Six-Aduno-Fusion: Siegerjustiz in Züri-West

Nur 2 von 29 Kaderpositionen gehen an Aduno-Manager, Rest besetzen Six-Leute – Aduno-Mitarbeiter wie brave Schafe.

In einem Seldwyla-Stück übernahm die Six-Gruppe im Sommer Konkurrentin Aduno. Für den Irrsinnspreis von 180 Millionen kauften die Zürcher die Zahlstationen in den Shops.

Als Nächstes verkauft die Six das gesamte Business inklusive dem Rest des Bargeldlos-Geschäfts; und zwar an einen Ausländer. Die Six-Grossaktionäre UBS und CS machen dann Cash mittels Hyperdividende.

Der Ausverkauf der Heimat trifft vor allem die Mitarbeiter der Aduno. Das zeigte sich letzte Woche. Da wurde die nächste Hierarchiestufe im neuen Organigramm präsentiert.

Im Bereich „Merchant Services“ respektive Händler-Geschäft – gemeint sind eben die Kästchen in den Shops und die jeweiligen Verträge dahinter – machen die Six-Chefs Tabula rasa.

Von den 29 Kaderpositionen der sogenannten Stufe n-2, also unterhalb den Mitgliedern der Leitung des Geschäftsbereichs, gehen 27 an bisherige Six-Manager. Gerade mal 2 landen bei Aduno-Veteranen.

2 von 29, das entspricht 7 Prozent.

Siegerjustiz in Zürich-West.

Dort hat die mit enorm viel Geld ausgestattete Six-Gruppe vor kurzem ihr neues Hauptquartier bezogen. Nun müssen sich gegen 150 Ex-Aduno-Mitarbeiter und -Kader neu bewerben.

Ihre Chancen tendieren gegen null.

Und so entpuppt sich die von den Six-Chefs postulierte „Chancengleichheit“ zwischen Six- und Aduno-Angestellten als reines Ablenkungsmanöver.

Ziel dabei ist es, die Fusions-Übung möglichst günstig und ohne Druck von aussen über die Bühne zu bringen – und zwar so schnell wie möglich.

Aus Sicht der Six-Macher ist entscheidend, dass der Personalverband der Bankangestellten – das sind die externen Gewerkschafter der Branche – nichts zu sagen haben.

Der Plan könnte aufgehen. Die Six tut so, als ob ihr an den Aduno-Mitarbeitern gelegen wäre, und spricht von „freiwilligem“ Sozialplan.

Ein schlechter Scherz bei weit über 100 Stellen, die verschwinden. Doch die Six-Macher lassen sich nichts anmerken. Sie ködern die Aduno-Leute mit Schallmeienklängen.

Und hoffen, die merken es nicht.

Tatsächlich blieb der Aufruhr bisher aus. Morgen fallen wohl die Würfel. Wenn dann kein Auftrag an die Banken-Gewerkschaft ergeht, haben die Six-Spitzenmanager freie Bahn.

Sie können dann noch mehr Jobs ihren eigenen Kadern zuschanzen und die Aduno-Manager übergehen. Zweiklassengesellschaft wie aus dem Bilderbuch.

Gute Aduno-Leute zeigen wenige Lust, unter diesen Umständen bei der Six weiterzumachen. Sie hoffen auf einige Monate Abfindungsprämie, um genug Schnauf für die externe Jobsuche zu haben.

Aus Sicht der Six-Grossaktionäre geht die Rechnung perfekt auf. Sie haben die US-Grossbank JP Morgan mit der Suche nach einem Käufer für die ganze Payment-Division beauftragt, inklusive dem übernommenen Aduno-Business

Ziel des Deals ist ein maximaler Verkaufspreis. Die Six betont, dass sie eine Minderheit des Bereichs Payment behalten wird.

Auch das könnte sich dereinst als Schönwetter-Kommunikation entpuppen. Um was es nämlich den Machthabern im Hintergrund geht, ist ein Extragewinn für sich selbst.

Löst die Six einen Milliardenpreis für ihre Payment-Division, dann spült das Hunderte von Millionen in die Kassen der Six-Aktionäre.

Daraus resultiert am Ende ein schöner Bonus-Zustupf für die jeweiligen Banken-CEOs.

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8 Kommentare zu “Six-Aduno-Fusion: Siegerjustiz in Züri-West

  1. Und wieder ein Paradebeispiel über die komplette Unfähigkeit der Mänätschär. Egal ob CH oder Ausländer. Warum zum Geier lassen sich die Mitarbeiter in der Finanzbranche abschlachten wie Vieh? Früher hiess es mal, wenn eine Bank (SIX zählt dazu) länger als drei normale Arbeitstage nicht funktioniert (Settlements, Zahlungen, Derivates, Informatik) kann sie schliessen. Falls dem heute noch so wäre, gibt es nur eines: Streik aller obgenannten Stellen. Kein Compi läuft, kein Trade wird gesettelt, keine Zahlungen ausgeführt, einfach nichts. Wenn es die Bank dann halt „lupft“, egal, die Stellen verlieren die Mitarbeiter sowieso. Es dauert höchstens ein paar Monate länger bis die ausgelagert sind. Aber wer weiss, beim letzten grossen Streik anno 1918 schossen CH Soldaten auf CH Streickende. Hat der CH Arbeitssklave darum keine Eier? Oder ist er einfach schlicht zu lethargisch? Oder lassen sich die Menschen heute lieber um ihr Einkommen bringen als sich zu wehren?Mit all seinen Folgen, bis hin zum Sozamt und Lücken in der PK? Es muss ja nicht in Gewalt enden, aber es wäre spannend zu sehen, wie lange es dauert bis ein Ermotti, Thiam und all die anderen Sackoblender aufgeben. 1 oder 2 Tage? Wie würde wohl die finanzhörige Politik reagieren? Wäre spannend das herauszufinden, auf welcher Seite die Politik steht. Auf Volkesseite oder bei der Geldelite? Ich tippe auf das Zweite. Und Zudem: der Wähler hätte ja die Gier der Abzocker stoppen können. Auch da: Feigheit vor dem Geldadel.

  2. Leider sind nicht nur Aduno MA betroffen. Es sind auch SIX MA und Kader von heute auf morgen weg rationalisiert worden. Es gibt sogar Gerüchte über MA die in Ihrer Abwesenheit (Krankheit) feststellen mussten, wie Ihre Stelle neu ausgeschrieben wurde. Dies obwohl die Betroffenen noch nicht über Ihren Kündigung informiert wurden. Leider trifft es fast immer die loyalen MA. Tausche langjährigen MA durch einen neuen der vielleicht 20% weniger verdient aber 40% weniger leistet. Spareffekt gleich Null oder besser gesagt die FIrma legt drauf weil der Neue die Schnittstellen und Menschen dahinter nicht kennt.
    Die Schweizer Manager können gleichgestellt werden wie ausländische Manager. Alle gleich gierig auf Geld und Macht. Heute hier morgen da und weiter geht es. Scheiss auf die MA Hauptsache die eigene Kasse stimmt.

  3. Wann werden endlich die Boni abgeschafft? Nur so wird diese Misswirtschaft ein Ende finden und die „persönliche“ Bereicherung der CEO’s folglich auch.

    • Hallo. Die Schweizer hatten die Wahl dies zu verändern. Leider hat die Mehrheit bei der Abzocker Initiative dagegen gestimmt. Wie immer eine reine Angstmacherei von Seite Arbeitgeber und die Schweizer AN knien nieder. Leider ist hier die Kultur entsprechend, man hat Angst sein Gesicht zu zeigen und gegen den Wasserstrom zu schwimmen. Aber hinten durch immer lästern und sich beschweren wie Sch…… das System ist.

    • Das stimmt, wir hatten die Wahl. Können und sollten es aber beim nächsten mal besser machen. Denn wie auch bei der USR3 nur Angstmache, passiert ist nicht viel die Firmen sind slle noch da.