Post-Skandal: Doris Leuthards Geheim-Agent

Beat Brechbühl von Berner Kanzlei schoss Post-CEO Susanne Ruoff ab – Nah bei Bundesrätin – Eingebettet in Berner Uni-Zirkel.

Beat Brechbühl von Kellerhals Carrard spielt eine entscheidende Rolle beim Versuch der höchsten Kreise in Bern, sich im Post-Skandal zu retten.

Brechbühl ist Oberpartner der Kellerhals-Kanzlei. Diese erarbeitete das Gutachten, das vor 2 Wochen zum Knall bei der Post mit Schockwellen bis nach Aarau geführt hat.

Post-Chefin Susanne Ruoff musste ebenso ihr Büro räumen wie der Chef der Aargauischen Kantonalbank, der zuvor Ruoffs Finanzchef gewesen war.

Beide strauchelten über den 100 Millionen-Subventionsbetrug bei PostAuto, der Tochter des Gelben Riesen.

Seither bebt Bern. Werden weitere Köpfe rollen? Entscheidend sind zwei: Post-Bundesrätin Doris Leuthard und Post-Verwaltungsrats-Präsident Urs Schwaller, beide CVP.

Deren Übungsanleitung lautet: Wir köpfen Ruoff und weitere, um ungeschoren aus dem Post-Skandal herauszukommen.

Dafür sorgen soll Anwalt Beat Brechbühl, ein enger Vertrauter der Bundesrätin, wie Bilder zeigen.

Je grösser Brechbühl die Schuld der operativen Post-Manager Ruoff & Co. zeichnet, desto eher können sich Leuthard und Schwaller halten.

Ob die Operation Save Leuthard-Schwaller gelingt, ist noch offen. Am Wochenende förderte die SonntagsZeitung zutage, dass Brechbühls Kanzlei eine Doppelrolle gespielt hat.

Im Sommer 2017 lieferte sie ein juristisches Gütesiegel „zu den Transferpreisen und zum Subventionsrecht“, wie das Blatt aus dem Bericht der Kanzlei zitierte.

Gegenüber der Zeitung bestätigte die Post, dass die Berner Kanzlei rund ein halbes Jahr zu Fragen rund um PostAuto tätig gewesen war – also im Auge des Post-Orkans.

Die Untersucherin untersuchte den Skandal der Post, nachdem sie von dieser zuvor hohe Honorare für den genau gleichen Untersuchungsgegenstand erhalten hatte.

Bern, wie es im Bildebuch steht.

Die Kungelei in der Schweizer Hauptstadt geht aber noch weiter. Mitten drin im Berner Sumpf: Strippenzieher und Anwalt Brechbühl.

Der hatte einst seine steile Karriere zum führenden Partner der führenden Anwaltskanzlei auf dem Platz Bern mit einer Assistenz bei Professor Roland von Büren befeuert.

Von Büren gilt als Ausnahmekapazität in Berner Universitäts- und Rechtskreisen. Er hatte die Leitung des Instituts für Wirtschaftsrecht inne.

Von 1992 bis 1993 hatte von Büren einen Assistenten namens Peter Kunz, heute bekannt als Peter V. Kunz, Professor. Das „V“ ist Peter Kunz wichtig, damit er „nicht verwechselt“ würde.

Kunz eilt im Artikel der SonntagsZeitung der Post-Kanzlei Kellerhals Carrard zu deren grellen Interessenkonflikt zu Hilfe.

Laut der Zeitung meinte Kunz, „es sei durchaus sinnvoll, wenn ein Gutachter bereits gewisse Vorkenntnisse habe, damit er die Materie einfacher durchdringen könne und sich ein X nicht für ein U vormachen lassen müsse“.

Laut Kunz sei „ein Beginn bei null (…) meist geeigneter, um etwas zu verbergen“.

Kunz findet also nichts bei der Doppelrolle der teuren Berner Kanzlei. Vielleicht ist das so, weil er und die Kanzlei sich vertraut sind.

Jedenfalls wurde ein gewisser Beat Brechbühl kurz nach der Zeit von Kunz Assistent beim grossen Rechtsgelehrten der Wirtschaft namens von Büren; und zwar von 1995 bis 1996.

Von Büren, der Maestro, dahinter seine Gehilfen Peter „V.“ Kunz und Beat Brechbühl: Die beiden letzteren versuchen heute, die obersten Post-Verantwortlichen aus der Bredouille zu helfen.

Und Bern schaut still zu.

Kommentare

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  1. Schon sehr eigenartig, dass eine Kanzlei ( KC ) welche mit der Post schon bereits verbandelt war den Auftrag bekommt “ Klarheit “ im Postauto Skandal zu schaffen! Alles andere als sauber! In diesem Fall sollte eine Institution bestimmt werden welche völlig neutral an die Arbeit gehen kann.

  2. Lustigerweise bin ich sowohl Frau Leuthard als auch PVK zu Beginn deren Karrieren direkt begegnet.

    Während PVK nicht nur sehr ambitioniert sondern auch korrekt erschien, liess Frau Leuthard bereits durchblicken, dass die Skrupel gering sind.

    Sie treibt sich auch gerne in Safe Houses nahe dem Regierungssitz herum. Man sollte mal ein paar Räume meines Nachnamens ausheben…

  3. Ich kläre jetzt mal auf, für diejenigen, denen das noch nicth bewusst ist:

    Es ist ein ungeschriebenes Gesetz und nur in den ‚oberen Zirkel‘ der Wirtschaft/der Ämter flüsternd Kund getan, dass wenn jemand fällt, diese Person wieder eine top Anstellung erhält. Dank der anderen. Denn jeden kann es treffen.

    Genau deshalb und nur aus diese Grund kriegen solche Versager immer wieder die best dotierten Jobs in unserem Lande. Man trägt sich. Fast à la Hells Angels. Nur sind mir diese Kerle lieber als solche Wirtschaftsmadden.

  4. Bern: Hauptstadt, Reservoir für stickige Filz- Operationen a Gogo. Mini-Washington der Sumpfhühner – Kommune. Gottloser Augias-Stall der Wendehälse, Profiteure und Stiefellecker-Vögel! Am besten ausräuchern, um die DNA aus den Skeletten zu eruieren. Einziges Schweiz-Wachstum weist der skandalöse Bürokratismus der Hauptstadt – Apparatschiks auf. 👎🏿👎🏿👎🏿 Wer kann muss kotzen …..

  5. Doris Leuthard, eine der Blenderinnen der Landesregierung.
    Immer den Trends des Weltestabhlisments folgend.Auch beim Resort Umwelt, natürlich all den nicht bewiesenen Thesen der Nobelpreisträger und bezahlten Professoren der Konzernlobbys dienend und dem heutigen Steuer – und Abgabesystem für CO2 etc. folgend. Wie kann eine Schweizer Regierung im Rahmen eines Alpenschutzabkommens mit der EU sich dafür verpflichten 17 % des CH Landes als Nationalpark zusätzlich einzuzonen? Die Energiewende gelingt auch nicht auf diesem eingeschlagenen Weg. Die Umweltverbände und das von Doris Leuthard angeführte BAFU führt einen unlauteren Wettbewerb mit den uns falsch zur Verfügung gestellten alternativen Energien.Die unter katastrophalen Bedingungen hergestellten seltenen Erden für die Batterien der Solar- und Autobatterien zum Beispiel oder die Herstellung von Biotreibstoffen in umweltschädigenden Monokulturen bluffen nur sehr oberflächlicheBürger und täuschen Ihnen eine saubere Illusionspolitik vor.Das sind nur Nadelstiche von all dem Betrug, die der Bürger täglich von unserer Landesregierung ausgesetzt wird. Das nun mit so einem Charakter, der eigene Rücktritt auf Bauernopfer abgetreten wird, ist wohl selbstredend.

  6. Im eindrücklichen Bericht von Kellerhals Carrard vom 31.5.18 steht klar, dass die Post- und Postauto-Gewinnvorgaben von S. Ruoff kamen. Es ist äusserst unwahrscheinlich, dass Ruoff diese vorher nicht mit ihrer Chefin, BRin Leuthard, abgesprochen hat. Die BRin wusste mit grösster Wahrscheinlichkeit von deren (unüblichen) Ausmassen. Sie trat ja 2016 mit verdächtigem Eifer gegen die Service Public-Initiative an. Die Frage ist: Wer, welche Partei, greift nun eine BRin an ? Denn es könnte einem mit dem eigenen BR dereinst gleich ergehen und dann ist man froh um Schützenhilfe: Sou Häfeli, sou Deckeli …

    • Der Bericht enthält sehr viel „Luft“. Es ist eine typische „Doktorarbeit“ ohne viel praktischen Nutzen und Klarheit.

  7. Doris Leuthard will sich gar nicht an der Macht halten, sie wird vorzeitig zurücktreten. Natürlich will sie nicht, dass der Skandal ihrer Reputation anhaftet, was ihr aber nicht gelingt, denn sie ist nun mal schon länger Chef von dem Laden.

    Meines Erachtens sind die Betrügereien in Bern eher Normalfall, als die Ausnahme. Siehe auch die Selbstbedienungsläden AHV und Krankenkassen. Wenn man dort tiefer graben würde, würden wohl täglich Milliardenskandale auftauchen.
    Schon alleine der Umstand, dass man in der aktuellen Medizin über 140 Vitaminmangel als Krankheiten betrachtet und falsche behandelt, ist ein Skandal. Oder dass man einfach die Durchschnittswerte von Blutdruck herabsetzt, um mehr vollkommen unnötige Medikamente verkaufen zu können, ist ein Betrug. Wenn man tief gräbt, stellt man fest, dass es in diesem Bereich nur noch Betrügereien gibt.

  8. Sehr geehrter Herr Hässig
    Vielen Dank für Ihren Beitrag.
    In jeder anderen europäischen Demokratie wäre ein Rücktritt des zuständigen Bundesrates bzw. Bundesrätin gefordert werden.
    Frau Leuthard trägt entweder die Verantwortung, dass sie dem Sachverhalt nicht die notwendige Beachtung geschenkt hat oder dass sie im BAV nicht die geeignete Führungspersönlichkeit beschäftigt.
    Nochmals besten Dank und weiterhin viel Erfolg
    Freundliche Grüsse
    Fokus

  9. Wenn Brechbühl und seine Kanzleimitarbeiter rund ein halbes Jahr zu Fragen rund um PostAuto tätig waren und dies insbesondere im Bereich Transferpreise und Subventionsrecht, dann haben die doch auch die Jahresrechnungen und Zahlen ansehen müssen. Dem Anschein nach ist Brechbühl schon einmal nicht unabhängig. Grund Genug, um ihm diesen hochsensiblen Auftrag nicht zu geben. Weiter ist der Problemkreis buchhaltungsorientiert; der rechtliche Teil wurde ja durch Brechbühl schon abgeklärt und Brechbühl ist der falsche Mann. Der Verdacht kommt auf, dass man keinen unabhängigen Dritten beiziehen wollte, um die Wogen möglichst zu glätten. Das Ganze sieht sehr nach einer Alibiübung aus.

  10. Über was die beiden (Advokat und Scheidungsanwältin – da haben sich zwei gefunden!) wohl so blöd grinsen? Vermutlich über all die Kohle, die sie beim Steuerzahler abkassieren konnten.

  11. Eigentlich müssten alle PEP ihre 20 meistgewählten Telefonnr. vor und während einer Legislaturperiode offenlegen. Damit wird deren favorisierte Entourage etwas transparenter. Eine Art Fleckenmittel zur Verhinderung oder zur Auflösung von filzigen Seilschaften …
    Betrifft die Einflüsterer, die Dealmaker, die ewigen Lobbyisten und die „kreativen VR-Jöblis-Freunde“ nach der BR-Karriere.

  12. Lieber Herr Hässig
    vielen Dank für die Aufklärung und die guten Recherchen. Bei Doris Leuthard gibt es viel aufzudecken. Hinter ihrem künstlichen Dauergrinsen verbirgt sich eine fragwürdige Person, welche den CVP anleitet. Raiffeisen und die Bündner Bau Affäre lassen grüssen.

    • Beim Namen Junfernflug kommt mir gerade auch noch in den Sinn, wie Superdoris das Thema Flughafen bearbeitet, alles für ihren Kanton und die Goldküste zulasten Lärm-Abfallkübel Ostsschweiz.

    • @Jungfernflug: Ja, Doris hat alle ihre Läden nicht im Griff. Aber mit Frauenbonus und Dauergrinsen übersteht sie das alles. Ich bin ja wirklich nicht frauenfeindlich und ich finde es wichtig Frauen in Managementpositionen zu haben, aber die Quotenfrauen die wie Jeanine Pilloud oder Susanne Rouff haben ausser einem hohen Schaden nichts gebracht.

      Und was noch ganz wichtig ist: „Doris Leuthard hat von allem nichts gewusst, aber von rein und gar nichts!“

    • Richtig! Den CVP Sumpf austrocknen. Dann darf man aber nicht vorher die Frösche (=andere CVP’ler) um Rat fragen!

  13. D.L. Donna Löwenherz (Corleone) atmet auf. In der Schweiz existieren für Bundesrat und Mitglieder des Parlaments keine in der Verfassung festgelegten Amtsenthebungsverfahren.

  14. In St.Gallen hält sich das äusserst hatnäckige Gerücht, die Grinsdoris wolle sehr gerne neue VR-Präsidentin von Raiffeisen werden. In St.Gallen werden ja die lukrativsten Raffeisen-Jöbli unter CVP-lern verteilt. In diesem Fall dürfte die Grinsdoris aber am Widerstand gegen ihren höchst fragwürdigen Charakter zerschellen…

    • Grinsdoris hat neben Gantenbein und Gisel problemlos Platz und die Raiffeisen-Untertanen würden ihr auch frenetisch zujubeln. Grinsdoris wird zur RB stossen, sie kann sich das Argumentarium von ihren Medienberatern jetzt schon zimmern lassen, Aufbruc, Glaubwürdigkeit, Berechenbarkeit, alles für das was Doris nicht steht!

    • Die Aussichten sind so gut wie noch nie, dass dies verhindert werden wird – dank den aktuellen Enthüllungen. Ich befürchte aber, dass es Grinsdoris trotzdem schaffen wird. Immerhin hätte sie dann etwas erreicht. Was man von ihren Schlüsseldossiers in Bern überhaupt nicht behaupten kann – alles nicht erledigt oder nicht mal richtig angegangen. Ich dachte immer, der Meister im Aussitzen sei Helmut Kohl. Grinsdoris wird ihn schlagen. Es ist zum Heulen.

    • Waren Sie in den letzten Monaten auf dem Mond, dass sie BR Leuthard immer noch unterstellen, sie wolle Raiffeisen-VRP werden? Offenbar können Sie auch nicht zwischen Grinsen und Lächeln/Lachen unterscheiden!

    • @Späher: Immerhin müssen wir ihr Grinsen dann weniger oft sehen und den Schaden den sie da anrichtet gehr (hoffen wir mal) nicht zulasten der Steuerzahler.

  15. Möchte ja nicht wissen, wie der beim SCB wie auch beim Flughafen Belp Verwaltungsratspräsident wurde. Zeit findet er auch noch für ein VR-Mandat bei der Mobiliar-Genossenschaft und sechs weiteren Firmen. Naja..schein auf alle Fälle ein umtriebiges und gut vernetztes Bürschli zu sein. All diese tollen Mandate haben wohl dazu geführt, dass er eine Attikawohnung zum Preis von mehreren Mio. kaufen konnte.

    • Brechbühl ist Präsident des Flughafens Belp, welcher grosse Ausbaupläne mit dem Südanflug hat. Und seine Parteigenossin ist Vorsteherin des BAZL, welches alle Einsprachen gegen das neue Anflugregime unisono ohne detaillierte Begründung abgeschmettert hat. Der CVP Filz ist überall und kostet den Steuerzahler und den Prämienzahler Millionen, wenn nicht Milliarden!

  16. Der CVP Leuthard Sumpf sorgt eben gut für ihre Weisswäscher aus Anwaltskanzleien, „unabhängigen“ Gutachter und ehemaligen Parlamentarier. Leider mit Steuergeldern und nicht aus der Parteikasse!

  17. Danke, Her Hässig, dass Sie diesen verheerenden CVP-Filz aufarbeiten.
    Bei der Raiffeisen ist die Sachlage ähnlich. Dort sitzt sogar der ehemalige Generalsekretär min Top Management!