Angriff auf Rentner: Auch CS streicht Kassen-Prämie

Schon per Juli, ohne jeden Brief: 360 Franken im Jahr spart die Bank pro Pensionierten ein – Zurich Versicherung streicht Reka.

Gestern die UBS, heute die CS und die Zurich. Die Finanzmultis der Schweiz haben ihre Pensionierten als nächstes Kosten-Schlachtfeld entdeckt.

Die CS streicht per 1. Juli 30 Franken Arbeitgeber-Beitrag an die Krankenversicherung, welche die Bank mit der Sanitas für ihre Rentner abgeschlossen hat.

Im Jahr spart die CS damit 360 Franken pro Pensionierten. Die PK wies per Ende 2017 rund 11’000 Versicherte aus. Damit spart die Bank mit ihrer Prämien-Streichaktion jährlich 4 Millionen Franken.

Peanuts im Vergleich zu den Löhnen und Erfolgsentschädigungen. CS-Chef Tidjane Thiam erhält im Jahr rund 10 Millionen, seine Kollegen in der Geschäftsleitung kommen auf mehrere Millionen.

Insgesamt zahlte die CS im 2017 70 Millionen für die obersten 12 Manager, im Schnitt also knapp 6 Millionen Franken.

Zudem hat die CS rund 1’000 sogenannte Schlüssel-Risiko-Angestellte, von denen jeder im Schnitt weit über eine Million verdient.

Bei ihnen und der Geschäftsleitung sowie dem Verwaltungsrat ist nichts sichtbar von Kürzungen bei den Entschädigungen.

Die Kassen-Streichübung bei den Rentnern ist still und geheim erfolgt. Weder die CS noch die Sanitas haben die Rentner auf die Kürzung hingewiesen.

Diese merkten den Wegfall der 30 Franken im Monat im Kleingedruckten. Darauf meldeten sich zahlreiche Betroffene.

Ein Sprecher der CS bestätigte gestern die Kürzung. „Die pensionierten Mitarbeiter wurden informiert, dass die Zulage per 1. Juli 2018 entfällt.

„Sie profitieren jedoch weiterhin von attraktiven Krankenkassenprämien sowie vorteilhaften Versicherungsleistungen dank der Kollektivversicherung bei Sanitas und Swica.“

Die CS habe in den letzten Jahren bei ihren aktiven Angestellten das Messer angesetzt, nicht aber bei den Rentnern.

„Die Leistungen für pensionierte CS-Mitarbeiter sind seit Jahren weitgehend unverändert“, sagt der Sprecher.

Man bleibe für sie attraktiv. „Die Bank bietet Pensionierten weiterhin zahlreiche kostenlose oder vergünstigte Leistungen, beispielsweise Bankdienstleistungen und kulturelle Angebote.“

Auch die Zurich Versicherungsgruppe schneidet bei den Rentner ins Kostenkorsett. Sie hebt die jährlichen Reka-Gratis-Checks für die Pensionierten auf.

Die Kostenmassnahme trifft ebenso die aktiven Mitarbeiter, auch sie erhalten die Gutscheine ab nächstem Jahr nicht mehr. Bei der CS wird der Rabatt auf die Reka-Checks von 20 auf 10 Prozent gekürzt.

Ein Sprecher der Zurich sieht veränderte Wünsche der Zurich-Leute.

„Zurich bietet traditionell ein umfangreiches Angebot an Lohnnebenleistungen an. Aus Befragungen wissen wir, dass sich die Bedürfnisse der Arbeitnehmenden ändern, und Zurich will auch in Zukunft eine attraktive Arbeitgeberin sein.“

Deshalb habe das Unternehmen die „Lohnnebenleistungen überprüft und punktuelle Neuerungen umgesetzt“. Per 2019 würden „die Reka Checks für Pensionäre und Mitarbeitende“ wegfallen.

Man bleibe ein Top-Arbeitgeber. „Wir sind davon überzeugt, dass wir ein zeitgemässes und attraktives Angebot an Lohnnebenleistungen bieten.“

Und weiter: „Die Zurich bietet seit Anfang 2018 unter anderem zehn Tage mehr bezahlten Vaterschaftsurlaub und fünf geschenkte freie Tage bereits nach dem fünften Dienstjubiläum (jeweils alle fünf Jahre).“

Zusätzlich verbreitet der Sprecher Good news bei den Mitarbeiteraktien. „Auch der Kreis der Berechtigten für den Mitarbeiteraktienplan wurde erweitert.“

Rentner, die bei der CS, der UBS und der Zurich vor Jahren in Pension gingen, profitieren von vergleichsweise grosszügigen Bedingungen – dank garantiert hohem Umwandlungssatz.

Lange galt gar das Leistungsprimat, welches im Vergleich zum heutigen Beitragsprimat besonders attraktiv für die Versicherten war.

Die zukünftigen Rentner können davon nur träumen. Sie müssen sich auf sinkende Renten einstellen.

Junge Angestellte und viele Kommentarschreiber finden es deshalb richtig, dass nun der Sparhebel bei den führenden Finanzfirmen auf dem Platz auch bei den Rentnern angesetzt würde.

Die Pensionierten ihrerseits finden das Vorgehen schäbig. Ihnen geht es weniger um die finanziellen Einbussen, sondern ums Signal, das die Spitze aussendet.

Dieses lautet: Alles für unsere Boni.

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25 Kommentare zu “Angriff auf Rentner: Auch CS streicht Kassen-Prämie

  1. Der liebe Urs Rohner muss bei den Rentnern sparen damit er seinen „vedienten“ Lohn und Bonus noch mehr erhöhen kann. Läuft ihm sonst seine junge Frau davon wenn er nicht genug Kohle zu Hause abliefert?

  2. Liebe Schweizer
    Ihr seid es doch selber schuld, wenn ihr all das mit euch machen lasst. Immer nur hier auf Inside rummotzen bringt euch nicht einen Schritt weiter nach vorne – und es wird sich nichts ändern.
    Ihr schimpft immer so gerne auf die „Dütschen“, – aber vielleicht solltet ihr stattdessen einfach mal ein wenig euren Horizont erweitern.
    Wie wäre es, statt immer nur zu meckern, einmal zu versuchen, ernst zu nehmende Gewerkschaften zu gründen, die wirklich eure Interessen vertreten. Wie wäre es, statt immer nur zu meckern, einmal zu versuchen, ernst zu nehmende Betriebsräte zu etablieren, die wirklich eure Interessen vertreten. Solche Dinge gibt es beispielsweise in Deutschland – und dort passieren die hier geschilderten Exzesse in den sogenannten Teppichetagen nicht in dieser Form und Häufigkeit – warum wohl!!
    Auch ich bin ein ehemaliger CS’ler und wurde – nach 12 Jahren CS – wenige Monate vor meinem 60sten in den vorzeitigen Ruhestand versetzt, da man „keine adäquate Aufgabe“ mehr für mich hatte. Und auch ich finde es zum k…..zen, wenn ich sehe, wie mit aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern umgesprungen wird, nur damit sich die hohen Herren die Taschen voll stopfen können. Scheinbar verschwenden die nicht einen einzigen Gedanken daran, wer eigentlich das Geld verdient.
    Und so gesehen muss ich sagen, es war ein Glück, dass man mich aus dieser Tretmühle herausgetreten hat. Seitdem arbeite ich wieder in Deutschland – und ich muss sagen, dass ich mich lange nicht mehr so wohl gefühlt habe!

    • Das glaube ich ihnen sofort. Auch wenn die CH-Renten heute (auch bei der CS) generell tiefer ausfallen, lässt es sich neben den Rentenleistungen im grossen Kanton Germanien vor ihren 12 CS Jahren dort bestimmt gut leben.

      Wir Schweizer haben nicht generell etwas gegen euch; nur wie die Welt funktioniert müsst ihr uns trotzdem nicht erklären. Die Welt ist so wie sie ist und diese ist bestimmt durch Politik und Lobbyismus.

    • Die Welt ist bestimmt von Politik und Lobbyismus – und wer bestimmt in der Schweiz (Basisdemokratie!!!) die Politik???

  3. Es ist natürlich unschön, wenn solche Benefits abgebaut werden oder werden müssen. Das ist wie bei den Sozialleistungen. Einmal da, wird man sie kaum mehr los. Das sah man in Griechenland. Deshalb ist es besser, die Firmen bezahlen ihre Leute anständig und belassen das Übrige dem privaten Bereich. Dann kann man auch das Konzert oder die Krankenversicherung selbst bezahlen.

  4. „Die Leistungen für pensionierte CS-Mitarbeiter sind seit Jahren weitgehend unverändert“, sagt der Sprecher. Aha. Und was ist mit den Konto- und Kartengebühren, die bis vor drei Jahren für Pensionierte traditionell kostenlos waren und plötzlich auf 50% der Kundengebühren angehoben wurden? Und die jährliche Vergütung eines kleinen Betrages für die regionalen Pensioniertengruppen, die samt dazugehörendem Konto gestrichen wurden?
    Es geht nicht um die Beträge. Die fallen nicht ins Gewicht. Es geht um die eiskalten „Sparübungen“ im Lichte der obszönen Bonis jener Leute, die das entschieden haben!

  5. Sie kriegen alle den Hals nicht voll genug………………..und jeder, ja der Hinterste und Letzte wird dafür bezahlen….. siehe Pierin Vincenz. Das Karma schlägt zurück!!

  6. Ich denke diese Rentner können gut und gerne auf diesen
    Obulus verzichten. Die kommenden Rentner-Generationen sind vor ganz andere Probleme gestellt.

    1.
    Viele der heutigen Rentner gerade aus den Finanzbranche profierten von den zu Beginn des BVG Obligatoriums angebotenen Feudallösungen wie Leistungsprimat und Frühpensionierung schon teilweise ab 56 zu Topkonditionen. Diese Rentner haben also nie das einbezahlt was sie an Rente beziehen. So wundert es kaum, dass neben der höherer Lebenserwartung diese Kosten auf die aktiv Versicherten umgelegt werden müssen und der Umwandlungssatz langsam ins bodenlose sinkt.

    2.
    Eigenheimkauf versus Gebrauchsmiete lockt aufgrund der
    weiterhin bestehenden Tiefzinsphase immer mehr, obwohl die Immobilienpreise auf dem Höchststand sind.
    Künftige Rentner verschulden sich dadurch zusehends immer mehr und diese Verschuldung wird sie dann spätestens im Alter vor Probleme stellen.

    3.
    Karge Rentenaussichten sind das eine doch jetzt greift auch der Staat nochmals kräftig zu. Infolge fehlender
    Abzugsmöglichkeiten steigt bei manchen Rentnern die
    Steuerbelastung sogar. Ein Renteneinkommen von
    CHF 80’000.00 hat in etwa dieselbe Steuerlast wie ein
    erwerbstätiger mit CHF 120’000.00. Dazu kommt noch dieser widrige Eigenmietwert, eine Last aus den Kriegsjahren, die man seither beibehalten hat und erhöht die Steuerlasten je nach dem nochmals.

    Eigentlich steht ein Rentner nur mit AHV, Ergänzungs-Leistungen und Prämienverbilligung besser da, weil die EL im Gegensatz zur BVG Rente nicht versteuert werden muss.
    Obwohl BR Berset dem Kapitalbezug aus dem BVG Einhalt
    bieten will, überlegt sich jemand genau aus diesen
    Gründen einen Kapitalbezug mit dem Hintergedanken, dass der Staat auch verfassungsmässig niemanden
    verhungern lassen kann.

    Fazit: um keine Sozialfälle oder Altersarmut zu produzieren, braucht neben Reformen in der beruflichen Vorsorge AHV und BVG auch eine steuerliche Entlastung für künftige Rentner. Entweder höhere Steuereinnahmen mit der Folge höherer Sozialabgaben oder umgekehrt.

    Links und Rechts sind nun angehalten endlich ihr Hirn einzuschalten, anstelle sich gegenseitig zu bekämpfen was dem Bürger am Schluss nichts bringt.

  7. Verzinsung der Altersguthaben ist viel zu tief

    Die CS Rentner zu bedauern ist eine Perspektive.
    Eine andere Perspektive ist, dass die CS PK 2017 eine Anlagerendite von 9.0% erwirtschaftet hat und gleichzeitig die Altersguthaben mit ’nur‘ 2.0% verzinst. Für alle CS Angestellten ist dies ein ‚Verzinsungsverlust‘ von rund 6% des Altersguthabens (die volle Rendite wird nicht gutgeschrieben werden können). 6% auf CHF 1 Mio – was ein mittleres Altersguthaben sein wird – sind CHF 60’000 die einfach wegsubventioniert wurde zu den verdienten Rentnern.

  8. Unschöne Kommunikation, aber war es anders zu erwarten?

    Andererseits wurde ich (Gnade der Frühgeborenen) noch zu Leistungsprimatszeiten pensioniert und habe meine Rente auf sicher (so hoff‘ ich wenigstens…).

    Ich verzichte gerne auf den Arbeitgeberbetrag zu meiner Sanitas-Versicherung, falls denn diese Einsparung einer sinnvollen (!) Verwendung zugeführt wird. Zweifel sind erlaubt.

    Der „Wertschätzungskredit“, den mein früherer Arbeitgeber damals von mir erhalten hat, ist leider aufgebraucht.
    Schade.

  9. Von wegen 4 Mio! Längst nicht alle Rentner sind bei der Sanitas versichert. Es geht also vielleicht um 2 oder 2.5 Mio. Da werden auf der Teppichetage wohl trotzdem die Champagnerkorken knallen!

  10. Die 30 Franken im Monat werden wir Rentner wohl verkraften. Was mich stört ist die Kommunikation, bzw. Nicht-Kommunikation…. und dann, dass die rd 4 Mio. Einsparungen wohl für Boni / Salär von Pseudo-Managern verwendet werden. Man hat ja so gut gearbeitet, dass man sich schon etwas (noch) mehr gönnen darf …. (wie hoch wären die Einsparungen, wenn man den MD‘s nur mal 10 % von der total Compensation streichen würde?)

  11. Hey ihr Motzer, was ist los?
    Nur 5 Kommentare für diese Schreckensmeldung? Gestern hat der Artikel zu der längst überfälligen Massnahme bei der UBS noch 100 Kommentare generiert.

  12. Mich stört als ehemaliger Mitarbeiter der CS weniger diese Kürzung sondern wie die Information an uns erfolgte; gestern durch die Krankenkasse aufgrund der Prämienänderung per Mitte Jahr und heute im IP. Kein gutes Zeugnis für das HR.

    • Absolut einverstanden – den Franken pro Tag werde ich knapp verkraften können 😉 …

    • @Ex CS MA: mach doch als Freelancer gegen eine 10%-Beteiligung am eingesparten Betrag den Vorschlag, dass man das gesamte HR entsorgen könnte. Bei hire nicht nötig, da sowieso alles externalisiert, bei fire ebenso wenig, da der Entscheid sowieso in der Linie -und niemals im HR!- getroffen wird.
      Sollen die Man-Ager mal die balls haben und hinstehen, wenn sie einen Familienvater entlassen. Aber Moment, wenn die balls hätten, würden sie sich ja kaum für CS prostituieren…

  13. Einmal zulasten der Jungen, dann wieder zulasten der Alten usw. Die Zitrone wird weiter ausgepresst. Hauptsache die Managerlis dieser Unternehmen können ihre Boni weiter optimieren. Die krankhafte Gier dieser „Elite“ wird das gesellschaftliche Zusammenleben weiter vergiften.

  14. Die Alten haben schon über Jahre viel zu viel verdient. Nun sitzen sie mit ihren fetten, nicht mehr zeitgemässen Löhnen in den guten Positionen, sitzen untätig ihre Zeit ab und belasten die Bank und die jungen Nachfolger zusätzlich mit überzogenen Rentenleistungen. Höchste Zeit, dass auch hier Abstriche gemacht werden!

  15. „….dank der Kollektivversicherung bei…….“. Wenn ich richtig orientiert bin, sind Kollektivversicherungen gemäss Krankenversicherungsgesetz gar nicht zulässig.

    • Hier sollte die Staatsanwaltschaft unbedingt eine Untersuchung gegen die CS eröffnen, wenn FINMA schon nicht fähig scheint, Massnahmen gegen die massiven Verfehlungen im Bankengeschäft zu ergreifen.

  16. Als Rentner der CS finde ich diese Kürzungen durchaus in Ordnung! So wird unser ehemaliger Arbeitgeber nächstes Jahr 4 Mio. mehr Gewinn ausweisen. Bleibt nur zu hoffen, dass diese Millionen dem VRP Urs als Bonus ausbezahlt werden…

    Er fühlt sich auf seinem Stuhl sichtlich wohl und wird weiterhin „ungerötet“ beim Züricher Filmfest über den roten Teppich laufen, wie er auch in der Vergangenheit die roten Zahlen der CS (ungerötet) präsentierte. Und er wird dafür sorgen, dass die CS auch in Zukunft mit viel Geld dieses Festival unterstützen wird. Urs, lass es auch dieses Jahr wieder krachen und geniesse das Blitzlicht…

    • Nun ja. Die Veranstalterin ist mit Ihm leiert mit gemeinsamen Nachwuchs. Wehe es wird gestrichen. Dann ist Feuer unterm Dach.

  17. Die Gier oben ist unermesslich.
    Die Verantwortung ist auf ihr eigenes Wohl beschränkt. Die Firma weiter bringen? Das gehört nicht dringend zu deren Skills! Aber über Verantwortung schwadronieren, die eben in der Form der „Einsparungen“ bei allen andern zelebriert wird.
    Auch die politische Mehrheit fährt die gleiche „Strategie“. Sozialabbau und Leistungsabbau wo’s nur geht, damit die Abzocker via Steursenkungen, ihr schwer ergaunertes Geld, das sie nicht durch sonstige Steuerlücken „unsichtbar“ machen konnten, nicht noch versteuern müssen.
    Die Mehrheit der Angestellten und Rentner kann einfach ausgenommen werden, den sie wehren sich nicht und schauen den Gaunern gebannt zu und hoffen, dass es nicht schlimmer komm – und sind froh, dass es noch welche gibt, die noch besser ausgenommen werden können (s. Sozialfälle) …