurden, dass Ferien frühzeitig eingetragen sind, GTRS/PPM brav ausgefüllt wurde, Projekte rechtzeitig abgeliefert wurden etc. Warum? Weil die heutigen IT Manager – und dies fängt bereits bei dem Team-Leitern an – meistens keinen Plan mehr von IT haben. Nicht selten wird ständig reorganisiert und den rest kann man sich ja denken.

    Ständig werden neue Projekte aus dem Boden gestampf um bestehende Systeme ab zu lösen. Doch eine solide Analyse findet selten statt. Somit dauern diese Projekte um ein vielfaches (!!!) länger. Nicht selten verlängern die damit beschäftigten externen Mitarbeiter ihren Vertrag nicht. Und somit heisst es: „Zurück zum start“. Nicht selten lautet die Devise auch: „Wir bringen das irgendwie in die Produktion und verkaufen es als vollen Erfolg“. Dass das neue System nur einen Bruchteil dessen kann was es sollte, interessiert niemanden.

    – Überschwemmung durch externen Mitarbeitern. Diese müssen sich in einer so grossen Umgebung erstmal zurecht finden. Dies hat zur Folge, dass diese erstmal unproduktiv sind und andere Mitarbeiter. Ihnen fehlt das bild des Ganzen. Auch hier ein versäumnis des Managements. Wird dann mal was umgesetzt, so entstehen Insellösungen welche schlussendlich nur für enormen Mehraufwand sorgen.

    – Outsourcing
    Braucht hier wohl nicht besonders erwähnt zu werden.

    – Of the Shelf Produkte verwenden
    Das ist seit einigen Jahren die Devise. Doch anstatt eine Sinvolle Evaluation zu machen wird irgendwas eingekauft und dies muss dann so verbogen werden, dass es den umständlichen UBS Prozessen entspricht. Das ist die übliche Praxis. Evtl wäre es mal an der Zeit gewisse interne prozesse zu überdenken und und dem Tool an zu passen anstatt andersrum.

    – SLDC 2.0
    Da waren die genau gleichen Theoretiker am werk wie bei SDLC1.0. KwT.

    • Sie haben mein Tag gemacht… aber wahrscheinlich der Benchmark ist falsch und sowieso nur auf die Schweiz beschränkt, zum Beispiel EBanking.
      Konkret: wielange dauert bis wann ein Kunde in Wellington heute startet seine Aktivitäten dort und dann transferiert sich in Schweden und will er von dort auch seine Aktivitäten weitermachen?
      Zweite Bespiel Risk Management: vielleicht 2000 batches pro Tag, wie lange hat man bis diese ungefähr konsolidiert sind und zusammengefasst in unvollständige Risk Dashboards?
      Wieviele Systemen haben keine einzige gemeinsame Codes… usw.
      Dann IT sei kein Problem… gestern war so, heute ist gerade nicht mehr so und morgen zählt 60% ihre IT oder Digital Flexibilisierung. Wenn ich 3’000 Mrd. AuM hätte, würde ich schon vor- und nachdenken…but who cares, wichtig sind Roi und andere MBA Kennzahlen…nur kurzfristig…und langfristig sind wir alle Tot….

    • @Supermario
      Ja, es stand in Text über die zufriedenheit von IT in the community….
      Ich bin gewohnt in mehrere Dimensionen zu denken und vor allem 360 grad…. ja es kann auch noch deformation professionelle sein, aber ich kaufe nie ein Katze in Sack…. das war eine kleine Hilfe, nicht mehr nicht weniger…. eigentlich keine Kritik, als externe eher eine Beobachtung…aber wenn alle zufrieden sind, dann bin auch…über administrative Aufwand kümmer ich nicht….

    • Das gleiche kann man von der Konkurrenz am Platz sagen.
      Die Abkürzungen sind ein wenig anders aber inhaltlich daselbe.

      Wenn man die Prozesse nicht im Griff hat wird die Bürokratie hochgefahren, save my A**.

      Die Prozesse werden immer komplizierter, durch die Auftrennung in verschiedene Lokationen kommunikationsintensiver und schlechter in der Qualität.

      Offshoring ist auch nicht wirklich billiger, wenn man die ganze Vorbereitung und Nachbearbeitung zusammenrechnet hätte man es gleich selber machen können.

      Aber Hauptsache wir sparen uns zu Tode und auf dem MD-Powerpoint ist es angeblich billiger.

      Dabei wird der Kunde vergessen, der darf dann Millionen von Formularen ausfüllen – Digitalisierung lässt grüssen.

  8. Diesmal -meine ich- ist Kritik an der UBS bzw. den Banken nicht gerechtfertigt. Vielmehr ist es in erster Linie die staatliche Bürokratie/Regulierung und ein Heer von lauernden Juristen (besser Winkeladvokaten), die für die überbordende Papierflut verantwortlich sind. Alles und Jenes muss heute schriftlich abgesichert rsp. ausgeschlossen werden. Von Vernunft und normalem Menschenverstand kann keine Rede mehr sein. Der kleinste Fehler bzw. Nichtbeachtung eines Paragrafen im Regulierungsdickicht ruft die „Erpresser“ auf den Plan.

  9. Der Wahnsinn hat einen Namen: Legal & Compliance! Seit Jahren wird dieser Bereich aufgebaut, weil die UBS die Regulatoren scheucht wie der Teufel das Weihwasser. UBS sichert sich bis ins kleinste Detail ab, um nicht belangt werden zu können. Bis zur Finanzkrise 2007/2008 war wenig reguliert, nach der Finanzkrise wurde massiv über reguliert. Nun haben wir die Auswüchse dieses Wahns und er nimmt kein Ende. Die Kosten für diesen Unfug sind enorm, darum Hände weg von Schweizer Bankaktien.

  10. Ein simpler Umzug ist heutzutage banktechnisch kein simpler Umzug mehr, wo die neue Adresse auf einem Bierdeckel genügt, um in den Systemen erfasst und die Post umgeleitet zu werden.

    Vielmehr muss eine Bank heute sicherstellen
    a) welche Nationalität ein Kunde hat
    b) welches Domizil er hat
    c) wie die VOLLSTAENDIGE Adresse inkl. Strasse, Hausnummer, Postleitzahl, Ort und Land lautet (es gibt Banken, die verlangen auf ihren Formularen sogar PLZs gemäss Weltpostverein, die lediglich Empfehlungen sind, aber lokal gar nicht angewandt werden!!)
    d) was für einen FATCA-Status der Kunde hat
    e) was für einen USWHT-Status der Kunde hat
    f) was für einen AIA-Status der Kunde hat
    g) ob der Kunde steuerkonform ist
    h) wem die Assets wirtschaftlich zuzurechnen sind
    etc. etc. etc.

    Diese Tatsachen müssen regelmässig überprüft und bei einer Aenderung beim Kunden neu erhoben werden. Das alles ergibt schnell einmal 10 Formulare, denn schliesslich muss sich heute eine Bank nach all den Bussen, Rufschädigungen und Verfahren absichern, d.h. Angaben nur schriftlich und vom Kunden ordnungsgemäss unterzeichnet zu den Akten zu nehmen, damit im nächsten Verfahren irgendeiner angeblich so wichtigen Handelsmacht gegen die reiche Schweiz belegt werden kann, dass die Bank ihre Sorgfaltspflicht wahrgenommen hat. Ansonsten einmal mehr happige Bussen winken.

    Dafür verantwortlich ist die Politik, die unter der Federführung von EWS begann, den Finanzplatz CH systematisch zu demontieren und im Anflug von Wut Regulierungen aufzustellen bzw. von ausländischen Regulatoren anzunehmen und zu unterstützen, die letztlich darin mündeten, 10 Seiten unterzeichnen zu müssen für einen simplen Wohnortwechsel.

    Dies dem Management einer Bank anzulasten und zu behaupten, es bereichere sich lediglich, sei ineffizient, bürokratisch und hätte nichts erreicht, ist die Luki-typische-Betrachtungsweise von Tatsachen, von denen Luki keine Ahnung hat und noch nie eine hatte, aber täglich darüber Blog führt!

    • Die Punkte a) – h) und die Erläuterungen dazu sind inhaltlich korrekt. Ihr Fazit zur Schuldfrage ist (bewusst?) falsch: Am heutigen Formularkrieg sind einzig die mehrfach verurteilten kriminellen Finanzinstitute schuld und niemand sonst, unter welchen auch meine Wenigkeit zu leiden hat. Gruss aus China.

    • Gerade viel verstanden hat er ja nicht, der selbsternannte Weise, kurzzeitgedächtnisgesegnete und ewiggestrige Bankenbüttel – darauf lassen zumindest die lachhaften letzten beiden Abschnitte schliessen.

  11. Wo liegt das Problem? Herr Schueffel würde von jedem anderen Institut ebenfalls massenweise Dokumente erhalten. Es sind die Compliance Rahmenbedingugen! Sorry, Sturm im Wasserglas und erst noch falsch adressiert!

    • Genau! Und weil alle anderen auch so ein schwachen Service anbieten, sollte er am besten einfach den Mund halten. Meine Pferdefleisch-Ravioli von Nestle schmecken mir auch gerade doppelt so gut, wenn ich weiss, dass in der Findus Lasagne auch Pferdefleisch drin ist. Wenn alle einen Mist-Service bekommen, sollte er es nicht wagen, sich darüber zu beklagen! Da hast Du völlig recht!

    • @Matthias Obst: LOL! Du hättest noch „Ironie off“ schreiben müssen, sonst verpeilen das Leute wie @Hans Guckindieluft nicht.

  12. Das geht ja noch. Eröffnen Sie mal eine ganz neue Kundenbeziehung bei der UBS: Da werden gefühlt eine halbe Tonne Papier produziert und der Kunde muss Stunden warten, bis alle Papiere endlich für die Unterschrift vorliegen. Abgesehen von der Tatsache, was der Kunde alles unterschreiben muss! Schlimmer als bei einer OP in einem US-Spital, welchen Bullshit man als Kunde absegnen muss. Fairerweise muss man festhalten, dass die CH-Regierung diesen ineffizienten Mist eingeführt hatte, weil man ja hinter jedem einen Verbrecher vermutet – was sich ja auch bereit in andere Lebenslagen ausgebreitet hat.
    Daher Bankaktien? No way!

  13. LH liegt schon richtig:
    Das System ist over-banked und over-backofficed.
    Das Geschäftsmodell beider Grossbanken ist einfach nur langweilig.
    Einzig für GL und VR stimmt’s.

    • Ne, die RMs kennen weder das GwG, noch die VSB, no h die Cepssborder Bestimmungen, npch die Erfassungs-Systeme, oder den AIA, noch die Weisungen.
      DARUM, braucht es sooo viele ersetzbare Gewichts-Träger, damit die RMs und GL weiter fett kassieren können.

  14. Die tägliche Ration Entrüstung? Vielleicht plustert sich Schüffel nur auf. Immerhin wird aus einem CH-Kunden eine Cross-Border Beziehung. Man weiss ja nicht, welche Geschäfte der Schüffel macht. Also: Ball flachhalten. Bürokratie sieht möglicherweise anders aus.

    • Ich glaube wenn er sich „aufplustern“ wollte, hätte er ganz andere Worte benutzt. Das „Come on…“ klingt doch viel eher nett und motivierend. Auf jeden Fall nicht so als wolle er morgen sein Konto saldieren.

    • Barth, gaht’s noch? Aufplustern? Hätte mir die UBS so einen Schiessdräck ins Hus geschickt, hätte ich ihnen mit Anlauf wohin getreten! Dieser Schueffel ist hier so diplomatisch wie es für einen welschen nur irgend geht!

    • @ George, Dies mit dem saldieren ist wohl einfacher gesagt als getan. Es ist unwahrscheinlich, dass der gute Herr so schnell eine neue Bank Verbindung bekommen hätte ohne einen noch grösseren Formular Krieg zu bewältigen.

    • @Barlow/Tschirky:
      1) Schueffel ist mehr Deutsch als Welsch. Nur weil er an der Uni Fribourg war, sollte man nicht den welschen Schluss ziehen….
      2) Aufplustern? Immerhin gelangt sein Email zu LH/IP. LH hat es wohl eher nicht von der UBS erhalten. Vom wem dann?

      Dass sich Schüffel nicht direkt mit der UBS anlegen will, liegt darin, dass er möglicherweise auch mal bei der UBS anheuern will. Da muss er vorsichtig sein. Sein Thema sind jedoch Fintechs und deshalb kam es ihm gerade recht, dass so etwas passiert. Deshalb hat er wohl auch nicht besonders darüber nachgedacht.

    • @ Barth: sag mal, liest Du schon oder rätst Du noch? Das Schwarze sind die Buchstaben! Hässig schreibt doch hier doch klipp und klar über einen LinkedIn-Post. Und falls Du es nicht weisst, LinkedIn ist so ein Soschial Nettwörk, wo ganz viele Sachen stehen, die für ganz viele Leute einsehbar sind. Wahrscheinlich wurde der Post mal von besagtem Professor in der Hoffnung kreiert, dass ihn die verantwortlichen Leute bei der UBS lesen würden und dass es vielleicht dann mal Abhilfe gibt. Darauf deutet auch das „#“ hin – das ist ein Häschtäg, musst Du wissen. Aber natürlich kannst Du auch bei der Verschwörungstheorie bleiben, wo der Professor dem Hässig einen Brief schreibt und sagt, „Heh, Lukas, hol mal den Stecken aus dem Sack und schla der UBS so richtig einen über den Näggel, aber nicht zu fest, ich will da noch anheuern»…

  15. Der Formularkrieg für den Kunden (Zeitaufwand, Porti usw.) ist das Eine. Aber was glaubt ihr, was an Anwälten und Schreiberlingen, Lesern und Korrektoren nötig ist um all diese Formulare zu kreieren.
    Und „nur“ EINER freut sich, derjenige der die Idee zum Formular hatte, er wurde verewigt und ist stolz! Ist sich aber nicht bewusst, welche Kosten mit der Idee Formular entstanden sind und noch entstehen.

    • Oh je, Reberri, da hast Du aber keine Ahnung von Singapur. Ja, die Typen sind ebenfalls sehr bürokratisch. Aber deren Bürokratie ist eben hoch effizient. Mit Singpass sowie der FIN kannst Du 99% deiner Behördengänge von zu Hause erledigen!!! Davon sind wir noch Lichtjahre entfernt.

    • Wenn Du wüsstest, wie effizient die Singapurer sind. Die haben uns schon lang den Rang abgelaufen…

    • Have been living in both countries, Switzerland and Singapore: can tell you from my own experience that whilst both countries are extremely bureaucratic, Singapore manages its bureaucracy at far higher levels of efficiency! Switzerland is a bit like UBS: it loves ink on paper…

    • Oh, Du arbeitest bestimmt bei der UBS: auf dem Bild sind deutlich 10 Blätter zu sehen. Das steht sogar im Kommentar. Aber mit dem bis Zehn zählen, sollen ja so manche Leute Probleme haben…

    • Die Rechnung geht nicht auf: das sind 10 (in Worten: ZEHN) Blätter. Und selbst wenn es so wäre: WARUM Papier? WARUM in DREIFACHER Ausführung???

    • Wer zählen kann, lieber UBS PR-Abteilung, ist klar im Vorteil: da sind 10 Blätter zu sehen. 3 x 3 = 9 !!!

  16. Daß es heute neben einem Kundenberater sieben Backoffice-Mitarbeiter gibt, hängt an der stark geschrumpften Zahl der Kundenberater und den enorm angestiegenen Verpflichtungen aus der Bankenregulierung.

    Es ist ja nicht so, daß die sieben Backoffice-Mitarbeiter nur dem einen – verbliebenen – Kundenberater zuarbeiten.

    Alle Arten von Formularen hätte man zudem schon längst digitalisieren können (ausfüllbares pdf-Formular, möglichst umfangreich mit bereits vorhandenen Datensätzen vorausgefüllt).

  17. Der Wahnsinn ist nicht die UBS, sondern die Regulierungen bzw. auch das Haftbarmachen von Banken und Bankern in Steuerangelegenheiten.

    • Nein. Die Banken haben zu viele Stäbe und haben Angst vor ihrer eigenen Rechtsabteilung.

    • Grüezi@Peter Kamber,
      Unser Steuersystem fördert die Grosskonzerne und zerstört Kleinunternehmer und skalpiert den Angestellten einschliesslich Rentner/innen…..die „Pseudo-Regulierungen“ haben Unterhaltungswert für die „Doofen“ in unserem Land. Die Steuerfluchtoasen liessen sich von heute auf morgen trockenlegen. Die Parlamente (Schweiz + EU + Eurozone) müssten beschliessen, dass Banken, die Geschäfte in diesen „Oasen“ betreiben wollen, kein Konto mehr bei SNB oder EZB bekommen, mit dem Resultat das diese nicht mehr in CHF oder Euro handeln könnten. Sofort würden alle „Too big to fail“ – Banken dieses Geschäft einstellen und wir bräuchten überhaupt keine Regulierungen mehr: Game over!
      Sie grüssend

  18. habe genau dasselbe hinter mir (Umzug von Zuerich nach Singapur). Bin zur UBS Filiale gegangen mit einem Termin. Das Ganze hat ca. 15 Minuten gedauert inkl. 3 Unterschriften. Keine grosse Sache. Kann das Problem also nicht nachvollziehen auch wenn es sicher noch Verbesserungspotential gibt. Bedenklich, fuer mich als ‚kleiner Schlucker‘ Kunde, waren nur die wahnsinnigen Gebuehren – das war ein Vergleich wie Tag und Nacht (viel hoehere Spesen in Singapur).

  19. Lieber Lukas, wie wäre es, wenn Du mal einen 1-wöchigen Stage in einer (Gross-)bank machst, um wenigstens Ansatzweise mitzubekommen, was für einen Non-sense Du hier täglich raus lässt?

    1. Ist ein Umzug nach Singapur alles andere als simpel. Ich möchte mal den Papierkrieg sehen, den der werte Professor für Arbeitsvisum etc über sich ergehen lassen musste.

    2. Ist der Papierkrieg kein Ausfluss der Sparübungen der Banken, sondern eine direkte Folge der Destabilisierung des Finanzplatzes Schweiz durch unsere Politiker und Möchtegern Journis wie Dich. Mit einem Wohnsitzwechsel ändert eben mal auch die ganze Steuerzugehörigkeit etc.

    3. Was hat das Online Banking mit einem Wohnsitzwechsel zu tun?

    • „Destabilisierung der Finanzplatzes durch unsere Politiker…“ – seufz… ein weiterer Ewiggestriger (Gross)-Banker und -Schnurri mit Kurzeitgedächtnis und Realitätsverweigerungsmechanismus als einzigem funktionierendem Reflex.

    • Braucht Lucky nicht, die Branche und auch willige Mitarbeiter liefern den Stoff, ohne Träume, von selber.

    • Der ist aber immer noch Freiburger Kantonsangestellter, daher wird er wohl kaum ausgewandert sein 😉

    • Zur Erinnerung:
      Aller Anfang war die Affaire Meili ab dem 8. Januar 1997.

      Jetzt will es die UBS nicht wieder einmal verbocken……. Red tape celebrated.

    • „Destabilisierung des Finanzplatzes durch unsere Politiker“? Gaaht’s na? Googel doch einfach mal „Bussen der Grossbanken“…. – Was macht Lucky, wenn die Grossbanken sich selbst haben hops gehen lassen? Gibts dann Inside Blockchain?

    • Hör doch auf Märchen zu erzählen, der Bankenplatz wurde durch die Banken selbst ruiniert. Googeln hilft auch in diesem Fall weiter.

    • Hahaha klar was google rausspuckt ist die Wahrheit. Genauso was in diesem Schund Blog geschrieben wird. Seid ihr echt so naiv? Alle Banken haben die rote Linie mehr als gekratzt – dass die CH Banken aber wegen Über-Regulierung zu Grunde gehen, daran sind einzig und alleine unsere linken Politiker Schuld. Auch das nachzulesen bei Google *lach

    • Rückbauer und Caro wie armselig ist denn das? „Beide“ schreiben Google falsch und kommentieren in dieselbe Richtung…omg

    • die Post in Singapur (Standort des Kunden) akzeptiert kein Couvert mit schweizer Vorfrankierung.

    • Ein B-frankierter Schweizer Rückumschlag bringt nicht viel. Und von dem coupon-réponse international hat die UBS als multinationale Bank anscheinend noch nie etwas gehört…

    • Der Herr Professor hat es offenbar verschlafen, die Formulare hier in der Schweiz auszufüllen und das Kuvert der hiesigen Post zu übergeben.

    • @ Postillion: du bist ganz offensichtlich noch nie über die Grenzen des Emmental hinausgekommen. Wenn Du auch einmal als Expat im Ausland gewesen wärst, wüsstest du, dass man i.d.R. dort zunächst in einer temporär Unterkunft untergebracht ist, bis dann der Container mit Hab und Gut angeliefert wird. Daher kommt’s dann schnell mal zu einem Adresswechsel innerhalb des Auslands.