UBS-Novakovic: Unterstellte beschafft „Fake“-Schmuck

Beste Intern-Freundin der Supermanagerin organisierte im Libanon nachgemachte Stücke – Auch UBS-Kadermann langte zu.

Christine Novakovic wurde vor Jahresende zum zweiten Mal übergangen. Erneut machte nicht sie das Rennen um den Chefplatz in der Schweizer Einheit der UBS, sondern es gewann Axel Lehmann.

Gleich war es ihr schon 2016 mit Martin Blessing ergangen. Dafür konnte Novakovic, die das wichtige Geschäft mit den Firmenkunden und das Investment-Banking im Heimmarkt leitet, anderweitig profitieren.

Ihre interne Freundin und Unterstellte C.C. organisierte für Novakovic regelmässig schönen Schmuck. Nachgemacht nach den Modellen der teuren Marken wie Gucci und Hermès.

Frau C. nutzte dafür eine langjährige Bekannte, die im Libanon Edelschmuck auf Bestellung herstellt. Die Schmuckfrau soll renommiert sein und auch an der Schmuckmesse in Basel ausstellen.

C. und die Schmuck-Herstellerin sollen sich schon lange kennen, heisst es aus der UBS heraus.

Bei den bestellten Stücken handle es sich nicht um Fälschungen, sondern man schicke Bilder bekannter Modelle, nach denen die Frau dann die Ringe, Ketten und Bänder nachmachen würde.

Auch ein zweiter Unterstellter von Novakovic hat bei der Libanon-Schmuckhändlerin ein Stück in Auftrag gegeben. Es handelt sich um A.C., ein direkter Kader-Unterstellter von Novakovic innerhalb der UBS Schweiz.

Dass Frau C. und Novakovic via ihre Kollegin im Libanon nachgemachten Billig-Schmuck bestellen, ist zum einen überraschend. Beide verfügen über ein hohes Einkommen.

Bemerkenswerter ist, dass der ganze Handel über interne UBS-Emails lief. Man tauschte sich regelmässig über Lieferfristen, Abholorte und Preise für die bestellte Ware aus.

Alles über das Netz der Bank. Während der Arbeitszeit.

C., welche den internen Schmuckhandel organisierte und sicherstellte, dass die gewünschten Stücke auch tatsächlich geliefert wurden, genoss lange eine Schonfrist unter ihrer Chefin Novakovic.

C. wurde bereits Ende 2016 überflüssig, da ihre Abteilung in einem grösseren Gebilde aufging. Sie hatte das sogenannte „Transaction Banking“ geleitet. Dieses landete bei Andy Kolleger.

Ein Jahr nach dem internen Umbau stand Frau C. immer noch auf der Lohnliste der Bank. Sie erhielt ihren Lohn und konnte weiter intern Schmuckstücke verkaufen.

Normale Mitarbeiter fliegen schneller aus der Bank heraus. Nach ein paar Monaten Betreuung durch ein internes Programm müssen sie die UBS verlassen.

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49 Kommentare zu “UBS-Novakovic: Unterstellte beschafft „Fake“-Schmuck

  1. Das Problem scheint zu sein, dass während der Arbeitszeit vom Firmen-e-mail, private Geschäfte erledigt wurden….oooohjeee, was für ein Schock! Ist doch ein Witz der Artikel oder?

  2. Ja,
    – solche Nachrichten fördern NICHT das Vertrauen ins Bankwesen
    – ENDLICH wird auch von einemKENNER bestätigt, dass es ein gewisses OUTPLACEMENT- Verfahren zu Ungunsten der „Mitarbeiter“ der UBS gibt und auch angewendet wird….

    Auf jeden Fall vielen Dank aus Boston

  3. Wer solchen Mist an IP laicht ist ein kleingeistiger Neidhammel. Wer dies dann noch abdruckt, dem ist entweder der „Stoff“ ausgegangen oder er hat zu tief ins Glas geguckt!

  4. Meister Hässig …. Sie verwässern, vermehrt und bedenklicherweise und das ist schade, denn einst waren Sie echt gut !!

  5. Super intellektueller und ausserordentlich interessanter Beitrag Herr Haessig! Ich gratuliere Ihnen zu dieser journalistischen Meisterleistung und wuensche Ihnen auch fuer die Zukunft weiterhin solche intellektuellen Hoehenfluege!

  6. Frau Doktor. Jetzt einfach einmal ein oder zweimal tief durchatmen. Und dann noch einmal das Ganze aus ein bisschen Distanz betrachten.

    Sind wir doch erhrlich: ist doch nicht wirklich ein Nebengschäftli, oder? Die Frau Novakovic kauft sich Schmuck, via eine Bekannte. Ist zwar während der Arbeitszeit und darum vielleicht nicht ganz hundertprozentig sauber, aber doch nicht wirklich ein Problem. Ich nehme jetzt mal an, dass das nicht täglich passiert und Stunden in Anspruch nimmt, auch wenn ab un zu mal ein Update-E-Mail reinkommt. Ich gehe auch davon aus, dass Sie NOCH GAR NIE etwas im Büro erledigt haben, was Sie eigentlich in der Freizeit tun müssten/ sollten? Was? Sie haben? Ist doch nicht wahr?!! Aber Frau Doktor! “Wer von Euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein.” Johannes -7 und all das…gell!

    Und das lächerliche Argument, dass das kaufen dieser “Kopien” den wahren Charakter zeigen solle, ich nehme an Sie meinen das so richtig negativ, ist doch einfach nur peinlich und lächerlich.
    Nehmen Sie sich nicht ganz so ernst, Frau Doktor (lassen Sie am besten Sie den Dr. weg) und machen Sie es wie wir: lesen Sie den Artikel und denken Sie – und jetzt, wo ist das Problem.

    • Als Chef würde ich das nicht akzeptieren. Einmal ok, zwei vielleicht auch…aber dann Stop it!
      Das zeigt mir aber klar ein andere Problematik: Leute werden auf die Strasse gestellt, da die Firmen sparen mussen einerseits… andererseits Vergolden MD und höhere, die im wesentlich unterbeschäftigt bis langgeweillt sind… so sind wir wieder bei der Satz: „Fett aber Impotent…“
      Swiss Banking quo Vadis?

  7. Sorry! Schmuck ist eine Geschmacksache und man muss nicht immer für schönen Schmuck auch noch den namen des herstellers x-fach bezeahlen. Spricht sogar für die Novakovic, dass man eine Kostenbewusstsein und bodenständig ist.

  8. Das gibt es nur in der UBS. Festangestellt und noch selbständig Erwerbender. Infrastruktur wird von der Bank gestellt! UBS ist wirklich ein sozialer Arbeitgeber, wenn auch nur für wenige! immerhin!

  9. Friends, auch wenn dies nicht die Mega-Topstory ist… gratis und allemal netter Klatsch, den viele von uns während einer öden Telco gerne lesen.

  10. Steht jetzt die Frage im Raum, ob die Lohntüte zu dünn war das sich gewisse Damen und Herren genötigt fanden, Plagiate zu erwerben und damit auch noch Handel zu betreiben oder aber, werden Günstlinge eben doch auf der Kaderleiter bevorzug?

    Wie dem auch immer, eines ist sicher: Bländer und Kugelfische sind es auf jeden Fall!

    Gelesen, gelacht, gelocht.

  11. Wenn schon schlecht über Christel geschrieben werden soll, dann wenigstens über ihr Company Project, wo die UBS-Kunden in einer Hauruck-Aktion auf e-Bankingbelege gepushed wurden ende 2017 und ab 2018 saftige Gebühren für Papier verlangt werden, was besonders transaktionsintensive KMU Kunden trifft.
    Hat intern bei UBS wohl die IT-Abteilung und das Formularwesen total überlastet und wurde dilettantisch ausgeführt.

  12. Die Frau ist langsam brutales Reputationsrisiko für Ermotti und Co..
    Nur eines von vielen bereits bekannt gewordenen Nebengeschäftli von Christl Novakovic. Sie scheint völlige Narrenfreiheit bei UBS Compliance und HR zu geniessen. Christl und ihre anderen MD Kollegen sollten sich alle lieber hart von morgens bis abends um den verdammten UBS Aktienkurs kümmern. Auch spricht es für den wahren Charakter einer Person, wenn man zu geizig ist, dass man selber nicht bereit ist Originalschmuck zu kaufen, obwohl man Millionen an Gehalt einfährt und stattdessen während der Arbeitszeit „Kopien“ in Billigländern anfertigen lässt. Die Waherheit ist immer der Aktienkurs. Der steht bei 18,50 CHF – vor ca 10 Jahren, im Mai 2007 war der Kurs bei 70,00 CHF. Kursverlust fast minus 80%(!). Ich und viele andere Anleger haben massiv Geld mit der UBS Aktien verloren.
    Finde es hochgradig stossend, dass sich UBS Manager wie Novakovic erdreisten, ihre Plattform zu benutzen um ständig Nebengeschäftli zu machen, statt sich um den verdammten Aktienkurs zu kümmern.

    • Liebe Frau Doktor

      Können Sie mir bitte einmal erklären, wie man(n) oder frau sich „um den [expletive deleted] Aktienkurs“ kümmert?

      Ich Naivling dachte immer, der Aktienkurs sei in erster Linie eine Folge aus erfolgreichem geschäften … sowie vielleicht ein bisschen gutem Marketing und geschicktem Ausreizen der Accounting Regeln. Nicht zu vergessen wären dann noch die Launen des Marktes. (Nein, ich glaube nicht an die Efficient-Market Hypothesis.)

      Besten Dank für Ihre Antwort
      R. Marti

      PS: In der Schweiz ist es mittlerweile eher unüblich, mit akademischen Titeln um sich zu schlagen.

  13. Mein lieber Lukas Hässig: Jetzt müssen Sie aber doch aufpassen, dass mangels sonstiger Nachrichten, solche Artikel nicht zum Slapstick werden. Wo steckt denn hier die Brizanz? Hier handelt es sich werder um Produktpiraterie noch um Betrug oder internen Missbrauch.
    Hier muss man jetzt kein Fan von Frau N. sein, um zu erkennen, dass dieser Artikel nichts anderes als ein Nachrichtenloch-Füller ist.
    Das können Sie doch besser…

    • FredFair, die Brisanz? Diese Vorzugsbehandlung, private Erwerbstätigkeit während der Arbeitszeit , benützen der UBS Infrastruktur, geniessen nur ganz wenige. Ein Normalo würde wahrscheinlich einmal verwarnt, beim zweitenmal gefeuert!

    • Das ist keine Erwerbstätigkeit. Hast Du den Firmen-PC nie dafür genutzt um bei Amazon etwas zu bestellen oder eine Urlaubsreise zu buchen?
      Das erlaubt heutzutage jeder Arbeitgeber, wenn es sich im Rahmen hält. Dass Frau N. eine Karrieristin ist, ist ja allgemein bekannt und man muss sie auch nicht mögen. Hier wird ja gerade so getan, als hätte die Dame einen Strukturvertrieb mit Pirateriemarken aufgezogen. Jetzt mal hübsch die Kirche im Dörfli lassen…

  14. Gähn. Nichts Neues. Die Assis der obersten Bär-Teppichetagen haben vor ein paar Jahren schon alle mit Edel-Nachgemachtem (Schmuck, Taschen,…) versorgt.

    Jeder Stoff hat seinen Dealer und seine Süchtigen.

  15. Wen kümmerts, was mit dieser Dame ist. Ich muss aber immer noch lachen, wenn ich daran denke, dass sie vor Jahren ZinggLamprecht gekauft hat und das zu einem völlig überrissenen Preis. Danach gings mit dem Laden nur bergab. Ich kaufe dort auch nicht mehr ein.

  16. Es ist nicht neu, dass Manager(innen) oft viel Zeit für ihre eigenen Geschäfte haben und sich diese Zeit auch grosszügig nehmen. Wenn sie gut organisiert sind und möglichst viel delegieren, beschränkt sich ihre Aufgabe vorwiegend aufs Kontrollieren und Kommunizieren. Dafür benötigen sie nicht den ganzen Tag. Wichtig ist vor allem, sich gegen oben effektvoll zu profilieren und u.a. die Ideen der Mitarbeitenden als die eigenen zu verkaufen. Frau Novakovic beherrscht all diese Techniken natürlich perfekt und hat so reichlich Zeit, sich ihren privaten Geschäften zu widmen. Manchmal riechen die Vorgesetzten den Braten und streichen die eine oder andere (überflüssige) Führungsposition.

  17. Bei der UBS arbeite jemand, der damals Präsident des FC Wallisellen war.

    Auf der Webseite des FC Wallisellen stand seine offizielle UBS-E-Mail-Adresse als Kontaktmöglichkeit! Also vorname.name@ubs.com bei einem Fussballclub!

    War er zu wichtig innerhalb der UBS, oder die UBS damals zu datenunsensitiv?

    Den Spamfilter der UBS hat dies sicher belastet.

    Der Spiegel brachte es mal in einer Schlagzeile (war über Josef Ackermann) zum Ausdruck: „Die Arroganz der Mächtigen“.

  18. Mich würde nun mehr interessieren, wie Gucci und Hermès
    auf diese Plagiate reagieren. Vielleicht stehen deren Anwälte bereits Gewehr bei Fuss. Es könnte teuer werden.

  19. Jeder hat so seine „kleinen“ Sachen, die er oder sie zur Arbeitszeit erledigt. Ob das nun Schmuck ist, Ferienabklärungen, Telefonate, etc. ist doch Wurscht. Irgendwo gibt es ein gesundes Mass, das aus unternehmerischer Sicht akzeptabel ist.

    Dünnes Brettchen gebohrt heute, lieber Herr Hässig.

    • @Herr oder Frau Schnauz: Also ist es auch „Wurscht“, wenn man das Mailsystem der Bank für seinen privaten Schmuckhandel benutzt? Ziemlich unprofessionell, Ihre sog. „unternehmerische Sicht“.

  20. Eigentlich nichts Neues, die einen handeln mit Schmuck, Kleidern ä, Früchten, Parfüm oder Olivenöl. Der Aufwand nimmt vielfach einen grossen Teil der Arbeitszeit in Anspruch. Es erinnert mich aber auch ein wenig an meine Lehrzeit als die Sekretärinnen für die Chefen den ganzen Militärkram miterledigten. Schwamm drüber …. man sollte diesen Figuren erklären für was sie bezahlt werden?!

  21. Ich frage mich, ob dieser Nebenerwerb dem HR gemeldet wurde. Normale Mitarbeiter müssen jede Seitentätigkeit inklusiv Ehrenfunktionen melden und sich bewilligen lassen.

  22. Das ist UBS Coporate Identity; best Advice, best products & best price.
    Diese Angestellten leben auch privat den Brand UBS!

  23. Besten Dank für den Beitrag.
    Noch besser wäre, wenn Sie hier gleich die Emailadresse der Libanesin erwähnen würde, dann könnte ich auch noch ein paar Schmuckstücke bestellen!
    Danke und einen schönen Tag!

  24. Warum wundert mich das nicht? Die UBS zahlt ja auch mehr als nur üppige Boni trotz niedrigem Aktienkurs.
    Das ist ein einziger Sumpf aus Privatinteressen, Hobbys, Bevorteilen usw.

    • Bedenklich diese Gleichgültigkeit. Hauptsache der (falsche) Schein bringt das (falsche) Ego bestmöglichst zur Geltung!

  25. Einfach nur unglaublich dreist, was die besagte Dame alles so nebenher und zu Geschäftszeiten treibt. Wirklich ausgelastet scheint sie nicht zu sein. Aber bestimmt ist das alles nur ein grosses Missverständnis.

    • Es fügt sich ein in ein Gesamtbild: Streitereien vor Gericht mit Nachbarn, Protektion für „Freundinnen“, Galerie.
      Und das Kerngeschäft läuft nicht. Das ist wesentlich.

    • Bestimmt Verstösse gegen den Vertrag und das Reglement. Gewerbe-Ausführung neben und während der im Vertrag festgehaltenen Funktionstätigkeit, evtl. Komissiönli und Steuerfrage der kaum deklarierten Einnahmen. Oder meinen Sie, Stjepan, dass Frau G. und Frau Novakovic dabei nichts verdient haben? Na ja, da kann ich nicht sicher sein, es gibt jedoch Behörden, deren Aufgabe es ist, solche Dinge zu überprüfen. Hoffentlich tun sie das auch!