UBS-Frauenstar Novakovic kassiert Gerichtspleite

Grossbankerin und Ehemann erstatten Strafanzeige gegen Nachbarn im Tax-Paradies Feusisberg – Null Chancen vor Richter.

Christine Novakovic, genannt Christl, und ihr Mann Stan lassen sich nicht ungestraft auf die Kappe geben. Einen Miteigentümer ihres Wohnhauses haben sie deswegen vor Jahresfrist angezeigt.

Gestern erfolgte das Urteil. Es ist eine volle Pleite für die UBS-Powerfrau, die beim Finanzmulti die Nummer zwei des Schweizer Geschäfts ist und lange für noch Höheres in Frage gekommen war.

Christine Novakovic und ihr Mann sowie zwei weitere Stockwerkeigentümer, die als Quartett gegen die unliebsamen Nachbarn vorgingen, haben nun auf der ganzen Linie verloren.

Auf die 100 zu null Niederlage folgt die Blamage. Das Powerduo Christine und Stan Novakovic war sich seiner Sache offenbar zu sicher. Jetzt stehen sie mit abgesägten Hosen da.

Eine grandiose Fehleinschätzung in einem kleinlich anmutenden Streit um Wertquoten einer Stockwerk-Eigentümerschaft. Wer zahlt wie viel an die gemeinsamen Kosten?

Im Frühling 2016 kam es an einer Versammlung der Stockwerk-Eigentümer zu einer Redeschlacht. Die Worte flogen hin und her, von „Lügner“ und „Betrug“ war die Rede.

In E-Mails setzten die Parteien ihren Streit fort. Schliesslich wurde dieser auch in die Medien getragen.

Da platzte der Bankerin und ihrem Mann der Kragen. Die Novakovics zeigten ihre Nachbarn, ein Schweizer Ehepaar, an.

Diesem warfen die Novakovics „mehrfache üble Nachrede“, „mehrfache Verleumdung“, „mehrfache Beschimpfung“ und „falsche Anschuldigung“ vor.

Das volle Programm also: Mehrfach-Verstösse gegen das Strafrecht, sprich kriminelle Taten.

Die Anzeige von Herr und Frau Novakovic plus einem weiteren Nachbar-Paar umfasste 13 Seiten, mit säuberlich aufgeführten Vorwürfen, 4 Zeugen und 7 beigelegten Urkunden.

Ausgearbeitet von einem eigens beauftragten Rechtsanwalt. Somit war klar: Die Novakovics meinten es ernst.

Sie störten sich vor allem daran, dass das Schweizer Ehepaar mit dem Fall in die Öffentlichkeit gegangen war.

Das fand mit offenem Visier statt. Beim Mann, er heisst Tony Künzli, handelt es sich um einen pensionierten Versicherungsunternehmer, der lange für den Zürcher Freisinn politisierte.

Er und seine Frau Dodo brachten den Streit um die Kosten, welche jede Partei in der Hausgemeinschaft zu zahlen hätte, an die Öffentlichkeit.

Und das fanden die Novakovics daneben. Bei Christine Novakovic würde es sich um eine „speziell auf dem Bankenplatz Zürich (…) bekannte Persönlichkeit“ handeln.

Dass ihr Nachbar Tony Künzli an einen Finanzblog gelangt sei, diene einzig der „Stimmungsmache gegen Herrn Stan Novakovic und vor allem gegen Frau Christine Novakovic“.

Soweit ihre Anzeige vom Juni des letzten Jahres. Die zuständige Staatsanwaltschaft Höfe Einsiedeln in Wollerau, zu deren Einzugsgebiet Feusisberg als „Tatort“ gehört, wurde aktiv.

Am 17. März dieses Jahres schickten die Ermittler dem Ehepaar Künzli einen „Strafbefehl“. Tony Künzli habe sich der „mehrfachen üblen Nachrede“ und der „versuchten Nötigung“ strafbar gemacht.

Künzli habe bei seinen mündlichen Angriffen gegen den Anzeigeerstatter „das ‚ic‘ im Nachnamen ausdrücklich negativ“ betont. Der Gang an die Presse habe den Zweck von „Druckausübung“ gehabt.

Künzli habe mit seinem Vorgehen den „Ruf, ein ehrbarer Mensch zu sein“ von Stan und Christine Novakovic „direkt oder indirekt verletzt“. Er habe das bewusst getan.

Das führte zum Urteil per Strafbefehl: 60 Tagessätze zu 210 Franken, „total CHF 12’600.00“; plus Busse über 3’150 Franken.

Die Geldstrafe erfolgte aufgeschoben mit einer Probezeit von 2 Jahren, die Busse wurde sofort fällig. Zu ihr kamen noch Verfahrenskosten hinzu.

Ingesamt wurde Künzli zu 4’070 Franken verknurrt.

Der liess das nicht auf sich sitzen. Er nahm sich einen Zürcher Anwalt und rekurrierte gegen Strafbefehl.

Gestern erhielt er vollumfänglich recht.

Kommentare

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  1. Schweizer Richter werden von Politikern ins Amt gehievt.
    Im kleinen Schwyz noch mehr als überall sonst.
    Genau damit die Richter in solchen Fällen haargenau wissen, wem sie ihren Job verdanken.
    Während sich das Volk mit den wohlfeilen Märchen vom Rechtsstaat und der unabhängigen Justiz abspeisen lässt.
    Die Richter sind wie die lieben Leute auf der Bank und von der Versicherung: Geldgeil und falsch.
    Für Geld lassen die Schweizer Richter jedes Kind verhungern, für Geld machen die Richter jeden rechtschaffenen Bürger fertig.

  2. Das war wieder einmal ein Hüftschuas eines Mitglieds der Flaschensammlung der UBS auf der Teppichetage. Zum Glück unterscheiden sich die Verhältnisse bei uns noch etwas von denjenigen auf dem Balkan, d.h. die Gerichte lassen sich von so Neuemporkömmlingen weder beeindrucken noch beeinflussen. Es ist anzunehmen, dass die Show der streitbaren „Dame“ bei der UBS auch bald vorbei sein wird und sich das Verfallsdatum nähert.

  3. Solche Miteigentümer-Gemeinschaften in Mehrwohnungshäusern sind die reinen Juristenfutter-Fabriken. Je nach Art der Mitbewohner kann da das kleinste Problemchen zum Weltuntergang werden. Und oft zeigt sich: Je „vornehmer“ und wohlhabender diese Mitbewohner sind, desto intoleranter können sie sein. Ich spreche zum Glück nicht aus eigener Erfahrung, kenne aber Erfahrungen im Bekanntenkreis.

  4. Herrlich, Lukas Hässig unterhält mich jeden Tag prächtig. Die beiden habe ich leider auch persönlich kennen gelernt. Sie sehr überheblich, er völlig unwichtig. Wollte den beiden per Email gratulieren aber die Email Adresse der AG scheint plötzlich abgeschaltet zu sein. Die Frau dürfte toben, so wie ich sie kennen gelernt habe. Danke für die amusänte Story. Immer wieder ein Vergnügen am Morgen.

  5. Man muss sich mal vorstellen, solche Dünnlochbohrer und Pausenclowns zahlen wir mit unseren völlig überhöhten Bankgebühren. Jeder Teamleiter in der Industrie muss einen Strafauszug vorlegen. Muss man das in einer Schweizer Bank auch???

    • Ich dachte, es hiesse „Dünnbrettbohrer“. Auch Festnetztelefonierer, Beckenrandschwimmer und Im-Kriesel-herum-links-Blinker.

      Aber grundsätzlich bin ich mit Ihrer Aussage völlig einverstanden. Und überzeugt davon, dass da einige Herr- (und Damen-) Schaften mittelfristig vom hohen Ross kommen werden. Denn für den Privatkunden stimmt das Preis- / Leistungsverhältnis der allermeisten Banken schon lange nicht mehr …

    • Ne te soucie pas de ce que je suis ; tu feras mieux de t’occuper de toi-
      même et de gagner le pardon du Ciel par ton repentir.
      (Huis-clos)
      Jean-Paul Sartre
      * 21. Juni 1905 † 15. April 1980

  6. Aber Herr Hässig. Und wieder einmal eine Geschichte unter ihrem schriftstellerischem Niveau. Was soll das? Was sie da an Infos zusammengetragen haben, mag stimmen oder auch nicht. Aber letztlich sollte sich ein Journalist immer selber fragen, wen seine Artikel interessiert. Bitte schreiben Sie über interessante Stories.

    • Also ich finde das als Aktionär hochinteressant.
      Vor allem, dass Angestellte Spitzenmanager Zeit für solchen Mist haben.

    • Stimme Ihnen voll zu @Aktionär. Luchsgraben scheint den beiden näher oder kommentiert im Auftrag der beiden. Hässig schreibt zu 99% spannende Stories. UBS-Abzocker wie Novakovic sind mir als Kunde aber nicht Aktionär sowieso ein Dorn im Auge. Und ihre Akquisition ZinggLamprecht hat sich auch so gar nicht gelont. Viel zu teuer gekauft haben es aber nicht begriffen, weil sie das Geschäft nicht kannten. Irgendwie sehr lustig.

  7. Ja, da bin ich nicht selber Meinung. Der Staatsanwalt schickt nicht einfach mal ebenso Strafbefehle wie die UBS Kontoauszüge.

    Bei der Einvernahme muss der Künzli bereits einen Anwalt dabei gehabt haben und eine grottenschlechte Figur abgegeben haben.

    12‘600.- mit dieser extrem langen Probezeit sprechen eine klare Sprache!

    Lieber Herr Hässig, was genau hat die „höhere Instanz“ dazu bewogen das Urteil zu minimieren? Es gab ja keinen Freispruch (sonst hätten Sies so geschrieben)

    • Eine grottenschlechte Figur gibt vor allem dieser Luftheuler Kommentar ab!
      Wo steht was von „minimieren“?
      Was verstehst du nicht unter „null Chancen vor Richter“, „Urteil ist eine volle Pleite“, „auf der ganzen Linie verloren“, „100 zu 0 Niederlage -> Blamage“, „erhielt er (Künzli) vollumfänglich Recht“
      Leseproblem oder Deutschproblem?

    • Null Chancen / volle Pleite sind keine Ausdrücke aus dem Strafrecht sondern aus der Literatur.

      12‘600 Busse danach beim Richter 0 + Freuspruch? Nö. Das passierth vielleicht in China oder Russland. Nicht in Schwyz.

      Daher: ja exakt diese Info fehlen im Text: wie erging das Urteil exakt?

    • Bitte verschonen Sie uns mit diesen Spitzfindigkeiten. Jeder normal denkende Mensch, der diesen Artikel liest, weiss, wie das Gericht offensichtlich entschieden hat.
      Aber Frage an Sie an Experten: offenbar hat Novakovic hier eine Falschanschuldigung gemacht. Was, wenn nun der falsch Beschuldigte den Spiess umdreht und die feine Dame verklagt? Ich vermute, Frau Novakovic wird sich auf Knien bei Herrn Künzli entschuldigen müssen um ein Vorstrafe zu vermeiden. Oder sehe ich da etwas falsch?

    • Michael scheint weder eine Staatsanwaltschaft oder eine Kanzlei mit Bezug zum Strafrecht von innen gesehen zu haben.
      So häufig sind Strafbefehle einseitige Würdigungen durch eine Behörde, die gerne so viele Geschäfte so schnell als möglich erledigen möchte…

      Und die CHF 12’600 sprechen überhaupt keine klare Sprache. Wer Ahnung von der Sache hat, der fragt nach der Anzahl der TS, nicht die Höhe der TS oder den Gesamtbetrag…

    • Völliger Blödsinn!

      Gönnen Sie sich lieber eine Portion Ćevapćići, und geniessen das Leben!

    • @Tom: Ihr Kommentar lässt darauf schliessen, dass Sie ein typischer Ignorant sind. Ich bin gewiss kein Symphatisant der Frau Novakovic, dennoch ist es absolut lächerlich Ausländer zu generalisieren, nur weil man selber nicht mit der steigenden Konkurrenz mithalten kann. In der Schweiz können wir uns weiss Gott nicht über (Weiter)bildungsmöglichkeiten beschweren – die Novakovic scheint Ihnen (mir ehrlich gesagt auch) in Sachen Ausbildung aber um Längen voraus zu sein.

    • Tja, lieber Herr Bosta. Da haben Sie aber Glück gehabt, dass Ihr Name nicht mit -ic endet. Sonst hiessen Sie wohl Bostic …

    • Gratulere, Ihr Kommentar ist ganz auf Augenhöhe mit der Klage der Frau Novaković-Licci-Leitner. Wobei man hier eher von Tiefe als von Höhe sprechen müsste.

  8. Was für ein Armutszeugnis. Solche Charakteren haben (Entschuldigung: „hätten“) also die Verantwortung für ein Millionen Budget, 100e von Jobs, Arbeitnehmer und deren Familien. Die naive Frage nach gesellschaftlicher Verantwortung/Verpflichtung erübrigt sich wohl – so sad.
    Wohl dem, der nicht mehr in diesem Augiasstall unter solchen Hedonisten arbeiten muss.

  9. Gratuliere Herrn und Frau Künzli!!
    Lässt ja tief blicken bezüglich charakterlicher Eigenschaften des ic „Powerduo“. Warum suchen die sich nicht eine eigene Höhle, wo sie ihre Ruhe haben – und vor allem alle anderen in Ruhe lassen…

  10. Christl verbringt viel zu viel Zeit mit Privatgeschäften, Privatklagen gegen ihre Nachbarn, Privaten Nebengeschäftli mit Zingg Lambrecht, Kunsthandel nebenbei etc etc.
    Dies tut alles dem UBS Aktienkurs nicht gut. Als UBS Hauptaktionär würde ich Christl eine klare Ansage machen und sie gegen eine loyale Mitarbeiterin eintauschen – leider habe ich zu wenige UBS Aktien um meine Rechte als Aktionär durchzusetzen.

  11. any bets? würde mal freihändig ansagen, dass die ehrenwerte dame in 18 Monaten nicht mehr auf der payroll dieser famosen bank figurieren wird.

  12. Da hst wohl jemand der Christl einen Zahn gezogen. Sie wird darüber hinwegkommen. Spätestens mit der nächsten Bonuszahlung.

  13. Offenbar ist die Christel schlecht ausgelastet und hat zu viel freie Zeit. Oder ist sie einfach nur überfordert mit ihrer Haupttätigkeit?
    Von Medien versteht sie auf jeden Fall schon mal gar nichts.

  14. Nun ja, vor zweiter Instanz zu verlieren ist ja nicht wirklich eine trölerische Vorgehensweise, da auch in der 1. Instanz nicht nur Idioten arbeiten und somit die Anzeige offensichtlich nicht ganz an den Haaren herbeigezogen war. Ohne irgendwelche Sympathien für eine der Parteien zu entwickeln, welche m.E. beide überreagiert haben und welche eine private Fehde in der daran nicht interessierten Öffentlichkeit austragen, würde ich hier von einem „Gleichstand“ ausgehen.

    • @Stef: offenbar haben Sie das Rechtssystem noch nicht mal ansatzweise begriffen – bleiben Sie lieber bei Fussball.

  15. Hätte man auch anders formulieren können. Selbstverliebte Quotenmanagerin wird von rechstschaffendem Bürger auf den Boden der Realität zurückgeholt.

  16. Das ist ja Privatsache. Ihr Projekt mit der Umstellung auf e-Dokumente, bzw. der total Fail beim Set-up und der internen Kapazitätsplanung für die Bearbeitung und die Implementierung sind ein Monster-Fail und ein Armutszeugnis für Christel. Darüber sollte man berichten. Was sie privat anstellt, wiederspiegelt nur den Charakter.