Angola-Mann Bastos, sein Banker, seine Gehilfen

Imperium des umtriebigen Jean-Claude Bastos wankt – In Zürich abgemeldet, nun Dubai – Helfer: Ex-CS-Banker, Promi-Anwalt.

Als Jean-Claude Bastos mit seiner Zuger Finanzgesellschaft Quantum Global im 2012 auf den öffentlichen Radar kam, reagierte er prompt.

Mit Drohungen und Klagen. Stets an seiner Seite: der bekannte Zürcher Anwalt Thomas Ladner.

Thomas „Tom“ Ladner, „Counsel“ bei Kläger-Kanzlei Lustenberger

Ebenfalls Unterstützung erhielt Bastos von Bestseller-Autor Rolf Dobelli, der ihm Türen in der Schweiz öffnete, und einem hohen Ex-CS-Banker.

Es handelt sich um Adrian Leuenberger, bei der Grossbank hochgestiegen im Private Banking unter Walter Berchtold, dann fast 10 Jahre lange in der Geschäftsleitung der CS-Tochter Bank Leu, später ClaridenLeu.

Leuenberger ist der Sohn von Andres Leuenberger, Ex-Roche-Spitzenmann und einst Präsident des Vororts, Vorgängerorganisation von Economiesuisse, dem wichtigsten Wirtschaftsverband.

Leuenberger Senior sass im VR der Swissair und war Präsident der Swiss Life, als beide Firmen in grosse Turbulenzen gerieten.

Sohn Adrian emanzipierte sich früh vom Vater. Vor 3 Jahren heuerte er bei Jean-Claude Bastos an. Sein Auftrag: die Operationsbasis im afrikanischen Mauritius auf Vordermann bringen.

Dort brennt es nun lichterloh. Die Behörden im Land, das für Firmenkonstrukte vorteilhaft ist, haben am Samstag 25 Konten von Jean-Claude Bastos respektive dessen Firmen blockiert.

Es geht um eine stolze dreistellige Millionensumme, über die Bastos nun nicht mehr frei verfügen kann. Im Fokus steht mögliche Geldwäscherei.

Bastos selbst gibt Durchhalteparolen durch. Er habe „the laws of the jurisdictions“ stets eingehalten.

Die Ermittlungen in Mauritius könnten Bastos Imperium zum Einsturz bringen. Eine Quelle sieht das „Oligarchen-Syndrom“ als Ursache.

„Bastos ist in den letzten 10 Jahren unglaublich reich geworden, da verlor er den Boden unter den Füssen.“

Die Rede ist von einem Vermögen von 500 Millionen Franken oder noch mehr. Bastos würde es damit in der 300-Reichsten-Bilanz des gleichnamigen Magazins weit nach vorn schaffen.

Nun droht ihm ein Scherbenhaufen. In Zürich ist er aus seiner Luxuswohnung am Bellevue ausgezogen. Er hat sich in der Schweiz laut einer Quelle abgemeldet und lebt heute in Dubai.

Zuvor hatte Bastos seine Quantum Global, mit der er riesige Summen aus dem angolanischen Boden investiert hatte, rasch umgruppiert.

Das Management der Afrika-Investment findet aus Mauritius heraus statt. Andere Aktivitäten waren in Zürich angesiedelt.

Der offizielle Sitz war aber in Zug. „Plötzlich zog Bastos alle Leute von Zürich nach Zug ab“, sagt ein Gesprächspartner.

Für Bastos geht es um viel: sein grosses Vermögen in einer Firma namens Turtle. Wie der Tages-Anzeiger im Zuge der Paradise Papers – eine grosse Datenoffenlegung – berichtete, handelt es sich um Bastos‘ Family Office.

Also sein grosser Schatz, sein Herzstück. Dort könnten Hunderte von Millionen liegen, die Bastos zusammen mit Angola verdient hat.

Sein Problem ist der politische Umsturz im Afrika-Land. Der dortige Ewig-Diktator hat sich bei der Wahl seines Nachfolgers verschätzt. Dieser räumt auf.

Er nahm zuerst die Tochter des Ex-Präsidenten ins Visier. Diese gilt als grösste Bankerin Portugals. Angola ist eine Ex-Kolonie von Portugal.

Danach nahm sich der neue starke Mann den Sohn seines Vorgängers vor. Der war der Schlüssel zu Bastos‘ Erfolg. Als Chef des angolanischen Staatsfonds gab er Bastos Hunderte von Millionen zur Vermögensverwaltung.

Der Sohnemann muss sich nun den Ermittlern in Angola stellen. Und Bastos kämpft um sein Vermögen – und vielleicht um mehr.

Seine Helfer werden rarer. Viele distanzieren sich von Bastos, so wie Alt-Bundesrätin Ruth Metzler.

Nicht davon rennen will Ex-Banker Adrian Leuenberger. Er hat laut eigenen Angaben vor, seinen Job sauber zu beenden, indem er ein paar Investments von Bastos in Afrika verkauft.

Danach will auch er zu neuen Ufern aufbrechen. Dann wird es einsam um Bastos.

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26 Kommentare zu “Angola-Mann Bastos, sein Banker, seine Gehilfen

  1. Ich erinnere mich, als ca. 2006 ein Schweizer Anwalt mich um einen vertraulichen Kontakt zu einer brasilianischen Anwaltskanzlei für JC Bastos bat. Die Schweizer wollten in Sao Paulo, Brasilien dem brasilianischen Anwalt eine Transaktion mit einer brasilianischen Firma, welche u..a. in Angola tätig war, vorschlagen. Die Reaktion des Brasilianers, welcher an einer Ivy League Uni in den USA den Master holte und mit seiner Kanzlei sei Jahren international tätig ist: Was der Schweizer vorgeschlagen habe, sei im höchsten Grade waghalsig. Wenn dies die kühle Schlussfolgerung eines mit eigentlich allen Wassern gewaschener Brasilianer war, scheint dies ein interesantes Indiz über den umtriebigen JC Bastos, seine Leute und deren Machenschaften.

    • Spannende Info! Von ca. 2005-2008 sah ich ebenfalls substantielle Zahlungsflüsse aus Angola auf Briefkastenfirmen in Mauritius hinter denen formell Brasilianer standen (oft Anwälte oder Berater). Die Gelder kamen entweder direkt aus Angola oder über Cabo Verde auf Konten in der Schweiz, Liechtenstein oder Miami. Als Zahlungsgrund wurde meist „Investitionen in Brasilien“ angegeben, z.B. in Mobilfunk, Medien (TV), Kosmetik etc. Die Kunden wurden Schweizer Banken, Anwälten und Treuhändern beraten, die genau wussten, auf wen und was sie sich einliessen. Nur in einem einzigen Fall stand im Kundenprofil Klartext: „Der angolanische Investor ist die Bank xy, welche dem Präsidenten von Angola gehört. Die Person, welche den Deal vermittelt, ist die Tochter des Präsidenten…“

    • Problem: 98% der Rechtsanwälte kann man in der Pfeife rauchen. Unbrauchbare Kostenverursacher, sonst nichts.

  2. Da ist bestimmt auch noch eine Verbindung zu BES (Banco Espirito Santo), inzwischen Novo Banco und zur Familie Salgado?! Wäre interessant mehr darüber zu erfahren!

  3. Herr Hässig, ich schlage eine neue Rubrik vor: Alle Schreiben von Anwälten und Kommunikationsabteilungen.
    Da können wir als Leser uns dann an schlecht formulierten und unfreiwillig komischen Schreiben erfreuen.
    Starten Sie doch ein Crowdfunding dafür, für diese Rubrik würde ich sofort zahlen!

    • Wäre tatsächlich ein Hit, nur würden wohl sehr schnell die Briefe ausgehen, da keiner dieser zu 98% Kaumkönner öffentlich die Hosen herunterlassen will.

  4. Bastos, seine Helfer, Helfershelfer und auch seine Anwälte die ihn jahrelang wider besseres Wissen gedeckt haben, würden in fast jedem westeuropäischen Land (Frankreich, Deutschland etc.) wegen möglicher Anlagevergehen untersucht. Nur in der Schweiz nicht, weil hier selbst die Finma Bastos Machenschaften gedeckt hat.

    • Neben Bastos kommen mir noch ein paar weitere Namen und ihre Helfershelfer in den Sinn.

  5. Das interessante am ganzen ist, dass die Behörden auf Mauritius um einiges fitter und reaktionsfreudiger sind, als unsere FINMA im Dauer-Sleep-Mode. War ja offensichtlich und komisch, dass vor wenigen Jahren auf einmal die Jobs nur noch auf Mauritius ausgeschrieben waren. Bastos hoffte wohl, ein nicht-reguliertes Inselparadies vorzufinden. Das sollte einem Finanz-Land wie der Schweiz schon zu denken geben und die FINMA Spitze in Frage stellen.

  6. Ruth Metzler, Monika Ribar, Walter Fust (ex DEZA) und Thomas Ladner – alle sind sie Bastos willig gefolgt und haben kräftig Kohle eingesackt. Geld, das aus dem Vermögen eines der ärmsten Völker dieser Erde stammt. Reizend nicht?

    Und unsere sog. Finanzmarktaufsicht mischt mit über die Selbstregulierungsorganisation VQF. Deren Präsident, Martin Neese, ist nämlich gleichzeitig auch VR-Mitglied in den Fund-Gesellschaften von Bastos, mit denen er dank dem angolanischen Staatsfonds agiert hat:
    – Quantum Global Investment Management AG
    – Quantum Global Alternative Investments AG
    – Quantum Global Corporate Services AG
    – Quantum Global Research Lab AG

    Irgendwelche kritische Fragen seitens unserer Politik? Fehlanzeige! Man nimmts zur Kenntnis, zuckt die Achseln und macht weiter wie bisher. Die Aufarbeitung überlässt man Mauritius. Ich schäme mich langsam, Schweizerin zu sein!

    • „Ich schäme mich langsam, Schweizerin zu sein!“

      Das sollten Sie nicht. Denn das ist wahrhaftig kein Grund sich zu schämen!

      Schämen sollten sich ganz andere Leute. Aus ganz anderen, offensichtlichen Gründen.

    • bitte korr:

      Ja. Nicht nur da: Die Frau Ex-Justizministerin hatte doch schon sehr unrühmliche Schlagzeilen gemacht: bei der appenzellisch-ausserrhodischen Spital-Affäre mit gefakten Sitzungsgeldern.
      Offenbar ist die Dame überall dabei, wo es irgend etwas abzusahnen gibt. Das ist doch der oberpeinliche Skandal:
      eine Ex-Bundesrätin, die sich nicht zu schade ist, auch bei luschen Geschäften mitzuspielen!

  7. Von Mauritius nach Mosambik:
    „Geldwäsche-Spezialist“ und Ex-CS-Mann Leuenberger könnte ja nach dem Angola-Abenteuer im Mosambik-Team von Urs Rohner anheuern, um für das FBI sowie den IMF/Lagarde ein paar Erklärungen für die (VTB-)“tuna loans“ zu entwickeln, z. B. zu den tatsächlichen Sicherheiten im Hintergrund.

    Die Deutsche Bank und ihr Kunde D. Trump lassen grüssen (Arvid Kaiser, Luke Harding).

  8. Vielleicht kann Bastos noch eine Mio locker machen dass ihn Frau Ribar in den nächsten Jahren etwas tröstet. Bei der Vergesslichkeit von Frau Ribar kann er auch Geschäftsgeheimnisse ausplaudern!

  9. „Will auch er zu neuen Ufern aufbrechen“ – das klingt für mich wie eine Drohung.
    Sogar Mauritius ermittelt und hat Gelder eingefroren Und die Finma?
    Das ganze Umfeld Bastos, Ladner und Leuenberger müsste mal sauber abgeklärt werden.

  10. Lieber Herr Hässig, warum schiessen Sie auf Ladner, posten aber ein Schreiben von Lustenberger?
    Und was soll die völlig faktenfreie Anspielung auf Rolf D.?

    Bitte Artikel löschen und neu schreiben!