UBS und Blick, das Power-Duo für Banker-Glamour

Schweiz-Präsident Gähwiler, CEO Ermotti: Für Swiss Boulevard bodenständig – Ein Witz, denn Ermotti will immer mehr Bonus.

Verkehrte Welt: Hier der Schweizer Boulevard, der die Reichen und Mächtigen herausfordern sollte, sich aber statt dessen an sie schmiegt.

Da die Financial Times, die mit der Wirtschaftselite auf ständiger Tuchfühlung ist, sich aber durch kritische Gewichtung auszeichnet.

Exemplarisch wurde das gestern. Der Blick dreschte auf den CVP-Vize, weil er ein Stalker sein soll. Bei Lukas Gähwiler, dem UBS-Schweiz-Präsident, wedelte das Blatt hingegen wie ein Schosshund.

Gähwiler habe es als „einfacher Lehrling“ ganz nach oben geschafft, „genau wie UBS-CEO Sergio Ermotti“. Dies dank dem durchlässigen Bildungssystem der Schweiz.

Eine Story als beste Werbung für die beiden hochbezahlten UBS-Kapitäne. Und kein kritischer Ton, nicht einmal unterschwellig.

Just am gleichen Tag trat UBS-Konzernleiter Sergio Ermotti an einem Podium auf. Dort wurde er vom Ex-Notenbankchef Englands wegen der hohen Boni kritisiert.

Ermotti liess sich das nicht gefallen. Solche Kritik habe mehr mit dem „Neid“ von Funktionären zu tun, die es nicht so weit gebracht hätten.

Der Financial Times war der Fight zwischen Regulator und Bonus-König zwei Artikel wert. Die renommierte Wirtschaftszeitung richtete ihren Fokus auf ein Thema im Banking, das auch 10 Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise nichts an Bedeutung verloren hat.

Hier also eine Financial Times, die hart über die grossen Fragen berichtet und Dispute berichtet. Da der Schweizer Boulevard, der früher den Ton angab, heute aber Promo für die UBS macht.

Das kommt vielleicht nicht von ungefährt. Die UBS hat zwei Vertreter im VR von Ringier, das ist das Mutterhaus der Blick-Zeitung.

Lukas Gähwiler himself sitzt dort im obersten Gremium, zudem gehört Claudio Cisullo seit ein paar Jahren dazu. Cisullo leitete ein wichtiges Beratergremium der UBS und erhielt den ganzen Einkauf der Grossbank.

Damit konnte der Unternehmer eine eigene Firma von stolzer Grösse starten, ohne den mühsamen Aufbau-Weg zu gehen.

Die gestrige Gähwiler-Story „Vom Postcheck-Zähler zum Grossbank-Kader“ erweckt den Eindruck, dass der Blick noch so gern positiv über seinen Verwaltungsrat berichtet.

Auch erscheinen immer wieder Artikel über die Tochter von Cisullo, die als Schönheits-Beraterin einen schon fast festen Platz beim Medium geniesst.

Der Blick behandelt somit die zentralen Banker des Landes im Lifestyle- und Promo-Bereich, statt sie mit kritischen Fragen herauszufordern.

Solche würde es geben, wie Sergio Ermotti gestern deutlich gezeigt hat. Mit seinem „Neid“-Vorwurf an die Adresse der Regulatoren sagt nämlich der UBS-Chef nichts anderes als das Folgende:

Ich will noch mehr Bonus. Den habe ich mir verdient.

Hier könnte man fragen, ob das stimmt. Unter Ermotti dümpelt die UBS-Aktie seit Jahren. Das ist eine Folge des Gewinns, der liegt weit hinter den US-Konkurreten.

Sogar die grossen Banken Frankreichs, wo der Sozialismus sich in der Wirtschaft eingenistet hat, erzielen bessere Resultate als Ermottis UBS.

Zudem baut die UBS laufend Stellen ab und entsorgt am Laufmeter ältere Mitarbeiter mit vielen UBS-Jahren auf dem Buckel.

Dessen Bonus ist somit weniger die Folge toller Leistungen, sondern dem Fakt geschuldet, dass es ganz oben bei den beiden Schweizer Grossbanken eine Art Menschenrecht gibt, das lautet:

Bonus garantiert.

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

30 Kommentare zu “UBS und Blick, das Power-Duo für Banker-Glamour

  1. Ist auch richtig so. Warum ist das noch nicht längst in der UNO Menschenrechtskonvention in Genf verankert?
    Apropos Menschenrechte: Gelten die auch für die Mitarbeiter der Zulieferfirmen von Glencore und Co., oder nur für Bosse?
    Ein Hoch auf die Justizministerin, sie glaubt noch daran, das Gesetze, incl. Antikorruptionsgesetze für alle gelten

  2. Ringierkonzern: Philanthropisches Geschwätz oben und UBS-Nepotismus im VR. Mir graut vor der Datenkrake „Admeira“.

  3. Ringier: Mit Medien hat das nichts mehr zu tun, das ist reine PR. Aktuell wird gerade für die SRG Werbung gemacht, mit welcher intensive Beziehungen bestehen (Werbeplattform).
    „Promis“ werden geschaffen und dann vermarktet. Redaktionelle Beiträge für Schönheitschirurgen geschaltet. Zitate verkauft.
    Und niemand (ausser Aussenseiter wie Hässig) sprechen das an.
    Nur fallen bei Ringier genau aus diesen Gründen die Leser weg. Wenn der Konzern verschwindet, dann Köpfe ich eine Flasche Champagner – die liegt schon in meinem Keller unter der „Ermotti“, „Tiam“ und „Rohner“-Flasche.

  4. Cisullo ist der Copy/Paste-Kaiser und Name-Lending-König. Analog dem Song „Alles nur geklaut!“
    Bedenklich, dass eine ganze Gilde derart naiv ist.

  5. Das „schöne“ an solchen Artikel ist ja, dass man schon bei erstmaliger Erwähnung des Blick weiss, dass spätestens im zweiten Drittel die übliche Attacke gegen den Blick-VR folgt. Gehen IP die Themen aus?

    • Bei der Qualität des Wirkens der CS, UBS, Raiffeisen, JB etc. Führung ist die grösste Gefahr ein Burnout bei Lukas Hässig wegen Überarbeitung.
      Immerhin ein Medium macht noch seine Arbeit, den Rest kann man grad so gut direkt ins Altpapier werfen, die Ringier „Presse“ zuerst.

  6. Die Einschätzung von Ermotti, dass die Kritik an seinen erhaltenen Vergütungen populistisch und von Neid geprägt seien, ist realitätsfremd und zeigt klar und deutlich auf, dass er jegliche Bodenhaftung zur normalen Gesellschaft verloren hat. Seit 5 Jahren (seine Amtszeit als CEO) tendiert die UBS Aktie seitwärts. Alt Bundesrat Merz hat im Jahre 2009 die Beteiligung UBS bei CHF 16.50 verkauft, 8 Jahre später notiert die Aktie praktisch auf demselben Level! Obwohl Ermotti in ein gemachtes Nest sitzen konnte, die neue Strategie und der Umbau wurde von dem Vorgänger erfolgreich initialisiert, hat er die UBS, wie die Performance des Aktienkurses eindeutig beweist, praktisch keinen Schritt weiter gebracht. Seine um über 400 % höheren Vergütungen (inkl. VRP Weber) gegenüber den Vorgänger Villiger und Grübel sind daher ein absoluter Witz, total ungerechtfertigt, schlichtweg eine Abzockerei, den Aktionär für dumm verkauft! Bevor persönlich gross abkassiert wird, muss die Performance für die Geldgeber / Aktionäre stimmen, was bei der UBS aktuell eindeutig nicht der Fall ist. Der Singapurer Staatsfond GIC
    hat diese Ansicht dieses Jahr im Mai eindrücklich durch den Verkauf seiner langjährigen UBS Beteiligung bestätigt.

  7. Ja, ok. Seit wann hat unsere Bildungsystem zu tun mit Erfolg in der Wirtschaft?
    Das gibt eben überhaupt keine Korrelation, geschweige denn Kausalitat!
    Die Leute werden durch ihre Netzwerk Qualität (Aphorismus natürlich…), Partei Zugehörigkeit und Golf spielen Qualität….
    Ok, wenn so zwei guten Menschen und Manager bei UBS sind, dann krönen wir beide: Ermotti zu Präsident und Gähwiller zu CEO… mit doppelt soviel Bonus natürlich, ich bin nicht neidisch…
    Ein witeres Blick am Abend…

  8. UBS sponsert die Stiftung „Elternsein“ von Ellen Ringier. Da darf Blick nur positiv über die Bank und ihre Exponenten berichten.

  9. Surprised? Anyone?
    Wer bei Blick Qualitätsjournalismus sucht, sucht vermutlich auch Eisbären in der Antarktis oder Jungfrauen (nicht das Sternzeichen!) im Bordell.
    Alleine die Tatsache, dass sich bestverdienende -sorry, höchstbezahlte-Top-Manager in den VR von Ringier/Blick wählen lassen, zeigt den Qualitätsanspruch, den diese Herren an sich selber stellen.
    Einmal mehr geht Geld über alles, und so gesehen sind die Herrschaften nichts anderes als die Damen im Gentlemens Club hinter dem UBS-Schanzenturm.

    • Da ist dir ein kleiner ab wesentlicher Fehler unterlaufen.
      Ich denke mal du wolltest „höchstÜBERbezahlt“ schreiben, oder?

    • @karli:
      Du scheinst den kleinen, aber feinen Unterschied zwischen „verdienend“ und „bezahlt“ nicht zu kennen.
      Es sei Dir verziehen, genauso wie Dein (in einem Pseudo-Korrektur-Mail eher peinlicher) Typo beim „aber“ und die fehlerhafte Interpunktion.

    • Sozial geben muss man sich nur, wenn man asozial lebt! Da nehmen sich Ringier und Coninx nichts!

  10. Nun, bitte lieber H. sei gnädig mit uns Schweizern, wir sind nun einmal Leute, die nicht wie unsere Nachbarn in Europa vor Managern und reichen Leuten Respekt haben, sondern wir vergöttern sie. Wir würden uns nie erlauben, so auf wenig Leistung aufweisende Banker einzupreschen wie die Deutschen und Franzosen.
    Abgesehen davon, wissen die Chefs von UBS und CS sehr wohl was sie wert sind, aber sie wissen nur ungefähr, wo sie ihre Institute hinführen wollen.
    Sie könnten im „Asset Management“ ihre Anlagefonds zusammenführen, um endlich Vanguard und Black Rock die Stirn bieten zu können und gleichzeitig deren Verkauf über die Kanäle der Post und der Kantonalbanken organisieren.
    Die Six-Aktivitäten werden aus kurzfristiger Gewinnsucht verschleudert, aber etwas gleichwertiges bekommen sie nie mehr.
    Wie wollen sie die legale Kundschaft aus den Demokratien des Westens behalten zur Konkurrenz der Banken in ihren Heimatländern? Wie mit der Kundschaft aus den Staaten, die keine Rechtsstaaten sind, verfahren? Kunden in Asien kann man oft nur gewinnen, in dem man dem Neffen des reichen Onkels, der Millionen bringt, einen großzügigen Kredit gibt. Der Onkel bürgt selbstverständlich nicht für dessen Kredit.
    Nach wie vor schreien sie „Amerika, Amerika“, aber wie sie dort echt Geld verdienen wollen, ist ihnen nicht bekannt.
    Kommen noch ihr neuesten Schreie „China, China“ und „Pazifik, Pazifik“ dazu, aber die langfristig ertragreichen Nischen finden sie nicht.
    Sie sind wie Blocher gegen die EU und wollen trotzdem im EU-Markt mitmischen, weil sie meinen, die Schweiz sei mächtig und die EU wegen Brexit sehr geschwächt. Wenn es gut geht, wollen sie so etwas wie die EWR 2 von 1992. Wissen sie aber mit ihrem willfährigen Bundesrat, denn sie kommandieren, ob die EU der Schweiz das gleiche Angebot macht wie 1992? Ich würde sagen, dies ist eine Illusion.

  11. Da Ringier zusammen mit Swisscom und SRG mit dem gemeinsamen „Admeira“-Joint -Venture zum Werbemonopolisten in der Schweiz wird, müssen sich die drei die UBS als potente Kundin warm halten. Dass zumindest SRG und Blick nur noch im Schongang berichten, ist eine unvermeidbare Folge. Hilft der SRG auch im „no billag“-Abstimungsampf nicht wirklich.

    Die Weko hätte das niemals zulassen dürfen.

    „half Billag

  12. Das dümmliche Pepsodent Dauergegrinse des LG lässt tief blicken, Substanz oder Persönlichkeit ist da wenig auszumachen.
    Und für SE kommt SE gleich nach dem Schöpfer, ganz einfach.
    Die Erkenntnis, falls sie denn eines Tages doch noch reifen sollte, dass wir alle füdliblutt wieder abtreten werden, wird diese Herren besonders hart treffen.

  13. BLICK ist ein Schleimer und Förderer-Blatt. Schleimt bei Bankern, lässt sich von Bankern diktieren, berichtet devot über Banker, jubelt Banker hoch und lässt deren Anhang hochleben. Journalismus ist bei Ringier ein Fremdwort, ebenso Recherche und objektive Berichterstattung. Selbst FAM ist mittlerweile nur noch ein Schatten seiner selbst und nur nooch der Hofberichterstattung verpflichtet!

  14. Ermotti sollte mal endlich Mehrwert für den Aktionär schaffen. Nachher kann man auch über Bonus reden.
    Aktuell hat er eigentlich keinen Rappen Bonus verdient.

    • Freuen Sie sich doch über die optisch hoch erscheinende Dividendenrendite….Im Ernst, diese weltweit Rekord hohen Bezüge, angefangen beim VRP, sind ein Skandal. Jetzt, wo auch noch der CS-Aktienkurs zum Überholen der UBS ansetzt, wird die Misere des UBS- Aktionärs wieder einmal deutlich manifest.

    • Glauben Sie auch was Sie schreiben? Die UBS Dividenden sind seit dem Börsen Crash von 0.10 CHF im Jahre 2011 auf 0.60 CHF im Jahre 2016 angestiegen. Das ist eine Versechsfachung! Also mir als Aktionär der UBS hat er somit enormen Mehrwert geschaffen.

    • wegen solchen beschränkten Aktionären wie dem Roman, können die Tiefflieger der UBS Bonusetage weiterhin kräftig abräumen. Mein Aktienkurs vor der durch die Banken verursachten Krise war mal bei rund CHF 80.00, die UBS hatte noch Steuern bezahlt und wir mussten nebst weiteren sozialisierten Verlusten nicht 1000e von neuen RAV Kunden finanzieren – vielen Dank auch an UBS und an deren Hasardeure!

    • @Roman: Versechsfachung – ja, ja, rein rechnerisch. Der Mehrwert einer Firma bemisst sich kaum an der Dividende, sondern eben am MEHRWERT, welcher z.Bsp. auch am Aktienkurs abzulesen ist. Gescheite Reinvestitionen thesaurierter Gewinne spiegeln sich (u.a.) auch in den Aktienkursen. Als CH-Privatperson möchte ich sowieso lieber (moderat) steigende Aktienkurse, als Dividenden (Steuern!). Aber wenn ich den Kurs der UBS Aktie anschaue, so vermag ich seit Amtsantritt von E. keinen Franken Mehrwert auszumachen.