CS-Spitzenmann warnte offiziell vor Crash-Ding

Im CS-Internet seit Juni 2017: „Beware of bad vibrations“ – Am Montag 90%-Crash mit Derivat, Kunden ausradiert – Dok gelöscht.

Die Credit Suisse ist mit ihrem Produkt, das auf ewig ruhige Börsen setzte, zum Symbol einer möglichen nächsten Jahrhundertkrise geworden. Es drohen Klagen und schwerer Imageverlust.

Nun wird bekannt, dass ein interner Topmann der CS schon letzten Sommer laut vor möglichen Grossverlusten mit solchen Hyper-Derivat-Produkten gewarnt hatte.

Dietmar Peetz, der wegen seiner differenzierten Ansicht zu Bitcoin die Bank kürzlich verlassen hat, schrieb damals in einer Analyse „Beware of bad vibrations“.

Peetz‘ Papier wurde am 30. Juni von der CS auf deren Internet-Seite aufgeschaltet. Nun ist es gelöscht. Seit 2 Tagen, seit das Vehikel zusammengekracht ist und die CS den Stecker gezogen hat, heisst es: Dokument nicht auffindbar.

Der anerkannte Portfolio-Manager Peetz mit grosser Fan-Gemeinde hatte darin vor den Risiken von Produkten gewarnt, die auf tiefe Volatilität setzen und mit denen die herausgebenden Banken seit Jahren viel Geld verdienten.

Was genau Peetz damals geschrieben hatte, ist weiterhin öffentlich. Seine Analyse findet sich auf der Homepage seiner neuen Wirkungsstätte.

Die CS hatte bereits im 2010 das jetzt hoch umstrittene Produkt namens XIV lanciert. Der Begriff ist die Umkehrung von VIX, dem bekanntesten Volatilitäts-Index, genannt „Angst-Index“.

XIV als Gegenteil von VIX setzte auf anhaltend niedrige Ausschläge an den Börsen. In ihrem Prospekt über 179 Seiten schreibt die CS im Kleingedruckten, dass Grossverluste drohen.

Ebenso steht dort, dass das Vehikel von der CS in Nassau auf den Bahamas aufgesetzt worden sei.

Am Montag wurde der Worstcase Realität. Der XIV der CS und weitere solche Produkte anderer Banken krachten zusammen.

Lag der Wert des ganzen XIV-Vehikels am letzten Freitag noch bei gut 1,5 Milliarden Dollar, so betrug er am Montag nach Börsenschluss nur noch einen kleinen dreistelligen Millionenbetrag.

Die Kunden hatten 90 Prozent ihres Einsatzes verloren. Die CS war als grösste Halterin von XIV-Anteilen aufgeführt, sie hielt rund einen Drittel. Für die Kunden, strich die Bank sofort hervor. Für sie entstand somit ein Verlust von rund einer halben Milliarde Dollar.

Mittels eines Mini-Communiqués betonte die CS-Führung am Dienstag früh, dass sie selbst keinerlei Verluste erlitten hätte.

In Hintergrundgesprächen erklärten die Presseleute und Investment-Spezialisten der Schweizer Grossbank, dass sie diese Papiere im Namen ihrer Kunden gehalten habe.

Auf Nachfragen gab sie zu, dass sie auch selbst einen Teil der XIV-Anteile besessen habe. Diese Position habe sie aber „gehedgt“, man sei also im Fall eines Kurssturzes abgesichert.

Ob die eigene Pensionskasse, also die PK der CS, die den aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern der Bank gehört, solche XIV-Anteile gehalten habe, wollte die CS nicht verraten.

Ihre Botschaft war lediglich: Wir sind fein raus, unsere Kunden müssen selbst schauen.

Die Kommunikation erfolgte im Anschluss an einen Kurssturz der CS-Aktie um mehrere Prozent am Dienstag Vormittag.

Dass die CS wohl auf Anordnung von ganz oben das Warn-Dokument ihres einstigen Portfolio-Managers Peetz rasch ausradierte, könnte mit der Angst vor Klagen von Investoren zusammenhängen, welche mit dem Produkt nahezu einen Totalausfall erlitten haben.

Dass es bald Klagen hageln werde, davon ist Chris Cole von Artemis Capital Management überzeugt, eine US-Finanzgesellschaft.

Cole gilt als Spezialist für solche Produkte wie XIV von der CS, bei denen es sich um Derivate von Derivaten von Derivaten handelt.

Cole sagte schon letzten Herbst: „Those shorting leveraged VIX products will have unmeasurable losses. The products are a class-action lawsuit waiting to happen.“

Und noch früher, nämlich bereits im Herbst 2015, hatte Cole aufgezeigt, „How The Entire Short Volatility ETF Complex Could Be Wiped Out Overnight“. Der Beitrag musste weit herum bekannt sein, da ihn der bekannte US-Blog ZeroHedge damals publizierte.

Ob die sofortige Löschung des auf der eigenen Webseite während über einem halben Jahr aufgeschalteten Warn-Dokuments eines internen Managers ein Indiz dafür ist, dass die CS-Spitze unter CEO Tidjane Thiam tatsächlich gefährliche Klagen befürchtet, bleibt abzuwarten.

Unabhängig davon hat die CS einen schweren Imageschaden erlitten; dies zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Da schüttelt es ein erstes Mal seit langer Zeit kräftig an den Märkten, und schon gerät eine wichtige und bekannte Investmentbank in den Fokus der weltweiten Investorenschaft: die CS. Und zwar allein.

Die NZZ bringt heute eine interessante Analogie zum Beginn der letzten grossen Finanzkrise. Im August 2007 musste die französische Grossbank BNP Paribas über Nacht 3 Fonds schliessen, weil zu viele Investoren rasch ihren Einsatz zurückhaben wollten.

„Die BNP-Paribas-Fonds waren im Segment des US-Hypothekenmarkts mit dem Etikett ’subprime‘ aktiv gewesen – diese Bezeichnung sollte alsbald Furore machen“, schreibt die NZZ.

Subprime? Der Begriff war im Sommer 2007 für die meisten Beobachter völlig unbekannt. Wenige Wochen später meldete die UBS einen Verlust von 4 Milliarden Dollar. Grund: Sie hatte sich mit Subprime-Papieren verspekuliert.

Bei der UBS wurden es am Ende über 50 Milliarden Abschreiber, die Schweiz musste die Bank in höchster Not vor dem Untergang retten.

Werden XIV und andere „No-Fear“-Produkte zu Subprime, Ausgabe 2018?

Ein Bloomberg-Artikel von Dienstag schätzt das gesamte Volumen solcher undurchsichtiger Konstrukte auf 2 Billionen Dollar. Also 2‘000 Milliarden, drei Mal die Schweizer Wirtschaftsleistung.

Mehr und mehr Berichte beleuchten die speziellen Vehikel wie jenes der CS, der japanischen Nomura, der amerikanischen JP Morgan.

Laut The Motley Fool, einer bekannten US-Finanzseite, hätten diese Produkte „some of the best returns in the market, including a near-tripling in 2017“ erzielt.

In der Branche galten sie unter den Experten als wahre Einnahme-Booster für jene Banken, welche die Produkte herausgaben.

Umso grösser der Schock von Montag Nacht und Dienstag früh, als sich alle die Augen rieben ob des gigantischen Melddowns. Die CS verkündete noch am Dienstag die Schliessung des Vehikels – mit Rückzahlung an die Kunden zum zusammengekrachten Preis.

The Motley Fool meint, dass die Produkte zwar hoch komplex seien, gleichzeitig im Kern aber auf „simpler Mathematik“ basieren würden.

„The reasons for the moves in the two funds are complicated, but at their core, the failures came from simple math. Most conventional investments have theoretically unlimited upside potential, so that leaves inverse ETFs vulnerable to complete loss of value if the investment they track posts a daily gain approaching 100%.“

Kurz: Früher oder später musste es zu einem Total-Ausfall für die Kunden kommen. Waren diese darüber im Bild? Hatte die CS sie genügend gewarnt?

Gestern wurde bekannt, dass die Finma Ermittlungen aufgenommen hat.

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74 Kommentare zu “CS-Spitzenmann warnte offiziell vor Crash-Ding

  1. Dass die CS erstaunliche Fähigkeiten in der juristischen Abwehr von immer wieder auftretenden Klagen der Kunden entwickelt hat, hat weltweite Anerkennung gefunden. Bei diesen juristisch entwickelten Fähigkeiten, wäre wohl das Geschäftsmodell als Anwaltskanzlei vermutlich auf dem Markt sehr erfolgreich.

  2. Peetz hat nie behauptet Bitcoin sei ein Kauf. Im Gegenteil, er hat gesagt es ist eine Blase. Lediglich die Verschlüsselungstechnologie hinter Bitcoin sei ein real Asset. Einfach mal den Artikel lesen…

  3. Ich halte ja gar nicht viel von den Banken und ihrer Geldgier. Aber wer so ein Produkt kauft ist selber schuld. Warum sollte eine Bank hier den Verlust tragen? Geits no?

  4. Marc Faber und Nouriel Roubini waren gestern. Die Zukunft gehört Dietmar Peetz und denjenigen, die auf seinen Rat hören!

  5. Sorry, aber wer damit zockt muss halt einen Totalverlust in Kauf nehmen, da ist nun wirklich jeder selber schuld.

  6. Mein Gott, wieso genau muss wieder die Bank die Verluste begleichen? Haben den nicht die Investoren den Entscheid (oder die Vollmacht) für genau solche Transaktionen gegeben?
    Wie eigen muss ein Investor sein, um einen 179-seitige Verkaufsprospekt als „problemlos“ einzustufen?
    Nun bin ich bankskeptisch eingestellt … aber das geht halt einfach zu weit: Verluste der Bank anhängen, die Gewinne dem eigenen Können gutzuschreiben.

  7. Den VIX langfristig zu shorten ist absoluter Irrsinn. Als würde man über Jahre 5 Rappenstücke vor einer Dampfwalze aufheben. Gewiss, man kann eine Menge davon einsammeln aber an einem bestimmten Punkt wird wird einem die Dampfwalze zu einem Pfannkuchen zerlegen. R.I.P. XIV…

  8. @Hans-Günter Titze

    Dann beantworten sie mal folgende Fragen zu diesem famosen Produkt mit dem 179seitigen Prospekt (den ich mir nicht antue):

    1) Welche Risiken konnten damit sinnvoll abgesichert werden?
    Was waren hier denn die (gewinnbringenden) XIV-Gegenpositionen?

    2) Für welche Anleger (Pensionskassen, Anlagefonds usw.) kam „XIV“ in Frage? Was war wohl die Motivation für den Kauf?

    3) Lagen symmetrische Risiken vor? Wäre also auch ein 80 %iger „XIV“-Kursanstieg innert Stunden möglich gewesen?

    4) Wie hatte die CS dieses „performancefördernde“ Finanz-Produkt abgesichert? War das überhaupt nötig aufgrund der (Wahrscheinlichkeits-) „odds“ (siehe Punkt 3)?

    5) Wie hoch ist der Abschreiber der CS-PK (und anderer CS-naher Gesellschaften) auf diesem ach so notwendigen „Produkt“? Mit welchen gleichzeitigen Hedge-Gewinnen wird der Abschreiber finanziert?

    6) Wie sinnvoll sind Produkte, die auf einem Prospekt von 179 Seiten beruhen? Wer hat Zeit, dies zu lesen?

    usw. usf.

    • Keine Ahnung, bin ich Auftraggeber und Produktentwickler?

      Ich weiss aber auch nicht, was die Frage soll? Diejenigen, die dieses Produkt, aus welchem Grund auch immer, in Auftrag gegeben haben, werden sich die Bedingungen wohl durchgelesen haben. Wenn nicht, selber schuld. Wer so blöd ist, dem gehört aber bitte nicht mein Mitleid und hoffentlich gehts ihm an seinen Geldbeutel, falls er hier fremde Gelder investiert hat.

  9. Wo Lieferdatum Problem? Wenn man die Funktionsweise nicht versteht Finger weg! Wenn man das Risiko nicht tragen will oder kann Finger weg! Wenn man‘s trotzdem kauft, ist man selber schuld! Alles jammern ist dann vergebens, weil jene in der Regel von der Gier getrieben wurden! Dumm gelaufen!

  10. So, jetzt reden wir mal Tacheles: wenn die CS auf ihren eigen Mann gehört hätte und Entscheide nicht irgendwelchen überbezahlten MDs überlassen hätte, die nur halb so viel von der Materie verstehen wie eben besagter Dietmar Peetz, dann wäre die CS heute ein paar hundert Millionen reicher. Und von verlorenen Kundengeldern will ich an dieser Stelle erst gar nicht reden.

  11. naja, nun sind die Sorgen doch gekommen…

    weshalb „garnieren“ die Herren TT, Rohner und andere solche Gehälter, wenn Sie nicht mal die „kleinen“ Risiken im Griff haben.

    Gut, diesen Ausfall können sie ja locker auf Ihre Kappe nehmen und persönlich begleichen, bereichert haben sie sich ja schon!

    Shareholdervalue und deren Umsetzung mit entsprechenden Vergütungen haben auch eine Verantwortungskomponente integriert.

    Nehmt Eure Verantwortung war! und geht (endlich)…

  12. Banken müssten theoretisch an einer ultrakurzen Leine gehalten und unter ständiger Kontrolle stehen – wie Intensivstraftäter….

    Man muss sie nicht mal vor sich selbst schützen – sondern vor UNS den Bürgern und der Realwirtschaft….

    Schaut, die lernen es NIE! Was ich in der Zeit bei einer Grossbank gelernt habe: Nach der Krise ist immer vor der Krise!

    In einem gesättigten Markt, mit Produkten, die die Menschheit nicht weiterbringen (ausser den volkswirtschaftlichen Aufgaben einer Bank) immer mehr und mehr und mehr verdienen wollen/müssen….

    Da stürzt man sich auf JEDE Ertragsquelle und schröpft diese, bis kein Tropfen mehr rauskommt… Ohne auch nur einmal das eigene Handeln zu hinterfragen… Warum auch? Kommt ja noch was raus….

    So nach dem Motto: Nach mir die Sintflut…. oder sonst gerne auch der Steuerzahler…..

    • … nein das stimmt so nicht!
      Der Investor muss wohl vor sich selber geschützt werden; bei der Bank müssen wir nur sicherstellen, dass nicht jede total hirnrissige Forderung von verlust erleidenden Investoren und letztlich durch die Steuerzahler übernommen wird.
      Selbstverantwortung heisst das Zauberwort

  13. „… Derivate von Derivaten von Derivaten …“
    Wie krank muss man sein, um in solchen Sche… zu investieren? Kasinobanking in Reinkultur wobei möglicherweise die Gewinnchancen im echten Kasino höher sind.

    • Schöne Ausdrucksweise für jemanden, der keine Ahnung von Derivaten hat. Wenn Derivaten für Absicherungszwecke oder Replikation (ein Basiwert zu kaufen oder zu verkaufen), dann kann man sie gut verwenden.

      Allerdings lohnt es sich die Kontraktspezifikationen durchzulesen. Also wenn man davon keine Ahnung hat. Finger davon lassen. Es sind definitiv Instrumente für Profi.

      Wenn man Marge leistet, die Fragen: wieviel hinterlegt man im Verhältnis zum Vermögen und wieviel Risiko kann man aufnehmen. Leider kann man keine Volatilität liefern, daher Barabgeltung. Volatilität (Vergleich mit Rohstöffen) kann > 300% steigern…

      Bei VIX-Historik bis 2012 kann man zwei „Peaks“ bei 150 sowie 80% messen. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine VIX-Derivaten. Aber VIX weilt üblicherweise zwischen 10 und 20% und extreme Bewegungen bis 40-50% kommen schon vor. Wenn man systematisch den VIX verkauft bzw. Volatilität verkauft, kann es immer wieder vorkommen. Lehman war nur die Spitze vom Eisberg.

      Fazit: Nur eine Frage des Verständnis, der Risikotragbarkeit sowie Diversifikation.

      NB Unterschied zwischen Kasino und VIX? Kasino verdient fast immer, sonst gäbe es keine mehr. Volatilität=mean reverting process, d.h. ausser bei peaks ist es öfter lukrativ. Aber man muss etwas davon v.e.r.s.t.e.h.e.n…

    • @Tschonalduck

      Dann beantworten sie mal folgende Fragen zu diesem famosen Produkt mit dem 179seitigen Prospekt (den ich mir nicht antue):

      1) Welche Risiken konnten damit sinnvoll abgesichert werden?
      Was waren hier denn die (gewinnbringenden) XIV-Gegenpositionen?

      2) Für welche Anleger (Pensionskassen, Anlagefonds usw.) kam „XIV“ in Frage? Was war wohl die Motivation für den Kauf?

      3) Lagen symmetrische Risiken vor? Wäre also auch ein 80 %iger „XIV“-Kursanstieg innert Stunden möglich gewesen?

      4) Wie hatte die CS dieses „performancefördernde“ Finanz-Produkt abgesichert? War das überhaupt nötig aufgrund der (Wahrscheinlichkeits-) „odds“ (siehe Punkt 3)?

      5) Wie hoch ist der Abschreiber der CS-PK (und anderer CS-naher Gesellschaften) auf diesem ach so notwendigen „Produkt“? Mit welchen gleichzeitigen Hedge-Gewinnen wird der Abschreiber finanziert?

      6) Wie sinnvoll sind Produkte, die auf einem Prospekt von 179 Seiten beruhen? Wer hat Zeit, diese Sch….. zu lesen?

      Und die Antworten bitte in akzeptablem Deutsch!

    • @ K. Assandra
      Ich rede nur von VIX & Derivaten. ETN und ETF auf Volatilität kommen für mich nicht in Frage. Ist das „deutsch“ genug? Wenn Sie die englische Sprache nicht beherrschen, dann spielen Sie lieber Jass und lassen die Finger davon!

  14. Die Aufregung und das CS Bashing ist gross und die Ahnung klein. Wenn man a) keine Ahnung hat und b) nur irgendwelche Vermutungen aufstellt, Herr Hässig, dann sollten sie solche Beiträge besser unterlassen. Hier gibts zwei Fakten, das Produkt und den Verlust und der Rest sind wilde Vermutungen. Und die Kommentare sind keinen Deut besser. Das die CS Produkte strukturiert, ist doch nichts Neues. Das viele der Produkte durchaus einen Komplettausfall darstellen, genauso wenig. Und das alle Anleger angeblich nicht wissen, was Sie denn kaufen, das sind Ammenmärchen, die immer wieder auftauchen, wenn die Märkte kollabieren. Und dieses Produkt ist ja schliesslich nicht für die Oma und den Opi gebaut worden, sondern für Leute, die Ahnung von der Materie haben. Und da man normalerweise solch ein Produkt nicht losgelöst von anderen Asssets kauft, sollten sich diese Anleger über die Wechselwirkungen schon im klaren gewesen sein. Und heute zu behaupten, es hätte etwas im Kleingedruckten gestanden und damit zu suggerieren, das ist nicht ordentlich kommuniziert worden, suggeriert, das der Investmentprozess bei diesen Adressen vorsintflutartig ist. Nur ist dies wohl nicht das Problem der Bank.

    • Hallo Herr Titze – danke, genau meine Meinung!
      Und dies zudem noch von einem Bankenskeptiker!

    • Nun ja, die CS geniesst aus gutem Grund keinen Rückhalt mehr bei der Bevölkerung. Und noch weniger hier im Forum.

  15. Interessant, aber leider als experte kann ich nicht bestätigen, dass lange periode geben mit tiefen Volatilität. Ich habe seit Jahrzehnte schon lange mit internationale experten, Star- Professoren und Hedge Funds Guru, alle wollten mir überzeugen, dass mit Volatilität kann nan Geld verdienen… am ende aber, waren sehr, sehr, sehr wenige, die konsistent das Können und Glück haben…
    So ein „Tier“ wie die Volatilität ist eben nicht einfach zu meistern, trotz alle Super-GARCH Modelle, die nur sehr kurzfristig gut sind am ende war immer ein „Super-Gau“ und mein Name tauchte nie dabei… Danke für lesen und verstehen. Eure Experte VolLove!

  16. Alle reden über das Geld und Verluste. Wacht doch endlich auf!!! Es ist NUR Luft, elektronische Zahlen, Fata Morgana. Kein Bank kann die sogenannte „Vermögen“ decken, wenn es darauf ankommt. Tja, die Luftschlosser haben nun mal den Eigenschaft zu platzen.

  17. 10 Minuten vor Handelsschluss in NY lag der VIX mit über 100% im Plus am Montag – trotzdem handelte XIV bei „nur“ -19%. Der eigentliche VIX-Stress hatte also während den offiziellen Handelsstunden stattgefunden. Wie ist es möglich, dass XIV nach Börsenschluss zuerst 85% nachgibt und am nächsten Tag sogar mehr als 90% verliert? Hat die CS im Wissen des Misspricings am Montag Abend ihr Nostro geleert und die dummen Anleger zu $ 100 bedient?
    FINMA – bitte einschreiten und ahnden – jetzt!

    • Die Wiedergabe ist korrekt! Die Frage ist wer hat für die LIQ gesorgt, nach dem Trigger Event? War es CS als MM, dann wäre es höchst verwerflich, waren es Privatanleger (wie ich vermute) dann ok, do your DD otherwise STFU –> Prospectus!

      Glaube trotzdem dass CS in 6Mt time einen Class Action Law Suite haben wird…concerning $XIV!

      Wiiterschaffe…los!

    • Relativ einfach. Der XIV tracked nicht den VIX sondern den VIX Short-Term Futures Index, welche auf den 1 und 2 Monats-VIX Futures basiert. Die Herausforderung ist jeweils das Rebalancing am Ende des Tages. Wenn man das Produkt isoliert betrachtet, sollte es kein Problem sein jedoch war der Short Vola Trade overcrowded.
      Eine Analyse hierzu gabs von Morgan Stanley, welche die Rebalancing Volumen in Abhängigkeit des S&P500 darstellte. Da konnte man sehen das ein drop von 4% eine Lawine auslösen würde insbesondere wegen den leveraged Vola ETNs / ETF

      Hier noch eine gute Zusammenfassung wie das Produkt funktioniert (hat): https://sixfigureinvesting.com/2014/05/how-does-xiv-work/

      Quellen:
      http://us.spindices.com/indices/strategy/sp-500-vix-short-term-index-mcap

  18. Da ist der Barofsky noch zu wenig lange an der CS-internen Aufarbeitung….(was soll die FINMA?).
    Pech für Thiam; bis jetzt war seine Arbeit nicht so schlecht.
    Zeit, jetzt endlich die Saläre inkl. Boni signifikant und nachhaltig (-30%) zu kürzen.
    Auf allen Management-Stufen.
    Das ist nur noch Spekulation – kein seriöses Banking.

  19. Die Antwort der CS, sie habe kein Geld verloren, weil sie anscheinend „gehedged“ waren, entbehrt jeglicher Logik.

    Man kann keine Position vollständig hedgen und gleichzeitig Geld damit verdienen, sonst hätte man ja risikolose Dauerprofite.

    Ein hedge, sofern vernünftig ausgeführt. minimiert nur die möglichen Verluste (und minimierte gleichzeitig auch die möglichen Profite).

    Dass die CS keine Verluste wegen eines hedges erlitten hat, ist gelogen. Dass die CS ihre Verluste dank eines hedges verringert hat, mag sein. Die CS hat sicher Geld verloren, die Frage ist nur wieviel.

  20. Was taugt eigentlich der von der SEC zugewiesene US-Amerikanische Aufpasser, residierend im Hotel Savoy, Zürich, welcher m.W.über 40 Mio. USD p.a. kostet, wenn gleichzeitig solche Horror-Meldungen durchgehen?

    Oder ist dieser etwa nur der verlängerte Arm der US-Geldwäscherei-Behörde (DoJ), drückt aber beide Augen zu, wenn hunderte von Millionen USD durch hirnverbrannte Zockereien in den USA den Bach runter gehen. Die Gegenseite solcher Transaktionen sind höchstwahrscheinlich wieder US-Banken.

    CS : Catastrophic Services!

  21. Der schielden Anleger:

    Als der XIV brav Prämien zahlte
    war er ganz banal.
    Jetzt da er nicht mehr wollte
    das Produkt ein Skandal.

  22. Hat dieses Institut überhaupt noch eine Daseinsberechtigung? Besser für die Kunden und auch für die Wirtschaft, wenn dieses Institut zerschlagen und die hochgelobten Banker in die Wüste geschickt werden.

  23. Fasnacht beginnt diese Woche -die Narren sind los, und bei Motley Fool haben die sowieso jeden Tag Spass am globalisierten Finanz-Karneval … Nun wirds diesen Frühling so richtig spassig wenn die Realökonomie wirder mal richtig die Digi-Piggy-Dummies-Grossbanken durchschüttelt!
    Ich habe meine Werte – und vorallem meine Gelder – seit 6 Monaten aus dem mafiösen internationalen Finanzsystem, und den Grossbanken, entfernt. So hab ich viel mehr realen Spass.

  24. Der Scheiss wurde v.a. für die US-Märkte entwickelt. Wie dumm ist denn das? Rechtliche Folgen unausweichlich!

  25. Der Volatilitätsindex ist ein rein mathematisch nachgeführter Index. Man kann nicht in diesen investieren, also haben die Banken die selber nicht investiert waren mit dem letzten Kurssturz und dem Schliessen des Vehikels nur gewonnen, weil sie ja den Kunden nur noch ein Rest der ursprünglich einbezahlen Summe zurückzahlen müssen.

  26. Hauptsache Nestbeschmutzer Peetz wurde beseitigt und die Rohnerboys bleiben weiter im Amt und kassieren ab – auf Kosten der XIV-Geprellten.

  27. Ha ha ha, da wird über das Spekulationsobjekt Bitcoin gelästert, dabei haben die Banken regelrechte Spekulations Atombomben in ihrem Verkaufsraum. Möchte wissen wer von der CS mir auf Anhieb die genaue Funktionsweise dieser Vehikel erklären kann. Wahrscheinlich einzig der Mathematiker der sie entwickelt hat und der hat es auch schon wieder vergessen, weil es so kompliziert ist.

    • Hier ist eine relativ schlüssige Erklärung: https://sixfigureinvesting.com/2014/05/how-does-xiv-work/

      Das zugrunde liegende Konzept bei VIX-Futures oder ähnlichen Produkten ist Tail-Risk. Short Vola ist nichts anderes als ein Verkauf von Versicherungen gegen Kurseinbrüche. Für das Tragen dieses Risikos kriegt man eine Prämie.

      Das Problem im jetzigen Fall ist die starke Konzentration auf die Short Seite. Das kann zu selbstverstärkenden Effekten führen.

  28. Mich würde brennend interessieren welche ähnlich aufgestellten Objekte in der Schweiz zusammengekracht sind und welche Pensionskassen um welche Verlustbeträge davon betroffen sind. Nach übereinstimmender Meinung ist ja der letzte Börsenkursrutsch gerade wegen dieser Volatilitätsvehikel massgebend verstärkt worden. Das Geld der Pensionskassen gehört uns allen, darum haben wir ein Anrecht auf zeitnahe und umfassende Information.

  29. Wann wird endlich der CS „der Stecker gezogen“ und die fehlbaren Manager gerichtlich belangt und bestraft? Hat es eigentlich nur noch „Banksters“ im Management und ist dies eventuell Voraussetzung für Karriereschritte? Für was haben wir in der Schweiz eine FINMA; auch dort sollten die Verantwortlichen für die Aufsicht der CS gerichtlich belangt werden wegen Pflichtversäumnissen zu Ungunsten der betreffenden Kunden!

    • solange es immer noch Menschen gibt, die bei einem solchen Institut Kunden sind und denen auch noch alles glauben, wird sich leider nichts ändern. Zuviele vertrauen noch ihrem Bankberater und dieser richtet mit seinem Halbwissen und Halbwahrheiten riesigen Schaden an, ohne jemals die Konsequenzen tragen zu müssen. Und dies nicht nur in ihrem Kerngeschäft. Diese Individuen meinnen über alles Bescheid zu wissen.

    • Wie nach dem Lehman Brother Crash vor fast 10 Jahren, wird die FINMA eine „aufwändige“ Untersuchung vornehmen und dazu einen schönen Bericht schreiben, der die CS komplett aus dem Schneider nimmt. Verantwortlich für die Aufsicht der FINMA wäre eigentlich das Eidg. Finanzdept. unter BR Maurer, ein treuer Bankenfreund, „geführt“ wird sie aber durch die CS und die UBS. Eine echte Alibi-Institution! Die Geschichte widerholt sich.

    • Ach Doris, Sie glauben wirklich noch das Märchen von der FINMA als neutraler, marktüberwachender Aufsichtsbehörde?
      Sie stimmen sicher auch Nein bei NoBillag, weil Sie sonst keine ausgewogene (hüstelhust…) Berichterstattung mehr kriegen…
      Wake up!

  30. War der hier viel gelobte CS PM und Analyst nicht jener, der auch den Bitcoin in den Himmel lobte – und hier den XIV ‚des Teufels‘ nennt?

  31. Ein Derivat auf Ein Derivat! Wenn ich so was lese, dann gehören solche Banken aus dem Verkehr gezogen. Jetzt bekommen alle jene Recht, welche seit Jahren warnen : a) die Bankster habe nach 2008 wieder wild (auf Teufel komm raus) weiter spekuliert und b) die Volumen sind um das 100fache und mehr grösser als 2008😳. Die Vertuschungstaktik und die Verlust-Dementi der CS stinken zum Himmel!

    • Herr Tan, Sie wollen wohl lieber ihre angepflanzten Kartoffeln gegen einen Sack Weizen tauschen. Oder würden Sie zumindest Steinmünzen akzeptieren?
      Wie’s scheint kommen Sie mit dem Wandel nicht zurecht. Zurück zur Steinzeit!

  32. Es sind genau diese Meldungen, die eine umfangreichere Regulierung wie MiFID oder Fidleg hervorrufen. Schade, dass noch nicht alle Schweizer Banken realisiert haben, dass solche „high-risk“ Produkte mit hohem Risiko der eigenen Reputation und der Reputation des Bankenplatzes Schweiz abträglich sind. Wo das schnelle Geld winkt, ist für den seriösen Anleger stets Vorsicht geboten. Dasselbe gilt übrigens für Bitcoins etc.

  33. 0-Verständnis für welche die seit 2016 meinten das Perpetum Mobile zum Gelddrucken wurde neu erfunden.

    Zudem sind die Close Out Terms klar im Prospekt beschrieben. Über die Frage warum das Vehikel $XIV im AH Handel nicht gestoppt wurde lässt sich streiten. As you all know, there is no free lunch out there.

    Wiiterschaffe, los…!

  34. Wie heisst es doch so schön?
    „Das Geld ist gar nicht weg, es gehört jetzt nur jemand anderem!“

    Eigentlich ein Non-event, denn wer sein Geld noch immer dieser Bank anvertraut, hat nichts gelernt und verdient es nicht anders.

    • …sehr treffend formuliert! Und ein Mal mehr macht die andere Grossbank etwas besser als ihre Kopie…

    • Solange das Geld gibt, eird auch die Banken geben. Leider belohnen sich die „HOHE TIERE“ zu sehr. Man müsste längst deren Löhne nach ertrag richten, dann werden die nicht so lange an die Spitze halten. Es wird recht schnell „rutsch gut“ heissen.

  35. Dieses oberschlaue «vermögenzerstörende Finanzprodukt» kann kaum erstaunen bei einer Bank, die mit ihren «Finanzierungen» auch ganze Regenwälder zerstören lässt.

    Auch die Mosambik-«Kredite» von USD 1’500 Mio, wo die Credit Suisse offenbar auch keinen Verlust erleidet, erstaunen kaum. Die Frage ist in beiden Fällen: Welche Pensionskassen bzw. „Anleger“ tragen eigentlich den vorliegenden XIV- bzw. den Mosambik-Abschreiber?
    (Im Afrika-Fall hüllt sich Mark Branson seit Jahren in ohrenbetäubendes Schweigen.)

    https://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/paradise-papers/ein-konzern-holzt-mit-schweizer-geld-sumatra-ab/story/19684175

  36. Verstehe ich nicht,,, hat die CS nun diese Papiere gehalten oder hat sie diese emittiert? Im zweiten Fall hätte die CS, falls sie die Position nicht zu 100% gehedged hätten, einen Riesengewinn eingefahren…!
    Will man jetzt bei jedem gehebelten Produkt, welches sich bei grösseren Marktbewegungen bewegt einen Artikel schreiben…? Es gibt täglich Produkte welche wertlos verfallen.
    Wer solche Produkte kauft oder emittiert, weiss genau wo die Risiken sind – sonst muss man halt Lesen und Rechnen lernen!
    Schöne Tag.

    • 1. Das Produkt ist nicht gehebelt.

      2. Es existierte für 8 Jahre und ist nicht vergleichbar mit den Strukis wie knock-outs etc.

      Im Prospekt steht, dass es der CS zusteht ein „early redemption“ (acceleration Event) einzuleiten, wenn das Produkte innerhalb 1 Tages unter 20% des NAV fällt.

      SVXY von Proshares ist genau das gleiche Produkt und existiert weiterhin.

    • Nicht gehebelt aber die downside ist theoretisch >100%. Selling vol is for retards only.

      Wieso wuerde die CS einen Gewinn einfahren? Sie ist ja nicht die Gegenpartei. Haette sie Position gehedgt und dann noch a bissel oben drauf, was fuer ein Trading Desk Sinn macht, dann ja.

      Wahrscheinlich ist 90%+ der CS Position Kundengeld. Sprich hedge funds, andere grosse Anleger und wahrscheinlich leider auch ein paar Privatkunden. Mehr als ein paar Millionen prop investment in einem solchen Produkt sind heute fuer eine Bank unvorstellbar.

  37. Schon bei Knock-Out-Zertifikaten war es so, daß die Emissionsbanken über den Eigenhandel die Knock-Out – Schwellenwerte zu erreichen versuchten, damit das Zertifikat wertlos verfiel.

    Wenn es nun Zertifikate auf Volatilität gibt, dann wird von interessierten Kreisen eben Volatilität erzeugt.

    Wenn ein indischer Privattrader – Navinder Singh Sarao – 2010 von seinem Zuhause in London einen Flash – Crash mit 1.000 Punkten im Dow-Jones-Index erzeugen kann, sollte von institutioneller Seite viel mehr möglich sein.

    http://www.faz.net/aktuell/finanzen/spektakulaerer-flash-crash-der-mann-der-die-wall-street-in-die-knie-zwang-13559594.html

    https://www.theguardian.com/business/2015/apr/22/2010-flash-crash-new-york-stock-exchange-unfolded

    https://www.n-tv.de/wirtschaft/Flash-Crash-Haendler-gesteht-Manipulation-article19055696.html

  38. …huch, jetzt habe ich aus Versehen auf die Delete-Taste gedrückt und wie durch ein Wunder sind TT, Rohner und „Weggli“ von der Bildfläche verschwunden…

    • …ja, weil eben der Fisch vom Kopf her stinkt.
      Und damit auch das Image – oder eben den Geruch – der Schweiz erneut schädigt, dank Rohner und TT.