Star-Investor Greber schmeisst Freunde raus

Chef von Anlagefirma Veraison entlässt Mitgründer – Holt unbekannte Externe – Blamage an Weihnachten mit Deal-Pleite.

Gregor Greber kennt das Börsenspiel seit Jahrzehnten. Nach viel Karriere-Auf und -Ab gründete er vor 3 Jahren seine eigene Beteiligungs-Boutique namens Veraison.

Diese Woche nun kam es zur Zäsur. Greber trennte sich von 2 Gründungsmitgliedern von Veraison. Er stellte den CEO und den Finanzchef auf die Strasse.

Schon zuvor hatte er einen Partner, der ihm beim Start seiner Veraison geholfen hatte, aus der operativen Führung entfernt. Von den einstigen 5 Kollegen, die mit Greber Veraison aus der Taufe hoben, sind nur noch 2 an Bord.

Ex-Sonova-Chef Valentin Chapero und ein ehemaliger Berater von Boston Consulting. Alle anderen hat Greber hinauskomplimentiert.

Es kommen weitere Abgänge hinzu.

Greber hatte einen Spitzenmann der Finma zu sich in die Veraison geholt. Der verliess die Finanzboutique bereits im Sommer, als sich die Turbulenzen abzeichneten. Nun sitzt er bei unbekannten Firmen.

Greber ersetzte die Abgänge Anfang Woche mit Leuten von aussen. CEO wird ein Mann der Industriegruppe Arbonia, zusätzlich stösst ein Manager der erfolgreichen Partners Group zur Veraison.

Die Veraison investiert im grossen Stil in mittelgrosse Schweizer Unternehmen, die an der Börse kotiert sind. Ziel ist laut Eigenwerbung, das Management dieser Firmen freundlich in die nächste Phase zu begleiten.

Greber sagte gestern am Telefon, dass er eine solche Überführung hinauf auf den nächsten Level nun auch mit seiner eigenen Veraison durchgeführt habe.

„Jede Etappe braucht die richtigen Leute“, begründete der Veraison-Gründer und starke Mann der Boutique mit Sitz in Zürich die Wechsel.

„Mit der Auffrischung machen wir das, was wir von den Firmen fordern, in die wir investieren.“

Bei der Leonteq, einer grossen Derivatefirma, erlitt Greber vor Jahresfrist sein Waterloo. Er hatte eine Minderheitsposition an der Finanzfirma aufgebaut, diese dann aber fast auf dem Tiefpunkt verkauft.

In Panik, ohne Konzept, wie es von aussen den Eindruck machte. Zum finanziellen Schaden kam der Verlust der Reputation. Greber galt als grosser Verlierer.

Dem Urteil hält Greber im Gespräch entgegen, dass seine Veraison oft auch gewinne, so mit dem Engagement bei der Goldbach Gruppe. Die Medienfirma soll an die grosse Tamedia verkauft werden.

Ein Kritiker sieht bei Greber Diktatoren-Gehabe. Er köpfe seine alten Freude, nur um sie mit Branchen-Fremdlingen zu ersetzen.

Ausser Greber habe nun kein einziger der Chefs bei Veraison mehr Börsen-Erfahrung. Deshalb müsse sich Greber selbst wieder als Aktien-Manager ins Zeug legen.

Mit durchzogenem Erfolg. So habe Greber über Weihnachten versucht, seine Position bei der Schweizer Komax-Gruppe über die Bank Vontobel klammheimlich abzustossen.

Das sei missglückt. Es biss offenbar keiner an, der den geforderten Preise bezahlen wollte. Der missglückte Paketverkauf würde in der Branche als grosse Peinlichkeit herumgehen, so die Quelle.

Darauf angesprochen, meint Greber, dass er zu solchen Fragen nie etwas sage.

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7 Kommentare zu “Star-Investor Greber schmeisst Freunde raus

  1. Die Finanzindustrie ist langsam aber sicher dem Untergang nahe. Jetzt werden schon Leute aus der Industrie geholt, die Ihre Firma (Egokiefer) gegen die Wand gefahren haben…

  2. Gregor Greber ist eine Umschreibung von „beratungsresistent“. Was im
    Prospekt angekündigt wird – ‚Etappe braucht richtigen Leute‘ – kann seine Boutique ja gar nie liefern. Weil die richtigen und wichtigen Leute erst gar nicht dabei sind – somit die Potenziale nicht schlüssig identifiziert und gehoben werden. GG ist eine Art Gaydoul II – grosse Ansage und kleine Outpüttchens. Alles gut gemeint, ja schon.

  3. Mal abgesehen davon, dass heute jede mittelmässig erfolgreiche Firma zur „Boutique“ erklärt wird, wäre bei diesem Personalexodus der Name „Verreison“ eigentlich passender.