Don Pierin (2): Bär jagt Leck

Privatbank lässt Vincenz trotz Verdacht in Ruhe – Statt dessen sucht Bär für Finma „Verräter“ – Anwälte Roesle Frick: Dirty Job.

Anfang Juli 2015 ist Yves Bonnet im Clinch. Der Managing Director der Zürcher Bank Bär muss über Pierin Vincenz und seinen Partner Beat Stocker entscheiden.

Hintergrund sind Zahlungen und Darlehen, die zwischen Vincenz und Stocker über deren Konten bei der Privatbank laufen, wie Teil 1 der Serie aufzeigt.

Das Problem dabei ist nicht nur, dass Vincenz eine nationale Grösse ist. Sondern die beiden sind auch engste Vertraute: Sie könnten sich zum eigenen Vorteil absprechen.

Vincenz, Stocker und ihre Geheimdeals sind in jenen Sommertagen vor drei Jahren bei der Julius Bär bei vielen ein Thema. Auch bei Bonnet, dem Chef Front Compliance.

In dieser Funktion ist der ehrgeizige Kadermann, der es in jungen Jahren weit nach oben gebracht hat, verantwortlich, dass die Kundenberater die Vorschriften einhalten.

Bonnet kennt die Bär und ihre Führung seit Jahren. Er weiss: Will er noch höher aufsteigen, dann darf er seine Vorgesetzten nicht enttäuschen.

Enttäuschen heisst in jenen Jahren: Business verhindern statt fördern. Denn CEO Boris Collardi hasst nichts mehr, als Kunden an die Konkurrenz zu verlieren.

Trotzdem zögert Bonnet. Was auf dem Tisch liegt, ist starker Tobak. Pierin Vincenz und Beat Stocker tätigen Transaktionen via Bär, welche seine Compliance-Lampen hell aufleuchten lassen.

Was tun? Bonnet hört sich in einer grossen Unterredung mit seinen Spezialisten und den involvierten Front-Bankern zunächst Pro und Contra an.

Im Zentrum steht eine Zahlung über knapp 3 Millionen Franken von Stocker an Vincenz, zeitlich nah bei einer Auszahlung der Raiffeisen an die Minderheitsaktionäre eines Private Equity-Vehikels namens Investnet. Zu denen könnten auch Vincenz und Stocker gehören – versteckt.

Die Front glaubt Stocker, der die „heisse“ Zahlung mit einem Darlehen an Vincenz für ein Tessiner Grundstück begründet; ein Grundstück, das nie in den Händen von Vincenz landen wird.

Diese und weitere Transaktionen der zwei Bär-Kunden werfen die Frage auf: Haben Vincenz und Stocker nicht nur häufige, sondern sogar illegale Geschäfte getätigt?

Für Vincenz und Stocker ein heikler Moment. Yves Bonnet, Front Compliance-Chef der grössten Schweizer Privatbank, könnte den Fall bei der Geldwäscherei-Meldestelle melden. Die MROS, wie die Behörde im Jargon heisst, wird vom Finanzplatz Schweiz bei jeder Gelegenheit als Errungenschaft im Kampf gegen schmutziges Geld ins Feld geführt.

Selbst eine Anzeige bei der Finma mit möglichem Entzug von Gewähr als schärfste Sanktion ist denkbar. Für Vincenz und Stocker steht somit in einem frühen Stadium der Geschichte, in dem erst wenige im Bild über ihre Machenschaften sind, viel auf dem Spiel. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Bonnet wird zur entscheidenden Figur. Lässt er die Bombe Vincenz platzen, oder hilft er, sie zu entschärfen? Ist er Aufklärer, oder ist er Vertuscher? Saubermann – oder Mitwisser?

In jenen Tagen erlebt Zürich den Beginn eines heissen Sommers. Im Fall Vincenz mag’s Bonnet aber kühl. Er befindet die 3-Millionen-Zahlung von Stocker an Vincenz für gut.

Keine Einwände von Seiten Front Compliance.

Vincenz und Stocker atmen auf. Aus den Äusserungen ihres Kundenberaters bei der Bär Bank merken sie, dass ihre vielen Deals zu heiklen Zeitpunkten nicht mehr durchgewunken werden, ohne Fragen zu stellen. Neuerdings reagieren die Compliance-Leute auch bei den Bären schärfer.

Auch Compliance-Kadermann Bonnet sagt nicht einfach Ja und Amen zu den Deals. Vielmehr hält er fest, dass er keine weiteren Zahlungen zwischen Stocker und Vincenz akzeptieren würde.

Einmal lassen wir’s noch gut sein, aber ab jetzt wollen wir keine fragwürdigen Deals mehr.

Bonnets Machtwort ist ein Schlag ins Gesicht jener Überwacher, die ihren Beruf ernst nehmen. Genau hinschauen, kritische Fragen stellen, notfalls Kundenbeziehungen beenden – so ihr Credo.

Für sie sind die Zahlungen und Darlehen zwischen Vincenz und Stocker höchst verdächtig. Eine Anzeige bei der MROS sollte eine Selbstverständlichkeit sein, lautet in ihrem Lager der Tenor.

Bonnets Entscheid, mit Stocker und Vincenz weiter zu geschäften, empfinden sie als Verrat an ihren Idealen: legal, halb legal, who cares?

Schliesslich geht Vincenz dann doch bald von Bord; wegen Transfers zwischen ihm und einer Frau. Eine „familiäre“ Angelegenheit, meint Vincenz, halb so wild. Warum aber steht ihm der Zürcher Anwalt Lorenz Erni zur Seite, ein bekannter Strafverteidiger? (Mehr dazu in Teil 3 der Serie).

Die Bär-Verantwortlichen können aufatmen: Vincenz ist weg, Dass Stocker weiter ihr Kunde ist, stört sie nicht. Wer kennt ihn schon?

Als im Frühling 2016 die erste Story rund um eine Geheimzahlung zwischen Stocker und Vincenz publik wird, ist es vorbei mit der Ruhe im Bär-Hauptsitz an der Bahnhofstrasse.

CEO Collardi, sein Mann für Risk und Compliance Bernhard Hodler, der Rechtschef und weitere Spitzenleute der Bank wissen nicht, was sie nun tun sollen. Doch noch Meldung bei der MROS erstatten? Finma informieren? Stocker rausschmeissen? Sofort rigoros untersuchen?

Was die Bär-Chefs schliesslich beschliessen, ist das, was sie meistens in solchen Fällen tun: Sie verhalten sich still. Kopf runter, nichts sagen, abwarten.

Diesmal geht das Kalkül nicht auf. Auf die erste Vincenz-Stocker-Story im April folgt eine zweite im Mai und eine dritte Ende Juli 2016; ein Jahr nach dem Beschluss von Front Compliance-Chef Bonnet, Vincenz und Stocker vor weiteren Abklärungen zu verschonen.

Auch jetzt halten die Bär-Oberen dicht. Sie lassen den Sommer vorübergehen und den Herbst verstreichen. Erst kurz vor Weihnachten geht die stille Zeit aufs Mal zu Ende.

Hektik bricht aus. Von der Compliance-Brücke aus erschallt der Befehl: alle Belege, Berichte, Zahlungen, Notizen und übrigen Informationen zu den beiden Kunden Vincenz und Stocker einpacken – und ab nach Bern. Damit verlassen die delikaten Informationen erstmals die gesicherten Räume der Privatbank und landen auf dem Tisch eines Beamten der Finanzmarktaufsicht Finma.

Was hat dazu geführt? Ist die Finma endlich hellhörig geworden? Haben ihre Chefs, nachdem die Story mit den vielen Details vom Juli 2016 schon weit zurückliegt, sich doch noch ein Herz gefasst und beschlossen, der Causa Vincenz auf den Grund zu gehen?

Immerhin geht es ums Aushängeschild des Finanzplatzes. Bietet dieses Gewähr für einwandfreie Geschäftsführung? Vincenz ist zwar seit seinem Rücktritt bei der Raiffeisen im Herbst 2015 nicht mehr Banker, untersteht aber als Präsident der Helvetia Versicherung immer noch der Finma.

Wer denkt, Finma-Chef Mark Branson, ein Engländer mit UBS-Karriere, weshalb viele ihm Grossbanken-Sympathie vorwerfen, würde nun zum Rechten schauen, sieht sich getäuscht.

Die Finma und Branson wissen zwar, was es mit Vincenz‘ und Stockers Geheimdeals auf sich hat. Doch statt diese rasch und rigoros zu sanktionieren, beschliesst die Aufsicht 180 Grad Anderes.

Sie jagt den Verräter.

Die Finma vermutet bei der Julius Bär ein Leck; Verantwortliche, die über Vincenz und Stocker plaudern. Ihr habt ein Problem, ruft die Finma der Julius Bär zu. Löst es. Jetzt.

Die Suchaktion beginnt. Anfang 2017 beauftragt das Geldhaus, das im Verkehr mit Kunden stets auf grösstmögliche Diskretion setzt, eine Anwaltskanzlei, die bekannt ist für forsches Vorgehen.

Das Zürcher Büro Roesle Frick & Partner hat es zuletzt im Fall Sika zu Berühmtheit gebracht. Einer ihrer Oberpartner ist dort der Verteidiger der Sika-Erben, die gegen das Management antritt.

Roesle Frick sind für die Bär-Chefs aus einem anderen Grund erste Wahl. Als die Privatbank über 10 Jahre zuvor mit Rudolf Elmer einen Ex-Kadermann verdächtigt, ihr als Whistleblower das Leben schwer zu machen, wendet sie sich an die Roesle-Kanzlei in ihren Büros im denkmalgeschützten Bührle-Haus am Zürcher Bleicherweg. Jagt Elmer. Stoppt ihn. So der Job.

Roesle Frick beauftragte damals ein Detektivbüro, und dieses wählte bei Elmers Observation derart fragwürdige Methoden, dass Auftraggeberin Bär ihrem Ex-Kadermann und später Verurteilten eine Entschädigung von über einer halben Million Franken bezahlen musste. Das viele Geld legte Elmer, der Zerstörer des Offshore-Geschäfts, in einer Karibik-Struktur an.

2017 zeigt sich allmählich der Frühling. Da schreiten die Partner von Roesle Frick zur Tat. Später würde auf dem Zürcher Paradeplatz die Rede von „Waterboarding“ umgehen. Die Anwälte der honorigen Kanzlei hätten Verdächtige stundenlang verhört – nach bester CIA-Manier.

Nützen tut es wenig. Bärs Operation Leck-Stopfen misslingt, die Partner der Kanzlei Roesle Frick ziehen unverrichteter Dinge ab; ihre Auftraggeber in der Julius-Bär-Teppichetage bleiben so schlau wie zuvor.

Die Finma zeigt sich wenig amüsiert. Ihr Plan, den Fall Vincenz still zu bewältigen, ist missglückt. Finma, Bär und Roesle Frick wollten für diesen Artikel keine Stellung nehmen.

Aufs Waterboarding folgt Deloitte. Die Nummer 4 der Prüf- und Beraterszene der Schweiz kommt stets dann ins Spiel, wenn die Finanzaufsicht nicht mehr darum herum kommt einzugreifen.

Der Grund ist einfach: Deloitte hat im Unterschied zu den führenden PwC, Ernst&Young und KPMG am wenigsten Prüfmandate bei Banken und Versicherungen. Davon profitiert Deloitte’s Investigationsteam, das bei Finma-Untersuchungen zum Einsatz gelangt.

Den ersten Hinweis, dass der Schweiz ein Aufsehen erregender Fall ins Haus steht, liefert ausgerechnet Finma-Chef Mark Branson. Der oberste Finanzpolizist des Landes sagt am 23. Juni 2017 der Finanz und Wirtschaft: „Auf unserem Tisch liegt derzeit auch ein Fall mit starken Hinweisen auf Insiderhandel von einem Spitzenmanager einer Bank.“

Wen Branson meint, bleibt offen. Wer die Vorkommnisse der letzten Monate rund um Vincenz und Stocker verfolgt hat, denkt sogleich an den Bündner – auch wenn er nicht mehr als Banker gilt, sondern als Versicherer. Das aber könnte Branson mit Bedacht nicht näher spezifiziert haben.

Jedenfalls gehen in jenen Frühsommerwochen 2017 Informationen um, wonach die Finma bei der Raiffeisen eine „vertiefte Untersuchung“ durchführen würde. Der externe Kommunikationsberater der Raiffeisen – es ist der Gleiche, der auch Vincenz betreut – stellt die Operation der Finma als Courant normal dar.

Das verliert an Glaubwürdigkeit, als schon bald durchsickert, dass Vincenz‘ Ehefrau Nadja Ceregato ihre Spitzenfunktion als Rechts- und Compliance-Chefin bei der Raiffeisen aufgeben würde. No big deal, meint der Berater, die Finma habe dies der Bank vorsichtshalber nahegelegt.

Trotz diesen Vorkommnissen ist für Aussenstehende nicht sichtbar, dass bei der Raiffeisen längst Feuer ausgebrochen ist. Im Rückblick ist interessant, dass Vincenz sich in jenen Wochen erstmals gesprächig zeigt. Am 23. Juni 2017, als das Branson-Interview mit dem Insider-Hinweis in der Finanzpresse erscheint, kommt es zu einem informellen Gespräch von Vincenz mit dem Journalisten. Vincenz empfängt diesen in einem grossen Zimmer im Hotel Schweizerhof am Zürcher Bahnhofplatz. Mit dabei sein Kommunikationsberater, der das Treffen organisiert hat.

Das Ambiente ist ungewohnt. Zwar gibt sich Vincenz wie immer, wenn er mit Medien zu tun hat, jovial, fast familiär. Doch der Ort – eine teure Suite in einem eleganten Hotel – passt trotzdem nicht. Irgendwie zu intim. Die Seminarräume seien besetzt, meint Vincenz auf eine entsprechende Frage. Weshalb man nicht ins Hotel-Café geht, bleibt sein Geheimnis. Vielleicht einfach aus Diskretion.

Das Gespräch bleibt unergiebig – und unbefriedigend. Vincenz streitet Vorab-Investments rundum ab. Zuerst mit einem Lachen, schliesslich drohend. Bei weiteren Stories müsse er andere Saiten aufzuziehen. Bis jetzt habe er stillgehalten, weil er sein Umfeld überzeugt habe, dass nichts an den Vorwürfen dran sei. Irgendwann würde man ihm nicht mehr glauben. Dann müsse er handeln.

Interessant ist der Moment, als das Gespräch auf die iFinance kommt, die neuerdings ReImagine heisst; jenes Zuger Vehikel, das Vincenz und Kollege Stocker gehört – was lange keiner weiss, da die beiden einen Vertrauensanwalt vorgeschoben haben.

Was es mit dieser ReImagine auf sich habe, lautet eine Frage nach einer halben Stunde Unterredung in der Schweizerhof-Suite. Da geht ein Ruck durch Vincenz, er sitzt nun bolzengerade im Sessel, sein Blick zielt ins Leere, sein Kopf macht hektische Zitterbewegungen. Es sollte wohl ein energisches Schütteln sein, führt aber zum Eindruck, dass es Vincenz die Sprache verschlagen hat.

Nach dieser Episode kühlt die Stimmung schnell ab. Vincenz bricht das Gespräch ab: Er habe noch Arbeiten für seine Helvetia Versicherung zu erledigen. Draussen vor dem Hotel meint Vincenz‘ Berater, dass sich das Thema nun wohl für immer erledigt habe.

Umso überraschter zeigt er sich, als er Anfang August 2017 neue Fragen per SMS erhält. Nun geht es um eine Firma namens EuroKaution; auch sie eine Mini-Firma mit Problemen, die von Vincenz respektive der von ihm präsidierten Aduno für viele Millionen erworben wird.

Der Fall EuroKaution ist schon früher ein Thema gewesen, da allerdings nur oberflächlich. Jetzt tauchen präzise Details über versteckte Investments von Vincenz und Stocker auf. Sie würden in einem nächsten Beitrag beleuchtet.

Es beginnt ein SMS-Austausch zwischen Journalist und Berater; Vincenz ist da längst wieder abgetaucht. Obwohl: Nach der Aussprache vom Juni im Schweizerhof wäre naheliegend, dass er sich persönlich erklären würde. Statt dessen lässt er seinen Sprecher ausrichten, die Behauptungen hätten keinerlei Substanz. No Story, meint der Berater – EuroKaution gebe nichts her.

Am 31. August 2017, um 7.58 Uhr, erscheint der Artikel. „Schwarzer Aduno-Schatten fällt auf Pierin Vincenz“, lautet der Titel. Die Story dreht sich um Vorab-Deals bei der EuroKaution. Sie ist vorsichtig verfasst – gerade weil Vincenz und Stocker im Vorfeld gedroht haben.

Also hält man sich an die Devise: zurückhaltend formulieren. Um 8.18h surrt das Handy. Nachricht von Beat Stocker.

„Könnten Sie mir bitte umgehend das heute zitierte SMS von mir zustellen, das aussagt, dass ‚die Informationen rund um die EuroKaution bankgeheimnisgeschützt seien, eine Verwendung sei nicht legal.‘ Dies bitte zusammen mit ihrer diesbezüglichen Anfrage an mich.“

Stockers Anfrage klingt da noch harmlos. Was auf sie folgen würde, ist es weniger. Stocker und Vincenz setzen einen seit Monaten mit ihren hoch bezahlten Anwälten vorbereiteten Schlachtplan um. Der lautet: den Journalisten zum Schweigen bringen.

Morgen Don Pierin (3): Consigliere schickt Velokurier

Peter Honegger, Partner bei Niederer Kraft & Frey, deckt Journalist mit Klage ein – Gericht bei Fuss – Anfrage zu Frau bringt Jurist aus Fassung.

Don Pierin (1): Die Maske fällt (13. Juni 2018)

Pierin Vincenz, letzter grosse Banker, kommt nach 15 Wochen aus der U-Haft. Sein Fall bewegt das Land – und stürzt die Raiffeisen in eine Krise.

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

26 Kommentare zu “Don Pierin (2): Bär jagt Leck

  1. „Bis jetzt habe er stillgehalten, weil er sein Umfeld überzeugt habe, dass nichts an den Vorwürfen dran sei.“

    Interessant, offenbar ist sein Umfeld ohne seine Beeinflussung zu einem anderen Schluss gekommen…!

    „Nach der Aussprache vom Juni im Schweizerhof wäre naheliegend, dass er sich persönlich erklären würde. Statt dessen lässt er seinen Sprecher ausrichten, die Behauptungen hätten keinerlei Substanz. No Story, meint der Berater – EuroKaution gebe nichts her.“

    Diese Story nicht, aber was bei den anderen?
    Erstaunlich wie lapidar sich die Leute selbst verraten.

  2. «Waterboarding», obskure Detektive, welche für Anwaltskanzleien die Muskeln spielen lassen, die ihrerseits von einer Privatbank bezahlt werden – fürs Grobe. Über all dem, eine Finanzmarktaufsicht, welche Whistleblower jagen lässt, anstatt den grossen Fischen des Bankenplatzes das Handwerk zu legen, welche
    alles mit unlauteren Transaktionen versauen.
    Kotzt mächtig an, es wird einem speiübel.

    Kompliment, Herr Hässig, Sie verdienen
    einen Pulitzer. Kein Watergate aber ganz nah dran. Es fehlt nur noch rauszufinden, welcher Bundesrat informiert war und via Branson die Herren PV und Stocker derart lange «geschützt» hat.

  3. Klarstellung: Rudolf Elmer hat keinen Rappen von der Bank Julius Bär angenommen. Er hätte die Bärenfamilie lieber vor dem Richter gesehen. Der Richter kann jedoch jedoch nur eine Genugtuung betreffend Nötigung von höchstens CHF 15`000 aussprechen. Der seelische Schaden durch das Bären-Stalking des damals sechsjährigen Mädchen hatte beim Kind einen schweren seelischen und psychischen Schaden verursacht. Das Kind brauchte gewaltige Hilfe, die ich nicht mehr finanzieren konnte. Die Zürcher Opferhilfe lehnt seit 2006 jede Hilfe konsequent ab, nicht einmal einem sechsjährigen Kind! Die Zahlung wurde nur deshalb akzeptiert (ich hoffe, jeder verantwortungsvolle Mensch würde gleich handeln) und ging gemäss schriftlicher Vereinbarung zwischen der Bank, der Roesle & Partner und nur der Tochter an einen Isle of Man Trust. Das Geld wurde gegenüber der Zürcher Steuerbehörde 2011 deklariert.

    Der Trust hat den Vorteil, dass die Begünstigen nicht frei über das Vermögen verfügen können d.h. z.B. niemand würde seiner 11-jährigen Tochter soviel Geld zur freien Verfügung übergeben. Das verdirbt den Charakter.

    Zweitens Julius Bär hat auch heute noch viele Löcher aus denen Information fliessen und dies LEIDER, denn das schädigt die Privatsphäre dieser Personen. Ich denke, betreffend obiger Geschichte werden noch interessante weitere Infos aus der Bank auftauchen. Lassen Sie sich überraschen………

  4. Man kann es nur immer wieder schreiben: Unglaublich, mit welchen Mut und mit welcher Hartnäckigkeit Lukas Hässig hier ermittelt hat.
    Und das als Einzelkämpfer! Bei diesen mächtigen Gegnern! Da soll sich jeder Medienschaffende mal ein Vorbild daran nehmen! Würden auch nur pro Medienhaus 2-3 Journalisten so arbeiten, die Medienkrise wäre sofort beendet.
    Nochmals: Gratulation!!! 👏
    Ich habe schon Gestern ein Exemplar gekauft. Ist ja selbstverständlich!

  5. Wer diese Story verfilmt wird definitiv Riesenkohle machen und zwar nicht nur in der Schweiz – Hollywood trieft schon vor Geilheit !
    Einmal mehr haben sich die Gnomen selber ausmanipuliert.

    RIESENKOMPLIMENT an den Author und seine Mitstreiter !!!

  6. War damals höchste Zeit, dass Bruno Frick aus dem FINMA-VR zurücktrat.
    Und die übrigen (u.a. Osteuropa-)Kunden der feinen Kanzlei Roesle Frick & Partner sind noch nicht einmal auf dem Tisch.
    Wann nimmt Mark Mosambik den Flieger?

    • Sehr gute Idee. Die Filmrechte liegen bei IP und nicht bei Raiffeisen oder Vincenz, denn nach denen stimmt das ja alles so gar nicht…

    • Uraufführung des Filmes „Der Pate von Disentis“ findet am Zürich Film Festival statt. Die Laudatio halten Mark Branson und Eveline Widmer-Schlumpf.

  7. Der Verlauf dieser Geschichte zeigt den Unterschied, zwischen Menschen die Angst haben müssen wenn sie nach ihrer Intuition handeln möchten und den anderen die sich nicht einschüchtern lassen.
    Wer hat da schlussendlich den Schaden den er ursprünglich hatte verhindern wollen? Und wer den Respekt?
    Wenn Kunden abspringen weil etwas krumm läuft ist das unangenehm.
    Vielleicht wäre ja das Gegenteil eingetroffen und die Kunden hätten mehr Vertrauen und Respekt, wenn Sie realisieren, dass die Verantwortlichen, egal um wen es sich handelt, Zivilcourage zeigen anstatt Feigheit.

    Da stellt sich doch gleich die Frage: machen die das immer so mit ihren grossen, mächtigen Kunden? Und welche kranken Systeme helfen sie mit ihren Entscheidungen zu unterstützen?

    Wenn Werbung der Banken authentisch mit allem was sie wirklich tun wäre, was würde wohl darauf stehen?

  8. Der Ehemann CEO, die Ehefrau Rechts- und Compliance-Chefin? Müsste eigentlich bereits eine Verletzung der Compliance Richtlinien der Firma sein und wenn nicht sind wohl die Compliance Richtlinien dieser Firma nicht sehr gut…

  9. Es zeigt sich ein verheerendes Bild zu einer Finma, die im trüben fischt und völlig unwirksam ist.
    Herr Branson sollte auch umgehend zurücktreten!

    • Im Gegentum: die Finma scheint mir höchst wirksam bei ihrer „Aufsicht“ – im sehr zweideutigen Sinne, die Interessen der obersten Manageretage und ihrer Institute zu schützen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, oder gar, dass es darum ginge, Gesetze im Sinne des Gesetzgebers durchzusetzen oder wenigstens dazu beizutragen…

  10. Warum darf PV ein Konto ausserhalb der Raiffeisen haben?
    Bei CS und co müssen Mitarbeiter Unterschreiben dass sie weder Kontos noch Depos bei anderen Instituten haben.
    Dies das die Idee bei den Mitarbeiter alles sauber läuft!
    Aber selbst bei Mitarbeiter wo was machen würden wären die Summen einiges kleiner! Aber in etwa so wie bei den Steuern die 0815 Bürger da werden die Daumenschrauben angezogen aber bei einer Bundesratskandidatin hat über 10 Jahre keine Steuerrechnung erhalten weil bei Ihr angeblich alles sooo kompliziert sei….. Hahahaha. Es scheint das Vorschriften und Gesetze nur für die „kleinen“ gilt um diese zu Knechten!

    • „Cum tacent, clamant.“
      „Indem sie schweigen, schreien sie.“
      Cicero, Catilinarische Rede 8, 21

      „Patria quodam modo tacita loquitur.“
      „Das Vaterland spricht auf eine Weise schweigend.“
      Cicero, 1. Catilinarische Rede 7, 18

    • Für die ganze Teppichetage galt das Mitarbeiterhandbuch nicht und wurde von spätestens von VP ausgehebelt. Er hat ja nicht umsonst seine eigene Finanzgesellschaft/en gegründet um anonym seine Geschäfte zu tätigen!?

    • Natürlich gelten Gesetze nur für die Kleinen in diesem Land. Haben sie etwas anderes erwartet?

    • Das ist gang und gäbe. Da haben viele Vorgesetzte Konti und Depots bei anderen Banken, auch wenn dies für „alle“ weisungsbedingt verboten ist.
      Die Compliance und die Finma schauen auch hier weg.
      Es ist ein Trauerspiel…

    • @ Trudi: Ihre Aussage „Bei CS und co müssen Mitarbeiter Unterschreiben dass sie weder Kontos noch Depos bei anderen Instituten haben.“ Trifft so nicht ganz zu, es dürfen keine Depots jedoch Konten bei anderen Instituten unterhalten werden.